1880 / 269 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 15 Nov 1880 18:00:01 GMT) scan diff

Das ist ia "tbr Recht, Und dagegen rrerde icb nickt das Eeringfie saaen, aber ich muß doch bemerken, daß man, wenn ich an dieser St:i]e die Verantwortung für den Etat zu übernehmen habe __und, meine Hcrrcn, diese Verantwortung ist _cine recht stbwcre imd ernrtx_ man dann auch vorausseyen darf, daß ich den (Fiat in alien seinen Einzrlbciten denau kenne und daß, wenn ich die Zablcn so formulire und so rekapitulire, wie das gescheben isi, ich dann disse nicht bloß in ihrem Inhalt uiid ihrer Gsacnieitigkeir rack) meiner und der Re- gierung Aufmffung richtig forrriulire, sondern daß mir aiich nicht unteriielit wrrrcrr darf, das; ich ihrer; Werth iiberhaupt nicbt kcnne. Einrr Justrrrkiidn, wo und wie ich mich darübcr zu informirrn babe, bedarf ici) niert.

Jcb rerlaffe dies skb!" wenig angenehme Thema und troilte blos rob dic Brriierkung Hinzufügen, daß, wcnn der Hr. Abri. Rickert im Lauft seiner langen r-nd inbalircicben Rede wieder- holi darauf birgswiesen hat, daß die Arrfstrliung des Etats gewiffer- maßen ein: rrin kalkulatoriscbe sei; daß fie »;ewiffrrmasxrr cine soickZe sei, wie sie jeder Fabikbrsißer für sein Fabrikeiaiiiffemerrt aus- iieiic-r köun19,5ch doch darauf aufmerksam macberr möchte, das; ich die Pfiirirr gebabr habe, den Etat im Wesentiickyen so (idzuricbien, da;“; er uri! deri bishcrigcn Etats, die von dem bobsn „Haus? stets air: riörtig urid said,]emäß anerkannt wordrn sind, in Urbereinstim- mung biribr. Was würden Sie assagt haben, wenn ich drn Eiat ganz mnchorfm härte und mit ganz neuen Pririidien vor das Haus getreten wäre. Wenn ich dir Ordnrm., die Sie bisber fiir nötbig und richtig gebnitcn baberr, rrmgrsioßcn häiie, würdrn Sze “Dann riirbt grsagt haben, „wo bleibt die altpreußisckye Finanzpoli- tik?“ Wrnii man ein Rcsumé aus allem drnjrriich ziebr, was die beidrn Herren chner dirscr Seite des Hanses (Links) im Beziebung au? die augénblickli-Öe Lage aus- gesprocbcn babcri, so kann man daraus um: der: Eindruck gewinnen, das; nicht alicin die Grirbäfte dcs Staais, sondrrrr aucb die ganze Lagr drs Vrrkeixrs, aiier industriellen Verhäirrriffsrr, aUer Erii- wicilrmg drr Firrarrzcn und des Landes in einem rapiden Rückgarrgx, auf einer fchieien (Ebene im HerabroÜcn bsgriffen sei. Diese Ani- faiiurrs; ist vielleicht nicht gerade mit diesen Wortcn ausgesprocch worden; (1er ich kann aus alledem, was mir hier von bcidcri Herren Redrrcrn (resagi worden ist, und Namenilikh aus der [rbbasieir Apo- stropbk, die der Hr. Abg. Rickert am SÖluß seincr ere an rzns gcrichiei hat einen anderen Schluß nirbi zirbcn als drrr: wir seien auf eincm gefährlichen Irrwege begrifferi, der das Vaierimrd in Gefahr rringrn körine. _ Man ruft mir zu: „Scid vorsirbiia, kcbri zuriick, denn die Lage drr Vcrbältr:iffe isi eine idiÖI, das; sie nach (19211 Sritrn bin im Höchsten Grade zUr Vorfirbt mahrii; ihr ssid an drm jeyigen Zustande drs Landes scbrrid.“

Meine Herren, im Liiigemeincn ba! man also Zweifri darin gkieizi, ob die Bcffcrung dcr erksbrsverhäitnifir,dichffc-rung dcrgriammien Lage drs Staates eine sdi-Öe sei, die die Barnerkung der Tbrorirede und dir. Bemerkung, die ich in dcr Ctatsrede gexxraciyt babr, daß sicb eiiie Wsrrdrmg zum Besseren erkcnnbar mache, eine richtige sei. Ick) mörbte dabei aber doch konsiatiren, das; der „Hr. Abg. Riibter gestrrn feii-i'i' mit Besiimmibeit anerkannt bat, daß, nachdem, wie er sich ausdrückt, dir sirbrii nmgerrnJabre nacb einer so langen und sr'chrrn Vsrkebrskrisis vorüberßegangen seien, eine Bcffcrnng eintreten müsst, dai? dics ganz natürlich sei und daß, wie er birizvgcfiigt bat, dicse Brssxrimg kommsrr müsse rroiz der jcizigen Regixrung, irdiz drs jrixzi- grn Wirri)schaftssystcms. Ich kann nur konsiaiircn, dzß das, was in diescr Rikbiang von mir und von dieser (der rrckyicn) Saite des Hau- i'cs ans,",e'idrocbrn wvrden ist, die Ueberzcuguna drr Staatsregierrirrg isi, UÜMYÖO daß in der That einc Wendung zam Briicren bemerkbar ist. Das; rraib eincr so anßrrordcnilicb schweren Krisis, wie wir sie durcbaemarbt haben, die sieben Jahre lang angehalten, die alle Kriifte des Sraais und der Einwvbncr angespanut bat, nicbt obne Wri- terrs die Brfferung in reicher Blütha, und sogleich nacb alien Seitsi'. hin mit vollen Frü-Frten eintreten könne, darin 111?de ich sogar mit dem Hrn. Abri. Richter gewiß einrr Mei- nung scin; aber die Besserung ist da, und Wenn hier Artikel vorße- lrscn Words:: smd, daß die aus einzelxicn Theiicn odrr (Gkgenden dcs Staats b-iwcisen sollen, das; in einzclncn Branchen birr und da eine Besierung dcr Verhäiiniffe jetzt nicht bemerkbar sei, so muß ich darauf aufmerksam machen, daß bei drm großen Umfarmc res Landes, bei der migebsuren Verschiedenbeir der industriellen Vrrbäliniffe rind Verkehrsb-czichungcn in denselben, bei den urigewöbniici) verscbicdcnen EiiikVilkUNJLii, die (106 Verhältnisse auf den Vrrkebr und die In- Ürsrrie baixcn Und haben müssen, sclbst bci dcr örtliäxeir mid geogra- Pbisäbrrr Lux.: dcr Verschiedenen Regirrnrrßsbezirke es Mi)! möglich sein kam:, das; bic-r und da Schurmikungcn cintreicn, die sicb im Larifc des errcs arxsßicirhcn, bier und da aber auch ir; iwbrrrrGrade Schn*irrigi'_sii;n für die industrieiirn Eiabiiffernents urid iiidUiiric-[ien Vrrbäiirxiiic [):rborrufen kiinnerr. Libri: (1le der arideren Ssiie i_yäiir _ marx uns dock) aucb diejrnigcrr Miiibeilungrn vorle-acn sdiicn, welcbe ein arideres iPrdgnostii'on, rvciche eiiie Bciirrrmg dcr Vcrlxäliniiie konstatiren und die das i_rr'ibö Bild, was uns Hier nach dieser Richtung verzcirbnet rrorderr ist, als cin nichr ricbiigcs crkrnncn lassen. Ich bin im Laufe diesrs JahresÜbei Gelxgrribri: der Judusirieaussteliung für die Rheinlande in Diijiel- dorf gewrscn mid babe diejenigen Herren der dortißru Regierung, Miihe «rade mir drr Bearbeitung der industrieilcn Verhältnisse be- traut smd urid die sie ihrerseits mir und der Siaaisrrgierrmg grgen- über in r*crircikn babcn, vrranlaßt, mir iibcr dicse FCQMU und Über

