1880 / 152 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 01 Jul 1880 18:00:01 GMT) scan diff

§. 62.

werden :

1) für Thiere, welche mit einer ihrer Art oder dem Grade nacb unheilbaren und unbedingt tödtlichen Krankheit, mit AuSnahme jedoch des Rohes und der Lungenseucbe, be:

haftet waren;

2) fiir das in Schlachtviehhöfen oder in öffentlichen Schlachthäusern aufgestelite, auf polizeiliche Anordnung ge-

schlachtete oder getödtete Schlachtvieh;

3) für Hunde und Kaden, welche aus Anlaß der Tol]-

wuth getödtet sind (§§. 34, 37 Absah 1, 38). . 63. Der Anspruch auf Entschädigung fälit weg:

' 1) wenn der Besiyer der Thiere oder der Vorsteher der Wirthschaft, welcher die Thiere an ehören, vorsäßlick) oder , ' ? dem Transporte befind-

eiz Thiere,'oder bezüglich“ der m fremdem Gewahrsam be- findlichen Thiers, der Besrßer des Gehöfts, der Stallung, Koppel'oder Weide vdrsäßlich, den Vorschriften der §§. 9 und 10 zumider, die Anzeige vom Ausbruche der Senche oder vom Seuchenverdacht unterläßt, oder länger als 24 Stunden nach

lf9chlässig- oder der Begleiter der an 1

erhaltener Kenniniß verzögert;

2) wenn der Besiher eines der Thiere mit der Seuche behaftet gekauft oder durch ein anderes Rechtsgesxhäft unter Lebenden erworben hat und von diesem kranken Zustande

beim Erwerbe des Thisres Kenntniß hatte;

3) im „Fall? des §. 25, oder wenn dem Besißcr oder dessen Vertreter die Nichtbefolgung oder Uebertretung der polizeilich angeordneten Schuhmaßregeln zur Abwehr der Seuchengefahr

zur Last fäÜt.

§. 64.

Wenn zur Bestreitung der Entschädigungen Beiträge nach Maßgabe des vorhandenen Pferde: und Rindviehbestandes erhoben werden, dürfen diese Beiträge für Thiere, welche dem Reirh, den Eiiizelstaaten oder zu den landesherrlichen Gestüten JYHOVZU, und im Falie des §. 62 Nr. 2 fiir das in Schlacht- vwhbofen oder in öffentlichen Schlachthäufern aufgestellte

Schlachtvieh nicht beansprucht werden. 111, Strafvorschrift-zn.

, - §. 65.

Mit Geldstrafs yon 10 bis 150 „45. oder mit Haft nicht unter'einer Wodcbe w1rd, sofern iiicht nach den bestehenden Yeseßlichen Bestimmungen eine l;.öhere Strafe verwirkt ist,

estraft:

1) Wer der Vorschrift des §. 6 znwidrr Thiere eirrfiihrt,

welche an einer übertragbaren Seuche leiden.

' Iieben der Strafe ist auf Einziehung der verbotswidrig emgefuhrten Thiere zu erkennen, ohne Unterschied, ob sie dem

Verurthrilien gehören oder nicht;

2) wer der Vorschrift der §§. 9 und 10 zuwider die Anzergs vom Ausbruch der Seuche oder vom Seuchenverdacht uiiterlaßi, oder [ringer als 24 Stunden nach erhaltener Kennt- verzögert, oder es unterliißt, die vrrdächtigen Thiere von Orten, an welchen die Gefahr der Ansteckung fremder Thiere

besteht, fern zu halten'

_ 3) wer den Vorschriften der §§. 31 bis 33 zuwider an Milzbrand erkrankte, oder der Krankheit verdächtige Thiere schlachtet, blutige Operationen an denselben vornimmt, oder die Kadaver derselben „abhäutet oder vorschriftswidrig eine Oeffnung derselben vornimmt, oder es unterläßt, dieselben so-

fort uiischädlich zn beseitigen;

. 4) „wer den zum Schuhe gegén die Toliwnih der Haus: thiere 111 den §§. 34, 35, 36 und 39 ertheilten Vorschriften

zuwiderhandelt ;

5) wer den Vdrschristeii im §. 43 zuwider die Kadaver gefaliener oder getodteter roßkranker Thiere abhäutet oder

nicht sofort unschädlich beseitigt;

6) wer außer dem FaUe polizeilicher Anordming die

Pockenimpfung eines Schafes vornimmt;

7) wer gegen die Vorschrift des §. 50 Pferde, wel 13 an der Beschiilseuche, Pferde oder Viebstiicke, welche a11chdcm Blaschenausschlage der Geschlechtstheile leiden, znr Begattung

zuläßt. 66

. §- - ' Mit Geldstrafe bis zu 150 «15 oder mit Haft wird, sofern nicht nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine

höhere Strafe verwirkt ist, bestraft:

1) wer den auf Grund des Z:). 7 dieses Gesehes angeord-

neten Einfuhrbeschränkungen zuwiderhandelt,

Neben der Strafe ift anf Einziehung der verbotswidrig oder Gegenstände zu erkennen, ohne

eingefii rten Thiere Unters )1ed, ob sie dem Verurtheilten gehören oder nicht'

2) wer den (Ulf Grund des §. 8 dieses Gesehes poli'zeilich

angeordneten Kontrolmaßregeln zuwiderhandelt;

3) wer den in den zällrn des §. 12 Absatz 2 und des §. 17 Absaß 2 von dem Thirrarzte getroffenen vorläufigen

Anordnungen zuwiderhandelt;

4) wer den im Falle einer Seuchengefahr polizeili an- geordneten Schußmaßregelti (§§. 19 bis 28, 38, 51) quider:

handelt. §. „67.

