1880 / 244 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 16 Oct 1880 18:00:01 GMT) scan diff

Frankreich. Paris, 14. Oktober. (C. Zia.) Jm eutigen Ministerrathe wurde beschlossen, das; die Wahlen

Kür die Gemeinderäthe erst am 9. Januar 1881 vorge- nommen werden sollen. Ueber die Einberufung der Kam- mern kam noch keine endgültige Entscheidung zustande, da der Präsident Grévy dariiber erst noch die beiden Präsidenten dess Parlaments zu vrrnehmen wünscht; doch wurde als Tag der Einberufung der 9. Novdmber vorgeschlagen, und es gilt als wahrscheinlich, daß dieses:; Datum schließlich zur Annahme gelangen wird. Der niichste Ministerrath wird sich mit drr Erklärung beschäftigen, die der Conseilspräsident im Namen der Regierung den Kammern iiber den Elementarunter- richt mit Schulzwang und Unterricht nur durch Lehrer aus dem Laienstande, ferner iiber die Reform des Richterstandes, iiber das Vreßgeseß, iiber das Vereinchecht und iihsr den ZoÜiarif mittheilen wird.

_ 15. Oktober. (W. T. B.) Der Minister des Auswärtigen, Barthélemy Saint Hilaire, empfing hrute die Mitgliedsr des PFO stkonaresses_ imd be: aliickwünschto sir, daf; cs ihnrn vergönnt sei„ an dem Werke der Eintracht Und des Friedens mitzuarbeiten. Der Ministdr fügte hinzu: „Wenn Sie in Ihre Heimathznriick: kehren, so werden Sie die aufrichtige Liebe Frankreichs fiir den Friedrn bekunden könnrn, 5911 es aiifrecht 511 erhqlten gkwußt hat und 0211 es Entschlossen ist, mit unerschiitterl1cher Beharrlichkeit aufrecht zn erhalten.“

In Folge der in dcm Prozeß JUngZWoestiUw vorge- konimcncn Enihiiiiimgen hat (General Cijsey seins Ent- hLbuiig von seinsr gegriiwärtigrn militärischrn S_tellimg (ÜL komnmtidirender Gcnrral einch Armeßcorps nachgemcht.

Türkei. Konstantinoprl, 15. Oktober. (W. „L.. B.) Die Pfort-e hat auf dieNachric1;t, daß der vor einigen Jahren nach PLXsiM gcfliichtrteSoh 11 ch Schcik Ubeidullah eme Bande an der türkischen Grenze gebildet hahe, Maßrrgeln ergriffen, Um eventnrlie Einfälle? derselben in türkisches Gebiet zu vsrhindcrn.

_ 16. Oktober. Die Vforts wird zur Unverzüg- lichen Dnrcksührung dEr Reformen in Akinenien aiif drr (Hruxidlage ddr von Vakdr Pascha grmachten Vor: schläge zwei Kdnmiissionen 2151161111611. Dio ersis disser Kdm: missionen sOÜ in KdUstÜiiiiUOle tagen Und sich ihrdrétifch mit de" NLfOXMM beschiiftigrn, während dcr aiidéren Kom: mission did Ausfiihrmrg der Reformen an Ort und SteÜe 05: liegen soll.

- Gcgcniihdr dcr Méldutig der „Agence HadacZ“ aus RagUsa, daß die Aldanesen sich einer friedlichrn Uehrrgabd DUlcignoH zu widsrsdßrn hrahsichtig€n, msldct dic „Polit. C0rresp.“, daß in Wiener maßgebenden Kreisen von 61118711 angrhlichcn Widerstmnde dcr Albanrscn nichts hckannt sei.

_ Aus Paris, 16. Oktober, 11121st „W. T. B.“: Nach hier vorlirgrndrn Mitthéiliingén cms Vaosich hat drr Oderkonimaiidirdnde der montsnegrinisckxn Truppen, Bozo P etrowick), mit der Fiirstlichrn Garde und regiiliircn T17UPPSU bci Satorina ein Lager bezodrn.

- Dkk „Times“ wird aus Baosick) vom 15. d. tslrgra- phirt, Admiral Seymour habe die Mittheilung erhalten, daß ?diek Tiirksn im Hafen von Smyrna Torpedos ver: en en.

- Aus Castelnuovo, 14. Oktdbrr, meldet die „W. Z.“: Der rnssifche EEcadre-Kommandant Contrr:Ad111iralKr2mer wurde von einer bevorstehenden Verstärkung seineS Ge: schwaders durch dir Vanzerfregatte „Minin“ und die Kor- vette „Aéokiold“ verständigt, welche beiden Schiffe in den

nächsten Tagen in Teddo Lintrcffen sollen. _ Nack) cms Cettinje in Castelnuovo eingelangten Berichten haben die türkischsti Vorschlägs heim Fürsidii Nikolaus eins

gute Aufnahme gefunden. Die Annahme, ecZ WSWS sich Eine friedliche Lösung drr Dulcigno-Affaire bewerk- stélTigen lassen, gswinne immcr mehr an Boden.

_ Wir die „Pr.“ vom 14. d. yernimmt, hat die Pforts ihre Erklärung in Betreff der Ueiiergabe DU [cignocZ dahin erläutert, das; sie unter diesem Kollektivnamen nicht blos die Stadt, sondsrn anch das dazu grhörigr Gedirt verstrhe und auch ziir Crision dch [rßtsrrn herrit sei. Damit sind dic Zweifel, die 11er dissen Punkt gdhdgt wurden, in befriedigen- dem Sinns gelöst. Was die Konvention mit Monte: Negro betrifft, zu drrsn Abschluß die Pforte in ihrrr Erklä- rung sick)*verpflichtcte, so soU dieselbd hauptsächlich militärischer Natur und bestimmt skii], die technischem Modalitäten der Uchergahe Und Uebdrnahme zu regeln.

Rumänien. Bukarest, 14. Oktober. Der „Pol. Corr.“ berichtet man von hier: Du?: rumänische Kabinet hat beschlossen, den in Montbéliard auf Urlaub weilenden rumä- nischen Grsandten am rnssischen Hofe General Prinzen Ghika nicht ehdr auf seinen Posten in St. Petersburg zuriick- kehren zu lassen, bevor nicht der vakante russische Gesandt- schafteöposten in Bukarest heseßt isi.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bnrrau.

Paris, Sonnabend, 16. Oktober. Vier italienische Barnahiten ach dem Ordeueöhause in der Rue Monceaux habrn die Weisung erhalten, das französische Gebiet innerhalb 24 Stunden zu verlassen. An den Thiiren zu den Kapellen wurden Siegel angelegt. _ Zn Agen sind heute friih die Karmeliter ausaewiesen wordcn. Die Polizri lief; mit Gewalt die Thüren öffnen, wobei von Seiten eincs HUssiEkE ein Protest eingereicht wurde.

