1880 / 204 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 31 Aug 1880 18:00:01 GMT) scan diff

erfolgt anzusehen ist. Das Kriterium hierfür ist aber nicht darin zu finden, daß dem Pensionär hinsichtlich seiner Be- schäftigung die Eigenschaft eines Reichs: oder Staatsbeamten beiwohnt, vielmehr wird es nur darauf ankommen, daß es Dienstverrichtungen find, welche für den Fal] dauernden Be: dürfniffes festangesieÜten Reichs: oder Staatsbeamten iibertragen 311 werden pflegen, d. 1). wenn die Beschäftigung eine Thätig- keit gleicher Art, wie die der Beamten ähnlicher Kategorien er- fordert. Hierbei ist es unerheblich, ob das Engagement unter Vorbehalt einer Kündigungsfrist oder unter der Bedingung jederzeitiger Entlassung erfolgt; ob das Einkommen als Tage: gelder, Diäten, Tage-, Wochen; Monatslohn, Kopialien, Ge- bühren oder noch in anderer Art bezeichnet, sowie ob dasselbe aus Besoldungs-, Remunerations: oder sächlichen Fonds ge- währt wird. Es werden also beispielsweise hierher zu rechnen sein Vertretungen erkrankter odi'r sonst verhinderter Beamten in bestimmten Stellen, _ Hiilfsleistungen in den Bureaus oder Kanzleien zur Befriedigung eines außerordentlicben V:»,- diirfniffes, wenn auch gegen Kopiaiien, _ Bote11-, Wörter:, Aufseherdiensie, insofern sie, wie bemerkt, eine Thätigkeit, wie die der im Staats: oder Reichsdienfte angesteilten Bo- ten 2c. erfordern, _ cbsnso BawAufseher- oder Bau- wächterdienste bei größeren Vautrn, _ im Aligemeinen auch ferner alle Beschäftigungen der Art, wie sie bei be- stimmten Stelien nach dem Reglement über die Civilversor- gung und Civilansteüung der Militärpersoncn vom 20. Juni 1867 durch Militäranwiirter beseßt werden sollen. Dagsgen werden solche Beschäftigungen, welche auch bei dauerndem oder periodisch wiederkehrendem Bedürfnisse festangesteilten „Beam- ten nicht iibertragen zu werden pflegen, was namentlich bei lediglich mechanischen, an die Leistungen gewöhnlicher Tage- Und Lohnarbeiter grenzenden Dienstverrichtungen der Fall sein wird, nicht als solche „im Reich?- odrr Staatsdienste“ gelten, mithin auf die Kürzung, beziehungsweise Einziehung der Pensiou nicht von Einfluß sein.

_ Nachdem die Kbniglick) sächsische Regierung zu der Erledigung der seit dem 1. Oktober 1), J. von preußischen an sächsische Vsrwaltungsbebörden ergaiigoiie Requisition auf Zwangsvolistreckungen wegen rückständiger Geldleistungen in Vcrwaltungssacben die Geneh- migung ertbrilt hat, sind die diesseitigen B€1)iird811 durch einen Cirkularerlaß des Miniswrs des Innern und des inanz- Ministers vom 23. d. M. angewiesen worden, bis auf eitereS den gleichen Requisitioncn der Königlich sächsischen Behörden, soweit nicht etwa dieffeitige gefeßlicbe Bestimmungen entgegen- stehen, in entgegenkommende): Weise zu entsprechen.

_ Bei 1. g. Möbrlleibvertriigen, wrlche die Be: „stimmung enthalten, die Möbel sollen, sobald die gezahlten Leibgelder eine bestimmte Höhe errricht haben, nunmehr als an den Leiber verkauft angesrhen werden, begiebt sich der Ver- leiher, nach einem Erkenntnis; drs NeichSgerickzts, ]. Hülfs: senats, vom 2. Juli 1). I., nicht dadurch seines Eigenthums an den Möbeln, daß er sämmtliche bereits fällig gewordene Raten, die zusammen den intendirten Kaufpreis repräsentiren, gegen den mit der Zahlung säumigen Leiher einklagt. Durch diese Einklagung wird der Verleihrr nicht behindert, die Möbel selbst als sein Eigentbum zuriickzufordern. Das Eigenthum des Vrrleibers an den Möbeln geht erst durch die Zahlung der eingeklagten Raten verloren.

_ Die Veränderung des Wohnsißes des (?ck uldners zu einer Zeit, als die Schuld noch nicht fäilig war, hindert nach einem Erkemitniß des ReictherichtS, 1. Hiilfssenats, vom 13. Juli 1). I. so lange den Anfang der Verjährung der SHHllltld, bis der Gläubiger von dem neuen Wobnsiß Kenntniß er 11 en.

_ Ddr hiesige Königlich portugiesische Gesandte Graf von Nilvas hat Berlin auf mehrere Wochen vrrlaffen. Während seiner Abwesenheit fungirt der LegationsSrkretiir tL'" M. Pinto de Soveral als interimistischer Geschäftes- rager.

Bayern. München, 30. August. (W. T. V.) Der König hat ein Handschreiben an den Bürgermeister Erhard gerichtet, in welchem er dcm Landescomiti und den Spendern fiir das günstige Resultat der Sammlungen fiir den Wittelsbachfond seinen Dank aussprickit und gleichzeitig eine baldigd Verfiigung iiber die Art der Verwendung der vorhandenen Mittel in Aussicht stellt.

Oesterreich-Ungarn. 281811, 29. August. Der Kaiser ist, wie die „Pol. Corr.“ meldet, von dem Kaiser Alexan- der von Rußland zum Inhaber eines russischen Ulanen-Nc- gimeniI ernannt wordcn, welches eine Depiitation nachrakau cnisfxndet, um den neuen AÜcrhöchsten Chef daselbst zu be: gru en. .

_Gcstern faiid, wie die „Pr.“ berichtet,1111tcr dem Vorsiße des M1111ster=Präs1denten Grafen Taaffe ein Ministerratl) statt, an welcbem sämmtliche Minister theilnabmen mit Aus- nahme des Handel?:Miniiter-Z Ritter von Kremer und des Justiz-Mmisters Freiherrn von Streit, welcbe sick) momentan auf Urlaub befinden. Graf Taaffe begiebt sich an einem der nächsten Tage auf sein Gut EUisckmu. Minister 1)r. Ziemial- kowski kehrt demnächst 1301118111217 UrlaubSreife zuriick. _ Wie beute gemeldet wird, tagt gegenwärtig im Ministerium des Aeußrrn unter dem Vorsiße des Grafen Wolkenstein eine Kommission zur Regelung der Kirchcnfraxge in Vos- nien und der Herzegowina. Es heißt, daß Verhandlungen mit dem Patriarchen von Konstantinopel geführt werden, um die Kirche in den okkupirten Provinzen von de en Jngerenz zu befreien. Gleichzeitig werde mit dem päpstichen Stuhls wegen der Nomination der Bischöfe und apostolischen Vikare verhandelt.

