1880 / 229 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 29 Sep 1880 18:00:01 GMT) scan diff

Verbrechen und Vergehen sind von den GeUSd'ar: men an die OrtsPolizeibehörden, in deren Bezirke die stras- bare Handlung verübt worden ist, und nicht an die Staats- odcr Athnwaltschaft, noch auch an die Civildiensibehördr abzugeben. Maßgebend für diese Bestimmung ist bssonder's die Erwägung gewesen, daß auf diese Weise der Ortspolizei- behörde auf das Schleur1igste die Gelegenheit gegeben wird, unverzüglich oder doch meistens früher, als dies dem direkt angegangenen, oft in weiterer Entfernung wohnenden Staats- anwalts möglich sein würde, die weiter nöthigen Schritte zu thun, d. h. gleichzeitig mit der von der OrtSpolizeibehörde in Gemäß: heit des §. 161 der Strafprozeßordnung vom 1. Februar 1877 ohne Verzug zu bewirkenden Uebersendung der Anzeige an die Staatsanwaltsckmft, die nach eben dieser Vorschrift den Beamten des Sicherheitsdienstes oblicgende Verpflich- tung, zur Verhütung der Verdunkelung die keinen Artischub gestaltenden Anordnungen zu treffen, wirksam werden zu lassen. Eins AUSiiahme hat selbstverständlich in denjeniaen bestm- deren Fälxen stattzufinden, in welchen der Gensd'arrn, einen anderen Auftrag der Civildienstbehörde oder eine abweichende Requisition Seitens einer sonstigen Behörde crhaltrn hat. Von wichtigrn und schweren Verbrechen haben dir (Hensd'qrmezi strts gleichzeitig der StaatSanwaltsckMft eine direkts Mixther- [ung zugehen zn lassen und auch ihrer vorgesetzten Disnst- behörde _ nach Maßgabe der ihneir ertheiltcn Dienstanweisung _ Line 111ündliche oder schriftliche Anzeige zu erstattcii, 3) An- zeigen von Uebsrtretungen habén dW Gensd'armen, 1691711 ihnen nicht auMahmweise in einzelnen Fällen von ihrer Civrl: dicnstbehörde oder durch Requisition eine andere Weisung LL“- theilt ift, rbenfaUeZ an die OrtSpolizeibehörde abzugeben) damit dicse Gelrgenheit erhält, darüber zu beschließen, ob_ sie von dem ihr zustehendsn Rochte der vorläufigen Strafsestscßnng Gebrauch machen, oder die Sache an die AmtSanwaltschaft znr polizeilichen Verfolgung abgrbrn wil]. Diese Ariordnung ist auch in denjenigen Theilen der Rheinprovinz zn h_efolgen, in welckzen Line polizeiliche vorläufige Straffestseßung Uack) §. 453 drr Strafprozeßordnung Utid dem Gescße vom 14. Mai 1852 nicht stattfindet. 4) Die (Hensd'armrn haben die von ihnen wegsn strafbarrr Öandlrmgcn verHast-Zten oder festgenommenrn Personen in drr 919ng an die OrtéZPolizeibehörde desjenigeU Bezirks, in welchem die Festnahme erfolgt ist, zur Weiterbefördrrung an den AmtSrichter abzuliefern. Wennjedockßder Gsnsd'arm bei dem TraueZporte de?- Fesigenommenen nach dem Siße dieser Ortkopoli eibehörde den Siß des Amtsgerichts, in dessen Ve- zirk dir zyestnahme erfolgt ist, brrühren müßte, oder wenn der Siß des: Amtsgerichts dem Orte der Festnahme Überhaupt näher liegt, als der Sitz dsr Polizeibehörde, so ist die Ab: lieferung durch den Gensd'armrn unmittelbar an den 521th- richter des Bézirks, in wclchsm die Festnahme erfolgt ist, zu bewirken, Außgenommen sind ferner auch hier die FäUe, in welchen besondere Aufträge drr Civildienstbehörde oder Rs- quisitionen anderer Behördrn eine Abweichung von der Regel rechtfrrtigen und bedingen.

_ Wird bei der Subhastation eines Grundstücks nebst seinen Pertinenzien von einem Dritten in glaubhafter Weise ein Eigenthumsrecht auf einen Theil der sog. Verti- nen ien des Grundstückes geltend gemacht, und der SUbZastationSriMi-„r nimmt darauf insofern Rücksicht, als er in dem uschlagSUrtheil die angemeldeten Reckxte des Dritten ausdrück ick) vorbehält, so erwirbt, nach einem Erkenntnisse des Reichsgerichts, 11.Hülfssenats, vom 5.Zu11 d. I., der Ad- judikatar (der meistbietende Erwrrber des (HrUndstÜckeS) nichts: desioweniger durch das Zuschlangtheil rnit dem Grundstück anch die beanstandrtcn Pertinenzien, und drr Einspruch er- hsbende Dritte erlangt in Höhr dcs Werths der ihm gehörigen mitsubhastirten Gegenstände nur cinenAnspruck) auf die Kauf- gclder. Nur in demFaUe, wenn der SubyaftatiOUSrichter nach seinem frrirn Ermessrn auf drn Einspruch einss Dritten in Ansehung der streitigen Gegenstände dir Subhastation (1113- seßt, erwirbt der Adjudikatar des Grundstücks die streitigen (Hegensiände nicht.

_ Durck) Merhöchsie Ordre Vom 26. Juni 11. Z. ist be- stimmt worden, daß die Etappen=Telograpl)cn:Direk- toren iiber das ihnen unterstellte mobile Beamten: und Ar: beiterprrsonal die DiSziplinarg-Zwalt dcr Ober-Postdircktoreu aquuÜben haben. Auch ist den EtappewTelegraphen-Direk: toren für die Zeit des Krieges die Befugnis; beigelegt worden, jcden 11achg€0rdneten Beamten, der nach ibre'r pflichtmäßigen Uebrrzeugung feine Bestimmung nicht erfüllt, unter „?ustim: mnng der dem Beamten vorgeseßten Militärbehörde so ort zu suSpendiren und von der Armee zu entfernen.

_ Zu dem in drr Zcit vom 27. d. bis Mitte nächsten Monats hier stattfindenden militärärztlichen Operations- resp. anatomischen Kursus sind cine größere Anzahl Stabsiirzte der Armes und Marine kommandirt worden nnd hier eingetroffen.

_ Als Aerzte habrn sick) niedrrgelaffen die Herren: Drozinski in Wiffcck, Dr. Peters in Eisleben, 01". Mathrs in Tilsit, [)r. Mayer in Flatow, Hoch in Schubin, ])r. Do- manski in Pitschen, 1)r. Sinn in Amöneburg, Berner in Wißenhausen, Zynda in Dirsckzan, 111". Linsen in Huestrn, 01". Zeppcnfeld in Olpe.