Sind in den Fällen der §§. 65, 66 die uwiderland- [11118811 111 "der Absicht_ begangen, sich oder eiYem Anderen einen Vermogxxisvortheil zu verschaffen oder einem Anderen Schaden ziizuibgen, 10 tritt, sofernnnicht nach den bestehenden hohere Strafe verwirkt ist,

Yskxsltichin BZsttimmungen eine e rae m unter 50 bis 11 150 «15 oder t ' unter drei Wochen ein. z Hai mcht

117. Schlußbestimmungen. 8

§. 6 . Das, Geseß, betreffend die Beseiti ung von An trckun s: stoffen beieViehbeförderungen auf Eisenchhnen, vom 257Febr1§ar 1876 (RerW-Geseßbl. S. 163) wird durch das gegenwärtige

Geseh nicht berührt. _ §. 69.

Dieses Gesetz tritt mit dem 1. April 1881 in Kraft.

Urkundlich unter Unserer Föchstei rnhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen nfiegeß

Gegeben Bad Ems, den 23. Juni 1880.

(1..§.) Wilhelm. v. Biswarck.

Der “herstigen Nummer des „Reichs- und Staats: Anßsigers [iet das, „Postblatt Nr. 3“ bei. Dasselbe ent alt, außer iacinichten von all emeinerem Inter: esse fiir den Ver ehr mit der Voß und Telegraphie, auch eme Uebersicht der Porto; und Gebührensähe

fiir „Briefsendungen (Briefe, Postkarten, Geschaftspapiere und Waarenproben), Werthangabe und land und nach de der Gebührensäß land und nach dem A Postblatt erscheint vierteljährlich, in der Regel am jahrs, und kann durch Vermittelung . anstalterr gegen Vorausbezahlung von , sowre zum Preise von 25 ,;5 fiir die ein- ummer bezogen werden.

Drucksachen, " für Briefe mit furPostanweisupgen in Deutsch- m Auslande, sowre eine Uebersicht für Telegramme in Deutsch- uslande.

Die Gewährung einer Entschädigung kann versagt

e Xs'ckéieéßtesl en er s: o 1 «45 111 rlich

Königreich Preußen.

g haben Aliergnädigst geruht: =Rath Günther [)ng a./S. den Charakter als Geheimer Justiz-Rath zu ber:

den Landgerichts-R Neu-Ruppin zum Kann den Ersten Staatsanwalt Landrichter unter Brile Rath zu ernennen; stet) Staatsanwalt Baumgard in Hechingen in tsrrgensthast an das Landgericht in Cleve

Se. Majestät der Köni OberlandeSgerichts

ath Herm ann Knoeven agel aus nergerrchts-Natb, Und 8 [ aff in Bartenstein zum gung des Charakters als Landgerichts-

gleicher Am sehen, ferner

die Gerichts:2[ffefforen ])r.Bor11 in Zierenberg

Der Königlichen Ober-Rechnungskammer habe ich Abschrift _

der gegenwärtigen Verfügung mitgetheilt. Berlin, den 14. Juni 1880. Der Minister fur Landwirthfchaft, Domänen und Forsten. ucius. An sämmtliche Kdrriglirhe Regierungs-Präfidien und das Prä- sidium der Komglichen Fmanz-Direktion zu Hannover.

ste ' AngZ'eikls'tch D(eHr hUnter-ZZaatssekxetY im Justiz-Mini- rium, ir 1 e e eime er: u i- at" N' ' nach Südderitschland; I s 3 h rndfleiich

der Direktor im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Aiigelegeiiheiten, Wirkliche Geheime Ober-Regie- rungs:Rath Greiff nack) Cassel.

“Bekanntmachung. Die Schulvorsteherinnen-Prüfung wird hier am 28. Ok- tober d. J. abgehalten werden.

Dqs Nähere besagen die NegierungéZ-Amelätter und das „Jnteüigenzblatt.“

Berlin, 1181) 23. Juni 1880. Komgliches ProvIÄahSchu[:Koliegiitm. 1x.

Lehmann in Saarbrücken zu Amtsrichtern zu ernennrn; , chtsschreibern, Sekretärrn Graß, bei dem Amt?- in Elbing, Pantell ,Ziese'mer bei der Staatsanwaltsch in Danzig, baum beiZihrer Ve als Kanzlei:

in Breslau, Wichert ' , aft des Land: Lingne'r rn Schweidniß, Weise in Birn- rseßung m den Ruhestand den Charakter ; ebenso den Gerichtsschreib€rn.,

lp, Man in Bütow den Cha-

Rath zu verleihen Sekretären Bartelt in Sto rakter als Kanzlei-Rath, und ' de_m Hauptsieueramts-Rei 11115 bei seinem Uebertritt in als Rech11u11gs:Rath zu verleihen.

Auf Ihren Bericht vom 7. Juni d. J. Stadtgemeinde Berlin behufs Freilegung an, der Ecke der Genthiner Straße daselbst recht zur Erwerbun erfolgenden Situat U., x., „7. bezeichneten Parzelien des 131: stücks, Band 1 Nr. 29 Der vorgelegte Uebersichtsplan erfolgt Berlin, den 16. Juni 1880. Wilhelm.

An den Minister der öffentlichen Arbeiten.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Die in manchen Gegenden des Staats in Dürre rind Frost rechi.

fiir die 33911: und Stro schon 1th bis Erwägung anzur Nothstand bezüglick) der Streu-

zur Abbiilfe' deffelben im a Interesse auch Seitens der Forsivrrwaltung beigetragen wer:

sen Zweck hauytiächlich daranfankommen, us den Koniglichen Forsten die thun: nd , dUrck) außergewöhnlichen Befriedigung der dessallsigen ' , zu Uiitsrsiiihen.

glichsRegier1111gS-„Präsidium ersuche ich, hieriiber technischen Mitglwdern des KoUegiums in Be: Verhältnissen entsprechenden

idanten G r a 11 Jo w zu Schwcid: Riihestand den Charakter

verleihe Ich der Steglitzer Straße , das Enteignungs- g der hierzu erforderlichen, auf drm zuriick: ionsplane mit r., J., 8. und a., b., S., 112, , roth beziehimasweise grau angelegtrn 'schen und des Rbode-Wilke'schen Grund: Nr. 79 Alt-Schöneberg. gleichfale anbci zuriick.

und Band 4

Maybach.