Pest, 28. Augiist. Mit künftigem ]. September tritt bekanntlich der neue Strafkodex in Wirksamkeit. Der Stadtrath von Fiume hat nun, wie der „Pest. L.“ meldet, in feiner Sißung vom 23. d. beschlossen, die Regierun eine Eingabe zu richten, es möge vor der Einigiihrung des genannten Geseßrs und der darauf bezüglichen Verfügungen vor AÜem der Kodex dem Munizipium übersendet und eine gedruckte Uebersetzung in die italienische Sprache veranlaßt werden; auch sei für dessen Einfiihrung eine diskrete Zeit zu bestimmen. Der Stadtrati) hat auch den ausdrücklichen Vorbehalt gemacht, daß er mit der Annahme dieses Geseßes in keiner Weise der Lage des öffent- lichen Rechtes in Fiume, dessen Autonomie und legislativen

gründet sich auf das Provisorium in gerichtlichen Angelegen- heiten, welches nach der Ministerial-Verordnung vom 14. Sep- tember 1871 so lange zu bestehen habe, bis die legislativen und administrativen Beziehungen Fiumes im Sinne des Ge- seses von 1868 end iltig geregelt sein wiirden. _ 29. Augut. Dem „Pest. L.“ zufolge wird der Minister:Präsident von Tisza nur kurze Zeit in Ostende verweilen; derselbe beabsichtige, schon am 15. oder 16. Sep- tember in Pest einzutreffen. Die den Delegationen zu unterbreitenden verschiedenen Vorlagen wiirden erst Ende SeTtember in einer gemeinsamen Ministerkonferenz festgeseßt wer en. Agram, 28. August. Der Banus ist heute von der TZiY-Zreisung Zagoriens zurückgekrhrt Und begiebt sich heute nach ien.

Schmeiz. Bern“,29.August. (Köln. Z.) Die auf den 13. des nächsten Monats einberufene außerordentliche Bundesversammlung, in welcher baH“Nevision§-begehren, betreffend Art. 39 der Bundesverfassung berathen werden soll, wird noch mehrrre andrreTraktanden erledigen, damit dsrjenige der beiden Räthe, welcher in dieser Angelegenheit nicht die Prio- rität hat, nicht müßigerwc-ise in der BundiSstadt weilt. Zn: folge dessen werden die Räthe wohl eine ganze Woche zu: fammcnbleiben. _ DLL? Große Raik) deck: Kantons Aargau hat dem dortigen RegierungSrath die». Weisung ertbeilt, ;eine Be- miihungen fiir die definitive oder provisorische Widderher- steliung des Bisthums Basel einzustellen, und ebenso bat er seine endgültige Beschlußfassung, betreffend die Regelung der katholischen kirchlichen Verhältnisse des Kantons bis nach der Verathung de-Z Geseßvorschlages iiber die kirchlichen Ge: nossensthasten vertagt.

Belgien. Brüssel, 29. August. (K. Z.) Heute wird mit der dritten und letzten Aufführung des historischen Festzuges die öffentliche Feier des Nationaljubiläums hier einstweilen geschlossen. Die Königin befindet sich seit

Aachen zum Kurgebrauck). _ Der internationale Kdngrrß fiir Unterrichtswesen hat gestern seine Schl1ißsii§una gehalten. _ Der „Moniteur“ bringt heute das (99er iiber den fiir die Jubelfestkosten gewährten Kredit von 1700000 Fr., der iibrigens auch den Frstlicbkeitrn zugnte kommen soll, die später zu gleichem Zwecke in Brügge, (Heut rind Lüttich veranstaltet werden.

Großbritannien und Irland. Lorrdon, 28. 211111117. Wir die Londoner „Angemeine Correspondenz“ erfährt, beab- sichtigen der Prinz Und die Prinzrssin von WaleeZ im Herbste Australirn zu besuchen, um die iniernationnls Ans- steÜung in Melbourne in Augenschein zu nehmen. In Ply- mouth wird bereits das Truppentransportschiff „Srrapis“ fiir die Reiss de?) Tbronfolgerpaares in Vrreitscbaft 9616131. Das detachirte britische Geschwader wird der „Serapis“ das Geleit nach Australien geben, _ Mr. Gladstone ist gestrrn Nach- mittag an Bord der „Grantqu Castle“ in Dartnwutb ein: getroffen. Es wurde demselben in privatrr Weise eine Adresse Überreicht. _ Das ministeriells „Weißfischessen“, daes gewöhnlich dem Schlusse der Session voraUSgeht, ist auf niich- sten Mittwoch anberaumt worden.

_ Eine Dcpesche des Vize:König-Z vom 27. d. lautet: „Major Sandemann meldet ach Quettab unterm heutigen Datum: Ich habe die Nachricht erhalten, das; A1) 1111 Kban seine Armee aus den vor Kandahar iniléz,1cl)11bien Stellun- gsn zurückgezogen hat und cht in Sangiiii, acht Meilsn west- lich von Kandahar, sieht. Roberts langt? am 24. d. inKbelat: iGhilzai an. Ich bin im Vesiße einrs Briefes aus ltherm Orte vom 19. d. M.“ _ Aus Sinila, vom 27. d. meldet „Reuters Bureau“: „Die indische Regierung hat keine Nack): richt betreffend die angeblich? Abtriinnigkcit unter drn Trup- 13911 des Emirs Abdurrhaman in Kabul erhalten. Die Meu- terei Unter den Truppen des Khans bon Khelat ist auf 144 Mann beschränki. Eine Abtheilung des 78. Hochliinder: Regiments ist nach Khelat abmarschirt, Um dort das Ver- trauen wieder herzustellen.“

_ 30. August. (W. T. B.) In der heutigen Sitzung des Untrrhauses antwortets der Unter-Staatssdkretär Dilke auf eine an ihn gerichtete beziigliche Anfrage, vom Sultan oon Zanzibar sei aus Anlaß dcs an Caderhead und Cartcr begangenen Mordes eine Expedition in das Innere von Afrika 9111- seiidet worden, die Expedition sei unter die Befehle des Marine-Lirutenants Mathews gesreÜt. Das Haus erledigte sodann die noch iibrigen iositionen des 211153- gabebudgetS, einschlicßlich der Po ition fiir die irisch€11 Konstabler, sowie die geforderten Nachtragskredits. Bci Bc: rathung der Position für die iri1chciiK011stabler wies der Obersekrctär fiir Irland, Foriier, darauf hin, wie es seit 30 Jahren zum ersten Male sei, daß eine: Rrgisrimg versiicbi', in Irland ohnc Arisnahmegdscße zu regieren. Zur Entwaff- nung der Polizeisei aber der Momsnt um so mmrrigneier, als die Regierung die Einfuhr von Waffen nach Irland doch nur mit einer gewissen Sorge Überwache.