Statistische Nachrichten.

(Ji. C.) Die Zahl der im leßten Schuljahre 1879-80 an den 692 (Gymnasien Italiens eingeschriebenen Schüler belief sicb auf 37 915, von denen 1219] auf die 110 Reaierungsgymnafien, 5490 auf die 67 äquiparirten, 4365 auf die 130 Gemeirde-, 638 auf die von moralischen Körperschaften unterhaltenen 16 (Gymnasien, 9697 auf die 221 bischöflichen Skminare und 5524 auf die 148 ;Privatgymnasien enifaUen. Im Verhältnisse zur Bevölkem'gszahl ommt je ein Gymnasium auf 40 765 Einwohner, je ein Schüler auf 744 Einwvhner und je 4579 Schüler auf ein Gymnasium. Die höchsten Durckzschnittsziffern mit 50, 76, 75 und 71Schülern ergehen sicb für Sardinien, Piemont, die Lombardei und Ligurien, die niedrigste mit blos 26 Schülern für Umbrien.

Kunst, Wiffenfchaft und Literatur.

Der als Komponist, Dirigent und Förderer des Orgelbau- n'esens „bekannte Königliche Musikdirektor und Profesior Julius Schnrtdei feierte am Freitag das fünfzigjährige Jubiläum als Organist der Werderschen Kirche.

Land: und Forstwiriihstlmfr'.

Washington, 16. Oktober. (W. T. B) Ndck) dem Bericht dcs landwirthschafjlichen Bureaus für den Monat September be- ziffert fich die mittlere Beschaffenheit der Baumwollernte mit 83%. Gegen den 1. September ist eine Verschlecbt-erung um 8% eingetreten. Gegen den Monat September 1879 ist die Beschaffen- heit der gegenwärtigen Baumwollernte um 20/0 besser.

Gewerbe und Hundes..

Tas „Dresdn. Journ.“ ihrilt folgenden, vierfrn Bericht von der Leipziger Messe mit: Das Resultat'der Michaxliß- messe im Raucbwaarenhandel war dies Mal_n1cht so kefrredi- gend, als man infolge des flotten Geschäftsganges wahrend drr Oster: meffe und des Sommers rrobl annrhmen durfie. Es fehlten viele fremde (Einkäufer, die seit Zrhren den Ausschlag geben, besonders viel Russen und Franzosen. amerikanischen Waarcn, namentlich Bisam, wurde im Verbältliß am wenigsten umgesetzt. Gefragt und gekauft wurden Nerze, schwarzgefärdie Hasen u. dgl. Schuppen,wclch lehicre Arjikel zwar nicht mehr für Deutsckxland, dafur aber Absatz nach Ungarn und Rumänien fanden. Viraixiische Otter und L?ck)warz- füchse gleicbfalis gefragt; jedoch beklagten Kaufer, nicht die Qualitatzn finden, als bisher zu den Messen der Fall war. Liffarr Fabrikati-„aufzer weißen Kanin, blieben vernachläsfigt; es fehlten hierfür dießmal die eng- lichen Einkäufer. Schwarz“, wie hraungefärbte belgische Kgnin fanden, wie bereits seit einiger Zeit, starken Absatz., Cvpckr-, Rader- und bunt? Kaizen blieben gefragt; der arößte Theil derselben war jedoch schon zur Ostermrffr vorn Markte genommen. 'Schwarze Kritzen, die Ostcrn sehr hoch brzahlt wurden, waren diese Mrffe weniair begehrt. Im Allgemeinen hat eri den Anschrin, als irenn die Michaelismcffe für die Rariibwaarenbranche auihörte, da sowohl die größeren Händler und Fabrikanten ihrcn Hauptbedari bereits zur Ostermeffe dccken; nur der miitiere und kleine Kürschiicr hat ziemlich gekauft, besonders schwarze zugericbtete Fell? und Lammche, Hamstcrfuiter und französische Karrin; hierfür Warden hdhe Preise angelesit. Laridrraaren, als FüÖse, Marder und Jiiiiie blichen rernackziäsfigi, obgleich noch ein zirmlirhes Qnaiitum don letzter Ostcrmeffe hier lagert; die Verkäufer wollten sick) nicht" den zriigcmäßcn Preisen, namenilick) für Jitiffe fiiaen. Die Einkaafcr fiir Wildwaaren smd zu der beginnenden Saison nicht genug zur Vorsicht zu mahnen. Die Jos. Uilmann'scbc Auktion fiel dies Mal nicht QÜUsti-g aus, jrdoch Wurden nach derselben manche Posten „noch vom Laaer aendmmen. Auch in rusfiscben reid, sibirischen Artikein war die Mcsic fiir *die Jmportcure reich 0,11 Enttauschungen, fie exisiirte für dirsc nur dem Namen nack). Wenn auch dies Mal ein wesen11ichesHinderniß für die gesciäftlicheRegsamkeit in den meisten- tbeiW ungerechtfertigt haussirien Preisrn zu suchen war, so ist doch wdhi die Hauptarsache für den gewöhnlitbcn siiUcn (HesÖäfsSaang der Micharlißmcffe in der ungünstigsten Zeit zu finden, währrnd welchcr diese für die riisfiscben Artikel überhaupt statifindrt. Brvor die Saison in Engladd und Frankre'icb, als in den meist konsumirenden Ländern, begdxmc'n hat, also Anfang Novembrr, VLs'maci sich die Spekulation nicht zu entfalten, da ihr die Anhaltspunkte nord fehlen. Für effekiiden momentanen Bedarf wird wenia gekauft; alle Käufe werden bereits fürs folgende Jahr acmacht. Feh, rohr, Wurde 'für hiesige Rechnung nur zum kleinen Theil ca. 20% thrurer «earn ddrjährige Herhstmcffe verkauft. Amerika hält sich infolge der hohrn Preise rrservirt. Fihfutter, Wammcn wie Rücken, fan- den fast dar keine 912511121", “0.15 Wenige wurde für London gekauft. FehsÉWeife mußten sich eine Weitere Preisreduktion von ca. 15% ge,“,rn Herbst 1879 gefaUen lassen; trotzdem blieben nicht un- bedeutende Partien unverkauft. Weiße Hasen Erzielten ebrnfaUs keinen großen Umsa? da solche im Vergleich ziim vorigen Jahre um ca. 40% gestiegen md. Perfianer urid die socienanntcn SalzseUe waren ziemlich die einzigen Artikel, die leicht und gut verkauft wur- den. Die erst seit wenigen Jahren imporxirten Su51i1isäcke erwiessn fick) als zu Theucr und fanden keine Abnahme. Hermeline blieben kosequent vernachlässigt und von KoUinski wurden nur Kleinigkeiten verkauft. Dachse wurden 15 bis 20 0/0 thkarer als voriges Jahr für Pariser Rechnung gekauft. Gefärbie rusfiscbe Ziegen (ringen zu vor- jährjgen Prcisen nach Amerika. Weißsückyse, Wölfe, Bären, Viel- fraßr blieben zismlirh ungefragt. Cine Auktion *in russischen Artikelii fand nicht statt. Wir erfahren, daß die .Herren Jos. Finkelstein u. Co. dieselbe im Rodrmber abhalten wolien. _ Zn _Leinen, Baumwollen und Bettzeugen war diese Mesie dcn Fabrikantsn recht ungünstig, da sie für die ihnen gebotenen niedrigen Preise nicht abzugeben vermochten. (Es haften an den Waaren noch die im verflossenen Sommer hoch- bezablten Preise des Rohmaterials; es versuchten aber die Käufer, das jeßige beständige Schwcmkcn der Baumwoilenpreise zu benutzen, und kauften, weil sir fiir Schleuderpreise keine gediegene Waare cr- halien konnten, nur den aUernolhwendigsten Bedarf. Die Fabrikanten können Von Seiten der Spinner und Weber keine noch niedrigeren Preise verlangen, da drnselbén schon Ohnrhin ein sehr schwacher Vir- dienst bleibt, ein Verdienst, von welchem diese Leute sich kaum ordentlich ernähren können. Dir ?Wiße Unsicherheit am politischen Horizont wird ein vorläufiges Sinken der Preise fiir die hier be- iprdchenen Waaren anch nicht gestuften, Schundartikrl wohl aber wit drr Zeit ganz aus dem Markt gedränßt wcrdrn, wodurch das Publikum schon viel Geld vrrloren bat.

