Ma1scha,ll: Da weiter Niemand der Bemerkung beitritt, so hat sie n1cht d1e &ehörige Untersiüßung gefunden, und da etwas Wer- teres gegen den anrf nicht erinnert wird, so ist er mit Vorhehalt ?erchéeranderung, welche die Form betrifft, als anger1om111en zu be- ra en.
Der Herr Abgeordnete Wäch1er wünscht iiber eine allgemeine Angeleßenheit das Wort. , ,
A geordn. Wächter: Zu dem stcnographischen chkUUIsbkach,“ über die Mahl- und Schlachtsteuer ist statt meines Namens, 11a1n11ck „Wächter“, geseyt: „Veckcr.“ Ick bittt', daß dies "WWW“ WW“
Marschall: Es wird dies in den [)e1111gerl 11e11ograph11ch111 Bericht aufzunehmen sein. „ .
Wir kommen nunmehr 1111 Ta esord111111_g„ "MUM 3111 YU'Éhm'I des Gutachtens iiber 111211111115111111 PL'VL'NÜWW M VTYÜUUZUL W“ Juden betreffend. Jch ersnebe den Herrn Abgeordneten SPUUUI als Referenten, diesen Vertrag 31! WM!“
Referent Sperling trägt drexes (5,5111achte11 11er:
Gutachten
der erfien Abtheilung der Kurie der drei “Stände des Vereinigten Landtages über den Entwurf einer Verordnnn , die Verhältnisse der Inden betreffend. *)
Durch das Edikt vom 11. März 1K12 wnrden alle im preußi- schen Staate 11111 General-Pridileqien, Naturalisationd-Patenten, Schnydriefen nnd Konzessionen Versehene Inden fiir Inländer nnd prenßischeS 111111511111'11er erklärt. Es wurden ihnen mit wenigen Modificatio- nen alle Rechte eingeränrnt, deren die 1111'11111111611 Staatsbürger 111111: hastig waren. Zur Zeit des Ersibeinenö ged1'11111e11 Ediktö hatte je- doch der preußische Staat 1111111 1111111 seine jeyige Llnsdelntnng. Erst 111 Folge des Krieges von “11218 „„ 1,3 und 111111) demselben 111111de 111111 solche zu Theil, indem 1111111 11111“ die früheren Besitzungen wieder unter seineHerrschaft gelangten, sondern 1111111 bedeutende neue Länder- Gebiete demselben znfielen. In jedem Gebiete befanden sich Juden unter anderen Gesetzen. Da die letzteren 1111 Allgenwinen bestehen blieben und die acquirirten Landesthene 1111111 ihrer geographisclren Lage den alten Provinzen zngetdeilr oder 311 neuen Provinxen 11er:- e1111g1 wurden, so kam es, das; 111 der prenßischenMonarchie iiderhniwt achtzel111dersch1edeneJuden-Verf11ffnng611eristent wnrden und 111 einer nnd derselben Provinzdrei, vier, sogar séeden verschiedene Geseygebnngen (55111- 11gke11erlangten, nach welchen dieRech1dver11ältn1'sse der Inden bid aufden heutigen Tag be11rtl_,1e1(1 werden. - Nach der einen Verfassnng 11111 der Inde das Re1111, Grnnddesiy 311 erwerben, darf aber odne (11e- 11e111111g11ng der Regierung seinen Wohnsitz nicht verändern. *)111111 der anderen kann er zwar seinen 2131111111113 beliebig nehmen, aber feinen Grnndbesi13_ oder senden 11111“ 11111er e1's111werenden Umständen 1111 11111 brrngen. Hetzt er seinen Fnß aus dern Bereiche heraus, der 111111 ein- 111111a11gewre1en ist, so kann er 111111111111 meln“ auf die Rechte dernfen, welcbe 111 demselben er genoß. Wendet er fiel) 1111111111111111 und einer der alten Provinzen, in welcher er die Rechte eines Stnawdiirgers dat, 1111111 enrern nen hinzugetretenen Theile des preußischen Staats, so wird er daselbst als ein fremder Jude behandelt, und es giebt so- gar „ern Gebiet, die,e11enm1ige Grafschaft Wittqerrftein, wol- er sich 111-, ]1112 gar 1111111 betreten [affen darf. *
*Das; ein sd1cher Zustand der Dinge dern aUaemeinen Staats- J111ereffe 1111111 311111131, 111 a11genscheinkich. Cs 111111311 11111 dard das Bedürfnis; geltend machen, demselben 1111 Wege der Geseßgednng ab- zuhelfen, 311 dem Ende erging 11111er111 21). “2111111 “1824 eine König: liche Kabinets-erre, welche bestimmte, daß die Provinzial-Stände zu hören seéen, ob und welch1e Vdrsck1l1'1ge s1e hinsichtlich der bestehen: den Gesngebnng 1111er d1'e bürgerlichen Verhältniffe der Inden vor- zubrimen hätten, Die Erlernngen der Stände fielen 111 den 31111- ren 11.24 _ “27 mehr oder weniger dahin 11115, das“: 511111 Besten der christlichen Bedijlkernng 111 den Rechten der Inden Beschränkun- gen erntjreten rrriißten. Sie waren dabei so 111111111111111111 und zum UN- w tref eingreifend 111 die bestehenden 111-«1111111111 Yerhäitnrne deanden, daß die Gesexxgcbnng Bedenken 111111111“ 111111111, MW 111 idrenr ganzen Umfange Folge 311 geben. Dieselbewescdränt'te 11111 daranf, die Verhältnisse der Inden 111 der Provinz Posen dnr111 die Verordnung vom 1. Jnni 1833 311 reqeln und 111 Betreff der Yechte der Juden in den anderen Pr'dvirrze11*ei11§el11e abänderndc Be- ]trmmnngen zu treffen. Inzwischen blieb das Bedürfniß eines aliqe: meinen, fiir die ganze Monarchie geltenden Geseyes desteden. “Dns: selbe wurde je länger desto lebhafter empfunden Und besonders im Jahre 19-11") von Verschiedenen Seiten angeregt. (Zs 111,11“ mittler- 1veile 'seit jenen Erdlärnngen der Provinzial-Stände ein Zeitranin Von zwanzrgZahren versionen nnd 111 solchem manche nene Crfahrnng genmcht. Dre 2111111111611 iiber den 111111111611 Standpunkt der Juden 1111111311 sich geändert, denn es bestand die Generation 1111111 mehr, welcbe die Pro- vmzial-Stände 511 1111'e11 Anträgen auf deren Besebri'énknnq in den Jahren 1824-27 Nrnnlaßt Hatte. Von den 111111 PrevinZial-Land- tagen des Jahres 11141“) erklärten sich fiinf fiir wesentliche Erweiternnq der Rechte der Juden, nnter 11111911 zwei für gänzliche, respektive de'- drngZe Gleichstellung derselben 11111 den Christen. Mit diesen pro- d1n31als1ändischen Anträgenübereinstimmend, sind die Petitionen, wclche reyt dem Vereinigten Landtage zngegangen, 111111111111: die Petition des, Abgeordneten von Gottberg nm vollständige Ausfiidrnnq des Edrktd vom 11.9)11'11'z_15412 und des Abgeordneten Ritter 11111 Eman- c1pa11o1_1 der Juden, ferner die Petitionen der Abgeordneten Möwes, FéWZiUKWNMchi Wächter, Schumann und Werner, 111n völlige Refine 12111111Hech1§11ch11 111 Betten 111111 burgernchen und polrtnchen
T"? GNM??- welche die Petenten für ihre Anträge angefiihrt haben, U"? M UMTS!) selbst einer besonderen 911111111qu 51111111141- werfcn, schl?" M Abthcüung nicht angemessen, weil eine AUerhöchste denselben GEFLUÜNW betreffende Propdsition Vorliegt bei deren “* Z . . „, . , 11?- Z'LUM Berat ung "."? GkUNke und Anträge 111 Betracht qewqen werden konnen“ D"?“ Allerhöchße Proposition bestehend 'inZdem Entwurfe einer Verordnung, dieVe1dä11niffe der Juden detreffend 1'“1 eben bestimmt, dem geschilderten Bedürfnjß der Géeß ebun aß ' helfen. Nachdem also die einzelnen Petitionen verle'sengwareY 13111- die Abtheilung zur Berathung der Proposüion über und w11dg'icZ aus dem Folgenden ergeben, inwieweit dieselbe dé" “2111111 M13“ fünf Provinzial-Landtage von 1845 und den Wünsthen der Fetenten entspricht, inwiefern sie diesen Anträgen und Wünstben gemäß 11 amendiren ist. * * 3
Was zunächst das System, die Ordnung der Ma1erien 111 dem proponirten .Cntwurfe anbetrifft, so sind die Beséimmungen, welche die
„*) Ter betreffxnde Geses-Entwurs und die dazu gehörigeDenk- s ck11" smd in umerem vorgestrigen Vlatte (Nr. 165) vollständikx mitge- a
therlt worden. . Auch haben wir dort aus den umfangreichen Bei gen zu der [esteren nmge 5I'luoszüge in Anmerkungen beigefügt. Ob leich wrr nun drese Bnla en 1111111 111 lhker ganzen Ausvehnung in unser B att aufnehmen konnen, ha en w1r,es doch für angemessen gehalten, die in der Denkschrift befindlrchen Verwnsungen auf dieselben mit abdrucken zu lassen, damit Zeder, welcher dre betrxffende nähere Auskunft wünscht, leicht davon Einficht nehmen konne, wvzu d1e Gelegenheit nieht fehlen wird. D1e Red, der Allg. Pr. Zig.