_ Jm Oberhaus e erklärte der Staatssekretär deS Aenßern, Lord Granville, die Antwort der Pforte auf die [este Note der Mächte, betreffend Montenegro, sei im: befriedigend. Die Mächte seien mit der Erwägung der ihrer: seits“- hierauf zu erlasscnden Antwort beschäftigt, und hätten inzwischen eine Anzahl Kriegsschi e iiach Ragusa beordert, so daß disselben in der Nähe res ebirtes von Diilcigiw seien. Lord Granville erklärte weiter, der Hafen von Ragusa sei von der österreichischen Regierung den übrigen Mächten geöffnet worden, weil er in der Nähe des abzutretenden Küsten: striches liege. Die Instruktionen fiir den englischen Admiral seien vorbereitet und den Mächten mitgetheilt. Der beziiglicbe Schriftwechsel werde, mit AUEUahmr der Instruktionen, dcm: nächst Vorgelegt werden. Was d1e zwe1te Kollektivnote der Mächte auf die türkische Note vom 27. Juli, betreffend die griechische Angelegenheit, angebe, so werde die Wieder- eröffnung von Unterhandlungen iiber die Grenzlinie in Kon- stantinopel abgelehnt; jedoch spreche die Koüektivnote die B2- reitw1lligkeit der Mächte aus, jedwedem Vorschlage der Pforte in Betreff der Art der Gebietsräumung durch die türkischen Behörden und dessen Aushändigung an Griechenland in Erwägung zu ziehen. Die Note würde dem Hause vor- gele i_werden. Die Botschafter hätten sich hinsichtlich der an die Fiorte zu richtcnden Note bezüglich der Reformen in Armenien geeinigt, er glaube, die Note werde der Pforte sofort überreicht werden und folie alsdann dem Parlamente

Donnerstag unter drm Namen Comti-ffe des Ardeiincs in_

Mächte seien einig darin, einen Gesehentwurf für die euro- p äi s ch e T 11 r k ei zu empfehlen, die bezüglichenSchrifistücke wür: den demnächst vorgelegt werden. _ Bri der zweiten Les.1ng der Vill, betreffend dis Jagd auf Hasen und Kaninchen, be: kämpft Lord Beaconsfield den Antrag des Lord Redesdale auf Ablehnung der Bill, obwohl er die Bill tadelt, die bei der Spezialberathung modifizirt werden miiffe. Das Haus habe zwar die Resultate eines Konfliktes mit dem Unterbause nicht zu fürchten, sobald es sich um eine große konstitutionelle Frage handele; untergeordneten Fragen gegeniiber sei aber ein Konflikt -11icht zu empfehlen. Die Bill wurde schließlich in zweiter Leiung mit 68 gegen 20 Stimmen angenommen.

_ 31. August. Lord Enfield ist zum Unter: Staatssekretär für Indien ernannt worden. _ Eine Depsscbe dees Vizekönigs von Indien von gcstern meldet, Ge: 11eral Vhayre ist in Chaman atigekommen. Ayuthan hat mit seinrr ganzen Streitmacht den Rückzug angetreten und Jm Flusse Argandab, nördlich von Kandahar, eine StkÜUUg czogen.

Frankreich. PariS, 29. August. (F. C.) Die Je: suiten gründen jeßt eifrig anonyme Gesellschaften, welche die Leitung und Verwaltung der ihrer direkten Aus: brntung entzogenen Anstalten betreiben. An der Spiße der katholischen Gründer in Bordecmx sieht der Senator Carayon- Latour. Die „Petites Affiches“ brachten gestern auch den Griindunchakt einer anony111211©ciellschast fiir Vorbereitungs: schulen. Die Gesellschaft giebt 1100 000 Fr. in 1100 Aktien, ]ede zu 1000 Fr., auI. _ In Folge von Versuchen, die in verschiedenen Trupprncorps stattfandrn, beschloß der Krieg?;- Minister, die tägliche Vrolration der Soldaten von 750 81', die von Zeit zu Zrit mit einer Nation Zwieback ab: wechselt, in eine tägliche Ration von 620 Fr Brot und 100 gr Zwicback umzuwandrln. Diese VLkäUdLrUUJ hat den Zweck, die Soldaten an ein Nahrung-Zmittcl zu gewöhnen, das im Felde oft angewendet wird und dessen sick) die Mannschaft bisbdr nicht zu bedienen verstand. _ Der leßte Bericht des Bauten: Ministeriums 0111111111 eiue sehr ausgedehnte TabeUe iiber die Entwicklung drr Verbindiingswrge in Frank: reich, nacb Departéments und nach ihrer Natur, Wgffrr- straßéii, Eisciibahiicii 11. s. w. F**Ordjiét. Es geht aus dieser Tabrlle hervor, daß es 8000 ](111 sckiiffbarrr Flüsse girbi. * Acht Départements haben WEJLU ibrrr beeulage keine schiffbaren Fliiffd. DiE Kanäle haben eine AriSdehnung von ungefähr 5000 ](m, 36 Departements bcsiizrn keine Kanäle. Frankreich besißt 28 435 11111 Eisenbahnen, die auf alle Departements ver: ibrilt sind. Die Landstraßen theilon sich, wie man weiß, in nationale und departemeniale Straßcn. Jede von diesen Kategorien hat eine Länge 11011 etwa 38 000 1:11]. 2111 Vici: nalwegen besißt Frankreich 417264 kn], _ Jm Kultiis- Ministerin 111 ist drr 111 drn Knmmsrn berei s angekündigte Gdsrßentwurf, nach welcbcm derjenige Theil der K ron: diamanten, der keinen besondrren historiscbrn Oder kiinst- leriscbrn Werth bat, veräiißert wcrdsn soll, nunmehr fertig aesiellt, so das; der Uiiterstaatssckretär Turquet ihn gleich bei Beginn der 11811911 Session wird einbringen können. Das auf 7_8 Miliionen gcscbäßte Ertriiiiiiiß soll nach diefemEntwurfe als erster Fonds fiir 01116 „Kasse der Nationalmuseen“ disnen, mit deren Hiilfe die letzteren in die Lage grscßt werden könn: ten, bei den sich dnrch öffentliche Versteigerungen oder sonst darbirtendrn GclegrnbcitenKunmwsrke 13011 besonderrm Werthe und Interesse: käuflich zu erwérbeii. Bisher battrn die Kam: mcrn fiir diéskn Zibcck rrgelniiißig riiicn Kredit von 250 000 Frs. bswilligi, der aber, wie die Umstände es eben mit sich brach: ton, in dem einem Jahre 1111111113 bergrudet wnrde und in dem aiiderrn wieder fiir den Zweck nicbt a1i§reichtc. Einebcsondrrc Miiseeiikaffe mit 121119111 so respekt-„iblen Anlagefonds wic drr obizie, glaubt daI KU11s1:Ministeriiiiii, wiirdediesem Ucbelstande abheifrii.