- Der AUfsiÖTSrath dcr Aktienbrauerci Neustadt- Magdeburg beschloß die Vertheilung einer Dividende Wii 33% neben 45 972 «lä Abschreibungen auf Grund und Gebäude, 59 568946 Abschreibungm auf Jnvmiar, 16253 „46 Abschreibungen auf La er- gefäße, 16413 „;.-. Abschreibungen auf Versandtgefäße, 2720 «16 ZU)- schreibungen auf Eisenbahn, 2358 «46 Vergrößerung des ReserVefonds.

. Nürnberg, 14. Oktober. (Hopfenmarktbericbt von Leopold Held.) Vet'einer Landzufuhr von ca. 1200 Baüen Hopfen belief fich der heutige Gcfammtnmsay auf ca. 1600 BaÜen. Die Preise blieben im Allgemeinen unverandsrt; nur ganz schönfarbige Hopfen erzielten 1-2 „14 mehr. Die Stimmung war in Folge regerer Kauflust und der Anwesenheit verschiedener fremder Käufer eine angenehme. Die Notirungen lauten: Marktwaare prima 45-55 .“, miitel 35-45 „M, gering 25-35 „14; Aischgründer Prima 50-55 „ika, mittel 40-50 „M, gering 35-40 „M; Württcmhcrger prima 70-80 „44, mittel 50-60 «M, gering 35-45 „46; Badischer Prima 70-80 e/M, mittel 50_60 „M, gering 35-45 «M; Hallertauer prima 75-85 „46, mittel 45-55 „M, gering 35_40 „44; Elsässer Prima 55-65 «46, mitiel 45-55 „16, gering 30-40 «36; Polnische prima 80_90 „16; Gebirgihopfen 55-65 „46; Altmärker 30-35 .“

Verkehrs-Anstalteu.

New-York, 15. Oktober. (W. T. B.) Die Hamburger

Postdampser „Cimbria“ ist hier eingetroffen.

Berlin, 16. Oktober 1880.

_ Peking,13.August.DasKaiserliche Edikt, welches dre sofortige FreiYassung des ehemaiigen chinesischen Bot- schafters am russischen Hofe, Chung-hou, anordnet, lautet m der Uebersetzung: E d , k t

l .

Am _7. Tage des 7. Monats des 6. Jahres Kuanq-Hsü (12. August 1880) erhielt der Staatskatb folgendes Kaiserliche Edikt:

Wir haben kürzlich ein Edikt_erlaffen, die vorläufige Begnadi- gung Chuna-hou's von der Todeßitrafe nach den Herbst-Assisen be- treffend, doch sollte er noch fernerhin in Haft gehalten Werden. Auch hdtten nnr de'm Tsdna-chi-tso befohlen, die Vertragsverhandlungen zu fuhren und dieselben sicher und umsichiia zu Ende zu bringen.

Nun,!)at das Tsungli-Yamén eine Eingabe des Marquis Tsöng erhalten, in welcher er saar, daß er nun die Verhandlungen fiihren werde, aber das Tsungli-Yamén ersuche, fich feinen Bitten anzu- schließen, damit der Kaiser Gnade übe.

So soll denn nun Chung-hou durch Unsere erneute und erhöhte Gnade'sofori in Freiheit gesetzt werden.

Dies wird dem Yamén hiermit mitgetheilt.

