Es versteht sich von selbst, daß nichts verabsäumi werden wird, was nach dem Ergebnis; dieser Prüfupg zur Erhöhung der Sicherheit des Betriebes irqxnd mie beizutragen geeignet erscheint, soweit menfchliche Einsicht und gute DiSziplm reichen.
+ Die drei ersten Artikel der Verordnung 130111 26. Februar 1880, betreffend die 11011 Fremden, welche sich in Rumänien aufhalten, zu [bsßnden Aufeiiihaltsscheme, 1sind durch ein Dekret der ruman1schen Regierung, vom 24. Mai d. I., wie folgt abgeändert worden: _
Art. 1. Jeder Fremde, welcher in Rumänien'reist oder wohnt, ist verpfiichiit, einen Aufenthaltsscbein zu lösen. Dieser Aufenibqlts- scheii1 wird ettbeiit auf Grund eines Passes oder eines Matrikel- scheines, welcber von der betreffenden Gefandischfafi oder dem bx- treffendcn Konsulate ausgestellt ist. In dem Matrtkeljcbein muß die Nummer ange5ebcn sein, unter welcher der Fremde. bei dex beireffxn- den Schußbxbörde (Gesandtschaft oder Konsulai) immatrikulirt isi. Die Fürstlichen Behörden haben die Eribeilung des Aufenthalts- sckein1s auf (Grund eines Matrikelscbeitis zu _vereigern, wenn der Inhaber des Lcßieren erwiesenermaßkn rumantscher Untcxtban ,ist. Die betreffrnden Beweisstücke sind .in diesem FaUe dem Mmisiertum der Auswärtigen A11gelegenbeiten e1nzureichen.
Art. 11. Nur die DiiLrikis-Präfekturen und in Bukarest und Zaffy die Polizei-Ptäfekiuren haben das Recht, A11fentbalt§schetne zu eribeilen. Ausgenommen sind diejcnigen Gemeinden an den Uiern der Donau und der Küste des Schwaxzen Mesres. welche nicht Distriktsbaubtorte sind. In demselben durfen die'Aufentbaltsscheine ertbeilt wcrden durch die Unier-Präfekten oder die sonstigen eral-
beamwn. „ Art. 111. Jedcr Reisende, welcher in Rumanien ankommt, bat,
na dem cr seine Reisepapiere seiner Schußbebörde vbrgelegt „bat, fick?) binnsn 24 Sjunden nach feiner'Ankunft auf die Distrikts- Präfkktur zu begebxn, um seinen Paß bisircn urid sicb Von der Farst- lichen Behörde einen Aufenthaltxsckpein ertbmlcn, zu lassen. Von dieser Verpflichtung sind diejenigen Reisenden bxfrett, 'deren Aufent- halt im Lande die Dauer von 30 Taßen nicbt uberstetqi. Diese Be- ngniß zu einem Aufenthalte von beschränkter Dayer wird festgestell dUkck) das auf den Pas; geießie Visa. Nack) (_Erfullung der erforder- lichen Formalitäten wird der Pas; auf der Prafektux zurückbehalten. Der Paßdienst in den Bureaus der sammilicben be- treffenden Bebörden ßndet ununterbrochen an aÜen Wochen- oder Feiertagen bis 8 Ubr Abends stati. Die Ablaufszeit dcr Ausent- altsscheine isi übereinstimmend mit dcrjcniqen, Wenléde auf den Paffe'n angegkben ist, fcstzuse en. Die Lokalbebörde bebalt'das Recht, die AufenthalW-Erlmbni selbst vdr dem Eintritt des obxgeaneiipun'ktes zu widerrufexi, n'enn der Fremde sich als gemeingefabrlt'cb erwetsen, oder die öffentliche Ordnung stören, oder sich der Landstretchereisckub dia machen sollte. In iolcben Fäilen ist an das Ministerium 7,11 be- richten. Befreit von den Bestimmungen dixses_©_cse13es sind fcrner diejenigen Fremden, welcbe ländliches odar stadtisches Grundeigen- tbum oder industricÜe oder HandelSniederlaffngeii bon erbebltchem Umfange bssißen, sowie diejenigen, welcbe seit Mindestens 5 Ja'bren vor Erlaß dieser Verordnung in Rumänien ein Gewerbe beireiben. Der Ausenibaltsscbein wird unentgeltlich und ohne daß es eines schriftlichen Antrages bsdarf, ertheilt.
+ 2111 Einnahmen aus Zöllen und gemeinschaft- lichsn Verbrauchssteuern, sowie anderen Einnahmen sind im Reiche fiir die Zeit vom 1. April1880 bis zum Schlusse des Monats September 1880, einschließlich der kreditirten Beträge (ver 1ichen mit der Einnahme in dem- selben Zeitraum des orjahres) zur Anschreibimg gelangt: Zölle 82 682 612 «M (+ 7 190 225 516), Rübenzucker- iteuer + 13 319 332 „M (+ 690 862 311), Salzsteuer 15 943 128 315 (+ 203123 516), Tabaksteuer 354 833 «M (+ 71 562 «FH), Branntweinsteuer 11 220 801 515 (+ 156 0341/15), Uebergangsabgaben von Branntwein 57 489 „46 (+ 9190 «FH), Brausteuer 7837 371 «111 (+ 307 486 474), Uebergangsabgaben von Bier 474 346 «45. (+ 26 557 34), Summe 105 251 2481/14 (+ 6 961 247 574), Spieikartenstempel 408 248 „76 (+ 9183 074). Wechselftempelsteuer 3 181 385 374 (+ 1396 045), Reich§-Post- und Telkgraphenverwaltimg 64 943 834 «16 (+ 3 109 265 «FH), Reichs:Eisenbahnvsrwaitimg 19 726 600 36. (+ 660 478 9%). Die zur Reichskaffe gelangte Ist-Einnahme abzüglich der Bonifikationen und Verwaltungskosten beträgt bsi den nachbezeickmcten Einnahmen bis Ende September 1880: Zölle 76123832 „77. (+ 4955 339 575), Rübenzucker- steuer 51868 720 «16, (+ 3371 629 914), Salzsteuer 15430 766 «44 (+ 218179 516), Tabaksteuer 231788 „46 (+ 66 157 „M.), Branntweinsteuer und Uebergangsabgabe von Branntwsin 19 781 022 «15 (+ 1845 559 «M), Brausteuer nnd Uebergangsabgabe von Bier 6773 070 075 (+ 282 702 575), Summe 170209198 „45 (+ 2862 231 915), Spieikartenstempel (einschließlich der Nachsikuer) 518158 «15 (+ 104157 974).