_ (K. Z.) Zwischen drm Bischof von Clermont und der großen Mebrbsit seiner Geistlichkeit ist ein Streit 1111e3g€br0ch611. DLV Bischof lud zu einer Synode mir die böhcren Gristlicben und schloß alle „Hiilfstarrer“, 800 bis 900, aus. Diese a1isgcschloffci1cn Geistlichen forderten 111111 den .ikiiltiis:Miiiister auf, den Bischof zu veranlassen, die (Hr- sch zu beobachtsn, ilaniéiitlick) den Artikel 4 des Gesetzes vom 18. Gcrminal dos Jabrss R., welcher bestimmt, das; keine Diözssan-Synode 011112 die Erlaiibniß des Ministers stattfinden kann. Hauptzweck der Synode ist, zu bescizlirßrn, daß die Hiilfsgeistlicheii U. 1. 11). je 100 Fr. von ihrem Gehalt an den Bischof abzugeben haben 1011011, um dessen persönlichd Hiilfk- 1111811621 (die Summe wiirde ungefähr 80: bis 90 000 Fr. das (ZH-Yr betragen) zu vermehren. Diese Besteuerung der unteren

Ustiirbkeit wurde 131011 im leßten Jahre fast 111 aÜrn Diözcscii eingefiihrt, so daß die 100 Fr. Zulage, wrlche dir Kammern im 19131611 Jahre fiir Hiilfspfarrcr 11. s. w. béwiiligten, um ihrer traurigsn Lage einige Abbiikfe zii vrrscbassen, in die Taschen der Biscbqfe fließen. _ Dcr Unterrichts-Miiiisicr bat bescbloffen, die Zahl der Schuiinspekxoren zu vermehren, um alle sogenannten freien Schulen 11qu Strengste überwachen zu können.

_ 30. August. (W. T. V.) Die Abriidblättrr schreiben, die Polizeikdmmiffäre würden sich morgen in ganz Frankreich in drn Schrilansialten der Jesuiten einfindcn, um die Dekrete vom März zur Aus- fiibrimg zu bringrn. Man glaubt, es werde iiberall dasselbr arscbebeii wie heute in Dijon, wo der Polizeikoiximiffar [161 181112111 Érscbeincn nur einen Ordensgeisilichen, den neuen 5131- rckwr der Anstalt und einen Jesuiten als Repräsentanten der Civilgeselischaft, welcbe Brsißerin der Immobilien ist, fand. Dic iibrigen 22 Jesuiten waren abgereist. Dem Vcrnebmeii nack) wiirde sich in Folge gemeinsamen Uebereiiikoitimens d1c Evakuirung der JLsUilCiisch11lEU in ganz Frankreich in ähn- licher Weise vollziehen.

_ 31. August. Sämmtlicbe Jesuiten der hier 111“- findlickwn drei großen jesuitischen Unterrichtsinstituie haben Paris verlassen, die Eingänge zu den Jesuiten: kapelleii sind zugeinaiiert, fiir die Uiiterrichtsinstitute sind Civildirektoren eingeseizt. Bezüglich der anderen kongrega- nisiischen Schulen, auf welche die Dekrete Anwendung zu 1111- den hätten, verlautet gcriicbtweise, dio Regierung und die Korigrcgationcn hätten sich iibcr die Abfassung eines Schrei: bens geeinigt, we1chcs als ein Gesuch um staatliche Autorisi- ruiig angesehen werden 10119, und worin die kongreganistiscbcn Schulen die Verpflichtung übernähmen, mit Politik sich nicht zu beschäftigen rind nichts Feindseliges wider die bestehende Ordnung zu unternehmen. Auf Grund dieses Schreibens

vorgelegt werden. Die Arbeiteu der internationalen Kom:

Beziehungen zu präjudiziren beabsichtige. Dicsrr Vorbehalt

mis s ion seien zu einem befriedigenden Abschluß gekommen; die

wiirde dic Regierung die Kongregationen als geseßlich autori- sirt betrachten.

Türkei.Konstc111tinopel, 22. August. Der W. „Presse“ wird von hier geschrieben: _ ' .

„Das Statut fiir administrativeReformen in der europäischen Türkei ähnelt in seinen Hauptbestimmumen dem oraanischkn Geseß für Kreta; einige Theile hingegen, ,so z B. das Kapitil über religiöse Benennungen, sind dem OslrUtnkFÜÖTU Statute entnommen. Der Gouberyeur jeder Probmz wird f'uc funf Jahre ernannt; seine Amts'tvirkiamkeit sol] dirxkt v0_n einem Exekutiv- Konseil und indirekt von der Provmzralveriammlung _ offi- ziell Generalraih genannt _ kontrolirt Werdxn. Der er- wähnte Rath wird aus „sech Obirbeamten , sammtlicb Vor- steher der verschiedenen religiösenn Genoffxnschaiten, und sechs von der Provinzialwersammlung aeirablteu Mitgliedern gebildet. Zu allen nicht rein exekutiven M*gßregeln ist seine 'Zustimrnung er- sorderlicb, ausgenommen bei Fallen von großer Dringlicbk'eU, welcbe der Gouverneur unter seiner eigenen Verantwortung erledigen „kann. Die Provinzial-Versammlung selbst besteht _aus xrewablten Mitgliedern, je zwei aus jedem Kanibri und Lx-ofiicio-Mitgliedern, und zwar sechs Oberbeamten und 919111111182genoffenschaftSvorstebern, endlich a:.is vom Vali ernannten Miigliedern. Die Zahl disser letzteren darf jedoch nicbt ein Vixrtbcil der gejammten 91iitgilicdxr- anzahl übersteigen, so daß die gewahlten Mitglieder stets'die 9.71.110- 1ität für sich haben. Die Veriammiuna nirrimt fammtliche Geseße zur Kenntniß, welche sich auf die Fimktion des" Verwaltqus- organißmus, die Steuerveriheiiuna, auf Minen und Waidxr; offentlicbe Arbeitén, Erziebuna, Ackerbau, Handrl, Banken„ Hoipiialer 2c. be- ziehen, Bei dem ersten Zusammentiitte der Seifion wird ihr vom Vali das Budget vorgelegt, drfferr _verscbiedene Posten sie 111 „er- höhen oder zu vrrringern berecbtigt ist. Dl?" Provinien soUen mrbt bloß gegenüber dem Vali, sonderri auch gegenuberdcr Central-Regie- rung geicbüyt Werden. Es wurden *deHbalb spezicile Vorsiwiswaß- regeln gctroffen, um dem systematischenAussaugen sammtliwer HMH- quelien drr Provinzen Seitens der Pforte Cmbait zi] tbun. Die direkien Steuern find an die Ottomanbank einziiliefrrn,' Welche drei separate Konti eröffnen wird, und zwar das erste fiir die Aus- Naben drr Lokalderiraltung, welcbe vor gürmnAmdercn aus den Steuereingängen zu dccken find; das 3111211?" fiir xeni». 159/0 „des hierauf verbleibenden Uebcrschsies, Welibe fur offentiiibe *.1rbeiie_11 Und Unterricbiszwecke der betreffenden Probmz vorbebalien blci- ben, und das dritte für 85 0/0 des Ueberirbuffes,“ wrlibe an die (Zentralregierung abzuliefern sind. Sbili'cn diese E1nr1chtungen1ur Ausfiihrung kommen, so würde 1761612151132 System der ungaibor- lickxn Inanspruchnahme der Provinzialkasicri"111cb1 mehr dix qul der Brioldringen und sonstige AuIsxabcn sur lokale Vediirimise behindrrii. Selbstrerständliä) hängt Mies 59,11 d.r Art 11111) 51132111? ab, in welcher das Statut zur _ Ausfubrmm kommt. , _ Ueber das von Baron .K'ox-jek und .er1. 'Iiubaretdussiearbeiteie Memwrandum bezüglich Ober-Albaniesnxs konne'n folgeizde genauere Andeutungen gegeben werdcn. Jri dic1km_ Ber1chie wird der Pforfe anaeraiben, die Jmmuniiaicn imd Pr1vilegieii ,der albanesiscbcn Vcrgbeivobncr der Gruendron Skaiari in defimtwer Weise zu regeln und feierlich zu bxstatigcn, Dix _baizpisachlichsteii dieskr Immunität?" sind die Befreiung born Militärdienst und die Steuerfreibcii. Die Stammesbäupter genießen gxeicbfalls Rech und Privilegim, die einer besseren Umswreibung bedursen. Die 1511 drm Memorandam niodergelfegiedri Jdeen babrn die Zustimmung der Mehr-