die Eirrwirkurig drs ieiitenJahrcs auf die dortigen Verbäitniffc einen erschöpfxndcn abcr durcbarrs unkoiocirtcn, einen rein objektiven Vor- trag zu Halten. Ich habe diesen Herren bei Anfarg dcr Sixzrmg ausdrücklich grsagt: ici) verlangte keine Schönfärbcrci, somdc'rrr ich er- fuibic sie «*r-nau und streng dirjeriiaen Erfahrungen, dirjcnigcn Be- obacbiuixszcii mir mitzrribriirn, die ibncn bei der grriarieir örtlichen Krnniiscmabrris dcr Verbältriiffe ihr Uribcil begriindet [)iirirn. Nuri, msine .H-xrrcrr, ist mir da ja r*.atürlirb a::cb dort mit- cxribcilr worden, das; hier und da Srbrr-ankungen _Und weniger frcrivdlirie Brzirbungrn in den einzelnen ir-dustrieiicn Kreiscn dieses ungebcurcn ii:dustriciicn Bczirks mit einer Bevölkerung von 13 Mil- [MLU Ms::sckrri einqrtreten seien; im Großen und (Harrzen abcr, uud zwar mit acrmuem Racknvris drr einzelnen Jndustriezwci-Zc, hat man mir dir Crilärmrg abgrgcben, das; seit 1879 eine wssrnilicbe, sehr bemerkbare Vcffcrung eingrtreten sei und das: kein Grund vorliege, dicse Visierurrg irgendwie in Zweifcl zu zicben. Ick habe nun, als mir im Oitxber dieses Jahres ein Artikel cms einem bissigen Biatte znkam, cs iit die „Tribüne“, rreléber übrrsckzriebcn war: „Aus der Heimaii) dcr Schuizzöiinerei', Veranlaffrmg genommen, jsne Herren, die mir die darnaiiacn Vorträge gehalten habcn Und deren Gwiffen- baffigkcii rind Pflicbrtrcue und Iriteiiigenz ich das ixbcbstc Lob urid die höcbsic_ AfierLUnUU-g aussprechen muß, zu eirrcm wiedcrholtcn Bericht auizufdrdcrn, in dem Dasjeriigc, was hier in sehr gchen Farben mitgrtbcilt war, entschieden demjenigen widerspraiii, was mir von ihnen damals vorgetragen war. Ich möchte das Haus nichtmit dicscm langen Artikel brläixigen, er cnibielt in der Hauptsache nur die Bebauptang, daß seit Erlaß des Zoiigeseizes in der dortigen ehe- maligen Heimat!) der Schurzzöiinerei, wie der Artikel sick) ausdrückt, sicb dic heftigste Enttäusibung und die tiefste Cntmrrtbigung über diese neUe Wikibscbaftskeform gezeigt häite. Ich muß aber doch, um narbzrrwriserr, in Welcher Art derartige: Mittheilungen in die Welthbcn, eine kurze Stslic daraus vorlesen. Es heißt da am

Sabin

Die Beläge für die Thatsachen bringen nicht etwa Liberale urid Frcihändler, man kann sie täglich aus dem Yiunde von Kon- servativen nnd Schuvzöilnern hören, _ freilich, wie wir hinzu- sriZen dürfcn, von Zewcsenen und geheilten.

.Wir sind gründlich drrpirt worden“ _ ist dcr regelmäßige Refrait) jeder solchen Bitracbtung.

Diese kurzen Züge genügen, um die Stimmung zu kcnnzerrbncn, die in Berg und Mark, dem eigentlichen Grburtsiande des Scbuyzöilnerthums, beute hrrrscbt. Wir sieben erst 'am Anfang des Rückschlags; der kom- msnde Winter Wird die biitern Erfahrun en, die bisher jcbon gemacht sind, noch bitterer gestalten, es cdars dort kciner

Agitation d=.r Gegner des Sckxußzolis mrbr- Noib und Sorgen agitiren leider mit unwiderstehlicher Wirkunn. Es smd seltsame Gedanken, die fick.» aufdrängen, Wenn man firbi, wie den Wünsckyen einiger GroßindUitrieiien zu Liebe blühende Länderstricbe in Verfali aeratben, wic Gegendrn, deren Industrien fich in jabrzkbritciangem Fleiß den Weltmarkt erobert haben, in kauxn zwei Jahren dem Run übérlicfert firid. Die rücbtigsteir Arbeiiskräfte, Leiter von Fabriken, Sdinn- und Webermeisier, werden unter günstigen Be- dingungen ins Ausland, namentlich UQÖ Riiszland, gezoger', ivo neue Fabriken in großer Anzahl entstehen, die den druiicrrn H(Mdi'l nacb Rußland auis Twckne seßen. Die Zuständc in den ber,]iscbkn und märkisck-en Distrikte Westfalens halten drr neuen Wirtbscbafts- politik einkn Spiegel entgegen, vor dsffrn Mahnung jcdcs andere Argument erblaßt.

Dcutiicber kann man fich Woblkaum artsiaffrn. Ick habe drÉiUlb dissen kurz.?" Saß vorgelesen, Wei! er der ankgriff VVT“! vieicn anderen Mittbrilungen ist, die in gieiiizer Weise durch die Prcffe gebrn. Nun liegt mir seit grsiern der Bericht hieriiber AUS Düssel- dorf dor. Diescr_ 5Bericht erkemrt an, daß in Barmen, rras ririr ami) WM in Düiicidorf bereits P'tsönlick) vorgexragen war, die JU- dustrie mis vérschi€dsrr€n Grüridcn sicb keinesivegs ir; Niinstigyr Lirge [);-finde. Cin Tbcii dirser Gründe beruht in dcr wechselndkn 5.1de2, die dort ringewirkt bai, andere Gründe wxrdcri einzrlu vorgsxrach, m der Hauptsarbe wird mir bestätigt, daß irrBarmen, was miria (112) einen) Marin, der die Verbäiiniffe genau kenni', nicht fremd srin korintc, Egk"; m BarmZn dic Jirdusirieverhäliniffe nicbt günstig 1ikg€ii. Ick Zuge gicici) norb den Ort Ronsdorf binzu, damit man nicbt glaubs, tri) Woliie in disser Brzicbung blos Barmen allein UanéU. Was nun die yon mir selbst sehr bedauerte Jnduitrieiase in Barnim für einen Einfirrf; auf jrneri großen Regierungsbezirk "betrifft, in dem fast jedkr Jrrdusiricznwig bis zur höchsten Voiikommenhrit ansgrbildet isi, irr wririicrrr cin? Uitgebrucre Bevölkerung fast nur yon dsr Jridusirie lebt, in drm Eisrn urid Kohlen der Haudiiräger des Vrrkebrs sind, in dem (1112 mögiicbkn awderen IndustriezWei-ge VM der bö-Ibsien Bedeu- tung Frib in aroßariigcm Maßstabe bewkgen, sr) großartig, das; Wenn man die Uvsstrlixr: ist dieses Landes sah, man glauben konnre, man befinde sich in cinrr Weltausstellunxi _ was hat mm jrne Thaisacbr wobl fiir circa Eirrfius; auf diesen ganzen von ]Z Miiiimren Mcnscbxr] bewobrrteri Brzirk gehabt? Die RegierUnZ zeigt an, daß eriicns ,cmmai es richtig sei, drß sich in Rußland ?*iabrikén gebildet haben, die drr Barmer Industrie Korr- kurrenz warben und daß Werkmeister und Arbeiter dorthin vcrzdzwrr siiid, abcr, meine Herren, nicbt iiach Erlaß des 3011- tariss, sondem vor dem Zoiltarif Und darauf kommt es docb an. Die Regiernng erkermr fernrr mit Zrosirr Vestiumriheit an _ und ich mus; mir erlauben, ein paar Eixiien zr: vrrirsen _, daß die Vrrbältmiffe keiiieswc-gs sr) [ic- géir, wie "ryan fix darzustclien beliebt. Was von dem Regirrrmgs- bezirk Driiselddrs gilt, wird in mehr oder minderem Maße von an- drren Tberlen dcs Yaterlandes Zeiten können Und icb babe kill? grdsie Frrude daran, das; [ck hieriiber Günstiges miribeileb kxnrr; ick fiir mrmc Pcrisn würde es tirf bedauern, wcnn iii) erklärcrr miißie, daß die vorlisgxndrn Verbäitniffe so schlimm wärerr, wic Uran sie uns dermrrtbcn lassen möchte.

Alis, maine Hsrren, die Uebxrsicdciung rackrRußland ba! ebiriso wir dir“ abniirb-s Lines Theiles der rbeinischen Stahlwerke voii Msi- drricb _riqch Wars»!)au vor Einfübrrmg des Zolltarifs stattgkfririden. Dérnriarbir wird gesagt:

Yic'Kleirrcisexiindusirie mit ibren Mitirlpunkien Remscheid u::d Srirngm bItte jahrelang uriier der in alien Absatziändern bcrrscbcrrderr Kriirs gelitten, fiir sie irat ein Aufichwrmg Erst im Voriges Winter Lin troiz der (Einführung der Eiscnzöiie, und disse: Anis-„bwurrg hat, wenn auch im vermindrrter'. Maße, bis berii? an- gebaitxn.„ Vergleicht man die jetzige Lade dicser Industrie mit der vor Einfuhrung der Etsenzöiic, 10 ist eine erhebiiche Besierimg gar iiicht zrr bestreiten.