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bürgerlichen, kirchlichen (dieser Ausdruck wird nur der Deutlichkeit we en gebraucht) und privatrechtlichcn Verhältnisse der Juden be- treZen, durch einander gemischt. Derselbe enthält ogar Festseynn- gen, durch welche die bür etlichen und kirchlichen Verxältniffe zugleich geregelt werden sollen. iese Wahrnehmung veranlaßte die Frage, ob solches zweckmäßig sei , ob nicht vielmehr die bürgerlichen 1111d„kirchlich„e11 Verhältnisse, Wenn schon 111 demselben Geseße, „kaJstetzs rn besonderen Abschnitten zu behandeln wären?
Tre Abthulung entschied sich einstimmig für das Letztere, weil
1) ein gleiches Verfahren in Be1iel1r11'g auf alle andere Staats- Angehörigen 111 der Regel s11'111f111de, dasselbe also Prinzip der Geseßgebnng sei, '
2) die bürgerlichen Verhältniffe der “Juden bereits mehr geordnet seien 11124 die kirchlichen, » 1'11 Bexiehnng auf beiderlei Ver- hältnisse die Geseßgebnnq [1111 auf einem 111 verschiedenen Standpunkte befinde, 1111d ** * die Vermischung beiderlei Verbälnn'sse, die Regniirnng derselben dnrch eine nnd die 11ä111lichc Bestimmung 311 leicht de11N11111111e11 11111 sich führe, daß, indem auf der einen Seite, der kirchlichen, DM Juden mehr Rechte, als sie bisher genossen haben, einge- 111111111, auf der anderen Seite, der bürgerlichen, ihnen wesent- liche Rechte entzogen werden, welche ihnen nach der [rieherigen (Ikeseßgebnng bereits zugestanden haben.
311111 Bela e dieser ihrer Ansicht 1111111111 die Ad1he111111g 11111“ anf cine Haupt-BeJimmnng des (Heseßed, die Anordnung 111111 Inden- s11111f1e11 mit Cd1'pd1'11tio11sreci)ten, dinweisen „;11 diirfen“, 111de111di1*se“.'lr1 ordnung in kirchlicherBeziehung einem wesentlichen Bedürfnis; 1111111111, den Wünschen der Juden 1111111111111, f1'111r1 sie in biirgerlirl1e1 Vem- [)1111g dahin, das; der einxelne Inde seine bisherigen :111'1111e eindiißt, da» Individuum in der Corporation anfgedt nnd nnr lex_xtere 1111 der bürgerli T'en Verfassung der christlickren Smatddi'rrger noch Theil 1111111111. -- es. 1.5 des Geschö.
Den materiellen Inhalt des (51es111-C'11111111rfö selbst 111111111111"?- so war vor allen Dingen der Gesichtspunkt festzustellen, von welchem aus er 311 benrtheilen ist.
In unserem Staate gilt das Prinxip des 9111111511111 dcs Fortscknitts. Diesem Prinzépe gemäß 111111“: 1111) seine (Hesexxgebnng fortbewegen, wenn er 1111111 den dem Standpnnkte heradsinken sell, welchen er nnter den iibrigen Staaten Cnreen's einnimmt.
Die Inden befinden 1111) 1111“ Zeit 1111 Genusse gewiffer bürger. 1111111“ 31011111“, welche ihnen ni1111 rnehr entzogen werden können“, died 11111 so weniger, als sä1111111111“11* „111111 deutschen Bnnde gehörenden Re- gierungen 1111) dazn anddriicknw verpflirlrtet haben, sie 11111e1111rerl1111- ten, indem der Artikel 16 der Bnnded-Akte lnn1e1:
„Die Bundes-Versa1n1nlnng wird in Beratdung ziehen, 11111" 11111“
eine 111111111111]? 11dereinstinnnende Weise die bürgerliche Verbessernlla
der Bekenner des jiidiswen (5311111111113 111 Deutschland 111 bewirken sei nnd wie insonderheir denselben der (Herms; der 11111'11erli111e11
Re1111e gegen die Uedernndme 1111er Biirgerpflielrten 111 den Vrin.-
des «*S111aten 11ers11111ff1 nnd gesichert werden könne. Je_de111 wer-
den den Bekennern dieses GLarrdend bis da[1in d1e dc111elben von den einzelnen Bnnded-Smaten bereits eingeränrnten Rechte er- halten,“
Wenn also die Vcrhältniffe der Juden einer Regnlirung 11111er111orfen werden sollen, so darf solehee1 nur unter strenger Beachtung ihrer bisherigen Rech1e geseheden. In dem größ- ten Theile der Monarehie, den alten Provinzen, gilt das Edikt vom 11. I)iärz 17112. In, denjenigen neueren LandcsWei- [en, in welchen die Juden früher arrdgedeyntere politi'ci)e Rechte genossen, duden sich deren Verhältnisse im Laufe der ; eit denen 111 den alten Prodinwn gleichgestellt. Deshalb ers1111e11 es der Abtheilnnn, 11111 Ausnahme eines einzigen '))kitglieded, 1111- gernenen,
das gedachte Edikt der Priifung ded Vorlieaenden Geseß-Cntrvnrfd
111111 Grunde 111 legen. * ck Bei dem, was dies Edikt zn Gnnsten der Jade,: 1111111111111, darf
aber 1111111 stehen geblieben werden.
Der Vorwurf der Absendernng, welcher den Inden «1111111111111 gemaeht wird, trifft 111111) die C111'1s1e11. Er trifft verzngsweise die Geseygednng, welche dnrch ihre ungleiche Benandinng die ;“;nden nie- derdriickt, 111 den Christen das Gefühl der Snderiorität verddrdringt.
DieNeligidn der Inden diirfte 11i1111§ enthalten, was deantnate nnd der nnter seinem Srlnrßc stehenden ckr1stlick1en „1111'111e nack11ckeiliz1 werden könnte, da mehrere auswärtige Staaten denselben lange selwn alle Rechte ihrer christlicken Untertdanen eingerännrt nnd;11dcrc11 Wieder-Einschränkung keine Veranlaffn11g «efnnden haben.