eit der Kommission ge 1111 en.“ , ' ' '

b _ 27. August. Der „Vakit“ wrl] wrffen,'daß die Zahl der nach Bnlgarien gekommeneri russischen, OFM- ziere und Soldaten bereits 30 000 ubsrsieige. Die 5719101719, sandte nacb Prevesti mit dem leßtlen Lloyddampfer ArtiÜerie: mannschaft und Munition. Lord Frßinaumce und Aiibert, Mitglieder der europäischen Komrnission, find von hier ab: ereisi.

g _ Meldung der „Polit. Corr.“: Der Pforte find Ve- ricbte von Riza Pascha aus Skutczri zugekqinmen, weiche beionsn, daß er längere Zeit für die Durchfuhrung s_e1iier Mission in Anspruch nehmen iiiriffe. _Den großtsn Schwwrig- keiten bsgegiiet er bei den mobamedaniichen Yibanesen.

_ 28. August. Der 28. „Presse? meldet man von bier: Die Pforte beichästigt" sick) 11111 drr Aus- arbeitung eiiicrneiien111011101113gr1n11chenGrrnztrace, wonach Dulcigno, jedoch init Ausschluß voii Dinosck) und Gruda, abgetrrten werden so?). Diese Trace wrrd, sobald sie Li csiellt ist, angcfiibrt wer en. ' fsgSkiitari, 19. August. Der „Vol. Corr.“ schreimean zur Mission Niza Paschas in Ober-Albaiiien 11011 b1cr:

„Die von der Pforte in “Zlusfiibt genommene Aktion begiiwt sich in ibrcn Hauptumriffen bemerkbar zu warben. Heute“ b'qbeti in San Giovani di Riedau die Dampfer „Asiwr“ iind „Selimw 2090 Mann reguläre Truppen, darunter nicht wenige Alba-ieseUUaYS- gcschifft, Morgen folien eiensoviele Soldaicn auf dem Panzcricbiffe .Mulbiri Surur“ eintreffen und Ebenda1elbsiausgeschifft Werden. Wie zilaubwürdig berlautct, sollen nur 4 BaiaiÜone, „also e'twa bei 1800 Mann, biérber kommen, während 2200 Mgnn die Besitxnmuyg erhalten Warden, Dulcigno zu befeßcw „Für diese T_riippcn ist, ein Lager auf den dicser Hafenstadt iiäibstliegeiiden Anhoben beraericbict wordkn E; dräng! sicb zunächst die_Frage auf, "Welche Haltung die Albaiiesrn dcr sicb vorbereitrnden Aktion gegrniiber beobachten Werden. Mehrere Lböiiso bcdkutsame irie cbaraitrrtsttscbe Tbaisgchen dürften die Antwort hierauf ertbcilkn, Dax; dirigirende Cyrriiis der Liga hat gestern 500 Mann nach Diilcigni) brordert. Der bitensible Zweck dieser Maßrcael bcstcbr darm, die Grebzbcsaßung zu ver- stärken. DaF wirkliche Motiv finde] iich aber 111 der dem nach Dulcigno abermals kommandiricu Jusiiif Sokol! gegebenen Instruk- tion. ,Unssre Mannscbaft“, beißt CH in derselbrn ,unter Andxrem, „hat auf jrden Fall ibre jryigen, bci Duicign'o okkupirien Posiiwnrn aucb ferner besetzt zu halten. Sollten_aber d1c_ 311-me daselbit ein Lager aufschlagen, so darf diesem Beginnen iiikbis in den Weg ge- legt Werden.“ Nickot minder bcredt ist die zweite Tbaisacbe. Am Vorabend der türkisiben Truppen in, Medua iand hier eine Vertheilung 11011 460 Henry Martinigeircbren an die Hoiii und Kastrati stati, welche den Befehl , erhalten haben, bis aaf Weiteres bier zu verbleiben. Ein Angriff gegen Riza Pascha soil nicbt im Plane der Leiin der Liga liegen, daaegen dürfte, so wird Wenigstens versicbcrt, eme socicnannie bewdffneie Volksversammlung auf dem Platze vor dem Kodak zii deni chckc stattfindrn, um die Wilicnxäaßeriing des Volkis in Form einer"Pe- tition dem neuen Gexieralgourcrneur zu überbringen und zwar wurde diese auf eine (Einschüchterung des neuen Gcneralgouverneurs (zb- zielende Kundgebung am dritten Tage nach der ArikunftZKiza Pascbas staitßiiden. Dic Oricntalcn sind UFÜLk allen Utxisiaiideii höflich. Ein jeder Ncuangekommcnc wird Wahrend der eriien drei Tage als ein (Gast betracdtci, dessen „Keif“ (Behaglichkeit) durch nichts gestört werden dürfe. Aus diesern Grunde wurde aiich beute angeordnet, daß das voÜzäblige Comité den neden Vali an dem Stadttbore begrüßen folie. Natürlich wird ,?1iiza,Pascha wissen, Ilcben Werth er diesem Akte der Corirtoisic bctzuniessen babe. Gestern ist nämlich vom Liga-Ausscbuffe an sämrnilicbc albanesiscben Stämme der peremptorifwe Befehl ergaiigrn, binnen funf Tagen ihre gesammte waffenfähige Mannschaft 11.111) Tust m_1d Dill- cigno zu entsenden. Wer keine Waffen bai,“ wird solche in dicixn Lagern bekommen. Für die Säumigcn smd iircnsxe Strafen 111 “Aussicht genommen Wordcn. Heute ist aucb der dem neuen General- Gouverneur gegenüber zu beobachtende äußrre Vorxiana beratbe_n uiid festgesteüt wvrden. Jeder nrue (General-Gouvcrncur inaugurirt' in der Regel seine Amtsibätigkcit mit seinem persönlichen (Erscheinen auf einem öffcnilikben Platze, auf dem das Kaifxrlirbe Ernenmxngß- Irade verlesen wird. Man ireis; bereiis, und iowobl der friihere Vali Jzzet Pascha, als auch der Miliiär-Kvimnandant Mustapha Pascha sorgten dafiir, das; man dariiber 10 früh als miiglicb unterrichtet werde, daß nach Verleiung dcr Jrade der Kaner-