_ Daß dix Großeisenindusirie, zu dereri Gunsten Wesentlich die Eiscrrzöiie Wiederhergesiellt „Wurden, gleichfalls erheblich qusiigcr situirt ist wie vor Jahresfrist, kehren die gestiezrenen Eisenpreise, dix vcrrriehrte Zahl der im Betrich befrrrdlichen Hochöfen mid der bcickxäittgtrn Arbriicr, sowir die Errichtuna Vsrsckziedcner neuer Waizwérke, z._B. wird _ dle Hütie Vuicx-n in Hvibfcid-Dxrisbnrg cht wieder in Bcirieb gesexii. Auch die Sieinkobieiibergirerke habrn rsrmebrte Arbsiierzabl und bessere Preise.

Darm wird außerdem gesagt:

Zirbr man nun objektiv eine Paraiieie zwifcbrn drr dxm Stand der einzelnen Industriezwäge im den bergischen Kreisen, odrr in unserem ,g-sammtrn Bezirke im Sommer 1879 Und im Hrrbstr 1880, so iii fast in alien Jndrrsirirzwcigcn (“irre Wescriiiicbs Bcffsrmxg zu konsiaiircn.

Meirze .Herrrn! Dieser Bericht ist daiirt Vom 31. Oktober. Ick gisube alis, dss; [ck nach diesen und den sonstigen Berirbten wohl im Rckbir gewesrn bid, die so vici aiichockyiéne Bemerkung zu machen, daß sich „cine Wendrrrrg ziim Besserer: _ ich glaube, man kann fick,) nirbt vor- iichiizer ausdrurksu _ erkrrmi'crr gemacht habe. Wear: das dsr Fail iii, so muß das ganz nairirlirb auch auf die Finanzverwaitrmg, auf di'n G,!irrig dcr gesammten FiUÜUZS11 feine Einwirkung baberr, dcrm das Cirre zieht seine Kraft und stine Wurzeln aus dem Anderen, und Mir rst uicht dankbar, das; ein in séinem Verkehr brruntcr- riebcndrs Land, «in in sich nicht mehr lebCiiskräftiges Laird, blTibcnde Fiiiarizrn haben könre.

Rim „ist Von keiner Sriie mir ein Grund angsgebrn ivordxn, warum diese Besserung nicbt Vorhanden sein könne. Sie ist vor- bÜUDLU UÜd ich umi; anch bemerken, das; sie sick) im Etat widc'r- spiegeii. Cs iir ja von vielen Seiten cht ausgesprochen wwrdrn, daf; rmx Brsirrung der Etatsrerbältniffc cigerrjlicb gar nicht da sei; es a'ewrrmt fast den Anschein, als wären sämmtliche Einrabme- positwnrrr, die ich gebrarbr habe, eben so virie Defizits Ulid ais müßte rizrentlicb dcr Etat einen furchtbaren Schiund von Ausfäiien der Nation gegenüber darsteiien.

Nun aber möcbie icb doch bcmerken, das: zcrhlcnmäszig und naeh drr Lch der einzelnen Etats und in ihrem inircren Zniamrriérrbange doch immerhin eirre91iebreinnabrne (zerren dus Ordinarium des vorigen Jahres von 120 MiliiMcn narbgcwiesen ist. Diese 120 Mil- lionen sind nachgewiesen, und wenn man mir sagt, das; diese 120Mil- lionrn eigentlich da seien, so sage iii), das ist eine Auffassungswcise, die ici) nicht_ verstehe und der ich nicht zu folgen vrrmaq. Ick karin dcn Etat mcht nacb politischen Sympathien oder Antipathien, ion- dern m_:r nacb deannterlagen aufstelien, mclcbemitder größten Sorg- falt, mrt der größten Pfliibttreue, mit der größten Gewisirnbaftigkcit von aiien drwxsrrigen ausgearbeitct werden, die sowohl im inanz-Ministc- riuiii als in den einzelnen Ressorts der Staatsverwa tung daran be- ibcrlrgt waren. Diese Grundlage fiihrt zu dem Resultat, welches rgb die Ehre grbabt habe im Etat niederzulegen und diese Mehr- ernnabmr'beweisi, daß eine Beffcrung eingeireten ist, und diese Bes- sernng mssen Sie bestreiten, Sie werden aber Niemand davon über- zeugen, daf; sie nicht vorhanden sei.

Es ist nebeybei gesagt worden, man könne ja Einnabmrn schaffen, wenn man axwiiie Kapitalien durcb Versilbrrung zu Geide mache. Der Abg. Richter hat das gestern angedeutet, ich werde über diefe Fragc'iwder Budgetkomxnission die nötbige Auskunft geben lassen uiid bin in der Lage, dieie Bemerkung als unrichtig bezeiébnen zu kdrinen; es hat keine Verstiberung stattgefunden, als dem gewöhnli- cben Laufe der Verwaltung, und die Aktivkapitalien ergeben eine Vermrbrung vo'n 34 000 «M an Zinsen jährlich, woraus vervorsebt, das; eine Vermmderung des Kapitals uicht eingetrctcn sein kann.

Wrrm gestern der Hr. Abg. Richter die Zahlen, die ihm gerade am, mcmen am Herzen lagen, so gruppirt hat, daß 110 und 130 Millionen 240 Millionen an neuen Steuern ergeben, so mag er mir vcrzriben, wenn ich diese Gruppirung als eine unrichiige bezeichnen muß, drnn er hat die 240 Millionen gcgenübcrgesiclit dem Steuer- crlaß von 14 Miiiionen. Wenn er richtig rccbnen woiite, mußte er ein? andere Rccbnimg aufstellen, er mußte sagen, bei der Zoliorgani- sation im Reiche ist festgestellt worden, daß das Reich ein Minimum von 130 Millionen Mark für seine Verwaltung haben sokle urid daß

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erst das, was über dies: 130 Millionen hinausgeht, an die Einzel- staaten nach ihren Anibeilxrcrbten vertbeilt werden soll. Er mußte _ sieb aiso fragen: welckoe Summe ira! Preuren erhalten, dai; diese 14 MiÜionen Steuererlaß aegenübergcstelit werden könnerr? Preußrn bat, wie Sie aus dcm (Fiat sehen werden, die Summe wir etwas iiber 34 Millionen eingéfteiii, und dieser Summe gegrrrübcr biidxrr die 14 Miiiionen, dic ick) Jima ziim Erlaß in Vor- icblag Zcbraäpt babe, eincn schr erheblirb-Jn Prownisay. Es bleiben davon 14 allerdings, wean Sie wolierr, noch 20 Miilirrien übrig, die nich zu Steuercriaffen Verwend-Zt werden. Abrr Was wird'dena kamu Nemackyt? VcrsÉT-winden diese 20 MiiiMir-n dcnn ganz und gar? Nein, sie rvcrdcn im Interesse des Landrs, im dringeßden Jr".- ixerrsie des Landes verwrnret, also auch fis kommsn drri Sieurriahlrrn indirekt zusut, Vor alien Dingen abrr smd jene 14 MiÜionen ein sehr brdcutrnder Brnchibeil der 34Miiii011cn, die wir nicht aus Fr? 130 Mriiionen des Rcichs, sondern über dirse hiriaus brkommen arri.

