Arrestleger, resp. dem Cessionar zuzuweisen. Dagegen hat weder der dem Pfandbrief-Jnstitut nachfolgende Hypothixkcn: yläubiger als solcher noch der Erstehex des Grundstucks emen Anspruch auf den amortisirtcn Theil der Pfandbriefsckiuli). Dies gilt auch fiir den Fall, daß der Arrest auf, die_ Amorti- sationSquote oder die Cession derselben nach Einleitung der Subhastation erfolgt ist.
_ Der Bevollmächtigte zum Bund_26ratk), bayerische Ober-Regierungs-Rath Schmidtkonz Miinchen hier eingetroffen.
Bayern. München, 11. November. (W. T. B.) Das Generalcomitéz des landwirthschaftlichen Vereins für Bayern hat heute auf den Antrag der Regierung iiber die Beschränkung der Wechselfähigkeit beratben. Dem Antrags des Referenten, Regierungs=Direktors Jodlbaiier ge: mäß wurde eine Resolution angenommen, in welcher ausge- spr9chen wird, daß den Bauern der Gebrauch des Wechsels durchaus zu widerrathen, nicht aber zu verbieten sei., Vo_n Zodlbauer wurde ferner der Vorschlag gemacht, daß mcht die
eldleiher, sondern die Geldverleiher gewissen Einschränkungen unterliegsn sollen, wie in Bayern die Pfandverleiher.
Württemberg. Stuttgart,]1. November. (WT. V.) Bei der Landtagswahl in Reutlingen wurde der Kandidat der nationalen Partei, Stadtschultheiß Benz in Reutlingen, mit 1181 Stimmen zum Abgeordneten gewählt. Der demo- kratische Kandidat, Payer, erhielt 805 Stimmen. „Bei der Landtagswahl in Nagold wurde der Ober=Biirgermeister Luz ohne Gegenkaiididat gewählt.
Baden. Karlsruhe, 9. November. Dem neuesten „(Heseßes- und Verordnungsblatt“ ist eine landesherrliche Ver- ordnung über die Errichtung einecZ Eisenbahnraxhes er- schienén, deren wesentlicbsie Bestimmungen folgende sind: Der Eisenbahnrath bat die Aufgabe, das Handels-Ministerium mid die Géneraldirektion der Staatseisenbahnen in wichtigen, die Interessen des Handels, der Gewsrbe und der Landwirthschaft berührenden Angelegenheitsn des Eisenbahnwesens, ins- besondere hinsichtlich der Bestimmungen des Betriebs- reglements, der Tarife Und dsr Fahrpläne in gutachtlicher Weise zu berathen und Wünsche und Beschwerden zur Kenntniß der Centralbehörde zu bringen. Der Eisenbahn- rath wird in der Weise zusammengeseßt, daß jede Handels- kammer deZ Landes ein Mitglied, der LandeSausschuß der badischen Gewerbevereine und die Centralstelle der landwirtb- schaftlichen Vereine je zwei Mitglieder und das Handels- Minisierium selbst eine weitere Anzahl von höchsiens fiinf Mit- gliedern auf die Dauer von je drei Jahren ernennt, welche nach Ablauf dieser Frist von Neuem gewählt werden können. Die vom Handels: inifterium zu ernennenden Mitglieder werden aus Männern von anerkanntsm Ruf in Behandlung wirth- schaftlicher Jntereffenfragen des Landes gewählt. Es waltct dabei die Absicht, mit Bcruxung solcher M" 3 Mi? *1 den Mit-
liedern aus den erst ezeichneten Kreis? ' a e']-eiiien fiir igich bestimmt abgegrenzten Jntereffenstandpunt. zu vertreten haben, zu Gunsten der Gesammt eit ein Gleichgewicht herzu- stellen und außerdem die _zu Fo ge der Organisation obiger Verbände vorhandene Ungleickiartigkeit in der lokalen Vertretung einzelner Landestheile zu beseitigen. Der Eisenbahnrati) wird nach Bedürfniß in der Regel zweimal des Jahres, nämlich je vor Aufsteliung des Sommer: und Winterfahrtenplanes einbe- rufen werden. Ueber die Sißungen wird ein Protokoll aufge- nommeiz, aus welchem der Gang der Verhandlung und die gutachtlicben Aeußerungen des Eisenbahnraths, eintretenden Falis auch die Anschauungexi der Minderheit zu ersehen sind.
des Mitglied ist bixrecht1gt, seine Ansichten schriftlich zu
rotokoll zu geben. Die Mitglieder des Eisenbahnraths üben ihre Funktion als Ehrenamt, doch erhalten diejenigen, welche nicht am Versammlungsort wohnen, xaußer Vsrgiitung der Reisekosten Tagesdiäten von 12 „44
Sachfen:WeimarZEifen9ck. W e i m a r , 10. November. (_Dr. J.) Öl)]n'der gestrigen SLHUUJ des Landtags wurde dW Jnterpe ation, ob die Großherzogl. Regierung nicht eine Reform der Wahlgeseßgebung beabiichtige, von Seiten des Departementschesf, Gel). Staatsratbs 1). Groß, dahin beant- wort_et, daß die Einbringung ,eines Wahlgeseßes im Laufe der Session nicht beabsichtigt sei. Im weiteren Verlaufe dsr Sißung nahm der Landtag di? Vorlage der Regierung, das; der auf 500 000 974 normirte Garantiefonds der Saal-Eisen: habn nur auf, 400000 «17: gebracht und so lange er diese Hobi? habe, die Betriebsüberschiisfe zur Vertheilung an die Aktionäre gelangen sollen, an.
Königlich ist von
„ Oestexreich-txnggrn. Linz, 11. November. (W. T. V,) Die oberoste'rreicbiichen Grundbesißer haben mit 57 gegen 50 Stimmen die konssrvativen Kandidaten, Grafen Dürkheim und die Prälaten Moser und Eduard von Hayden zu Reichsrathsabgeordn9ten gewählt.