Bayern. München, 26. September. (Aüg. Ztg.) Dsr Linanz-Minister von Riedel hat den Mitgliedern des teuerausschusses der Kammer derAbgeordneten jene Modifikationen an den Gesetzentwürfen iiber die Einkommen:, Kapitalrentcn- und Gewerbesteuer mitgetheilt, zu welchen in dem Falle Veranlassung gegeben wäre, wenn das den ?)kegierungsentwürfen zu Grunde gelegts Prinzip der Ein- fiihrung einer allgemeinen Einkommensteuer nicht zur Annahme gelangen soUte. Die Oktoberfestwiese war heute Nachmittag bei schöner Witterung bereits von einer nach vielen Tausenden zählenden Menschenmenge besucht.

Baden. Vaden:Badcn, 28. September. (W. T. V.) Der Großherzo und die Großherzogm von Baden sind mit dem Erbgroßherzog und der Prinzessin Victoria von Baden heute Abend 71/2 Uhr von Mainau zu längerem Aufenthalte im Schlosse eingetroffen. Se. Majestät der Kaiser hatten Sick) zur Begrüßung derselben nach drm Bahn- hof begeben, wo dis Spitzen der (Zivil- und Militärbehörden, sowie drr Stadtrath zum Empfange versammelt waren.

Elsaß = Lothringen. Straßburg, 28. September. (28.517. B.) Der Statthalter, General-Feldmarschal] Frhr.

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von Manteuffel tritt, wie die „Elsaß:Ldthritigische Zei: tung“ meldet, morgen die Rückreise von Gastern an und trifft am Freitag Nachmittag hier ein.

Oefterreich-Ungarn. Wien, 27. September. Ter Prinz Leopold von Bayern ist heute früh von Miinchen in Penzing angekommen und fuhr mit dem Kaiser, welcher den Prinzen auf dem Bahnhofs erwartet hatte, Nach Schön- brunn. _ Die Erzherzogin Marie Valerie ist vorgestern Nachts aus Jschl in Penzing eingetroffen und hat nach kurzem Aufenthalte die Reise nach (HödöÜö fortgeseßt. _ Die Prin: zessin Louise von Großbritannien ist, wie die „Linzer Zeitung“ meldet, vorgestern in Linz angekommen.

_ Ueber die soeben abgeschlossene Kaiserreise wird der „MontagS-Revue“ aus Pest geschrieben: „Der Kaiser, dessen Befinden im Frühjahr kein besonders günstiges war, sieht jeßt wieder vortrefflicher aus denn jr und ist stets in ausiiezrickmeter Stimmung. Die Reise durch Galizien und die Bukowina hat auf den Gesundheitszustand des Mongrchen eine sehr günstige Wirkung geübt. So anstrengend sie fiir einen Andrren gewesen wäre, dem Kaiser bereitete sie, wie rr sich selbst zu seiner Umgrbung äußerte, stets neue Freude. Und dabsi erhob er sich jsden Morgen um 2 Uhr vom Lager, um die laufenden (Hrfchäste in der gewohnten Präzision zu erledigen. Die drei Ministerien cmpfanden nicht den gering- sten Unterschied, der Courier, der des Abends kam, ging am andern Morgen mit den Erlsdigungen ab, gerade f_0, als wenn der Monarch in der Burg zu Wien oder Ofen residirt.“

Pest, 28. September. (W. T. V.) In der heutigen Sitzung drs Unterhauses wurde Baron Kemenr) zum ersten, Paul Szontagl) zum zweiten Vize-Präsidenten gewählt. Der Minister:Präsident Tisza beantwortete dir Jnterprlla: tion des Abgrordnetcn Miklos über die antisemitische Brivegung, indem er erklärte, das; die Regierung sich durch- aus nicht mit der von Jftozy inaugurirtcn Bewegung identifizire. Bisher seien der Regierung nord keine Statuten eines antisemitischsn Vereins zur Genehmignng vorgelegt wordcn; falls aber nach der Fassung der Statuten der Zweck eines Vereins darin bestehen sollte, zwischen den verschiedenen Klassen der Bevölkerung, den ver- schiedcnrn Nationalitäten und Konfessionen Zwistigkeiten her: vorzurafen, oder lels derselbe mit drn Landesgeseßen und der Verfassung in Widerspruch stehst: sollts, würde dir Negir- rung die Genrhmigung versagen. So lange eine Bewegung auf tl)eorc,„tischem Gebiete bleibe, reiche die Presse selbst als Gegenwafse, event. das Preßgeseß aus; sobald aber die geseß: [ichen Schranken verleßt würden, werde die Regierung von ihrem gesetzlichen Rechte, solche Agitationcn zu verhindern, Gebrauch machen. Das Haus nahm die Antwort zur Kenntniß.

_ Dem „EÜenör“zufolge ist da?: ungarische Budget pro 1881, nach der erfolgtcn Feststeüung der gemeinsamen Achgaben durch den gemrinsamen Ministerratl), nunmchr fertig gesteÜt. Das Budget bewegt sich vollständig im Rahmen des voriährigen Voranschlags; die BehaUptung derjenigsn, die das Budget schon im Vorhinein als ungünstiger darstellten, findet damit ihre Widerlegung. Eine wesentliche Aenderung zeigt fick) UU); bei dem gemeinsamen Budget, welches den Er- fordernissen der Situation entsprechend sick) etwas höher als das vorjährige Budget darstellt, jedoch durchaus nicht in dem Maße, wie man bisher verbreitet hatte.

Großbritannien und Irland. London, 27. Sep- tember. (Allg. Corr.) Lord Mountmorres wurde am Sonnabend Abend das Opfer eines brutalen Mord- attentatH. Während er seiner Brsißung in Clonbur, Graf- schaft Galway (Irland), in eigener Equipage zufuhr, wurde er von sechs Kugeln, deren Mehrzahl den Kopf traf, hingestreckt. Der Verstorbene stand schon seit längerer Zeit mit seinen Pächtern im Prozesse Und wurdr bis ganz vor Kurzem be- ständig von einer Abtheilung Polizei bewacht. Er hatte unmittelbar vor seiner Ermordnng einer Versammlung von FriedrnSrickUern brigewohnt, in der eine Resolution ange- nommen wurdr, welche die Regierung znr Amrahme von ZwangSmaszregeln auffordert,

Der Vizekönig meldet drm indischcn Amt in Lon- don unterm 25. d.: St. John berichtet aus Kandahar, daß dort völligs Ruhe herrsche. Die auf dcm Marschr 11ach Ju- dien begriffenen Kolonnen stoßen auf keinen Widerstand. Die Brigade unter General Baker langte gestern in Kan Abdullah an. General Macgregor brach gestern nach Harnai auf, um mit dem Murri=Stamme Abrrchnung zu halten und die Eisen- bahnverbindung wieder herzustellen. Dir von Kandahar nach Maiwand gesandte Brigade ist zurückgekehrt, nachdem sie die Leichen drr in der Schlacht am 27. Jrrli Gefallenen beerdigt.