_Hr. Riciiier bat Writer darauf bi-gewiesen, da?; die Bevölkerung _ ici) maß annrbmert, die Bevölkerung vor: Prcußeri, vielleicht hat er ab:r auch die Bevöikerung von ganz Dcuisrbland «Lmeint, ern Recht _ ein bestimmtes Recht darauf babe, die 130 Miliionrn, weiche rm Vorigen Jahre durch die Zollgeseixrxebung bewilligt worden sind, ganz Ulid gar zu Steuerkrinffen vrrwcridct zu skben. Es ist"!)orbm schon nakOJewicsen wordrn, daß davon gar ksine Rede sern konne. Wovor] folien dcnn übcrhaupt die Striaien bestehrn,

wenn aiie Steuererträge zu Stéuercrlaffen vrrMndct Werden soiicn.,

Wrnn jene Bemerkung (1er auf Preußen Vezrtg babrn srllie, so hat der Hr. Abg. Rickerr schon mLt vollem Rschi? griagi, dai? das Budget ar". drrekien Sieuern im ganzen die Summe von 163 Miliiknen auf- fielit; wenn tcbddn diesc-n die 130 Millionen des Hrn. Richter (rb- zrehe. ,dqrm bietbfk dic Kleinigkeit fiir den preußiiäri-n Siaat ron 33 Millionen übrig; von diesem Rest soiien aiie die Bedürfnisse er- friiir werdeii, die der Sxaat und die Bevölkerung mit chiot in An- spruch nehmen „kann." Hr. Rchtcr bat außrrdrm diz Behauptung crufgrsteiii, rs sxirn frrtber Verfprechungeri gemailt worden. Ich be- ziehe mrch in dieser Beziehung auf das, was der Hr.?ibg.v0n Zrdliß vo'rwégdenommxn bar, ich habe krine Veranlai'srrng, das hohe Haus mit dirier AurernanderseZung vori) einmal zu bkbeiiigen; aber Hr; Richter bat Wiederholt arrsgesprockxn, die Siaatsrsgierrmg suche sicb diesi-r Bersprrcbimgcn, _lbrcr Vrrpfiichmg zu entziehen. Nieine Herren, wo ,ist nur ein enifernter (Grund 311 sdicbrn Bemerkunqrn ddrhandcn, wie kann bcbaupiet werden, das; die Siaatsrcgirrung sicb tbrerr Verpfitésimizrn eniziebsn rvoiie? Dic Siaatsregierunq bar „tm ersten Jahre, wo das Verwendunasgeseiz zum Geier» grworden ist, in voiiermmen [osaler Erfüiiung dieses Grießcs _ während der- Hr, Abg. Virckcrt erklart, daß dds (Zar nikbt rrötbig geniesen wäre, xiach dem Sinn und dem eigentliwen analk dcs Geießes, worin er [€: ,a!) sicb recht bat _- den Sterrcrerlaf; i:: drr: Etat ringsstelit, lediglich das dem Grunde, weii die Bevölkerung, wie ich früher srbon vacaußert darts, Wclm aucb kein formales Reibi, doch einen nroralrscben „Anspruch darauf hat, das; aas dm Usbrrweisungrn aus dem 9rrtch thx „cm gewisser Thais zu Sierrereriaffen bewiiiigt werde. In weläxeersrse kann nun Hr. RiÖtcr sagen, die Rrgierung suche srxck) „ihrer Brrpfiickzturig zu eniledigen ? Bis jrßt haben wir aus dem Yreiw 1193) mcht mrhr bekommen, als was in den jryizrn Etat ein- xresrelit rst; und" wie wir dazu kommrn folien, irgerrd Miihe Vcr- sUreriynrrgen erfuÜen 'zu „Fönnerx, für weiche ksiri Objrkt urid kein Material vorbérnden'rst', Ut mir weniasicns unklar; ick) muß es alsr)» gls eme volixrandig irrige Meinung brzricbnrn, das; die Reiiermig irgend, Werde daran grdarbt haben können, sich irgend einrr Versprechung er:,tiedigen, zu“ rr*oiic.n._ Die Regierung surbt in vviiständinstsr G;- wrsierib'afiigkeit dasienrge zu erfüllen, was mii) dcm Mai“? der Mittel, die Vorhanden sind, erwariet ivrrden kann, und das ist dsr Grund, *aus drm der Sierierkrlas; iti den (Etat eingestellt ist, rirrd wcnn mxr dabri vorgehaitrn ist, daß man hier bios eine kon- sirtuiwneiie Garantie haben Wolle, so muß ich doch brmrrken, daß xm: uns das Gesetz, wie es liegt, keineswegs ein jodies Stück Papier ist, foridi-rn daß ivtr emen lebendi-„ien Inhalt darin finden, und diesen lebendigenInhalt darzustellen, ist dsr cigerrtlicbr Grrmd für die Eratspofiiion yon 14 Miiiiorien.

Es ist nicht,dngenehm, iibrr foirbc Grgensiände riskuiircn zu x_nusierr, wixrm dre Aiifirbterr so schroff gegeriiiberstcben, aber däß diese Finsrcbtcn rm Hause keinests immer so aufaefaßr worden sind, wir 1e13r, zxr'gicbt sich aus der eschicbte der [Wien Moriair, Der Hr. Zibg,„drickter barganz rtcbiig gestern mitßrtbciii, daß Won im Laufe drs Sommers die Ansrckyt seiner Freunde dahin geirangrn sei, daß ein Steuercrlas; in 'Prcußen erfordrrlirb urid durch die Vsrbältniffr gebote!) fei. .Hr. Rickert wird sicb viciieicbt erinnern, daß er wieder- bxlt uber die_Sache mit mir Riscksdraibe genommen hat. Die Garbe ist m der Bridgetkommisfion verbandcii worch, und mein H„rrr Kommiffarius bat die Antwort gcgcbrrr, das; das hört der Etatsberailmrrg gere-Jeit Werden soils. Jeyi liegt die Etatsberathung vor, die 14 Millionen sind cingesiciir urid das wird als eine Wuridcrbare Vcricbicbung drr firmu- zicUen-Vcrbaltmsi: Preußens angsscbkri; es ist doch aber dasjenige, was die_Her_ren selbit vor einigen Monaten ihrerseits fiir nothwen- dig erklart haben. Ick kann es nicht anders auffassen, als daß man damals vielleicht geglaubt hat, daß man mit geringeren Mitteln die- sen Erlaß iir Serre setzen könnte. Es handritr fich damals blos um die auf Preußen failerrde Quote der Verminderung der Matriknlar- beiträzc im Reiche, die noch nicbt ga-rz 5 Millionen beträgt. Diese verminderte inte war mir allerdings für die Bedürfnisse der Steuer- rr-f_orm zu gering, damit hätten wir vieiicirbt eine Monatsrate cr- lauen können, und mrt ciner Mortatsraie konnte, die ngicrung vor das Land nicht treten, wobl aber konnte sie dss nach meiner Auf- fassunr urid umb der Auffassung der Startsregicruria mit einer Rais von 3 I)ionatc-n. Wenn man in dieser Etaisposiiion irgend etwas Anderes bat finden wollen, als das, was ich bier vorgetragen habe, als den Wunsrb der acwiisenbasten Erfüllung eines gegebenen G;- seixes, so irrt mZn sich eben und siribr, wenn man mir die chrr- kung gestatten wn], die Leute da, wo man selbst sich brfindet. Hr. Rick)- tcr hat gestern ausgesprorben, das; die Regierung dabei untcr dcm Druck der öffeniiicben Meinung gehandelt babe, und unter Jhrcm Druck, der j.] von je her etwas anderes nicbt irewoiit habe, als acrade das Vorschreiten der Regierung in diesrr Riibiung. Ich bin fern davon, in Abrede zu steiikn, das; die Herrrn ihrerseits dicSicuerreform nicht im Jutereffe der Steuerzahler als verlangt und etwas erwünscbtcs betrachtet hätten, das; sie nicht ibrerseijs stets bäitcn darauf hin- wirken wolirn, diesc Steuerreform ins Leben » rufen. Aber unter dem Druck der öffentlichen Meinung hat die ReJierung nicbt geban- deit; denn die öffentliche Meirinng hat nicht düran gedacht, das; jetzt ein Steuererlaf; eriolgen könne. Jm Geacntbeil, es ist stets ver- brcitet wvrden, das; an einen Sreuererlaß nicht zu denken sei. Als derselbe dann angekündigt wurde, war cin aiigemcinrs (Erstaunen die erste Wirkung. Wo ist da der Druck der Öffentlichen Meinung?

Man hat mir dann persönlich vorgehalten, daß ich mich durch diesen Steurrerlaß mit meinen Aeußerungen im vorigen Jahre in Widerspruch geseßt babe. Man hat gesagt, ich bätie erklärt, daß von einem Strrrererlaß nicbt werde die Rede sein können, als bis das Gleichgewicht der Finanzen Wilkommen heraesteiit sei. Ich werde mirerlauben. dixjenige Steile vorzulesen, um die es sicb handelt, sie ist gestern aiierdmgs auch schon Verlesen worden, aber es war da der Schlußsaß ber der Unruhe des Hauses nicht so klar. Ich habe da- mals gesagt:

Ick) kann von meinem Standpunkt aus, wie ich wiederholt betone, an einen Steuererlaß nicht eher herantretrn, als bis die Verbäitniffe sick) so gestaltet haben, das; die Staatseinriahmen, das Gleichgewicbr der Finanzen nicht gefährdet sind.