+ Der Kaiserliche Gesandte in Bern, General der In: fantcrie 0011 Roeder, isi unter Venußung eines ibm be- wiUigtcn Urlaubs in Berlin eingetroffen.
+ Der General der Infanterie 3.2). 11011 Zychlinski, & 111 511110 des 2. Magdeburgischen Jnfanterie-919giments Nr. 27, ist nach Abstattung periönlicher Meldungen wieder abgereist.
+ Der GencxaL-Lieutenant von Strubberg, General: nspecteur dLS Militär:Erziel)ungs: und Bildungswesens, hat ich mit Urlaub nach Hannovsr begeben.
+S. M. Kanonenboot „ Nautilus“, 4 Geschiiße,K0m- mandant KoxvetienWapUän Cbiiden, ist am 10. September cr. in Sidney eingetroffen.
Württemberg. Stuttgart, 29. Oktober. (W. T. B.) Der „Schwäbische Merkur“ meldet von starken Usbek- schwem111 unncn, die in fast allen Landestheilen siaiigcfun- dcn haben. Der Neckar ist bei Rottweil, Sulz, Rottenburg, Cannstatt, Heilbi'onn, die Donau ist bei Tuttlingen und Ulm ausgetreten; ebenso haben in Oberschwaben und im Schwarz- wald Ueberschwemmungen stattgefunden. Gegenwärtig ist das Wasser wieder im Abnehmen.
Baden. KarlSrul e, 28. Oktober. Vorgestern Abend ist die Fürstin von H0 enzollern in Vaden-Vaden ein- getroffen und wird einige Tage dort verweilen.
„Jessen. Darmsiadt , 29. Oktober. (W. T. B.) Der * roßherzog hat iich heute mit dem ErbgroßZ'erzog und sämmtlichen Prinzessinnen Töchtern zum Besu Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzes sin nach Wiesbaden begeben und kehrt heute Abend von dort wieder hierher zurück.
Sachsen:?!Ieimar-Eisenach. Weimar, 28. Oktober. (Dr. I.) In der heutigen Sißung des Landtags wurde der Etat, dessen gewissenhafte und sorgliche Aufstellung aus der Mitte der Landtags lebhaft anerkannt ward, einem Aus- sch11sse Überwiesen. Vorher war die Regierung bezüglich der Höhe der (551111121310!th interpellirt worden, ob sie geneigt fei, aceigneten Orts an eine entsprechende Herabsetzung derselben hitizuwirken.[Die Interpellation wird erst später beantwortet
werden. + Von Seiten der Großherzoglichen Bezirksdirekiionen wird nachdrücklich auf eine Bekämpfung des Vagabunden: u n w e s c n s durch die OrtSpolizeibehörden hingewirkt.
Oesterreick=Ungarm Wien, 28. Oktober. Kronprinz Rudolf hat, wie die „Pr.“ berichtet, heute Vormittag Brüssel verlassen und bcgiebt sich direkt nach München zum Besuche seiner Schwester, der Erzherzogin Gisela.
Großbritannien und Irland. London, 28. Oktober. (Al]g. Corr.) Die „Irish Times“ schreibt: Die Arrange- ments der Regierung für die bevorstehenden Staatspro- zesse sollen 111111111ehr vollendet sein. Die Zahl der Ange- klagten diirfte voraussichtlich die Zahl dreizehn nicht über: schreiten. Die bereits veröffentlichten diesbezüglichen Namens: listen sollen durchweg unzuverlässig sein und Namen enthalten, die nicht in den Prozeß verwickelt sein werden. Die Verhand- lungen werden felbsiverftändlick) langwierig sein. Die Be- hauptung, daß unter den Mitgliedern der irischen Regierung Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Verfolgungen herrichien, ist gänzlich unbegründet. Das gleiche Organ ist der Ansicht, daß die Verhaftung des Sekretärs des Mr. Parnell auf die Absicht der Regierung schließen lasse, Angelegenheiten zu ver- handeln, die eine direkte Einmischung erheischn. Es werde sogar behauptet, daß die Unterdrückung der MeeiiUJS, wslcbe danach angethan sind, den öffentlichen Frieden zu stören, keines: wegs unwahrscheinlich sei. _
Die „Times“ widerlegt die von Lord Salisbury auf- geste"te Behauptung, daß die Flottendemoniiration gänzlich ihren Zweck verfehlt habe, und schreibt: „Die Kund- gebung hat den Hauptzweck, fiir weichen sie in Scene geseßt wurde + die Durchführung des Vexlined Vertrages bezüglich Montenegros + erreicht. Bezüglich einiger Einzelnhsiten wird noch zwischen den Türken und Montonegrinern unter handelt, allein es kann keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Pforte entschlossen ist, nachzugebkn und Dulcigno in Bälde abzutreten. Es ist zu beklagen, daß Lord Salisbury es der Mühe wertZ gefunden hat, einer) solchen Erfolg zu ignoriren und bora Zufeßen. Die Welt steht auf die Resul- tate und geht über ie unbedeutenden ZwischenfäÜe theilweiser Enttäuschung und Schwierigkeit hinweg. Es ist ganz klar, daß die Demonstration einen großen Eindruck auf den Sultan gemacht und ihm eine Konzession abge- rungen hat, die ihm sehr schwer geworden ist; die Regierung hat Ansprüche auf Anerkennung für diesen Erfolg.
+ 29. Oktober. (W. T. B.) Nachrichtsn aus Cape- iown zufolge, ist der Stamm der Pondos in Oft-Gri- qualand gegen die Engländer im Aufstands; mchrcre Obrigkeitlicbe Personen wurden ermordet. Das Dorf Lexibo- rodi wurde von Kolonialtruppen eingenommen. Jm Ba: futolande haben mehrere Gefechte stattgefunden.
Frankreich. Paris, 29. Oktober, Mittags. (W.T.B.) Heute früh sind in Perpignan und Marseille gegen die Kapuziner die Dekrete vom 29. März d. I. zur Aus- führung gebracht worden. In MarseilTe war der Regierungs- kommiffar genöthigt, die Thür der Ordensniederlaffung ge- waltsam öffnen zu lassen ; mehrere Legitimiften, welche den OrdeUSangehörigen bei ihrem passiven Widerstands Beistand geleistet hatten, namentlich der Marquis Coriolis und der Redacteur des Journals „Citoyen“ wurden verhaftet. Wie verlautet, würden die Dekrete heute und morgen allgemein, aÜen nichtautorisirten Kongregationen gegenüber, zur Ausfiih- rung gebracht werden.
