ck nahm und dann auf die materiel-
ibkk Kkäst? Skwü'm't- "" Anspru was in dieser Hinsicht "“h“
[en Zaskände des Landes und auf das,
| , "äh“ einging. rkt daß seit drei Monaten noch immer kein e_zttsyic- “ und schildert dann einzelne lokale Verhaltnisse.
D'MM M„- .“ 9“ e “ ini triums deswe en, daß es fiir Ost- Er schloß mit yeutmG-ZZZILZ? ??:mnsin. Ihm anttIortet Heerumon- landen! "?ck “;,“;le „„Was, daß seit acht Jahren lauter Palliativ- ngort-etßas „Mottsche Elend angewandt wordt", die zu nichts fiih- Mth MMM], die er ßets gemißbilligt. cht gelte es, heroische Mittel "" “"Die“; neue Syßeme aber improvifire man nicht in so kurzer Zeit. an "*“er sx? cr überzeugt, daß das Ministerium, troß seiner vielen ander- FZH?" Beschäftigungen, kcine Zeit verloren, sondern die Frage gründlich sudirt habe und bald Maßregeln vorschlagen Werde. Cr persönlich cnipfehle die arbatmachuug brachliexrndcr Stxcckcn ailfs'dnngendsie an, um die ","“ len Bettler dadurch u besZäftigcn, ferner Einfuhrung neuer Judustxtxzwctgx und entschiedencs ' ufgeben der rettungslos vcr|orenfen Handiptnnerci. Nach einigen beipflichtenden Bemerkungen „des GrafenRibauco-u rt_ na_hm Herr Rogier das Wort und lehnt xunjachst alle, Verantwortlichkeit siir die Aeußerungcn der Journale ab, wie xa auch die Katholiken sicher keine Solidarität für die Angriffe der klerikalen Presse auf das Ikabinct überneh- men würden. Er wiederholte alsdann die im ministerieilen Programm gc- machte Erklärung, daß die fiandrische Frage eine Frage der politischen Law desehre sei, und mgchte gleichfalls daraus aufmerksam, daß die Zeit noch zu kurz gewesen sei, um so eingcwurzclte Uebel zu heilen. Abcr Flan- dern habe Vertrauen zu dem Versprechen des Ministers und wiffc, das; er Wort halten Werde, und damit sci schon viel gewonnen. Denn dadurch sci die Mitwirkung Flanderns selbst möglich geworden, und diese sci nöthig, um zu einem guten Resultate zu kommen, Das Ministerium habe zivar ein bcrathendcs Comité für die flandrische Frage ernannt, aber es wolle fich nicht dahinter verstecken , sondern übernehme die VerantWortlichkcit fiir Alles, was es thun werde: es wolle nur den Rath der Sachkundigen, Viclcu Beifall fanden die Worte des Grafen Baillet, welcher äußerte: Er habe während seiner ganzen parlamentarischcn Laufbahn den Standpunkt der Parteien vermieden und denjenigen der nationalen und gesellschaftlichcn Jiitcrcffen seines Volkes einzunehmen sich bestrebt. Man habe seines Erachtens Un- recht gehgbt, die liberale und die katholische Ansicht bis auf die kleinlichen Verhältnisse der Parteien herabfommen zu laffen. Er habe brrcits oft er- klärt, daß keine Jrindschaft zwischen den katholischen und den libemlaneh- m_! bestehe. Liberale müßten fie Alle sein, wenn sie dcr Constitution die T!chwbrene Treue halten wollten; fie rechneten es sich aber Alle zur Ehre, ix_tholiken zu sein, und sähen darin ein mächtiges Element der Nationa- litat. Er brauche nicht zu sagen, daß „katholisch“ so viel als allgemein heiße, und daß „iiberal“ das Gegcnthcil von Ausschließen bczciclmc. Die wahren kaxholischen und die wahren liberalen Meinungen scicn ivcit davon cutscrnt, cinander feindselig zu sein', das geehrte Oberhaupt der katholischen Kirche, der erhabene Kirchcnfiirsk, wclchcn die Welt mit ihrcm Zubcllufc begrüße, sei nöthigcnfaUs cin Belvcis diescr Wahrheit. Es sei mehr als Zcit, die Partci-Benennungen zu be- seitigen , Welche der Zukunft des Vaterlandes nur gefährliche Zwistc bereitefn könntcu. Sie hätten alle eine gemeinsame Natiir, wollten alle den moralisch-matcricllcn und intellektuellcn Fortschritt, strebten alle dcmsclbcu Ziele, der Verbesserung der Volks-Ziiskiindc, entgegen. Wenn man den- seiben Zweck habe, könne man auch ans demselben Boden Play findcn, und dieser Boden dürfe kein Schlachtscld sein, Man sollte wohl bedenken, das:, wenn man im Griinde denselben Zweck verfolge und sick) dennoch bckricgc, man friih oder spät den Sieg denjenigen vorbrrcitc, Welche ganz etwas An- deres wollen. „
„Nachdem l)1erauf_ noch Graf Bricy und Graf Ribaucourt erklart hatten, das; !ic das Programm des Kabincts annehmen und sich nur. vorbehalten, „!cytcrcs nach seinen weiteren Handlungen zu bewrtheilen, wurde die Adresse von allen anwesenden “Mitgliedern (mit AuMahme des Herrn Cassicrs, der sick) dcs Mitstinmicns ent- hielt, welcher erst die Maßregeln des neuen Y))kinisteriums abwarten wollte) angenommen und die Kommission znr Ucberreichung an den König ernannt. Noch an demselben Tage empfing Sc. Majestät diesc Kommission und antwortete auf die Adresse: „Meine Hkl't'l'!!, Ich empfange mit lcbhastei' Zufriedenheit den Ausdruck der Gesin- nungen und Wünsche dcs Senats. Es macht Mich glücklich, zu sehen, daß Mcincr Regierung skin ausrichtigc'r Beistand und seine thätt'ge Mitwirkung gesichert sind; auf der Eintracht und dem guten Vernehmen unter den Staatsgewaltcn beruhen die Sicherheit des Landes und die Stärke seiner Zusiitnkioncn.“
Tie Regiernngs:?)?itthcilnng iibcr den Vorgang in dcm diplo- matischen Verkehr'mit Rom ist von drm Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herrn Von Hoffskhmidt, beiden Kammern gleich- lautend gemacht worden. Der Minister erinnerte zuviirdcrst daran, daß das Kabiuct dc Thcux*s schon seit fast -1 Wochen scinc Ent- lassung gegeben Und Herr Rogier schon zum König berufen worden, als die Ernennung des Grafen Vandcrstraeten-Ponthoz zum [*cboll- mächtiqten Minister in Rom erfolgte.