Das ist etwas * nderes, als wenn ich außgesprochen bitte, ich wolle niemals, ehe nicht das volle Gleichßewicht im Staatshansbalr hergestellt wäre, Steuererlaffe eintreten affen. Jeb finde jeyf, das; die Finanzen, _ das wird von dieser Seite (rechts) des Hauses wenigstens bestätigt _ ich finde, das; die Finanzen nicbt gefährdet sind, wenn der Erlaß crfolgt. Die Herren von dieser Seite des Hauses (links) haben Wenigstens ihrerseits wiederholt auSgrsprocben,

daß der Sieurrcriaé ein so unbideuirrrdrr sei, daß man _(ar nicbt daran derrken könnte, ihn im Gegensatz zu den gesammten Einnahmen des Staates in die Wagichalc zu werfen. Nun stel)! abcr aurirdcm Zwischen jener Aeußerung, wenn ich sie an anderrr Steile etwas an- ders gemackxt babrn ioiit: _ ich kann nicht jede Stelle des stern)- graphischen Berichts auswendig wissen _ zwischen jener Aeußrrung Und dem jc-Ligen Zeitpxmkt das Verwendungsgeseß, zmd dieses “L*cr- Wendunßsgeseß ist ein soich:s, welches, wie ich vorbm ausßesproeben babs, die Veranlassung girbi, diese Frage im Sinne des EeseBcs sslvst zu beurtbeilen.

Ich komme hiermit zu dem Gescßesvorscblag, welcher Hr."?ibg. Richter dem bdben Hause VOksÖiäszf. Es hangt dies ja naiurlicko rnit dem Siercrcrlaß von 14 Millionen sehr eng_ zusammen. Ansich muß ich anerkennen, das; das Prinzip, der grurrdiätzliche Inhalt „dieses Geseßéorstbiags sich auf demsrlbcn Boden bLWegt, auf dem drrRe- gierung Mit ihrem Vorsiblage drs 14 H„iiiliionen-Erlaffcs _ficb siriit. Der Gesetzentwurf des Hrn. Rirbter geht weiter, er Will diese 14 Millionen in dcr von ihm formulirtrn Weise zu eirxem daurrnden Erlaßbetrage für bcstimmieKreise der Klaffen- und Einkommensteuer- pf1ichiigxn mcrcHM. Die Reaierung stsbt auch in diescr Bezirbunsg den Tinicbauungen des Hrn. Richter nicht so diametral entgegen, Wie es virlieicbt gerrlaubt wird. ,

Ick) Wkrrigstcns bin der Meidung und der Ueberzrugung, dafi wrr anch in dcn näcbbcen Jahren die Mixicl haben Werden, diesen Sicucc- erlciß zu arwäbrSri. Ick eninrbme diese Hoffnung an? dsr Borierung der Vcrhäitniiie im Rügemeinen und aus dem Steigen der Cirr- nabmen. Sollte ich mich täusÖM, so würde mir das am meisten wc-hs thun, ich glaube aber nichr daß ich mich täuicbe. Daraus fdigt (1er noch nirbt, daß die Reaieruna sich für aÜe Fälle binden [aiicn könne. Die Vérbältniffe find hier durch das Verwendunrrsgeseiz georduet, und es ist unmögliÖFdaßdieses Geseßnebexi dem Verwen- dnncisgeseiz, wie jkyt birr der Vorschlag gemacht iii, unwermitirli nebenher gehen könne. Es muß meiner Meinurig nacb das Verwendunasgefey in so Weir arrfrccbt erhalten Werden, ais di? Sierrererlaise sich immer nur naib de:; vorhanderien finanziclichii-

rein richiorr können. Eine Vorsichtig? Regierung kann die Miitel

nicbt (Urs der Hand geben, die unter Umständen nothwendig werdrn können, wenn sir (ULch hofft, daf; fie in der Lage srin wird, die Mittel zu (»rriaffen Verwenden zu können. _ Dcr Gejrßesvorscblaq grsiit außerdem den Steuerreformplärixn in einer sehr britimmten Weise vor. Es ist nicht möglich, jeizt diesessriesexz in der Weist, wie es vor eschiagcn ist, zu erlassen, obne dir Eisner- ?ow-obl wie die äußrren zu modifizircn; er

rcformpiäne, die inneren greift ibm vor.

Das find Bedenkeri, die ich gegen den Enttvnrf des Hrn.Ricbier babe. Ick) spreri'e nicht von ciriizen Unebenheiten, die sicb in drr Fassung und dem Jrrhaiie vrirfinderr Und die sich ja WZrden bcseiiigrn lassen. Im aUgcmrinen bin ici) ni€bt in der Laze, im Angenblick etwas Weiter mich übsr die Frag? auszusprecherr. Ick bvffr, daß dieser Gcseßcnrwurf drr Vndgeikommifsion Vorgelegt wird und dir Staatsregierung wird demnärbit, wenn er von dort an das Haus zur Veraibmig griangt, ihre Steiiuxrg za demselben zu nehmrn babén. (Ruf: hört! hört! iiriks.)_ Ja, soll ich jetzt schon darüber mich cr- kiären. Ich habe Bsdenken auszusprecben und habe anf der andcrrn Seite eine grwisse Uebereinstimmung gefunden.

Ich möchte vou deri Bemerkungen. die Hr. Abg. Rickrrt (rentacbt bat, troi; der srbr vorgrscbriitcrien Zeit, doch noch einige Purxkte einrr Erwiderung unterziehen. Er hat vor alien Dingen mit den Vorrvrrrbgemarbt _ ici) karin ibi: nicbt anders als auf meim? Per- son beziehen, da iki) dic Finanzverbältniffe zu leiten babe _ daß ich nichr auf drm Boden dcr altpreußischen Finanzwerwaltung siehe. Meinr- Hrrrcn! Man könnte ja dar?,ezen einrvenden, daß die Finauz- verbäitriiffe cincs Landes drck) nicht immer ebenso und dieselben bleiben köniren, wie sic WL“ 30 bis 40 Jahren gewesen find, das; die Verhältnisse im Laiide urid die Verbältniffe, die das Land von Außen beeinfiuiicn, andere geworden smd, und daß wir jeizt mit ganz neuen Faktoren zu rechxren haben, an die man früher niemals bat denken können und nikmais gedacht hat. Wer hätte vdr 20 Jabrerr, als der von Hrn. Rickert genannte General-Sirucr- direkxor Kübne nocb [ebte, daran denksn können, das; Preußen in eiii soiciées Verhäitnisz zu dem gssammtcn Deutschen Reiche treten könne, wie es jkßt der Fall ist, das ist eine ganz neue Situation. Aber ich muß, korb Däbki bemerken, daß ich mich für meine Person ganz voii- ständiq ars dkm Boden dcr aitpreußiscbcn Finanzpolitik iiißle, so viel die neuen Verhältnisse Aendrrrrimerr nicbt noibwcudia bedingen. Ein Mann, der wie ich, skit sebr, sebr lariJer Zrit alle Stadien drr prenßiscbrn Verwaltung im Innern und nach Awßkn bin durcbiairrer: hdi, der diese Stadien vorzuginse im Finanzdicnst stets durchgcmacht hat, der Vcrieugnet uicbtso obneWcitcres dieGruxidsäHe, in denen er r'rzogen ist und die er zu Vertreten hat. Wenn mir nun aber grade der Vorwurf gcrnacht wird, daß ici) bier die preu- ßischen Staatsgrrmdiätze verirugrre, so erkläre ich, das; das ein Jrriiium ist, der sich wohl mit der Zeit aufklären wird. .Die pran- siisrben Staatsgrundsäße in der Finanzkunst smd mir sehr Wohl LaLannt Mid ich bin mir bcmuszt, fie streng und treu erfüllt zu

a en.

Es ist erinnert words", daß (ruck) die Vnreaukraiie jetzt cine andere geworden sei, in friiherer Zeit habe sie ibrerscits gewisse Rerbte gräbt in freier Mciimrigsäußerung, die jeßt nicht mehr ge- staitrt werde, in früheren Zeiirn babe der einzelne Beamte, drr jeiZt seinenWilien beugen miiffe, das Recht gehabt, sichauSzusprecberr aucb gesch seine Borges? ten. Meirie Herren, ich weiß nicht, wie das zu verstehen gewesen st. Wrnn mcm die Bureaukratie je t auf den Schild erhebt, so erinnere ich mich aus meiner langen rfabrung, das; man bis in die nerrcste Zeit Hinein die Bureaukratie fortwährcnd als ein Scbrcckbiid für eine Zesunde und leberrsfäbige Entwickelung der i'taatiiäoen Arbeiten und des staatlichen Verkehrs bezeichnet bat.

