1880 / 276 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 23 Nov 1880 18:00:01 GMT) scan diff

habe DT(NLÖUST) die Erklärnng für die vorgestrkge Okeußemmg ;

des Abg. Windtlwrst erhalten, in welcher der_Abg. _WinYt- horst gesagt habs, cr spreche nur von seiner Perron, xncht fur seine Partei. Das sei bis Rede des Mannes, der_d1e Y_nae: legcnhcit mit der nöthigen Klarheit und dem nöthmen Ernst behandele. Es wäre für das Centrum besser gewcsen, mMn dio Dßbatte nur einen Tag gedaULrt hätts und das Haus nicht gezwungen worden wäre, die unklaren Ausführungen eine?- Mamch uns dem zweiten Range OLE Centrumszu hören. Dasseien die schlimmsten Wendungen, die der Sacbe nicht1x1it Thatsachen, sondern nur mit allgemeinon Verdächtigunaßn zu Lechs gingen. Wo ssi ,die Statistik, aus der dsr Redner schöpfe. Dte Statistik DéutsMands laute günstig für die Juden, w-xmg- stens dio. Kriminalstatistik! Der Abg. Bach€m habe von der norddsutsckxen Bundeßanleihs gesprochen, wisse dcrselch denn nicht, daß dis Anloilx nicht an der BörsG aufgelegt s'91„ son- dern vom ganzen Lande gefordert sti. Wa?- dic ]üdtjchkn Gründer betrsffs: Seien denn die vom Abg. Lasker, cmem Juden, in seiner bckatmten Rede zuerst gekennzeichneth(Hrß'm: d-cr denn Juden gewesen? Der Wuch€r sei zwar schmzduck); abcr gebe». es nicht auch christliche Wucherer? Sogar m der heiligkn Stadt Cöln gebe es deren. Und wsr sei in dem Be- richt der Bsrliner Volksbank dem Wuchsr zuerst entgegen- getretsn? Wieder ein Jude, Straßmann sei es gewssxn. Das seien Tlmtfachm gegenüber den von konsßrvativer SLZte erho- benen a11genwinen Verdächtignngen. Wo ein Juhe 61xe Aus: schreitung begehe, da trete Die FortschrittSpartN, da trekßn dis JLL'OEU selbst dagkgcn auf. Aber wer habe [[ck Ausschrsitnngen vorzuwerfen? Sei von jüdischer (52112 eine anlehnung gegen den Staat vyraekommen ? Die Jndsn seien durch das noch gsltende Gesetz von 1847 Mit mehr eingeengt, als dw Katholiken; dex Staat habe sich Ein Aufsichtleecht iibcr die SynagogMgemsmhe ge- wußrt, das tief in dM KultuéI einschneidE; habß man ]8 as- hört, das; die Juden sich dagegen aufgelehnt hättcn? Wo seien dic Ausschreitungen? Er habe es imnwr deanert, Mun edle Bestrcbungen profanirt würden; die dM Kraftken pfle- gende Nonne sskw man im Rathhaus abgebildet; den über hobsProbléme in scin€r Zelle brütenden Mönch kön_nc man darum nichtadbildsn,weilden jain 190161789116 Niemand whe ! Wa6_d1e Prkffs bstrTfe, so habe der Nbg. Backzem sick) das Wort „]t'td11ch= fortschrittki 8“ Presse e*ntschlüpfenla ssen; daraus ercnno er 1316 Abstckxt dessélben: die Juden schlage man, dis Libsratxn 11161116 man! Unter der jüdi1ch9n Prsffe sei die PoscnerZeUUng gs: nannt worden; weder ein Vesißsr, noch ein Redactenr und Mitarbeiter dieses Blattes sei ein ZWS; absr das „Possner Regiernngsblatt ashörc 61116111 Juden! Aber W91l man KML]! die liberale PrLsse in den größeren Städtén mcht aufkommcn könne, rufe man in der Verzweifelung dM Rassen; kampf zU Hülfe. Mansage, die Interpellation seiinopyortun? Allerdinch, für die konservative Partei sei sie, LS, 016 Forz- schritt§1mrtei sei mit ihrem Erfolg sehr zufrieden. Wenn die rechte Seite dicsss Hauses so zufrieden wäre, wiE séme (dec:- Rednerß Partei), dann wäre nicht die Dskattß auf [)LUW noch aUcdedehnt, um dM Abg. Stöcker wsniastsns noch zu hören. Dis Bewegung ssi auch auf Berlin nicht bescyrmxkt; da würden die Berliner Stadtverordnetsn sich selbst „helfen könnexn. Aber die Vervégung greife in daE Land hmüber,

die Petition werde an Landraths- und _andeytz Aemter vsr- sandt; es sei Zeit, daß man das Land au11119rk1an1 mackxs, Wer den Frieden im Land untergrabe; das hohe Haus repräxennxe das Gewissen des Volkes, und daran appellire er; er sex, mr_e gesagt, mit dSm Erfolg dér Interpellation wohl zufrieden. DLS