Der Spezialberichterstatfer dcr „Daily News“ meldet aus Kandahar: General-Brigadier Sir C. Roß geht am nächsten Dienstag mit den Bengaltruppsn nach Indien ab. General Phayre hat den Befehl erhalten, seine Division auf 10 000 Mann zu bringcn, Angesichts der Wal)rschei_nlichkeit, daß Kandahar fiir die nächsten zwei Monate eine Garnison erhalten soll.

Ein Telegramm der „Times“ aus Kandahar läßt gleichfalis darauf schließen, daß ein Aufgeben Kandahars, faÜs es Überhanpt stattfindet, noch geraume Zeit auf sich warten lassen wird.

Aus Simla wird dsr „Times“ gcmrldet:

Soeben fil1d Nachrichten aus Kabul bis zum 12. SepLembrr ein- getroffen. Die Niederlage Ayubs bat den Emir ungemein befrie- digt und im Lande einen beruhigenden Einfluß ausgeübt. Wenige Tage ror Eintreffen der Nachricht hatte der Sirdar Fakir Khan das Gerücht in Umlauf gefeßt, daß Ayub den General Roberts gefangen und die (Enoländer geschlagen habe. Der (Emir ließ drn Sirdar hierfür so kräftig aukpeitscbe-r , daß dessen Leben in Gefahr schwebt, Der Emir drückt seine Abficht aus, Indien baldmöglichst xu be- suchen. Derselbe heiratbete am 7. September seine Base, Tochter von Ali KuUab Khan. Einige der bestinformirten Beamten find einer Abtretung Kandahars an Abdurrabman günstig, sobald derselbe stark genug ist, um es zu übernehmen. Obgleich dies jeßt unmöglich ist, dürfte er im Frühling wohl dazu im Stande sein.

_ 28. September. (W. T. B.) Angesichts der Lage im Orient und in Irland soklen mehrere hervorragende Mit- glieder der liberalen Partei bei der RegierUng darauf dringen, daß das Parlament zum November wiedereinberufen werde.

In Folgs von Mittheiluanen, die auch in die Oeffentlich: keit gelangt sind, ist der Beth ergangen, daß der Zutritt zu der Werft, auf welcher die für den Kaiser von Rußland be- stimmte Yacht „Livadia“ erbaut wird, aklen nicht befugtcn Personen untersagt Wird. Man untersucht sorgfältig alle

Theile der Yacht nach einer etwa dort versteckten Maschine. _ Wie der „Pall Mall Gazette“ gemeldet wird, wird der Kohlen: vqrrath, welcher schon an Bord der „Livadia“ verladen war. wieder auszgesclüfft. Tauchsr untersuchen den Kiel der Yacht= Nihilisten in London soUen zugegeben haben, daß eine Ver- schwörung bestehe, und soUen ihre Bekannten in England da: von verständigt haben, daß es gefährlich wäre, an Bord der „Livadia“ zu fahren.

Frankreick_._ Paris, 29. Srptember. (W.T,B.) Da?- „Jo urna1 ofsrcrel“ veröffentlicht heute die Dekrete, be: treffend dW Ernennung des Grafen Chorseuk und Raynals zn Unter-Staatssekretären.

_ Kr. Corr.) Der General Gallifet hat nach den großen anövern an sem Armee-Corps folgenden Tages: befehl erlassen:

Durch dreizrbn Tage hat das 1)(. Armee-Eorps, unter der Hund seines Führerx vereinigt, marsrbirt, aelebt, manövrirt und gekämpft und dabei eine Zucht, einen militärischen Geist und einen gutrn WiÜen entwickelt, Welche drr Corpsbefebldbaber mit Vergnügen (U1- erkennt. Diese Manöver ließen viele schon erzielte Fortschritte er- kennen, aber auch viele Unvonommenbeiten, welche noch des Näheren zur Kenntnis; der verschiedenen Führer gebracht werden soUen, damit man ihre Abstellung bis zu den nächstjäbrigen Nia- növrrn mit Eifer verfolge. Das Marsrbregiment der Marine-Jnfan- terie hat fick) auf der Höhe eines in Frankreich und den Kolonien wrbl erworbenen Russ gezeigt. Der Krirgskaffcn- und Postdienst, mit welchem in dem 111. Corps die erste Probe gemacht wurde, hat in der befriedigendstrn Wrisc funktionirt. Mit tirfer Bewcäung und Erkenntlicbkrit dankt der Brfcblshaber des Armee-Corpi (1 en Ossi- zieren, U.".terofsizieren Und Soldaten fiir den unabläs1ig ergebenen BxZstand, den fie ihm bei der Ausübung seiries Kommavdos ge- wa ren.

Italien. 910111,28,Septen1ber. (W. TV.) Garibaldi Und sein Sohn Menotti haben ihre Mandate als Deputirte niedergelegt, indem sie crklärten, daß sie nicht an der Gesetzgebung in einem Lande thsilnehmen wollten, „wo dio Freiheit mit Füßen getreten und das Gesetz nur angewendet werde, um die Freiheit der esniten und anderer Feinde der italienischen Freiheit zu s)i11,zrn“. Die Veranlassung zu dirsem Srdritte soÜ eine dem Schwieger- sohne Garibaldi's, General Canzio, zugestellte Aitffordernng des Gerichts sein, dir Über ihn verhängte Freiheitsstrafe anzutreten.

Türkei. Aus L 0 n d o n , 28.Septrmberxneldet„28.513. V.“ : Die Operationen gegen Dnlcigno smd iibor Mittwoch hinaUE vsrschoben. Montenrgro hat erklärt, das; slck) durch das Anitreten Riza Paschas in Dulcigno die Situation der- ändrrt habe. Es würde bei dieser veränderten Situation bsi einem Angriff nicht blos gegen Albanrsen, sondrrn glerckz: zeitig auch gegen Kaiscrlick) türkische Truppen zu kämpfen haben. Hierzu bedürfe es weiterer Vorbereitungen. ES finden schleimige Verhandlungen unter den Mächten statt.