Die neueste Schöpfung ] M a ka rts , sein Koloffalbild „D e r Ja gd- zug d er Dian a“, ist nun mehr hier einaetroffen und lockt seit Dienstag die Kunstfreunde in Schaao en nach dem Ubrsaale der Königlichen Akade- mie, wo dasselbe Aufstellun g gefunden hat. Und in der That muß man zugestehen, daß: die Biewunderung, welche das Bild findet, ge- rechtfertigter ist, als vor allen früheren des Künstlers. Makart hat damit in geläuierter Selbsterkenriinifi die Bahnen der Geschichts- malerei rerlaffen, die ihn Bei aÜea Schönheiten im Einzelnen, Zu- ständlicben, zu im Ganzen, in der historischen Charakteristik wenig- stens nicht glücklichen Resultajen chbrt hatten Freilich aber WoÜte Makart auch in sriner „Catarinx, Cornard' und dem „Einzug Carls 7. in Antryerpen“ eigentlich kein? (Gefrhichte, sondern Momente irdischen Glanzes und Glücks malen und fie mit der reinen Freude am Schönen srfüklen, Wclcbe in der täuschen- den Wiedergabe des prächtigen Zeitkostüms oder in dixm nakürlicben Ebenmas; des menscbkichen Körpers ein fcbwelgeriscbes Genügen fand. In der That hat die in ihren Mittc-ln so realistische Kunst Makarts einen entschiedenen Zug ziim Idealen, über das räumliä) und zeitlich ZufälTige, Erhabcnr, wie schon die ailegorifirenden „Abvndantia“ ?.?iiidcr bewiesen. Ein weiterer Schritt“ aus der noch unklaren Ueber- swwcnglichkeii jener Periode heraus mußte ihn in jenes bestimmtere Gebiets führen, das rr nun mit großsm Erfolge Betreten hat, in das Gebiet_der antiken Mythologie. Sein „Jagdzug der Diana“ bedeu- tet rnijchieden eiiien Gipfeldunkt seines Schaffens und ist zugleich eine Leistung, welché wie keine ander: des Künstlers, einen fast un- getrübten Genuß gewährt. Wir sehen die blonde Göttin der Raad mit ihren Gefährtinnen vor einer dun-krlen Waldlandfthaff am felfi- gen Rande einrs Fiuffc's oder Sees im flüchtigen Laufe, der der Verfolgung eincs Hirskbcs galt, plötzlich innehalten, denn das Wild hat bei den Nymphen der Flush Schuß gesucht, deren eine mit bail) fichend, hall) abWeisend erhobenen Armen sich dem gezücktrn Speer dcr Göttin entgegenwirft, während Diana zwar stolz und unwiÜig auf fie herniedrrblickt, aber doch bereits ziir Milde umgestimmi, die Waffe im nächsten Augenblick sinken [affen zu wollen scheint. Der Moment ist in der Krisis erfaßt und hält den Beswauer in Spannuna. Die Gruppen zur Linken Und Rechten, -- dor? das Von leidenschaftlichrr Jagdlust bewehte, mit den schäumeiiden Rüden über Stock und Stein heranrilciide Gefolge der Jägkrinnen, hier die in mildcr rUhiger Grazie sich auf ihrem Elemente wiegenden, das Opsrr mit ihrcn schönen Leibern kosend schirmendcn Najadsn _ smd vortrefflich in Kontrast und damit das Ganzs in harmonisches Gleichgewicht gebracht. Und wie dieses mit Mcisirrschaft komponirf ist, so sind auch die Einzelgruppen von außrrordenjlickyer Sciör-heii, zeigen die Einzel- figuren die graziöscsten Posen und Linien und smd von einer Korrekt- heit der Zeichnung, wrlcbe den dem Künstler so häufig gemachten Vorwurf, er könne zwar vorzüglich malen, aber nieht zeichnen, für immer enikräftrn dürfte. Denn die ein klein wcnia steif erscheinende Pose der Diana ist nur eine zufällige Folge der geraden Linien des zurückfliegenden Editon und wird dUrch die Refikxion sofort korriairt. Auch die auf frühcren Bildern manchmal gesnrht unnatürliche Farbe ist dieSmal blühewd und frifii), die Jiicarnaiion viel gesunder; nur die letzte Figur einer Najadc, Mr Richien, wrlckze aber freilich mehr zur Füllung der lccrrn Ecke bestimmt erscheint, hat Etwas von jenem früheren krankhaftrn Fleischjon, urid die Köpfe leiden wie sonst an eincr gewissen Modcrnität Und Uederfeineruvg der Züge. Die Land- schaft ist wohl das am w.migsten (Hslunaene, drnn iir zeigt tropische und nordische Vrgetationsmdtive in wiUkiirlichcr Verschmelzung, in- deffen hat sie Makart sehr dimkrl grhaltcn und blos ald drkdratide'n Hintergrund behandrlt, so daß sie drr: großartig schönen (Jrsammi- eiiidruck nichk beeinträchtigt.

Die ordentliche Vrrsammiung des Nordwesideutschen Vereins für (Gefängniszwcsen findet am Mittwoch, den 3.5)iovrmber, Miitcigs 1 Uhr, in H annovcr, und zwar im Schwur- geriwtdsawl am (Hedrgdplay, statt. Auf der TageSordnung steht die Fortseyung der Debatte über .die vorläufihe Entlassung von Sikaf- gefangenen“, ferner die Organisation der Fürsorge für enjlaffene Gefangene in der Provinz Hannover und ein Antrag des Straf- arZsitatltIiDirektor;i Woiff (Cronthal) auf Erwriternng des Vereins- ge ers.

Hr. Alwin Weiß, ein Schüler des Hrn.Oiw Dienei, giebt am Donnerstag Abend 7 Uhr in dcr KapeUe des Dom-Kandidatensiifies, Oranienburgersiraße Wa„ fiir einrti wohlthätigen Zweck ein Con- cert, welches Frl. E. Sirhcrt, Dr. O. Koch, Dr. M. Hoffmann, Hr. König, Königlicher Kammermufikrr, und Dr.Dienel untcrstüßen werden. Das interessante Programm nennt außer Orgelvorträgen des Corcertgchets zwci Stiicke fiir Biolorwelio und Orgel, ein Terzett don Rossini, zirei Turtte don Hillrr und Dicnel und mehrere Solo- aesangßnummern. BiUi-ts zu 1 „FQ find in der Hof-Musikalienband- lung von Vote 11. Bock, Leipzihcrstraße 37, bei Hrn. Dienel, Tem- pelhofer Ufer 30, und am Concertadende vor der Kirche zu haben.

Die Edkimos, welche sick) von morgen an im Zooloaiscben Garten vorstcllen wcrden, stammen aus Labrador; es find drei Männer, drei Frauen mid zwei Kindrr. Eine Sammluna von Ge- genständen aus ihrer Heimaib wird das Jntrrrsse dcs Publikums erregen. Die VorsteUUMSzeiT dauert don Morgens 10 Uhr bid 43 Uhr Nachmittags, mit einer Mijtaaspause von 12_1§ Uhr. Morgen, Sonntag, 4 Uhr Nachmittags, beginnen auch die Sonntags-Winter- konzerte unter Leitung des Hrri.Dannenfclzer. Der Garten ist wäh- rrnd der Anwesenhrit der Eskimos für den bidhcrigeu Eintrittspreis geöffnet.

“K,Z;I_„'

Im Belle-Alliancr-Theater wird Hr. Direktor Th. Leif)trurt1 am Mitsrvrch als Shyiock im „Kaufmann von Venedig“ au re en.

- Das Germania-Theater bringt morgen auf vielseitiges Verlangen als SonntagsNachmittagvarsteUung nochmals den harm- los heiteren Schwark „Dcr verwunschene Prinz“ zur Aufführung. Fürt den Abend iii dcr .Posiillon von Müncheberg“ auf dem Re- der dire.