+ (Nachmittags) Die Dekrete vom 29. März sind heute auch gegen die Rekollekten (Franziskaner) in Rennes und Avigiion zur Ausführung gebracht worden. Bei der Aus: führung der Dokreie in Perpignan verlas der Obere der Kapuziner dem Centralkommiffar gegenüber die Exkommuni- kation gegen alle Agenten, die an der Ausführung der Dekrete theilnehmen wiirden. Gegen die in Paris befindlichen Kon: grsegßcxtionen ist bis jeßt noch keine weitere Maßregel in Vollzug ge 9 .
+ (Nachts,) Die heute erfolgte Ausfiihrung der Dekrete vom 29.911115? dJ. ricf in Avignon große Aufregung hervor; in karseille kam es zu einem Handgemenge zwischen den Anhängern der Kapuziner und feindlich gesinnten Gruppen. Die Aufregung legt sich allmählich.
Griechenland. Athen, 28. Oktober. Der „i 01. Corr.“ wird von hier gemeldet: Der Ministerpräsident u- munduros hat der Kammer cin Exposé seines poli- tischen Programms gegeben, welches in der Erklärung gipfelt, Griechenland werde allein die Beschlüsse der Mächte durchführen und die Rüstungen in erhöhtem Maße betreiben, um die aktive Armee ohne Reserve auf 80 000 Mann zu bringen. Die Gesandten Griechenlands zu Rom, Sofia und Bukarest sind hicrher berufen worden.
Türkei. Konstantinopel , 30. Oktober. (W. T. B.) Wegen Fröhlicher Insultirung dcs französischenVize: Konsu ats in Varna hat der bissige fran ösische Bot- schafter Tiisot den Avisodampfer „Vetrel“ beau?tragt, sofort nach Varna abzudampfen.
+ Die „Agence Hub.“.s“ vom 29. enthält folgende De- pescbe ÜYS Ragusa: Die albaneiischen Gebirgsbewohner haben Riza Pascha erklärt, das; sie sick) einer Besetzung Tusis durch rßguläre türkische Truppen nicht widersetzen wiirden, we'nn sich daran nicht die Uebergabe Dnlcignos schließe. Riza Pascha,_welcher entschlossen sei, Dulci 110 zu übergeben, Habe die Verbindung, zwischen Skuiari un Dulcigno unter-
rocbxn, bei Goriza eme AbtheilmF regulärer Truppen kon- zxntrirt und am linken Ufer der ojana eine feste Stelbmg eingenommen. Die Dulcignotcn seien heftig beun- ruhigt imd hätten die St. Georgsbriicke an der Vojana bescßt, um ' den regulären türkischen Truppen Wider- stand zu leisten. Montenegro beharre darauf, daß die Türken Dulcigno förmlich übergeben müßten, während Riza Pascha den Plus nur einfach räumen woÜe.+Einer weiteren Meldung dxsselben Blattes ufolge wäre der Gouverneur von Salonichi, Derwisch 5ascha, welcher nach anderweiter Meldung den Befehl erhalten hatte, sich mit vier Bataillonen nacb Skutari einzuschiffen und die Aktion Riza Paschas zu unterstützen, vom Sultan zum Generalkommiksar ernannt und mri Vollmachten zur Uebergabe Dulc gnos versehen wqrden. + Ferber „berichtet die „Agence Havas“ aus Ragusa, Nléa Pascha sei seines Postens enthoben und durch Derwisch Pa cha ersetzt.
+ 21114 Castelnuovo meldet man der „Vol. Corr.“ vom 28.: Riza Pascha hat den montenegrinischen Wojwoden
Popovic verständigt, er müsse die Wiederaufnahme der Ver- handlungen vertagen, bis er neue Instruktionen aus Kon- stantinopel erhalten habe. 7000 Montenegriner kon: zentriren sich neuerlich bei Jutorman, anscheinend in der Absicht, gegen Dulcigno vorzurücken.
Serbien. Belgrad, 28, Oktober. Die „Pol. Corr.“ läßt sich 0011 hier telegraphiren: Der zur Bildung eines neuen Ministeriums eingeladene Hr. Marinovic hatte bereits drei Audienzen beim Fürsten Milan. Die Handeisfragewird als die aÜeinige Ursache der Demission des Kabinetts Ristic bezeichnet, welches unter keiner Bedingung den Forderungen Oesterreichs entsprechen woÜte. Weder von Marinbmc, noch von der Opposition, deren Chefs an den Fürstl1chcn Hof berufen wurden, sei aber eine wesentlich ver- änderte Haltung zu erwarten. + Aus England kommt heute Abends der Minister in Pension, Mijatovich, in Belgrad an, dessen Meinung über die derzeitige Situation ebenfalls abverlangt wurde. Das größte Hinderniß für die Bildun eines neuen Kabinets sei die äußere Politik. Man gebe si in verfirten Kreisen der Befürchtung hin, daß weder die gegenwärtige, noch eine eventuell aus Neuwahlen hervor- gegangene Skupscbtina die zn machenden Konzessionen gut- heißen werde. Das neue Ministerium würde, so meint man, nur ein „Herbst-Ministerium“ sein. Bis Sonnabend dürfte die Ministerkrisis beendet sein.
Bulgarien. Sofia, 29. Oktober. (W. T. B.) Die Nationalversammlung hat ihr früheres Bureau mit Slavykoff als Präsidenten wiedergewählt.
+ 30. Oktober. Fürst Alexander ist hier wieder eingetroffen; die Mitglieddr des Bureaus der National- versammlung gingen dem Fürsten zur Begrüßung ent- gegen, während die Minister und Deputirten denselben im Palaste empfingen.
Dänemark. Kopenhagen, 29. Oktober. Durch Kb“- 1iigliche Resolution vom 20. d. M. wird der Posten eines Direktors im Kriegs-Ministerium vom 1. November 11. J. (111 gérecbnet wieder [)ergesteüt. Zum Direktor des KriegS=Minisisriums ift Oberst J. J. Bahnson imd zum Chef des ersten Departementcs desselben Oberst-Lieutenant F. (7. Jacobi ernaimt worden.
+ 29. Oktober. (W. T. V.) Jütland und Fünen sind gsstern 11011 81116111 heftigen Schneesturm heimgesucht worden. In Folge hiervon sind größere Störiingen im Be- triebe der Eisenbahnen eingetreten. Die fällige Hamburger Post ist ausxzeblieben.