christlich=soziale Partei sei jsßt aus der Offensiv? in dic? De- fensive gedrängt, Und das finde man inopportun. Einzelne Hßtten ihren Namen schon zurückgezogen. Das sei der Druck der öffe11tl1chen MUnung, nicht jüdischer Terrorismus. Er bczieho scinc Worte auf LOMO außerhalb des Hauses; wenn sic!) kei11ck)rist[ich:konser- vativcr Rochtsanwalt für diese Partei finde, warmn wsnde man sick) nicht an dM Abg. Schröder-Lippstadt? Es» sei _1'l)m aber zu kleinlich, auf diese erbärmlichcn Einzelheitcn zurück 311 kommen. Vor 33 Jahren habe sich ein konservativer Mann, der sogar Manchßs vom Zunksr an sich «elmbt habe, der Freilxsrr von Vincke, dahin attsgesprochen (Rednsr verlas die SWM), daß derselbe das Wort „christlichr Staat“ nicht ver.- stelze, da dsr Staat nicht berufen, noch fähig sei, die clxristlickw Moral zn realisirkn, zmn Beispiel das» Gkscß „DU soklst 111ckt tödten“ würd? den Krieg negircn ; schließlich habs H7“. VM VMM: «sagt, die Jndsn seien zum Staatsbürger 1111d Bkmntcn sehr wohl fähig. ES sei eine z-rage der Zeit, das; man a_nfRodcxg, die vor 83 Jahren gehaten seien, ]“th zuriickxxreiwn müßt», und di? Freunde ch Abg. Bach2m brauchten dkmsslben für dies Wort nicht dankbar zu sein, man könntces gégen diesklben anwxndcn, 1321111 vom christlichen Staat zum evangelischn Staat sei nur ein Schritt; die Katholiken hät 1611 es ja scxbst bLi den Simultanschulen bewiesen, wo sie schon katholiftl'e Schnlen vsrlangt hätten; in einem Flugblatt hättsn die Katho- liksn gesagt: Die katholischén Ektern sollten darauf hinwirkcn, das;, um Miskaben zu verhindern, katholischs Jünglinge und Jungfranßn nicht mit protsstantischen verkehrten. Der Abg. ])1'. Franz habe einmal darauf hingewiesen, um dor Noth des katholisch?" Arbeiters zu steuern, soUte man mtr von diesem, nicht vom Juden kaufen. Nur einmal habe eine Partei die Industrie in den Kampf hineingezogen, das seien die Sozial: demokraten in Altona gewcsen, und als das im Reichstag znr Sprache gekommen sei, habe der Abg. Bebel seinc Altonaer Genossen deLavouirt. Er wolle jLHt über die cbristlich=s0ziale Bewegung sprechen: er wolle dem nach ihm sprxchcnden Herrn Material geben; die Sozialdemokratsn stimmten überein mit den Cl)ristlich:Sozialcn m ihren Zielen und in der Mstlzode. Die ChristlickxSozialen woÜten Überall Staatshülfe eintreten lassen. Hüte man sick) vor diesen, der romanischen Rasse eigenen, dcr germanischen noch ziemlich fremden Idee; denn wenn der Staat einmal diese Ansprüche nicht erfijklen könne, gebe es Revolutionen, und es würden dann die allen Deut: schen theuren Institutionen untergehen; in der Methode stimmtcn Sozialocmokraten und Christlich-Soziale in sofern übersin, als beide dadurch wirkten, daß sie sich an das Volk wendeten. In den christkich=sozialen“Versammlungen gehe es so zu: Nach des Abg. Stöcker Vortrag! entstehs eine Pause und wenn die Debatte beginnen solle, entstehe Lärm, den der Abg.Stöcker nicht mehr beherrsche. (Redner verlas die Schil- derung einer christlich-sozialen Versammlung nach dem Berichte der „Pos “, die z. B. mit den Worten: H0ch Stöcker! Hoch LassalXe! u. s. m. unter der angemeinen Heiterkeit der Anwesenden schloß). Die Sozialdemokratie sei itzsofer11 unschuldiger, als sie nicht, wie die Ctzriülicb-Sozialen, dte Nasse dskämpfe; dieses Bekämpfen der Rasse sci brutal, weil das nur mit dem Todtscblagen des Bekämpften aufhören

könne. Jm Uebrigen aber süßen Christlich-Soziale und So: -

zialdc-mokrafon fliédlick) zusammen ; 3. V. die ausgewé'cscnenßtznn wieder zurückgelasséjéen Herren Körner und Finn, 016 vor MULL]: Zsét als Soxiolbcmokraten kandidirt lzättcn, säßey [191112 xml den Cl)ristlich:Sozialen zusammen“ diese nenntcn slck) Königkck)

. preußische Sozialdemokraten; dieZelben glaybten also,. Hülfe . der Regieknna 31: finden; Hr. von Madax würde ste auch z kaum znrückßelaffen habsn, wcnn dkrfclbe nicht gkglaubt habe,

nach obenbin danxit aefäüig zu sein; woher komme Überhaupt das led zu der ck)xistlich:sozialen Agitation? Ta set dock) em Zusammenhang mit einem Reptilionfonds sehr zu argwöhnen; es sei überhaupt im Volke die? Meinung verbreixet, Fürst BiZtnarck stehe der christlich-sozial9n Vcwegung mcht fernx. Abor hüte 111-111 sich; schon einmal habe die Regierung nut der SUzialk-emokratic geliebäugelt; dissélbe habs dissen Zy- sammenhang crst aufgégeben, als diescboxxßlichen Att-xntate dW Früchte der SWinldemokratiS gLZEiQt hätten. Er habe stets vorher gewarnt; joßt warne er, wie früher der Abg. SckzUlzc: Delißsck): Hüte man sich davor, die Lcidsnsckyasten dcr Msnge zu wscken! Dicsclbe WSWS vor Predigsrn n€cht stehßn blecn!