Pe st, _ 10. November. Heute Morgen, ist hier Hr. Mariiiovixs aus Belgrad angelangt. Derselbe hat, ebenso Wie der serbische Gesandte Hr. Kristics, heute beim Minister dis Aeußern, Baron Haymerle, vorgesprocben und _ wie die „Via). Cori“, exfäbrt _ im Namen der serbischen Regie- rimg die Vsreitwüiigxeit auedesprochen, bezüglich der Modali- taten, unter welchen 016 Wiederaufnahme der Vertrags- perhaiidlungenxrfolgen sol], Rücksprache zu pflegen. ES ist gegrundetß Aussicht vorhanden, daß die Veriragßverhand: lungen, da die ierbisclze Regierung geneigt scheint, den Rechts- ftandpuykt der 0sterre1ch1sch=ungarischen Regierung zu accepti= ren _ in kürzester Zeit beginnen werden.
_ 11. November. Ja der Sißung der österreichi- schen Dßlegation „wurde_ die Uebereinstimmung der Be- schiiiffe beider Delegationen hinsichtlich des Budgets des Finanz: Ministeriums, dss obersten Rechnungshofes, der ol] efiilie und der Kriegsmarine, ferner in Betreff der SchlUÉre nung pro 1878 konstatirt.
' Die unggrische Delegation nahm die restirenden Titel des Ordmarmms des Kriegsbudgcts unverändert und sodann den Aiiirägeii des Ausschusses gemäß das Extraordi: namim des Krikgsbudgeisx ebenfaÜs Unverändert an und ge- nehm1gte das „außerordentliche Erfordernis; fiir die Okkupations- txuppen. Bei der Yerathung des Budgets für das Ministe- rium des Aizswärti en Amtes erwiderte der Sektionschef von Kaliay auf eine An rage des Delegirten Ebers iiber die Ver- handlyngen, betreffe_nd den Handelsvertrag mit Deutschland, daß 016 deutsche Regierung im Frühjahr vertraulich die gegen-
habe. Er könne daher darüber nur so viel mittheilen, daß, wenn die im Zuge befindlichen bezüglichex1 Vesrhandlungen der Fachminisier beider Theile der Monarchie bis „zum Schlusse des Jahres zu einem Resultat führen würden, die Unterhand-
auf enommen werden könnten. Die zwischen den bLiden Nack)- bariztaaten bestehende innige poiitischs Freundschaft kiinne nicht ohne Wirkung auf die Gestaltung aUck) der volkswwil): schaftlichen Beziehungen bleiben. B€züglich des Handels: vertrags mit Serbien macht Sektionschef von Kallay als Vertreter des Ministers des Auswärtigen die Mittheilung, daß dem leßteren gestern eine amtliche Note der serbi- schen Regierung überreicht worden sei, worin dieselbe allen den Forderungen volikommen entspreche, welche in der Note des Ministers von Haymcrle vom 17. Oktober gesteilt worden W(UILU. Die UnterhandlungM, betréffend den Abschluß des Handelsvertrags mit Serbien, wiirden demnach schon in nächster “»Mit wisder beginnen. In seiner Antwort auf die bekannte Interpellation des Abg. Falk, betreffend die gegen dcn Ber- liner Vertrag verstoßende Behandlung der Muhamedaner Seitens Montenegros erklärte von Kaliay, in Spuz und Pod- gorißa seien nicht 40 sondern nur 12 Muhamedaner von den Montenegrinen ach; Verdacht auf einen von ihnen im In- tcreffe der albanesischen Liga geplanten Aufstand gefangen genommen worden. Sechs von diesen Gefangenen seien zum Tode verurtheilt worden, der Fürst von Montenegro habe aber das Urtheil nicht nur gemildert, sondern auch gelegentlich der Uebergabe Dulcignos eine ailgemeine Amnestie versprochen. Die in Folge der Verwendung der österreichisch- Ungarisch€n Regierung von den Botsckiastsrn zn Konsiantinopsl festgestellte Formel, mittelst welcher Religion und Eigenthum der katholischen Aibanesen durch die Großmächte garantirt werden, diirfte seinerzeit in das Dokument aufgenommen wer- chn, in welchem die Mächte die Usbergabe Dulcignos sanktio- mren.
Agram, 11. November. (W. T. B.) In Folge eines heute gsgen Mittag eingetreten Erdbebens, dem bereits gbstern fiinf kleinere Erschütterungen vorangegangen waren, erneiwrte sich die allgemeine Bestiirzimg bis zur volikommcnen Panik. Die Geschäfte wurden geschlossen, ein großer Theil der Einwohnerschaft flüchtet. Viele kampiren trotz des naß- kalten Wetters im Freien. _ Wiihrend der Verlesung des Protokolis in der heutigen Sißimg des Landtages fand abermals ein Erdsioß stati, welchcr stärker war als alis vor- hergegangenen. Lilies flüchtete; das Vrotokoil konnte nur mit Noth authentizirt werden. Der Landtag ift vertagt worden.
Großbritannien und Irland. Dublin, 11. No- vember. (W. T. B.) Di? Verhandlungen in dem Prozeß gegen Parnell und dessen Mitangeklag- ten haben heute begonnen. Parnell verlangte die V9):- tagung des Prozesses, bis den Angeklagten sämmtliche Details der in der Anklageschrift aufgefiihrten Vergehsn mit: gethcilt sein würden. Der Staatsanwalt willigte in das Ver- langen Parnells, damit die Angeklagten ihre Vertheidigung vorbereiten könnten.
Frankreich. Paris, 11. November. (W. T. V.) Die Linke der Deputirtenkammer hat beschlossen, daß die in der heutigen Sißung einzubringende Jnterpeiiation nur bezwecken soll, Explikationen iiber die ministerielie Erklärung herbeizuführen. Die'Linke wird folgende' Tagesordnung einbringen: Die Deputirtenkammer geht, indem sie die Akte der Regierung biliigté: und Vertrauen in die Erklärung der- selben seßt, zur Tage?:o-rdnung iiber. 21116 Mitglieder der BureauS der Linken haben die Tagesordnung unterzeichnet, welche auch die Majöriiät des Ministeriums acceptirt hat. Die „Union républicaine“ hat keinen Redner bezeichnbt, sondsrn überläßt es den cinzelnenMitgliedern der Gruppe, im eigenen
Namen aufzutreten.