„Diese Ernennung, ausgehend von einem Kabiuct, das seine Entlassung eingereicht“, fagt dann Herr von Hoffschmidt in seiner Mitthcilung an die Kammern, „erregte lebhaftes Erstaunen und ward allgemein als unzcitig betrachtet. Diese Riicksicht und noch andere wichtigere, nämlich die Noth- wendigkeit, daß das liberale Ministerium und seine Politik in Rom voll- ständig gekannt und gewürdigt wiirden, daß man fich daselbst über seine Grundsäse, Absichten und Tendenzen nicht täusche, sondrrn sich von seiner aufrichtigen Achtung der Religion und der Verfassungsgemäß bestehenden Freiheiten einen richtigen Begriff mache, bcstimmtcn das Ministerium, nach
einen Mann„seiner Wahl zu senden, also die vorige Erncnnimg annulliren zu lassen. Das Ministerium konnte kcinen „eachtctcrcn Mann ertxennen, als Herrn Leclercq. Uebrigens steht der Regierung doch nnbc- stnmnermaßen das Recht u, ihre Agenten auswärts durch andere zu er- seyen, soba1d fie dies für die Politik und die Interessen des Landes niirzlich exachiek. Dieser Personenwechsel konnte den Papst unmöglich verletzen; vielmehr glaubt das Kabinct, durch die Wahl eines der gcachtetßcn Männer des Landes feine Ehrerbietung gegen den römischen Hof und stine Achtung fiir den W| mn auSdmckvollsten bekundet 11 haben. Diese Wahl Ward schon am N' gast,- akso am Tage, wo das . kinistcrinm ius Amt tm], notifizirt, und zwar m emer Unterredung, welche ich mit dem päpstlichen Nuntius, Monsign. de Mensa", hatte, und Worin ich ihm die Griinde auseinander- skbkk- MWK") 1ch glaubte, daß diese Wahl in Rom angenchm skin werde, und dab,“ Herxn Leclercq's Verdienste gebührend hervorhob. Sc. Erccllenz "ah!!! d'ksk Mittheilung günstig auf Und versprach, sofort nach Rom zu schreiben. An dkmsklbtl) Ta : beauftragte ich den belgischen GeschäftSträ- 8“ "' Rom, 4dem Kardmal- taats-Secretair die nöthige Anzeige zu machen, woran am 2 . AUZUÜ der Geschäftsträger antwortete, er habe die Anzeige
ma Md dem ardmal Ferretti auf sein Ansuchen eine Abschrift der esch? selnC'": GLJLWMZM September erschien der Herr Nuntius zwei- mal im ““Wakkkskn Pximßenum uud theilt: in meiner Abwcsenheit dem Geketal-Secretmr mundlich mit, „|, daß seine Depesche nach Rom *!*“ „aps! vbrgxlegt worden, und dann, daß die Wahl des Herrn Leclercq WF “ A“ s"- daß d" Papst f.“ “"'"hmm könne. Am 17. September sthmb ich darauf an den Nuntius und hat mir Abschrift dcr Depescl , , ): aus, die Lester“ ans Now,"b«""'- damn ub im Stande sei die Natur und Bedeutung der gegen die Wahl eines so allgemein hoch mäseten Man- nes, wi'eHetr Lecleth, ethobctirn Einwendungen zuwürdigen J Am 19jcn er- s im der Nuntius" in) Ministerium und erklärte sich ui Erthtilun d„ ist* nicht ermachngt; “er habe aber diese ErlaubniZ nachgesnchjg Er fügte übrigens, hinzu, dte Weigerung der Annahme sei posmv', die Depesche sage ihrem Kern nach, die Aiitecedenzicn des Herrn Leclercq' seien kik Hindemß daeßegen, daß ihn der rbmische Hof mit Vergnügen empfan- g“ könnte. 3 . mhehlte dem Nuntius den üblen Eindruck nicht, den obs: Weigerung üben verdx, und machte ihn auf das Gewichtige der An- mhmo-Vnmigetung «genüber einem so hochmachteten Manne aufmerksam.“ Hieraus erwähnt, der xaißer, daß er Herm Leclerq von dem Vorgange Wutth, und daß ihm dicser am 23. September den seitdem veröffent- lichten ties [ rieb worin er, ohne weitere, Erklärungen von Rom abzu- 74“!!!- au ese Stelle“ Yerzichtet. Auf eme am 23. September erfolgte mme Mit eilmtg des Ministers an den Nuntius, des Inhalts, daß er
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die Sache yok den Minister-Rath und die Kammern werde bringen müssen, alsy ubx- kit, Nedaction der Wet erun mit dem Nuntius einig sein müsse, thnlte ihm d!ese_r_ folgenden Depekchen-Zluszug mit: „Alles wohl erwogen, wgr ck Er. Heiligkeit leicht, zu entscheiden, daß Sie in den ernsten Um. standen, in denen Sie fich befinden, als belgische Gesandten durchaus nur solche Personen annehmen können, die Ihr durch ihre Antecedtnzicn weit" mehr Gargntieen böten , als HM Leclercq.“ NW km“ so „formlichcn Erklarung wäre es unniiv gewesen, sagt HM" von HOffschmidt weiter, eme weitere Mittheilunq abzuwarten; die Regierung konnte die Mo- nvx der Weigerqu nicht zuläsfig finden“, denn das hätte so zu sagen ge- heißen, ihr Gericbt anerkennen und sich einer mit ihrer Meinung wesent- 11ch imd vollstandig in Widerspruch sehenden Beurtheilung bcigescllen. Der Minister schrieb daher im Namen des „Krabinets unterm 28. September eine Depesche an den Nuntius, worin er ihm anzeigtc, daß die belgische Regie- xung außer Stande sei, dem König einen Anderen für diesen Posten vorzu- schlagen, nachdem man einen so ehrenwckthe'n und hochgcachtetcn Mann, Mc H„kkk" kalkkca, auf ganz unbestimmt gehaltene persönliche Einwendun- geit hin anzunehmen |ck geweigert habc. Ter Nuntius antwortete hierauf nut eincr Depesche vbm 29. September, worin er sein Bedauern über die- sen Entschlxzß ausdrückte, Hiermit endete der Notenwcchscl in dieser Sache und miei) dic-Mitthciluug dcs Minißers, welchcr schließlich die Hoffnung ausspricht, die Kammern wiirdcn in diesen Erläuterungen den Beweis fin- den," daß dic chicrung dcn diploim1tischen (Gebräuchen und ihrer Pflicht gemas; gehandelt habe.
„ HM“ Dechamps (voriger Minister dcrauswärtigcn Angelegen- heiten) zeigte darauf i'! der Repräsentanten -K“mnmcr an, er werde bet dcr ?ldi'cß- Diskussion die Ernennung des Herrn Vandcrstractcn- Ponthoz Vcrthcidigcn.
„ In der Repräsentanten;Kammer hat der Jiimnz-Minisicr in ihrer zweiten Siyung, am 12th d„ cine Reihe von Modifikationen d." Verschiedenen Budgets für 1918 vorgelegt; dicse seit April (wo die Budgets vom vorigen Minister festgestellt worden) nöthig gc- wordcncu ?lcndcrungcn ergeben cineGcsammt-Ausgabcn-Summe vou “1175160649 Jr. R.“) C., während im April d. Z. nur 911912217 Fr. 220. gcfordcxt worden !varcn, zu Wclchcrlcytcren Summe jedoch dss ci'1t spiiter viirgelcgte Staatsbautcn-Budget kömmt, das der vo: rige Minister mit 154182895 Fr. beantragt und das schon die vorige Kammer auf 16,101,110 J!“. 55 C. gesteigert hatte. Im ncucn Budget aber figurirt dicses Departement mit 17,833,605 Fr. W (T., und zwar in Folge der durch die vermehrten Waareu-Tranöportc und die Befahrung der neuen Linien !!iithig gewordenen größeren Am- gabcn. Ech so ist das IllstiF:Vlldgkt anf 121731115 erhöht, wcil dic Kdstcu dci“ Justi3--Verwaltung ["ck des [lutci'l)alts dcr Gefange- nen bisher zu gering angcsch1agcii worden. Die Errichtung von Han- dcls-Comtoii's in Amerika und dcr chantc, wofiir “100,000 Jr. an- gesetzt sind, ["ck-“„ihre das Budget der auswärtigen Augelcqcnhcircn nach chfail einiger anderen Ausgaben auf 2,798,77*1Fr. Tic Prä gung von Kupfer-Miinzcn und die Anschaffung von Material, um das mitwcrpcncr Entrcpot gcgen Fcucrögcfalx zu sichcrn, rrhiihcn das FiimiiF-Bndgct auf '!;;,0!-1,0.';0 Fi“. Dagegen sind die Budgets des Innern und des Iki'icgcö etwas verringert worden. Zur Deckung obiger Llusgabcn-Summen mm bictcn dic Staats-Einnahmcn, nach dem ?lnfchlagc des neuen Ministers (dcr den Ertrag dcr Eisenbah- ncn um eine halbe Million gcringcr anschläat, ais icin Vorgänger, niimlich anf 10 Millionen) nm“ 1122711150 Jr.“, es wäre also ein Dcfixit Von 1.205,99!) Fr. 545 C. Vorhanden. Zur Deckung dcsscl- ch soll, außer einigen Modifikationen im Cimmhmc-Bndgei, welche auf 506,10!) Fr. I)ichr-Einimhmc zur Deckung der aii dcn Eisen- bahnen ausfallenden Z Million hinauslaufen, das Gesetz iiber die
Vcstcucrniig dcr Ceraftcn modifizirt werden, Es soll nämlich bis aitf gcwiffc AuMahnwfällc dic Eidcsleisiung seitens dcr Erben iibcr dix vollsiiindigc und dem Werthe nach richtige Angabe der Erbschaft Wieder cingcfi'ihrt werden. Auch soll fortan dcr Reincrtrag sämmt- lichcr direkten Erbschaften, sobald er 10,000 Fr. übersteigt, eincr Steuer von 1 pCt. unterworfen skin. (Heir Rodenbach ruft nach
Vorlesung dieses (Bcscß-Entkvurfs: „Das ist ja l_wlländisch“.) Dcr Finanz-Miniskcr verspricht sich von diesem neuen Geskßc eincn Mehr.- Ertrag von 1Z Millionen an Erbschaftssteuer", so daß obiges Defizit gedeckt wäre und ein Ucbcrscbnß vvn 291,000 Fr. 15 C. crwiichse'. Außerdem abcr fordert dcr Minister noch die Erhöhung der schwe- benden Schuld (Sil)aßs!i)l'itlk) auf 2.5 Millionen, hauptsächlich auch zur Deckung riickständigcr Lluögabcn. Gleichzeitig schlägt der 91100- ster vor: Abschaffung der “10 Ccntimcn, die auf das Briefporto fiir das flache Land bisher zugeschlagen wurden, und Verringerung des Porto's fiir Gcldscndungcn iind Journale. Dcr Finanz-Ministcr legte ferner vor: eine Uebersicht der Lage des Staatsschalzcs am 1. September d. Z., die nwdifizirtcn Budgets fiir Staatsbautcn und Finanzen. Die Kammer Vertheiltc die verschiedenen Vorlagen an die betreffenden Abtheilungcn imd cruciint dann ihre Adreß-Konm'ission, wie folgt: Tolcz (gemäßigt libém!) mit 96, Tsy (schwankend) 71, chcau 50, T)'Clhöllllg1!c 19, Brouckerc 47; und Mhon 48 Stimmen. Es wurden sodann noch die bleibcndcu Kommissioncn für Finanzen, Industrie und Naturalisationcu ernannt. Die Adrcsx-Kommission hat Herrn chem: zu ihrem Bcrichtcrstütcr gewählt. Dieser wird heute der Repräscntanten-Kammer dcn Adreß-Cntwurf vorlegen.