Der Abg. Stöcker erklärte, wcnn dsr Vorredm'r «Wünscht habe, die cbristlicb-soziale Bewegung mögs stck) wenigstMB (mf die DCfSUsiVL [»?sck)ränken, so könne er demselben sagen, daß sie sick) stark gcm'g fühle», um kräftig in 016 Offonswc Über: zugélxzn. Was aber die sittliche Entrüstung anbstreffc, mit der dEr AM. Richter gegen dis Vßweaung gesprochen, so stelw; hier sittliM Entrüstung gegen sittliche: Entrüstung. Er ssl sick) auch der 1301an Verantwortlichkeit dafür wol)! bewußt, daß er, nnd zwar als Geistlicher, sick) an die Spißs der clnistlick) : sozialen Boweguna JLstSÜt babe. Hin: ter ihm ständen “index? Millionen, darUUter Viele 13011de ““BR-liner Fortschrittspartsi, wie LL“ aus zahlreichen Briefen nuchmsissn könnL. DSL“ Vergleich mit den Sozialistsn treffs nicht zu. Der christliche Geist beherrsche dic bössn Elemente, der fortschrittliche Lntfcssele sis. Er habe das Feld der Agitation in Berlin bLthLU, um die SozialdNnokratsn aus ihrer Vsrirrung herauszureißan. Aus dsr Fortschritts- partei seien sie“, zur Sozialdemokratic übsrgßtréten und (13th dieser kämsn sie zu seiner Partei. Zwischen Sozialcngmd Sozialisten ski ein tiefer Untorschied. Sozialistisck) ss,»! dic: Forderung, daß KUSS Privatsigenjlmm koÜthivikt werden 10119. SOzial sei nichts Anderes ab.?» die gcfellschuftlichc Aufsas11mg der Dinge. DieJsolirung, die Atomisirnng babs Prsußcn da: hin gsbracht, wo es )'th sei. Was er wokle, sZi nnr die Organisation, in der die Arbeiter sick) alE Brüder fühlen soUtM. Er sei erstaUnt, daß der Abg. Nick)ter kcincn Schmerz habe für den Nothschrei dé]? viel bedrängten Handwerker, dL]: rninirtEn Existenzen hier in Berlin Und im Lymde. Er weise hier, auf disser Stellc», noch einmal auf den Noth- stcméx in ObLksckÜLsÜLU hin. Habe man ss denn 11ick)t amtlich zn kaühkék] [:e-„kommen, daß es WUCHLL' sei, meist jüdischer Art, 111110: dem die ganze Kraft dort zu GULUDS g€[)e. ES Mien nicht bloß Stinnmmgen, die: in Nr anTijs'tdischeU Bewygnng wirkten, sondern schrsiende Thatsachen. ES [WWW ifm sympathisch, wenn von jener Seite daS erie Wort betont werde, nur solls man es nicht immer nach obcn hin schlendern, sondsrn ers anwendsn, wo es hin gehöre, anf die Schädsm des Volkslebsns. Die Judenfrage sei für ihn keine reliaiösk, auck) keimx Raffenfrage, sondern eine sozial-ethijche. Sie bsstehe darin, das; eine halbe MiÜion jiidjscher Mitbürger, einem andsrn Stamme angehörend, in der Rsligion,in ihrem Dcnkcn, Fühlyn und Wollen von den Deutschen verschieden, mit her dexttsckxcn Art nicht immer einH, in dem dentsckwn Volke mne Position einnähmen, Molche demZaHlenvcrhältniß der jüdischsn Bevöch-rung absolut nicht entspreche. Vegabt mit eimsr starksn Kapitalkrast Und auch mit vielem Talent“, drücktc-n disse Männ-or an das öffentliche LWen; nicht blos in Handol Und (5501119,er sondkrn auch in kommunalßn Angelegenheitem, in 73911 sittlich-sozialen Verhältnisssm, ja in dcn kirchlichen Ange: lkg-emwéitcn wirkten sie mit dem Einffuffe, den sis hätten, und das sei leerträalich. Man sage, etZ sLi Neid dsr Chxisten. Er kSnne 018 Männer, welche in dicht Beanng ständßn, und vsrsichére, er habe von diLsEm Neido auß; dem Munde diéskr Männ-er nichts gehört. Mit der Formel, dxxß man dor jüdischén Bevölkernng Dnldnng gewährcn solle, sei die Frage nicht erschöpft; ach) das; die Existenz des prenszischen Staats an dic politisch? Glcichbcrcchtiguna dsr Konfessionen Nsknüpst sei, könne er nicht anerkennen. Uebrigens sci Ms Judentwtm keip-e Konfession, es habe kein Bskknnmiß. Er géstkhc zu, das; dic Christen mit den Juden in Frieden [Eben müßtext. Absr das solls Niemand leugnen, kms; Preußen ein ckTistk1ch6r Staat sei, in dcm 79/80 der Einwohner Christen seicn; dicxse hätten ein ROM zu fordern, daß der preußische Staat als eim? ck)ristliche GescUschast angesehkn, vom einer cbristlichsn Obrig- keit régiert Und nach eimer christlickwn Gescßgeönng bs: handslt werds. Die Frage, die cht znr Diskussion sick)», wolle man einigen wenigßn Pßrsonen in die Schuhe schicbe'n. Er [mbc die Frage nur in das öffentliche LWL]! Übergklsitct und sie in einen rnhig-zn Fluß gebracht. Man weiss auf Rumänien hin. Warte man aber nur ein Lebanltc-rynd man wsrde sclzcv, was durch diese Emanzipation aus Rumänisn gewor- dcn sein werde. Ein jüdischer SchriftsteU-zr sage: „Binnsn 30 Jahren werde der Ackerbau Galiziens sich zum großen Theil in den Händen der Judsn befinden. Auch hier sehe man wisder das Walten der göttlichon Vorsehung!“ Er habs keine Antipathie, weder gegen das Volk im Ganzen, Noc!) gegen irgend einen einzelnen Israeliten. Dsn Vorwurf, daß er daSJudenthm an sich proskribirenfollc, weise er mitEntscbic- denheitzurück. HouteMorgenhabe ihmcin gebildetcsr Jude erklärt, dEr in den Versammlungen seiner Partei seineArt kennenge- lernt habe, daß derselbe ihm zu dem hentigen Tags Glück münscbo. Er habe seinen Einfluß dazu gebraucht, von direkton An: griffsn gegen das Judenthum abzumahnen. Er bemühe sich bLsonders, die?) bezüglich der gstauftcn Judkn zu thun und zu vcrhimdern, daß sich der Haß bis aus das 3. und 4. (H'lied erstrecke. Die Antisemitcnliga habe er nicht begründet, auch habe er derselben nie angehört. Er habe nur die Statuten derselben zugeschickt erhalten. Ebenso verhalte es sich mit der „Wahrheit“. Er habe dieselbe nicht unterstüßt, lese sie auch nicht, Aber das glaube er, daß die Männer von der Partei des „Kladderadatlxch“, des „Ulk“ und der „Wespen“ keén Recht hätten, sich dart“: er zu beklagen, daß hier einmal nicht das Heilige, sondern das Unheilige verspottet werde. In diesen Blättern habe man die heiligstcn Gefühle des Christenthumg verhöhnt, die lieblichsten Gebete in den Schmuß gezogen, die schönsten evangelischen Lieder travestirt, dagegen habe er sich erhoben. Er zolle den übergetretenen Israeliten, wie Stahl, Neander, Mendelssohn vol1en Beifall; ebenso wie denjenigen ungetauften Juden, die in Kunst und Wissenschaft sich an der Entwickelung des preußischen Volks betheiligt hätten. Um diese handele es sich11icht. Er sei 11ach Berlin gekommen mit dem Datum des Civil-