- Jm Wilhelm-Theater betrat gestern die einst beim hiefigcn Publikum sehr beliebte Scubrette, Frau Anna Schramm nach zehnjähriger Unterbrechung zum ersten Male wieder die Bühne. Die Künstlerin fand eine überaus freund1iche Aufnahme; aUseitiger Applaus und zahlreicheBlumenspenden gaben davon Zeugniß, daß man sie hier nicht veraesien hat. Zum Dedut hatteFrau Schramm eine alte Posse, .Die schöne Sünderin“, geniahlt, Welche der Verfasser Dr. Jacobson einer neuen Bearbeitung unterzogen imd mit neuen Couplets außgestattet batte. Frau Schramm , Anfangs tief bewegt von den ihr daraebrachten Ovationen, fand fick) schneil in den alt- aewohnten Ton hinein und stattete ihre Rolle (Frau Werner) mit Xviel Humor auf), daß dsr Beifall von Secur iu Scene wuchs. * [lerdings fand mehr die schauspielerisrbe Seite ihrer Leistung als die gesanglicbe aligemeine Anerkcnnnna; man darf jsdocb erwarten, daß durch fortgeseizte Uebung die Künstlcrin auch die frühere Kraft der Stimme wiederfinden wird. - Neben der Dedüiantin batte Hr. Ascher (Werner) mit seiner drastischen Komik einen vollen Erfolg, auch die Herren Thimm, Hattendorf und Darmer trugen wesentlich zum Gelingen der Aufführung bei.

Nedacteur: N i e d e [.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. ElSUer.

Drei Beilagen (einschließlich Börsen-Beilaqe).

Berlin:

zum Druischcn Reichs-

L;, H 244-

Erfke Beilage

Berlin, Sonnabend, den 16. Oktobrr

WIns rrate fiir den Deutschen Reichs- und Köuigl.M OÉFFWÉLÉÉYÉY

PUKY. StaCU-Anzriger und daI (Hentral-Hcmdels-

register nix::rui xn: die Könißiiéhe Expediicidn de:! Deutsäxrn Rrirhx-qurigerx und Königlüy

Preußisrhen Staaw-Inzeigers: Berlin, 8. „. Wklbelm-Srraße Nr. 132.

1. Ztöaki-xigfs um!. LJUkSrßuabUUJI-Jaairsri. 2, vabzsiztjdvm, QÜZOd-zßs, ?SrYäWx-Hn u. ädrg].

3, K*Sx'käüf6,(yorywchi7&iiJM, Zubmjsajdusn obo,

4. 70r1065uvZ, Msriisaßjdu, Zinssamnux v.. 5. w, 7011 öiiduriicdov ]?ax-Zorsu,

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Steckbriefe nud Untersuchungs = Sachen. [21854]

Der Landwehrmznn Chrst.Traugott Hermann Spühr aus qude, zuletzi in Nesse, AmtßgerickxtS- bezirk Geestemunde, deisen Aufemhalt im Deutschen Reiche nicht ermittelt worden ist, wird beschuldigt, als Wehrmann der Landwehr ohne Erlaubniß aus- gewanderx zu sein, Ueberirctung gegen §. 360 Nr. 3 des Straigeseybuchs.

Derselbe wird auf Anordnung des Königlichen Amtherichts hierselbst auf

Freitag, den 17. Dezember 1880, * Vormittaas 91 Uhr, Vor das Königliche Schöffengericht zu Geesxrmünde zur Hariptverhandlung geladen.

Bei unentschuldigtem Ausblriben wird derselbs auf Grund der nach §. 472 der Strafprozeßordiiung von dem Königlichen Landwehr-Bezirks-Kommando zu Leipzig angesteUten Erklärung Verurtheiit werden.

Geestemünde, den 29. August 1880.

Hartmann,

Gerichtsfchreii'er des Königlichen Amtsheriébis.

[21855]

Der Dragoner, Knechf Karl Joh. Friedr. Ldg. Remer aus Dargun, Kreis Maichin, geb. den 14. Juni 1846, ziiletzt in Gcestbeiie, Amtsgerichts- heziik Grestemünde, dessen Aufenthalt im Deutschen Reiche nicht ermittelt worden ist, wird beschuldigt, als Wehrmann der Landwehr ohne Erlaubnis; aus- gewandert zu sein, Ucbertretung gegen §. 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuckos. Derselbe wird auf Anordnung des Könialicben Amtßgerichis hierseldst auf reitag, den 17. Dezember 1880, Vormittags 15 Uhr, .vor das Königliche Schöffengericht zu Gecstemünde zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldig- tem Arisbleiben wird derselbe auf Grurtd der nach §. 472 der Strafprozeßordnuna von dem Königlichen Landwehrbezirks-Kommando zu Rostock außgesteüten Erklärung veruriheilt Werden. Geestcmünde, drn 1. September 1880. Hartmann, WcriwtdsOrcibcr des Königlichen Amtherichts.

«Wthatü-nen, Anfgebote, Vor- ladungen n. dergl.

[25400] Oeffentliche Zustellung-

Der Rentner Philipp Jakob Graf rind dcffsn Ehefrau Ann.; Maria, geh. WiÜmuth, früher in Worms, cht in Darmstadt wohnhaft, vertreten durch Rechtxanivait Daudistel in Mainz„ klagrn gegen den Wirth Johann Friedrich Ophüls und deffext Ehefrau Maria Kaxharina, geb. Lutho- mus, Beide früher in Worms wohnhaft, jetzt ohne bekannten Aufenthalt, aus der VcrkaufSurkunde vor Notar Vittel zu Worms, vom 5. Januar und 18. März 1880, mit dem Antrage auf Auslösung dieses Vcrkarifsvertrages und Verurthcilung der Beklagten zur Zahlung der Zinsen des Kaufprcis- resies von 21285 «;ck 71 “Hi dom ]. Juli 1880 an, des MihdchIrthcs und der Ronen, und laden die Beklagten zur mündlichen Verhaiidlung des Rechts- streiis vor die zweite Cidiifammer dcs Großh. Landgerichts zu Mainz auf den 11. Januar 1881,- Vormittags 9 Uhr, mit drr Aufforderung, einen der dcm gedachten Gc- richte zugelasienen Anwalt zu bcstellen.

ZUM Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dic- ser Auszug der Klage bekannt gcmacht.

Moyat, Gcricthichreibi-r dcs Großherzoglichen Landgerichts.

[29420] Zusteljung nut Ladung.