Ick will nur erinnern an das, was man im Jahre 1848/49 über die preußische Bureaukraiie mit sehr großem Unrecht gesagt bat. Ja, meine Herren, _ urid icb wende mird besonders an den Hrn. Rickert _ ich bin arrs der Preußischen Bureaukraiie hrrtzorge- gangen, iexmr fir von (Grund ans, weiß was ick) fordern dars nrrd weiß aucb, was ein Minister sich selbst und seinem System schnldrg ist. Wenn man jeyi von dcr preußischen Vureaukratie verlangt, Wie ich das vorausse en mnsz, daß 1ie dem System ihres Chefs _ent- gegeriwirken sol, so sage ich, ein solches Entgegerrwrrksn kann und darf nicht gestattrt werden; wenn aber die Bureaukratie, wie irb bezeugen kann, so, gestaltet ist, das; sie mit voiiem Patriotismns und mit nicbt hoch" genUg anzuerkennendrr Hinaeburrg und einer nicht boch genug zu frbaizcnden Pflicbtireue ihre Schuldigkeit darin tbuf, das;" fie an den Staats- geschästen, mit denen ihr vorgeseßten Chefs thatig ist dann sicbx sie jetzt auf demselben hoben Standpunkt, den sie nur jemals einge- nommen hat, und ich kann ancn aus meiner reichenErfabrrmg nach dieser Richtung hin sagen, das;, wenn man so viel die Regierungen, die Präsidenten und andere Beamten radelt, man sich meist nur an den Einzelheiten und Kleinigkeiten hält, während man es mit Männem zu jbun bat, die ihr ganzes Leben hindurch ihre voiie Existenz und ihre: Dienste dem Staate, dem. Kö- nig und der Krone gewidmet haben. Es ist eine Pflicht, die ich hier erfülle, dics ausZusprechen: aber ich kann nicbt anerkennen, das; die Steiiung der Bureaukratie dahin zu verstehen sei, daß fie ihrem Chef gegenüber Stelluna zu nehmen habe.

Der Herr Abg. Rickert hat gesagt, die jetzigen Verhältnisse smd so unklar, und stehen auf so schwachen Füßen, daß sie sehr leicht erschüttert werden könnten, ein einziger Krieg könne eine fundamen- iale Vernichtung derjenigen Verhältnisse herbeiführen. Ja, meine Herrin, das wird ja wohl keiner bestreiten. Denken Sie sich den Fal], daß wir in den ailerb'ühendsten Verhältnissen lcbien, denken Sie sich, daß wir nicbt die neue Wirtbfchaftspolitik hätten, sondern in der vollen Blüthe des Freihandeis uns befänden, denken Sie sieb den Fall, das; 1870 unsere Armee nicbt so schlagfertig gewesen wärs, die Franzosen aur nicht in das Land hineirikommen zu lassen, denken Sie fir!) den Fal! eines unglücklichen Krieges, einer Invasion von Frankreich hier _ nun denken Sie sich, was das fur Folgen gehabt

hätte.

irgend ein System Stand halten könne, da mögxn Si.- dcn Frei- b-Indel oder den Schukzrll odrr irgend xine andrre Wkriixiscbaits- politik der Regierung oder was Sie woiicn nehmen:, kann alles zusammen und die Nation ist auf ihre ei,:(“nrn Kräfte gestelit und die Nation wiirde dann sich in derselben Weis? wieder aufraffen urid freirnachen miiffrn, wie es früher geschehen ist. Dariiber babe ich an sicb keine Brsoraniß; abrr ein Krieg karrn und muß durch- cxrciferid Störunarn hrrbcifabren; das ist kein Beweis JSJLU unsere Wirtbschafispolitik.

DS!“ Hr. Air,]. Rickert hat einige chänßeiurigen ds Ekais hier vorweg genommen, ich kann nicht auf aiirs einzelne antworren, aber auf Einiges mus: ich doch eingebrn. Bci der Einnahme bat er nur eine einzige Position bemängrlf, bei der Ausgabe deren mehrere. Was die Eisenbahnzablen anbetrifft, so wiederhole ick) nur, daß die- selben ihre Berichtigung finden werden. In Bezicbrinri auf einzelne der (irriannren Ausgabetitel bcmsrke icb, das; ich die Erhöhung drr Dienst- und Reisekosten, welche er bcmängelt hat, für rich1ig balte, rreni'. gesagt ist, es wiirds dorb wje friiher mbgiiii) stin, dUrch eine stringrre DiSziplin gegen die RL,".iLkUUQM, die Reisekosten, _ so bin ich gerade der gegsntheiligen Mrinung. W033! riüizen die Regierurrgcn, wenn sie nicht an Ort und Sréiie, sonde». wie das somit arisgedrückt wird, nur am grünen Tische ihre ATÖLZÉM verri-cb- ten. Ick Verlange gerade Von den Regierrmgen, daf; dereirVFiiigiiédrr heraußgrbrn, das; sie srch das Leben ansebrn und die Vrrbälsnisse kennen lcrven, und das; sie (ius der Wechselwirkung mit den Ein- wohnern Uird mi'r den Behörden ihres Brzirfs richtige Anschaunnsxcn an Ort urid Steile gewinnsu, so das; sie wirbt blos scbrciben, sondern im vollen Lébéli ibätig siiid, darum babe ich mit szußririn urid niit der sprziclicn Ueberzeugnng, etwas Niiizlirbes getban zu barbsri, in die Erhöbrmg diescs Fonds gewiliigt, ich glaube, das; er eine rririziickxc Verwendung hat, und bin überzrugt, daß er riicbr Vrrmindert WE:.“- den kann.