stanngeseßes, bei dem voUständigsn kircégliäxen Bankerott, der veranlaßt sei von den Jufamien der ]iidjschen Presse; zur jüdischen Presse rechne er die Blätter, die un Vesrß von Zu- dcn seien oder von densekben geschrieben würdsn; dazu rechne er auch das „Berliner Tagsblatt“ und den „Kladdcradcztsck)“, auch wenn Lenke daran schricben, die einmal Theologxe stn- dirt hätten. Ans dsm großen Anwachsen der Sozialdemo- k-xatiQ Onde er dM Nothsckv'si des Armen vernommen: „He'lst uns äußeklick) und innerlich“. Er sei in dyn ngrxxrxd hm: cingesprungon, er hätts nicht gewußt, ww_ txes der: selbe sei. Er habe absr das Christliche mcht als Deckmantél für politisckx Bestrebungen benußt. Spkziexx in die Erörterung der Jnchanaqe einzutretsn, skifer dnrch unqualifixirbars Anxxriffc der ]Üdzsckzenercffs auf chrtst= lick)? Institutioncn, wie Synoxzen, M1sstonsf€112 2c. form; durck) AeußWungsn der Abgg. Straßnmnn nnd Löwe (VLL'UU) gx- 11ötl)igt worden. Er habs aber auch nur verlangt, das; du: Judkn ein wsnig bescheidener Und tolerautsr werden möchten., Die fortschrittlickwrx Hsrren hätten Übrigech für dis Agitation so lange, nur Spott und Hohn gehaßt, bi?» dsr Nba. Straß: mann in seinem Bezirk als Stadtverordnster nicht wieder: gewählt sci. Redner rechtfc'rtigte des MÜHSWTL die Be- strebungen der antisemitischen Pstitwn, welche von ihm nachträglich unterzeichnet sei, Und wies» nach, daß die jüdischs Litsratur ÜberfülXL sei von Haß nnd Usberlxbtmg dem Christenthum gegenüber und von jédor Toleranz Mit entfc'rnt. Jüdisäx SchriftstéU-sx ver: [angtexl gsradsbin eine bsvorzngte Stellnmg xür die Faden im Staate; die 7111181106 iIMÉUW sci dnrchauS keine blo e Wohl- thätigkeitsagitation. Die Judknfrage ssi zndkm eiUebrennendc, anch nicht blos in Dcutschlamd, s0nd€r1t sine? solche: in NUM LändWx der Welt. Die antijüdischc Vcw-xgnng vsrstosze da:: her nach Lage der Dingo in ksinsm Falls gcgen dis“ Ehre dxr Nation Und sei ksineswsch ans Has; KMM die jüdischen MU- bürgcr hßrvorgerufen; sondern lcdiglick) eine bkrechtigxe Ab: wehr. Die bskannte „ErklärUU-Z“ [Lide cm eittxsitiger Parteinahme. Der Drauf, d-Zn daS Judomthum anf die große Maffs des d€11tsch€n Volkes ansübe, er- schmsre unzweifelhaft die Gefahren der sozialen, Frage.“ Führe man doch nicht immcr daes Vermächtnis; Lsssmch- an'; ein [[tsrarisckxs Ereigniß, welches 100 Jahre alt set, Passe nicht für dis [)?Utigen politiscbsn Verhiiltnisse. DLL“ Nathqn im Lcssingschen Schauspiele sti kein JUN, dcr Christ kenx Christ, dcr Mubamedaner kein Muhmnedansr; der Jude Nathan sei ein Christ! Mommsen habe die Inden ein Elc- ment der nationalen DLkomposition gsn-„Umt; man kötme dock) nicht sagen, das; sie jkßt tren zusanwncn gehen würden mit dem dcutsckzkn Stamme? In W Erkxärung dsr Notabeln worde mm dem gleichen Nccht und der gleichon Sonne ge- sprochen. Er vsrlange weiter 11ichte3; er fordcrs aach nm: gleiches Recht für die christlichen Bestrchmgen. Der Abg. Richter habe nun mit Lkidcnschaftlickscit den Mythus wieder vorgßtragsn, daß die Lents, wclche in dsn Schwindeljahren sich an den Gründxxngén b:“tlxiligten, auf der konscrvativcn Soite gesessen hätten, Ihn haba diss indignixt. ES sei diese Debatte eine Abrechmma für die Unwahrhext, welcbe damals geübt sei; dEr visrte Thcil Dcrjcnigsn, wslche die Erklärung unterschriebsn hätten, hätten sich damals gn 16116111 Hexentanze um das goldenc Kalb bctheiligt, Die wett-

getriebsne jüdische Konkurrsnz drücke dée Löhne herab, das

werde muß in der Concordia ansrkanut, für welche auch ,der fortschrittliche Arbeiterführer 01“. Max Hirsch schretbe. Die sozials Frage sei auch Msentlich eine Lohnfrage, die sollts mcm Nicht nock) Vérschärfen. Der Druck, wschen dus JUMUWUM auf (Hrundbesiß, Hand_el_ und Ge- wsrbe aUÖ-Übß, sei einer der Gründe der Ver1chärfzmg der fozialon Fragen. Er sei gewiß geneigt der Minokttät das Priwilegium dcr [iebreichstsm fre1mdlichst9n Vehaztylng 311: zugestshen, aber nur wenn sie «3911 dic Mehrheu mxt der richtigen BLsckxidenheit austrstc. Wer Wind säs, W[dee Stnrm LTUWU, und wenn der Sturm kommen sollte), set 65 nicht die Minorität, WLlChL ihn a11§l3alten müsse, sondsrn dre große Masse der Nation. Ms in Berlin eine Leiche geftxydsn wordsn sti, da ssi ein jüdischer KreiSphysikns, ein ]Üdtsthét Amtsrichter Und ein jüdischerRefercndar crschi€mcmnnr die Lexxhe sci Wutsch JNVLsLU. Er Wünsche nicht, daß disses daS Schickjal der Stadt Berlin wsrdkn möchté. DLT? wal)re_ Fraund des dentsckxn Volkch müsse es, für sein:). schönsto Ansgabe krachtcn, dée gesunden christlichen Grnndlagen ch dc1xtsch011VolkIlebe11S zu erhalten. _ ' Der Nbg. Löwe (Borlin) erkärto, daß er 111 _emcr Etwas schmierigen Position gegcni'tbcr dem Vorrchßr sLl. Er habe nach dem Verlauf, nwlchcn die Debatte am Sonnahend genommsn, nicht die Absicht gehabt, in die Diskussron cm'zu: aroifcn, und Jeder im Hause wyrde fühlcn, weshalb er d1ese Abficht nicht gehabt hab?, Die Debatte am Sonna'veny sei cine solche gewesen, das; Niemand von sCiner Barter darein einzugreifen gebraucht habe. Vom ganzen Hause sei unter dsr Führung der Staatsregicrnng anerkannt worden, daß, wenn dis Petition dahin gchs, dée stagts: bürgerlichen Rechte der Jndcn zu beseitigen, daß Wcseö TreibLn an dsm Tische der Ministér das Bollwerk finden wsrdz». Dcr Nbg. Stöcker habs feine Untorsckyrist Umter die antxsemr- tischo Petition zuerst bestimmt abgelohnt, bis der Hinwxis quf den „Reichsbotcn“ ihn gezwungen hab?, seine Uuterschrtfx exn: zuräumon. Er müsse lzunächst eins großo Zahl von Unr1cht1g= keitkn konstatiren, we che der Vorredncr bei der Begründung seiner Angrjffe gegen die Juden sich habe zu Schulden kom: men lassen. Dicse Beispiele seien genügend, nm die Glgub- wiirdigkeit des Abg. Stöcker überhaupt zu charakteristren. Wohl möge man mit Recht einzelne Eigsnlxiten der Juden angreifen; doch möge man nicht vergsssen, daß dies nur dix Nachwirkung der Jahrhundsrto fortgesetzten Unterdrückung set. Der Abg. Stöcker habe, um seine Kampfmittel zu vermehren, ein Organ für judenfreundlich erklärt, weil Vr. Hirsch daran arbkite. Er konstatire, daß dieses Organ zu dem Verein ge- höre, der unter der Führnng und dem Patronat des Feld- marschalls von Moltke stehe. Wer könne erwarten, daß man den Worten eines Mannes Glauben schenke, der mit solchen Kampfmitteln zu wirken suche. Der Abg. Stöcker ändere seine Erklärungen allerdings nach Ort und Publikum, wie aus seinen Reden und Schriften hervorgehe. ?n einer Pastoren- konferenz konstatire derxelbe, daß die Juden rage keine Rassen- frage sei, da fie sont mit Mord und Todtschlag enden müßte, und in einer seincr Broschüren schreibe derselbe: „Auf diesem Boden des Kampfes stehe Rasse gegen Rasse“. Heißß das nicht in indirekter Weise zu Mord und Todt- schlag auffordern? Er könne die Partei des Abg. Stöcxer nur warnen, mit dem Feuer zn spielen; heute fewn es die Juden, denen man an den Leib wolle, ein an-