Der prct. Stadjpsarrcr Hr. Christiaii Müiicr, in Kaiserslautern wohnend, hat am 4. [. st. gegen 1) Elisabetha Miiller, grwerblose Ehefrau des Christian Siegmaycr, Tagncr, Beidr auf dem Sieg- hofe wohnend, Leyteren selbst, der bestehenden Güter- geminschaft und der chclichen Ermächtigung Wegen; 2) Carl Müller und 3) Heinrich MüUcr, die beiden Letztercn ohne bekanntes (Gewerbe und ohne bekann- ten Wohn- und Arifeuthalir-ort abtrcsmd, zum Kgl. Amtsgerichte Winnireiler Klage erhoben mit drm *Anfrage:

Es möge dcm K. Amtsgcrikbte gefallen, die Br- klagien Ciisabriha, Karl und Heinrich Miiller ])r0 Tabs ihrer Erbjheile am Nachlasie ihrer vcrlcbten Mutter Magdalena, geb. Schmitt, lebend Ehefrau des in Poshacb wohnenden Sckxmiedes Johann Müller, und den Ehemann der Elisabetha Müller, der bestehenden Gütergemeinschaft Wegen, zur Zah- lung der sie treffenden Antheile an dem Minder- erlöse 86 3604-14 10 «3 zufolge Wiedervecsteige- rungsnrkunde des K. Notars Krieger in Windweiler vom 18. August [. Js. im Betrage von je 25 „16 72 H oder zusannmn 77 „FH 16 H mit Zinsen vom 18. August [. Js. an sowie der sämmtlichen Kosten des Prozesses zu verurtheilen und das zu crgehcude Urtbsil fiir vorläufig rollstrcckdar zu erkläien.

Die durch Beschluß drs K. Amtögericbts Winn- weiler vom 7. Oktober [. Js. brwiliigte öffentliche

Zustellung an die obgenannten abwesenden Mit-

beklagten Carl und „Heinrich Müller wird hierdurch bstbätigt mit dein Bemerken,_daß ferner „je eine be- glaubigte Abschrift der Klagejchrift für dicsciben an die Gerichtstafel dahier angci)eftet undxein AUSzug derselben in die Pfälzische Presse eingsruckt Wurde. Ferner wird den beiden Mitbeklagten Carl und

Feinrich Ykülier (röffnet, daß zur mündlichen Ver- *

andiung über obige Klage Taxifahrt fixirt Wurde

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' in 'die öffentliche Sitzung des K. Amtsgerichts Winn- weiler vom c“freitag, den 10, Dezember uäckisthin- Morgens 9111117, in wrlckxer Sitzung zu erscheinen fie andurch vorgeladen werden. Winnipeilcr, den 12. Okfoher 1880. Der Kgl. Gerichtsschreiber: Helm.

[25406] Qeffenslierlung

mit Ladung.

Nachstehender Auqug: „Zum Königl. Land,]ericbte Zweibrücken, (Zivilkammer, ' Klageschrift für Zaids) HirsÖ, Ackersmann, in Niedermohr Wohnhaft, “Riemer„ vrrtrrten durch 912chtdanivalthsenhergcr in Zweibrücken, gegrn

Johannes Lenhart und dessen Ehefrau Carolina Mulier, Ackerslrute, Bride zusammen in Odrrmohr wohnhaft gewesen, jetzt ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltsort ahwcsdnd, Beklagte,

_ wegrn Forderung.

Die Beklagten Werden hiermit dor das Kgl. Landgericht Zweibrücken, Civiikammer, vorgeladen und aufgefordert, einen zur anwaltsckyafilicheu Ver- iretung daselbst zugelassener: Rechtsanwalt zu hcstrllen, welcher für iie in drm untrnbezeicbneten, zur münd- lichen Vrrhandlung dcr Saihe anberaumten Termine zu erscheinen hat, um antragrn zu hören:

Es gefalle dem Kal. Landgerichte, die Beklagten, und zwar den Ehemann Lenhart al? Haupt- schuldner, die Ehefrau Carolina MÜÜcr als Biirgin desselben, zu verurtheilen„ an den Kluger für erhaltenes haares Darlehcn die Summe von vierhundert Mark mit Zinsen zu sechs Prozeat vom 18. Februar 1880 an zu bezahlen und denseidrn die Prozeßkosten nalb _Maßgahe ihres Unterlieacns zur Last zu legen“

Wird mit dem Beitiigen, daß durch den Vorfihcn- den der Civilkammrr am 9. Oktober abhin zur mündlichen Verhandlung der Sache Termin auf den einunddreiszigsten Dezeirrber 1880, Vormittags 9 U r, amberaumt wdrdm ist, den obgenannten Beklagten Johannes Lékibkilt und deffcn Ehefrau (Carolina NiüUcr, deren derzeitiger Anfexrihxltsort unbekannt'isi, hiermit öffrutlich zug-siellt.

ZWeibrÜcken, den 13, Oktober 1880.

Die Grrichts1chrriberei dcs Kgl. Landgerichts.

Cullmann, Kgl. Gerichtssrhreiber.

_)- 3 K_Amidsericht Nagold. M 9] chscntltchc Znstcliung.

Dic Gutsharbfolgcr dsr Josef Sirauh, Tad-löh- ners Ehsfrau, Franziska, geb. Bremer, in Ohrr- thalbcim, und zwar:

1) Alois Siraiib, Maurcr in Oberihalbeim,

2) Juditha, geb.€traud, Ehefrau dcs FidelJoos, Amtsdir'ncrs in Baifiiigen,

3) Marie, geb. Strauh, Ehefrau des Joschcgler, Tagldhixcrs in Weiimarten,

4) Anna, aehStraub, Ehefrau des Johann (Georg Hack, Tmalöhners i!! Ravrnsbura, und

5) Agaiha Straub, ledig und vvlljährig, von Ober- thalheim, im Dienst in Baifingen,

:iheben durch den Bevolimärhtigtcn . Alois Siraub, Maurer in Oherthaihcim, Klage gegen

1) Martin “Straub, Maurer don Oberthaihcim, 1847 naiv Amerika ausgewandert,

2) Crescrnzia Straud, von da, cbrnfaljs 1847 nach Amerika auszcwundcri, Beide dort mit un- bekanntem Aufcnihalic,

als Gantglänbiger drs dcrst.Iosef Straub, Tag- löhners von Oberthalheim, und zwar:

ml] für den Betrag von 98 Fl. 53 X :

169 „44 51 „LZ,

35 2 für den Betrag von 60 Fl. :: 103 „16, versichert nach dem Untrrpfandsbuck) don Oberthal- beim Th. 71. Bl. 174, mit Pfandrcäzisdorhehalt, auf 1). Nr. 1041, 13 Vril. Acker im Wcscbcntdal, auf Anerkenntniß dcr (Frlöschung dicser bcidcii schon längst bezahlten Sibuld'ccträge,

und laden die Bcklaiiicn zur mündlichen Verband- lung des Rechtssircits Wk das R“. Amtsgericht zu Nagold an den 17. Dezember 1880, Vormittags 9 Uhr.

Zum chcke der öffrnilickocn ZusteÜung wird diescr Andzug der Klage hckannt gemacht.

