1880 / 268 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 13 Nov 1880 18:00:01 GMT) scan diff

Heinrich Welzbofer über die Anfänge Wilhelms _von Oranien; cm Referat über Peters des Großen BricWecbsei unt Katharina, von

. Brückxer; eine „Ein neues Fürstentbum m alter “Zett“ betitelte, die früheren Schicksale des neu erstandenen Bulgarien betxeffende Arbeit von A. Forstenbeim; einen geistvollen Beitrag zur tyner'en Geschichte des Sozialißmus von dem HerauSgeber und sch11eßltch eine Untersuchung von Adolf Stern üixer den Dichter der deutschen Robinsonnade ,die Insel Felscnburg“, des Liehliuakromans der ersten Häifte des 18, Jahrhunderts, Johann Gottfried Schnabel.

Gewerbe und Handel.

In dem Geschäfi§bericbtder Aktien-Brauerei-Geselischaft , Pkoabi! * für das am 30. September cx. beendete Gcschäftsjals fin- den sich u. A. folnknde Mittheilungen: Von dem TranSport-Fastage- Konto wurden 20% wie im vorigen Jahre abgeschrieben. Auch das Irausrci-Utcnßlien-Konw ist mit einer höheren Abschreibung bedarbt worden; diexelbe bstrug friihcr100/0, dieZ-mal jkdoch 1210/71 'Das F1aschenbiergefchäf1, da) stéh schon im Vorjahre u eincr (x_nseiznltchen Höhe entwickelte, hat im abgelaufenen xJahre emen noch L*cdcntendtren Absatz erzielt; es wurde ein Mebrverkauf von über 840000 Flaschen erreicht. Das biéhcr ertraglose Grundstück, Stromsiraße 54, hat durch den Bau eines Pferdestalles für 52 Pferde und durch Vermietbung deffelben auf 10 Jahre an die Gxoße Bcrlincr Pferde-Eiscnbahn-Gesellschaft ein_e vortbetlbafte Normendung gefunden. (Es Wurden gebraut 1878/79 49 949 111, 1879/80 5910171 11] und verkauft 1878/79 5194051 111, 1879/80 57 265 111. Der Bestand an Bier betrug: am 30. Sep- tember 1879 17 365 111, gebraut wurde:] 591011 111, Vcr- kauft wurden 57 265 111, folglich Bestand am „30. Sep- tember 1880 19 2014 111. Die Mälzercicn produzirten im Ganz?!) 2158794 1,2 Malz. Hiervon verbrauchte die eigene Braueret 1 362 300 kJ; verkauft wurdcn 436959 kx,- zu guten Preisen. Der Bruttogewinn dss Jahres beläuft fick) auf 246 845 „M, wyvon zu Abschreibungen auf (Gebäude und Utensilien 138152 „16., zwexielhafte Forderungen 10 500 „74, zur Dotirung cineE Arbeiterunterstuyungs- fonds 3808 „44 v:rwkndet wurden, so daß ein Reingennnn' von 94 385 „M übrig bl-zibt, Miche: in folgender Weise zur Vertheilung gciangt: 30/0 Dividende 76500 «W, Resewefonds 4671 „M. Taniiöme für den AuffichtSrath 4671 «14, Tavtiéme für die Direktion und Beamten 7475 “M; der Rest von 1066 «76 wird auf das neu:: Ge- schäftsjahr vorgetragen. , _ ,

»- Eine rationclieFiacbszUkbt ist für die deutj'che Landwtrikxscbaft unstreitig von [)etvorrageUDLr Bedkutung. D.:e h:erseibs1 [»Sgrunpete .BklgisCbe Flacbsbereitungs-Akademre“'bates„sicb zu einer ihrer hauptsächlicbsten Aufgaben gemacht, durch die Prax1s darzuthun, daß das deutsche Flackxsprodukt 5.71 regelrechtex BehandlungSwetse zum Vorjheile der Prodmcvicn wis Konjumsntca einer bedeutenden Ver- edelung fähig ist. Zu dieskm Zwecke find von ihr, wie der Vorstand der Akademie mitibeiit, bereits gegen 1000 kJ Flackß zur Verarbettlxng gebracht und glaubt der Vorstand, das; die JabreßproYUktion eme Höhe von 150 000 10? WM im ersten Betriebsjahre erretchen werde. Nach den von dér Akademie rersemdsten bearbeiteteg Flacbsproben zu urtHci12n, zeichnet 1163 ihr Produkt durch sehr sorgfaltige' Bobgnd- lung a;.s, tvclche der Flach§faser eine Zartheit und Elastizität gvbt, die ein vorzügliches Gcspinnst Versprechen. Der Belgischen Flachs- berkitungs-Akademic in Berlin diirfte es daher, Wenn sie in 1hrem lobenswertben Bestrcbcn für eine rationelle" Behandlqng des Flachses in der bisheriacn crfolgrcichcn Wkife fortfabrx, beschieden sem, 3111“ Hebung der deutschen Flacbsindustrie Wesentlich bexzutragezx, um die 71718 ihre land- und volkswirtbsckyaftiiche Bcdcutung betbebaliende Flaebspfianze als winterlichen ErWerszWeia in unserer Laridwwth- 111 ast wieder mehr bLiMisÖ zu machen. * Das Programm uber dte Akademie, sowie die Aufnahmcbedingungen für Oekonomie-Eieven Werden in dem Bureau der Akademie, Berlin 180, Erkifswaldcr- straße 1, gratis verabfolgt.

Verkehrs-Anstalten.

Ber11,12.5)iovxmber. Der „Bund“ schreibt: Der Stand und Fortschritt der Bauarbeiten am großen Gotthard-Tun nel war Ende, resp. während des Monats Oktober 7), J. folgender:

Von dsr Außweitung des Firststollens zur Calotie-vxrblieb nur noch der kleine Rest in dsr mittleren Druckparttx bei 7,500 km„ welcbxr in Arbeit und wo mit dem Ausbrucbe zugleich zu mauern tft. Die Gewölbemauerung schritt um 467,8111 vocwarts (Septeaxber 440,6111, August 390,5 111), so daß noch 1407 m herzustellen, bthben, Welche bei gleichem Fortschritte in drei Monaten yollendat sem konnten. 51116- dann wäre die obere Tunnelbälfte fertig.. In der unteran Halfte waren die Leistungen: 399,4 m Sohlenstbltß (September 331,1 111, August 265,7 111); 206,3 m Erweiterung des Soblenschltyes zur Stroße (Seplember 134,4 m, August 139,9 m); „62,7 111 Maerung der Widerlager. Der leßtere Fmtscbritt ist somit xzermZ geblieben. Von der Rekonstruktionsmaueruna in der Druckpartte ber km 2,800 blieben noch drei Ringe (5- 4 111) herzustellen. - Nach_dem Vertrage der Unternehmung Favre mit der Go1tbarkbaicknx1ejeilschaft vom 7, August 1872 hätte Der Tunnkl bekann1ltch am varfloffenen 1_. Ok- tober fertig übergeben Weiden sollen, und nach Art. 11 dcßelben hätte die Untkrncbmung außer Akkord gesetzt werden konnen. ES wurde hiervon kein Gebrauch gemacbx. Dte Unteryehmung Favre biclt noch vor Kurzem den Tunnel fgr voilendbar ux! _Aprti 18,81. Bei Verwendung genügender Arbeitskrafte durfte es mo"g11ch sem, ihn Ende Mai 1881 oder etwas später voUcndkn 111 konnen. Dann aber muß namentlich in Stroßenabbrucb und WiderlaZ6mauerwerk in jedem einzklncn der noch verbleibendetiMonate Wett tnebx ge“ leistet werden als im letzten Monate. Erne Voiiendung an diesem Zeitpunkt hätte den erßchtlich bedetztenden Vortheil, daß der Tunnel für die nächste Reisesaison in Betrieb gesetzt Werden könnte.

New-York, 12.910meer. (W. T. B.) Der Dampfer dcs Norddeutschen Lloyd „Rhein“ „uud der ngvfer'd'er Rational-DamPfsÖiffs-Compagn:e (C. 911efs1ngsche Lime) „Canada ' sind hier eingetroffen.

Berlin, 13. November 1880.

Auf dsr Hofjagd in dsr C015iß-Leßlinger Haide erlegtM am 12. November, dem _ersten J&gdtagc, Ss. Majestät der Kaiser und Kömg 5 Hirsche, 1 Roth- wild, 8 Schaufler, 9 Damwild, 34 Sausn. DW Gesammt- strécke betrng: 8 Hirsche, 17 Rothwild, 90 Schaufler, 113 Dmnwild, 171 Sauen.

Das „Dresdner Journal“ schreibl: Das große monumen-

* tale Werk, das Nationaldenkmal, welcbcs an den Ufern des

Rbcias anf den Höhen dss Niederwaldes als ein Wahrzeichm dcr Einigurm Deutschlands errichtet wvrdsn soÜ und mit dessen Aus- führung Professor Schilling betraut worden ist, geht, nachdem, wie bekannt, die Haupifigur der Gcrmania bereits fertig gxsteilt, rasch seiner Voilcuduna entgegen. Gögemvärtig hat der Knnstler eincn Hauptthcil des figürlichen Schmackes des Postamcnts in den Modellen beendet und in dem akademiscbxn Atelier, Eliasstraße ], öffentlich ausgesteük. Die ausnesteÜten, gußfertiaen Modelle bestehen aus den Koloffaifiguren des Krieges und des Friedens, Welche auf den Ecken des untern Sockels, an den beiden Seiten des großen Reiicfs, leßteres weit überragend, frei hervvrtreten, wie ferner, aus der Kolosialgrupve des Rheins und dcr Mosel, Miche anf eiiiem niedrigen Podest, unterhalb des 5*eliefs, dcn Sockel fcbmücken Wird. In ihrer cdeln Auffassung und meisterlichen formeUen Durchbi'ldung reihen sich diese Arbeiten der Hauptfigur der (Germania würdig an. Schön aédacbt und belebt ist namentlich dsr Genius des Krieges, eine axfiügelxe und geröstete Gestalt, die kampfbereit das Schwert in dcr Rechten hält und zugleich in die Posaune stößt, um das Volk zu den Waffen zu rufen. Mit der kühnen und doch gehaltenen Be- wegung des Krieges steht in wirkungsvrüem Kontrast die Ruhe setnxs ebenfaUs geflügelten Genossen, des Genius des Friedens, der nut leicht crbobenmn Fuß mit dem Oelzweige und dem Füllhorn. des Ueberfiuffes naht. Von großer Fortnsckyönheit auch und in den Linien herrlich zur Gruppe geeint erscheint die kräftige Gestalt des Vater

Rhein, Weicher sich auf seine tekcrumrankte Ume stößt und der ihm gegenüber sitzenden jugendlichen Nymphe der Mosel das Wacht- born übergiekt. - Neben den besprochenen Arbeiten bietet die Aus- stellung noch Gelegenheit, das oben erwähnte Relief dcs Postaments im Tbonmodeue kennen zu lernen, welches in Verbindung mit den darunter befindlichen Worten des Liedes: „Die Wacht am Rhein" darstellt, wie die Webrkraft al1er deutschen Stamxne sich um pen greifen Oberfeldhcrrn scbaart. Ebenso steht man die beiden Reitefs „des Kriegers Abschied“ und „des Krtegers Heimkehr“, welcbe Dar- stellungen die Seiten des Postaments belehen werden, 'Jedycb sind diese Arbeiten noch nicht zum Abschlnß gediehen. -- Dre thur des Kriegs, deren Kosten von deutschen Kriegerveremen aufgebracht wochn sind, wird von El). Lenz in Nürnberg gegossen Werden; ebenso dre Figur des Friedens, deren Erzguß aus den von dßn höheren deutschen

ebransialfen gesammelten Beträgen bestritten ward. Der Guß der Rbein-Mosel-chpwc ist an C. A. Bierling in Dresden vergeben und die Wappknfchilder werden in Lauchhammer gegossen.

Heute Vormittag fand in der Garnisonkirckze die Vereiißiguyg dcr Rekruten evangelischer Konfession und in der St. Mtcbaelts- kirche die der Mannschaften katholischer Konfesfion des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 statt; ebenso winden die Rekruten des GardeFüfilier-Regiments in den beiden Ktrcben des Jnvalidenhauses vereidigt. Hierzu waren die Fahnen vor!);er durch je eine Compagnie der betreffenden Regimenter aus dem Palms Sr. Majestät des Kaisers und Königs abgeholt worden; dieselben wurden nach beendeter Feierlickokeit wieder dorthin abgebracht.