' _ 11. November, Abends. (W. T. B.) Als Legrand (Linke) in der heutigen Sißung der Deputirten- kamtycr das Wort ergriffen hatte, um die Jnterpeliation zu begründen, erschien der legitimisiische Depuiirte Baudry d'Asson, über welchen am Dienstag der zeitwei- lige AuSschlixß von den Sißungen der Kammer verhängt worden war, auf seinem Plaße. Der Präsident forderte dcnsslben auf, dennSaal zu verlaffen;_Baudry d'Asson wsigerte dies. Der Prasident ordncte daraus die Räumung des Saales an und ließ die Wache holen,mn Baudry d'Asson zu entfernen. Die Sißnng niiirde in Folge dessen susiiendirt. Die Tribünen WURDE]! ge: rammt, "und die Mawriiät der Deputirten verließ den Sißimgs: semi, wahrend em Thxil der Rechten, unter denselben Bandry d'Asson, quf ihren Siken verblieb. Infolge dessen erhiklt der Oberst Rm den Beisl) , densslben zu entfernen. Eine Abthei- 11mg Soldaibii, mitsr Führung des Obersten crschicn sodann im Saale. Die Mitglieder dex Rechten hatten sich um Bandri) d'Yss01iaufgesizUt, so daß dieselben von den Soldaten erst bei Seite gedrangt werden mußten. Baudry d'Affon, der sich thatlich zur Wehr seizte, wurde darauf, umgiben von 15 Sol- daten, aus dem _Sacxl gefiihrt und im Arrestlokal der Kammer untergebracht; Die Sißimg wurde alsdann wieder aufgenommen. _ Der M1mst9r=Vräsident Ferry verwies in Bsantwortung der Interpellation "Legrand auf die ministericlle Erklärung vom 9. d. und crklarte, daß da?- Ministerium fest entschlossen sei, ailen (H„eseHeSverleß'ungen mit Entschiedenhcit entgegen- ?utreten, gleichv1elkobdieselben von der klerikalen, legitimisti: ch€n odbr revolutionären Partei aUSJLl)cn. Clémenceau (Republikatier) xiiachte dem Kabinst den Vorwurf, das; es 5.15, nachsichtig sei und nicht die Nothweni-igkeit, den fak- tiosen Richtexstand schleunig zu refor1111r611, einsehe. Keller (Rxchte) griff das Kabmet wegen der Ausfiihrung der Marzdßkrete an, weichx eine Verlesung der Freiheit seien. Nach einer Rede PSxins (Republikaner) egen das Ministe- rium uni) einer Erwrderung des Minister- riisidenten Ferry wurde bis von der Linken beantragte Tage-I-ordnung, welche em VertraueneZvotum fiir die Regierung enthält, mit 291 gegen 131 Stimmen angenommsn.
„Jm Senai soll die Interpellation Buffet iiberdie Politii der Regierung und die Ausfiihrung der Märzdekrete am nachsten Montag zur Beratinmg kommen.
_ 12. November. (W. T. B.) Baudry d'As onit gsstern Abend um 10 Uhr aus dem Arrestlokale der Kcsrmmesr entlassen worden.
Itqlien. Rom, 11. November, (W. T. V.) Der Papst ist von der leichtxn Erkältung, welche er sich zugezogen Latte, Wiederbergesielit, _mdeß haben ihm die Aerzte in An- etracht der JahreSzeit eine fortgeießte Schonung anempfohlen.
seitigen Bedingungen gewisser Tarifpofitionßn vorgeschlagen
Türkei. Konstantinopel, 10. November. (P. C. Der englische Botschafter Mr. G öschen hat dem Su [tan déi?
lungen mit Deutschland schon im nächsten Frühjahr wiedcr 3 _ welcher dessen SuSpendirung veranlaßte, zu verleßend fiir Mr.
dort eingetroffenen ehemaligen ersten Lord der Admiralität Mr.Smith vorgestelit. Bei dieser Gelegenheit batMr.Göschen den Sultan, die SUHpendirung des Journals „Terdju- mani-Hakikat“ aufzuheben, was der Sultan mit dem Bemerken ablehnte, daß der Artikel des genannten Blattes,
(Höschen und die Pforte gewesen sei.
_ 11. November. (W. T. B.) Heute Mittag ist ein KriegSJSricht eingeseßt worden, um die drei Offiziere abzuurtheilen, die im Zustande der Trunkenheit den deutschen Botschafter, Grafen von Haßfeld, nicht erkannt und den- selben in seinem Wagen belästi t hatten. Ein Adjutant des Sultans erschien bei dem deuts en Botschafter, um demselben das Bedauern des Sultans aUSzusprechen.
_ Dem „Reuterschen Bureau“ wird von hier gemeldet, die Chefs der albanesischen Liga hätten eingewiiligt, Dulcigno zu übergeben. Delegirte aus Dulcigno seien iÉi Skutari eingetroffen; die Verhandlungen wären noch im
ange.
Montenegro. Cettinje, 10. November. (Pol. C.) Derwisch Pascha hat am vorgesirigen Tage die Civil- und Militärgewait in ganz Albanien übernommen. Veli) Riza Pascha ist nach Konstantinopel abgereist. _ Jn Skutari, Go- riza und San-Giorgio sind 18 Niza1n:Batail[one und 3500 Arnauten dislocirt. _ „Bis heute Mittag erhielt die montenegriniscbe Regierung keine auf die angeblich bevor- stehenie Uebergabe von Dulcigno bezügliche Eröffnung von iirkischer Seite.
Rußland und Polen. St. P etersb U rg, 12. November. (W. T. V.) Nack) dem heute Nacht gefällten Urtheilsspruck) des Militär:KrengLrichts sind fiinf der Angeklagten, nämlich Kwiatkoffsky, Schiriajeff, Tichonoff, Okladsky und Pressnxakoff, 1111181: Verlitst alier StandeSrscbte zum Tode durch den Strang und die übrigen 11 Angeklagten, darunter drei Frauen unter Verlust alier Standesrechte zu Zwangsarbeit von fünfzehnjähriger bis zu Lebenslänglicher Dauer verurtbeiit worden. Zugleich beschloß der Gerichtshof,. diesen Urtheilsspruck) dem Gehiilfen des Chefs des St. Peters: burger Militärbezirks behufs Milderung des Strasmaßes zu unterbreiten mit dem Ersuchen, daß in Vetrßff des Angeklag- ten Zuckermann und der Iwanowa die 15jäl)rige Zwangs- arbeit auf Fabriken durch eine solche von 8 resp. 4 Jahren und in Betriff dcr beidcn anderen rauen Figner und Grias- i_iowa, sowie der Angeklagten Bulits ) imd Diigo die fünfzehn- ]ährige Zwangsarbbit durch Verschickung nach Sibirien zum Zweck der Ansiedlung erseßt werden möchte.