Dcr Chevalier von Saldanha hat am Freitag dem Könige in feierlicher Audienz sein Bcglaubigungsschrcibcn als Ministcr-Rcsideut der Königin von Portngal bci Sr. Majestät überreicht.
Dcr französisch- bclgisihc Posivcrtrag, den die Thron -Rcdc cr- wähnt, ist am 51th d. M. unterzeichnet wvrden und soll am 1. Ja- nuar in Kraft treten; ci“ enthält 80 Artikel und bewilligt" Belgien mehr Vortheilc, als éclbst dic mcisibcgünstigtsn Nationen bisher Von Frankreich genossen, csonders fiir den Transport seiner Briefe iiack) der Moldau, Wallachci, Türkei, Griechenland 11. s. w. Auch erhält Belgien durch diesen Vertrag fiir srinc Korrespondenz nach Amerika alle Vortheilc, dic Ji'anki'cich durch seinen Postvcrtrag mit England erlangt und die En land 18-14. Belgien Vcrwcigert hatte. Statt der Verschiedenen Portoéiiyc in Geniiißhcit des Vertrags von 11437 ist nun ein Say von 1 Fr. 20 Cent. auf 30 Gramm Nettogewicht fiir die ans ankrcich und Algier nach Belgien kommenden Brief? ""k" ein Say Von 1 Fr. fiir 30 Gramm Nettogewicht fiir die aus Bel- gien nach Frankreich gehenden Briese feskgescvt. Was aber die der Griinzc zunächst liegenden Punkte anlangt, so ist man iibcreingekom- men, daß die aus einem Bereich von 40 Kilometer von de!" franzö- sischen Griinzc nach Belgien kommenden Briefe fiir gleiches Gewicht nur 40 Cent. zu zahlen haben, was fiir den einfachen Brief blos 10 Cent. macht; derselbe Preis ist fiir die aus Belgien kommcndc Koi“:- rcspondenz festgestellt, wenn sie nur 80 Kilometer von der französi- schen Gi'äiize cutfcrnt herkommen. Mehrere andere Verbesserungen sind von geringerem Belang, besonders hervorgehoben wird aber noch, daß der Frankii'zwang fiir die von Bel ien nach Italien und dem Orient gehenden Korrespondenzen aufgeho cn ist.,
Die Independence enthält einen Artikel iibrr dirjcnigen Worte der Thronrede, welche sagen „es seien außerordentliche Hiilfs- quellen für das nächste Jahr uöthi geworden.“ Die öffentiiche Mei- nung erklärte sich dies durch eine Zirleihe, und man sing schon an, sich an der Börse mit mancherlei Vcrmuthungcn hieriiber zu tra cn. Hiergegen bemerkt mm die Independence, indem sie jedoch crk 'a'rt, v_on den Absichten der Minister nichts zu wissen: „Daß außerordent- ltche Hülfoquellcn nöthig seien, war klar und mußte in der Thronredc
e_sagt werden. Ist aber hiermit nothwendig esagt, daß eine An- ' ?ck? gemacht werden wird, und besonders, da? dieselbe noch bevor-
"da
' Zutrigue
stehe? Das scheint uns keinesweges aus den Worten der Thronrede zii fblgen. Es ist sehr möglich, daß diese oder jene Combination eintritt, Vermittelst deren die großen nöthigen Arbeiten unternommen werden- können, ohne daß man zu einer direkten Anleihe greift. An- dererseits hat die Regierung Werthe in Händen, deren Realisation im Notbfalle erlaubt, den Abschluß einer Anleihe ziemlich weit hin- auszuschtcbe_n. Ferner läßt sich ja gar nicht ein paar Monate im voraus bestimmen, was die Kammern iiber die beabsichtigten Arbeiten bxschllcßcn wxrdcn. Endlich ist es die Frage, ob nicht die neuen Ve- ÖZUJUUJUUka ?lusgabe und Circulation der Schaßscheine die Idee, “"k" The“ dl,"! sch1vebenden Schuld zu konsolidircn, hinausschicbcn odcr'ganz Uiinuy macheit. Yon allen diesen Fragen, welche auf eine Aplcthc so dké'kkkkn EUZUUÜ Ubi?" Milßkkn, kann unseres Wiffcus noch kcmc Äls gelost gelten.
in 10. November befanden “ick im Entre ' x 1 21,238,627 Kilogramm Gctraidc. ' ) W V"" A"""“*“
Im nächsten Jahxe wird, wie die Thron-Rede des Königs an: gekündigt hat, eine Kunst-Ausstellung, und zwar hier in Briiffel, stattfinden. Diese Ausstellung ist, wie aus einer amtlichen Mitthei- lung iiber dieselbe hervorgeht, nach größtem Maßstabe angelegt. Ohne Riicksicht auf das Geburtsland des Künstlers finden alle Knust- wcrke Aufnahme, damit sich ein hcilsamer Wcttcifcr der Vcrschicdenen Kiinstlcrschulcn unter einander ciitwickcln können Dem Königlichen Beschluß vom .*“). April 1815 zufolge, welchcr diesc Ausstellungen an- or-dnct und ihre Wiederkehr von 3 zu 3 Jahr?]! Verfügt, wird die nächstjiihrigc Ausstellung am 1.5. August eröffnet und am ersten Montag des Oktobcr geschlossen werden. Die auszustellcndcn Kunst- Gcgcustände sind an den Ausstellungs - Ausschuß in Brüssel 31! adrcssircn. Nach dem 31. Juli wird kein Kunstgegcnstand mehr angcnonmten. Diejenigen Künstler , welchc dcn einge- sandten Gegenstand zu vcrkaufcn gesonnen sind , haben bei dcr Einsendung dem Präsidenten der Belohnungs-Jury einc Beschrei- bung des Gegenstandes nebst Angabe des geforderten Preises zu überwachen. Ueber die Zulassung zur Ausstellung entscheidet die Zu- laffungs-Zury; dieselbe läßt keine anderenKunst-Gcgcnständc 311, als: Gemälde, Statuen, BaIrclicfs, Zeichnungen, Kupferstiche, Cisclirnn- gen und Lithogi'aphiccn, Kopiccn und Gemälde, Zeichnungen oder Lithographiccn ohne Rahmen Werden nicht angenommen; eben so Wc- nig solckw, Welche schon einmal in Briiffcl öffentlich ausgestellt gewe- sen sind. Die Befreiung Von der Zoll-Visitation an dcr Gränzc und der freie Transport auf der Eisenbahn werden, wie man glaubt, eben so wie im Jahre 18-15 auch im nächsten Jahre bewilligt ivcrdcn.