Die erste Serie von Vorträgen bervoxrageiider Gelehrter uxtd SÖriftsteUer, welcbe der Wissenschaftltche Centralvexein für seine Mitglieder und ein Weiteres Publikum veranstaltet, wird in den Monaten Januar bis März 17. J stattfinden, und sind, wie wir vernehmen, bereits folgende Vortrage fest zygesagt: „Hr. Prof.0r. Felix Dabu aus Königsberg: Altgermamschxs Hetdenthum tm deutschen Volksleben der Gegenivart. Hr. Maxor 11011 ,der "GOTZ: Die allgcmeinen Bedingungen der gegenivarngen Kriegsfuhrung. Hr. 111". (G. Nachkigal: Ueber Afrika. Hr. Prof. Dr. Rosenthal aus Erlawgen: Unsere Sprackoe. Hr. Prof. Dr. Spöker aus Pot'sdam: Ueber die Sonne. Hr. Hofrath Frhr. M. M. vonßWebch Die. Be- wegung der Nährstoffe auf der Erde. AUes Nahere Wird binnen Kurzem bckannt gemacht werden.

Die Einrveiwn ;_ZTZFFZ-ealschle hat heute Vor-

mittag in Gegenwart 2 ner zahlreichen Versammlnng stattgefunden. Am Dienstag, den 16., Vormittags 91 Uhr, _bcabstchtigt die F. Wöblertsche Masch1nenbau-Anstalt und Ctseygixßerei Aktie'n- GeseUsÖast, Berlin, von dcm Kasernknbofc der Könxßltckycn Arjillexié- Schießschulc', Scharnhorststraße Nr. 23/31, aus mtt de_r Bollsx - scben Lastzugmaschine „Elisabeth“ und angehangten funf 16 om-Ringkanonen, auf Sattclwagen gelagert, nebst kompl'etten Lafetten eine Probefahrt dnrch die Boycn-, CHÜ'UffWH Reinicken- dorfer und SchUlstraße, das Dorf Reinickendorf. die Reirztckendorfer Chauffee bis zur Einmündung der Daildorfer Chaussee, diese leytere entlang bis zur MÜUerstraße und demnächst durcb rie Cbauffee- und Boyenstraße nach dem vorbezeichneten Kasernement zurück zu unter- nehmen. Auf Anregung des Kriegs-Ministeriums Werden _nicht ,nur Vertreter deffklben, sondern auch solche der von diesem Ministerium resiortirenden Militärbehörden der Probefahrt anrvohnen.

Jm Rcsidenz-Thcatcr findet morgen, Sonnjag, die [erste Sonntagsauffübrung von „Daniel Rochat“ statt, da*b'ere11s zu Ende der nächsten Woche Fr. Nicmann-Rabe ihr Gastjptel als Nora beginnt.

Der morgige SVUUWJ ist der letzte Tag der Anwesenheit der Eskimos im Zoologischen (Harten. Nachmittags 4 Uhr 41. Sonntagsconcert.

Zl? RZInserate: fiir den Deutséhexx RLiÖZ- u. Könizx1, Preuß. Staats-Auxeiger und das chxéxaL-Haxxdels- register nimmt an: die KöuégTiÉZS xpedichxk; des Bentsthen Keiths-Imzeigers und Königin!)

1. stckbrjsfs uuä JxxßsrxxßYMx-ZQÉM, ?. Jubimgratjc-UW, ÜMOÜMS, 1761111611qu 11. 691,21.

11216 GkoacßWäU.

5.1111111211'16118 Lkabjinsmsnxx, kabkéksu

6. 17617501112-16126 Lskamxw) &leIJQU.

' " ** o _ Oeffentxkck ey Anz etZers YZJ“-.15'erc41-r UeHmea cm; die Annoncen-Expedäfwnen besZLF

„Juvalißxxtdank“, RUDUU Waffe,. Haaseußeiu & Vogier, G. L. Daub? & Co., E. Süxlotie, Büzmxxxx Winxez“, Howie an: übxigeu ßröfxeer

preußisaheu StaatI-Anzeigerxk:

Berlin, 8. R'. Wilhelm-strafze Nr. 82. xx?

.. UaxkäuéÖI/Qkpxwhngsu, ZubWZ-WMU en:.

' . ?erjooanog, 13.1110rt13311011, TU_QMUUUE R a. |. 1x. 701: SÜUMYEUW kayxsrsu.

7. Kidsruxjxxsch HTMOÄZSM

8. 'khsuxor-ZDZSZZM. [ [11 ck18!“ ZUXIUP

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9. kWßx-Xasxxxtjobveu. „! ÖQUWO. FJ

Subhaftationen, Aufgebote, Vor: ladungen n. dergl.

[28053] Aufgebot.

Das Aufgekot folgender angeblich verloren ge- gangener Hypothekendokmnente ist beantragt:

1) Von dem Krugbefißer Valentin Bucbhglz axis Reimetswalde des Dokuments über ursprunglich“ 600 Thlr. und, nach erfolgter Löschung von 133 Thlr. 10 Sgr. r*.ock) übex 466 Thlr. 20 Sgr. des Schulzensobns Anton Kulm aus Reimers- walde lautend, eingetragen aufGrund der Obli-

ation vom 24ten, zufolge Verfügung vom 261en auuar 1842 auf Reimereralde Nr. 9 Abtl).111. Nr. 2 und ungctbeilt übertragen auf Reimers- walde Nr. 120; _ von den Bauer Franz und Marte, geb. Krause - Kellmann'schen Eheleuten aus Wernegitten des Dokuments über 111 Thlr. 11 Sgr. Mut- tertbeil der Geschwister (Gertrud, Helene, Jo- seph und Mathaeus Grunenberg & 27 Thlr. 25 Sar. 3 Pf., eingetragen auf Werncgitten Nr. 20 Abth. 111. Nr. 3 auf Grund dxr Erb- 1i)eilung vom 15. Januar und 28. April 1828 (“1 (160. vom 7. Juni 1828.

Dcr Inhaber der Urkunden wird aufgefordert,

spätestens in dem auf

den 3. März 1881, Vormittags 11 Uhr,

vor dem unterzeichneten Gerichte_Zimmer Nr. 10

anberaumten Aufgeéotétxrmine seine Rechtx anzu-

melden und die Urkunren vorzulegen, widrigerzfaüs die KraftloSerklärunx, der Urkunden erfolgen Mrd. Heilsberg, den 5. November 1880. Königliches Amtsgericht. Zielaskowski. Bealaubigt: Obuck), Gerichtsschreiber.

[213063] Aufgebot.