Dänemark. Kopenhagen, 10. November. In der gLstrigen ersten Sißung des Folkethings nach der Ver: tagung wurde von dem Finanz-Minister der Finanzgeseß- entwurf für 1881/82 vorgelegt. Die Einnahmen sind für das genanntc inanzjahr auf 49 924 124 Kronen 86 Oere und die AUSgaben au 48 643 369 Kronen 3 Osre veranschlagt. Der Minister bemerkte bei der Vorlage, daß man es kaum iiber- raschend finden werde, das; die gesammten Einnahme: und Ausxzabe- schlußsummen größer seien als für das gegenwärtige Finanz- jahr, denn dies sei eine Folge der in der leßten Session an: enommenen Gefeße. Die Einnahmen betrügen ca. 50 Mil- ionen oder 23/4 Millionen mehr als das Budget des jeßigen Finanzjahres ausweise. Von dsn ver: mshrten Einnahmen entfielen 2400 000 Kronen auf die der Eiiina?iiieiid2r seeländischcn Bahnen, aber gleichzeitig habe der Ankan dieser Bahnen die Zinseneinnahmen des Reservefonds uin 900 000 Kroneii vermindert. Die gesammten Aquaben seien „uni ca. 51/2 Miliionen höher veranschlagt als für das ge- genwartige Fmanz1ahr. ,ULer 21/2 Millionen seien vermehrte Abzahluiigen und Verzmstmg der Staatsschulden, veranlaßt durch dyn Kauf der seeländischen Bahnen. Der Wirkliche Unterschied „zwischén den Arisgaben betrage sonaci) nnr ca. 3 Miliionen. Die größte MchrauSgabe, nämlich 1069 000 Kronen, werde für öffentliche Arboitsn vcrlangt. Werds der vorgelegte Finanzgeseßentwurf unverändert angenonmien,'dann w-srde der Ueberschuß nur 11/4 Millionen gegsn 4 2121111011211 im gsgenwärtigen Finanzjahre betragen, aber qnf der anderen Seite müsse man Riicksicht auf die be: trachtliche Vermehrunß des Staatsiiermögens nehmen; dev Unterschied “reduzire [ck in Wirklichkeit auf % Miilionen. Der finanzielle Siatus steile sich also nach dem vorgelcgten Budget sehr giinstig, selbst Wenn auch die Vermehrung des koiitanten Bestandes nicht so groß sei wie in diesem Jahre. Die früher in das Fiiianzgeseß aufgenommene Summs von 300000 Krbnen zu,GehaltSverbefferimgen dcr Lehrer sei ab: geseßt, weil er dieselbe dnrch ein besonderes (Heseß bewilligt zu erhaltxn wünsche. Von mehreren Ministsrn wurden als: dann Gßießßsvoxlage'n angekündigt, und schließlich gab das Thing thistiminlg seme (Hénehmigung zur Steliung Liner Wii dem Abg. Vsrg angekündigten Interpellation an den Minister des iinern, bctrxffend das Recht fremder Fischer zum Vétriebe, der “*isckicrei aui dänischem Seegebiet.
. Amerika. Washington,11.November.(WTV) Ein Cirknlar des" Staatsdepartements macht bekannt, daß (1118 als Bur _er 'der Vereinigten Staaten naturalisirten Deutsche 11, emsck) ießlich dcr Elsaß-Lothringer, wclche Deutsch- land, in dsr Absicht 11a_ch Amerika zurückzukehren, besuchen, von Seiten dertUnionchegierung gehörigen Schuizerhalten wer- deii, obwohl sie,_a11fgef0r'i)ert werden dürften, ihre Naturali- sation zu bewxiicn, spivie.auch, daß sie nicht von der deut- schen Armee deiertirt sind.
Auen. „Persien. (W. T. V.) Aus Teheran vom 11. d. M. Wird gemeldet, dgsz nach dort vorliegenden Nack)- richten (zus Tabriz der persische General Sipar Salar nach dem Kriegsschauplaß _esandt worden ist, da der bisherige Ober-Bxfehlshaber dex per ischen Truppen, HieZmet Dowlah, er- krankt ist. Gerüchiweife_verlautet, daß Hi4met Domicil) bereits gestorbexi sei. Die? yersischen Truppen belagern die Kurden m Sovjbulagb, „9111138 Chest) der Kurden haben sich unter: worfen, andere smd in westlicher Richtung geflohen.
Landtags = Angelegenheiten.
Nach dem soeben erschienene_n Verzeichniß dsr Fraktionen des ngcordnetcnbauses iieilt sich die Stärke der einzelnen Fca_ktwnen folzendcxmaßen seit: Konscrvative 107 (Hospitant von Wetbkk), Centrnm 95 (Hbspitanten Or. Bruel und von Mel ing), Nationalliberale 84 (Hoipitant Sattia), Freikonservatibe 50 ( ospi- tanten von Tiedemann [Bomst], Wettich), Fortschrittspartei 34
(Hospitanicn Biicbiemann, Labes und Neßler), Polen 19; bei keinir Fraktion 33, namlich: die Abgg. Beisert, Berger (Witten), Berling, ,
Bitter (Kreuznacko), von Bockum-Dolffs, Drawe, Geb. Rath Cuberi- bura, 1)r. Falk, Hammakber (Lennep), von Helldorff, „ von Hoenike, von Kamele, Kiescbke, ron Köller, Krüger, Laffen,l)r. Lowe (Bochum), von Ludwig, Maager, von der Marwiß (Rüizenow), ])1'. Meyer (Breslau), ])r. Petri, Piaten, von Puttkamer, Rickert, Sachse, Schmidt (Stettin), 1)r. Schu16, Seyffarth, Struvx, Ox. Tbilenius, Vollertbun und Weißermcl. Erledigt _sind im Zeit" die Mandate des ]. Marienchrder und des 3. Trierjcben Wahlkreise s,
Statißifche Nachrichten.
Nach Mittheilung dcs statistischen_Bureau_s der Stadt Berlin sind bei den hiesigen StandeSamtern in der Woche vom 31. Oktober bis inkl. 6. November cr. zur Anmeldun ge- kommen: 257 Eheschließungen, 858 Lebendgeborene, 35 Todtge orene und 547 Sterbefälle.