Nr. 54 des Amtsblatts des Reickxs-Postamts bat folgenden Inhalt: Verfügungen: Vom 25. Oktober 1880. Post- auftragsverfabren im Verkehr zwischen Deutschland und Frankreich. + Vom 25. Oktober 1880. Statistik über den Postauftragsverkebr mit Belgien. + Vom 25. Oktober 1880. Benußung der Birken- felder S1kundär=Eisenbabn zur Pdstbeiörderung. + Vom 27. Oktober 1880. Schluß der Post-Dampf1cbiffahrten zwischen Frederikshavn und Christianssand. _
+Nr.31 des DeutichenHandels-Arcbivs, Wochensch1ift für Handel und Gewerbe, herausgegeben im Reichsamt des Innern, enthält:,Geseßgebung: Niederlande: Nähere Bestimmungen über die Klasfifizrrung von Zucker zuin Zweck d.r Acciic-Crbebung + Frank- reich: Eingangszoll auf die sogenannien Guineas in dcr Senegal- kolonie. + Berichte: Deutsches Reich: Danzig. Bromberg. Tilsit. Memel. rankfurt «. O. (Görlitz. Liegniy. Glogau. Breslau, Erfurt. mdén. Flensburg. Lübxck. Gera. Cöln. Aachen. Mainz. Nürnberg. + Rußland: Handelsbericbt aus Berdiansk und Mariupol für 1879.+ Moskau (Rußlands Montanproduktion 1879). + Großbritannien: Handelsbericht aus Kapstadt für 1879. + Manchester (Lage der BaumwoÜindustrke). + Schweden und Nor- wegen: Wirtbscbafiliche Verhältnisse Scbtvedens im Jahre 1879 (Fortscßung). + Italien: Messina (Seidenerntc). + Dänemark: Kopenhagen (Ernte-Ausfall in Dänemark). + Dominikanische Re- publik: Handelsbericdt aus P_uerto Plata für 1879. + Handelbericht aus Santo Domingo für 1879.
+ Nr. 40 des Justiz-Minisierial-Blatts bat folgen- den Inhalt: treffend die Aufbewahrung der ältereuJ-abrgänge der standeßamtlichen Nebrnregisier. + Crkenntniß des Reichsgerichts vom 3. April 1880: Anspruch dks zur Redbibition berechtigten Käufers eincs Thieres auf Ersaß der Fütterunßskosten. + AUgemcine Verfüaung vom 21. Oktober 1880, betreffend die Anfertigung von Uebersicbten über die Diensteinnabmen der GerichtSvollziebcr und den Abschluß der allgemeinen Dienstregistcr.
Statistische Nachrichten.
London, 26. Oktober. (Allg. Corr.) Das vom Handels- amie veröffentlichte Schiffbrucbregistex für 1878/79 ergiebt, daß im vorigen Jahre an den britischen Küsten sicb 3002 Schiff- brücbe ereignete.", wodurch 490 Menschen ihr Leben verlorcn. Wäh- rend der leisten 25 Jahre haben nicht weniger als 49 322 Schiff- brüche stattgefunden, die einen Verlust von 18319 Menschenleben zur Folge batten. Durch Rettungsboote, den Raketenapparai und andere Mittel wurden im vorigen Jahre 3302 Menschenleben von unter- gehenden Schiffen an den britiichen Küsten gerettet.
Kauft, Wissenschaft und Literatur.
„ Emil Palleske, in den weitesten Kreisen als Sbakesbcare- Vorleser und Biograph Schillers bekannt, ist nach mebrwöwcnt- lichem, s(bmerzvoilam Krankenlager am 28._Oktober in seiner ViÜa zu Thal bci Eisenach entschlafen. Sein erit vor Kurzem erschienenes Buch über ,die Kunst des Vortrags*' bat zahlreichen Gebildeten Be- lehrung und Anregung gebracht und darf als literarisches Vermächt- niß des in rüstigem Mannesalter dabingerafften Vertreters seiner Kunst bctracbtct werden. PaUeske war als Sohn unbemittelter
Eltern am 5. Januar 1823 in Temrelburg (Pommern) geboren. + Das heutige positive und naxionale Besixzrecbt- in seiner Unabhängigkeit von der römischen 1308868510 darzusieüen, ist der rveck einer Schrift, trelcbe 01“. Karl Joseph Seib, Landgericbis-Fiajb in Scbrminfurt, vor Kurzem im Verlage von J. Gutteniag (D. (5011111), Berlin und Leipzig, veröffentlicht hat. Unser heimischer Besitz ist bisher unter der Hülle der römischen 05505510 wiedergegeben worden. Erst in neuester Zeit ist in der urisprudenz rie Ueberzeugung mehr und mehr zur gemeinen Mei- nung durchgedrungen , daß das Wesen der als unser Befiß verwertbeten römtjchen ])08508810 noch keinesweges richtig er- faßt sei. Der Verfaffer der vorliegenden Abhandlung hat bereits im vorle ten Jabrgange von Grünbuis Zeitschrift für das Privat: und b entlicbe Recht der (Ge enwart seine dogmw tischen Beweise niedergelegt, Von welchen er ßofft, daß sie dartbun würden, daß die römische x05555510 bis in die späteste Kaiserzeit nie- mals das .pbantasiereiche Gebilde“ des bisherigen romanisiiscben und bei aus gemctnrecbilicben Besißes gewesen sein dürfte. Er behauptet doit, daß allein wirselbst essind, welcbe unsern eigenemuns angeborenen Befivbegriff in diese antike Lebte bineingeiragen, wie die römische 505585510 in ihrer antiken Wirklichkeit niemals als Besiß und stets nur a_ls das absolute und relative (Eigentbum des römischen _]"115 gon vom und des sog. befferen Rechts auftritt und daß demzufolge die Sub- sumtion unseres heutigen Befißrecbtcs unter den römischen Eigen-
AÜgemeine Verfügung vom 25. Oktober 1880, be-„
ibumsbegriff 1er 1108868510 (M ein Jrrtbum unserer Civiljurisprudenz
sicb erweisen dürfte.
römische und, in dem S
ase : französische Recht richtig
LMM)-
abgesehen 0311511: das bloße Faktum des BesilZes sei, als dessen K
von
Die 105565510 sei in Rom dasjenige Eigentbum, welches durch Besitz + c01'p0rs st 01111110 (101111111 + u. a. lig „erworben“ werde, das Eigenibum,
ledig-
deffen Titel (081188, wie das [)0558581011 78111 titrS, auch das der Jasta lage neben
den Interdikien die 110110 1311511013118. nachweislich sicb ergebe, und welches + auck) selbst als bloße sogenanie 1105555510 111 1111611110171. + nach dem Zeugnisse eines Paulus (1. 2 1). 1111 11055. 43, 17) 11061)
immer „111118 511115" oder:
und 8111111118 1101111111 zur Seite stehe.