Jm Grundbuche von Eve Band 18 B1att49 stehen in der dritten Abtheilung auf verschtede7nen Zarzeilen, als deren Eigenthümer der Gastwrrtb

ohann Heinrich Schmeing aus der Bauerschaft Eilermark, Kirchspiels Epe, bei der Glanerbrucke eingetragen steht, nacbbezeicbnete Posten eingetragen:

1) Einbundert Thaler Berl. Courant 'Darlebn nebst Zinsen und Kosten aus der Obligation vom 9. Februar 1829 für den Bernard Schtpbolt, Kip.

C e, p2) Einhundcrt Thaler Berl. Courant „Darlehn nebst Zinsen und Kosten aus der Obligation vom

11. August 1831 für den Kaufmann Christoph Hölscher in Epe,

3) Cinhundert Thaler Ber1. Courant Darlehn nebst Zinsen und Kosten aus der Obliaajion vom 16. Januar 1832 für den Kaufmann Hölscbkr zu

EP.,

4) Hundert fünf und sech§zig Gulden bollänkxiscb Darlehn nebst Zinsen und Kosten aus der Obltga- tion vom 9. Februar 1833 für den Bernard Schip- holt, Ksp. Ensckzcde,

5) Dreißig Thaler Courant nebst Zinsen und Kosten aus der Obligation vom 15.?1ugust 1835 für den Zolleinnehmer Joseph Jaegers, Kip. Och- trap,

6) Zweibundert und fünfzig Thaler Cour. Dar- lebn nebst Zinsen und Kosten laut Obligaiiou vom 29. Mai 1836 für den Z-xlleinnebmer Jos.Jaegers.

Alle diese Posten find angeblich getilgt.

Der eingetragene Eigentbümer Schmeing hat zum Zwecke der Löschung derselben deren Aufgebot be- antragt. Es werden daher al1e Diejcnigen, Weiche zu diesen Posten berechtigt sind, aufgefordert, ihre Ansprüche ivätesiens in dem auf den

19. Februar 1881, Morgens 11 Uhr, an hiesiger Gerichtéstelle vor dem Amthericbtsratk) Zurmüblen anberaumten Termine anzum:lden, widrigenfails sie mit dcnselien präkludirt und die Posten im Grundbuche gelösäct Werden. Ahaus, den 3. Novcmber 1880. Königliches Amthericht.

[280681 Bekanntmachung.

Das kgi. AmtSmericbt Neustadt a. Haardt hat als Prozeßgericbt ix Sachen Friedrich Jacob Dochnabl 8611101", Rentner und Scbxiftsteller, in Neustadt a. H. wohnhaft, gegen Andreas Bert), Bronceur und dessen Ehefrau Cathatina Beko, bcide früher in Neustadt a. H. wohnhaft gewesen, dermalen ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltsort abwesend, wegen Forde- rung durch Beschluß vom 9. November jüngstbin die öffentliche Zustellung der Klage bewilligt.

Kläger beantragt: ,

Die beiken Beklagten solidarisch zu Verurthetlen, an den Kläger für rückständigen Miethszins den Betrag von „76 127. -. mit Zinsen zu 5% vom 24. Juni 1880 an und die Prozeßkosten zu, be- zahlen; auch das ergebende Urtbeil für vorlaufig vollstreckbar zu erklären.

Zur mündliebcn Verhandlung des Rechtsstreites ist Termin auf den 5. Januar 1881, Morgens 9 Uhr, im Sixmngssaale des kgl. Amtögerichts da-

bier bestimmt uxxd werden hiemit die Beklagten hie- zu vorgeladen. Neustadt a. Haardt, den 10.November 1880. Der geschäftsleitende Gerichtsschreiber dcs kgl. AmtherichW. gez. Reisfinger. [280881 ' Zn Sacbcn der Firma Gkbrüder Toelpe hterselbsi, Klägerin, wider ' den Schub111achermeister Cf). Lange alihter, Be- klagten,

wegen Forderung, ' wird, nachdem auf den Antrag der Klggerm die Beschlagnahme des dem Beklagten gehörigen, Nr. 1152 auf der Kröppelstraße bierselbst belegenen Hauses und Hofes sammt dem Nr. 21 im Cichthal: belegencn 20.4l Ru1hen haltenden Abfindungsplane zum chcke der Zwangsversteigxrung durch Beschluß vom 22. d. M. verfügt und tm Grundbuche am 26. d. Mis. vermerkt worden, Termin zum öffent- lich meistbietenden Verkanf des vorgedacbten Grund- stücks auf

den 14. e"Februar 1881, Morgens 11 Uhr,

Zimmer Nr. 27, _ damit angrseyt, in Welchem die bypotbekartscxen Gläubiger ihre Obligationen und Hypothekenbrtefe zu überreichen haben.

Braunsckjuwig, den 28. Oktober 1880. Herzogliches Amthericht ?. vou Münchhausen.

[28127] Auszug aus der öffentlickxen Ladung,

In Angelegenheiten der Spezialtbeilung und Ver- koppelung vor Wardingbausen, Amt Sulingen, Provinz HaUUOVer, steht zur Ermittelung der Be- tbeiligten und ihrer Rechte, sowie der Eigentbums- verhältnisse, Termin an auf

Montag, den 18. De ember 1880, _ Nachmittags Uhr, im Harling'jcben Gasthause zu Sulingen.

Alle unbekannten Theilnebmer, auch die aus irgcnd einem Grunde betbeiligten dritten Pexsonen, tverYen zu dem Termine unter geseßlicbem Prajudize geia en.

Sulingen, den 6. November 1880.

Die Tbeilungskommisfion: Niemeyer. Mehliß.

[28128] Außzug. .

Durch Beschluß der Strafkammer des Kaiserlichen Landgerichts zu Colmar Vom 29. Oktober 1880 ist gegen den (Gustav Carl Zimmermann, geboren am 10. März 1858 zu St, Pils, Wohn- und Ays- enthaltsort Unbekannt, dkr Verletzung der chrpfltcbt angeklagt, die Beschlagnahme dessen im Deut- schen Reick) befindlichen Vermögens bis zur Höhe von Tausend Mark verfügt Worden.

Für den richtigen Außzug: Der Landgericktssekretär Neumann. [28080] Im Namen des Königö!