Den 11. Oktober 1880.

(Hericbtdschreiberei dcs Kgl. Wiiritcmb. Amtsgericbis. Brodbeck.

[25386] Oeffentliche Zustellung.

Im Auftrage des durch Viatbskamuwrbeschluß des Kgl. Ober-LandeöacriÖteö, 17. Senat, zu Cöln vom 5. Mai 1880 zuni Armenrccbte zimelaffenen Bcrgmannes Heinriw Peufing zu Neudorf, für welchen beim Kgl. Orcr-Landesgcricbt zu Cöln RechtSanrralt Krafft aid Anwalt auftreten wird, wird dem Ludwig Hemma, Schlosser, früher zu Burbaw wohnend, icht ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltéort, angrzeizrt:

daß chmcht gegen das in Sachen drr Parteien von dem Königlichen L.]iidaericbt in Saarbrückcn am 31. Januar 1878 eclaiiene Urtheil das Rechts-

mittel dcr Brrufung crgrcift, da daffelhe ihn bc-

schWert. " , _ Gleichzeitig und auf namltches Anstehen wird

Anzeiger und Königlich Preußischen Siauis-Anzciger.

IZZO.“

5. JQäaßbrion Ztai-UIIernouba, k-dkjkou mm Erogsdanäs]. "?_orsoirjsäsvs ZSKHMLMWUMFM. . drbdrxrjddbs .Ö-UJOÄJOU. . Wszddr-Wdixsu, 11] äsr Börsen- 9. LYMwn-UMw-jobdou. bsib-xo, ck

0 AUF ÉKJFRÜ *Jusexaj: mth an: die Annoncm-Expeditioneu det

„Invalideuv-Wé“, Rudolf Muffe. Haafeußeku & Vogler, G. L. Daub: & Co., schlom, Büttner & Winker, sowie alle übrigen größeren

-

Aunsucm-Bnreans. !

quuisit vorgeladen in 8frkier1'Tagen ,mit Zusatz einrs Tages für jede 6 dreußiscbe Merken rreitere Enifernung, Morgens 9 Uhr, in der Sitzung drs Kgl. Ober-Landeögericbis zu Cdln durch RechtSanwalt Vertreten zu erscheinen, um diese Berufung als b*'gründet annzhmen, das voxbcwgene Urjheil reformiren, nac?) den Anträgen des Requirenten erkennen, die Rückgabe der Straf- gelder vrrordnen und sich in die Kosten beider Zn- siaiizxn Verurthcilen zu hören.

Colu, den 1. Juli 1880.

Krafft, Recbjsanwali.

In Folge drr durch Beschluß des Königlichen Oher-Landcßgerrchis bierielhst vom 24. September 1880 bewatgien öffentlichen Zustellung wird Vor- stehendcs gemaß §. 187 der Civil-Prozeß-Irdnung bekannt gemacht.

Cöin, den 13. Oktober 1880.

_ ' Adenauer, Gerichtsscbreiber des Königl. Ober-Landesgerichts.

[25412] Oeffentliche ZiistkÜUUg.

Der zum Armenrecbtr zugelassene Steinhauer Peter Maß,zu Meß wohnhaft, vertreten durch den Rechts- anwalr Burger, klagt gegen seine Ehefrau Elisa- betha Baeich, zu Paris ohne bekannte Wohnung fich aufhalrend, wegen böslikhen Verlaffens und Ehek-rnchs mit dem Anfrage: „Die Ehescheidung zwischen Parteien auSzusprea en und der Biklagten die Kosten zur Last zu ieqen“ und ladet die Be- klagte ziir mündlicbi-n Verhandlung des Rechts- streits vor die 1. Civilkammer dcs Kaiserlichen Landgerikhts zu Metz auf den

, 29. Dezember 1880, Vormittaßs 9 Uhr, wir der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gc- ricite zugelassenen Anwalt zu besteUcn.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustrüung wird die- ser 511115ng der Klage bekannt gemacht.

Metz, den 7. Oktober 1880.

Der Landaerichis-Sekretär: Metzger.

[25413] Oeffentliche Zuitcllung.

Di:- zum Armenrecht zngelaffene gewerhlofe Ma- ria Abel zu Mey, Mazellcnstr. 99 wohnhaft, ver- irrten durch Rechtsanwalt Dr. MüÜer, klagt gegen ihren Ehemann Heinriäi Kiuhlé, Schuster, gegen- wärtig ohne bekannten Wdhn- uvd Aufenthaltéort, Wegen Yiißbandlungen imd bösxiihen _Verlaffens mit dem Anfrage, die Ehesckxiduug zwiichen Par- teirn auIzusprecben, sie: zur AuGcinanderseHung ihrer VermögenLreckUe Vor einen Notar zii verrreisen, den Beklagten ferner «halten zu erklären, den mit fick) genommenen Zjährigen Sohn den, Parteien der Klä- grrin zuzuführen und ihm die Kdsten zur Last zu legen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver- handlung des Recbisstreits vor die ]. Cidilkammer dcs Kaiserlichen Landacrichts zn Metz

auf den 29. Dezember 1880, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderund, eincn dei dcm chachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestcllen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zusicilunc; wird dicser Ausma der Klage bekannt gemacht.

Meß, den 8. Oktober 1880.

Der LandaeriÖTI-Sekretär: Metzger.

125414] Oeffentliche Zustellung.

Julie Humbert, ohne Gewerbe, zn Chanville wohn- hait," ladet ihren Ehemann, Franz Houzelle, früher (Hasiwirjb, zu ChanviUc wohnhaft, jrßt obne be- kannten Wohn- und Aiifenthalwori, in Vollziehung dcs Urtheils der 1 Civiikammer dcs K. Landgerichts u Metz vom 12. Mai c. vor, am

Freitag, den 26. November dieses Jahres,

„Vormittags 10 Uhr, _

in ihrer Wohnung zu CbanviUe zu erickieinen, um der Aufnahme des Inventars rcsp, der Theilmig der zwischen ihnen bestandencn Güterqemeinskbaff und der gegenseitigen Ansprüche vor Notar MüUcr in Meß anzuwohncn und seine Rechte zu wahren mit der Androhung, das; auch in seiner NichtanMsenheit hierzu geschriiten iverdentvird.

Zum Zwecke der öffentlickyen Ziistcllung wird dieses bekannt gemacht.

Metz, den 9. Oktober 1880

Der LandaeriÖts-Sekrctär: Metzger.

125429] Oeffentliche Zustellung.