Von einem Bedenken, welches 111 denReliqierrsgebrä11cke11 seinen (Brnnd 1111111111 könnte, darf noch weniger die Rede sein, weil 11111?!“1 eigene Staatsregiernng demselben 111ck)1111e111*Ra11111 giebt nnd d1e Juden 311111 Militair-Dienste nnd 111 Ae1111ern fähig erachtet.
Was aber den allgemeinen sirrlichenZnstand derselben nndetrrssk, so ist solcher jedenfalls von der Art, das; ihnen eine 111111'd1gereZtel- lung im Staatsverdande anaewiesen werden muß. “311316117 Wer [11111 die öffentliede Stimme, Es sprechen dafiir die Llnträge der fiin Landtage 111111 11445 und die eingegangcncu PENTIUM"-
Es wird also bei der Priifung deö Gesetz- Cntwnrfö 1111111 blos daranf 111 111111111 sein, daß keine Bestinnnnng deffelben hinter dem Edikte 1111111 11.9)?1'1'13 1812 znriiädleibn sondern 111111) daranfBedacht ;11 nehmen sein, ob und inwieweit die den aner1vortdeildaf1en Bestimmungen eine Ausdehnung und Crnwiternng erfahren können.
Wir haben aus dem eben Verlesenen Theile des (5511111111111121 er- sehen, “das; dem Vereinigten Landtage Petitionen Ingegangen sind, welche auf Emancépation oder vollständige Gleiebstellnng der Juden mit ihnen christlichen *))?11bi'1rgern 11erich1e1 sind. Ed könnte die Frage entstehen, weshalb die 2111111ei111ng 1111) nicht zunächst mit diesen Pe- 1111o111-2111tr1'1gen beschäftigt hat, da sie so allgemein sind, daßsie Alles umfassen, was Hier 11111“ zu Gunsten der Inden beschlossen werden kann. Aber gerade wegen dieser Allgemeinheit hat die Abtheilung geglaubt, sich der Erörternng enthalten 311 miiffen. Der Begriff der „Ernanei- 11.111011 ist 311 umfaffend, als das; dieselbe im Stande gewesen wäre, sieh sogleietz ein klares Bild 111111 derselben 311 entrverfen. Es liegt 1111“ außerdem eine Proposition vor, welche alle bürgerl1che11 chbkL- Verhältnisse der Juden berührt und 111111 Gegenstande 111-rer Erörte- rung gemacht werden mußte. Wenn wir 111111 zunächst, diese Propo- sition in Berathung ziehen, werden wir durch anestanwnß der ein- zelnen Rechte an die Juden gewissermaßen svnthetisch zudenrselben Resal- 1ate kommen, zu welchem wir gelangen wiirden, wenn wrr erne-Berathung eines allgemeinen Antrages auf Gleichstellung der Juden mrtdenChri- sten vorweg vornehmen wollten. Daher wird es der Beschlußnahme der hohen Versammlung und der Bestimmung des verehrten Herrn Mgrschakls unterworfen, inwieweit wir uns überhaupt auf die allge- meme Diskussion einzulassen haben. Gewiß würde es zur Abkürzung der_Tebatte beitragen, wenn wir uns darauf beschränken wollten, die Annch1en, Mlche wir iiberhaupt zu entwickeln in Begriff sind, bei den ernzelnen Paragraphen vorzutragen, wozu dieselben vielfache Gelegenheit darbieten. Was den Standpunkt anbetri 1, von dem M Ahtherlung bei der Berathung aUSqe angen ist, so i es derselde, dk" d'? hoht-Versammlung gleich be1 Be inn ihrer Berathung enr- genommen und bisher festgehalten hat. ?Zs ist derselbe, den das
Gouvernement als den feim' en anerkennt. Inwieweit solcher von dem-xeyteren bei der Entwerfémg des vorliegenden Geseyes beibehal- ten 111, wird das Resultat der Berathung zeigen.
Landtags-Kommissar: Der GeseZ-Entwnrf, welcher heute zur Berathung vorliegt, ist mit so ausführlichen Denkschriften beglei- tet, daß alle diejenigen geehrten Mitglieder, welche sich der Durch- [icht dieser Erläuterungen unterzogen haben, so vollständig informirt 16111 werden, daß ich mich auf eine kurze Einleitung beschränken und M* koxtbare Zeit nicht zu sehr 111 Anspruch nehmen darf.
Der Zweck des Entwurfs, so rveit cr 11111 auf die bürgerlichen Verhältniss der Juden bezieht, geht vorzngdweise dahin, die Gesen- gebnng über diesen Gegenstand zu generalisiren, die bestehenden acht: zehn versehiedenen Jr1den:Verfaff11ngen der preußischen Monarchie 11111 einer einzigen, noch problernatischen211113111111111c des (Broßlnrzogthnnrö Posen 111 Eine zu verschmelzen und nicht nur dadurch der Admini- stration eine große Erleichterung zu verschaffen, sondern auch der JU- denschaf1 selbst wesentliche Vortheid zn gewähren, namentlich in der Beziehung, das; sie volle Freizügigkeit erlangen und 1111111 mehr, wie seither, 111 eben so viele Bezirke, als es Jndcn-Verfaffnngen giebt, ei11gezwängt sein wird. Außerdem geht die Absicht dahin, 111 denjenigen kleineren “Zandedtheilen, 111 welchen der Druck der mittelalterlnhen Juden Verfassung noch besteht, den Juden diejenigen Vortheilejznzn- 111-enden, wende sie bereits 111 dem größten Theile der Monnräne se11 länger als dreißig Jahren genießen, In Beziehung auf dre 531111115- Verdnltnisse geht der «Zweck des (Keseyes d1111111, diese VNVÜÜMUÉ- wende theils 11111“ 1111111, theils 1111111 anf 1*e1)tlic11e11 (Brandlagen Ik" ordne1 sind, 311 ordnen und anf rechtlichen GrundlaZcU JU bÜsUFU- ,
W115 111111 die biirgerlieden Verhiiltnisse der YUM" [WMW- 10_ 11111 das Cdik1 vom 11. März “1812 dem O_vrlregendcn Entwurf 1111) “2111111111 gcdien1. Ich glaube nieht „A"! k)?" ADUsUWÖ “Us"- 111erks11n1 111111111111 111 111i'1ffen, in rveledern „11111 dre JUL)!!! ZU Uk „Zeit, als dies Edikt erlassen wurde, * 111 der „pre11s111111en Me.- 111111111e befanden; 111) glande 1111111 hervorheben 111-durfen, welche “111,11" wesentlr'che Verdesserrrngew11111111 dreses Ed1kt, f11r' ÜL herdergesnhrt wnrden; g;; geniign 11113111111111'11,_ das;,dad Ed111 dre Inden 1111111111 1111411111111" Verhälrrrinen, _drd 11111 weinge Vordedalte, den 1111'11111111111 Eirnvohnern völlig gle1111ge11ellt 11111, 3211111 1111111 lange 1111111Erla1; dej- selden dnrch die r111111111-111dige11 Creigrnne der Jahre 11113 nnd 11111 von den friiher verloren gegangenen Provinwn mehrere w1cder 11111 der 9)?1111«1r1'l11e vereinigt und nene 1111151111efiig1 waren, lag es 11111111“- 11111 nahe, die diirgerlirben Verhältnisse der Inden 111 der gnnzen M11- 11111'1111e gleiclnnäsxig 111 ordnen. Bekanntlich legte nder d1ede1111111e Bnndedakte insofern ein Hindernis; 111 den Wen, a]s wiede dre 1 rd- 11111111 dieser Verhältnisse fiir 111111111111111e Bundesstaaten _in “21112111111 ge- stellt [1111112 Cd 111111';1e 111111 der Erfolg dieser anage angJVIkkU werden. ?Zelrhe Hindernisse es geweskn sind, die der “21116111111111111 dieser "2111111111 en1gegengetre1en sind, glande 1111 hier 1111111"111111'1111111e11 311 diirfen“, es wiirde nnßerdald des Bereiches der gegenwartigen *Der- handlung 11141111. 