" _ Folge von ungunsrrge Gsstaltxing der Aussichten dieses Jahres veranlaßt mich, egen, inwwweit da, wo ein uttermittel zu besorgen gemeinen Landrskultur-

Es wird für die dem Verkauf von Gr liebste Ausdehnung zu Verkauf von Streumatsrial die Bedürfnisse nach Möglichkeit Das Kimi mit den fors rathung zu treten und die dem Anordnungen alsbald treffen zu [ s _Jiideni ich die beziiglichen Königlichen Regierungs:Präsid Forstmeistrrs lege und für di April k. Js. von den aligemeii kung „des Streuverkaufs aus Staatsforsie traue 1ch, daß es der Um [ingrn wird, die drr Lan siüßung ohne iiberwie Bedürfnisse rnts

Dispositionen in die Hand des 11_11ns und des Herrn Ober- eies Jahr, von )'th bis Ende ten iiber Beschrän- ' n dispensire, ver- sieht der .Herren Forstbeamten ge: dw1rthschait ziizuwendende Unter- genden Nachtheil fiir die Forsten, deni 'rechend eintreten zu lassen. ich vorzugSweisc empfohlen, den Gesteüen, Schneißen mid Wegen, aus senkungen und aus Beständen, wo drs Land: Und Nadelabfalls air. Streu abzugeben, _Forstunkräuter reisig (Hacksirru) hierzu zu verwenden, an feu Stelien Snmpfmoose und Gräser als Streu werthen, event. aiich Sand und lassen, und wo torfige Fläche wmnung von Torf und Torfmiill als

1911 Vorschrif

auf und nebeii _ _ Mulden und Ein- eitie einmalige Wegnahme wenigsten nachthcilig wird, ck geringrs Nadel: chten und nassen matérial zu ver- Erde zum Einstreuen zu iiber: 11 vorhanden sind, die Ge: Einstreumittcl zu

Cine Verwendun hat sich vielfach als v Namentlich ist ;; torf, welch ist, ein vbrzüglickws sorgenUsein, daß dessen Gewinnung ais moglich beginnen kann, um hierzu noch vor der Ernte zu benußen.

Ueber den Verkaufsmodus und die festzustellenden Ver: enden Verhältnissen entsprechend in das; alle nicht nothwen- 11 werden.

Oberforster und Forsischußbeaniteii in fende Jahr einer Ueberlaffung , nder als „sonst bedürfen wer- n Einholung der Ministerialgenehmigung generell gestatteien Grenzen hinaus- ;treu an. die genannten [ k. Js. dispensiren Und ezahlung in den Grenzen ck dem Ermessen des Herrn ' z_ur Juiiifikation der des- sten die Genehm1gung des Herrn Ober-

g "vori Torfmaterial für diesen Z orzuglich und wenig kostspielig bew utdurchgearbeiteter und gut getrockneter?) chen Moorgegenden so reichlich vorhanden Es wird aber dafür zu r _diesen Zweck so bald die günstige Jahreszeit

er in man Emstreumaterial.

staxen ist den obwalt jdlcher Weise Anordnung digen formellen Erschwernisse vermiede Da auch die manchen Fällen für von Gras und Streu dringe den, ,so will ich vo zu einer gehenden Ueberlassung Beamten fiir die Zeit bis Ende Apri diefe Ueberlqssung gegen taxmäßige B des nnabweisbaren Bedürfnisses, na Ober-Forstmeisters aestatien, so daß falisigen Erhebungsli Forsimeisters genügt.

zu treffen,

von Gras und

Yiickjtamtliches. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 1. Juli. Se. Majestät der

Kiriser und König wohnten, [aut Meldimg des „W. T. B. aus Ems, am Dirnsiag Abend der Vorstellung im

Theater bei und machten gestern friih die gewohnte Brunnen: promenade.

Abends traf Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin:

Mutter von, Yirck1911b11rg5Schwrrin in Ems ein und wurde von Sr. Ma1estat dem Kaiser am Bahuhdfe rmpfangrn und

nach dem Kurhauie geleitet, wo Höchstdieselbe Wohnung ge: nommen hat.

Heute friih rrichienen Se. Majestät in Begleitung der

Großherzogin auf drr Brunnenpromenade.

_ Der Brindesrath trat am 30. 1193116. unter drm

Vorsiße des Staats-Ministers Hofmann zu einer Vlenarsißung zusawixtcn, in welcher zu11ächst die Mittheilung 11011 der Er: 1181111111111 des Herzoglich braunschweig'kichen Minister-Residenien, Wirkliche'ii Geheimen Raths von Liebe, zum stelivertretenden Byrdliitiachtigtrii i'iir Anhalt, sowie die Wahl eines Mit: gliedes des Kaiserlichrn Disziplinarhofs in Leipzig erfolgten.

Sodann wurde dem vom Reichstag beschlossenrn Gesetz:

entwurie wrgrn Abänderung der auf d€11 Gewerbebetrieb der

Schanspirlrmternehmer brziiglichen Bestimmung der Gewerbe- ordnung die? Zustimmung ertheilt.

Hierauf beschloß die Versammlung, das; 1111 folgeiiben

Örten gemischte Privattransitlciger für Getreide W. 111119 amt: licheri Mitverschluß gestartet werden diirfen: (MSMUZ Tilsit, Konigsbrrg 1.'Pr., Elbing, Danzig, Thorn, Jnowrazlaw, Brrslau, Strttin, Haderslebrit, Liibrck, Vegesack; Miiiichrn, Lindau, Rosenhsim, Ludwigshafen 11. Rh., Dresden, Leipzig Mannheim. ,

Eittgabrn, welche die grseßlichr 9191361111111 der Waarrn:

aiiktionen, sowie die Abänderang der Gewcrbedrdmmg bc: zugiicb des Jniiungswrirns betreffen, wurden auf den“ vom bahcriicheii Bevollinäcbtigtsn, ObrrÄirgierungI-Rath Freiherrn 11011 Raesfeldt erstatteten Vortrag dcm Reichskanzler iibrrwiesen.