unser Besiis sein; und die Fra lösen übrig bxeibe, sei: „Was“ Befißrecht? liegenden Schrift zu beantworten, aus der bisherigen bertscbenden, noch „in einem bunten Gemenge“
das bessere Recht oder das Eigenihum
gegenüber demjenigen ift, Welchem nicht einmal Bcfiß oder 001005
„ „ Sei aber die 1105505510 ein „Eigenibum', dann könne diese ])08568810 _ ein Eigeutbum + nicht
?, welcbe alsdann einzig zu
it denn alsdann unser heutiges Diese Fracie nun versucht der Verfasser in der vor- indem er sich die Aufgabe sieUt, gemeinreubten Vefißiebre, die römischen Eigentbumsbegriffe
welcbe
der p0§805810 mit unseren aermanischen Besißbegriffen vermiscbe, die
auch heute noch Wahren Begriffe
des besseren Rechtes und Eigen-
tbums der römischen 115505510 loszulösen. Der Verfaffer beabsichtigt, den Begriff des heutigen deutsxben BesißxeÖtes aus dem heutigen Rechtsleben, aus der heutigen pofiiivcn Gewohnheit und Ueberzeugung
zu erfassen, daß, tbumSart“ eine 1'8 81161111
erscheine , fr e m d e Sache sich bewäbre.
das heutige faktisch
Faustvfande, dem Retentionsrecbic, dem ur1„ter Eigenibumsvorbebalte eines Dritten, Packoter, Mietber, Commodatar u.f.w + längst ein pr dürfnis; gewesen sei. + In dem le
' und kommt durch seine Untersuchung zu dcm Resultate, wahrend die römische 1105505510 als eine römische „Eigen- Vefiyrecht als das zu besitzen": als Auf diese Wcise
„Recht,
ein 5115 111
' Versucht der Verf. zu zeigen, wie heimische Gewohnbeit sowie die bisherige Mißdeu- tung der römischen 1105808810 uns ein Institut von Praktischm Und dauexndeui Weribe in der That neu geschaffen habe; wie die Anek ken_nung dieses reinen heutigen deutschen Besitzrechtes in seinen vcr- schiedenartigen AnWendungen + beispielsweise in dem deutschen
dem Depofi
Lebensiräger, dem Besitzer tar, Finder, aktisckxes Bc- izten Theile seiner Abhandlung
giebt der Verf. dann auch eine Darstellung des Verhältnisses des heutigen abwluien und relativen Eigentbums zum deutscbcn Besixx- rechte in dkl." Fassung eines Geseßentwurfes.
Land: und Forstwirthschaft.
Nachtvei
fung
der in der Zeit vom 1. August 1879 bis 31. Juli 1880 im
preußischen Staate ausgegebenen Jagdscheine.
Bezeichnung des Verivaltungsbezirks.
51.51 1.1
111121111211- gegen Geld! lick; ausgegebenen Jagd-
scheine.
Summa.
Regierungsbezirk Köniasderg .
„ Gumbinnen.
. Danzig . . .
. Marienwchder
, Potsdam . .
„ Frankfurt. .
Polizei-Präfidialbezirk Berlin Regierungsbezirk Stettin , .
. Cöslin . . .
Stralsund .
Posen . . . .
Bromberg .
Breslau. . .
Liegnitz . . .
Oppeln . . .
Magdeburg .
Merseburg .
Erfurt . . .
Schleswig .
eibezirk Hannover. .
Hildesheim .
Lüneburg . .
Stade. . . .
Osnabrück .
„ Aurick) . . .
Regierungsbezirk Mimsiér . .
, Minden. . .
Arnsberg . .
Cassel. . . .
Wiesbaden .
Coblenz. . .
Düsseldorf .
Cöln . . . .
Trier . . . .
Aacben . . .
Sigmaringen
Recapitul
Provinz Ostpreußen ..... , Westpreußen
Brandenburg . . . . Pommern ...... Poien
Schlesien ...... Sachsen ....... Scbleöwig-Holstein . Hannover ...... Westfalen ...... , Heffen-Naffau . . . . Rheinprovinz ..... , . . . Hobenzollernsche Lande . . . .
OWMOMÖWWp-ii
_ck! ! K K K ! I ! . !
Landdro
K T ..
d-“d-id-cj-i UW-SOWUDWÖNTOK-
5 390 3 750 1 959 3 862 6 795 7 300 1 828 3 519
2880 ,
1 239 5 008 3 054 6 547 6 196 4 357 7 180 8 273 2 588 9 935 1 942 2 181 2 856 1 850 2 135 1 571 6 116 2 589 6 257 2 991 3 444
3 554 '
6 951
3 790
2 914
3 159 337
a t i 011.
9140 5821 15 923
7 638
8062 , 17100 .*
18 041 9 935
125351 14 962 ' 6435 '
20 368
337 ,
374 242 215 384 423 306 1 215 153 115 185 167 259 163 289 157 159 79 118
20 22 108 133 458 372 141 76 84 303 46 86
616 599 730 483 352 711 395 118
20 263 830 650
86
5 764 3 992 2174 4 246 7 218
7 606
1 829
3 734
3 033
1 354
5 193
3 221
6 806
6 359
4 646
7 337
8 432
2 667
10053 1942
2181
2 856
1 850
2 135
1 591
6138
2 697
6 390
3 449
3 816
3695
7 027
3 874
3217
3 205
423
9 756 6420 16653 8121 8414 17 811 18 436 10053 12555 15 225 7 265 21018 423
Summa 1878/79 sind auSgcgcben . , .
146 207 ,I 152231 ]
5 853 6 128
152150 158359
mithin 1879/80 weniger . . .
5 934
1 275
Gelderbe und Haudei.