91111" ald 1111'1'111's111einlich kann 1111 bezelck1ßx1w MÜ!" mehreren kleineren Staaten 11111 so 1111111e1111ende 211112111111!!!“ k?!“ YFU“ de1werfass1111gen gefnnden Haden, dns: 1111111 d111'_111 e1ne 11111111e1'111111dltcL1c Scknvierigkcif der C1nf1111rr111g gleiännäsxiger Bennnnrnngen snr [111111111- liche Bandesstaaten erkannt hat. Als der_Ynnd Uchwreg, 111111111 11111 die legidlatoriftde T111'1'11gt'e11 anf den prenßqelnn 15111111, 31111111111e11den und es geschah dies sehr bald nach 311111111111 der “])1'1111111311'117»:rande. Cd wnrden 111 den Jahren 174211-27 derneiden „*),31'11111111111111111 111 Beziednng anf die Gestaltung derdi1rger11111111 2111111111111"? kk!" ynden vorgeiegt; die Gntaedten, welchc erfolgten, 111nren_,1edr adrvendend von einander“, darin stimmten sie aber iiberein, das: 111" nene V,“;WW“ 1111111111 der Inden ;11111 S1111115 der Ve1*1'e111'd-_1111_d C1“111e1“d1-De1*l111lt- nisse der ck1istlichen Einwohner forderten. Yerjelbe Paragradd der dents111en Bnnded-Akte aber, welchcr erne Gle1ckste11nng-der Juden- Geseygednng fiir sämmtliche Bundedstnnwn 111 ?l11d]11111_11e111e, derne vorgesehen, daß die. den Inden 111111 111121111811 YUndeortaaten dereits cinqerärnntenRerhte 311 1111'111171211111111e11 1111111 geandert 111e1“d1*11111_1l1_e11. 1:19111 Verletzung dieser 2311ndedbestfn11111111g konnte also dre prcnßrnbe (Hßsetgqebnnzj 1111111 11111“ den einstinnnend geänderten Wnnsw dereprdu vinzialZ-Stände eingeben, nnd es dlred dader, wenn 1111111 11111 1111111 111 Vollständige Opposition 11111 den Ständen 1e13en wollte, 111111111 Anderes iibrig, als die S11111e anf sich dernden, als die Zeit walten 111 lamen. Die Zeit [1111 gewaltef, meine „Herren! Es sind 111e111 als 21) Jgnxc (“1111111 Jesenwnnden, nnd es [1111 fill) die 9111111111 über diesen Gegen- stand seln“ 1111111111111) Verändert, eine Veränderung, die wenigstens 111111- we1se anf einer Unrgestnltnng des ;Fnstandes der Juden berndt, was besonders 111 denjenigen Bundedtdeilen, 111 welchen die (Reseßgednng 1111er Entwickelnng 111 intellektneller nnd ko111111er51eller Hinsicht kein Hindernis; 111 den Weg gelegt [)111, sein' dentliel) hervorgetreten ist.
'In Folge dieser Umgestaltung haben mehrere Provinxinl-Land- tage selr weitgehende Anträge in Beziehung auf anderweitige Ird- 1111111'1 der jiid11'111e11 Verhältnisse im entgegengeseyten Sinne als der 211J1111re11 ges1e111; es liegen der [111111111 Versannnlnng eine Reihe von Anträgen auf gänzliche Enmnxipirnng der Juden vor, und 111111) die Adrdeilnng [1111 sich 111 ibrerMajorität einerndahinzielendenYrin- xide geneigt erklärt. Die Verwaltung diirfte sick) daher gegenwartig 111 der entgegengeseßten Lage befinden, 11113 11111“ 2!) Jahren, wo ne die Verhältnisse der Juden derbeffern wollte und die Stände das Ge- gentdeil verlangten, während jetzt die Prrwositionmrder Verwaltung hinter den Wünschen der Stände ;„11riickxr1bleibe11scherncn. Doch wrrd 111 dieser Beziehung die Differenz und Divergenz kerne bedeutende sern.
Ich habe schon hervorgehoben, das: das (Bescß vom 11. MW 1812 als Grundlage fiir die jetzige Proposition gedrent habe“, es sind aber iiber die Bestinnnnngen desselben hinaus den Inden nene Rechte 111- gedacht, namentlich 111 Beziehung auf den fiir sie sehr 11111111111111 Pnnkt der Glaubwürdigkeit bei Eiden, in Beziehung anfdie BeschränknrNen, welchen sie deimGewerbeverkeln seither rwel) 11111erl_11_c1e11, nnd 111 Be;- Zielning anf die ?lnstcU11ngdfähigkeit 1111 S111111dd_1e1111_e, Verglrchen 11111 dem Zustande, welcher seit dem Jahre 15412 11111111) bestanden 11111. Die einzigen Beschränkr1ngen, welche nach den vorlregenden Pro_1.11111- tionen bestehen bleiben sollen, griinden sich auf das Prrnztp, da]; der preußische Staat ein christlicher sein und bleiben wolle, nnd daß es demnach 1111111111111 seheint, n€ch1 christlichen Bewohnern dre polnischen Rechte „111 geben und ihnen obrigkeitliche Functionen a11z11vertra11en..
Zn Beziehung auf das Corporationdwesen 1st 121111 der Abrhe1-- 1111111 das Bedenken hervorgehoben, daß sich sdlche "Ut U'ZWM Klick) auf die bürgerlichen Verhältnisse bezögen. Heraus Muß ich bemer- ken, daß die Basis dieser im Geskßk PWPPUÜU', CVL'PNTZUVULU lk- diglich der 511111116 ist, daß sieh der Entwnrx 111 dreserYezrehnng den in ganz Deutschland bestehenden Bcrhaltnrffen„anschneßt, daß“ erne chalisirung dieses Zustandes, Me 1ch gla11_be, nberall als Bedurfnrß anerkannt wird, und daß, wenn auch Wenrge emzelne Vestnnmungen auf eine bür erlichc Wirkung dieser Corporationen hinweisen, dtese theils fakultativ, theils unbedeutend sind, theils auf die noth111e11digen Verbindungen zwischen den bürgerlichen und Kultus-Vcrhältniffen be- ru en.
h In Beziehung auf das Großher ogthum Posen hat es nichtun- bedenklich erschienen, die völlige GleicFstcllung der Juden mit denen der übri en Provinzen schon 1th auszusprechen, einestheilS, weil das nu- merKche Verhältniß der dorti en jüdischenBevölkernn gegen die iibri-
en VZProvinzen so sehr abwei 1, dann aber auch, wei ein Theil die- ?er evölkerung in Beziehung der Bildungsstufe rhren Glaubensgc-
troffen 111 den anderen Provinzen sehr nachsteht, während das daselbst bestehende Spezial - Gesey, so weit es fich hier beurtheclen läßt, bereits giinstig auf die dortigen Verhäléniffe, namentlrch dahin gewirkt hat, daß der ärmere Theil der jüdische11_Be- völkerung in seiner Bildung und 111 seinem sittlichen Zustand vorgeschritten ist. Ob aber schon jexz1 der Zeitpunkt eingetreten sei, das Großherzogthnm Posen in dieser Beziehung mit den anderen Provinzen gleichzusteUen, ob es namentlich zulässig sei, die damit 1111- zertrennliel) verbundene Freizügigkeit auf die jüdische Bevölkerung des Großherzogtlnnns auszudehnen, das erschien besonders 111 Beziehung auf die angränzenden Provinzen nicht unbedenklich. Es wird aber gerade 111 dieser Riicksicht dern Gouvernement von Wichtigkeit sein, da:» Yotrnn der Stände-Versannnlnng zu vernehmen, 11111 danach zu bemerken, 1111 jene Bedenken Hinlänglich begriindet seien oder nicht. Was denjenigen Theil des (Heseßes betrifft, welcher die K111111z-Ver- hältnisse behandelt, so behalte 111) 1111'r 11111“, bei Berathnng der einzel- nen Paragraphen diejenige Auskunft zu geben oder dnrch den 3111111- 1111ffar111s der geistiichensc.?lr1gelcge11l)eire11 geben 311 11111111, welche von dieser Versammlung gewünscht werden möchten.