Nachdem noch Einige andcrr Eingaben den zuständigen

Anssrhiissrn iibrrwirsen waren, wurde die Session des Bimdes: raths von 1879/80 durch drn Vorrihendcn geschlosssn.

_ Das Staats-Ministcrium trat heute, Mittags

1 Uhr, zu einer Sihung znsammcn.

_ Der Minister des Innern hat den Obrr-Vräsidentrn

unter_1118. Maid.J. einVerzeichniß derjenigen schweizerischen Behdrdeti zugehsn lassen, welche für die Ausstellung 1311112111: erkeniitniisen 1:1be die Staatsangehörigkcit in der _S,C1)W815 ziisiaiidig sind, und dabei darauf hingewiesrn, dai; 9111 allgemeines, unmittelbar zu crlangcndes schweizerisches Burgerrccht mcht bestehe, das; das Bürgerrecht vielmehr in den Gemeinden und Kantonen riihr, Und daß Jemand somit mir dann, schweizer Viirgrr wrrdrn kbimr, wenn er vorher Burgrr einer Grmrinds und des brtreffenden Kantons ge: wordsn sri, ioww das; dir Anerkenntniffe der brtrrffendrn kan: tomnglrn' Behdrdrn gleichzeitig auch als für die Bimdrsangc- horigkeit maßgebend mirrkannt wiirden.

_ Der Einbruchsdiebiiahl ist, nach einem Erkrniitniß

des Reichsgerichts, 11. Strafs._, vom 27. April d. J„ auch

dann als" schwerer Diebstahl mit Zuchthaus zu bestrafen, wenn

das Gebaude, arts welchem mittelst Gewalt der Diebstahl ver:

ubt wbrrrn, nicht überalX verschlossen und die Ausfiihrung

dVeSs Diebstahls ohne Anwendung von Gewalt möglich ge: 2 en war.

_ Ein Bau 11 nternchmer, welcher, ohne Vautrchniker

zu 18.111,1111811 Bari ausführt, ohne einen qualifizirten Sach: verstandigen bei dem Bau zuzuziehen, macht sich, nach einrm Erksnntmß drs Reirhsgerichts, 11. Strafsenats, vom 23. April d. J., Lliisr" einfachen Fahrlässigkeit, nicht aber einermsolcbeii Falrlasyigkeit schuldig, zu deren Unterlassung er vrrmogs seines " Zwerbes „besonders“ verpflichtrt war. Wird durch die Fahrlasiigkeit der Tod eines Menschen herbeigeführt, so" ist der Untcrnchmer nur wegen einfacher fahrlässiger Todtung aus §, 222 Abs. 1 des Str. G. B. zu brstrafen.

_ Der Vevoiimächtigte zum Bundesrath, Königlich

sächsische Geheime Finanz-Rath (Holz ist von Berlin abgereist.

_ Der General-Lirutenant von Bülow, Grneral-Jn-

specteur der Artillsrie, )at sich aufJnspizirunJSrcisen be eben" der,General-Lisutengnt Dieterich, Jtisprcteur der I. In; genieM-Jnspekthi, isi von der Mitte vorigen Monats ange: tretenen Dienstreise 11118061“ hierher znriickgekehrt.

Hessen. Darmstadt, 29.Juni. (Darmst.Ztg.) Se.

Kbnigliche' H?heir „11er Mroszherzog wird morgen Vor- mittag mit zz-aniilie von Seeheim hierherkommen und

“Nachmittags nach Wolfsgarten iibersiedeln. Ihre

Großberzoglichrii Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Elisabeth werden am Freitag, den 2. Juli, aus Eng-

land zurückkehren und sich direkt nach Wolfsgqrten begeben.

Oesterreich=Ungarn. Wien, 30. Juni. (W. “T. B.) Dem zu Ehren des Fürsten Milari von Serbirn i_n Schönbrunn veranstalteten Galadiner wohnten die M1- nister und Hofwiirdenträger, der serbische Gesandte und das Gefolge des Fürsten Milan bei. Nach ,der Tafel untrrhielt sich Se. Majestät der Kais er längers Zeit Mit dem Fursien. Die herzlichen Abschiedsworte des Kaisers, welcher U11) 8 Uhr Abends nach Ischl abreiste, beantwortete der Fürst Milan Mit dem Ausdrucke seines Dankes für den ihm zu Theil gewor- denen ausgezeichneten Empfang.

SchWeiz. Bern, 29. Juni. (N. Zürck). Ztg.), Die ganze heutige Sißung des Nationalraths wurde mit der Generaldebatte des Gesehentwurfs iiber die Kontrole des Feingehaltes der Gold- und Silberwaareri ausZefülit. Es wurde beschlossen, in die Spezialberathung eiiizutreten. _ Der Ständerath verschob eine Anzahl der wichtigsten Trakianden auf die nächste Sitzung und beschloß, spätrstens am nächster Sonnabend die Session zii schließen. Es wurdrn, ww im Nationalrathe, die Nachkredite, im Betrage von 145 212 Fr. bewiÜizit und den Postulaten des Nationalraths zur Staats: rechnung brigestimmt. Hierauf begann die Berathung drr Verordnung iiber die Medizinalpriifungrn.