Landung der

? liche WiÜe betreffend die

nunmehrige Darkbfübrung dcr Mon- tenegro betreffendrn Bestimmung des Berliner Vertrages bekannt- gegebrn werden wird. Den Bewohnern desdbzutretendxn Territy- riums werden von der Reaierung Wobnfiße tk!" Leich und Kovaja angewiesen und eine gewiffe finanzielie Utiterstutzung gewahrt wer- den. Darauf ist die Antwort bereits festgenellbworden, Der__Prasi- dent des Lingomiiés, sowie der bekannte Ali Pascha v0n Wufiiije werden vortreien und ihrerseits eine Art “Deklarat'ioxa dorl-sen, welche die motivirte Wrigerung des Volkes enthalten mird, an Montenegro irgend Welches Gebiet abzutreten. Solite der GeneralzGr-uverneirr darauf Gewalimaßregeln ankündigen, dqnn wurde pian eiquraterni- sirung mit den Truppen versuckyen, mißlingt abir dieser Verxizcb, dann soll rer Kampf mit denielbrn aufgenommexi werden. Das 11:1, wenn man sich so ausdrücken darf, der politisH-itrategiicbe Plan, fur deffen Durchfiihrung Wies aufgeboten werden diirfte. An Gewaltmaßregeln Seitexis des neuen General-Gouverneurs1chriir man „abi'olut nicht_zu qlauben; srlbst aber, wenn dieser überaus nuWabrscheinliche Fall ein- tretrn sollte, sind die Albanesen cntjcbloffcn, Gewalt rnit Gewalt zu erwidern.“ , '

_ 26. Augrist. (Pest. L.) In Folge der M1ttheilimg Riza Paschas, daß die Mächte zii ZwaniiHinaßregeln schre1ten würden, wenn di? Albanesen bei dem Widerstand Vérbarren sollten, dirigirte der Liga-Ausi chUß' alle verfugbaren albanesiscben Truppen iiach Du'lcigno. Unter, den türkischen Trupprn arbeitet die L1ga niit (Held, und _w1e es scheint, nicht ohne Erfolg. Die UnabhangigkeitspartU unier drn Albanesen hat wieder did Oberhand gewonnen. „Riza Pascha zog die in San Giovanni di Medua„a11§gesch1fiten Trrippen bis ans einrn Tabor, welcher 111 Dulc1g1w_ verbleibt, nach Skutari. Hier herrscht große Aufrrgrmg und blieb gestern

der Bazar geschlossen. . ' '

_ 27. August. Riza Pascha fcbemt seme Mission ernst zu nehmen, er droht „den Albancsen 1n1t_ (He- walt, wenn sie sich nicht friedliiiz' zur Abtreirmg Duicrgiws verstehen. Um vor einem Haiidstrwck) gegen seine Person gs- fiebert zu sein, lirß Riza seine Truppen 1101:de111 Konak em Lager beziehen. anwischsn dauern die, Freiwrlligensendungen nacb Dulcigno fort; die fanatiscbsien L1gasiihrer aris Djakova, die Mördrr Mebemed Ali'H sind siimxniiick) h1er emgeirbffen.

_ (W. Vr.) Die von der Liga nach'D_u[c1gno entisndeten Truppen sind beinabd ausschiießlicb voii Offizieren befrbligt, welche erst 111 der ]ungsien Zrit (LUS drr regulären türkischen Armee austratsn. Die E11tien- dUiig drr Truppen gsfchak) in Linzeinen Abtbeilungen, jedoch so zu sagen unter den Augen Riza PaschacZ. Hdiite Und morgen 10111211 von hier noch writers Sendungen von Trup-

prn und Munition nach Dulcigno erfolgen. (W- Pr.)

Serbien. Belgrad, 28. August. ,Die Pforte hat den Abschluß einer Konsularkonveniion mii Serbien bis auf Weiteres abgelehnt.

Rumänien. Bukarest, 28. 9111131111. . (W. Preffr.) Die Verhandlungen iiber das prozektirte D'onau: Schiffahrts-chiement wurden zwrscbsn Oesterreich und Rumänien wieder aufgenommen Und werden 111 Wien ge- fiihrt. _ Die in der Dobrudscha dislocirteii Kavirllizrw- Régimenter sind sämmtlicl) an'dLr trockenen rumanisch- bulgarischen Grenze concentr1rt und U111€r1)alt€n 6111611 unausgeseßtcn Patrouillrndienst, um das Emdrmgrn neuer Jnsurgentenbanden zu verhindern.

Rußland und Polen. St. Pstersburg, 31. August. (W. T. B.) Dem Vernehmrn nach ständen weriers be: deutende Aenderungen i11 den höheren ad1111n1sirci: tiven Krriscn bevor, iiamrnilick) ist a11ck)_v011 solchen in Bezug an? die gegenwärtige Preßvsrwaltimg 016 Reds, wslcbe auch den Chef derselben, 11011 Abaza, betreffen kdnnten.

_ Aus Kraßnowod'sk wird dem „(5391ng- vom trans: kaspisch811Kriegsschauplatzgdmcldet: Die Vorbnt des ExpeditionZ-Corps bat auf der OperationsbasißAii'fitellung grnommen. Die Offensivbewegimgen sind JLLtWEilig 211152110111 worden, während die Recogndscirungen fortdauern. _ Der Bau der Eissnbahn von drr Michailow=Bucht hai_ba: reits seiiicn Anfang genommen. Der FOLIWUUJ dchYrbciten hiingt iibrigens ganz und gar von der Zufuhr dcsixiiéiibahn: materials ab, welches sich biEixr (*in wenig berzbzierr hatte. Hospitäler sind bereits in Kraßnowodsk und T1ch1k1sch11ar_,er: öffnet worden. 2111 der Michailow:Bucht 111 6111 temporaryß Lazareth in Thätigkrit geseßt. Die Anzahl der Kranken ist gering.

Amerika. Washington, 27. August. (A. C.) Präsi: drnt Hayes tritt heute über Land einen Ausflug nach Kali: fornien an. Er wird auf seinsm Wege Utah besuchen.