Marschall: Tie Abtheilung 11111 in 11111111 G111nch1en znerst eine formelle Frage anfgestellt, 111111111111 die: ob ed 1111111 zwerkrnäsng sei, die bi'11'ge1'11111e11 11nd kirchlicke11 Verhältnisse der Inden 111 beson- deren Abschnitten ;11 Verhandeln. Diese Frage wird sich 1111111 eher beantworten _111ssen, 111511113 wir auf die materiellen Bestiinrnnngen eingegangen 1ein werden. CH 111 Von demHerrn Referenten derVdr- 111/111111 gemacht worden, von der allgemeinen Besprechnng adznseden nnd 13111111 anf die einzelnen “_px11'agr*11111,1e11 e111311ge11en. Ick hade 1111erd111gd 1111111 die “2111111111, iiber das “„Allgemeine nnd die (Brnndsäße rrgend erne Jme ;11 stellen“, 1111 Jeder wird 1111) aber, wenn wir 1111“ Be1111tw111'1111111 der einxelnen Jrngen konnnen, iiber die (Hrnndséilze eine k).)ke1nr1ng ged1lde1 duden injiffen, und dadurch wird eine allgemeine Ben'reehnng nnr sd 1111111“ 1111111i11 sein. Da mehrere Redner fiel) 311 e1ner 1111111en dereitd gemelder 111111e11 und 111) idnen 1111111 das Wert 311 entxieden 111111111111“, so werde 1111 sie nach der Reihe anffordern. „Fuerst gebe 1111 dem Herrn Abgeordneten don B11la 1116 Rerreferenten das Wort.
__ Iidrreferent 111111 Byla: Z(Lwn in dern Edikte dem 11. 5111111; “1812 ist 11111“ nnd dentlich die Zenden; ausgesprochen, d11r111 einen näderen "211111111111“; der Inden 1111 die Cdriften die Juden 511 veredeln, ihre sepa111111111111e11 (Besinnnngen 311 dertilgen nnd sie dem Staat 1111- 111111“ 1111151111111" ;11 11111111en. TieseTenden; "11111 das (3,51111111'1'111111e111 1111111 YMWM Verfolgt“, 1111 Jadre 114241 erswien eineZillerdönn'ieKadine'td: *» WU?- ,datirt 1111111 LL). 9111111, worin angeordnet ist, daß särnxntlirde “.Pl'WZUlzral - Irrndtage 1111111111“ gedört werden sollen, 1111 nnd wende Vorndlage sie [1111111111111111 der destedenden (15ese1311ebnng iiber die diir- gerlrehen Yer*l)1111*n111e der Jnden 111111111111nz1en, “Leider erfolgten hier- ÜZWM kW 1*1111)1*e!1 “11421 »»“ 1112)“ keine giinstigen Erklärungen 111111 che11e11|der71111111111111111'111nde, vieln1el1r sprarden 1111) dieselben 1111'111' oder„nnnder d.1_11111 111111, dns; allerdings 1111 Interesse der 1111“ij'1[1111e11 BedelkernngCi11s111r1'1111111111e11 in den Rechten der Inden st111tfinden 11111111en. _L1e (Heseßgednng 1111111 11111“ diese Vorsrdläge 1111111 vollstän- d1g e1n, sendern 111d111é1e nur in Posen die dortigen “Wer'l111'l1111ffe der Inden dnrch die Verordnung vom 1. 311111 111513, wogegen 111 den irdrrgen Provinzen 11111“ eindelne einschränkende Bestinnnnnqen erfolg- ten. »Urwerkenndar1111er [1111 11111 von jenerZeit 1111 der Zustand der Inden dedenfend verändert nnd gewiß Verbessert. Hierüber "11111 1111) dre ch.11111111e des Volks 111iederh1111 111111 ausgesprochen“, aber auch im Jadre 174-115 erklärren sick) sehen von 8 Provinzial-La11d1age11 5 für wese11111111e Crweiternng der Rechte der Inden, “.? darnnter sogar fiir 1111111111111'(111e1chs1e111111g derselben 11111 'eenChristen. De1nzr1folgesche1111 der in Rede stehende(IkeseH-Entwnrf nns gegenwärtig zaneratdnng vorgelegt _:,11 sein. - ('Hewis; mit Freuden begrüßen wir 11111, 11111 bei dieser Gelegenheit 1111111 11111“ einen Akt der Billigkei1, sondern 1111111 der Gererbtigkeit gegen unsere jüdischenMitbürger erfiillen 311 können. -- Ich glaube «der aneh, daß wir gleich1e11ig d11d11rch die Wodlfaln't unseres Staats fördern werden. _ Bei Beurtheilnng des vorliegen» den Gegenstandes fteilen fiel) 51111141derst im Allgemeinen Zwei Haupt- fragen [)erans, einmal, ob die Versannn'lnng geneigt ist, sofort eine 111111111111e (551e11111'1e1111ng der Inden 11111 den Christen in Unserem Emine ;11 defi'rrnwrten, oder ed es 111111s111ner erseheint, durch einen 11111111111111'11 Uebergang den Weg d11111 1111111b111111en, 11111 1111111111111 eine vollständige Ansgleirdnng stattfinden lassen ZU können. Ick 1111111 1111111 nnr ftir die le131e1e 9111111111 erklären, und zwar aus dem (55r1111de, wen 1111 glaube, das; dndnrch anf einem sichereren nnd rndigeren Wege die w1111s111e115111er111e Gleichnellnng erreicht werden wird. Meine .Herren! Wir können bei Berathnng nnd Benrtdeilnng dieserJragen 1111111 allein von unseremStandpunkte ausgeben, nein, wir niiiffen hierbei 1111111 die Stimme “des großen Volkshanfens der11111111111ge11, die Stimme derjenigen, die weniger ge- bildet, weniger anfgeklärr sind, wie wir“, Sie werden gewiß 1111111 verkennen, das; noch in manchen Theilen unserer “.Ukor1arck1ie große Vdrnrrdeile gegen die Inden eristiren. 9111er keineswegeö wünsche. 1111, das; d11r111 e1ne11 solchen allmäligen Fortsän'itt den Juden Rechte, 111el111e 11111en fi'11111111 gegenwärtig sclwn zugestanden werden können, vorenthalten werden sollen, nnd 111) glanbe, das; 111) Jdnen bei der spexieUen Berntdnng des Gesetzes beweiéen werde, das; 1111 dieses bei meinem Vorßdlage keinesweges beabsichtige. Gewiß 1173er ist ed 11111)- smn, das; 1111111 bei einem so besonders wichtigen Sehritte rnitVNsicht vorgeht. 3111 1111111 1111111 11111 mehreren sehr gediegenen Inden erst neuerdings hieriiber Rücksprache genommen, und sie theilen 111 dieser Beziehung rneineAnsicht.»Was die Fassung des VornegendenGeseß- Entwurfes detr1ff1, so [1111 fiel) die Abtheilung einstimmig d11n111 ein- verstanden erklärt, das; die 111'111111'111'11 Verhältnisse von den (nirgerlichen darin getrennt behandelt werden. Tic (“*-:1'1111de dazu sind 1111 (35111- 111111e11 ausfiihrlich angegeben, und ich bin weit entfernt, 111111) dariiber 111111) besonders 1111d§11spre111e11z ill) hoffe vielmehr, das,“ 111111) die Ver:- sannnlnng 11111 damit einverstanden erklären wird, indem die Zweck- 11111s11111e11 dieses Verfahrens 11111111 1111111 311 verkennen ist. -*- Wenn 1111er in dern (551111111111'11 Sei1e 5 angegeben ist, das; die ?lbWeilnng, 11111 Ansnadrne einer einzigen Stimme, sich dafiir erklär1, bei Bern- 1'1111ng dieses (Mesen-Entwnrfeö das Edikt 1111111 11. T))éärz 11112 311 (Munde 111. legen, so bekenne ich, daß ich diese 111111111 Stimme 11111, und 111) «lande ed schnldig 111 sein, Ihnen d1e Griinde fiir meine Ansicht, die 111 dem (5511111111ten 1111111 bemerkt sind, hier 11111511111e11e11.