deres Mal andsre Klassen, die nicht zn diesem Vekenntniß ac- börten. Heute seien es nur doshalb die Juden, weil man in ihnen den Liberalismus treffen woÜe. Man werfe den Juden vor, daß sie nicht auf der Höhe der Kultur ständen. Verakffc man denn, wie das Leben des jüdischen Volkes sich entwickelt hab?, das; es bis in dieses Jahrhundert vom Grundbesiß, vom Acksrban anSgcschloffen gewesen ssi. Die Juden hätten kein Handwerk trciben dürfen, weil die Zünfte dies für unerträg- lick) hielten. Die Inden seien ja gczwungen gewssen, wie einer ihrsr Vorkämvfer sags, gezwungen, mit alten Klsidern ZU han: deln. Jsßt wolle man fie niekcrtretsn, weil die Juden noc!) thäten. Wie sxhr sti cs dsn Juden erschwert worden, nach der Emanzipation sich zu assimiliren dnrch deemrtigc: Kräfte, wie sie der Abg. Stöcker wisder wachgerufen habe. Viel richtiger h_cmdkle nmn, um diese Eiganhcitsn zu [)essitigen, den N1sin1ilir1mg§prozeß zu beschlc1migem nicht aber die Gegenfäßc von Nenem zu schärfen. Er protßséire dagegen, daß der Abg. Stöcksr im Namen der deutschen Nation irgend eit-w Forderung au6g€spr0chen habe, die demsäw Nation stehe auf €i1:9:n höhcren, ?Dcaleren SWW- punkw. Die Jnterpsllntion sei it)"! erwünscht, denn sie hach zur Klärung der Vc-rhältnisse s€l3r viel beigetraaen, und das deutsche Volk wisse )'Lßt, wo die Feinde und Freunde sein€r Kultur säßM. In der ganzen Bewegumg gebe es einen ein: zigcn festen mekt, dic Haltung dsr Regierung, den müßten dis Liboralen suchen.“ Ehe die Regiernng in der Lage gkwessn sei, 51: Erklären, daß 116 derartige Bestrebungen zurückweise, séi eine BLUUTUOÄJUUK durch das ganze Land gsgangen; seit vorgkstern sei die Sachs erklärt. Das; die Mauern der prenßischen Vsrfassnng nicht umgestürzt würden, dafür bürge dic fsste Erklärung der chicrnng. Darauf bauten AÜG, die im Interesse des pr-zn: ßische'n Volka-Mssns dM Indsn auf Grund der Verfassung gléickw Rschte gkmährcn wolXten. Dann werde ein ganz andererWohlftand erblühen, als wenn solckx Tendanen wieder zur Geltnng kämen, dic unter dem Dcckmantel der Nächstenliebe sic!) zu vcerrgen snchten. Von [).-,th ab werde man anerkemwn müsssn, das; die Judcn Gleichb€r€chtigung mit den Christen hättkn, daß man mit derartigcn Petitionen, wie sis der Abg. Stöcker in Sccxme gefaßt habe, nichts erreiche, Und daß dadurch nur dcr Vérsuck) gemacht werde“, das preußische Vater: land in das vorich Jahrhundert zurückzudrängen.

Der Abg. von Kröcher bemerkte, er woÜe auf die Judenfrage 11Tcht näher eingehen, sondern mtr feststeücn, für WM die Jntékpsllation Opportun, und für wen sie inopportun sei. Die Partsi, welch ein Imteresse daran habe, 7316 Dc- batte abgédroclxn zu sean, und welche sis lieber nicht ins Hans kommen geselxn hätte, fei dic Fortschrittéupartei. Was seien denn für schreckliche? Dings passirt, daß diEfe Partei sick) als Hüter dL-Z GeseHeS der Iésgierung und den Konservativen gngüber aufspißlen zu müssen geglaubt habe. Der Abg. Stöcksr habe eiUige Volksversmnmlungen abgehalten, in dMen dersOlbc in rUhiger Weise dis Judenfrage behandelt habe. Diess sticn von etwas mehr Leuten besucht, als dsr Fort- schrittspartei lieb gewestn zu sein scheine. Es seien am!) eiuige Llussäzrsitungon vorgkkmnmen. Das komms aber aUe Tags in Berliu vor; aber Gott sei Dank und Dank dem Widerstands, den seine (dcs Redners) Vartci seit 32 Jahren den auf das Gegentheil gsrichteten Bestrebungen der Fort- sckzrittspartei entgegßngcscßt habe, habe die Regierung noch die Macht, dicse Llusschrcktungen im Keim zu unterdrückßn. Der Abg. Stöcker habe bestritten, die Petition unterschrieben zu haben. WEnn seine Partei die Worte in die Wagschale legen woÜe, so habe er dio Patition auch nicht unterschrieben, sondsrn Nur den Aufruf, der die Petition verbrkitet habe. Er habe: also eine Pktitwn an den Reichskanzler gcrichtet. Das könns die FortschrittSpartei ja auch. Bei der großM geistigon Ueberlegenheik dcr Fortschrittspartei _- dissclbe be- haupte ja, Koryphäen der Wissenschaft in ihren Reihen zu habsn - wsrde cc:“) disskr Partei ja nicht schwer fallen, ein Wsrk hsrzustelwm das das „Machwerk der Dunkelmätmcr“ bei Weitem in_dcn Schatten steüen und schon hier in Bérlin so viele Unterschriften “finden würde, das; man der Provinzen nicht bedürfen würde und das bcthörte Volk da draußen seiner Partei überlaffen'könnte. Dcr Abg. Träger habe dem Hause vorgestern dariiber ems: Vorlssung gehaltM, was konservativ sei; er wol1e nur sagen, was er für nicht liberal halte: nämlich boi _ Ansfck)rcit11ngcn politische-r Gegner sofort nach der Volxzct zn rufen Und gegen den in den gescßlichen Schranken anf dem Vodsn des Versammlungsrcchts sich bewegenden GegnEr die Hülfe der ngieruna anzurufen. Wolle man das Vcrsmmnlunthrecht schmälern, so mache dock) dte F0rtschritt§part€i ihre Anträge; seine Partci werde die: selben wohlwollend crwägen und, so wcit es die konservativen Gr:;ndsäxzc 'znlicßcn, hsnsclbcn entgegenkotmnen. Die Fort- schr11tspcxrt21 habe alw durck) Anrufung der Polizri ihre Grundsätze aufgkgcbcn. Diesslbs habe nur das crrsiclx: 91,116 Propaganda fiir die Pstition, wie man sie sich nicht schöner malen könnte: das; die Judenfrage hier sachlich erörtert sci und der Angtöckcr Gchcacheit bekmnmen hätte, seine Prinzipien ausexnanderzustßcn. C'r ei LbLUsO wie der Abg. Löwe von der Yutmyrt der Regierung außerordßntlich befriedigt, er habe sie slch 111cht schöner denken können. Was habe die Fortschritts: pgrtct _dcnn eigentlich zu der ntcrpellation veranlaßt? Er kxpmx slch donkcn, daß die Fort chrittspartci Einige Besorgnis; fur 1hre Sive als Stadtvxlordnete und hier fühlc. Aber er rgtho derselben in akler Bejchcidenlxit, wenn sie künftig wieder ems solckwBssorgnis; fühle, sich es nicht gleich so merken zu lassen. Ntchts entrzmthjge dcn Soldaten so als die Furcht des FULMLW, und ebemo stehe es mit den Wählern. Die Geschichte lehre, 'das; maxx durch Aufgabe der Prinzipien den schwinden: den Etn'flus; mcht wiederhersteüe, sondern ganz verliere; die Jortscht1tt53partei habe dnrck) Preisgabe der Vergangenheit die »lzkunst verloren; mit der Interpellation habe dicsclbe die