In Sachen betreffend das Aufgebot der bei Ver- theilung der Kaufgelder des in nothmendiger Sub- bastation Verkauften Grundstücks Nr. 9 Pawelke e- bildetcn Tieße-Hartmann'jchen Spezialmaffe at das Königliche Amjsgerickot zu Festcnberg dnrch dcn Atdn1§richter vou Fürstenmühl dahin erkannt:

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alLe unbekannten Interessenten mit ihren An- sprüchen an die TieLe-Hartmann'sche Spezial- mas1e auszuschließen und die Kosten des Ver- fahrens aus der Spezialmaffe zu entnehmen. Von RechtSWege'n. Festenberg, den 20. Oktoker 1880. Königliches Amtsgericht.

[28079] Bekanntmachung. (Pflegschaft über die landesabWesende Auna Wagner, Näherin von Lembach.) ' Für die nach Aufen1halt unbekannte Näberm Anna Wagner von Lembach wurde nach dießgexicbtl. Beschluß vom Heutigen eine 011731013. 855911118 be- stellt und der Bauer Anton Schober von Dießen- stein als Pfleger für dieselbe in Pfiicht genommen. Am 4. November 1880. Königl. bayer. Amtögericht Grafenau. Gerhauser, Kgl. Amtsrichter. TU

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Nedacteur: R i e d e [.

Verla der Expedition (Kessel.) Bruck,: W. El Ener.

Fünf Beilagen (einschließlich Börsen-Beilaqe).

Berlin:

_ E r | e B e i l a g :! zum Deuiychen Riichs-Llnzkigxr und Königlich

M.-?ZYZZ:

“211141111, Soxmghxxih, den 13. Novcmber

PthZszistWt Stauis-Ynze ger.

Yichfamllics) ez.

Preußen; Berlin, 13. November. In der gestri- gen (8.) Stßung begann das Haus der Abgeord- neten die erste Verathung des Entwurfs eines Geseßes, betr. die Feststcüung dss Staatshaushalts- Etats 'für das Jahr vom 1. April 1881/82 und des Ent- wurfs eines Geseßes, betr. die Ergänzung der Einnahmen in diesem Etat; m Verbindung damit: die erste Verathung des Antrages 1361? Mag. Richter und Genossen auf Annahme des Entwurfs eme's Geseßes, betr. einige Abänderungen der Vor- Fck)r1ftcxi für die Veranlagung der Klassensteuer und der klasstfiz1rten Emivmmeénsteuer. Der Antrag Richter lantet:

„Das aus der Abgeordneten WoUe beschließen: Vehufs dauernder ichersteliung des 1881/82 in Ausficht genommenen Steuererlaffes dem nachfolgenden Geseßentwurfe zuzustimmen: (3921? 42m11vurf, beireffend einiae Abänderungen der Vorschriften für die eranlagung der Klaffensteucr und der klasfifizirten Einkom- mcvsicuer. Artikel 1. „Der im §. 5 des Gese es, betreffend die Aufhebung der Mahl- und Schlacbtsteuer vom 5. Mai 1873 auf _42 Miilivnen Mark festgestelite Jahresbejrag der SoUeinnahme 'der Klaffensteuer wird auf 31500000 „71; herabgeskyt.“ Artikel 11. „Die im §. 7 des Geseßes vom 1. Mai 1851/25. Mai 1873 für die erste, zweite, dritte, vierte und fünfte Stufe der klasfisxzirten Einkommensteuer vorgeschriebenen Steuersätze Von 90,108, 126, 144 und 162 „16. Werden auf 67 „M 50 «3 für die erste Stufe, 81 „44 für die zweite Stufe, 94 «74 50 45 für die dritte Stufe, 108 „14 für die vierte Stufe und 121 «FC: 50 6 für die fünfte Stufe herabgesejzt.“

_ _Der Abg. Richter legte als das Fazit der neuen Finanz- "130111170121“, daß den schon bewilligten 130 Millionen Mark Mehrsteuern' nur 14 Millionsn Sieuererlaß gegenüberständen *und den we1ter zn bewilligenden 110 MilLionen neuer Steuern gegsniiber ein Steucrerlaß von 64 Millionen versprochen werde. “Es sollten ,also 240 Millionen neu bewilligt werden, wogegen nur „78 M1Uionen Mark Erlaß v2rsprochen würden. Bei 240 Milkoncn Mark neuer Stsuern für da?: Reich kämen auf Preußen 140 Millionsn, 78 Millionen Mark sothen erlassen wcrden,_bloibe also eine neue Steuerbelastung von 62 MiÜionen. 