Die Thron-chdc, wclche der König um 1 Uhr hielt, ist durch den elektro-nmgnctischcn Tclcgraphrn so schnell nach Antwerpen l)in bcrichtct ivordcn, daß die dortigen Zcitungcn sie schon um 3 Uhr ihren Lesern im Abdrucke mitthcilcn konnten.
Die Quästur der Kammer hat ein Vcrzcichniß der noch i'iickstiin- digen Vorschläge und Gescy-Entwiii'fc vmihcilcn lassen; daruchr "W 10, iiber die schon Bericht erstattet, (323, 01011011) dcr Ccntral-Oxction zur Priifung vorliegen, 13, die in dcr Section zur Bc-rathuiig liegen, und 20, die der Spezial-Konnnission zur Priifung ilbkkiVlkslJ! smd. ?lnßcrdcm sind noch vier Vorschläge vcrtagi, und iibcr eiiicp ist iwcl) kein Beschluß gefaßt. Auch achtzehn Berichte iibcr Petitionen nnd noch nicht der DiFussion unterzogen. “_ „ „_
Viel zu sprechen giebt cine Vcrsammimix'; dir bclgqchri! Visthosb, die erst in Soignics und dann in Roulici's Bcrathimg hieltcn, in denen man sich viel mit der flandrischcn Fragg bcschafiigic, aus der die katholische Partei, wie man sagt, sich eine Wanc gcgen das Ministerium machen will.
Der General der Biirgergardc driickt in eincm Schrcibkn an dieselbe die Zufriedenheit des Königs iibcr die am 9th d. M. ab- gehaltene Revue aus. Nach diesem Schreiben waren die Biirgcigar- disten nic zahlreicher erschienen, als an jenem Tage“,
Der Baron de Vriere hat bereits sein Amt als GoUVcrncur von Namur angetreten und ist in dieser Stadt mit dem größten Ju- bcl empfangen worden. Die angesehensten Biirgcr drängten sich an seine Wohnung, und es wurde ihm unter tausend Vivatrufcn ein Ständchen gebracht. Die Absetzung dcs Herrn d'Hnai't wird noch mehr als eine Mnugthnmtg, welchc dic ganze Provinz verlangte, denn als eine Maßregcl im Zntcrcssc einer guten und folgcrcchtcn Verwaltung betrachtet.
1-1- Brüssel, 18. Nov. Tic chräscniantcn-Kammer haf bei dcr Wicdci'bcscyung ihres Biircan's auf eine sprechcudc, ja fast sihroffc Weise den Beweis von dcm kntschicdcncn liberalen Geiste gcgebcn, der in den lethn Wahlen dcn Sirg davongetragcn hat. Der vor.: jährige, dcr gepiäßigtsicn Niiancc des Liberalismus angehörige Prä- sidcnt, Herr Liedts, Gonde'rneur Von Brabant, ist fast mit Einstim- migkeit wieder ernannt. Um aber keine ;chidcutigkcit bestehen zu lassen, hat die Kammer, offcubar auf Antrieb des Ministeriums, welches einen Prüfstein haben wvlltc , um die cntschicdcne liberale I)iajorität zn crkciincn, unter den heftigsten Gegnern de'" Skistlichkn Pül'kci die zwei Vice - Präsidcntcn , Herr," Vcrhacgen Von Brüssel und Herrn Dclsossc von Lüttich, Mit 52 gcgen 42 Stimmen, so wie die liberalen Secretaire und Qnästb- ren noch mit größerer Stimmen-Mchrhcit, ernannt. Es ist des llt dcn dii'igircndcn Personen der Kammer eine so totale ?lcndcrnng, das; man in diesem Punkte der bekannten Behauptung cines flandri- sthcn Dcputirtcn, die chtcn Wahlen hätten eine zweite friedliche Rc- volntion bewirkt, Glauben schenken könnte. Die Ernennung des „Herrn Vcrhacgcn kann man als einen Akt gcrcchicr Dankbarkeit vvn der liberalen Seite ansehen, da hauptsächlich durch seine zwölfjährige unermüdliche imd auchcdchnte Thätigkeit die libcralcPartci stets vcr- stiirkt und organisirt worden ist. Herr Dclfoffc War Vor zwci Zah- rcn bei dem damaligen pi'ojcktirien liberalen Ministerium als Finanz- Minister Vorgeschlagen worden, und er wiirde als solcher, da cr cin guter Rechner, fleißiger Arbeiter und ohne Riicksicht streng ist, vielleicht besser an seinem Playa gewesen sein, als jetzt, da seine herben Formen ihn wenig zu einem Leiter einer Diskussion qualifiziren. Ein bemerkcnswcrtlger infail ist, daß die jcßigen Vice-Präsidcntcn der Kammer die beiden einzigen Dcputirtcn sind, ivclche vor „5 Jahren gegen das Von Nochmb vorgelegte und unter großen Schwierigkeiten durchgebrachtc (He'sey uber den E1cmcntax- Unterricht stimmten, Welches aber in der That m der Ausfuhrung in mehreren Hauptpunkte" dcn Erwartungen nich't entsprochen hat, die auch wir damals mit der liberalen Meinung m-der Kaimngr hxgtcn.
Der Minister der auswärtigen Angelcgcnherieu hat gleich "'. der ersten Sißung dei“ konstitnirten Kgmmcr die offizaxll-e, auf die diplo- matischen Dokumente gcstiiytc Crortcrung der zwrschcn dcr belgqchcn Regierung und dem römischen Hofe wegen der bekannten Ableh- nung des Vorgeschlagener! belgischen Gesandtcn, Herrn Leclcrcq, entstandenen Mißhelligkciten chcbcu, und- es geht aus der ein nchen und bändigen Darcgung unwidersprechlich hervor,
[! die Ablehnung , wie von katholischer Seite behmiptct !vordcn ist, weder in einer Verlesung des hxrkömmluhen Gebrauchs, der eine vorhergehende Anfrage crl)cischt, ihren Grund welche der römische Stuhl dadur? über das jeßige liberale Minisxe- rium hatte auss rechen wollen, ondcm (1116111 in eiiier durch eme veranaßten gehässigen Verdächtigung eines der an-
' hat, noch in einer (an sich unbefugten und uuziemlichen) Mißbilliqnng,
gesehénsten und hochgeachtetsten Männer des Landes, seinen Ursprung genommen hat. Der römische Stuhl erklärt namlich aus- drücklich in einer Depesche: an den hiesigen Nuntius, „daß er nur solche Personen, die größere Garantieenböten, als Herr Leclercq, als Gesandte annehmen könne.“ Es mußte also offenbar der Cha- r'akter des Herrn-Leclcrcq verdächtigt worden sein. Keine bessere Wahl konnte aber das Kabinct treffen, da Herrn Leclercq, der zu der gemäßigtsten Niiance des Liberalismus gehört, auch von katholischer Seite immer die größte Achtung bezeugt woidcn ist, und ihm, der als Justiz:“Miuister in dem Ministerium Rogicr-chcau die Rolle der Vermittlung und Versöhnung zwischen den beiden Hauptpartkien des Landes übernommen, bei jedem späteren Versuche, cin gemischtes Kabinct zu konstituircn, immer zuerst der Antrag gc;- nmcht worden, das Justiz oMinisterium wieder zu übernehmen, Die ministericlle Darlegung dieses Vorfalls, und namentlich die auf Herrn Lcclorcq brziiglichen Worte in dcr Depesche des päpstlickxii-Skuhls- bahen in der Kammer einen fast allgemeinen Unwillen über diese Jit- triguc hcwvrgcrnfcn, da die gemäßigte katholische Pariet wqgen die- ser Verleumdung, wodurch das selbst Oberhaupt dci“ K1kch2011f uuvcrzcilichc Weise hintcrgangm worden ist,- ebenfalls ihre Mißbilli- gung ausdrückt. Das Ikabinct wird durch die Kammer in dem Ent- schluffc bcßärkt Werden, keinen anderen Gesandten dcm römischcn Hofe Vorzuschlagcnz diescr kann aber auch unmöglich die Salbe auf sich bcrnhcn lassen wollen, Wenn er wieder eine Annähcrung wiinscht, da kcin Kabinct, cin künftiges so Wenig wie das jcy'sgc, die 0101" der Regierung und dcs Landes so vergeben kann; ohne weitere Aufklärung des Vorfalls ('incn Gcsandtcn in Rom zu akfi'cditircn. _ Wir werden sehen, ob bei dcr ?ldi'cß:“§iskiissioit cin kaiholischchcd- iter es wagen wird, das Vorgcfachnc zu entschuldigen.