Belgien. Brüssel, 30. Juni, (W. T. B.) Die Abberufung des belgischen Gesandter) berm Vatikan wird nunmehr offiziell gemeldet. ,BSULLTS unter dem 5. Jimi erhielt der Gesandte die Anweisung, Rom zu verlassen. ' '

Die Publikation der zwischen drr belgischen Regie- rung und dem Vatikan gewrchieltrn Depeickreii hat b.: gonnen. Am 21. November 1879 theiite ,der .Mmrftrr' des Ariswärtigen, Frbre=Orba11, nach Rom mrt, ÖW katholischen Blätter behaupteten, der Episkopat werde demnachst Schriftstücke piibliziren, ans dsnen das Einvernehmen, des Episkopats mit dem Vapsie hervorgehe. Dsr Kardinal: Staatssrkrrtär Nina antwortrte 1111123.Novem112r init der Frage, ob dss Ministerium verlange, daß dsr Papst- den Bischöfen den Mund schließe. 2111123. November wiirischt FrUc-Orban zu wissen, ob man von Rom aus dsn Bischdfen das Gegrntheil von dem geschrieben habe, was man der Re- gierung mitgethrilt habe. Nina antwortet, die Sprache des heiligen Stuhls sei immer dieselbe wie die des Eyrskopats gc: Mien; er mißbiliige das Untrrrichtsgesrh in semsanrimd: fiihrn, aber er habe stets Ruhr, Vorsicht und Maßigung empfohlen.

Großbritannien und Irland. Lbndon, 29. Jubi. (Mig. Corr.) Unter drm Vorsih Ihrer Majrstiit der Königin fand gestrrn im Windiorschlosie ein Conseil statt, bLl welchem Hr. Gladstone, Earl Granville, Earl Spencer und _Lord Ken- mare zugegen waren. Nach drm Conseil iibrrrsrchtrii Hr, Léon Sai), der frühere französische Botschafter, somie der dänische Gesandte, General von Bülow, ihre_Abberufuugs: schreiben, Hr. Condostablos, der nene griechische Gesandte, sowie Hr. von Falbe, der neue Gesandte Dänemarks, ihre Akkreditive. ' '

Gestern (28. Juni) waren 42 Jahre vrrfloffen, seit d1e Kd: nigin Victoria in der Wrsiminster-Abtei gekrönt wurde. Der Jahrestag drr Krönung wurde 111 Ldnddn mid Windsor diirch Glockengeläute und Kandtiensalben 1?st[1ck) begangsn.

Die Prinzessinnen Victoria uud Elis qbeth von Hessen, welche längere Zeit die Gäste drr Königin waren, treten morgen die Reise nach Dgrmstadt cm. _

Hr. Cl)a[[emel:Lacour, drr nene Votichaftrr der französischen Republik am Hofe von St. James, isi hier an- grkommcn.

Aus Simla wird Untrrm 28. ds. gcmrldet: Ldrd Lytton brgab sich heute von hier nach Bombay, 11m.11ck) dort nach England einzuschiffrn. Ter Marqnis von 91113011 Und sämmtliche Departen1e1itschefs hatten sich eingefunden, um ihm Lebrwohl zu sagen. Dem scheidenden Vizrkönig wnrdcn volle militärische Ehrenbezengungsn zu Thrl.

Aus der Kapstadt wird dem Reuterichon Bureau 11111er11128. d. gemeldet: Zn drr Kap:Legislatur wurdr ein Antrag eingebracht, der das Vertranen des Hauses zn dem Ministerium ausdrückt. Die Regieru11g legte einen Gesehrniwurf vor, der die Volimacht ziir Ausdehnung dss Eisenbahn: iirßes der Kolonie mit einem Kosicnaufwande von 6 250 000 Pfd. Sterl. nachsucht. _

_ 1.J111i. (W. T. B.) Wie die „Times“ eriiihrt, wäre die konservative Partei geneigt, die Fragr brziig- ich der Abgabe einer Erklärung an Eidesstatt 13011 Seiten der Parlamentsmitglieder im Wege der Gcseßgebung zii lösen.

Die englische Ko rvrtte „Rapid“, wrlchs am 29.J11ni in Nicosia eintraf, ist unverzüglich nach der ihriic_1)en Küste abgegangen, um sich mit dem Kanonenboot „Bittrrn“ zu verbinden. ,

Die Sta atsein 11 ah men des Jahrcs vom 1. J111i1879 bis 30. Juni 1880 betragen 81 962 063 Vid. Sterl. grgen 83 220 327 Pfd. Sterk. in dem Zritramn vom 1. Juli 1878 bis 30. Jimi 1879. Die Einnahmen fiir den Zeitraum vom 1. April bis 30. Jimi (. betragrii 19 619058 Pfd. Sterl., gi'kgetr 18 922 050 Pfd. Sterl. dessrlben Zeitraums des Vor: 1a)res.

Frankreich. Paris, 30. Juni, Mittags. (W. T. B.) Ueber die heute friih erfolgte Schließung des Je"- iuitenklosters in der Rue chéévrrs werden noch folgende Einzelnheiten gemeldet: Als die Polizrikom: missärr, welche ihre Schärpe angeieat hatten, um 4 Uhr bei dem Kloster ankamen, hatten sich etwa 150 Pcrsonrn, darunter grgrn 30 Jouriiaiistrxt, in dcr Rue de Scévres angesammelt. Die Polizeikommiffäre klopften an die Pforte drs Klosters, dieselbe wurde sofort geöffnet. Viehrerc Per: sonen versuchten in das Kloster mit eiiizutreten, wnrden indes; von der Polizei daran verhindert; die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor umd trat dann allein in das Kloster ein. Gegen 41/2 Uhr war dieZahl der in der Straße versammelten Personen auf etwa 500 Personen angewachsen. Unter ihnen brfandrn sich viels Studenten und rinige Fraurn. Eine Abtheilung von 20 Stadtsergrantrn räumte die Straße; die versammelte Menge gehorchte den Auffordernngen der Polizei, es wurden dabei aber sowohl die Rafe; „Nieder mit 112,11 Dekreten! Es lebeii dir Jesuitrn! Es lrbr dic Freihrit!“ ww andererseits die Rufe: „Es lebe die Republik! Hoch die