_ Die „Times“ pukxliziren einen Prorest, welchcxt die zum Widerstands ritt1chlossene Parte: rnD_ulc1_gtio an die fremdländischcn Konsuln in Skutarr gerichtet hat, Er lautet:

„An die Komsuln von England, Frankreich, Italien, Deutschland, Oestcrreicb-ngarn und Rußland in Skutari. Ew. ExceUeUz! Mit peinlichen Gefübien haben wir vernommen, daf; binnen wenigen Tagen die Flotten der europäischen Mächte in den Gewäffsrn vor Dulcigno ankommen werden, um uns zur Ueberaabe unserer tbeuren S1ad1 an Montenegro za zwingen. Seit viclcn Jahrhunderten haben wir, die Einwohner Dulcignos, unter der Hsrrschaft und dem Schuße der ottomawisckocn Yiacbt qelebt, und es würde für uns unmög- lich sein, uns die Gewohnheiten, Gebräuche, Sprache und erigion dcr MviWenrgriner, die von den unsrigen verschieden und ihnen ent- grgen sind, anzueignen. Wir sind daher fest entsrbloffen, jeden An- griff Seitens Montenegros abzuwehrcn und unsere Vernichtnng der Unterwerfung vorzuziehen. Die Verantwortlichkcit für das an ihren Grrnzrn vrrgosiene Blut muß auf die Häupter der Mondnearinrc fallen. trcil wir nicht die Ursache find. Wir hoffen indeß, daß die Gefahr eines Konfliktes abgewendet Werden dürfte, da wir wiffen. daß die Großmächte nicht den Ruin, sondsrn die Wohlfahrt der Bevölkcrnngen anstreben. Wir bitten Ew. Ercelienz, dieien UUsLrLU unwiderruflichrn Entschluß der ron Ihnen vertretenrn chierung mit- zuébeilen, und wrrden die Eöre einer Ankwort darauf dankbar an- er ennen.“

Serbien. Belgrad, 28, Soptcmber. („W. T. B.) Der Fürst von Bulgarien wird am 5. Oktober hier erwartet.

Ykontenegro. Cettinje, 27. Scptembrr. (Pol. C.) Drr inontencgrinischr Ober-Kommandant Bozo Petrovic hat theils dnrch eigene Rckognoéözirung, Weils durch Kundsckmfts= berichte die Gewißheit erhalten, das; die albanesi schen Streitkräfte um Dulcigno mindestens 8000 Mann be- tragen, währrnd die unter Riza Pascha stehenden rcgn: lären türkischen Truppen 7000 Mann stark sind. Da gar keine, Gewähr dafür vorhanden ist, das; die regnlären türkischen Truppon bei cirier eventueüen montenegrinischen Offensive grgen Dulcigno nicht gemeinsame Sache mit den Albanesrn machen, erklärte Bozo Petrovic, bei der numerischen Ueberlegenhcit der vereinigten albanesisckxtürkischen Strcit- kräfte insslange zu cinrr Aktion nicht schreiten zu können, als nicht durch die Intervention der Mächte die Frage entschieden ist, 01) die Montenegrinsr dem albanesifchen Widerstands allein, oder auch jenem drr regulären türkischen Truppen zu begegnen haben werden. Bozo Petrovic hat hierher gemeldet, daß die M- banescn und türkischcn Truppen den ganzen Strich längs der Mozura vom Skirtarisre bis zum Meere formidabel br: festigt haben.

Amerika. Washington, 28.Septcmber. (W. T. V.) Die Abnahme der Staatsschuld der Vereinigten Staaten in dem laufenden Monat diirfte ungefiihr 12 Miüronen DoÜars betragen.

New-York, 25. September. A(lg. Corr.) Vom Ge: neral Hancock, dem dcmokratischen andidaten fiir die Prä- sidentschaft, ist ein Brief zur Veröffentlichung gelangt, in welchem er die Kriechansprüche des Südan in starken Aus: drücken mißbilligt und erklärt, daß die Bundekoregierung nic: Wls Schulden bezahlen oder Pensionen und Belohnungen irgend welcher Art bewilligen könne, die in einem Kriege ihren Ursprung haben, welcher gegen ihre eigene Existenz gerichtet gewesen. Nic- mand, fi'mt der Schreiber hinzu, erwartet oder verlangt solche unnatürliche Handlung. General Hancock sagt zum Schluß: „Als Präsident würde ich jede Ge eßgelxun fiir die Bezah- lung von Ansprüchen irgend welcher Art kZiir Verluste oder BeschädiémnKen an Personen, die sich im Aufstandc befanden, k[Fleichvie 9 später begnadigt oder nicht, mit meinem Veto

elcgrn. Die Verpflichtungen der Regierung gegen ihre Vcr- tl)eidiger bestehen für immer und sind heilig, abrr Kriech- forderungcn der Union dürften wegen Länge der Zeit als

verjährt betrachtet, oder soüten, FaÜH fie no erna twerden der strengsten Prüfung unterzogen werden.“ ck Z ck

Südamerika. (Al]g.C0rr.) Der chilenische Ge andte in Washington heit 7151 Panama die Mittheilung erhaltsen, daß Chrmboke _ pördkch v_0n Lima- am 11. d. von 2500Chilenen bezeßt wurde, d1e _v01_1_ hreraus vorrücken und in Gemeinschaft rmt rrnderen Strertkraftxn und der chilenischen Flotte einen Angriff auf die peruanische? Hauptstadt Unternehmen onen.

Dem „Panama Star U. Herald“ zufolge wurde Callao am 31. August von den Chilenen bombardirt. _ Daffel'be Viatt mcldet unterm 16. d., das; am 13. d. in Val- paraiso em Erdbehen stattgefunden hat. Jllapel, eine Stadt im Innern Chrles, wurde gleichf-ZUL zerstört. Jm Gan- zen sollen 200 Personen durch das Erdbeben ihren Tod gr- funden haben.

Statistische Nachrichten.

Bei drr Magdeburger Allgemeinen Versicherun s- 21er e n g e fe [ [ fcb aft _ Abtheilung für UnfaUverficberuna _ karrgren inden Monaten J uli uud A u gu st 1880 zur Anzrige: 28 UrifäUe, welche den Tod, der Betroffenen zur Folge gehabt Haben; 19 Unfälle, in Folge déren dre" Vrsckxadtgten noch in Lebensaefabr schweben; 97 Unfälle, welxbc fur'dre Verleétcnkvorausfickytlich lebenßlängliche, jheils totale, Weils partielle Jura iditat zur Folge haben werden, 1380 Unfälie mixt vorau_ss1chtltch nur vvrübergebender ErWerbSnnfähigkeit: Summa 1524 Un(falle. P J