Dcr Finanz ;Ministcr hat, um sich bei dem bedeutenden chixit eine neue Quelle des Einkommens zu öffnen, zu einer Maßicgcl seine ;),uflmist genommen, die auch in der „Kammer auf eine bedeutende Opposition stoßen wird. Es soll vom 1. Januar an eine Erbskimfts- Steuer für die gerade Linie Von 1 pCt. eingefiihrt, jedoch dic Erb- schaften, ivclchc UU!" Zehntausend Franken betragen, davon aus snom: men werdcn, Welches auch die theoretischen Ausstellungen sem mii- gcn, wclche man vom Gesiihtspnnktc eines FamilienKollektiv-Eigcii- tbums aus machen wird, die wir jedoch für ungcgi'iindct halten, wir bctrachten diesc Maßi'egel diirch dic Finanzlage gerechtfertigt und wünschten !!Ut', daß drr Finanz ; Minister dicsclbc durch eine analoqc vcxvollständigcn und cine mäßige Einkommensteuer bcantraqcn miichic. Uebrigens sollte das Kabinet andererseits darauf bcdachkscin, cine Reduction in dem Anögabc-Bndgci vorzunchmcn. Tas fiir die Be: völkerung drs Zmnal neutral crkliii'tanandcs ganz niwcil)ältnißmiißiqc “).)e'ilitair »Budgct von *.*!) Millionen, welches 3. B. in den dkllkschi*11 Bundesstaaten in Proportion durchscknittlich mir die Hälfte bcirägh kiinnte sichrrliih ohne große Schwierigkeiten um ein Viertel vermin- dci't !vcidcit.
Brasilien.
London, 12. Nov. Nachrichten aus Rio Janeiro sind vom 20. Srprcmbcr und ans Montevideo vom 0101! dess. M. Der „Kaiser Von Brasilien hat die Kammern am 111. September mit einer Rede gcs«*l)[osscn, in welcher cr den Tod des Prinzen Dom Al- fonso und die Geburt der Prinzessin Leopoldinha anzeigk. Er bemerkt ferner, das; mit allen auswärtigcn Staaten die freundschaftlichstcu Verhiiltnisse bestehen und auch die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten dureh die Sendung eines neuen Gesandten, dessen Benehmen dasjenige seines Vorgängers Vergessen mache, gänzlich hergestellt seien. Die Fortdauer des Kampfes in den Plata-Staatcn wird mit kurzen Worten beklagt. Der Kaiser freut sick) dcr vvllkommrncn Ruhr, dlic im ganzen Rcichc herrsche, so wie der Aussicht auf eine giinstige ? lrndtc.
Man sal) eincm “Dekret wegen Einfiihrung von Differciizialzöl- 1c*nfiir Schiffe und Wanken solcher Länder entgcgcn, wo ähnliihc Abgaben anf brasilianische Produkte und Schiffe gclcgt sind. Scl- bich wiirden mit dem 1. Januar 1. J. in Kraft treten und eine Mchr- Abgabe von einem Dritthcil fcststcllcn. Dic .?)icgici'ung soll anwi'isirt sein, das Rcciprozitiits-Pi'inziz) auf solche „Länder anzuwen- den, wclche später brasilianische Schiffe und Waarcn auf gleichen Jus; mit ihren cigcncn gleichsicllcn diirften.
Das britische Geschwader hatte sick) von der Blokadc dcs Plata- flnffcs zuriiifgczogcn, welchc Von dem französisclwiifortgescyt wurde. In Montevideo hat man wieder eine Zwangs-*.)li1lc1[)c_vorgenommen; anal) war ein Z).)éinisichcchscl eingetreten, und es hcirjchtc große Un- znfiicdcnht'it.
(B. H.) Ans sicherer Quelle erfährt man, das; die'. bmsiliani- sihc .*!icgicmng, als von Lord Howdcn, dcm neucu britischen (He- sandten in Rio Janeiro, der Antrag gcstcllt wurdc", Unterhandlungcn wegen Abschlusses eines ncm'tt Handclö-Vertragcs mit England ein- zulcitcn, sich bestimmt gcivcigci't habe, auf solche Unterhandlungcn citizugcdcn, bevor nicht die bekannte Bill Lord Abcrdccn's, welche die brasilianischen, won britischenchnxcrn aufgebrachtenSklecnschiffc Vor eincn britischen Gcrichtshof znr Condemnation vciWcist, znriiék- gciwmmcn sci.
Gesellschaft fiir Kunst des Viittelalters.
Berlin, im Nov, Schon scit längeren Jahren wird den Freunden antiker Kunst in dem von Gerhard und P auofka gestifteten aichäologi- schcn Vereine cin “.Vkittclpunkt gcboten, um von allen ncnrrcn Erschcinnn- gcn im kchictc der antiken Knnst und Archäologie Kenntnis; zu nchmcn nnd die bcrcits bckanntcn einer neuen Betrachtung zn untcrzichcii. Fiir die Erforschung der Knust dcs *))?ittclaltcrö und dcr ncitcicn Zcit fehlte es dagcgcn bisher an einer solchen Vcreinigung, obschon gc- mdc liier noch ein so weites Feld dcr Bcarbcitung offen lag und das Material in immer größerer Fiille zu Tage tritt. Zu diesem Zwecke kommt seit dem vergangenen Winter hier eine neue Gesellschaft zu- sammcn, welche in monatlichen Versammlungen verschiedene (*Hcgeiistände mittrlaltcrlichcr Kunst cincr [näheren Betrachtung unterzog, die bisher ive- nig oder selbst gar nicht beachtet Wurden, obschon sic zur Ei'kcnntniß der Kunstgeschichte theilweise wesentliche Beiträge !icfcrtcn.
In der Februar-Sißung d. J, 1817 eröffnete Herr Waagen die Reihe der Vorträge mit einer Darstellung der ältercn Skulptnr in den Nicderlandeu, Welche bisher noch durchaus nicht ihrer Bedeutsamkeit gc- mäß erkannt worden sei; namentlich hob er die beiden Schulcn von Di- nant und Doornik hervor, erstere durch ihre Gitßtvcrke und schon seit sehr alter Zeit bedeutend, !eßtere aber durch Stcinrclicfs, in welchen bereits ein halbes Jahrhundert vor dcm Auftrctcn dcr van Cocks eine der Kunst- richtung der letzteren vöUig entsprechende naturalistische Richtung erscheint, so daß Wir also auch hier die Beobachtung bcsiätigt finden, welche sich ua- mcntlich in der italienischen Kunstgeschichte so offenbar zeigt, daß die Stulp; tur der Malerei in i rer Entwickelung voranzugchen pflegt. _ Herr von Rcumont sprach kodann iiber die Eigenthümlichkciten und die Ausbrei- tung, des Zicgelbaucs in Italien, mit besonderem Bezuge auf das so eben xxschiciixne und zur Anficht ausgeleÉte erste Heft des Run cschcn Werkes uber 31: elbauten in Italien. -- odann folgten die Waßlcn der Beam- ten des ereines.
Unter den vorgelegten Werken zeichneten sich aus: 1) die von Ernst und Oeschcr herauSgegebenen Baudenkmale des Mittelalters im Erzher- zogthmn Oesterreich, deren erstes Heft Ansichtnen- und Details des Klo ers Neuburg in ausgezeichnet schönen und sorgfalttgen Lithographien! ent ält.