gge an _ den A| gefeßt, auf dem sie Me und die Folgen wiirden nicht ausbleibcn.

Dcr Abg. Rickert trat für die Opportunität der Inter: chgtwn em. Er müsse mit einer persönlichen Bemerkung begmnen; Her Abg. Stöcker habe gesagt, daß ein roßer Theil der Unterzcxchncr der bekannten Erklärung seiner „Zeit um das goldene Kalb, etanzt habe; sein (des Redners) Name stehe arzch xmter dxe cr Erklärung; was meine also der Abg. Stöcker m1t d1e_scn Worten? Wenn der Ab . Stöcker das nicht von der Trtbüne herab erklären werde, So werde er ihn des Miß- brquchs der Tribüne anklagen. Er spreche noch gele entlich wetter, darüber! Dem Abg. von Kröcher erwidere er: ni t feine Parket Habe nack ))le Polizei gerufen ondern die konservative Partei age, da dtc Regierung derfe ben nahestehe, und das wolle er von per Regierung verneint sehen. Er habe empfun- den und empfmde Schmach Über die lichkeit einer solchen Debatte; das Ausland urthcile schön üJer solche Zustände!

Wenn dis konservative Partei keine Schu darübsr empfinde, ;

daß man gegen die jüdischen kitbürgcr so heftige Anklagen umnotivirt schleudere, so bcdausre

Der Abg. Stöcker sage, er mildere den Huf; gégen die

JUÖCN? Wie WQÜL derselbe damit die Nedsn vereinen, die ; er (Redner) nach dem Kreuzzeitungßbsricht vorlesen wcrde; *

(Rednsr verlas eine Rede vom Abg. Stöcker, _d_ie den Juden Schwindlei beim Konkurs und andereZ vorrmrxt.) Die heu-

1igen Worts des Abg. Stöcker ließsn sich mit seinen früheren ;

nur dann verkinen, wenn derselbe mit den Wortm Linen an-

deren Sinn verbinde, als seine (dcs RcdnerS) Partei. Er be- :

dauers, das; die Debatte heute im GLgMsaß zn dsr vom Sonn-

abcnd so heftig geworden sei; aber der Abg. Bachem habe “7

angefangßn! Die einzelnen Anklagen des Abg. Stöcker seien glänzgxtd Widérlßgk; der schlechten jüdischén Presse halte er die schl€chts 11ichtjüdische entgegen, das „Vaterland“ enthalte z. B. Artikel, die er vorzulesen sick) schä11:€- Di? jüdischen Wnch3rer, sage der Abg. Stöcker, seisn am Nothstand in Schlesien SchUld. Die Konservativén sagten, 01? Juden seien stets in dé]: Opposition; UUd Rothschild? Und Strousberg? Was wäre die konservativs Partei ohne Stahl Und LW? MW: man woÜe auf konservativsr Seite den In- den gsgenüber keine Duldung, man wolje das Géséß W die: fclbcn nicht anwcnden. Er habe das mit so schweren Opfern Und dem Muss der dkutsckxn Brüder errichtexe DLUtschs Reich bisher für einen Hort des Friedens nicht nnr :mch Außen hin, sondern auch nach Jnnsn gehalten. C“?» soklte der Träger 1011er kulturellén Mission sein, dic vom ganzsn civilisirten NuElande dem deutschen Volke zugesthrikben wurdc. Glanbe man, daß es diesen BSrUf unter der Firma dsr Christlich- Soziaksn erfülle? (Rufe im CMU'UM; Kulturkampf!) WERU die Herren vom Csntrum W), wie die: ]izdischen Miibürger, unter die Autorität, unter die Hoheit dte dcxxtsckzen Gessße ftellsn würden, dann Würde auch dieser Kamps aufhören. Deshalb könne am!) der dsm Csntrum so fxcundlick) gesinnte Minister von Puttkamer diesen Kampf mcht bccndigcm, weil die Katholiken die Ankorität und Hoheit der Gesetze nicht anerkennten, der Goseße, dis anf geordnetem nge ZU Stande gekommen seien. Also spreche das Centrum hier nicht fortwähreud von Kulturkampf! DW jüdischen Mit- bürger hätten sich dsr Autorität des (Heskße's gefügt, und das sei der Unterschied. Ein evangelischer Geistlicher, Pastor Gruber in Reichenbach i. Schl., sags in seinyr Schrift „Christ Und Jsraelit“, die auch in den höchsten Kreissn Anerkennung gefundßn habe: Die Möglichkeit, daß Ideen, welche heute noch in den Köpfem der oberen Zehntansend hausten, auch in die niederen Schich§en des Volkes hinabsinken und dort, wo die Fäuste schnell das Denken Überflüssig machten, in WHL Gewaltthaten umgcseßt würden; die Möglichkeit, daß bei irgend einer Erschütterung dcs Volkskörpers oder_ irgßnd einsr Erregung der Volksseele Haß und Leiden: scha1t sine grausige Befriedigung suchen würde, sei auch in diesem Jahrhundert der Bildnng und Aufgsklärthait keines: wegs ausgeschlossen. Noel) sei es „Zeit, der Erregnng Maß zu gcben; noch könne dEr Fricds, welcher die stärksten und ge- fährlichsten Leidenschaften, rcligiöss und nationale in FessLln halte, znm Heil des Ganzen und zur Ebrc der Menschheit er- halten Weren; noc!) seien in dissen! Streit Hand und Ge: wissen unbkflkckt, und Gott gebe, das; nicht UUtEk dem Vor- wande seines heiligen Namens die Unheilige Flammo des HassLS dic Horzen ÖL?- preußischen Volkes vcrsehre!“ Dis Fundamente des Deutschen: Reichs könnten ins Schwanken ge: rathcn, wenn man sie hier antasté. Friede Und Freiheit für die Ueberzeugung und das Gewissen dcs Einzekncn, nicht aber jsnc Umwrcckustrtigten Verdäckxigungen und Amzriffe gcqsn deutschs Mitbürger, die in Ehren mit allM gemeinsam arbsi- teten für Vatcrland Und FBCihLif, sei von allen zu erstreben!