Dann ist davon die Rede gewesen", dai"; iir dem Hauptcxira- ordiriarium dcr Haudisiaatskaffe eine kleirre Summe vor; 21000 916, welche im vorigrn Jahre als für diesen Forids nichr greignei br- zeicbnet wvrden ist, nicht in Abzug gebracht worden iei. C“; bandrli: sich bei drm Hauptextraordinarium um einen Fonds ron 1. 2510 000 „FC:, wie wiirdrrr Sie die Sache angesehen babsn, rvenn ird von dirscm Fonds, der übrigens in diesem Jahre io ganz außc'rordrntiicb noth- wendig gewrsen ist, daß ich ihn in bohcm Maß:: im Jnirreffe der Bsiröikerrmg in Anspruch mbmen müßte, w::m icb von ihr: dirse 21000 „66 abgesetzt bätie. Dazu War diese Summe wirklich viel zu gsring. Wären es 2- bis 300 000 «M grwesen, dann wärs die Sache aUDLkS, darin wiirde die Summe abgeseixt und in €111LU andsren Tiirl übergerianacn sein. Was die Bemävgeirmg drs Disr'ofitionsforids vv-n 400000 «ck bei 0211 ngicruygen anbetrifft, so hat dcr Hr. Abg. Rickert darauf hingewiesen, daß man die Erwariung grhcgt habe, es würde die Beamtenzabl vcrringsrt werden. Er Hat (1ka (mai) daranf hingewiesen, daß bis jth noch nicht ein cinzigrr Regierunszs-Raib weniger im Etat kingeießt sei. Das Letztere ist rirbtig, abcr ick.) muß dabei zur Erklärung ron vornherein bemerken, dar“; es bei der anßerorderrr- liches Schwierigkeit dirser Personalfragen, bis jrizt nicht möglich ße- w-Iserr ist, ein ganz genaurs Bild von drnjsnigkn Disrdsrtiousstciiungen zu gewimien, die sich aus dem Geseiß über die Brdördcnrrfdrm er- aeberi, Und ich muß binzuseizen, daß wir noch viel weniger in der Lage gewesen sind, bis jeist übersehen zu kämmen, ob und wieviek Arbeitskräfte bei drn Regierungen erspart wsrden kiimren. Ick giaube, Sie werden der Regierung wcniasieiis io Visi Vartrauen schenken kiinnen, daß, wenn das Material für diese Frag? rorliegen wird, sie mit drm größten Ernst und mit Gewifferrbaiiidkeit diese Frage klar legen und entscheiden wird, ob und in weiévem Maße eine Erlcicbtcrrmg des Etats möglich ist. Wenn i-„b einrn Fonds Von 400 000 «X(: eingesteiit babe, so ist das aeschchcn, wcil es unbe- dingt noibWendig War, ihn in der Harrd zu baden, um bei der Aus- führung der Reform zugleich auch die GesckxäiisOerbäiiniffe regeln zu können. Ick möchte meinerseiis die Mebrzabi der rvriirren Detail- erinnerrmgen, die gemacht Worden smd, in ipäicrer Zrit beantworten. Ick fürchte, das; es sonst für das hobcHaus zU ermüdend sein würde, weiin iii) noch etwa ein oder zwei Stunden _ wxs srbr leiibt mög- 1in wärc _ Ihre Aufmerksamkeit in Anspruck) ncbmrn woiite, dcr Hr. Abi]. Rickert hat im Laufe seiner Red: darauf binßcdcrrtet, wie das bobs HAUS oder Einzcine in dcmselbrn Übér mich rvzbi uribrilen würden, wenn iä) einmai nicht mehr auf diesem Plays strbrn würde. Meine Herren! Sie wissen alie, dafi wir, die wir bier sieben, keineswrgs in der Lage sind, uns auf Jahre lang im voraus an rmsrre Pläixc grbuuden zu fühlen, wir wiffen, das; Störungerr v-zrsrbiedcmer cht eintreien können, die den Eineir odcr dM ÄkideéU vcraniassen können, sicb zurückzuziehen, und daß auch bei mir spätrr odcr frirber dies eintritt. Ick) will förmlich zur Beruhigung des „Börierr-Cduriers“, drr micb srbon in diesem Arigerrbiick abgeben läßt, binzuiügrn, das; jetzt gar keine Veranlaffung für mick) zum Abgang? voriisgi. “Fir mrincn Jahren wird aber ÜUÖ wobl dcr Faii eintreten, daß ich grade aucb obne politisckxeGriirrrc zurücktreten werke; Wenn das aber der Fal] sein solite, so habe ich dock) die Urberzeugnrrg, das; mein [arigcs im Dienste der Krone und des Staates zurücißriegtes chr", anf das fcb jetzt zurücksebe, daza führen wird, die Uebrrzrugurra zu erwecken, das; ich nach meinen Kräften mit Ernst, mit Wrbiwoiicn Und, soweit es in meiner Macht liegt, mit Gerechtigkeit imd Aufopferung aiie meine Kräfte, denn Was ich jbue und wir ich 1202 _ Niles geschicbt bei mir nur im Dienste der Krone urid des Staates, _ daß ich bemüht gervesen bin, den von mir übrrriommch Pflirbten zu geniigcn, das; ich nicht zu Denen gcbörc, die in icirbtfcriiger Weise die Grundlagen _ die Grundsäuien ist es bicr genannt rrorden _ des Preafziscbcn Staats erschüttert haben, sondern zu Deicrr, dis dicse Grrmdiagen, so viel an ihnen acicgen [mt und im Wcrcine mit den Mänuern, mit Denen ick) zu arbciirn Hub.“, aufrecht zu erbalten be- müht gcrvesrn sind, zur Förderung dcs Staaté-nrobis, im Jnterrffe drr Krone, vor Allem im Interesse und znr Cbre des Var.,rlarich. Und dann denke iii), werdsn aucb Dicjenigrn, die chr mir gegenüber eine feirrdlicbe Stellung einnehmen _ was ja in den Bcrbäitniffen ganz brgründet isi urid wwgcgen ich kcirre Elrrwendungcn zu machen babe _- mich anders beuribcilen als es jcixt hier JisÖ-Eka ist. Das, meine Herren, ist meine Antwort arif eine Menge persönlicher Air- griffe, aiif die ich weiter nicbt antworten kann und im iibrigen auch nicht weiter anworten Mrde.

Demnächst nahm drr Minister dcr öffentlichen Arbeiten Maybach, wie folgt, das Wort:

Meine Herrcn! Bei der borzcrückierr Sinnde will ich bemüht sein, mich so kurz wie möglich zu faffen gegenüber den vielen Ve- merkrrngen, die gestern und heut zum (Etat in Bezug arif mein Rrs- sort gemarbt sind. Im Wesentlichen kann ich mick) beichränken auf Berichtigunaen eincr: ReLhe von Thatsachen und Zahlen, die von dem Hrn. Abg. Richter und von dem Hrn. Abg. Rickert, Von dem letzteren brut? zunächst andcrrtrrngswcisc atmcfübrt sind.

An dir Spißie meines Vortragcs möchte ick) eincn Sai; siclicn, weil man dazu Anlaß egeben hat. Es ist Von der Vzrwcndung der Milliarden auch zu (Zisenbabnbauicn gesprochen. Man hat diese als Fehler bezeichnet. Ja, meine Herren, wenn ich irgcnd etwas dcm Hrn. Minister Campbausen bock) anrecbns, so ist es das, daß er diese Mtliiarden, die unsere tarftre Armee uns erworben hat, zu Eisenbabnanlagen mit verwendet bai,_ um das Gedeihen und die Wohlfahrt des Vaterlandes zu heben, weil wir unter anderen Um- ständen niemals die aus den Niiiiiardcn arbanien Bahnen bekommen hätten, Eisenbahnen, von denen es der ?_iiegierung und der Landes- vertretung von vornherein klar war, das; sie eine geuü-gendYRente nie bringen würden, Eisenbahnen, die aber trochm beute beitragen zur Hebung des Wohlstandes und der Steuerkraft des Landes.

Dann geht durck) die Erwiderimarn, Welche die Etatsvorlage bervr-rgcrufrn bar, der Zug, als wemr die Aufsteliurm, die Veran- schlagung der Einnahmen und Ausgaban nicbt dcrsicbiig gemZcht seien, als ob src von übertrieben rosigetrAnschauungen K_cicitct seien. Meine Herren! Sie werden ja den Eisenbabnetat, wie auch viel-

Wir babm in dcr Gkscbirbie Priußrns jaAei;:;li„rbcs sck;071_er- ; lebt, da ist es natürliéb nicht möglich, daß ioicbem Urwluck gkgrnuber

stürzt Z , „* kbnnep, daß ich rn der That ron zu rofigen Answauxngen arisge-

leicixt deri Etat der Bergwerksverwaltunz eiiie: Kornmiifior: ü';e_r- wrisen. Ich kann nur wünschen, daß Sie ricse skbwre- risie Arbeit, _ es gilt das insbesordere rom Eiken- babneiat _ reiki eingehrnd prüfen; und Wenn Sie uns einen Jrrtbum nachweisen könmn, Wenn Sie mir nachrveiien

gangen bin, so nehme ich gern jede BerichtigMg entgegrrr. Es ist unrichtia. daß, wie behauptet worden ist, das Extradrdinarrum dieser beiden Veriraltungszrrreige bklasiet sei zu Guniien eincr Enriastrrng des Ordinarinms- Ich bitte, sich doch einma), das Extraordinarrum anzuscbeir. Dasselbe bciäuft sich bei der Erxenbabnvrrwaltrzng auf ctwa 9T Miiiidxen Mark, bei der Bergrverksverwait'ung aaf ern paar Hunderttausend Mark; es ist keine einzige Auskgube dariri enthalten, von welcher Sie nicht fager“- müßien, es ist eine kapxtairermebrendx. Ausgaben wie die für dcn Babnboi i:] Frankrrxrt a. M. rnit 4 Miiiionen Mark, wie sie in den Cixt der Eisenbahnbrrwaitung einqestelit ist, von der wir anen früher selbst geiagt haben, es rverde sich mit der Zeit ihre Erstattung smdén zrrm großen Tbrrl aus der Veräußerung drr Grmidstücke, welcbe rrir alsdann disponibel bekommen, sind dock) keine AUSgaben, dis man ins Ordinarium des Etats stellt. (Ein? Rückzahlung, die wir an das Rricky ieiirxn woiien, des Anlaxékapitals für cinen. Bahnhof in Saargcmünd, die wir lediglich daiirr leisten soÜen, um uns Von der zu drückenden Zinsver- pfiiwtung zu befreien, werden Sie doch nicbtaisAusgabe bezeichnen onen, die in das Ordinarium gehört u. s.w. Ick biite,drüfen Siejeden einzelnen Posien und Sie werden mir zugeben, das; die Eiristeliurmen voll- kommen richtia gewesen sind. Ich glaubr heuic auch schon von dem Hrn. Abg. Rickert vernommen zu haben, daß auch seinerseits aner- kanrrt wird, daß das Extraordinariurn kein übermäßiges ist.