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2) Gebet und Görz Denkmale romani1chex Baukgnst am Rhein; die bisherigen Hefte zeichnen „fich durch sorgfqittge Ausnahme und elegante Zeichnung nicht minder,_w1e auchKÖUkch glgckltche Wahl ,der Gegeiiftandc, aus, unter denen bis 1th der Dom zu Speier und die Klosterkirche zu Laach vorzugsweise zu nenneg find. , .
In der Sißun des Marz legte Herr von Quast die Restaurations- Entwürfe des Miin ers zu A9chM "?k- hamxntltch zur farbigen Herstellung des Innern. Er knüpfte hieran die hlftN'lschkn Beweise fiir die„Art der Herstellung der von den Franzosen 1794 ausgxbrochenen S_auienstel- lungen innerhalb des Oktogons, Welche, aiif BCs-khl Sr. Maiesfat des Königs nunmehr wieder aufgerichtet smd. _DieRtchtigkeit der jest gewahlten An- ordnung ergiebt sich 1) auß der Ul'kkkklliblykg dcs aitcn Maucherks, 2.) durcli die Abbildung auf cmrm altcn Gemaldr, das [ich chcmals jm Pat!“ kanischen Museum befand, nunmehr aber durch die (Hunde Sr. Majestat des Königs angekauft ist, 3) dl1kch Vcrglcqbnngyx nitt_ andxrrn Nachqh- mungen dcs Miinftcrs zu Aachen, namentlich „un! der saft vbllig Ubkskln- stinnuendcn am westlichen Nonncnchor des *))kunstcrs zu Cffm. _ Herr Mertens sprach hierauf iiber die JOY! und, das Zeitalter der in ihrer Art einzigen (Hrabstcine in der Kirche “O. Mann in Capitolio anöln, und suchte durch Vergleich mit anderm! derartigen Monumenten zu bcwciscn, das; sie nicht dem Hochmittclalter, sondern kksk dcm Anfange dcs Fcudal- mittelalters angehören, etwa dem Wien oder dem Anfange dcs 11tanahk- hunderts, _ Hcer o h d c legte die Abbildungcndcr Vorhalle des Klosters Lorsch aus dem von ihm in dcutschrrAusgabc_rcdiqirtciiWerke vonGailbaband vor und zeigte die Vorzüge diescr AbbllNanM vor dcucn, welcbe Mollet gegeben hat. Hieran fniipftc sich eine Bciprcchmig iiber das Altri" dicses merkwürdigen ?)?onumcnts, dcffcn karolinginhcr Ursprung ncnci'licl) vielfach bestritten ist; diese Ansicht fand zwar auch in dcr 03cscllschaft Vrrtheidigcr, ward aber auch andererseits lebhaft bestritten. _ Hcrr von Quast ent- wickelte in eincm längeren Vortrage die ältere Baugeschichte von Köln. Von den vcrciiizcltcn Resten römischer Llrcliitxktnr bcginncnd, stichtc ci“ dcn Vorbau von S. Pantaleon als ältestes Bciwicl cines noch vorhandenen, größeren 51irchen-Gebäudeö darznstellcn; es gehört sicbcr datirt dcm 101cn Jahrhundett an und zeigt eine noch mit Zicgcln gcmischtc römische Tech- nik, welche man an den älteren Thrilcn dcs. YiÜUsikl's zu Bonn, wclche dcm Anfange des 11th Jahrhunderts angehören diirften, gleichfalls iioch vorfindet. S. Maria in Capitolio abcr, welclie 511111112 man dem Jahre 700 hat zuschreiben wollen, zcigt bcrcits cim- writer anögcbildetcrc Architek- tur und wurde als ein Werk des 11tcn Jahrwindcrw imäigcwicscn, indem die Kirche laut sicheren Nachrichten im Jahre 1010 gcweibt ist.
Zu der Sitzung des Monats April schtc Hirt von Qnast seinen Vortrag iiber die ältcicn Monumente Köliis svij, indcm er die vom Erx- bischof Anno in der zweiten Hälfte des 11th Jul,!rliundcrts crrichtcten Bauten, namentlich an dcn Kirchen von S. Georg und S. (55crcon nach- wirs und sic von den späteren Zusäßcn ai! dcnsclbcn Ki:chc1! sondcrtk. _ Tkkskibk legte das cilgiischc UVM: ()[(] [Ängiune], „1 [)il'i()|'1-k] Jluzcum uk ““Z“-“x], ]Üct:[o5in5111*u|, ".U'nniui, Municipal um] ['mlmlm' :iliiiquitit'z, ct]ilci] |,) (Umriss [Luigi-t, [„oncit-n 1815, vor. Wenn auch manche Män- gcl dicses illustkii'tcn Werkes nicht zu vrrkciiiicn sind, so sprach sich doch allgemein dchtmsch ails, fiirDcntschland ein ähnliches zu brsißcn, wie es der- glcichcn in England so viele giebt, um hierdurch das Jiitcrcffe fiir die Monumente dchorzcit in unserciiiVatcilmidc zu wcckcn und die Kenntnis;- nahmc von denselben zn Verbreiten. _ Feiner lcgtc Tersclbc Zeichnungen der durch ihre zierliche Zirgcl-Arcl)iicktnr ausgezeichneten S. Lorcnz-Kirchc u Zalznicdcl vor, Miche, [rider sortwéihmid als Salz-Magazin benutzt, ihrcm Umrrgange mit schnellen Schritten cntgcgcngcht; fci'iici' Zcichnungcn dcr duscb konscqucntcn romanischen Gewölbbau ausgcxciclwctcn, chcnmligcn Klosterkirche zu Miinchcnlohra, in dcr pi'cnßisck)cn Grafschaft Hobcnstcin. In der im Ganzen woylcrhaltcncnSchloß-Kapcllcdcs bcnachbaücnSchl-offQ Lohra, dercn Zcichnnng “Derselbe glcick)falls voulcgtc, erkannte man cin bis cht noch unbekanntes Beispiel dci'mcrkwijrdigcn, sämmtlicl) dem 12th Jahr- hundert an_chörigcn Reihe von Doppcl-Kapcücn, dercn iibrige , bisher ch kannte Beißpicle die Scl)loß:Kachcn zu Eger, Nürnberg, Landsberg bci Haile und Freiburg a, L*. U. sind, denen die zu Lohra nun als fiinfte hm- zuiritt. Herr Bcthiann nannte als sechste die gleichfaüs noch u:)bcmh- tet gebliebene mer würdige Kapelle der ihcnmligen Kaiserpfalz zn Goslar- dercn untere Hälfte gcgcnwärtig als Gefängnis; dient und eine Ikrciizform zeigt, die obere abcr cine achteckige Form hat. „
In der Sißuug des Monats Mai entwickelte Herr Veil) man n m eincm ausführlicheren Vortrage die Ausbildung der l,!andschrifllichrn Orna- mentik, und namentlich der Initialen Während des Mittelalters. _
In einigen Wortcn iibcr vcrzicrtc Initiqlcn in alten Handschris-cn fiihric dcr !).“, Bcthmann aus, wie darin cmc fortlaufende. Ziimmmcnu hängende Entwickclung sich nachwciscn lasse von dewcistcn Anfangen ab. Im Alterthum finde sich die noch nicht. Vielmehr ist cs das hohe “91!!- schcn der Bibcl und das; die Sclncibcrci in die K!östcr kam, was dicscu Zweig der Ik'nnsithéitiglcii cntwickclt hat. Bei di'll Bbzantinckn hikit cr sicl) immer zierlich und in typischc! Unvrrändcilichkcit bis in dic ncucstc't Zeiten, gerade wie alles andcre Leben dort, ohnc die reiche immer neue Phantafic, die auch hierin das Abendland auszeichnet. Hier lassci! sich drci nationale Richtungen schr bcstimmt itntcrschcidcn. In dci! longobardi-- schen, mcrovingisedcn und wcstgothischcn Handschriften sind ansicr dcn mufivischcn und stickcrciartigcn Buchstaben besonders die ans Thieren, zumeist Vögrln und namentlich aus Fischen theilweise odcr ganx gebildet, vorherrschend“, doch kommen aiich menschliche und phantastische Bildnngcn vor. Symbolik und Mystik ist darin nicht zu suchen; wohl aber ist oft eine artige Bezirhimg der gewählten Verzierung zu dcm Inhalte zu bemerken. Dic ericn Spuren dicses Stvls reichen bis ins 1211? Jahrhundert. Die irliindischcn Initialen hach aii Fiinhcit der Technik“ und an absicht- lichcr Hässlichkcit nici)! ihrcs (Bleichen; Gcricmsel und Schlangenbildungen mit Schmibcln und Vogelbcincn, ganz wie auf den Stcinkrcnzcn in Cornwallis und au nochqischcnHolzkirchrn, bilden die einzigen Clcmcntcdicscr cigcnihiimli- chenKnnsivcrirrung, die mit cinemwunderlichen EigensinnJahrhunderte lang mchrändcrt getrieben wurdc, mid bci dcr grosicn Vcrbrcitnng irländiscizcr Mönche, namentlich anch iibcr Dcntschlmxd, dessen ältesten Klöster fie griiiwc- ten, in unserer Kunstgeschichte nici)! xu iibcrschcn ist. Dicscr baroäc irlän- dische Styl kommt noch im 11th Jahrhundert vor. Ditrchaits von ihm zu trennen, wenngleich hauptsächlich (11-10 ihm cntstandcn, ist dcr aiigclsä ci)- sischc, wo ein Sinn fiir Schönheit und Natur diii'chgcht, der bei den Ji“- liindem absichtlich vcrmicdcn Ward. Hicr zuerst kommt (Hold nnd farbiger Grand in den Buchstaben vor“, mill) die Pflanze findet Eingang.