_ Nach der demHause derAbgeordnetenvorgelegtenNacb- Weisung über die Anzahl der für das Iabx bo'm 1.wail 1880/81 8. zur Klassensteuer, 1). zur klassiiiztrten Etn- kommensteuer veranlagten Personen und uber den Be- trag der für dasselbe Jahr veranlagten Steuer betrug die Seelenzabl nach der Klaffensteuerrokle 26 368 096; der klassifi- zirten Einkommensteuer unterliegen 634 249 Persoiien (2,400/0); be- freit von Klaffensteuer sind Wegen Jabreßemkommeriß unter 420 «FC 6552 777 Personen, wegen Alters unter 16 Jahren in Siufez. 4516, 291 509 Militärpersonen 2c. und 480 849 Personen wegen beemtrachtigter Leisiungsfäbigkeit, zusammen 7, 329 651 Personen (27,80%). Es blieben also klaffensteuerpfliäpttg 18404196 Personen (69,80%). Von diesen sind veranlagt m:
Personen
1 u „M S U1fe z 3 2704132
6 1 044 406
9 345 121 12 284 123 ]8 173 618 24 136 645 30 81 953 36 79 991 42 65 472 48 65 768 60 39 949 72 44 656 3 215 232
zusammen 5 065 834 44 156 127
Zur klassifizirten Einkommensteuer; sind veranlagt auf Grund der Bestimmungen dcr klassifizirten Einkommensteuer zum Steuersatz der 12. Stufe der Klaffensteuer 1759 Personen mit 126648 „44 Steuer und zur 1. Stufe der klassifizirien Einkommen- steuer 732 Personen mit 65 880 „M, ferner in:
Siufe zu Steuer Personen “it“:
90 49 995 108 28 312 126 19 762 144 14 302 162 11 089 180 12 582 216 7 765 252 6 156 288 4 069 10 324 3 449 11 360 3 252 12 432 2 547 13 504 1 614 14 576 1 321 15 648 1 215 16 756 813 17 864 698 18 972 509 19 1080 499 20 1260 390 21 1480 288 22 1620 213 23 1800 261 24 2160 196 25 2520 113 26 2880 90 27 3240 54 28 3600 68 29 4320 51 30 5040 42 31 6120 25 32 7200 28 33 9000 15 34 10 800 11 35 12 600 36 14 400 1 37 16 200 38 18 000 39 19 800 40 21 600 41 23 400 42 25 200 43 27 000 53 45 000 61 59 400 67 70 200 70 200 68 72 000 72 000 Die ahl sämmtlicbcr zur klassifizirien Einkommensteuer ver anlagten ZPersonen betkägt 174 313 mit 33 506 676 «FC- Steuer Unter den Personen befinden sich 12 205 mit 1227 618 .“ Ein- kommensteuer, welche im Vorjahre Klaffensteuer gezahlt hatten.
mit 974
8 112 396 6 266 436 3 106 089 3 409 476 3 125 124 3 279 480 2 458 590 2 879 676 2 749 824 3 156 864 2 396 490
i-“d-“k-é WSSVRÄOWPWQQ
Steuer exif: 4 499 550 3 057 696 2 490 012 2 059 488 1 796 418 2 264 760 1 677 240 1 551 312 1 171 872 1 117 476 1 170 720 1 100 304 813 456 760 896 787 320 614 628 603 072 494 748 538 920 491 400 414 720 345 060 469 800 423 360 284 760 259 200 174 960 244 800 220 320 211 680 153 000 201 600 135 000 118 800 50 400 158 400 16 200 36 000 19 800 21 600 23 400 50 400 27 000 45 000 59 400
_____»___W__O
* Kauft, Wissenschaft und Literatur.
Gustav Freytag bat sein großes erk „Die Ahnen“ voliendet und der sechste und leiste Band wird Anfang szember unter dem Titel „Aus einer kleinen Stadt“ (Leipzig, S. Hirzel)- erscheinen.
_ VonderGeschicbte der deutschen Literatur voniPryf. Dr. Wilhelm Scherer (Berlin, Weidmannscbe Buxbbanplung) ist soeben das 3. Heft auSgegeben worden. Daffelbe beginnt innerhalb des 6. Kapitels: „Die böfiscben Epen“; Heinrich von Veldeke, Hart- mann von Aue Und Gottfried von Straßburg, Wolfxam von Esch- bach und ihre Dichtungen Werden in besonderen Abschnitten eingehend kritisch bebandelt; dannfolgen die (Epi onen: Rudolfsvon Ems. Kon- rad von Würzburg ic. Das nächste 87.) Kapitel iii überschrieben: „Sänger und Prediger“. Hier wird zunächst dem „bezauberiiden Liebe8dichkek UNd ersten_Gotte§sänger Walther von der Vogelweide“ ein sehr iutereffanier Abicbnitt gewidmet, der folgende aber: „Minne- sang und Meistergesang“ erweitert sich zu einem fesselnden kultur- historiscben Gemälde, Welchem die klare, bündig kurze, bei aiiers lick.“- ten Einfachheit der Form den geistvoilen Literaturkennec verrat ende Darsteliungsweise des Verfassers besonders zu Statten kommt. Inneibalb des Abschnitts ,Lebrdicbtung, Saivre, Novelie“ xndet die Lieferung. Da das irefflicbe Werk in 8 Lieferungen (zu xe 1 ckck) abgeschlossen sein soll, so wären deren nur noch 5 zu erwarten.