Dekrete!“ ausgestoßen, Um 53/4 Uhr erschien der Deputirie Baudry-d'Affon und versuchte in das Wohngebäude der Jesuiten einzutreten, wurde daran aber ungeachtet seines

roteftirens von der Polizei verhindert. Ebenso wurde ein Vater, der in das Kloster eintreten woiite, von der Polizei zurückgewiesen. Mehrere Personen baten den Vater um seinen Segen, der Deputirte Baudry-d'Affon erbat denselben für Frankreich. Gegen 61/4 Uhr fuhr der Polizeipräfekt An- drieux vor dem Kloster vor und begab sich mit zwei Polizei: kommissären in das Innere. Wenige Minuten später drängte eine Abtheilung von Stadisergeanten die Menge bis an das Ende der Rue de Sizyres zuriick, wobei abermals der Ruf: Es leben die Jesuiten! ertönte. Ein junger Mann von etwa 20 Jahren wurde verhaftet. Kurz darauf traten drei Mitglieder des Jesuitenordens aus dem Kloster heraus, darunter Rabignan; dieselben wurden von De- putirten der Rechten brgleitet. Die Übrigen Ordens: angehörigen hatten sich im Innern des Klosters in ihren Zelien eingeschloffen, zur Oen'nung der Thürcn mußten daher Schloffer requirirt werden, und erst von 71/4 Uhr an verließrn die iibrigen Ordensmitglieder einzeln und in liin- aeren Zwischenräumen die Ordensniederlaffung. Einem Ordensangehörigen, der in einen Wagen stieg, wurde von der Gräfin d'Arschot, Liner Velgierin, die sich sehr Erregt gebrr- dete, rin Vluwenbouquet zugeworfrn. Die Polizei wolite die Gräfin d'Arsckwt abführen, dieselbe berief sich aber auf ihre Nationalität als Velgierin und brgab sich frriwiliig hinweg. Eine Anzahl Perioiien, die sich unter die Journalisten ge- mengt hatte Und Hochs uns die Jesuiten ausbrachte, wnrde von der Polizei zurückgedrängt; einige andere Personen wandten sick) mit erregten errn an drn Polizeipräfrkten Andrieux. Der Marquis von Lianeourt-Belcastel, Mitglied der Deputirtenkammer, und drei a11dere Psrsonen, darunter der Redacteur des Journals „Unidn“, Mahdi de Lappe, wur: den verhaftet. Kurz nach 81/4 Uhr hatte drr lehre Ordens: angehörige das Klostrr verlassen, und rtwa 10 Minuten später verließ mich der Polizeipräfekt den Platz, ebenso ein Theil der Volizri1na11nichastrir Einzelnen Personen gelang es darauf, bis zur Klosterpforte vorzudringen und unter Schwenken der Hiits uud Taschsntiicher ochs auf dis JesUiten auszubrinaen; diesrlbrn wnrden aber sFort von den zurückgrbliebeiien Poli- zeimannfthaften zerstreut, und gcgen 9 Uhr herrschte in der Rue de SSVWZ, welche von zahlreichen Abtheilungen von Stadt- iergeanten besetzt blieb, vollständige Ruhe.

Aus Pur) wird gemeldet, daß vor dem Ordenshaiise von Vals hrute Morgen ein Polizeikdmmiffar mit Gensd'armen erschien. Die anweirtiden 85 Mitglieder des Jesuitenordens gaben die Erklärung ab, daß sie nur der Gewalt weichen wiirdeti. Es crhirlt hierauf rin Bataillori den Befehl, sich be- waffnet nach Vals zu begeben, und wurden die Jesuitsn durch die Soldaten aus der Niederlassung entfrrrit. Die Jesuiten hatten die Oeffnung drr Thiire verweigrrt, um die leizei zum gewaltsamen Sprengen dsr Thiirschlöffer zu nöthigen. Dem Vorgatig hatten etwa 200 Personen beigewohnt.

In Lilie haben die Jesuiten ihre Kapelle vor dem erschienrnen Polizeikommiffar Ohm». Widerstand grräumt, worauf dieislbe unter Siegel gelegt wurde. Die zahlreich an- wesenden Neugierigen verhielten sich ruhig. Von mehreren Bewohnern von Lilie wurde den Jesuiten Unterkunft m_ihren Wohnungen angeboten. _ Ju Douai unterwarfen sich die Jesuiten den Dekreten ebenfalls ohne Widerstand.

_ 30. Juni, Nachmittags. (W. T. B.) Nack) aus den Departements vorliegenden Nachrichten vrriießrn die Jesuiten iiberaii ihre Niedrrlaffungen, indem 1112 erklärten, der Gewalt zu weichen. Zn Bordeaux Überreicht: drr ddr: tigr Jesuiten-Odere Linen Vrotrst gegrn die Vsrlchung 19111er Niederlassung. Zn Avignon nahmen royalistiiche Notabiii- täten fiir die JriuitenPartri. ZnLyon ließen die Jriuitrnein Protokol] aufnelmen; der Präfekt und der Kommissar erhieiten eine gerichtlich Éorladung'fiir Freitag. Jil M a rs e i [ l e woilten verichiedriie Individuen den Eingang zu einer Kirche rrzwin: grn, woranf der Kommissar rie Straße riirmirn ließ. Jn Angers lief; der Kommiffar die Thür drr JrsnitrnMirdrr- lassung rrbrrchen; Bischof Freppri protsstirie Und erklärte, der (Gewalt zn wrichen. Man ricf: „Es lebe Frepprl, es [ebsn die Jesniten!“ Anderr rérien: „Es [rde die Repnblik!“ JU Grenoble vcranlaßten die Jesuiten eine gerichtliche Vor- ladrmg dss Präfekten ziim Freitag. Ju Nantes reichten 112 einen Protest gegen die Verlchung ihrer Nirdrrlaffnng und ihres Eigenthnms rin.