Erstens gilt das Edikt dem Jahre 11412 nur fiir die älteren Provinzen der J.)?onarchie, wogegen für die 1'1drigen Theile derse1den ganz verschiede11ar1ige gesetzliebe Bestimmnngen eristiren; 1111“ diese wiirde also offenbar das Edikt nicht die richtige Grundlage sein. Zwe11enö (1111 111111) das Edikt 111 dem Rechtsznstande 'der Inden eine nicht unbedeutende Lücke gelnffen, indem es gleich im Eingangs 1111:- okkllxk, daß durch dieses Gesekz alle friiheren “Vorschriften 111 Betreff ÖA" “IFW?" auchhoben sein sollen, insofern sie 1111111 111 dem Cdikte ansdrncklrch, ansgenonnnen Worden. Nun sind aber 111 diesem Cdikte nur die l_1nrgcrl1chen„Verhältnisse der Juden regulirt, dagegen das KUUUSWMU 1111be111chnch11gt gelassen, und eine Folqe davon ist, daß sk“ dern Zahl“? 181.9- UUL große Reqellosigkeit 111 *den Kultus-Ner- hältniffen der Juden eingetreten. D1111e11s endlich halte ich es über- haupt nicht für erforderlich, ein bestehendes speziellesGeseß bei der Verathung 311111 Grunde zu legen“, „denn der §. “1 des Gesey-Entwurfes sagt ganz allgemenr: Neben glcrchcu Pflichten sollen djc jüdischen
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Unterihanen auch gleiche Rechte Mik den „christlichen Unterthanen ge- nießen, und nur diejenigen Ausnahmen hrervon sollen in dem vorlie- genden Geseye aufgenommen werden, wel_che,gegenwä111g noch im allgemeinen Staats-Jnteresse erfo1'derlt_ch e_r1cheme11. Diese AUSnah- men können sich aber nur e111Wedek 11111 unjere g_egcrrwärtigerrZeitver- hältnisse beziehen oder auf dre ganze bestehende Gkseßgkbltng desStaates 111 Betreff der Juden, 1111d-W1r werden Jewrß bei richtiger Würdi- gung dieser Verhältnisse, dieser Gesch finden, welche Auénahmen 111111 gegenwärtig noch aufrecht zu erhalten. Wenn wir aber eine nachhaltige Gleichstellung der Juden 11111 den Cdrnten erreichen wol- len, dann halte ich fiir durchand nothwendig, znvörderst die Haupt- Schransen, welche jetzt noch 5w1sch1n den Inden nnd Christen in 1111- serem Staate bestehen, niederznrerßen, darnrt wir ein freies T*.rrain erhalten, 11111 hierauf das neue Gedaude erncknen nnd fiir die Juden eine neue Verfassung gründen zu können, 11111“ solche Schranken er- kenne 111,1 nennentlich folgende: cr1terrö,die bestehenden besonderen Corpora1ions-Merhältniffe der Judewrn bürgerlicher Beziehung; zweitens die besonderen öffentlichen (5111111111 für die Inden nnd dr11tend das Verbot der Ehe zwischen Christen nnd Inden. Bevor wir diese Harwtschranken nicht nicdergerinen duden, glande 111), wird eine jede Gleéchstellnng der Juden n111 den Christen hinsichtlich ihrer diirgerlirben Verhältnisse 11111“ scheinbar-nnd dem allgemeinen S11'11116- Interesse rnehr nachtheilig ald vor111erll11111sein. - 3111 behalte 11111“ vor, iiber diese drei Punkte bei der sdepellen Beratdnng des (Be- selzec» meine Ansicht näher audznsprechen,„indem gegenwärtig nnr der allgemeine Thexl 1111“ Berathnnn 11e1tel1t 111.
Marschall: 3111111 11111 1th Herr von “Ianddderg das Werk wegen einer persönlichen Bemerkung?“ „ _
“Zldgeordn. 111111 Landsder 1191511111111 11: Von dem Redner, der so eben die Tridiine verlassen ist, 111 11e1'11g1 werden, das: derselbe die einzige Stimme in D:!" Abtheilnng gewesen se1, die sich dagegen ansgesprochen habe, das; das Edikt 1111111 11. Mär; [1412 ;" (Vrnnde 511 legen sei. 3111 glande bemerken 111 diirfen, das; 1111 diese einnge S1in11nc war,
((HkläckÜcs.) “L“Zenigstens 1111111 1111 die Uederzeugnng, das: 1111 es war, nnd 11111veis: 1111111, 1111 1111111 Nenne 1111 Protokoll 1111fgefi'111r1 werden ist. Ich will die (Brände, die 111111) veranlaßt haben, dagenen 511 stimmen, 1111111111- ren', 1111 glanbe aber 1111111, das; der jetzige “1111111111111 daxn geeignet ist*, 11111 eine Beriebtignng aber werde ich [1111111 nriiffen.
Abgeordn. don Bnla: Ick bernfe 111i111 11111 den Herrn Refe- 1'1'111e11, dariiber, das; 111) mich gegen denseWen 1111 dem ersten Tage, wo wir die Berardnng des Entwnrfd 111 der Adtlwilnng dergeiwnr- 1nen, nndfiiln'lin) dariiber andgcsprorden, dns; 1111 1111111 nieht damit ein- verstanden erklären könnte, daß das Edifr 1111111 “11. März 17412 dei der Priifung des vorliegenden Gesetzes “,n Grnnde 111 legen. Wenn 111111 der Herr Redner diese “2111111111 1111111111, so frent es mich, das; wir in dieser Hinsicht i'1bere1111'1e1'111111111 duden!
Referent Sperling: “Oer §11eferent 1111111111 dndnrck) 111 die iibelße Lage. Es 111111111“ Weinen, als sei sein Referat nngenan nnd 1111111111 dern 1111111 111. Zei) glaube, der Streit, der 11111 zwischen beiden Her- ren 11111 die eine Stirnrne er'e-oden hat, wird 1111) hier ohne die Ver- l1i1ndlnngen der Abtheilnng schwer errts111e1den lassen, nnd 111) schlage der, wir überlassen 11111 denselben allein.
Marsck1all: Da dieser Gegenstand fiir die Bcrathnng 1111er- heblick) ist, so werden wir dariiber hinweggehen. ,
Adgcordn. Plagemann: ?Neinc Herren! In der Stadt, d1e 111) 311 Vertre1cn habe, sind schon seit langen Jahren die Juden zu S1adtderordne1e11 und ähnlichen städ1ifche11 Aerntern gewählr worden„ und sie haben ste1s ihrePflichten tren und gewissenhaft 81111111, 1111dde1 einern Aufrufe 3111“ Wohlthätigkeü waren sie nie die LeH1en. Ich habe noch vor wenigen Tagen Briefe ans 111e1nerHein1at erhalten, aus denen 1111 erfuhr, daß ein jüdischer Kaufmann Getraide 311 einem sehr billigen Preise 1111 seine armen “))?11111'111'1er Herkunft 11111. Meine .Herren! Wo die Juden so ihre Pflichten erfiillen, 1111111 1111111 idnen keine Re1111e vwrenthalten, nnd 1111 111111“; also fiir dad (15111111111611 der Abtheilnng stirnnren.