. __, St. et. . 1.1.) Das Seviemdsrbeft der väda ori chen Zertxchrtfi ,Dxr rusfixrbe'Elcmentarlebrc-„r“ enthälr eine statFsÉissÖe Uebersicht _uber dre tn Rußland bestehendenClementar- schulen._ Dre Nachrichten find in sämmtlichen Ressorts aesammxlt, und aus ihnen geht hervor, daß zu Ende des Jahres 1876 in Ruß- land _38 789 Elementarscbulen brstanden, welche von 1 408 602 Knabrn und 522 117 _ also fast dreiMal weniger _ Mädchen, im Ganzen also von 1931319 Kindxrn besucht wurdev. Von diesen Srhulen ge- hörten 31 987 Schrilen mit 1 196503 Lsrnrnden zum Ministerinm der Vo1kSayfklarrina, 34 beulcn mit 2166 Schülern zum Ministerium des Kaiserlicher; Hofes, 2197 Schulen mit 194 006 Lernenden gehörten zum" Mrntskerrurp des. Innern, 16 Elrmentarschaéen mit 1596 Schulern zum Ministerium der Kommunikationen; 489 Schulcn mit 38 685 Liernexnden warerr dem Ministerium der Reichsdomänen unter- steUt. 43 Schrzlcn 17111 1795 Srbülern dem Finanz-Ministerium, 48kSchulr;1_ mit 6838 Schnlern drm Marine-Ministrrium; zum KrregZ-Mmrstcrrunt gehörten 459 Schulen, in dencn 22 496 Schüler (urxtrr denen 5566 Mädchen) vorbereitet wurden. ZUM Schluß desieiben Jahres 1876 gehörten zum Reffort der .4. Abibeilung der Kanzlei de_s Kaisers 311 Schulen mit 21 615 Schülern „(darunter 7154 Knaben), „zum geistliÖen R(ffort 265 Schulen mit 324379 Schulern; drr Pb:lantropifche Verein zählte 30 Schulen mit 1423 Lcrxendcnz zur Slatthaltetschaft im Kaukasusgebiet gehörten 934 Schulen mrt 45 983 Lernenden (darunter 6956 Mädchen). Jn anlgnd bestanden 1976 Schulen mit 365 744 Lernenden, Wovon 179 454 Srixulermnen waren. _ Vor: der Gesarnmbabl der Ele- rrientarftduleu'gebören mrthin zam Ministerium der VolkSanksärung 82,46 9/9. Dre Zahl der Schüler in densrlben bildet 61,95 0/0 der ge1ammten Schulcrrczbl. Auf jede der Anstalten dieses Resorts kommeti 37 LcrbncndeZ die Zahl der Lernenden in jeder Anstalt an- derer Ressorts uberststgt die Zahl 37. Im Durchschnitt entfallen au_f jede Schule, Wenn man die Anstalten aller Refforks zusammen- faßt, 49 Lernende.

Kunst, TIiffrnschaf? Und Literatur.

_Von dcm umfangreichen im Selbfdcrla e des eraus ebers bier1elbstcr1cheinenden Werke: ,Die WLbnpéäHe dHes Dgeut- schen Reiches, auf Grund der amtlichen Urmaterialicn bearbeitet und herausgegeben vqn Oskar Brunkow, Lieutenant a.D.“ find von der ersten"Abthe.rlung, _rrelckIe die Wohnplätze des K'önigrcirbr? Preußewauffuhrt, ]?151 die Lieferungen 6-8 (Faargaard-Herrn- nrotschxlnrtz) _ JuSgegc-bcn Worden. Wir haben wiederholr bei dem Erscheinen der fruheren Lieferungen 7:66 Werke;7 auf dasselbc aufmerksam grmacht und des, großen Fleißcs und der bingebeuden Sorgfalt [odend aedarbt, mrtsirelchen dcr reiche Imhalt dcr jiiübcvoUen und zrrtraubcndry Arbeit ausden besten Quellen in durchaus zuver- la111ger Weisx zqsamnrenaeitcllt ist. Wir Wollen daher nicht ver- frblen, Tas [?UVlZ-DL'LUVUH noéwal? alledn DISK szu cnrpfeblen, ivelche eme na (: *en (“et en in *c rie i en e «taii tik' drr Wo n lä; des Dcutscbcn Reiches zu bcfiBM wüéischen. h p 1„e

_Jm Verlage_von Julius Springer ist ersrbicxten: ,Jn- st'rUkttonsbuch fur die Berliner Feuerwehr“, im dienst- lichen Auftrage bearbeitet. Drr Inhalt des Baches ist in folßcnde selbs 5171121121 gegliedert: 1) Organisation, 2) AUgemeine Bestim- mnngcn, (;)-Vorscxrrften für den Wachdienst, 4) Theater-Waebdienst, 5) Vorschriften fur du's Verhalten auf Brandstelle, 6) Löscbmafz- regeln. Das erste Kaprtrl handelt von den Bestimmunarn über die Reffort- und" Etatßvrrbczltniffe, die persönlichen Kräfte, die ma- terieUe Aukrustimg, dle raumliche Vertheilung drr Kräfte und Organi- sation der Untrrabthetlungen(Grenzen der Inspektionen, Eintbeilung des Cyrvs, Beseßung der Fahrzeuge, Vcrthrilung dcr Compagnicn resp. ane als _Wacbberrttsäyaft). Weiter giebt dieses Kapitel die Vor- schrifxen uber die AUarmrrung und die Bestimmungrn über das AuSrucken zum Feuer, uber die Verwendung auf Brandstelle, über die Bespannung, drr Fahrzeuge, über die Kammerverwaltuna, die Sch1auchmacheret,dle Geratheverwaltung und dichrkstätten-, Bureau- und Telegrapbcnvcrwaltunxi. Das zweite Kapitrl stellt die allgemeinen Bestlrpmungcn zusammen aber die Annahme, Beförderung, Entlaffnng, Bekleidung und Auérüsiung, über das allgemeine Verhalten tm _Dienst und außer Dienst, über die Rangverhältnisic. Grad- abzetchen urid Hormerzrs, über Disziplin, Krankheit, Urlaub, Kom- mando, forme schlrrßlrch iibcr Bitten, Gesuchr, Anträge und Be- schrvrrden". Das dritteKavitel umfaßt die Vorschriftcn für den Warb- drrnst, namlich die Dienstzeit, Funktionen besonders Kommandirter, Haus- und qubenordnnng, StaÜordnung (Aufsirixtrdicnst bei den Ge- spannen, Pflichten der Fahrer), Beurlaubung und Kommandirung yon Wache, Erkrankung von Mann (haften, für das Verhalten in Betreff der Bespannung, larmirung und Rückkehr von der Vrandsiexüw Dax; fünfte Kapitel, wclcbcs, wie schon oben bzmerkt, d1e_Vor1chr[f1cn für das Verhalten auf Brandjere enthält, fuhrt des Naheren die Bestimmungen auf über die Fahrt zur Brand- 119112, Anfahrt, Mcldunß, AufsteUung, die Funktionen der Ober- lrttung undder Qifiziere, der Cbargirtrn und Mannschaften, ferner die Vorschriften fur besondere Verbältniffe und für den Abmarsch vrzn drr_Brandstelle. Das letzte Kapitel handclt dann von den L_oscbmaxrcg'eander Verwendung der Löschutensilien, von den Grmnd- saßen fur die Loicbmaßre eln, von dem Aufräumen der BrandsteUe nnd schließltch von dcr randwarbe.

Land- und Forstwirthschaft.