Die gestrige
ordentliche Generaldersammlnng dcr
6 209
Neue 11
Gas-Aktiengesellschaft war von neun Aktionären besucht,
welcbe zusammen ein Kapital von 1650 000 „M repräsentirtcn, Wir entnehmen dem Geschäftsberi-bte für das am 30. Geschäftsjahr folgende Mittheilungen: 1880 fast allgemein eingetretene BesxE
hältnisse konnte ihren günstigen erst in der zweiten licher Weise bemerkbar aüein die Minderprodukiion des
Hälfte des machen ;
influß
erung aller ge auf unser
Geschäftsjabres in es wurde ersten Semesters ausgeglichen, sondern noch eine Mebrproduktion aegxn dastrjabr von 569 120 ebf, mit einer Flammenzunabme von 1542, erreicht. triebsresultate sowie durch die Besserung der russischen Valuta cr-
Durcb günstige Be-
dadurch
Juni beendete Die mit Beginn des Jahres sebäfilicbkn Ver- GesQäft
erfreu-
zielten wir auf den Anstalten einen Mebrgewinn, weicher und in den
Stand setzt, den Akiionären die gleiche Dividende wie im Vorjabr, Das Gcsammtresultat des Betriebes auf allen 119904 810 Die Zunahme beträgt also 569420 ebf Der DurchschnittSverbaucb pro Flamme und Jahr 1921 ab! preuß., gegen 1961 0111 preuß. im Vorjahr, hat also erminderung erfahren von 2,039“'/-;. betragt
45/6 0/0, zu gewähren. 22 Anstalten der Gesellschaft 119335 390 ab! im Vorjahr. oder 0,477 %. betru eine auf allen 22 Anstalten 119353 370 cds im Vorjahr.
beträgt
Die (Gesammtabgabe 119 894500 An Stcinkoblen wurden verbraucht
cbt“
cbt gegen
nicht
Jexikn
141239 111. Daraus wurden produzirt 107 455800 ebf Preuß. («Has ddsr pro Hektoliter 760 ebf Preuß. gegen 752 0111 Preuß. ini Vcr- ;abr. An? den vergasten Kohlen wurden 188922 111 Koks gewonnen, oder durchichnitilicb 133.670/0 gegen 134,14'70 im Vorjahr. Von denselben wurden zur Reiortenfeueruna gebrauebt 87 344 111 oder_ 46,24 % geaen 45,31% im Vorjabk- Dkk Reigewinn beziffert 71ch auf 277 487" ck Hiervon geben ab zum Reservefonds 13 842 „M, an Tzniiéme fur die Direktion und den Aufsichtsrat!) 55 369 „ki, an “1 tvidende m' Höhe von 29 „46. pro Aktie 41? 0/a) 217500 „(61 Dem- nach bletbi ein Saldovortrag pro 1880/81 von 4617 «154
' + Dte Robbilanz der Aktiengesxllscbaft für Bergbau, Eisen- und" Stahlindustrie „Union' zu Dortmund ergiebt fur das Geschaftsjabr 1879/80 einen Bruttoüberschuf; der Betriebs- rechnungen von rund 2400000 „54, wozu an diversen Einnahmen der Centralverwaliung rund 20000 «FQ und an GewinFoortrag 110 1878/79 134169 «74 treten, so daß das Gewinn- und Verlustkonto in runder Summe 2550 000 „M im Kredit ergikbt. Davon sind ab- zubuchen ca. 220 000 „M für Generalankosiexx und rund 1350 000 „“ an Zinsen, fur fundirte Schulden und laufende Rschnungen. Von den'verblxtbendezi 980000 «74 wird eine Dividende von 2% auf das Aktienkapiial 1.111. 4, gezahlt Werden können, während 380000 «74 zu Abschreibungen reservirt werden. _
+ In Sixttin fand jüngst eine Stßung des Comiiés znr er- stxllung der Eisenbahn Stargard-PvritZ-Cüstrin statt, der d1e Bauunternehmer Herrmann Bachstein, Donath und Reiche, in Firma Davy, Donath u. Co., aus Berlin beiwobnten. Das Re- snlxat'de: Sitzung war, daß sämmtliche noch nicht untergebrachten Prwrrtais- imd Stammaktien von einem Finanzkonsortium gczeicbnct wurden und der Bau an die gekannten Bauunternehmer über-
tragen worden ist.
Nurnberg, 28. Oktober. (Hopfenmarkibericbt von Leo- Pold Held.) Das Hopfengeschäft war beute wesenlich flauer als am Dienstaasmarkie, da der Export Nichts kante und in Folge dessen auch die Kundschaftsbändler mit dem Einkauf zurückbielten. Vet einer Gesammtzuiuhr von ca. 1500 Ballen konnte nur ein Um- sgiz von ca. 500 Baüen erzielt werden; die Pleise sind durchschnitt- [[ck um 5 «FC» zurückgegangen. Die Notirungen lauten: Markt- waqre, „ prima 55+65 „45, mittel 40-50 „M, gering 30+40 „xa; Aiichgrunder, prima 65+75 „Fs, miitel 50+60 „xs, gering 35+403M; Eliaffer prima 70+85 „76, mittel 50+60 „jz, gering 40-50 „M; Wuritcmbcrger, prima 80+90 „sé, mittel 55+65 „15, gering 35+ 40 „E; Badischer, prima 70+85 „Fü, mittel 50+60 «761, gering 35 +40 W; Hallertauer, prima 80+90 „44, mittel 50+65 «M, gering 35-45 „M; Polnischer, prima 85+100 „46, mittel 55-65 .sz Ge- birgsbopfen 65+80 514; Altmärker 30-40 «M.; HaÜertauer Siegel- gut, An Woünzackoer prima 90+110 „FQ, sekunda 60+75 «16; Spal- ier Land, leichte Lage 85--110 „461
, St. Petersburg, 30. Okiober. (W. T. B.) Wie Verlautei, wzrd der Verwal'tungcäratb der russischen Centralbank in seiner heutigen Sitzung über die Liquidation dieser Bank beratbkn.
Berlin, 30. Oktober 1880.
'Das Postamt auf dem Ausstellunngaße in Düsseldqrf hat während der Dauer ieineéz halbjährigen Bestehens im Ganzen die bedeutende Zahl oon 217 014 Post: sendungexi Uiid 10 750 Telegramme zu behandeln gehabt. Aufgelisfxrt wurden: 148 309 Postgegenstände, darunter 143 332 Briefsendungsn, 2729 Packet: und Werthsendungen und 2248 Postanweisungen über rund 250 000 «45, außerdem 8340 Telegramme; angskommen sind: 68 705 Postgegen- stände, darunter 55 598 Briefsendungen, 4516 Packet; und Wertbfendungen, 8532 Postanweisungen über 220 000.74 und + 59 Postaufträge zur Einziehung von rund 6000 «75; an Telegrammen: „2410 Stück. Der stärkste Brief: und Tele- grammverkehr fiel in den Monat Septdmber mit durchschnitt:
Telegramrnen.
(55111, 30. Oktober, 12 Uhr 32 Minuten friih. (Tel.) Dis englische Post vom 29. Oktober friih, planmäßig in Vcrviers um 8 Uhr 21 Minuten Abends, ist ausgeblieben. Grund: Stiirmiscbes Wetter im Kanal.