_ Abends. (W. T. B.) Die „Agence Havas“ kon: statiri, daß die Ausfiihrung der Dekrete vom 29. Miirz i11 keincm Thrils Frankrcichs bcmcrkrnswerthe Riihestdrnngen hervorgerufem habe,11nd hsbt hervor, daß diese Dokrrte hrnte niir grgen die Jesuitrn:Nikderiaffniigrn znr Ausfiihrung gelangt srien, wrlche den aiisdriicklichen Befrhl erhalten hätten, sich spätrstens bis 311111 30.J11111 anfzulösrn. Was die iibri- gen nicht autorisirtrn Kongrgratidnxn von Miinnrrn an: gehe, io riithaltr das sie betreffende Dekret mir bis dringende Aufforderung, ihre Angelegenheiten zu regeln. Es isi noch zu erwähnen, daß der Zixgierimg dir inatrrirllen Mittel gefehlt haben würde?", wenn iir es untrrndmmen hätte, gegrn sämmtliche Kongregationen gleichzeitig vorzugehen. In der That habs in den meisten Klöstern die Räumung nicht weniger als 6 bis 7 Stunden in Anspruch genommen. Iii- deß kenne die Regierung ihre Pflicht und werde dieselbe rnit der glsichen Festigkeit erfiillen, sobald der Zeitpunkt hierfiir grkommen srin werde. _

_ Abends. (W, T. „B.) Nach weiteren Meldungen ist von Liner großen Anzahl jefuitiscbrr Niederlassun- gen gegen die Polizrikommissäre wegrn Verletzung des Hirns- rechts u11d wegen Beeinträchtig1111g der pcrsiinlicbcn Frcrhrit vor den Gerichten Klage Erhoben worden,

_ .Der „Chin. Ztg.“ wird geschrieben: _

Das Fest des 14. Juli wird sehr glänzend 1e'*11. 20 Mairrs von Paris haben Aufrufe zur Bildung von Arrondiiiemrntscommés fiir die Ausschmückung der verschiedenen Stadtbiartrl erlassen und die Vervohucr eingeladen, an diesem Tage ihre Häuser 311 beflaggrn, zu schmücken und zu erleuchten. Große Beträge sind Won bei den vrrirbiedenen Mairieen für das Fest eingelaufen. Auch die Be- wohner dcr Gefänzmiffe werden an dicscm Tage bedacht Werden. Die, welche rvcgen lciibtcr Vergrhcn rerurtheilt wurden, Werden begnadigt werdsn, Und die übrigen erhalten Flcisck) und Wein. Die Arbeiten auf drr Place du Chateau d'e.1u, beute „Place de la République“, haben bereits gestern begrnnrn. Auf diesem Platz 1vcrde1124Mastc11 errichtet, die durch 72 Gasguir- landkn Verbunden sein wcrden, Di.“ Ciscnhabiirn haben für den Ta.] Züge mit ermäßigten Preisen eingerichtet, so daß man zahl- reiche Provinziaibewohner crwartcn kann. Eine große Anzahl von Wohnungen ist bereits im Voraus brsiclii. Dcr Revue vom 14. werden (111.11 dir Tcpbtationen der Soldatcnkindrr mid Gcmcindr- sch1ilen anwohnen; es wird für dieselben eiiie Tribünc erbaut, die

für 1500 erioxer: Play hat. Jedes Regiment und jede S-Foule wird auf drrselbm vertreten sein. Die Stadt Belfort wird beim Feste besonders durcb eine Deputation vertreten sein, und der Maire soil in einer Rede betonen, daß Belfort 1871 seine Fahnen dem Feind nicht überliefert babe. Betreffs der Vertheilung der Fahnen Wurde berechnet, daß, fails der Präsident jeden einzelnen Oberst die Fahne seines Régimcnts übergeben Wollte, dieses 7 Stunden in An- spruch nehmen würde, Mar. bat infolge deffen beschlossen, daß der Präsiderxt jrdem Corpskommandanten die Fahnen seines Corps über- reicht und dieser sie dann den Obersten seiner Regimenter einbändigt.

Türkei. Konstantinopel, 26. Juni. (A(lg. Corr.) Dem Reuterschen Bureau wird gemeldst: DrrMinisier- rath hat einen von dem Minister des Aeußern, Abeddin Pascha, vorgeschlagenen Reformplan fiir Armenien unter Erwägung. Einen Hauptpunkt in demselben bildet die Herstellung eines Dezentralrsationsfystems, wonach die Finanz: angelegenheiten der Gemeinden von Gemeinderäihen verwaltet und 10 Prozent der Einkünfte fiir Unterrichtszwecke und öffentliche Bauten bei Seite geseßt werden foilen. Die Rechts- pflege soil von reisenden Richtern gehandhabt werden.

Der Gouverneur von Veyrut ist hier als Träger einer Depesche von Midhat Pascha ange ommrji, worin Loh: terer wichtige Rsformen in Kleinasien in Vorschlag bringt und die Zahlung eines fixirten Jahreseinkommens an die Pforte zusagt, wogegen er ieinrrseits Um weiigehendere Verwaltiingsvollmachten ersticht. _ Der Sultan hat mit Aus: nahme Ali Fuad Paschas sämmtliche Unter-Staatssekre- täre entlassen.

_ Aus Magus a meldet „W. T. B.“ unter dem 30.Ju11i: Aus Dulcigno hat sich eine Depritation zu dem türkischrn Gouverneur in Skutari begeben, Um von demselben Aufklärung Über die angebliche Abtrrtbng Dulcig- nos an Montenegro zu erbitten. Der Gouverneur erwiderte, daß ihm kein derartiger amtlicher Auftrag ertheilt worden iei. und forderte die Deputation auf, .das Nöthige vorzubrreiten, um Dulciano eventuell gegen einen Angriff vsrtheidigexi zu kdnnrn. Die albaneiische Liga hat in Folge ds_ffen 600 bewaffnete Leute nach Drilcigno gesendet, drffen türkiichs Gar- nison sich nach Skiitari zurückzog.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 1. Juli. (W. T. B.) Die von London ans verbreiteten Nachriiiiten von Kämpfen zwischen russischen und chinesischen Trnppen beim Terekpaffe, beiKir.1i[:Kurgha11, Brsehung Gulighas und von Ostkhokand durch die Chinesen, Rückzug der Russen aus Dil) 11. s. w. werden aUch nicht dnrch die geringste». Mittheilung ähnlicher Art bestätigt und können als faktisch völlig unbrgründet, wie unter den obwgltrn- drnd Verhältnissen a11ch als nicht wohl denkbar bezeichnet wer en.