_ Von der „Goldenen Bibel“, illustrirt von den Kößien Meistern aller Kunstcpockoen, herauSgegeben von Alfred von . iir;- bacb (ZWeiter Theil: Das Neue Testament), sind die Liefe-
Jesus erscheint der Maria Magdalena. Gewalt von Barcccio. Gestoäxen von R.Morgben. Federigo Baroccio, genannt Fiori d'Urbino, geboren zu Urbino 1528, gestorben ebenda den 30. September 1612. Schüler des (G. B. Franco. Nachahmer Tizians, kes Ccrteggio und Rafaels. Von Morgben im Jahre 1816 gestochen und unier dem Titel: „U06 ms tanßsrs“ bkkannt. Cine «an.; ähnliche Komposition befindet sich in der alten Pinakothek in Münkben und trägt die Bezeichnung: „,k-"eä. 1381", 016. 111030“. Die Ebebrecberin vor Christus. Gewalt von Tiiiau. Gestochen von Pistro Ayderloni. Tiziano Vcceliio, geboren 1477 zu Pieve, einem Burgflecken in der Provinz Cadore, Schüler des Gen- iile, dann des Giov. Beliini, gestorben zu Venedig den 27. August 1576. Arbeitete zu Venedig, kurze Zeit in Padua, Rom und Augs- burg. Bezeichnet den Höhepunkt der italienischen Malerei, Pietro Anderloni. Berühmter Kupferstecher, geboren zu St. Eupemia bei Breécia, den 12. Oktober 1784. Schüler seines Bruders Faustino und des G. Longhi; seit 1831 Professor der Kupferstecherkunst an der Akademie zu Mailand an Longbi's Steile. Gestorben auf scinem Landsiße Cabiate bei Mailand, den 13. Oktober 1849. Dieses be- rühmte Blatt bildet ein Seitenstück zu dem Stiche nack) Pouisin „Moses vertbeidigt die Töchter Jethros am Brunnen", im Jahre 1821 gestochen nach dem Originale der Galerie Pino in Mailand. Das Abendmahl. Gewalt von Lionardo da Vinci. Ge- siocben von R. Morghen. Lionardo da Vinci, geboren 1452 auf dem Schlosse zu Vinci im Arnoibai unweit Florenz. Schüler des Andr. del Verrochio, arbeitete zu Florenz, Mailand, Rom und Frankreick); starb auf dem Schleife Clot bei Amboise am 2. Mai 1519, Be- rühmter Stich nach dem Wandgemälde Lionardos im Refektorium der Dominikaner in Mailand.
Magdalena salbt die Füße des Herrn. Gemaltbon Paul Veronese. Gestxiben von Girolamo Scoito. Paolo Caltaxi, genannt Veronese, geborsn zu Verona 1528, gestorben zu Vsnedig, din 19. April 1588. Schüler des Antonio Vadile zu Verona. Bildeie sich an dm Werken der großen venetianiscben Meister aus; arbeitete zu Verona und vornehmlich zu Venedig. Girolamo Scyito, Kupferstecher, geboren 1780, einer der außgezxicbnetesten Schuler Longbi's. Nacb dem, berühmten Gemälde Veroneie's gestochen, wei- ches für das Refektorium der Mönche des heiligen Nazarius imd Celsus zu Verona gemalt wurde und sich gegenwäriig in der Turiner Galerie befindet,
Die Wiedergabe der berühmten Stiche. Miche diese Liefßrungen entbaiicn, in Pbotograpbiedruck ist vorzügliii) gelungen. Die Ver- lagsbandlung empfiehlt mit Recht dieses Werk zum Weihnachts- gescbenk, wbzu es sich nicbi *mr seines Inhalts, sondern auch sxmer würdigen Ausstattung wea.1 vorzüglich eignet. Der Preis „jeder Lieferung stellt sich auf 1,50 „M, der eines Testaments in reichem Prachtband auf 50 „M
' _ Von den Meisieriverken der Holzschneidekunsi (Letpziq, J. J. Weber) liegt der Weite Band (Lieferungen 13 bis 24) abgeschlossen vor. Das Werk will bekanntlich das Beste, was die Bildergalerien und Museen aus dem Gebiete der Architektur, Skuip- iur mid Malereientbaltkn, in möglichst guten Holzschnitten rem häus- lichen Familienkreiie zu-xänglicb machen. Die Auswahl der mitge- theilten Gegenstände bemeist eine verständige Leitung des Unter- nehmens, welches sich von (Einseitigkeit fernbält und aÜen Gescbmacks- richtungen möglichst gerecht zu Werden _sucht. In der Malerei ist die bibliscbe und die klassisch Zeit (3. B. durch die sixtinisibe Ma- donna, die Anbetung der heiligen drei Könige von Rubenß) vertrsten, wie die Landschaft nach Motiven aus den verschiedensten Gegenden (die Quellen des Rheins, von Tk). Minirop; Burgruine Arco im Sarcagebiet, von R. Petereit, die Mazoneschlucbt in Mäbren, von Franz Zwirner; Fahrt über die Terrasse Fookjaiven in Lappland von Payer) und auch das Genre. Aus dem Gebiete der Skulptur finden wir sowvbl die Memnonssäulen, wie das Nationaldenkmal auf dem Niederwald, die Promäbeukgruppe von Ed. Müller in der hiesigen Natiocal- galerie, Häbnels Pegasußgruppen vom Wiener Opernbause u. v. a., von architektonischen Kunstwerken den Wiener Stephankdom, dais Schloß in Schwnin u. a. Die Holzschnitte sind zum größten Theil als Meisterwerke zu bezeichnen, auch im Druck sehr gut wieder- gegeben; zu bedauern ist nur, daß viele gerade der besten Bilder wegen ihrer Größe geknifft werden müssen. Der zu jedem Bilde ae- gebene erklärende Text ist eine sehr schätzenswertbe Zugabe zu den Iliustrationen. Die Ausstattung des Werkes ist in jeder Beziehung vorzüglich, und der Preis für eine Lieferung von 8 Bildserien rnit erläutermdem Text nur auf 1 „44 gestelit. Der dritte Band der Meisterwerke der Holzscbneidekunst wird vom Januar k. I. ab in gleich:n monatlichen Lieferungen ausgegeben werden.
_ Soeben erschien in Carl Heymanns Vcriag, Berlin W.," der Termin-Kalender für die deutschen Rech-tSanwalte auf das Jahr 1881, unter der Mitwirkung des Vereins Deutscber Anwälte berausaegeben, wodurch er einen ganz besonderen Werth ge- winnt. Er enibält außer zahlreichen, für den praktischeii"©ebr9uch bestimmten Beila-„ien ein voiiständiges Verzeichniß sammtlxcber Recbtsanwälte, Notare und Gerichtßboliziebec dis Deutschen Netchxs nebst den Vorsißenden der Gerichtsbehördcn. Jm gleicken Verlagx ist fiir dieses Jahr ebenfalis erschienen: der TerMiii-Kalender fur die Juristen auf das Jahr 1881, welcber außer dem obengenannten Verzeichnis; der Rechtsanwälte, Notare und Gerichtßvolizieher, die voüsiändiaen Personalien der Gerichtsbebörden bringt, und Beilagen spezieii für den Gebrauch der Juristen enthält. Beide Kalender zeichne2 sicb durch gute Ausstattung und soliden Einband aus. Der Preis beträgt für jede Außgabe 3 „76, das Kalendarium mit Schreib- papier durcbscbosien je 3 «44 50 43.