Dem Jahrbuch der Königl. preußischen Kunst- sammlungen, ], Band, Supplemenibeft (Berlin 1880, Weid- mannscbe Buchbandlung) eninsbmen wir folgende amtliche Be- richte aus den Königlichen Kunstsammlungen:
]. Königliche Museen.
, 3. Gemäldegalerie.
In dem Vierteljahr vom 1. April bis 30. Juni ist nur ein Bild erworben worden:
Francesco de' 910111, (1111. Salviati, Bildnis; eines jungen Edel- manncs (etwa im Alter von 14 Jahren) in rotbem aescblißten Wamms und schw11rzseidcnem Ueberrock, Worauf das Kreuz des Ykalibeser-Ordens. Auf dunklem Grund. Kniestück. Nußbaum- bolz, b. 0,10, br. 0,14. Trefflich erhalten. Auf der Rückseite findet sich ziveimal der Name Salviaii: einmal auf einem aufgeklebten Papierblait in der Schrift des )(71. und ein zweites Mal auf dem Holz in dsr des IMU. Jahrhundcris. Erworben in Mailand.
Die beiden neuen Oberlicbtsäle konnten, nachdem die Anferti- gung des Vclum für den großen Saal sich einige Zeit verzögert hatte, am 27. April eröffnet werden. + Die Anordnung der einst- weilen aussescbiederien Gemälde in den Depots wurde vollendet und ein neues Verzeichnis; derselben nach den Verschiedenen Räumen an- eferiigt. + Im Mai mußten auch die nach Westen gelegenen Yncunabcln-Räume Wegen des Umbaues theilweise ger§u1§t2 werden.
. eyeß
1). Sammlung der Skulpturen und Gipsabgüsse. «. Abtheilung der antiken Skulpturen.
Jm La11fe des 2. Quartals 1880 bat die Abibeilung antiker Originalskulpturen durch Vermittlung des HM. 131". Bode zWei nicbt unbedeutende Stücke erworben: nämlich eine angeblich aus dem Mäandcrtbal stammende
Saiyrherme aus 110550 antjc0. und die bis auf den Kopf, die Arme, welcbe fehlen, und die Füße, welcbe größtentbeils resiaurirt sind, Vorzüglich erhaltene
Statue eines Satyrs aus der (38511 11155111 zu Florenz.
f ß Außerdem ging ein in Smyrna erworbener marmorner Tisch- 11 ein.
Die Ausarbeitung eines neuen Kaialoges der Originale hat durch Hrn. 1)r. Lange, der provisorisch die Assistentenstelle verwaltet, Fort- schritte gemacbt.
GipSabgüsse nacb Antiken wurden in diesem Quartal nicht er- trorben: nur schenkte Herr Friedländer den Steinhäuserscben Kopf, den man zum Paribenonsricse rechnet, im Abgusie. Die von vielen Seiten bisher vermißten Etiquetten für die Gipsabtbcilung sind gegenwärtig im Druck.
Die Pergameniscben Skulpturen wurden durch das Fragment mit dem Löwen aus Konstantinopel, ein Geschenk des dortiaen riecbiscbcn SyUogos, sowie durch eine im Garten der Diakoniffen n Smyrna aufgefundene Platte der sog. Tclepbos-Serie vervoU- itändigt. Außerdem ist die [eiiie Sendung der aus Pergamon sclbst Ztammenden Marmorwerke glücklich unikxlangt und in der Säulen- alle hinter der Naiionalgalexie provwriscb untergebracht. Die Atbena- und Zeusgruppe mbit dem schönen weiblichen Kopf aus Pergamon gelangten zur Aufstellung. , , ,
Die Reinigungsarbeiten an den Gigantomacbtereliefs gingen in diesem Quartal eiwas langsamer von Statten, da dcr Leiter
derselben Hr. Freies einen Monat, ein anderer Bildhauer während des ganzen Quartals abwesend waren. Hrn. Freres und seinen Mit- arbeitern sind wieder eine Reibe glücklicher Zusammenfügungen ge- lungen; namentlich kam aber dieser Seite der Arbeiten die Anwesen- beit des Hrn. umann, welche wir Sr.E_rce11enz dem Herrn Minister verdanken, viel ach zu Gute. C
OUZQ
,L. Abibékluna der mitteialterliében und Renaiffance-Skulpturen, Wahrend eines Aufenthaltes in Italien im Monat März d. J. batte. der Unterzeichnete (Gelegenheit, eine Anzahl Eckverbungen von Originalen wie von Abgüffen für die Abtheilung zu machen, welche dixxtbe nacb vxrscbiedenen Richtungen hin in erwünschte: Weise be- rer ern. Es find dies zunächst folgende Originale: 1111110 (111. 8105010: Relieffigur der Fede. Yiebr als dreiviertel lebenßgroß. Ein charakteristisches„ feines Werk dieses Künstlers, das für eine öffenilicbe Sammlung ein besonderes Interesse in dem un- fertigen Zustande „bai, in welchem es geblieben ist, indem es in seinen verschiedenen Theilen die technische Behandlung des Marmors von den ersten Anfängen bis fast zur VoÜendung zeigt. Verrocchio: Statuette des David. In bemaltem Thon. Von Bedeutung als Skizze für eines der voÜendetsien Werke Verroccbio's und der Renaissance überhaupt, für die Bronzestatue im Barger, ist dieselbe von besonderem Interesse als das einzige mir bekannte echte Aktstudium eines Bildhauers des Quattrocento. Vercoccbio: Statuette des kleinen Jobannxs. Wie die vorige aus gebranntem Thon und bemalt; von seltener Erhaltung. Beide Figuren sind besonders erwünschte Bereicherungen gnserex Samm- lung als Werke deSjenigen Künstlers, we1cher auf die Enkwickelung der Renaissance in der ziveiten Hälfte des QUaiiwcenio béfiimmcnd einwirkte und für die Ausbildung der Hochrenaisiance von hervor- ragendster Bedeutung, als Bildhauer aber der größte Meister seiner Zeit „war. Wir besaßen bisher nur ein Werk des Künstlers + v1e11e1cht auch nur auI seiner Bottega (die irrtbümli-„b Pico della Mirandola genaxmte Jünglingsbüste aus Thon). + „*iese drei Ar- beiten sind in Florenz vom Kunsthändler Bardini errvorben.