Die Metalleinlegerin Liseite Krippncr ron Die- tersdorf, zur eit in Nürnberg, und der Vormund deren auhcrehe ichen Kindes ,Kaiharina“, drr Schub- machcr Johann Adam Schwalgkr in Scbrvabacb. klagen gegen den lediaen Meialiscbläger Georg Strub ron Eckerömühlen, Königlichen bayerischen Amisge- richts Roth, zur Zeit unbekannten Aufenthaltsories, wegen Vatersckxait und Alimenten und laden drn- selben zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche bayerische Amißgertcht Schwa- bach auf

Dienstag. den 14. Dezember 1880, Vormittags 9 Uhr, mit dem Anirag auf Vernrtheilung des Beklagten zur Anerkennung der Vatrrscbast zu ]raßlicbem Kinde und Einräumung des geseylich heschran_kten Erbrecht,7, dann zur Bezahlung von WÖÖLUÜUÖ 2 „46 Alt-

menken bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahre des

der grieylichcn Frist von,

Kindes _ vierteljädrig vorausbezahkkar - des der- ernsttgen Schulgeldes und der Cur- Rid Begräbniß-

Ö: kosten. sofern das Kind während der Alimentat'ions-

zeit erkranken oder sterben soüte - endlich das Urtheil für vorläufig volLstreskbar zu erklären. Zum Zwecke der öffentlichen Ladung wird dieser Klagßauözug öffenilid bekannt gemacht. Schmabaä], am 13. Oktober 1880. Hager, Königl. Gerichtsfckßrciber.

[25417] Oeffentlichc Zustellung.

,Die Aktieimefeiliäyaft unter der Firma „Ehrm- mizer Societätsbrauerei zu Alxendorf“, vertreten durch den Rechtsanwalt Uliricd ]. in Chemniß, klagt gegen den Restaurateur Heinrich Lommaizs-cb, zuletzt in Wrida aufhältlicb, aus einem am 5. Juni 1880 über 350 „zu angesteUien, von dem Be- klagten accevtirten, und am 5. Srptember dieses Jahres zahlbar gswesenen Wechse! mit dem Anfrage auf Verurtheilung des Beklagtkn _- deffen jeßigek Aufenthalj unbekannt ist - zur Bezahlung von 350 a“: s. A. und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die Kammer für HanelZZsachen des Königlichen Landgerichts zu Chem- m an

den 14. De_zember 1880, Vormittags 9Uhr, mit der Aufsurderurg, einen bei dem gedachten Ge- richte zu elaiienen Antvalt zu besieüen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Aurizug der Klagö bekannt gemacht.

Chemnitz, am 13. Oktober 1880.

Der Gerichtsschreiher des Königlichen Landgerichts, Kammer für Handelssachen. Akt. Haueiß.

[25418] OeffentlicheZust-xllunq;

In Sachen dcs Kürers Heinrich Daniel Deppe Ehefrau", Johanne Adelheid, geb. Frese, zu Bre- mrn, Klagerin, wider ihren Ehemann, dcsien Auf- enthalt uubekannt, Beklagten, wird Beklagter bie- durch geladen, in dem vor dem Landgericht, Civil- kammer ]., zu Bremen, in deffen Sitzungssaal oben auf der altrn Börse, auf

Montag, den 6. Dexember 1880, Vormittags 10 Uhr. angesrkten Termine, vertreten durch einen beim hie- sigen andgrrickot zugelassenen Anwalt, zu erscheinen, um sicb über den Antrag der Klägerin zu erklären:

Beklagtrr sei dem Urtbeile des Landgerichts vom 12. Juli 1880, wodurch ihm aufgegeben fei, binnen 4 Wochen zur Klägerin zurückzukehren, nicht nach- gekommen, und beantrage fie jexxt: die Ehe der Parteien zu sckxeiden und die Erziehung des Kindes ihr zu überweisen.

Bremen. aus der Gerichissckxreiberei des Land-

gerichts. H. Lampe, ])r.

or ' ' [“MS] Edictnlladung.

Dcr K_ötbner Wilhelm Kaufmann zu Diekholzen hat dem (Herickote Fanszezeigt, daß er wegen einrs ihm aus der Landcs-Krcditanstalt in Hannover zu be- wiUigenden Darlebns Hypothek mit seiner Köthner- stelle Nr 50 za Diekholzen nebst Zubehör zu be- sicUen beabsichtige.

Dieselbe besteht aus:

a. den (Hehäaden Hs. Nr. 50 und 503..;

b. den Lär-dereien, wrscbe in der Grundsteuer- Muiierrolle don Diekholzen unter Art. Nr. 37 zu 8,1501 118. beschrieben sind, ncbst Holzbe- rechtigung in den dortigen Ecmeinde- und Genossensäxaftsforsten.

Von den obigen (Grundstücken haben 3,8928 ba. früher zu dem von Jeinseu'scden VoUhof Nr. 1 da- selbst gehört und smd 1877 ron dem Banquicr J. H. Oppenheimer zu Hannover dem Köjhner Kaufmann verkaufi.

Nacbdcm 'der Prodokant ais verfägungkfähiger Cigcmhümer des zu verpfändrndcn Grundbesitzes sicb anier vorläufig ausgewieien hat, so Werden unter Bezugnahme aiif die §§. 25 und 26 der Ver- ordnung vom 18. Juni 1842 und den §. 18 des Gesetzes vom 12. August 1846 alle Dirjenigcn, welche an die bezeichneten Pfandaegenstände Ansprüche irgend eincr Art erheben zu können glauben, mögen diese in Eigenthums- oder Obereigentbumörechten, in hypothekarischcn oder sonst [sevorzugten Forderungen, in I)ieallasten, Abfindungs-, Dotal- oder Leibzucbts- Ansprüchm oder anderen Verhaixunaen -und Bela- stungen bestehen, hierdurch vorgcladen, solche An- sprüche in dcm dazu auf

Sonnabend, den 11. Teiember d. IS.,

Mittags 12 Uhr, angesrytcn Termine anzumelden. Durch die Nich- ÜNMkldUUi! geht der Ausdruck) an den vorbezeich- neten Pfandaegensiändcn uicht Überhaupt, sondern nur im Virhältnix; zu der der Landes-Kreditanstalt“ zu bestellenden Hypothek verloren.

Einer Anmeldung bedarf es daher nur dann, wenn die Rewtsbeständigkeit und das Vorzugsrecbt der der Landes-Krcdiianstalt zu beiteUenden Hypothek nicbt eingeräumt werden soll.

Vim dcr Annmeldungkpflickot sind nur Diejenigen befreit, denen udcr ihreAns küche von der Direktion der Hannoverschen Laudes-. reditanstalt (Zertifikats. außgesteUt worden.

HiideSlZcim. den 9. Oktrber 1880.

Kdntglicbes Wms ericdt. AM). 71. Leon ardt.

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