_ Seit dem 5. d. M. erscheint im Verlgcie von Sie'ukL Jaenke u. Co. (Berlin, Dresdenersiraße 75) unter dem Namen ,Die Fa ciel“ eine Zeitschrift für das gesammteFeuerlöschwxsen, herausgegeben und redigirt von Georg Isaac. Die.Fackel“ Will ibreii LesernNeuerungen auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens bringen, aber auch alte Sébäden, wo sie sich auffinden mögen, beleuchten. Die .Fackei' wii! aucb ihren Lssern resp. den einzelnen Feuerwehrcorps ibreSpal- ten in Form von Vereinßnacbriébten in außgedebnierem Maße, wie dies bei anderen acbzeitungen der Fali isi,öffnen, und stellt_stets „Brief- kasten“ und . precbbalie“ den Abbiirienten zur Verfugung. Das Blait erscheint vierzehntägiicb zum Preise von 1 „64 pro Quartal.
_ Deutsches Familienblatt. Vierieljäbrlicb 1,60 „_ck In Heft-sn zu 30 oder 50 „z. Verlag von J. H. Schorer in Berlin W. _ Die Nr. 45 enthält 11. 21. neben Her Fortseßung der spannenden Noyeiie .Gericbtet“ den Anfang des Wichertschcn Romans „Aus verstreuter Saat“ sowie eine Beschreibun? 'des'Cölner Dom- baufestes. Von den Bildern dicser Nummer Z: die meisterhafte, hocbpoetifcbe Strüizelsche Zeichnung .Der Spatberbst' erivabnti ein trefflicbes eigenartiges Stimmungsbild von gediegensiex Duxch- bildung, das fick) weit über das Niveau dessen erhebt, was iilustrirte Journale gewöhnlich zu geben pflegen.
Land- und Forstwirthfchaft.
Deu landwirtbscbaftlicben Vereinen ist im Frühjahr d.'J. von Seiten eines in Hamburg gebildeten provisorischen Comctäs ein (Cirkular, betr. eine im Jahre 1882 daselbst abzubaltende inter- nationale landwirtbschaftlrébx Ausstellung, Mit ,der Bitte zugegangen, sich über das Intereise an einem soicben Proiekt aussprechen zu wolien. Der Vorstand_der „Deutschen Vtebzucht- und Herdbuch-Geseiischaii“ ersucht uns, die Vereine daran zu erinnern, möglichst bald an l)r. Richard Scelemann in Hamburg, Ratbbaus- markt 6, ihr Votum abgeben zu wolien.
Griverbe und Hande!-
Die Bank in Si. Gallen ,zeigt an, dasz Naebabtniingen ibrer 50-Franc6noien entdeckt worden smd. Die Falschung sei an
"_ Eine]. Depesckye aus Bukarest meidxt, kai“; die Rumä- niscbe Nationalbank am 27. November ihre Bureaus eröffnen und ihre Tbätigkcit beginnen wird.
Wien, 11. chembcr. (W. T. B) _Der Genxralratb dcr österreichisch-ungariscben Bank ba! beici'loffen, bis zum E „de dieses Jahres die Gesammidotaiion der österreichischen Filia- len dsr Bank um 5 MiÜionen zu erhöhen “und 43pro- ;,entige Pfandbrisfe der österreichischen Bodenkceditanstalt zur Belehnung zuzulassen. In der konsiiiuirendezi Versammlnng der österreichischen Länderbanx konsiaiirte der Vor- sitzende anfoux, das; die statutenmaßige Einzahlung geleistet wotden sei. In 0211 VerwaltunciSrati) Wurden gewählt GraF Wod- zieki, Bontoux, Baron Goebel, Riiter 1). Skene, Baron Ringbofer, der Direktor der Südbahn Hahn, der Fabrikbefißer Sarg. Barqn Guderian, ier Abg. Deniere, Marquis Cbaieaurenard, Marqms Beauvoir und Vicomte Harcourt. Der Vorsißende mache die Mit- theilung, daß die Zoojété (18 1'uoion xxéxiéraia in Paris die Gründunasspesen im Betrage von 300 000 F1, übernommen habe und daß die Subskripiion auf die Aktieii in Paris einen glänzenden Er- fblg erzielr babe. '
Verkehrs-Anstalten.
Triest, 11. Nov::nier. (W. T. B.) .. Ter Lloyddampfer ,??fißera“ ist heute» Nachmitiag aus Konstantinopel bier ein- ge ro en.
Berlin, 12. November 1880.
Der Oberlin-Zweigvercin Berlin bieli am Donnerstag Abend unter Vorfiß des Prediger Baumann im Saale Tauben- straße 17 seine (Generalversammlung ab, die mit (Gebet eröffnet wurde., Dem Gesckyäftßbericbt pro 1879/80 ist zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl des Vereins sicb von 1200 auf rund 1500, die Zahl der" Wobltbäter von 1500 auf 2000 gehoben hat. Ihre Majestat die Kaiserin hat auch in _biesem Jabre dem Verein die gewohnte Liebeßgabe zugewendet. Außerdem sind dem Verein Leaate m Höhe von 150 und 1000 „44, leßteres won Frl. Abegg, zu- geflossen. An Bciirägen und Geschenken gingen ein 8396 „M, durch die SammelbÜ-Öer 1638 „64, gegen 1818 „M im Vorjahre. Die Gesammieinnabmen betrugen 11139 «14, die Gesammiausgaben 9437 M, darunter 842 „14 für Oberlinscbule 1. in der Petri- gerneinde und 1902 «M für Oberlinscbule 11. in der MarkuSgemeinde. Es verblieb ein Bestand von 1703 „76; das Vermögen des Vereins hat sich von 5200 aus 8800 „FC gehoben. Die beiden Schulen, deren erste durch ihre Einnahmen die Außgaben nahezu gedeckt hat, während die 2. auf 535 „M Einnahme hinweisen kann, wurden durchschnittlich von je 100 Kindern besucht. Seit Oktober exisiirt in der Templiner- siraßeeineZ. Schule, Welche bereits von mehr als 80 Kindern besucht ist. Die in dcr Petri- und in der Markukgemeinde ibätigen Ge- meindeiÖkvesiern haben Überaus segenßreicb gewirkt. Die Versamm- lung beschloß sodann, das Statut dabin abzuändern, daß die Zahl der Vorstandsmitglieder auf ]5 erhöht werden kann, und diejenigen Beichlüffeals .aüliig anzunehmen, die mit mindestens 5Stimmen ge- faßt sind. Bwher mußte aucb dsr Vorstand mit absoluter Majorität feine Befcblüsie faffen.