Mit Karl dem (Brosicn beginnt eine neue Epoche 111111) 1,00, indem zu den vorigen Elementen das dcs antiken Pflauzcnschmucfcs hinzukommt und jene allmälig ganz bcrdrängt. Meß, Tours, St. (Hallen und Rom, die Haiiptsckmlcn dcs Kirchcngcsangcs, sind auch die Hauptsiyc dcr Schrcib- kunst und der feineren “))-.*alcrci, die im 0th Jahrhundert das Vollkommcnstc geleistet hat , was jcinals darin erreicht worden ist. Wohl falten ist in der Kunstgeschichte cin so plößlicher Umschwung zu fin- den. Das [rider allzn kostbare Werk dcs Grafen Bastard giebt viele Proben dicser Mcistchcrkc; das bol1kommci1s1e aber, von uniibcrtroffencr Schönheit, die Bibel von San QalistL, liegt noch immer unbeachtet in Rom, während täglich viel weniger „Schönes und weniger Lchrreichcs in kostbaren Nachbildungen vcröffcn_!li_cht w1rd. Warum zeichnet fcincr von den vielen jungen Künstlern dort dicicyandschrift, die, Wenn eine, windig ware, in einem Miiiistcr, wie dem von *.*lachcu, dcn Anar zu zieren? und Warum muß von dem Schönsten, was Teutschland in diescr Art besixst, dcmEvan- geliuni von St. Emmeran, ciiiJ-i'apzose es scin, der die einzige Probe gab? Wo ein Stiickchen Antike sicb findet, rcgen sich gleich vixlc Hande; hier ist deutsche Kunst und wahre Echonheit, und wir übrrlajkcu es den Fremden, davon zu rcdcn,
Dieser schone Styl der Pflanzenformjisi in Dcntschland, Lothrin-
en, der Schweiz und den Niederlanden bis ins dreizehnte Jahrhnndgrt dcr Ferrschcnde JeWorden in seiner 5111111111 Reinheit. Zu den anderen Landern hielt sich freilich der National-Styl auch noch nqch Karl dem Großen, aber auch da übeWnchs ihn die Pflanze ckund nahm ihn in fich eins. S," fand die wimderlichste Phantasie. dic „klickst? Laune gerade in dicscm Ztcrratbe mehr als irgend anderswo ein weites Feld, das fie beiin „anch _ recht im Ge ensav gegen die verarmte byzantinische Kunst _ unt intntcx neuer, 1111- crs öpslicher Erfindung, so recht nnt Lust gngxbaut hat. Mit dem drei- Zehntcn Jahrhundert beginnen die vollezn, machngcn Pfignzenformey sch „zu räuseln, wie brauner Kohl, und verlieren fich ms Klemltche. Die natio- nalen Unterschiede sind nun ganz verschwunden; aber der eigentliche Schmuck des Buchstabens verschwindet nun auch; “er wird kahl und schlicht, nur duxch Farben oder Gold, nicht mehr durch Zeichnung geschmückt, und nur sem:
Ausläufe werden auf den Rand und um die gqnzx Seite ez en, mid da immer reicher und reicher verziert und mit Fqurchen :. Wolken, mit den lustigsten am liebsten. „So komxnt denn mt fuufzehnun Zßhrhuv- dert auf ganz anderem Wege die Kunst tm Abendland: rade dahin, wo fie im Morgenlandc schon viel früher gewesen war: zu den aydvememnzeu. In Frankreich stellt man auf Goldgrund gquze Blumexx, 'Im-chte, Schmet- terlinge, Käser vor, mit der höchsten Feinheit und Natur]; leu - die An- fänge der Blumen- und Fruchtßiick ; _ nZialien Zehrte man itz duxI-nx tialcn ganz zum e1steuJabrhundctt zyruck, bft aus tauschende Wußxm die Randverzierungen aber nahm man die Antike auf. Florenz hat um dßs Meiste geleistet, Julio Clovio aber das Höchste. Auch der Bu druck. ließ fich diesen Schmuck nicht ent ehen, bis in den trostiysext Zeiten nach de!!! Religionssrieden aus dem Lö'icbpapiet und der nnerqmckl-chen Gelehtsamkné der Bücher auch dieser leyte Rest der Anmuth floh., Ieh! kommt er wie- der, aber hat das natürliche Gefühl verloren, „wie _und „wo er sich gut ausnimmt; darum erscheint er meistens, wo er nicht hmgehort.
Herr Gerhard hatte zur Ansicht vorgelegt: l'rocea-L-oga 91:11“: an.- m-a] meeting „i' tin: Qrck-aunluxiczl [ustitmo uk (*:-eat. Zutz": mä [Winnt], at Niint'bcatc!“ 1845. Dieser starke thaqund, M“ Holzds'chnittm und anderen Kimstbeilagen reichlich erläutert, giebt emen „sprechen 1! Be- weis von der fortwährenden Thätigkeit der englischen Archaologen, welche, ähnlich wie in Frankreich, alljährlich an den bedeutendem! Ocken des Lan- des Fiongrcsse halten, welche die rcgsielTheilnahme hervorrufen. -- Hen von Quast legte Zeichnungen der hölzernen S, Jodocus-Kayelle vor, Welche bis vor kurzem auf dcin Kirchhofe der 5pc-terskiräx Y: MyhlhaUskn in Thüringen bcsiand. Leider erkannte Herr Leggtibns-Rath „][esluß dem man sowohl die Zeichnungen als auch die schrmltchen Ngchrtchte'n hurybe! verdankt, erst zu spät den nicht gewöhnlichen Kunßwerth dieses klemex Kuch- lcins, nachdem daffclbc bereits auf Veranlassung des Pfarrers zersiort war. Die einzelnen Holztafeln mit historischen Malereien aus deni Ende. des )(!!!tcn Jahrhunderts smd auf Veranlassung des Herrn Burgermeisiers Gier nachträglich gerettet. ,
Zu der Siyung des Monats Zum beleuchtet)? Herr Watienbach die neueren Untersuchungen Lacomblet's im zweiten Bande seines Ur- kundenbuches, iiber die Zeit der Erbauung des kölner Domes. Die Ansicht dcffelben, der alte Dom sei nicht im Jahre 1248 abgebranni und eber) so Wenig der neue in demselben Jahre gegrixndZ-t, wenigstens [affe fich Bude- uicht urkundlich nachweisen, ward mit Ruckncbt aiif vorhaydme, von La- c omblct aber nicht angezogene urkundliche Nachrtchiexi widerlegt und ddt Richtigkeit der bisherigen Annahme aufs neue verthcidigt. _ Hm Mer- tens schloß sich dieser Ansicht nicht' nur ans urkundlichen, sondern an?- aus allgemeinen Gründen der Enthckelqng der mrttelaltetltchm Baukun an*, doch gehöre jener Zeit nur die Grundurig des, Chyrhauptes und der Aufbau der Kapellen daselbst an; alles Uebrige- sci spater zu sehen und reiche sclbst bis in das )(!Ute Zahrhunddxt hinein., _,Herr vbn Olfcrs legte Zeichnungen der merkwürdigen (Hewolbmalereten un Kapitelsaal: dxs Illostcrs BraUWciler bei Köln vor, welche, um das Jahr, 1200 gemalt, em wesentliches Glicd in der Geschichte der Malern m Deuts land bildcn. Sie sind nencrlich von der Jeschickteu Hand des Herrn Rainboux mit Veihiilsc dcs leider zu fruh versiorbmen Herm Ruben angefertigt worden. _ Herr von quast [q?te die behufs bevorsi cyber Restaurations-Arbcitcn beraulaßten architektoni_chx11 Aufnahmen der tifts- kirchen zu Xanten und Effcn vor, so wie dctaillirtc„Zeichnungen des bron- zcnen sicbenarmigcn Lcucbtcis dcr Aebttsfiii Mahtildis und des Elfen- bcindccfcls cines Evangeliariums der Acbtisfin Theophanu, Beides aus- gezeichnete Kunstwerke dcs 111c113alckrhiiiidcxts '." der lsßteren Kirche, welche 'nicht wcnigcr durch ihre zum Tl)ci[,blö 1," dic Karolinger Zeiten“ hinauf- reichende Architektur, als auch durch :hrx vieieij und „alten LunsfschaßeUanzs- gezeichnet ist, welche bcidc bisher noch in keiner Weise genugend gewurdigt
' 1. „ wmrFiir die Sommcr-Monate, w.“) „viele Mit lieder verr'nsk find, style man, nach dem Beispiele anderer hiesigen Gesell chaften, die Versammlun-
gen aus.