Der Abg. Stroffer erklärte, er kömw trotz der vorgerückten Stunde leider nicht kurz sein, verspreche indxffen möglichst? Objéktivität. Dcr Abg. Rickert [)ubc jßdenfalLE chacht, die Jntcrchatwn werde hier im Hause DCILskle Effekt haben, wie in der Berlinßr Stadtvsrordnoten-Bersannnlung; derselbe habe sich aber gründlich geirrt, noch mehr aber. darin, daß dersélbe behauptet habe, das deutsche Volk werde nicht mit den Konservativen in diefsn Kampf tretxzn. Das séi eben die Eigcnheit der Liberalcn, immcr die Nation hinter sich zu ver: muthen, auch wenn man wie bei den Wahlen, davon gar nicht§ merke. Der Vorwurk, daß da?- Wirken des Abg. Stöcker kein Beweis für die christliche Liebe sei, widerlogc sich schon durch die Thatsache, daß der Genannte Tag Und Nacht an dem Werke der inneren Mission mit unermcßlicher Mühe arbßite. Dem Centrum die Unterwerfung unter die Gesetze zn Unpfel)len, mögs man dock) Endlich aufhören“ konne ÖLUU der Abg. Richter die Lehre des Landrechts vom paxfivcn Widkrstande nicht? Die Juden seicn Deutsche, sage der Abg. Rickckt; jeßt begöxmen die besseren Kräfte unter ihnen sick) zn regen. Das sei falsch; die schlechten kämen auf, wic? dio jüdische Presse täglich bs: weise. Wonn der Abg. Richter sick) als Stüße der Monarchie goberds, so werde bald das Sprüchwort zur Geltung kommen: „Gott schütze mich vor meinen Freunden!“ Die Angriffe des Abg. Stöcker gegen die Börse seien nur zu gerecht, sie richte: ten sich gegen ein Institut, dssscn Thätigkeit zn neun Zehn: teln Schwindel sei. Der Abg. Richter habe sich auch auf Schulze-Dclißsck) berufen und gewarnt, die Bestie im Menschen zu reizen. Hätte sich das doch die Fortschritthpartei 1848 ge: sagt! Der Anlaß zur Jnteeration sci cin Jude von nichk unzwcifclhaftem Attest, der mit falschen EtiqULttes zehn Jahre lang manipulirt habe und sich vom (He: richt erst habe das Handwcrk legen lassen müssen. Die Stadtverordnetenversammlung habe ganz Unberechtigt für die Juden Partei genommen, namentlich der Abg. HsrmeS, ohne etwas mehr als Zeitux1g§11achrichtcn zu kennen. Redner rekapitulirte noch einmal den bckanntexx Vorfal] und hob [)er- vor, daß der Jude mit der Ohrfeigc soxort sein eigener Richter geworden sei. Hätte solche Handlungswekse zur Zeit des Kulturkmnpfcs Cours gehabt, dann würden die Backen von Tausendsn von Juden ebrannt haben! Das; Hr. Hermes in die Stadtverordnetenver ammlung gekommen sei, sei sehr er- staunlich; wenn die Andern 11ichtebenso gewssen wären, so hätte das gar nicht ge chehen können! Ebenso einseitig habe auch der Stadtschul: atl) Or. Cauer gehandelt, hoffentlich werde das Provinzialschulkoaéginm auch ihm den Standpunkt klar machen, der einem'gerichtlich bestraften Juden ohne Weiteres gegen zwei unter seinem Schuhe stchcnde Lehrer Recht gegeben und in ihre Verdummung eingestimmt habe. Ebenso müsse man über den Gymnasial-Direktor Kempf erstaunt sein; diese alten Herren träten den Schülern der Obersccunda gegenüber in ein sehr schlechtes Licht! Nun aber komme noch der Abg. Dr. Langertzans; ebenso eifrig, W die drei Vordermänner desselben, habe derselbe der „weiteren Mit: und Nachwelt“ be-