?lbgeordn. Sch 111111111 11 (wird von der Versnnnnlnng 11111 Nei:- lesen gehindert.)
Marsckmll: 3111“ Erklärnnn dieser Sache 111111“; 1111 daran er- innern, das; die Bitte ?111 S1. *))?ajestät gestellt werden ist, das I)ie glernent möge die Bestinrnrnng erdaiten, daß diejenigen, 111111111 der dentsche11 Sprarhe 1111111 reeht 111111111111 sind, ablesen dürfen. Wenn der Herr Abgeordnete selbst erklärt, das; er der dentsrhen Spraede 1111111 111ä1[)1ig sei, so wird die Versainrnlnng diese Beftinnnnng 11111111 1111 stimmig gelten lassen.
Lidgeordn. Schuman 11 (liest die Rede):
Meine .Herren! _
Ick 11e1111're zn denjen1gen, welche auf nnsereni j),"11111i1111111.-L1111d: tage die Cnmneipatidn nnserer Inden verfdedten, welehe [11er d1e 11111- 11111“ (1311111111111111111 aller Inden 11111 den Christen beantragt 111111111: Darum sei es 11111“ vergönnt, ln'er einine Worte -- - einmal in Betreff der posener Inden insbesondere -- sodann in Betreff der 1111 (Zöejexx- Cntnnrrfe a115111's111'11111e11en T)l!:ds1'11li1*s;1111;.1 aller von beinahe 1111111211111- 1er11 - einer hoden Versannnlnng 1.1111'311111'1111'11. _
Zn ersterer Hinsicht, 11111111111 was die Bestinnnnngen ded Qnt- wnrfeö 1111 9". 14 nnd den folgenden iiber die posener Inden ande- trifft, so will und 111111111111' e111,111re1chender Grund fiir den dort 1111;- gesprochenen Unterschied 1111111 e1nle11ch1e11. Man Wird 1111111 eKb drejer meiner “2111111111 311111 wenigsten kerner Befangendert ;erhen. “9111 war 111 meinen jüngeren Jahren ein Gegner _der Inden nnd gejtedeeö 1111 dieser feierlichenStelle gan; offen, daß 1111 nnchxdainnlö 11e1111111111, von meinem Vorurtdeil gegen sie :,11r1111gef11111men- 11111. Jeb 1111711; es wohl, das; unser (Uros;[)erzogtlnnn beinahe dre Halste 1111er,Z11de11 der 11an;en Monarchie zn 1111111 Bewohnern 1111111_; 1111111 will 114.1 ed" 1111111 111 Abrede stellen, das; ein großer Tdeil 11111e1*1*1*_Jnden 111-:111111111111 anf Bildnng denen der iibrigen Landedtdeile nachsteht. Nndwdend; weniger spreche 111) so meine innigste Ueberxe11gn11g 11116, da[; sie d1e dureh den (_55ese15-E111W111f bezweefte ;Fr1r11ckse1311ng 1111111 verdienen.
“Las G111ach1en des Ansfelnrfseo Seite Z.“) spricht sich hieriiber s1111s11*11 111121. Wenn nnn dad Gorwernernent selbst einrännrt, das; die Verordnung 1111111 1. Juni 1837 die Inden 1111 Großl1e1111gtl1111n ge- lwden, so darf iel) einen Widersprned d11n111 darin finden,
* das; 1111111 sie dessennngeachtet 11111111se13en will.
„13111 jeneVerdrdnnng so 11wl7111111'11geJ11111e11 gehabt, 1111111111111' daran» weiter folgen, daß der der Verordnnng vorangehende Zustand ein Instand war, den nnsere Juden 1111111 vers111111de1 haben, sondern das; derselbe dnrch ihre bis dahin gedrückte Stellung bedingt war.
Weg also mit fernerer Beschränknng! Man s1elle sie den iibri- gen “Juden 1312111), und sie werden sich dieser 111111 11ickt mehr 311 ver- sagenden (Zkleichstellnng werrl1 und würdig erweisen.
In meiner langjährigen Erfahrung habe 1111, der 1111 imnxtten von kleinen Städten mit 311111111111“ jüdischer Bevölkerung wohne, Ge: legenheit gehabt, sie in meinem Vaterlande näher kennen zu lernen. Ich habe gefunden, daß sie, was Sittlichkeit und Bildung anbetrifft, im Allgemeinen unserer 111ris111111cn Bevölkerung nicht 11ach11e11e11. Sie sind, so wendet man ein, versebmißt, sie sind dem Schacher, dem Wucher ergeben, sie 111111111 hiermit den christlichen Bewohner zu Grunde. Ties befürchte ich nicht, denn 1eb1 es auch allerdings schlechte Juden, so giebt es dergleichen Subxekte auch unter anderen
Reli ions- und Stammgenoffeu. Taran 111 aber weder eli ion nochgAbkunft schuld. Der bisherige gedrückt? Zastand der ZYenger- klärt Alles. Erlangen die Juden dasjenige, was ihnen von Gottes und Rechts wegen gebührt _ Glerchstcllung mit den übrigen Bewoh- nern des Staates - so werden schlechteZuden eben so gebrandmarkt unter ihnen selbs1 dastehen, wre es bei den Nicht-Juden der Fall ist. Beiläuftg gesagt, darf mehr unerwähnt gelassen werden, wie die Juden viele gute E1gcnschaften haben, Welche ihnen die Christen ablernen mögen; dere11Nnchterr1he11, Sparsamkeit, Mitleiden für ihre Arme und Kranke smd 11a§1ahxrnungswerth, _ Werden sie den Christen gleichgestellt, so werden ne nch 1115 deren Mitbürger 0111- sehen und wahre Nächstenliebe auch gegen drese uben. - Ich meine, daß wir die beiden Hanpt-Gebdte: " _ „Liebe Gott und deinen Nachnen“ , ,
diese beiden Grundpfeiler des Christenthums, -- 11115 dem Juden1hum herhaben, und wir handeln nicht chJstliw, wcnn wrr-dre Indendezrum zurücksetzen, weil sie Juden sind. “Stk waren und find 11111crc nachste Nächsten. , ,
Möge mancher Christ 111 Folge der Glerchstettnng *- und M11 er, wie 1111111 sagt, 1111111 so_verschmixzh so gescherdt see wre der Jude - bei dem Uebergange des Leyteren in ern gljerches L*er'haltnrß 11111 den Christen in Nach1he1l kommen. Es kann dies der'J11l1aller*d111gs sem. “.'lber [1111 die bisherige 11111ergeerd11e1e Stellung dergleichen Uebelstande 1111“ Folge gehabt, so darf ich dreist behaepten, dax; gerade dre Gleich- stellung dergleiwen Uebelstände beseitigen wird. Denn „der Mensch, welcher seinen sittlichenWerth urn so mehr fühlt, als er außerirch 1,111d 1111111 (Lkeseye anerkann1 wird, wird gerade darum eine höhere stttlrche Würdigung 111 erstreben bemüht sein 1111 Herxen und 111 ,Thgten. ,
Die Geschichte [1111 ed" anfdervahrt, " wie 111) dres 111 merncr Petition näher ausgefiihrt, daß die "Juden in den erstenZahrhnnder- 1:11 der cl1ristlichen Zeitrechnung 11111 den Christen gleiche Rech1e und Ehren genossen. Sie waren also dessen werth und werth befunden 111 einer Zeit, als eine andere:)Teligion -- 371111116111611111'111) sagen"- 1111 die Stelle der idrigen 11111. * Co lebten also Christenthunr und Jndentlnnn friedlich neben einander. Liese Thatsache steht, wre ge- da1111, geskdiedtlich fest, nnd ed wiirde 11111“ nicht schwer fakten, denBe- weis 311 fiihren, das: ers1d11nn -- als es eine herrschende 5111'_chc 111111 -- es aneh beherrschte, unterdrückte Kirchen gab„ woraus 1111) 1111111 111 Bexng auf den vorliegenden (köegenstand garleed, wo mehr Alle), erklären 111131. _ ,