Eisenbahnen und Dampfschifffahrt. Riecißkzciiiezizcb - b]"ärkixch Eisenbahn.
])iu ["to-[amm .101' (][-1" Rienkckzc]![eziscb-ibkirkizcbcn ]Tizenbxüm betrug in 04-1“ KNioclic mm! 7, bis 13. Rmamlper 1847 15,658 [)en-„(men uncl 40,309 [iti-ir, 6 551“. .“; l'i'. (Zeznu-mt-Linnabma ("(j-' Lernmeth, (:*-(ite!- um] Uicb-“j'mnxxmre etc., rm-bcimitiicb ayiitorcr ['*sauotm-ng äukcb cku- “(!!"-“01117.
Yanchs- und Bökscn-nathriihtcn.
€Magdeburg, 15. Nov. Gctraidcbericht, Hier hat in den Ge- traidcprcisrn in lcßtcr Woche sich Wenig verändert, nachdem durch ver- mehrte Ziifuhrcn von größtcnthcils leichßrem Gctmtdx der Durchschnitts- preis am Martini-Tage auf 03:3,- Rthlr. fur Weizen, 44,3; „Rthlr. fiir Rog- gen, 40 9111211“, für Gerste und 27 Rtl)lr_. fur Hafer gedruät worden war, wurde gestern wieder bei sehr mäßiger Zufuhr vom Lande, Weizen von 64 .». 08 Rthlr., Roggen von 44 a 47 Rthlr. , Gerste von" 40 «,.-12 Rchr., Hafer von “.!th : 28Z Mhlr. p W]pl._bezahlt. Nach Hulsxnfruchnzt hielt der Bcgchr an. Fitttcrcrbscn bedingen ;)4 ,“ 58 Rthlr., Wacken, dte nyc!) immer selten vorkommen, 56 :- 00 Rthlr. Kochexbsen 72 a „80 Rthlr. Kleine weiße Bohnen 70 „1 84 Rthlr., große 90 :; Ih Nthlr. Linsen natd» Qua- lität 00 a 120 Mtblr. p. Wspl. „ _, . _ '
Von Kartoffeln treffen taglich ansehnlichx Partieen per Eisenbahn (1116 dem Halberstädtischcn hicr cin, die größtenthetls zu Wasser wetter ver- ladcn tvci'dcn, die Preise erhielten sich dcmnach auch auf 14 "..j5 Rthlr. fiir Brcnn- und Fntter-Kartoffclu , und auf 18 .“! 2.1 Rthlrßfur Spritse- Kaiwffclu. Nack! Kartoffclmch! 311 (“)-', „1 5; Rthlx., Kartoffelßarke zu 67 _- ); Rthlr. nnd Stärkc-Syrup zu dx“, „1 Y Rihlr. ist lebhafte Frage, so wie auch nach Rnukclriibm-Syrup zu 1'3 a 13,1 Rtblr. p. Ctr. '
Cichoricnwurzcln wcrden abermals hbhcr IJichalieii, und zu 3; Rihlr. pr. Ctr. diirfte schwer anzukommen sem. - unkelrubeuwmztln zu :; Rthlk. pr. Ctr. "
Zn Saamcu ist wcniß Veranderung vorgekommen, Rapps zu 82 Rthlr., Riibscn zu 78 „1 79 9 tblk. crlaffen, wozu mehrere „Parmen genom- men wurdcn. Lcinsaamcn (,t; a 72 Rthlr. pr.. Wipl. Feiner rokher Khr- saamcn 11 .; 12"; Rth!r., findet auf Spcculanon Pehmer, wo egen weiß":: Saamcn unbeachtet bleibt. Senfsaamen 4 ;- 5ch Rthlr. ua Quahjat. Iliimmcl ()'; a 8 Rtblr, Anis *.)"4 „1 “10 Rthlr. Fenchel 53“ Rthlr. Caho- ricnsaamcn 12 „1 1:4 Rthlr. Runkclrubensaamen 10 ;- 11 Rthlr.
Von Landtaback blciben die Zufuhren noch immer schwach, was davon bis jeyt zur Stadt gebracht wurde, fand, zu U; :x 53 Rthlr. Käu er. * ' fRiiböl zu 11"; Nthlr. an den Miihlm, in [mm 1175 Mbit„ mfßmst 12), Rthlr. Lcinöl 11:1, Rthlr. Baumol 173; Rthlr. Mohnol A)? Rohit.
Siidseethran 10 Nthlr. "
Spiritus wird von 36 a 37 Rthkr. pr. “.,-100% Tr. bez., auf spa- tere Lief. ist bis 31 Rtylr. zu bedingen, Gereimgtcr Sprit zu 90% koßtt 48 Rthlr. pr, 14,400 %.
aris, 13. Nov. Der Zuschlag dcs Anlchens von 250 Millio- nrn Jr Yllükiich das Haupt-Ereignif; auf dem Gcldmarkte in der abgelau- fencn Woche. Er erfolgte, wie ich Ihnen noch am ICY“ selbst incidete, an Herrn von Rothschild zu dem Preise von 75 Fr. 2» 15. fur "je 100 R- Nenuwerth. Am Tage zuvor hatte die Zproz. Rente an der Borse mu 717 gcschloffen, und viele Personen hatten daher geglaubt, das Anlehetxxv“ : über diesem Preise zugeschlagen werden, Da,aber eben 1th der haibi???" Coupon von den 3proz.ch1entiteln abgeschnitten wird, so „muß man. eakso Vetrag ([ Fr. 50 C.] zum Course des Zuschlages hinz. fufgeu- w:“ a n. 76 Fr. 75 C. ergiebt. Der Nasen von 2" Fr., 60 C. bis 3 TY.- der 25n1onat|ichcn Frist erwäcb , welche fur die mbnailuben t'iiés des neuen Anlehens gewährt 1 ,. wurde den Panamers KWÜZW “.“, loshalmng und Sicherstellung fur das WagmßR dem ik? |ck dem fie es übernehmen, 710 Mtllzoneu enten einem Augenblickeéh wo die iintixznlxesnge im Euro a's no immer : . , welche erwiimenn, das Anxehen werde zu SWELL?“ geschla n werden, waren ubxtxeugZ, YH Zu 61. p-ämi den, so aw einmal das Papier nut 1 6d uk! in Umlauf gebmcht ware, weil die Rent- a