er das. ck

mkisen onen, das; die Berliner Sta?)tvsrordneten-Versamm- , lung geßen ein solches uvflätbich Gebahren vrotestire. Das sei dsr Despotißmus der Fortschritt-Zpartei. Dieselbe, welche ; zwar, gegen Prügelstrafe ei, nehme aber für sich das Nccht der körperlichen Züchtigung jederzeit in Anspruch! Die Er- klärung von 76 Herren sei wie die Folge einer ansteckenden Krankheit gekommen; für den bcstraften, zweifelhaften Juden träten sie in die Sck1ranken! Seit 1870 sollten ja aUchgen- säße ausgkglichen sein! Aber wer babe denKUlturkampf ent- zixndet? 'Der Fortschritt vor Allem! Wenn aUe Juden so wären WLG der Lessingsche Nathan, dann wäre die Juden- frage ans der Welt geschafft. Er kenne auch eine _Menge Juden, vor denen er aÜen Respekt habe; ]a, 61: habs vor einem wahrhaft gläubigen Juden mehr Respekt, alS vor der ganzen Fortschrittspartei zusammen. Er wolle cs begründen. Denn er habe noch niemals kaand qus dex Fortschrittspartei auch nur ein Wort für skins christ- l1che K1rche [pr,echen hören. Der Abg. Trägéx habe nenlich gßsagt, er sexem gläubigsr Christ; das habe ihn an seiner Mei- nung etwas 1rre gemacht; aber es gebe auch wunderliche Heilige. Für das, was der Abg. Stöcker in der Stadtmission gsthan hqbc, soUten demsklben Magistrat und Stadtverordnete Dank mssen; 151 nxan soUte denselben zUm Ehrenbürger Ernennen. Gßgen dxe 1chmachU0Üen Verleumdungen, dis der „Börsen- Courier“ ge en den Abg. Stöcker gerichtet habe, habe kein Jude Brotes?“ erhoben. Es gingen ihm Und ssiUen politischen Freundsn ]eßt, Täglich Postkarten mit Schimpfereien aus fortschrittl1chen Kreisen zu. Ms die Gsneral- synqde «schlossen fei, habe man von der Nothwsndigkeit einer DLStnfeknon des Saales des Herrßnhauses gssprochen, was würpe die Fortschritteßpartei dazu fagsn, wenn morgen der „Re:chsbote“ schriebe: Bei dsr großM Zahl DLL“ Judén, die auf den Tribüncn aewssen seien, sei eine AuEräuchcrung des Saalecs 1zothwendig! Er möchte dmm nock) diz jüdische Presse hüten, stck) um die christlichen Glaubsnssachkn nicht zu küm- mern. Der Abg. Laerr habe sich in ssiner bskaxmten Grün- dungSrede 4 oder 5Konservativeherausgesucht, aber bei seinen Gxagberxtx- und Standesgenoffen sei dersclbe stehen gcblisben. DW ]Üd1schs Hof- und GÜterfchläckUersi sei ein tiescr Schade des pxexxßischen Volkslebens. Gßfährlickxr aber s€i dsr Kos- xnopoltthnms der Juden. Das Kapital sei in DM Händen der ]üdrschen Bankiers; in der Reichsbank süßen 95 Juden und nur 5 Christen. Bei der Einführung der Gold- währung habe der Staat 90 Millionen verloren, von denen W) 89 jn die Kassen von Juden vsrkrümelt hätten. Stahx set allerdmgs ein Jude gewesen, aber derselbe sei ein gläublger Christ Und guter Konservativer gewordxzn. Wenn (1119 500 000 Juden es eben so machten, so soUten fie wikl- kymmen sein. _Leo sei dagegen kein Jude, sondsrn Sohn emes protestan1i1chen Geistlichen. Zn dLn Bsfreiunaskriegen sei von dsr Tapferkeit der Juden nicht viel zu merken gewesen, 1864, 1866 und 1870 hätten sie sich brav gehalten. Aber Yin Schlachtfeld sei es, wo die Juden bei der Niedermeßelung Mer Gegner Außerordentliches leisteten. Das sLi die Börse. Dre ft11anzieÜen Leichen der Börse übcrstiegen das Maß aller Tpdten und Verwundeten in allen Kriegen von den Freiheits- krtegcn at]., Dsr Antisemitenliga gehöre er (Nedmr) nicht an, er btllzge auch die Kampfesweise der „Wahrhßit“ nicht, abex erklärl1ch könne er sie finden. Man müffs ach Mög- liche thun, um die den Juden nach anhaftenven Fehier zu be- seitigen und überall Front umchen, wo die Christen Von den Juden bekämpft würden, dann werde der Frieden schon kommen.

Nachdem ein Vertagungsantrag abgelshnt war, erklärte dsr Abg. ])r. Virchow, er habe nicht die Absicht, das Haus laugs zu belästigen, absr er müsse EiniZLS zur Abwehr sagen. Dsr Abg. Stroffex habe mit Zähigkeü bshauptct, daß die liberalen Parteien durch den FalT Kantorowicz zu ihrer Er- klärung veranlaßt seisn. Hrn. Kantorowicz müsss er gegen Abg. Stwsser in Schutz nehmen. In Bezug auf die Ver- gangenhsit des Kantorowicz habe es sick) nach Minen Erkun- digungen nur um einen Civilprozesz gehandslt und zwar um einem sehr zweifelhaften Fal1. Er wolle auch nicht auf die Nngelcgenheit der Stadtverordnctenversammlung eingehen. Absr er müsse doch sagen, daß Hr. Caucr mehr der konfer- vatim'n Partei angehörs, als der liberalon. Dcr Redner wandte sich sodann speziell gegen den Abg. Stöcker, dem er vorwcrfe, in seinsn (des Abg. Stöcker) Vordersäßen in lebhaft agitatorifcbcr Wsise gégsn die Juden vorzugehen, in seinen Schlußfolgsrungen aber dann sehr gemäßigt aufzutreten. Das Volk ziche dagegen naturgemäß cms seinen Vordersäkzcu erlwblick) kräftigere Schlüsse. Das Verfahren des Abg. Stöcker gleiche dsmjcnigen eines- Mannes, der eine Vrandfacksl [)ixmnsscl)lsuderc und sodann wieder zurückziehe, Olmo sich darum zu bckiimmern, ob nicht die dadnrck) umhergestreutsn Funken einen verderb- lichen Brand entfachen könntcn. Die gesammte Debatte glaube er (Redner) nun mehr dahin refumircn zu können, daß sich keins einzige Partei im Hause gefunden babs, welche geneigt gewesen sei, die Pctition zu VLrtkr'tM. Erwäge man, das; die Forderungen der antisemitischen Agitation noch viel weiter gingen, als die der Petition, so könne man als das Resnltat der Diskusfion einc einmüthige Verurtheilung dieser Bestrebungen bezeichnen.

Der Abg. Frhr. von Minnigerode bemcrkte, in dem ge- richtlichen Erkenntnisse bezüglich des Hrn. Kantorowicz heiße cH: „Dieses unreelle Verfahren, welches lediglich zu dem Zwecke erfolgt sei, dem eigenen Produkt untcr fremder Marke die Verkehrögebiete zu erschließen, welche im Weltverkelzr das französische Fabrikat bereits sich erschlossen gehabt hätte, hätte auch durch mehrjährige Ausübung nicht zu dem faktischen Zu- stande führen können 11. s. w.“ Dann heiße es weiter: „“das; Verklagter seitJahren sich der klägerischenZeichcn in iÜoyaler Weise auch für seine Marken bedient habe“. Endlich: „das gehe über den auch in der Konkurrenz zu wahrcnden Anstand hinaus“. Er (Redner) glaube, daß hiernach die Person des genannten Herrn nicht unwesentlich zusammenschrumpfe. Um es offen zu sagen, habe er gebeten ihn anzuhören, um die Art und Weise zu widerlegen, in der der Abg. Virchow den ganzenLauf der Sache hier am Schluß zu drehen gewußthabe. Es sei an fich schon der kühne Versuch einer ausgesprochenen Minderheit, es so darzustellen, als ob dieselbe in der Lagesei, das Schl11ßresum6 der gesammten Debatte zu geben. Wenn

aber der Abg. Virchow gewissermaßen in dieser Debatte ein Verdikt gesehen habe gegenüber den aÜqemcinen Auffassungen, die sich in der bekannten Petition aussprächen, so möchte er doch dem gegenüber an das Haus appelliren, und er glaube, er begegne keinem Widerspruch, wenn er sage, daß der Ver- lauf der ganzen Debatte den Abg. Virchow in keiner Weise

zu dem Schluß berechtigt habe. Seine (des Redners)