Die Erdstöße, welcbe am 9. d. Morgens in Wien bemerkbar wvrdcn, tvaren die leßtenscbwaiben Undulaiionen eines Erdbebens, das von der wcstli-Foen Seite der Balkanhalbinsel herauf bis an die Donauufer sicb erstreckte und in Kroatien, nameniliib in Agram, mit wahrer Vehemanz auftrai, so daß man dort das Centrum dieser Naiyrersckzeinung suchen muß. Die „Agramer Zeitung“ meldet darüber: Ein farckytbares Naturereigniß hat am 9. 5. Unsere fried- licbe Stadt in die größte Aufregung und panischen Schrecken ver- setzt. Ein Erdbeben von einer Intensität, wie sie in binnenlän- diicben Gegmden noch selten dageivesen, erscbüttsrte Morgens 7 Uhr 34 Minuten 15 Sekunden die ganze Skadi bis in ihre Grundfesten. Im Anfange War die Bcwegung wirbelförmig drehend, unddiesenScbwan- farmen folgten starke Stöße in der Richtung Von Nordnordost gegen Südsüdweft. Die Dauer des Exdbebens betrug 10 Sekunden. Schon nach dem ersten Stoß: hüllte sich die ganze Stadt in eine Staub- wolke; Schornsteine, Feuermauern, Gesimse u. s. w. stürzten ein, schlugen Dächer durch und bedeckten die Gassen mit Schutt. Das dumpfe Dröhnen und Rollen im Innern der Erde Wurde von dem Krachen und Praffeln des stützenden Mauerwerkes, von dem Angst- und Hülfeg(schrei der in TodeSangst fcwabexiden Bewohner üb.riönt. Man kann sagen, daß kein etwaß höheres Gebäude unbeschädigt blieb, während bei vielen die Mauern derartige Riffe bekamen, daß sie wegen drohender Gefahr des Einsturzes soth verlassen werden mußten. Etwa 5 Minuten nach dem ersten Erdbeben folgte ein zweites und um 8 Uhr 27 Minuten 55 Sekun- den ein drittes, beide jekoch von kurzer Dauer und geringer Heftigkeit, Nicht Wenige von dcn Begüterten verließen die Stadt, um in die niederen Weingarten- bäuser zu fliicbien. Die Stadt bietet in alien Gassen Bilder der Zerstörung. Der Sebadxn ist vorläufi-J noch gar nicht zii berccbiicn. In der Oberstadt stürzte von der Markuskirche der oberste Theil der westlichen (Hiebeiivand ein, zertrümmerie das (Gerüst bei den Por- talen und berleßte 4 auf demselben beschäftigte Arbeiter schwer. Die ganze Westfront der Kirche ist durch einen beiderseits vom Dacbe bis an “(*in Boden gebenden Rif; von der Kirche getrenni. An der Katharinenkiribe ist der größte Theil des Stirnziebeis eingestürzt; die hohe Mauer des Satteldacbes neben dem adeligen Konvikte ver- schüttete die ganze Jesuitengasie. Dze Universität, das Gcneral-Kom- mandogebäude, das Haus der Finanzdirektion, zahlreiche andere Hauser, der Thurm der Schule an der Vrazpromenade u. s.w. baben bederik- liche Riffe. Eine Kommission des Magistrats ist bereits in Thätigkeit, den Bauzustand aller Häuser zu untersuchen ynd die un- bewohnbar geivordenen zu sperren. An der Domkirche siurzie m der zweiten Etage unter der Uhr die mittlere Säule des Doppelfensters und ein Theil der Fcnsterbögen herab, im Sanctuarium fi-'l ein Theil des Neidewölbes ein und beschädigte den Hochaiian An der erzbischöflichen Residenz schlugrn die stürzenden Raucbfange und Bo- denfensier das Dach und die Decke der Glasbäqser durcb. Jn dxr Laazewgaffe stürzte vom Neubaue der ersten kroatischen Sparkasse die nördliche Feuermauer auf das Daub dcs Kukovicscben Hauses und zer- trümmerte es. Am Zrinjiplaße wurde das Pa_lais Vraniczany arg mitgenommen. In der Cigarrenfabrik brgcb die abßere Voxtreppe und der mittlcre Giebel zusamman, das Gebaude erhielt Sprunae. Der Verwalter und mehrere Arbeiterinnen wurden verletzt. Das Ge- bäude dcr Aktiendruckerei erlitt bedeutenden Schaden. In Neudorf Wurde das Gebäude der Kadettenscbule so bescbadigi, daß es unbe- wohnbar geworden ist. Der Thurm der Franziskanerktrche ist an allen vier Seiten von oben bis unten gesprungeri und drobt _mit dem Eixifturze. Es ist selbstberständlich unmoalicb, alle Schaden aufzuzählen. Die Zahl der eingestürzten Feuermauern mag sicb wohl auf 500 , die Zahl der herabgeworfenen Schorn- steine wwbl über 1000 belaufen. 'In d'en Schulen i_vurde der Unterricht, in dcn Kirchen der Gottesdienst eingestellt. Wahrend des Erdbebens wurden durcb die einstürzenden Mauern und Schornsteine, soweit bisher bekannt, 6 Personen schwer und 20 leicht verwundet. _ Aus Agratn vom 10, d., Mittags, telegraphirt man der „N. fr. Pr.“: Im Laufe der bcuiigen Nacht Wurden noch fünf leichte Erd- stöße verspürt. Ein großer Theil der Bevölkerung befand sicb iroß des Regenchiters die Naibt hindurch in den Straßen und öffentlichen Lokalen. Die Wenigsten geiranten sich, in ihren Wohnungen zu übernachten, Die Aufregung war bis zum Morgen außerordent- lich stark. (Vgl. n. Icstcrreich-Ungarn.)
der Blässe und Verschwommenbeit des Druckes und der Qualität
rungen 11. und 111. erschienen:
des Papiers erkennbar.