Jacopo della Quercia: Die lebenSgroßen Holzstatiwn der Maria und des Engels. Obgleich des Stucküberzuges und der Bemalung, Welche sämmtliche Holszulpturen in Italien ursprünglich trugen, beraiibt, smd diese beiden Statuen aus dem Anfange der Früh- renaiffance ,neben der (Größe der Auffassung von einer so schlichren Vornehmbett, solchem Verständnis; des Körpers unter dsr reichen Gewandung, daß fie dadurch selbst unter den Werken des großen Schöpfers der Frührknaiffance in Siena, Jacopo della Quercia, einen hervorrageriden Play einnehmen. Zwei noch jeßt bemalte (leider aber modern übermalte) freie Wiederholungen diefer Statuen, aller- dings von sebr viel untergeordneterer Arbeit, in der Collegiata zu San Gimignano tragen die Inschrift: 111000031171 1145111110 8511501011101 (15 801115 111111111, Dadurch wird auch die Zeit der Entstehung unserer Originale annähernd bestimmt. Auf Jacopo della Quercia weist der aayze Charakter der Statuen bin, ab eseben davon, daß keiner seiner Zeitgenossen in Siena zu einer ä6nlichen Leistung befahigt war. Ertvorben vom Bildbauer Vrazzini in Florenz. _
Florentiner Meister: Marmorsockel einer Kirchenstandarde aus dem Ende des KU. Jahrhunderts. Nach dem Typus" der sehr reizvollen Cberubimköpfe dem Benedetto Majano am nachsten ver- wandt. Ein ebenso origineÜes, als meisterhaft durchgebildetes De- korationsjiück kes Quattrocento, von Köstlicber Farbe des Marmors. Durch den Händlex Vardini in Florenz erworben.
Florentiner Meister aus der zweiten Hälfte des Quattrocenio: Marmorrelief der Madonna. Ganze Figur, etwa drittel Lebens- größe; auf reichem, vergoldeten Stuhl fißend; Grund farbig Von einem mir dem Namen nach unbekannten Bildhauer zweiten Ranges, der etwa zwischen Ani. Roffeüino und Mino mitten inne stehbund von dem mir mehrere, unter sich sehr verwandte Werke izn Privcxt- befiZ Vorgekommen find, das beste dem unserigcn ganzabnlich,1a tbeiliveise ganz gleich bei Mr. Gambier Parry auf Hingham Coiixt in England. Der Kopf der Maria zu hart und unbede'utend, die ganze Anordnung, Gewandung und der Ausdruck des Kindes aber voll naiven Reizes. Erworben Vom Kunsthändler Zuber in Venedig.
Siaiuetie der hl. Barbara: venezia1;ische Arbeit aus dem An- fange des )(7. Jahrhunderts, in der Art der großen Reliefs a_m Dogenpalasi. Aus istrtschem Kalkstein; der Kopf in späterer Zeit, wenn nicht ganz neu eingesetzt. Etwa ein drittel lebensgroß; Hoch- relief an einem Archiiekturstück anlehnend. Durch den Kunsthändler Zuber, von einem Bauunternehmer in Venedig erworben. _
Kleine Statueite eines heiligen Bis(bofs aus Kohle. Spat- goihiscbe Arbeit. Vom Kunsthändker Zuber in Venedig.
Werkstatt des Verrocchio: Bemaltes Tbonrclief der Madonna mit dem Kinde. Dasselbe wiederholt in freier Weise das bekannte Marmorrelief des Meisters, jrelcbes sich im Vargello zu Florenz be- findet. Erworben vom Kunsthändler Vaslini in Mailand; stammt aus der Nähe von Florenz. ' _ ,
Sammlung von scchs bemalten Stuckreliefs, die Madonna mtt dem Kinde darsicüendz fünf aus dcm FU., eines aus dem BJU. Jahrhundert. Eine Sammlung solcher Werke 0011 (1111er Quqlitat und mit alter Bemalung, die fich noch jeyt init gertngen_M1tteln zusammenbringcn läßt, bietet ein besonderes Interesse, weil darin eine Reihe von untergegangenen Werken bervorrqgender Meisixr xe- produzirt und uns erhalten find. Diese Stuckrcltefs wurden natpltck) im Atelier der Künstler gewöhnlich direkt über dem Original- moch abgegosicn, und dann unter ibren Augen bemalt, um als Altaestücke in Privatkapellen, Straßeniabcrnakeln u. s. 11). zu dienen. Eines der gekauften Stuckreliefs (vom Kunstbaudler Guggenheim) reproducirt die schönste mir bekannte Komposition des alien Luca della Robbia, ein anderes ein kleines Madonnenrelief von Mino im Besitz des Mr. Gambiex Parry in Hinabam Court (England); ein drittes endlich ein großes Relief des South Kensington Museums, das einem sehr eigentbümlicben, etwas plumbcn, dem Namen nach unbekannten Nachfol er des Donatello angebort. Alle drei find mir bisher nicht in tuckwiedkrbolungen vorgekommen; von ersterem ist das Original verschollen.
An GiPSabaüffen wurdcn gleichzeitig in Florenz beim Former Leüi eine Anzahl meist kleinerer Reliefs und Büsten von Florentmer Meistern des )(7. und F7]. Jahrhunderts erworben. Daxunter seien dier Relieis der Wickelkindcr dss A. della Robbie: vom Finde!- bauie der Innocenti in Florenz. cin Marmorreltef Vitroccbio's (jeyt im Peidalbesiß zu London), die Madgnna del Latte in Sta. Croce von Ant. Roffcllino, eine Buste von Mino (Bischof Salutati) und eine Jünglingsbüste von A. Pollajuolo (im Bargeüo) nambaft gemacht. Von neuen Ausgiiffen aus den früher im Auftrage des Ministeriums in Florenz ange- fertigten guten Formen sind zu nennen: die vier Medaillons mit den Kardinaltngenden von Luca della Robbia (in S. Miniato), dcr Brunnenputw Ver10cchio's im Hofe des Pal. Vccchio, ein M11- donucnrcliei von A. della Robbia in Sta. Maria Nuova und die Madonnensiaiue Ben. da Majar-bs in der MisericordiÉ d
- o e.
c. Antiquarium.
In der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni d. J. wurden er- Worben:
An Meiallgcgenständen:
Ein silberner massiver Armring mit einem einaedrückten Gold- bläiicben, das in flachem Relief ein von zwei Kriegern getragenes Bildnis; zeigt. (Bbzantinisch.) Zugleich mit einer Reliestafel in Blei durcb Vermittelung des Herrn Hamann erworben.
An Cdcliieinen:
Cin Calcedon mit vertieft gescbniitener Darsteüung, cin kämpfen- der Herkules mit der Eule auf der Schulter. Aus dem Pcloponnes.
Aus Agalmaiolitb ein Formftein aus Kleinasien, zur Absor- mung aliertbümlicber Ornamente, jvelche fick) in den ältesten Funden
von Mykcnä wiederfinden. Gesckxenk des Hrn. Humana.