'Es sei 161181181113 die stärkste anuti)1111g, WL1chL jemals ein Finanz-Minister diesem Hause gemacht habe. Der Finanz: Minister habe von den 130 Millionen Mark neuer Steuern, die ercitH bewiklixit seicn, in seiner EtatSrede mit keinem Worte gesprochen. Nack) diesér Rede des Finanz-Minisiers hätts em Uncingswcihter glauben miissßn, man stände [)ente noch vor der VewiUigung der nenen Steuern. Während dann ferner die' neuen Stéuerbelastungen in dem Vortrage des Ministers ganz zuriickträten, könntcn dagegen die angedeuteten Steuer: crlasse nicht breit genug achgetreten wurden. Nach den wie: derholten Versicherungen des Neich§kanzl€r8 sollte mit der Er- höhung der indirekten Steuern keine Erhöhung der Gesammt- steuerlaft eintrcten. Erst wenn diese 130 Miüionen be: wikligter SteUern zmr Entlastung verwendet wären, wiirde die Steuerlast dieselbe sein. Er (Redner) habe von vorn herein diessm Versprochen Mißtrauen entaegsn- etra en und in einem, allerdings konfiSzirten Wahl: ugb atis cs ansgefprochen, daß es sich, von etlichen winzigen Erlasscn abgesehen, um nichts Anderes als die Vc- willigung von 200 Millionen Mark neuer Steuern handle. “Diese Prophezeiungen seien nicht nnr in ErfiiUnng gegangsn, sie seien sogar thatsächiick) übkrtroffen worden, da nicht 200, sondern 240 MiÜionen mixer Steuern bswilligk wsrden sollten. Zuzugcbcn sei aUcrdingE, daß die 1879 verlangten Steuern nicht aUe bewiüigt seien; dagegen sei aber ami) der Roggen: 3011 verdoppslt und der EisenzoÜ erhöht. Die Versprechungen, welche die Regierung friihcr gkgeben hält?, sol1ten nicht er- füllt - achnsalls mit 20 pCt. abgelöst werden -, sondern auf neue Verpflichtungen übertragen werdcn. Wenn der Finanz=Minifter gesagt habe, daß alle deutschen Finanz=Minister in Coburg darüber einig gswescn wären, so finde er durchans darin nichts riihmemdes, imVerlangen von neuen Steuern skiétl die deutschen Finanz=Minister immer einig gewesen. Wie komme man iiberhaupt dazu, den Minister von den feierlich übernommenen Verbindlichkeiten zu Steuererlaffcn loszu- sprechen? Denn wenn seine Partei auch die neuen Steuern nicht bewiÜigt habe, auf die an die Bewilligung gekniipften Verbindlichkeiten habe auch fie ein Recht Und ihre Wähler be- zahlten sie mit. Noch sei nicht erwiesen, daß aus dem Ertragc der nsuen Steuern nicht mehr als 14 Millionen erlassen mer- den könnten. Der Minister rühme ja auch die erfreuliche Finanz- lage im Vergleich mit dem Vorjahr und aÜcrdingS schließe der Etat nm 21 MilTiQULU besser ab, von denen 7 zur Vsr- minderung des Defizits, 14 Millionen für Stcuererlaffe be- stimmt seisn. Aber gcbessert sei die Finanzlage doch nur durch das vom Volk aufgebrachte Mehr an Steuern; der Haushalt des Finanz-Ministers habe sich gebeffért, nicht dEr des Volks. Jene 21 MilLionen setzten sich zusammen aus 14, die das Reich mehr an Preußen überlassen könne, weil der Ertrag der neuen Steuern im Reich in den nächsten Jahren entsprechend höher sein werde: 10 Millionen sollten direkt aus diesem Mehrer- trag überwiesen nnd um 4 Millionen dic Matrikularbeiträge ver- mindert werden. Dazu kämen 2 Millionen mehr neue Steuern wesentlich in Folge der erhöhten Gerichtskosten. Es seien also 16 Millionen Mehrbelastung. Dann seien die Einnahmen des Staatsschaßes um 2 MiUionen größer, denn dEr Finanz=Mi= msier realisire mehr StaatSaktivkapiral zum Besten des [an- fepden Etats, mache 18 MiÜionen. Dazu die Erhöhung der _Emnahme aus den Bergwerken, weil die frierende Menschheit m Folge der Koalition und der gcstcigerten Kohlenpreise nach dem leisten hartxxn Winter mehr bezahlen müsse; alles das sei sehr viel erfreultcher fi'er den Finanz=Minisicr, als für den Volkshauskxalt. Daher sei die Wirkun der neuen Steuern noch gar'mcht abgeschlossen. Er [abe te von Anfang an auf 130 Millionen geschäßt, per lauf2ende Etat des Reichs ver- anschlage ste auf 70 Mtliionen, in dem neuen Neichshaus: halt, den die Zeitungen veröffentlichten, steige dicse Ziffer auf 90 Millionen. hm scheine, daß, wenn “ß die vor den Steuerge ssen eingeführten Vorräthe au gezehrt seien, der Ertrag die Ziffer von 180 Millionen noch überschreiten werde. Es „fehle an jedem Maßstab dafür, ob die neuen Reichssteucrn mcht noch 20 oder 40Mi11ionen mehr