Der Milchwirtbscbaftliche Verein, welcher fick) die Aufgabe'gestellt bat, die Interessen der Milchwirtbscbaft, sowohl auf dem Oebjrtxe der Produktion„ als auch der Konsumtion, wahrzunehmen, bar urxer Anderem aucb wiederholt Erhebimgen angesteUt über die b'ettcn «ZerpgckuncJSarten fur Butter bei Postsendungen. Durch erne zweckmaßige und billige Emballage wird unbedingt cinem dr rekten Bezugs guter reiner Butter Seitens des Stadtbrwobners vonvdem Produzenten Vorschub geleistet _ häufig zum Nußen beider Thetlr. Jr! der leßten Korrespondenz gedachtche.eins ist nunmehr eme drcßbezugliche Konkurrenz angeschrieken, welche im Laufe dels, nachsten Jahres zum Austrag kommen soll. Zur Prä- mnrung der besten VerpackungSarten wird der seiner Zeit zu berufendcn Jury dr: Summe von 1000 „75. zur Verfügung ste_brn; es befinden „sich darunter 2 von dem Ministrr für Land- wtrthscbast :c. bewilligte Staatspreise von je 250 “M Nähcre Mit-

theilungen find von dem GeschäfTSfÜb'ker dss Vereins, Oekonomie- Ratl) Boysen in Hildesheim, einzuziehen. _ Aus der erwähnten Korrespondrnz erfahren wir aucb, dßlß dem ferneren Bestehen des Molkerei-Jnstituts (Milchversuckosstatwn und Molkereischule) zu Raden in Mecklenburg eine neue Grundlage geschaffen ist duer daß 'von dem Großherzog von Mxcklenßurg-Scbrverin aufs Neue be- tbattsite lebhafie Interesse für diese? Unxernebmen insbesondere und den Aufschwung des deutschen Molkeretkvesens im Allgemeinen.

_ Trier, 20, September. Dkk .Cö_ln._Zi .“ wird geschrieben: Die Witterungsverbältniffe find rechk gunstig ?ür die WeinbergJe. Es kann sich dies natürlich nur auf die nesunde, kräftige Ausbildung drs Holzes beziehen; denn bezüglich drk Traubrn war die anfänaliche Bxurtdetlrzngbei Ausbildung der Gxscheink [Lidkk ziemlich zutreffend. I)ie quaytttatrr-en Erträge bleiben rm grOÜen Dvrrbsckonitt unter 1/6 eines Z))itxtelherbstes, qualitativ jedoch zeigen sich die Ausfiäoten sebr mel gunstiaer. Reife Trauben von recht süßem Geschmack zeigen s1ch aÜerorts, srlbst Rießling beginnt durch die starken Nkbrl würde und zart zu werden. Wie oben bemerkt, sorgt die Mutter Natur, das;, wenn auch nur ein kleiner, doch guter Tropfen 04) beraußbildet.

_ Aus Baden wird der „D. landw. Pr.“ gesckxrisben: Nach _den roc Kurzrm erstatteten vorläufigen Berichten drr Bezirksämter ist die Ernte an Weizen nahezu JUk- an Spelz gut, (111 RVMM nahezu grit. an (Gerste gut, an Hafer nahezu gut, an Mischfrucbt gut, gn Raps durchschmttlich ausgefallen. Die Getreideernte im Ganzen ist thrriacb an Körnern und an Stroh nabeiu gat zu nennen, Wie- sexiheu hat der Quantität nach unter Mittel ergeben, Ackerbeu (Mee, Luzerpe, Esparfette, Wickhafer, Ackergras u. s. w.) etwas über Mittel., Die Qualität ist bei beiden gut. Erhebliche Verschi2dem helfen im, Ausfall der Ernte find bei den einzelnen Landes- gegrnden nicbt hervorgetreten. Auch die zur Zsit der Vcricbtcrsiat- ttzng nochim Felde stehenden Früchte ließen im Allgemeinen befrie- dzgenden Ausfall errvarten. Dagegen ist in Folge der Winterkälte die Obstxrnte rm'Eanzen gering, und namentlich strht im Ganzen eme gertniie Wemernte in Aussicht. Dieser Mißstand ist um so tnxbr zu beklcrgeti, als die Rebbauer seit mehreren Jahrrn nur unge- nugende Ertraae batten und durch gänzliche Zerstörung Von Obst- bäxxmen und Neben der Bestaad selbst einen großen, nur langsam wirder zu ersrtZenden Schaden erlitten hat.

Getverbe und Honda.

Der Vorstand des Aktienvrreins des Zoologisäyen Garteris macht kckannt, daß den Inhabern der Sprozentisxen Obligationen vom Jahre 1871 und 1873, Welche bis zum 15. Sep- trmber cr. den Umtausch in 5prozentige Stücke nichr bewirkt Haben, eine Nachfrist bis zum 15. Oktober cr. bswikligt morden ist.

_ In der gestrigen Geueralversammluna der Vereinigten Kö'nrng undLaurabütte, zu Welcher 15672600 „45 Aktien- kaprtal mrt 2,6121 Stimmen anaemeldet Waren, wnrde die Dividendr auf 61% d. 1. 39 «Fl- vro Aktie festgestellt.

Glasgow, 28. SrYtember. (W. T. B.) Die Verschiffun- gen von Robeisrn wahrend der [eyien Woche betrugen 8075 gcgen 17 928 Tons tn derselben Woche des vorigen Jahres.

New-York,27.Septbr.(W.T.B.)Weizenverschiffungen er [2131311 Woch? von den atlantischen Häfen der Vereinigten Staaten U(LÖ England 164 000, do. nach dem Kontinent 225 070. daxvoln KalrfoanVirn und15O37Zo0100achBEngl1Md 50 000 Ortrs. Vifible SU 1) an eizen u e , do. do. a 17375000 Bushel. W N Mais

_ Die neuesten Nummern, 38 bis 40, ron „Kunst und Ge- werbe“,' Wochenschrift zur Förderung deutscher Kunst- indußrre, beraußgrgrben vom bayerischen Gewerbemuseum zJu lertrrnbcrg, redtgtrt von ])1'. Otto von Schorn, haben folgenden

n a :

Nr. 38: Die Gewerbe- und Kunstausstellung in Düseldorf. (Säoluß) _ Nürnberg. Germaniscbes Museum. _ Kaiserslxmtcrn. Das PsakzlsÖL Gewerbemujcuur. _ Wien. Ter Altar für Naza- reth. _ Prag. „Die, Sttckereien in der Permanenten AussteUUng. (Schluß f.) _ Fur die Werkstatt: Broncirung von (Eisen. _ Aus dem lechandelr Der Zeichrn-UnterriÖt. Von Eduard v. Haaen, _ „Kleine Nacbrßtcbtrzi: Historische Ausstellung in Mür1chen. Dcr Sptßenschlcier fur die Prinzessin Stephanie. _ Zeitschriften. _ Erklarung zur Beilage: Thrile einer italienischen Truhe.