Südamerika. Burnos:Ayres, 30. Juni. (WTB) Der Friedr isi abgeschiosien. Tejedos hat seine Kandidatrir zurückgezogen. Die Provinzialtruppen habrn die Wasirn in Buenos=Ayves niedrrgelegt.

Afrika. Egyvten. (Mig. Corr.) Aus Kairo meldet eine Reuteriche Depesche vom 28. U. M.: Der Khedive hat sich nach Alexandrien begeben, wo er die Sommer: 1110111112? zubringen wird, _ Die britische Regierung hat zu der Ernennung des Hrn, Alonzo Money zum englischen Mitglieds derStaatsschulden-Tilgungskaiie als Nach: foigsr des Hrn. Aukland Calvin, «der den Major Baring gls englischsn General-Controleur erseßt, ihre Einwilligung ertheilt.

Aus dem WolffsCH-ert Telegraphen-Bureau.

Leipzia, Donnrrsiag, 1. Juli. Hrittr Mittag fand in Gegenwart Ihrer Majcsiiiteii des Königs Und drr Königin, sowie Zhrrr Königiirhrn Hoheiten des Priiizen und drr Vrin: zessin Georg, die feirrlichr Erdffmmg der dLUtichM W011: indUstrie:AUIsieiiung statt. Dir Eröffimngsrsdr hielt der Vrä: sideiit der hiesigen Handelskammsr, 01. Wachsmuth Dir Ans: strÜung ist sehr reichlich brichickt.

Nr. 3.7) des „Amtsblatts dcs ReiÖI-Postaxnrs“ hat folgenden Inhalt: Verfügung:: vom 22. Juni1830: Hersteiiixng Und Verkauf galvanifirter Sicmprl zur Anfxriigun-J ron Brief- markenabbildimgen. .

_ Archiv für Post und Telegrarhie. Beiheft zum AmtSblati des Rcich-Postamis. Heraus-gegsben im Auftrage "des Reiws-Posiamts. Nr. 12. Juni1680. _ Inhalt: Kiktcustacke und Aufsähe: Die Bctbeiiizimg dcr drniscben RciÖs-Pbstberwaltung bsi drr 5.1.111'1111umwandlun11. _ Das scbwrdisibc PIithéIi im Jahre 1878 _ Das neue RriÖS-Post- Und Trlegraphengebäudx ir. Fulda. _ Kleid? Mittheilungen: Erforschung von Centralß'Uuiiralieii. _ Yierkwürdigcr Blixxsrblag. _ Das Prriek! eirxc'r Zanalwerbimdung zwiscben dcm Atlantischen Ocean urid de_m Mitteil.:ndiswen Meere. _ Die Bririrbsergcbniiie drr egiyptiichcn Psitverwaltung. _ Whrxmpers Besteiguna dcs Chimborazo. _ Das Poit- und_Telc- grapbrnwesen der eiiglischrn Kolonie Victoriamim Jahre_1818. _ Das Eisenbahnnetz der ganzen Erde. _ Zeiisrbriricn-Ueber112a11.

Statistische Nachrichten.

Dir Krankenwärter in den Heilanstqitrn Preu- ßens im Jahre 1875“. (Stat. Korr.) Ueber diricniarn Pik“ s011111,1relche die Pflege und Wartung der Kranken in' den Heil- anstalrrn zu briorgen haben, fehlte es bisher an amtlichen Narb- weiiunßen. Und doch wird Niemand die Wichtigkeit, welcbe drr Thätigkeit der Krankenwärier mit Rerbt zugciprowcn _werden_n]uß, untcrscbäßen, wenn er erträgt, daß der Arzt in den Krabkrnbauiern in 'der Regel kaum mcbr als 2 Mal in 24 Stundcri seine Anord- nungen für jeden Kranken treffen kann, die übriße Zrti bindixrrh a_11_o der Kranke ganz und gar auf das Wärtcrpcrio:1al„arigewieie11 111. Die Krankcnwärter müssen dem Kranksn geradezu denon Aagrhbrtge er e en. _ _ ' stzDie zarte Sorgfalt, die sanfte Hand„ die unrrmudliche _Bcreit- willigkcit zu allen Liebesdicnstcn, wie oft diese Eigenickoaiten unter den Krankenwärtcm zu finden sind, daruber rann die Statistik keine Auskunft gcbcn, Ihre Anzahl und manche ihrer Eigenswaften binßeacn sind durch die vom Bundesrats) angeordnete Krankeiibaus-Statistik ermittelt wordrn, ' .

. Ziehen wir zunärbst die allgemeinen H_c1lanstalirn 111 Betracht, so ist für 1878 rrmittelt, dab in 904 Anstalten fur_d_1e Krawkxn- wartung 4 548 Prisoner. 1b_ät_ig chricn find, iiZturgcmaß baup11ach- [i(b FkaUkli; cs bciiamr 1111er Perional aus (“5 pCt. Frauen und nur ans 25 pCt. Männern. In den 659 allacmrinen Hrtlansialiea mit öffeiitliwsm Cbaraktcr gehörten unter 3127 Krankenwartern

29 PM., dagrgcn in 295 Privat-Hcilanstaiten dieser Kategorie izntcr 1421 Prrsonrn für die Krankcmvartunq 13:5C1. dem mannlichen

Geschiecbte an.