Dann, meine Herren, ist beim Etat der Bergwerkévrrrvaitung acfolaert worden, daß die geringen Anfäße bei der Hütterwserwung die Uebxrzrugnna nicbt durchblicken ließen, als Wenn eine Briicrung der Verkehrsverbältniffe eingetreten sei oder erwartet werde. Ich bedaure, darauf aufmsrksarn machen zu müssen, das:, wenn aus diesen AnsäiZen auf die Lage der Eisenindustrie ein Rückschluß gemacht wrrdcn soUte, dies nicht zutreffend ist. Von dcn ganzen kUUd etwa 18 Milioncn Mark, die wir einge- siriir haben als Einnahmen aus den Hüttenrverkcn, sind nur 3000000W auf di: Eisenhütten cntfaiien, aiies Uebrige entfällt arif die Blecb- und Silberhütten. Dann ferncr bei der Eisen- bahnverwaituna. Es ist gcsagt worden, die Eiirnbabrien rentiren skbiecbt, sie geben in den Einnahmen zurück. Meirie Herren, wie licgr denn die Sache? Bei der Eisenbahnverwaitnng haben wir _ bon drn alten Eisenbahnen _ bis jeizt eins Mehreinnabme fur die in Bciracbt kommenden sechs Monate vom 1. April ab bis Uiiimo Ssptimber von 1779 000 „M' bei den verstaatlicbien Eisen- bahnen eine Mehrriwrrabmr vorn 1. anuar ab _ wir rechnen be- kanntiicb hier noch das Kalenderjahr, Uicht das Ciatsjabr _ von 7 685 000 „M

Nun ist aus drm Umstande, daß der kilomerriirbe Ertrag bei den alten StaaÉSeisenbahnen ein geringrrer ifi„ gcschloffen ivordcn, ddß das Resultat dsc!) ein Übles sein müssr. Ja, meine «Herren, ich biitr Sie, fick) doris zu erinnern,daß wir weniger und in dirirnrJdbre beinahe 150 Meilen neue Eisenbahnen mcbr im volien Betriebe haben, als im vorigen Jahre, und was für Linien! Linien, die sicb ichlecht rsniiren, Was wir von vornherein gewußt Haben, noch mrbr: Linien, bei denen der Verkehr ebkn erst in der Entwicklung begriffsn ist. Das muß doch auf den Durchschnitt auch der äircren Linien zurückwirken. Und dann Weiter! Ist es nicht natürlich, daß die marrrrelbafte Ernte, die trdurigen Erzeugnisse, von denrn namentlich ein Tiril der_östiiÖen Provinzen betroffen ist, zurückwirken auch auf die Einriabmen der Eisenbahneri? Ick maß gestehen, und ich babs doch darüber eine ziemlich larige Erfahrung, daß ich in dcm Eisenbabrikirmabmezuwachs, wie er jetzt stattgefrmdsn hat, in der That ein Bild des wachse-rrden Vcrkebrs sehe. Dann, meine Herren, ist _ um das gleich mrt zu erwäbrien _ gesagt Wordc-n, ja, das isi ganz ricbtirr, aus dem vorigen Jahre hat fich cin Ueberschuß ergeben, sowobl bei den Staatsbahnen als auch bei den vrrstaatkickrten Bahnen; allein der ist ohne Belang. Jrrdeffrn betrachten wir die Sache nährt: Der Hr. Abg. Richter hat mit Recht angeführt, daf; der Ueberscbuß derStaatsbahrirn gcgen drn Etat fiir das Jahr 1879/80 nur 267 000 «76 beträgt. Aber wie steht es dsnn _ und darauf kommt es doch an _ drm Vorjahre grgcniiber? Da stellt fick) heraus, meine Herren, das; die Mehrein- nabme gegen das Jahr 1878/79 sicb auf ca. 10 Millionen beläuft. Die Einnahme von den alten Siaatsbahnen stciit sicb fiir das Jahr: 1879/80 aus rUnd 166 Millionen, für das Vorjahr auf rund 156 Miiiiorien. Die AUÉJ-Iben steilen fich im Jahre 1879/80 auf rund 103 Miliionrii, im Vorjahre auf rund 98 Mirrioncri. Jirfoigc dcffen ist der Uebericbuß um mehr als 5 Millionen böbrr. Bei den ver- staatiiäyten Bahnen ist der Ueberscbuß auf rand 4880000 „M ange- geben wwrden. Zur Verkleinerung deffrlbcn ist angeführt worden: Ja, da stecke auch der Ucbertraz aus den friibcren _ Jahren darin, und WWW? dessen sei der wirkliche UeberscbuZ darch- aus nichr so groß. Da muß ich mir die brrirbtigrnde Bemer- kung gcsiaiten, das; Sie bei näherer Durchlesung dcr Denkicbrift, die Ihnen zugeben wird, crsehcn werden, daß der Uebertrag fich auf nicht 700 000 beläuft; der große Ucbertrcra, dcr bei der _rbeini- schen Bahn aus 1878 vorgekommen war, steck? gar nicht1ndcfm vorerwähnten Ucberscbuß des vorigen Zabres, jcnrr Uebertrag ist vielmehr in den Rescrvrdividendenfonds geflossen, dcr brstimmt war zur AUSZlLiÖUNJ für spätere Minderreinerträzc, so dai; sowob'i der Mrbrüberscbuß,xdrn wir vertragsmäßig bekommen über die Marrmgb rente von 7%, auf welche die Aktionäre mir Anspruäymbaiten rm VVLiJM Jahre, wie der Urbertrag aus dem Vorjabre iich m chr! Reservcdividendenfonds bcfiiidet und als liebsrschrrß gar nirvt m Berechnuug gekommen ist. Wollen Sie richtig rechnrn fur das vorige Jahr, so rechnen Sie zu jenen 4800000 noch hixzu dre cx. 2540000, wchlche an der rheinischen Bahn im vvrigen Jahre mehr aafgobrarbi sind, Sie rvrrden dann auf eine Summe komrrien von üb:r 8Miiiionrn, welcbe das Mebrergcbniß bilden gxrrcndieLeiiimigen, wclche dsr Staat zu übernehmen batir, ar; antexr u._1; w. Was ist nun außerdem geschehen? Es find aiie vorsÉrrftémaßtgen Rücklagrn in drn Reserve- und Ernencrnngsfonds gemacht„ so daß diese Xorids bei den versiaatiicbten Bahnen gcgeriwärtig einen Be- stand ausmachen VM SUM 9:2 Miiiionen; darin [ck91er wir writer die vorschriftsmäßigc Amortisation der Prioritätsickwlden bcrvirkt, und Wenn ick) genau rechnen wiii, haben wir zwar zu berechnen, was wir ati Superdividenden verloren babcn und an Eisenbahrren angbt, dagegen aber wieder anzurechnen, daß wir die aesarrimien Zinszuscbuffe für die vorpommerschcn, die bintcrwrnmersÖen Babwerr urid die Eifclbahn übernommen baben, und das; da WO zu un1ern Gunsten ein Plus bleibt von 1129 000 „M _ Es ist gesagt worde", mim müsse fick,: in Acht nehmen, mit Ziffern zu spreckocn. Wenn ich meiner Suche nicht so sicher wäre, ich würde die Ziffern wabrltch nicbt zum Vortrag bringen.

Weiter ist gesprochen worden über die Erneuerungen und „daß dafür nirbt genug geschehe. Ick muß dieses Kapitel etwas'ausfubr- licbcr bsrührcn, weil von Verschiedenen Saiten voUßandm irrige Auffassungen vorgebracht sind. Wie liegt es mit den grrneucrun-gen bei den Privatbahnen? Diese bilden Rescrvc- und Errreuerungs- fonds, in welcbe fie regelmäßig am Absrblnf: des Ja'bres bestimmte, nacb tbeoretiscbcn Grundsätzen ermittelte Summen zuruckleaen, welche, nach Acbskilomeicr und Nußkiiometer bemessen, den bcirrffendcn .Ver- schleiß dcs Unterncbmens darstellen sollen, um die Bilanz herzrrsteileu. Aus diesen Fonds bestreiten sie die Erneuerungs-Ausgabcn. Bei den Staatsbahnen machen wir es anders; da machen wir sebr lange vor- her mit dem Etat den Voranschlag, indem wir annehmen, es werden so und so viel Achskiiometer und so und so viel Nußkilomcter zurückgelegt, irmittein den Saß danach, der zur Erneuerung zu Ver- wenden wäre und steiicn din Saß in den Etat. Bei den Privatbahnen _ da:! bestätigt ja die Erfahruxg _ wird keineswegs stets die Stücklage vcrbra11cht , die in den Erneuerungsfonds fliaßen soil, mitunicr aber auch mehr, und bxi ciner :iijigen Einrichtrmg müßie ein Mo- ment eintreten, wo der Fonds überhaupt keinen Pfennig