_ Nachrichten aus Kingston, Jamaika, „vom 19. ds. zufolge sind Tausende von Personen durch den M der Nacht vom 18. des. stattgefiindenen verheerenden Orkan obdachlos geworden. Getreidefelder, Obstbäume imd gndere landwirtl): schaftliche Erzeugnisse sind größtsnthciis bernichtei worden „und riesige Bäume wurdcn Entwurzelt. Emig? K'irchrn erlitten große Beschädigungen und die Kaserne 111 K111g11011 wurde erstört. Drei Werften wurden weggefcbwemmt iind 111113111911 Zweitcrten 8 große und 32 kleinorr Fahrzeuge. Eine Hungers: 11911) sieht vor der Thiir und Tausende von Darbenden branchen Hiilfe.

Afrika. Marokko. Wir das in Tunis Erscheinendc Blatt „Riad-E1=Tiiiiisi“ meldet, soil ds_dem Sultan von Marokko, Sidi Miller) Hassan, gelungen 1ein, das Haiiptbeer der Jiiiurgentrn im Centrum seines Reiches zu schlagen und zu zer1prcngen. Die 910111311611 flüchteten s1ch nach der südlicher gelegenen Stadt Kasbet-EbKaued, dcrrn Bewohner sich ebenfalls dem Aiifstande angeschlossen hatten. In „dieser Schlacht kommandirte dcr Sulian selbst, wiihreiid zwei 2119- lische Offiziere die Artillerie beichligten. Sidi Muley Hqffan gedenkt 111111 mit seinen Truppen gcgen Westen zu 111arsch1rcn, um die nach der Küste vorgedrungozien RebclLeiiabibeiiiingci1 einzeln anzugreifen und niederzuwersen.

Südamerika. Biieiios-Ayres, 31. Jiiii. (A. C.) In der ganzen argentinischeii Republi'k hrrrscht poll: ständige Nube. (Hrneral Ayala ist mit den Natwnal: truppen von Corricntes iiach Concordia zyriickgekrbrt; dort zahlte er ihnen den Sold aus und entließ 11_e nach ihrer Her- matl). ])r. Derquei ist von der Naiionalregierung zum Gou- verneur der Provinz Corrienies ernannt worden. Der Kon- greß hat eine Resolution a11gcnomi11cn, wclche Beiiirano 3111,“ zeitweiligen Hauptstadt der Republik macht und die Promn- zialkammern auffordert, die „ii'apiialisationi“ von Buenos Ayres zu diskutiren. Die Geschäfte baden s1ck1 sebr grlébben und Alles nimmt seinen friedlichen Verlauf. Der Praident und der Gouverneur von Buenos Aires haltrn täglich Kon:

Nr. 35 des „Centralblaits für das Deutsche Reich“, hecaußgegeben im ReichSamt des Innern, hat folgenden Iribalt: Audemeine Verwaltungésacben: Aqueisang von Aus- ländern aus dem Reichsgebiete. _ Finanzwesen: Einnahmen dxr Post- und Telegrapben- sowie der Reichßeiscnbabn-Verwaltung bis Ende Juli 1880. _ Zoll- und Steuerweieii: Befuiiniffe von Zoll- und Stiuersteilen. _ Eisenbdbnwesen: Eröffnnnq einer Haltestelle. _ Marine und Schiffahrt: Beginn von Sessrbiffer- und Steuer- mannsrnüfungen. _ Post- und Telearapbenwesen: Telexxrapbenord- nung für das Deutsche Rricb Vom 13, August 1880.

_Nr. 22 des Deuticbcn Handels-Archivs, Wochenschrift für Handel und Gewerbe, herausgegeben im ReichSamt des Innern, enthält: Gesetzgebung: Deutsches Reich: Königlich Bayerisches Gesch, den Branntweinaufscblag betreffend. _ rankreicb: Zeitweilige on- freie Zulassung des zur Cbokoladenfabrikation bestimmtxn Kakao, außereuropäiswen und einheimischen Zuckers. _ Bescbrankxxxg der Einfuhr gewisser Pflanzen aus der SchMiz auf bestimmte Zoiiamier. _ Peru: Verbot der Ausfuhr von einheimischen Münzen und von Varrenfilber. _ Neue Normirung des Ausfubrzoiies aiif mehrere einheimische Produkte. _ Berichte1 Deutsches Reick): Nachweisung der ExnnabMen an ZöUen und gcmeinscbaftiicheii VcrbraucbsiteLern fiir die Zeit vom 1. April 1880 bis zum Schlusse dcs Yionats'Yuli 1880, _ Mannheim. _ KarlSrube. _ Stuttgart. _ Vereinidte Staaten von Amerika: Amerikanische Konkursstatisiik für das crste Halbjahr der Jahre 1876 bis 1880. _ Boston. _ Chile: Handels- brricbt (1113 Puerto Montt fiir 1879, _ Türkei: „Handelsbericbt aus Damaskus für 1879.

_ Nr. 19 des Ceniral - Biaits der Abgaben-, (Ye- werbe- und Handelsrieseßgebung und Verwaltung in den Königlich Preußischen Staaten bai folgcnden Inhalt: Aiiqkmrine Verwaltungsgegenstände: Niederlegung von Sibriftstücken im Zustel- lungßveriabren. _ Veräwerungen in dem Stande und in den Be- fugniffcn drr Zoli- und Steuersiellen. _ Indirekte Steaern: Tari- firung von abgepaßten seidenen 1111) balbWidsnen Bändern (Laval- 1irren). _ Tarifirung von woblriscbenden Fetteii. _ Personalnacb- richten.

Statistische Nachrichten.

Gemäß den Veröffentlicbiingrn des Kaiserlichen Gesund- beitS-Amies sind in der 34. Jahreswocbe von je1000 Bx- wvbnerii, auf den Jahresdurcbscbniit berecbriex, 1116 gestorben 11e- meldet: in Berlin 29,4, iii Brrslau 34,3, in Königsberg 37,8, in (56111 34,9, in Frankfurt a. M. 20,0, in Hannoorr 21,0, in Cassel“ 17,8, in. Magdeburg 25,0, i.: Stciiin 28,5, iii Altona 24,9, in Straßburg 35,7, in Meß _, iii Müichen 27,3, in Nürnberg 28,1, in Augöburg 32,5, in Dresden 26,2, in Leipzig 24,1, in Stuttgart 25,3, in Braunsckywisig 36,5, in KarlSrube 20,8, in Hamburg 30,5, in Wien 21,0, in Budabcsi 39,4, in Prag 29,4, in Krakau 34,3, in Basel 34,7, in Briiffel 25,8, in Paris 250, in Amsterdam 22,3, in Kopenhagen 29,2, in Stockholm 31,6, in Christiania 30,3, in St. Petersburg _, in Odessa 49,9, in Birkarest 25,2, in Rom _, in Turin 32,4, in Warschau 38,7, in Madrid 41,5, in London 21,3, in Gla§gow 19,5, in Liverpool 29 5, in DUblin 37,8, in Edinburgh 17,0, in Alexandrien (Egbbten) 40,5. _ Ferner aas friibrrkn Wochen: in New-York 30,1, in Philadelphia 21,9, in St. Louis 14,5 in Chicago _, in Cincinnati _, in San FraiiciSko 16,3, in Calcutta 21,0, in Bsmbay 27,3, in Madras 34,4.