„Nr, 39: Die Ausstellung" kunstgewerblirber Altertbümer zu Duifeldorf. (Forts. f.) _ Munchen. Die Aussteüung von Lehr- lingsarbctten. _ Kalwrslautcrn. ,Das Pfälzische ererbrmuseum. (Forts.) _ Frankfurt a. M. Dre Patent- und Musterscbutz-Aus- stLllw-na, _ Prag." Dre Stickereien in dcr Permaner-tcn Ausstellung. (Schluß) _ Fur die Werkstatt: Herstellung von Clickxé's fiir den Buchdruck aus Celluloid. _ Kleine Nachrichten: Die Marke der Fabrikate _vvxi deres, _ Perlenßsckxerci. _ Preißaussrhreibrn. _ ErledigteKurtos-Steüe. _ Erklärung zur Beilage : Arrtiksr goldsner

Halsschmuck. ,

"_Nr. 40: “Die AussteUung kunstgcwerblickoer Asierthümer zu Duiseldorf. "(Schluß f.) _ Nürnberg. Die 1». SchWc1rz'schen Majo- lrkcrx. _ Munrhrn. Die Llurzßtrliung ron Lebrlinßsarbriten. (Schlaß). _ Kalsrrslautcrn. Das PsalzisÖe ererdemusenm. (Srbluß) _ Jurisbruck. Ausstleung der K. K. aewkrblicbcn Zeichen: und Mr)- dellrrschule. _ Fur die Werkstatt: Neiie Verwendung der Chrom- ge'latmr. _ Aus dcm Buchhandel: Muster altdeutscker Leinen- mck'erer. Hrraasgegebcn vrn der Redaktion der Modeanelt. _ Klenze Nachrichten: Einrirhtung von Fachschulen in Hildeshrim. _ Jorticbritt der Photographie. _ Zeitschriften. _ Erklärung zur

Silage: ayence-Teller.

Die .ir.20 der „Mittheilungen des bayerisäyrn Ge- WerbemuseUMS'“ enthalten: Aus dem Kabimt Sr. Maj. des Königs. „_ Bayerische Landes-Ansstellung 1882. _ Begriff der Neuheit tm Patentwesen. _ Feuilleton: Geschenk an das Museum. _ Items in dcr Pcrm. AussteUung. _ Vermehrung der Samm- lungen. _ Notizen. _ Anzeigen.

Verkehrs-Anstalten.

Vom 1. Oktober d. I. ab findet auf sämmtlicl'en Stationen der Berliner Verbiwdungsbabn Privat - Depesrben- verkehr von 5 Uhr früh bis 11 Uhr Abends statt.

London, 27. Scptcmber. (Allg. Corr.) Dic Anglo-ameri- kanische Telegrapben-Compagnie mach! bekannt, da["; vom 1.'Oktobcr ab dcr Prris ron Depeschen aus dem Vereinigten König- reici) Lach New-York und Kanada 2 5. 6 (1. beträgt.

Southamyton, 28. September. (W. TB) Der Dampfer des Norddeutjcben Lloyd „Main“ ist hier eingctrcffen.

Berlin, 29. September 1880.

Karl Julius von Strauß +.

, 'Der am 27. d. MW., Morgens 21/2 Uhr, [)ierselbst M1, 80. Lebensjahre verstorbene Ministerial-Direktor im Mzmsterium fiir Landwirthfckzaft, Domänen und Forsten, Wirkliche Geheime Rath Karl Julius von Strauß, war am 28. Juli 1801 zu Krossen geboren. Der- selbe trat am 19. Mai 1823 bei dcm damaligen Land: und Stadtgericht daselbst als Ausknltator in den Staatsdienst, wurde im Jahre 1828 zum Gericbth-, und bald daranf zam Regierrrxrgö=Assessor ernannt, im Jahre 1830 zum Regierungs- und Domänendepartemcnts:Fiatl) in Posen bcfördert und 1839 ach Hilfsarbeiter bei der Centralverwaltung für Domänen und Forsten einberufen, bei welcher er im Jahre 1842 als Gel). z-inanz-Rath und vortra ender Rath angestellt und im Jahre 1851 zum Geh. Ober=x inanz:Ratl) befördert wurde. Im Jahre 1867 zum Wirkl. Gch. Obrr=F1nanz=Rath und MinisterialDtrektor bei dcr godachtcn Centra1vcrrvaltung ernannt, ging er bei deren Abtrennung vom Fmanz=Ministcrinm imZahrc 1879 mit zum Ministerimn

fÜrULa'ndwirthschast, Domänen und Forsten über. Bei seinem 50zähr1gen DienstjubiläUm, am 19. Mai 1873, geruhten des Kaisers ,und Königs Majestät, ihn zum Wirklichen Geheimen Rath 1nr1_de_m Prädikat Excellenz zu ernennen. Nach einer Uher 571ahrrgen,_ mit_ ausZkzeichneter Treue und Tüchtigkeit ziiruckgelegten Drenstzert war sein GesundheitSzustand dauernd ein so ungi1mst1ger geworden, daß er sich veranlaßt sah, seine Vrrseßung m den Ruhestand zum 1. Oktober 1). J. zu bean- tragen, wrlche ihm Allerhöchst bewiUigt wurde. Er sollte den Eintritt dWsEZZ Zeitpunktes jedoch nicht mehr erleben; nach- dem er noch in diesem Sommer im Bade Homburg Wieder- hersteüung von kaiarrhaliscben, Lriden gesucht hatte, entschlief er scinfr an Eiixkräftrrng. Mit Rücksicht auf seine langjährigen vorzuglichen Dienste wurde er, nachdem er bereits im Jahre 1870 den Stern zum Rothen Adler:Orden zweiter Klasse er- hal.eir hatte, auS Vergnlaffung seiner Versetzung in den Ruhe: stand von Sr. Majestät mit Verleihung des Königlichen Kronerrdens ersier_Klaffe begnadigt. Am 31.3anuar dJ. war es dem Vrrewrgten vergönnt, mit seinrr Gattin das seltene Fest dsr Goldenen H0chzLit zu feiern. Se. Majestät gsruhten, den marrmgfachén szersen der Aäerhöchsten Gnade grgen .drn Verrwrgtezi auch noch den hinzuzufügen, daß Mlec- hochstdteselbexr ihm dre Therlnahme an diesemfrohen Familien- feftr dUrch em überaus gnädiges Handschreiben ausdrückten.

, Stettin,27.Sep1ckmb.r. HeuteVormittag 10 Uhr erfolgte in der Iii Fahneq und (Gmrlarrden gesä'mackroü dekorirten Aula der Hriedrrch-Wilhelmssckyrrle die Eröffnung der 35. Philologen- v ersa m m l u n g rnit emer Ansyrache des ersten Präfidenten, Dirrkwrs Kern. Dararr kriupften fich dre Brgrüßlmgen Namens der Provinz Zind'des Provrnzralichul-K0Uegiums durch den Ober-Präsidenten xrrcibkrrzr von'Munckybausen und Namens der Stadt durch den Obxr-Burgermerftrr Haken. Eine Reibe von geschäftlichen Mif- rhrxlungen durch Direktor Weick'er schloß den formeklen Theil drr Errffnung. „Dann folcite der Vorjrag des Professor Pruiz aus Kozirgrderg „uber den Einfluß des klasfischen Alterthums auf das Miterlier“. Das Z))Tttglicdrrvrrzcirbnisz am Sonnabend Abend be- zrffrrts die Zahl der Mitglirder arif 524.