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mnbrmgen wiirdkn, als sie nach dem neuen Reichsstat ein: txagexx solltcn. Wey one sagen, wie viel die Tabaksteuer 8111011119911 werde, die zur Zeit weniger einbringe als vor der Erhohung, da nicht 1/10 des normalen Verbrauchs importirt mßrde, so groß scien die vorhandenen für dies Jahr noch aus: rmchsnden Vorräthe. Und da spreche man schon wieder von neuen SteUern! Die Gestalt eines HanthaltS hänge nicht 111060011 deri Steuern, sondern noch viel mehr von den ail- gememcn „Wallyschaftsverbältniffen ab. Die jeßigen seicn nicht riormal, 1118 Krtsrs von 1873 seinochnicht überwunden, und dEr Etat Preußxns und des Reichs, beide auf indirekte Steuern basirt, dereanrtrage sxhwankende seien, würden dadurch affizirt, dsr pr611ß1sch8 noch meesondere durch die Schwankungen in dem Ertrag? der Staatsindnstrie, der Staatseisenbahnen, Berg- und Huticnwerke. ' Wie „wolle man vor der Rückkehr 31: 1101:- nzalen Wirthschgftltchcn Verhältnissen ein sichsres Urtheil Über 11143 Gestalt des nachstsn Etats haben und es rechtfertigen, mit neuen Steuernkzn komme,:i, anstatt abzuwarten, wie die Dinge sick) ge- stylietcn ? Ex lzabe immer die Meinung vertreten, daß überhaupt dt€1e§t beerigten'130 000 000 „14 nsucr Steuern nicht noth- wening gewesen seum, sondern daß man bei sparsamer Ver- wa1tung uni? angemessener Reform der Zucker: und Brannt- wemstzxucr ["?le besseren Zeiten auskommen könne. Wenn de_r Fmanz-anrster derart an eine Besserung der Verhält- n1sse glaube, nne derselbe es ausspreche, so habs derselbe um sq, 1ne_l)r Grund, erst die befféren Finanzen aus diesem Ver- hqltmß abzywarten. Er (Redner) glaube auch, daß in der w1rthschaftlzchen Wellenbewegung wieder einmal bessere Zeiten kommxn witrdetx. Es sei keine Wirthschaftspolitik fo sci;lccht, TMZ 19186 mxf dre Dager vorhindern zu können. Der Finanz- M1xtist€r sei 0er Answht, daß gerade die neue Wirthschafts- p011t1nk 1)th Ne1ch§kanzlers in sich dis Zauberkrast trage, die Verhaltmsse zu bessern; aber wenn derselbe dies glaube, so sollte _ersrstrecht abwarten. Er(Red11er) sei indes; der Meinung, daß die Situation nicht so giinstig sei wie im vorigen Jahre, imd daß dre Wirtlsclmepolitik des Reichskanzlers die Rückkehr in 1101118119 „Bewäitnisse sehr erschwere. Preußen befinds sick) znr ZW 111 einer äl)1ilichen Lage, wie zur Zeit der Land: rgthskmmner und auch damals habe sich die Situation mit einem Schlagc geändcrt Und dis Konservativen seien wiedLr in d1e'Vcrsénk1mg verschwunden. Nucl) joßt scheine ihm die Re- aktion auf ihren Höhepunkt gekommen zu sein, denn es sei eme alts Erfahrung, daß dies aÜemal der Fall sei, wenn die Konservatwen daran däck)t2n,die Prügelstrafe wieder einznfiihren. Redner cr1lärte alsdann, daß er ein Gegner der Camphauscn: schen VOUÜk gewesmx, während “»Le Konservativen dieselbe stets nntßrsiüßt hättßn. Als aber die Sonne der Camp: hause11sch€n Aera sick) geneigt habe, da habe die Rechte densclben vcrlaffcn, wie diese Partei LS bsi Miniftewerändernngsn gc: Wöhriltck) zu thun pftcge. Wie solle man einer Wirthschafts: pol1t1kVertrauen schenksn können, die 130 MiÜionen 118112 indirekte Steuern „11971611th erhalten habe, um sodann statt der gleichen Entlastung nur eine Maximalsumme von 14 Millionen zur Entlastung herzugeben! Und nun komme man gar noch mit einer neuen Forderung von 110 Millionen und spreche dann noch von einer Besserung des StaatShguShaUE-Ekats! Unmöglick) kötme man doch disse 14 Milllonen als Köder für die Bswiüigung neuer Steuern VLNULUÖLU wol1en. Eine solckze Tendcnz falTe offenbar, wemn nicht rechtlich, doch moralisch unter die Bestimmungen 1305 11011611 Wuchergcsctzes, wonach es strafbar, wcnn man für ganz kleine Leistunch ganz cxorbitante Gkgenlcisttmgen for- dere. ZUdeß konstatire er ausdrücklich, daß dsr Finanz- Ministcr selbst diesen Steuererlas; lediglich mit dem Bsrord: nungsgesch gerechtfertigt habe. Der Antrag der Fortschritts- partci, den Steuererlaß geseßiick) zu fixircn, habe den gewiß loyalen Grund, dkm Finanz-Minister in der von demsclbsn ver- i)€i[;cnc11 Vorsicht und Sparsamkeit eine äußere Stütze zu bieten. Er (Redner) sei in 'der [TMM Zeit in dcroffiziösenPreffe so heftig angegriffen worden, weil er den Antrag, betreffend die Festaniegm'g des 14Mi11:011en-Stcusreriaffes eingebracht habe. Man habe ihm vorgeworfen nach Popularität zu haschcn. Wer selbst hinter dem Strauch gesteckt habs, traue Andern ähnlich??) zu. Es sei doch eine ganz natürliche Suche', das;, wie die Mehrbelastung dauernd auf- gclsgt werde, man auch dieEntlaftung dauernd machen müsse. Wenn cr einen Stcncrsrlas; nur für ein einzel-Ks Jahr vor- schlage, so müßten doch die Verhältniss dieses Jahres danach anthan sein; schläge man denselben dauernd vor, so könnten mich die Verhältnisse andere sein. Das Verwendungéögescß habe nur einen snbsidiären Charakter gehabt, es habe nicht definitiv die Verwendung des Stcuererlasses regeln sollen. Die Ußbcrwcisung der Grund: und Gcbäudssteuer cm die Kom: munen Würde mit 08111 VcrwendnngSgeseß nicht in Wider: spruch stehen, eben so wenig sein Antrag. Der Steuererlaß, der hier vorgeschlagen werde, siche al1erding§ sehr stark im Wideispruch mit Allem, was die Konservativen und die Mi: nister bisher als ihre Finanzpolitik gekennzeicht hätten., wie es stiirker nicht gcdacbt werden könne. (Redner wie?: diese Be: hauptung durch Verlesung verschiedkner Reden der Abgg. von Minnigcrode, von Kardorff 11.21. nach.) Man sehe auch, fuhr Redner fort, im Lande danidexspruck) wachsen. Kein Wun- der, daß man aus der Affaire nun herauskommen wolle. In der That habe die Regierung ihre Finanzpolitik auf Antrieb des Reichskanzlers, der scharfblickend die derzeitige mißlichs Lage der Regierung erkannt habe, aus taktischen Griinden geändert, nm mit dcm Stcuererlaß einen Druck auf die öffentliche Mcinun zu üben. Diesen Druck mm noch etwas zu vermehren, lJosi dcr chck eben des fortschrittlichen Antrages, dessen Bedeutung fiir den Landtag die sei, daß der- selbe znr nothwendigcn Sparsamkeit anleite. Außerdem habe die “**cststelLung eines solchen Finan planes mit dem Steuer: erlasxzck die bedeutsame Tragweite, da , indem derselbe von der Vorachstßung dcr gleichbleibenden Matrikularbciträgc (m?:- gebc, im Militär:Etat Ersparnisse in Höhe der Summe gc- macht wcrden müßten, welche die Ausführung der Militär: noche erfordere, denn unmöglich könne man hinterher mit der Meldung kommen, die Matrikukarbeiträge hätten sich gerade um jene 14 Millionen Steuererlaß erhöht. Schließlich liege die Frage so, daß man die Lage des Steuer:

zghiers in Betracht ziehen müfks, Man müsse das Geld lieber „dem Steuerzahler, (103 dem Finanz-Minisier lassen; es freue 11311, daß man endlich den armen Mann, den früher „sogenannten armen Mann“, als exiftirsnd zu betrachten an- fange, denn der arme Mann leide am meisten unter den hohen S_teuexn.' Der Steuererlaß desselben gehe verloren durch Ankauf einer einzigen Flasche Petroleum, auch die übrigen Lebensbedürf- mff'eofur d1e mederen Stände seien durch die neue Wirthschafts= pol1t1k k_010ffal vertlzeuert. Der Roggen stehe höher als je. Jm 00r1gen ahre hahe der Minister aus der vergrößsrten Eieremfuhr emen xrhöhten Wohlstand [)erausgerechnet, ohne zu bedxnken, daß dte Emfubr ]“th nur anders kontrolirt werde als fruher, an su?) gber Yieselbe geblisben sei, Es sei darum skhr klug vom'Mimster, ]cßt gar keine Zahlen mehr zu bringen. 2er Pthezetungen, welche im vorigen Jahre mSgen der Hebung des VolkSrrzohlstandes und dsr Industrie von der Re- gierung gemacht seien, seien Unkrfüüt geblieben. In den JydustriszLtgcn, die vom neuen Zvi] begünstigt würden, sexkn die Verhältxnffe in keiner Weise gebessert; vieimehr set, das Gegentheck der Fall. Und der Landwirthsöhast brmge dxr Roggenzoll, wie man das dort auch einzusehen an- fange, mcht den erhofften Segen, Den Steuereriaß, welchen Jr tvn sktnem Antrags geseßlick) geregelt wissen w011e, halte er gbrtgens aiich an sick) und technisch für richtig, da dadurch eme berechttgte organische Verbesseruwa in dem KlassensWuer- system erzielt werde“. auch sei der Betrag des EllaffLZ so gering, daß es sLck) kaum der Mühe verlohne, bei den synswg'en roßen (»Zitat-Kahlen davon zu redsn. Bedauer- _1tc1) sLT, da' aus chm Steuerreformplan die Gewerbsstcuer mzmer mehx mz_rschxvmde. Bezüglich der Realsteuerentlastung dj_lrfe dabei dre 1eit 1880 eingetrctene Erhöhung der Ge- bäudesteuer berücksichtigt werden. Die Entlastung der Kom- munsn müsse nur nach dem Maße ihrer direkten Besicucrung erfolgen. Er müsse dqs allgemeins System tadeln, daes jeßt befolgt werde, ach em solches, wclches das Passivum des Staates und die Anforderungen an dcnselbsn fortdaULrnd vexmehre uni) großen Unmutk) in der Bevölkerung Mhäufe. DW VerstaatlichUng der Eisenbahnen Habe die von ihm vor- thgesagten Yehelstände hervorgebracht; der Lokalwerkehr sei msisaxk) g§schad1gk Auck) sei e?» auffäUig, daß die vielfachen Unglitcké-Yails neuxsier Zeix vorzugsweise auf die Stams- hahnen Helen. Die; Unzufmedenhsit der Eissnbahnbéamten sei. 1111 . Steigen bxgriffen, wie das die vielen bezüglichcn Petittqnen [)LWLLsLU. Diese Unzufriedénhsit sei um so erklärltcher, als die den Beamtkn gemachten Ver- syrechuiigen, durchaus unerfÜUt geblieben seien. Was die__ fmgnzwüe _Seite der Verstaatlichung betreffe, so meme dre „Uebersicht _dcr Einnahmen und Ausxzaben für 1879/80 fre111ch 6 Millionen Ueberschuß auf, darunter seien aber 4800 000 57-6 Ueberschüffe der verstaatlichtev Bahnen aus der Zeit, wo dteselben noch unter Privatdirektion gestanden hätten. Die Staat-Zeiienbalmen hätten Überhanpt nur einen Uebersckxuß von 268 000 (74 geliefsrt. Dem gegeniiber stehe eme Er1parniß an dem Erneuerungsfond von 2 370 000 (46, also der ' zehnfache Betrag. In dem Etat für das nächste Jahr we1se der Etat der Eisenbahnvermaltung einen Ueber- schnß von 16 MiÜionen auf, dem ge enüber ständen aber 121/2 MilLionen Mehrausgaben an Zin en, WL[chL aÜerdings nicht im Eissnbahn-Etat, aber auf dem Etat der Staats: sch111dcn ständen, weil die Aktisn und Prioritäten der vsrstaat- [ichtsn Bahnen in Konsols konvertirt ssiM. EH 516156 mithin nur ein Ucbcrschuß von 31/3 MiUionen und dissen gogeniiber stehe eine MinderaUSgabe für dyn Erneucrungsfond von 8 Miilionen. Beachte man wohl, was das [)Liße. Es bedeute: in diesem Jahre koste der Verschleiß des Matsrials durch dern Betrieb 8 Miilionen mehr, als dex Eisenbahnetat für die Er- neuerungen ÜUÖJLWOL'fLU habe. Jm vorigen Jahre habe man geglaubt, die finanziellen Bedenksn, die das mit sich bringe, könne man durch einen Garantiefonds erledigsn. Das; diese Hoffnung citcl gewesen sei, sehe man in dissem Jahr?. Nun müßte doch auch mit dsm Geseßc der Garauticfonds in Kraft treten, es hittderc ja nichts daran, beide zusammen zu machen. Die Regierung worde sick) aber wohl hiitén, dcnn wenn sie etwa das Gold für SWM: erlaffc in den Garantiefonds himxinlege, so bringe sie sämmtliche Steuerzahler gegen die Varsiaatlickymg aws. Biffer wäre es, wenn man dcr Verstaatlichung eine feste Grenze scyte. Es gebe ja noch großcPrivatbahnen, die Beumruhigung dauere dahsr fort. Man sehe ja wie auf der Börse die Ver- siaatiicbungßgerüchte entstünden. Das wirke lähmend (mf das ganze Eisenbahmvesen, weil Ls von Neuanlagsn und Verldeffe: rungen, die nicht gleich sic!) verwertheien, abhalte, Die Zwi- schenstufen zwischen Chaussee und Eisenbahn, Pferdebahn, Dampfdroschken, Sekundärbahnen, könntcn sick) iiber das ganze Land ausbreiten, wenn die Privatunternchmungcn mehr Ruhe hätten. Die ganzeWirthsckmfispolitik schädigc 1708 Land mcht blos durch die Maßregel an ml), sie schädige es nach seiner Auffassung in noch viel höhcrem Maße dadurch, daß fortwährend neue Projekte auftauchten, in der Schwebe blieben und Unsicherheit in aÜe Vcrhältnisse brächten. Wie schwebe die Industrie durch die Rede des Finanz-Ministcrs in Beunruhigung, durch das Projekt der Verdoppelung der Vraustcuer, die unangebracht sei, weil die Brausicusr im Reich§hau§halfc statt einer Er- höhung eine Verminderung zeige. Und nun erst die Tabaks- stcuer? Die Tabaksindnstric sci jahrelang hin und her ge: zogen von einem Projekt um andern, endlich habe man einc Steuererhöhung beschlo en in dem guten GlauY-cn, ' d'aß dic Regierun 1111112111101“ geben werde, und kaum sLth einige. Monate ins and gegangen, so komme man schon wieder nnr neuen Projekten. Es handele sick) dabei nicht um den Tabaks: bau, sondern um eine lebendige Jndtzstxie, welche dadurch fortwährend geschädigt werde; xine M111wn Mxnschexilewen von dicser Industrie, welche mcht '1v11ßte-n , ww sie sich ein:; richtensol1ten. Die Auswanderung m diesom Jalre sei so stark, wie kaum sonst und ein starkes Kontingent lieicrten die. entlassenen Arbeiter der, Tabaksindusixte. Auch die Fra e der Sürtaxe und die Fre1hafenfrage seien für die Bevölerung beunruhigende Momeute, überhaupt fehle im Lande das Ver- trauen, weil das ewige Vrojxktmachen “ger Regierun? nicht auf“.)öre und :va die Rechte dieses Hauses wirklich onjera