Während der VerichtSwocbe bertscbien in dem deuisckpen Bebb- achtungsstaiionen nördliche und nordöstlicbe Windrichtungen, die in Breslau, Münckoen und Brcmen vorübergehend mit nordwestlichen abwccbsclien. Gegen das Ende der Woche sprang der Wind in Bredlan, Heiligsnstadt und Cöln nach Südost, M München nach Südwest um. Die Temprraiur der Luft war eine warme, meist höher als das DUrcbsckyiiiitsmittel. Niedersibläge fanden nur in München häufiger stait, Gewitter cntludcn 1111) sclicn. Der Luftdruck stieg langsam, zeigte aber in den leßien TMM der Woche mehrfache 1111bcdeuirnde Schirankiingen. Die SterbliÖkeitHverbältniffe dcr meisten europäischen Großstädte zeigcn in der Berirbiswocbe eine weitere Abnahme. Auch die allgemeine Strrblicbkritsperbäiinißzabl für die deutschen Städte zeigte einen kleiiien Rückzang iipzd iank auf 28,2 von 28,6 der Vorwribc („1111 1010 Bcirobrxcr und ams Jabr be- rechnet). Der Anibeil des Säuzlirigsaiiers an dxr Sterblichkeit War in deutschen Städten ein WENN gesiéizcrt, so daß von 1000 Lebendrn, aufs Jubi? berechnet, 141 Kinder unter 1 Iabr siarien, geßcn 140 der Vorwoibe (in Berlin 143 Nexen 141). _ Unter „den Todesursarben ist ein Zurücktrctcn dcr meisten Infektionskrankbriren erfichtlich, nur Unterleibsiydben gewannen größcre Brrbreitung, und Darmkaiarrbe und Brechdurchiälie der Kinder wurden'nameritlicb in den nordeuropäischen Städten häufiger, wahrend sie in Milte]- u11d Westeuropa abnahmen. _ Mairrn herrschen in Cöln und in größerer Aquebnuna in Madrid und SebiÜa; das Swarlacbfieber in Beuthen, Cöln, Elberfeld und Prag, die Diphtherie in Dredden, München, Berlin, Prag, Paris. _ Todcsfäiie an ivpbösen Fiebcrn irarcn in Beriin,Hamburg, Wien, Paris etwas vermehrt, in Munchen Verminderi. Todcsfäile an Fleckiybbus Werden aus Elbing, Tbo'rn, Warschau, Valencia und Saraaoffa je, 1, aus Madrid (Write Juli) 27 siemcldct. Darmkatzrtbc dcr Kinder nahmen in Berlin, München, Stuttgart, Dresden, Lsipzig, 111 dcn Städten der Mark, ferner in Hannovrr, Düsseldorf, Wien, Paris, Loxdon ab, jkaten aber in Königsberg, Danzi , Breslau, Pambnrg, Wremen, Praynscbwug, (5,5111, Aachen, Franißiirt a. M., Straßburg, in den' irandmamschen Städten häufiger (xlri TOÖLÉVkrjnlaffung auf. _ Die “Pockcn zeigen meist Nachlässe, 10 in Wien, Pest, Prag, London, Paris (41). Cm- z«lr.c Pockciiwdrsfäiic werden aus Köiiigsbkk11.mebch, Krakau, Warscbau, Bakarrsi, Venedig], Skviiia. Kadir. Aiexandriiz und Murcia gemrldrt. Zn Madrid kainkn Mitte Juli Pocken haufiger zum Vorschein. _ _

_ Das soeben außgegebeiw Julrbest dcr Monaidbcitx zur Statistik des Deutschen Reichs enthält Nachweise ubxr: Erwerbung und Verlust der Deutschen Reich» und Sta_arsangebörig- keit nacd dcm Gesei; vom 1. Juni 1870 im Jahre 1819. _ Ein: und Ausfuhr der wichtigeren Waaren im Zollgebiet im MMF" Juli und in den 7 ersten Monaten des Jahres 1880 „_ Durckiickonitts- Preise wichiigcr Waaren an den Hauptbandcidplaßcn T_euticblands im Moriat Juli. _ Zur Zuckerfabrikaiion vcrstcucrte Rirbeiimriigen und Zucker-Ein- und Ausfuhr in demselben 5111911111. _ Statistijckoc Literatur. _ , .

_ Von Spinnstoffen und Fabrikaten der TkxtllllidUstkle find bis zum Schlaffe des 9110111116 Jnli d. Js. iiach dem nsuesten Heft der Statistik des Deutschen Reichs auxgefiibri: Bau-nwoiie 68 287, Flachs 108 284, Hiinf 132132, .Di-che 11111) Wera 41812, Jute 1518, Schafwolle 97 612 und Sboddy 82517 Dobbeiceniner; ferner: BanniiroUengarne 73 360, robe Leiiiengarnc 8097, sicfgrbtc Lcincngarne 2729, Leinenzwirn 373, ungefärbte, «Iwiriity, gefarbt? Seide und Jloreiseidc, Lacetts, aucb Scidcnwaite 7797, WbUengarne 30 901, Baumoneiiwaaren 133 471, darunter dichte, gebleicbte auck) abprctirte 15557, andere dichte 63 381, Struriipfwaaren 32 038, Posatnentier- und Knodfinawcrwaarcn 9275, Lölsiepw0ateti'24121, Seidrnwaaren 27 256, Wollcnwaaren116555, Kleider, Lerbwaicve und Pußwaaren 22 433 Doppelcenjncr. _ In _der nachstehenden Tabelle sind Ein- Mid Ausfuhr einixicr Gaiizsabrikaie der Textil- induxiric gegenüber gestellt:

in dcr Zeit vom 1. Januar (Einfubr Ausfuhr bis Ende Juli d. Js. Doppelccnincr: Baumwollenwaaren 8 954 133 471 33 832 24 121

Leinenwaaren _ 2 736 27 256

Seidenwaarcn WZULUWÜÜUU 15 607 116 555 1 447 22 433

Kleider, Leibwäscbe 9n'0._P111511*a€1rc11 „_ . Nur bei Leinenwaaren 111 die Einfuhr bober als die Ausfuhr;

ferenzen.

die ,]!“ößi'ki' Einfuhr entfällt m:?Ukblieiiliib auf ungefärbte Leinwand.. Zwiiiich und Drillich, voii wcliben nur 13 589 Doppelcentner aus-