Mürrster, 25. September. Die Provinzial-Gartenbau- Aussxxllung, dre unirr dem Projsktorate des Ober-Präßdenten roanublwetter steht, 111 heut: in (Heganwart deffelbrn eröffnet roc rn.

YÜ'ÜUÖLU, 26. September. (Allg. Zis.) Aus Oberammer-

J an Wird uns unterm 26. d., Mittags, geschriebrn: „„Zur bcutigen

vom Wejrer begünstigten 39. und le ten Aufführung des Passions-

spiel's ist 'der Besuch, WEM] aucb rmmerhwr noch ziemlich zahlreich,

dock) "ern rrert geringerer als ermartct worden Wut, und woönen der

Yixtftfrrbrung 3500 Personen an. Ein Nachspirl findet nicht mehr (: .

_ Jm Res'idenz-Theater'ßnden cht täglich Proben zu der nachsten, Nomtat stati. Es Ut dies jemes Schauspie1Victorien Sardou s, deffen Aaffnbrungen in Paris snd zu einem täglichen Er- 81911li gestalteten: „Daniel Rochat“. Wabrschcinlich wird die ersie AuFfubrunq diriss hockoinfereffanten Stücks bereits in der Mitt? nachster Woche statthaden. _ Um den vielen Anfragen des Puhltkums wegen einer Auffit'brnnq des Wilbrandtschen Schauspiels „Dre Tockpter des Herrn Fabricias“ gererht zu werden. hat die Di- rekiton fich ent]chloffen, dasselbe bereits am nächsten Sonnabend, den 2. Oktobkr, neu ernstudrrt zur Aufführung zu bringen. Die weib- lichen Rollen sind zum'großen Theil neu besetzt, und zwar wird die vorr Fr. Baudtus grsptelte RoÜe der Agathe Stern durck) Frl. A. Wtenrtch zur DarsteYung kommen. Die übrigen Partien bleiben in der alten und herrahrten Besetzung, in welcher das Ensemble des Rrsidenztheaters bekanntlich auf 1einer diesjährigen Gastspielrundreise mri _deti Ausfuhrungen der „Tochter des Herrn Fabricius“ geradezu Srnjatwn errxgt hat. _ Am Freitag findet die lryte Aufführung von „Das Madchen (1118 der Frcmde“ statt,

, Der Gibbon, eine der neursten Acquifitionen dcs Aqua- rt_nm§, 171 am Sonntag Narbmiitaa in Folge eines rheumatischen thdens verendet. Der so seltene Affe war swon nicht Wohl, als er [bl?! „ankam, batte fir!) auf der Reise erkältet und ging rettungs- 05 cm.

LiterarischeNeuigkeiten und periodis4xe Schriften.

_ Deutsche landwirtbscbaftlicbe Presse. Nr. 77 vom ZL“ Srpjembcr c. Inhali: Die Wuchergesexze vorn geschichtlichen St_aydpunkte. .Der d§11t1che Borstebhund (mit Abbildung). ur Fr!t[iclluna des re_1attven Wcrtbes dcr präzipitirtxn zur waÉer- 1o§ltchcri Phosphorsaure. Zur Spiritudstcucr. Rundsckxru, Korre- 1_v0ndenzen, Personalien, Lehranstalten, Jagd und Fischerei, Hands], Sprecbsaal xc. _ Dcr Abonnementdpreis für die „Deutsche landwrrtbsckzajtliche Prrffr“ beträgt vierteljährlich 5 „461.

_ Der Bar, JUusirrrtc Vrrliner Wochenschrift. Eine Chronik fUls Haus. Herarxsgegebrn von Ernst Friedel und Emil Domi ik. Verlag von Gebruder Partel in Berlin. Nr. 39. _ Inhalt: Lehrstand und _Wehrstand, geschichtliche Noere von Max Ring (Schluß). _ Dre Ordenßritter im Oberlandc ron Oskar Schwcbel. _ Profeffor Emtl'Du Bois-Revmond (mit Porträt). _ Das Werdewstem und, die Perjönlicbe Freiheit im 18. Jahrhundert zu Berlin, nach Ortgrnalurkandcn dargestellt von A. Göde. _ Mis- ceUerx: Die erste Kartgffelcrnte im Lustgarten zu Vrrlin 1649 (mit JU1uitratton);,Der Muhlcndamm vom Molkenmarkt aus gesehen (rnit Illustration); Jyscbriften für die Grburjsbäuser Tiek= und Du kows ;“ Das Kremjerscbe F'ubrwerk. _ Briefkasten. _ Inserate. _ «ln umere Leser,

Magazin für die LiteratUr dcs Auslandes. Kritisches Organ der Weltliteratur. Gegründct im Jahre 1832 von Joseph Lehmann. Herauögeber: (Eduard Engsl, Berlin "M'. Verlag von Wilhelm Friedrich in Leipzig. Preis vicrtcljährlicb 4 „M 49. Jahr- gang. Nr. 40. _" Inhalt: Aus fremden Zungen: Zwölf Gedichte aus dem Prthchen dcs Omar Cbajjäm. Umgcdicbtet von Friedrich Bodenstedt. _ Deutschland und das Ausland: Rabelais' Gargantua und Partagruel. Deutsch von F. A. Gckbcke. (Eduard (Fnac!) _ Italien: Gedanken eines Gondoliers über Danie's „Gött- liche Komödie“ (Karl Witte). _ England: Thomas Cbatterton und WrUFam Blake (ThéodoLOpiZ). _ Ungarn: Gregor Csiky, cin dra- matischer Dichter (M. Sänger). _ Kleine Rundsckoau: Studien über Uskickxaex Servr/t.'_ Ines Parker, Roman von Mario Uchard. _ Jniern'attonale Zcitscbrist für Orthoarapbie. _ Die Comédie Frarcyatse 1:1 London, _ Literarische Neuigkeiten. _ Aus Zeit- schriften. _ Bücherschau.

, Socral-Correspondenz ([TeraUF-geaeben Von 131“. Victor Bodmert und Arthur von Studniß n Dresden.) Allgemeine Aus- gabe. Nr. 38. Inhalt: Zur Förderung des Versicherungs- Msens; _ Der Kongreß der deutjcben Sozialdemokraten in der Schweiz, _,Das Rcrbt der Aktionäre. _ Arbeiter-Woäpenbillets. _ Heil 'k 'ettVZMitlcl gegen kdre F*xswxnédersung. _ ArbeitStnarft.

* _1 c ungen er „u..'.ötcrreichisch-un ati en KrnUrlatöbehörden. September 1880. _ Inhaalt: s(Ichroß? brrtanmet). Hongkong. SÖiffarthewegung im Jahre 1879. _ Otiomanrsches Mr_tcb. Smyrna. Wahrnehmungen auf wirtbscbaft- lichem Gebrete wahrend des Jahres 1879. Nebst Anlagen 4. u. 8. Ausfuhrbandel von Smyrna im Jahre 1879; Einfubrhandel von

Smyrna im Jahre 1879. _ Personalnachrichten.

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