Jil) [1111 Christ und gedöre der Kirche an, deren „121111111 111 der [enten Zeit auch 111 Riicksiebt der Nichndrinen, der Juden indbesonderc, 111 seinen Verordnnnnen nndHandlungenGrundsätze «116111111111, Welche 111) [11er mit meinen schwachen Kräften 311 wertheidigen suche, und 111) wiirde glanden, die Pflicht eines Christen nicht 311 erfiillen, 11118 cs 111111 ist, wenn 111) hier meine Stimme 311 (Hnnsten derje111gen * de- ren Väter unsere Vorgänger 1111 (551111111111 1111 den einzigen Go1t wa- ren 111 erdeden Bedenken tragen sollte. Lies 111 Bezug a11f111e111e dosener Inden. _ „ . ,
AÖJWWU. 111111 (51o11derg: Als ich rnerne „den vorlregenden (ßöeqenstand betreffende Petition einbrach1e, grng 11_1e111 Antrag dahm, da;; Edikt vom Jahre “1812 auf die ganxc prcußnchc Mormrcl11cMan- gewende1 nnd die darin 1111erf1'1U1 gexaffenenBesximmnngen“ausgesuhrt 311 sehen. Nachdem seit diesem freirinnrgen Gexeye ernZertranrn 13011 :15 Jahren verfldffen war, konnte ich “mcht a1111e11K111e11,7daß d1c Re- qiernng eines S1aa1ed, we1cher_der Smax der ;zntewJenz und des Forrschrittes genannt wird, beadrichtigcn wnrde, em Ge1e13 “511 erlar- sen, “in welchem noch sthärfcre Abiondcrnngen [)erbkigefnhrt werden
so111en. Ein selched Gesetz hätte 11111 311 11111“ rnit den Jo1dernngen und dem Geiste der Zeit 1111 1111111111111»: erschienen, und 1111 habe ed fiir Hundt - Aufgabe der Gesetzgebnng 1711111111211 , mit dern Geiste der Zeit in Einklang zu bleiben. Der vorlie- qende (Tkesetz .- Cntwnrf (1.11 1111111 vorn" (Hegentbeile 1111813811111; er 11111 11111“ die Ueberzengnnq verschafft, das; 1111erd111gs eine s111111'fere Adsendernng der Inden beabsichrigt werden 111. 3111111111 1111111 1111111be11, 1ne111e .Herren, das; nnter Z(111e11_e111e Sympathre 1111 diese Bestinnnnngen, welche einen offenbaren :11111111111111 enthalten wür- den, 8111“; fassen könnte. 3111 kann dies um so wentger 111-anden, als 1111 vollständia die Motive 111 einem derartigen Rijcfychrut Vermißt bade. Ed därte 111 der That eines diindigen Nachweises bedurft, daß Inden 111 idrer intellektuellen nnd rrroralt'srhen Ausbildung 111 diesen „';-“1 Jahren 1,11riickgegi1nger1 sind. Ein solcher Yachweis 111 nicht ver- s111111, viel weniger gef1111r1 werden. Denn dax; _ed nnter den Juden 1111le1111e Bente giebt, 1111111 für 1111111 kein Grnnd 16111. Ick ,habc 111ch1 111'11lr111111, das; die (Löeseygebnng ihre Grnnd1i113e von dem jehlechteren T11e1le des Volkes abnehmen nnd auf den besseren anwenden müßte. Mit dem (55111111111211 der Abtheilung 11e11111e_1ch daher an„ daß das Méni- 11111111, was den Juden gewährt werden 111115, 111 dem Cd111 von “11112 311- qesi111er11s1, das; aber die darin e11111c11tene11Hoffnungen 1111dV1111811311113e11 erfüllt werden miiffen. Tas Ed111'dd111 Jahre “1812 11111111111 enre Beschränknng anf politische Rechte 11111111111, 11113 dre Juden 111ch1 311 S111a1s«:?le1111e1“11 gelassen werden sollen. Tieö1stspä1er abusive aus- qedednt worden anf die Konnnnnal-?lemter nnd L_ehr-Aemfer. Es 1111111111 111 J“. L;!) insofern eine Hoffnung, als gemgt ist, es sollten die 3111lt1rs- und Unterrick)111-Verhältniß späterdin untcr Zuziehung 111111Sachverständigen, d. 11. von kenntnißreichen Juden, regulirt Wer:- den. Wenn die ersteren Beschränknngen aufgehoben und diese leßte- ren Verheißungen erfiillt werden, dann, gianbe ich, wird der Jude nichts weiter Von der Gesetzgebung 311 wi_'1111chen haben. _ Was den ersteren Theil anlangß 111111111111 dre po11111chen Rechte, 111 hdrt man davon sprechen, das; die Inden noed auf einer zu niedrigen Stufe der sittlichen Llrröbildnng stehen. Meine Herren! Ich Weiß nicht, was 1111 von einem so allgemein gestellten Urtheile halten (oll. So weit 1111 die Inden kenne, sind sie mäßig 111 ihren Genüssen, 1111111 111151111111e1fend, trrgenddaft 111He111g11a'111111g der Familienbande. 3111 wnßte keinen Fehler, den 1111 unter meinen christlichen Mitbürgern 1111111 eden sd sedr fände. Der einzige Vorwurf, den 1111111 1111111 macht und der 111111 Theil einen gewiffen Schein von Wahrbeft 1111 11111 11111, 111 der, das; “ic 111 ihren Geschäften mit (11111111111e11 M11bi11- gern 31111125111119 und zum Eigennny geneigt sind. Aber, 111e111e „Herren, ich frage: Ist die?: ein Fehler, der 1111": der indischen ano- 1111111111 und dem jüdischen Glauben nothwendig verdnnden 111ch 4511 es 1111111, vielmehr eine Folge der Behandlung, wende 11111111 blöbkd ZU Theil geworden ist? Man kann 11111 1111111 wnndet'n, 1311; eine 9111111111, wender die edlen Berufsarten adgefcknntten 11111111; 11111 ddrzngsweqe anf den Handel warf. Wenn ed aber iiberdznet 111111111“ 111, rmHan- del 311111111111 erlanbten nnd unerlaubten Voxtnen ente Granze 311 zu:- ben, 10 ist es natiirlich, (“1111 das „MIM _kU' ;)"ko [,'UUÖMÖL BN- 11rti1e11 ihnen vor;:rgsweise den-Vorwurf dcs unerlaudtcn Gewinns machte. Wenn also der Vorwurf, 111,1-11131111111111 Öl?? e111c BUMM- knnä dcr Kaden motivirt wird, "WW 911791591119 k“ h'shelkaanehÜnk- jun“ » - “1111 11111 der 111d11cke11 Natronalnat und dem
q und d111ch1111s 111 „_ _ _ _
jüdischen Glauben verbunden _111, Jo 1113111111 111), 11121111 derßGeseyge- bunq'niwts übrig, als da!? brodertgc Yvrtcm- 511 andern, „11a11111ch das System der bisherigen Absthlreßung. Henn wre konnen 11e nch emer ed1eren Geißes-Anstrengun brngcben, wenn dre cdleren Beruföartew 11111111 vcrschloffen find,? Yan gel); rhncnStaats-Yemter, dann wird fick, zciqen, daß fie mit hohen Gentesgaben audgenzstet und vonsiän- diq befähigt find. Ich halte LÖ aber auch fur eme Fordern der
E*„czzn'gkcjr gegen die chrqtlichen Staatsbewohner, daß diese apa-