1848 / 10 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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, lb , e abe erklärt, e werde, *NEU*-„|ck- Ynk',manaxekresiZerÉIßhl|vorßehhmen, da sie Furch eine da sie "“ck“ fk“.s;1'!;t gHm-viunqen, welche in der That nur das Re- scheinbare Muir"? [Hirterdriickmiq seien, zu sanctioniren nicht geson- sultat der mdÖTsMVoik vou Uri hatte zwei Konservative zur Tag- nm ware. nut Die eidgenössischen Repräsentanten verlangten so- xaxtußiireerriilue Wahl. Das Volk weigerte sich,'und die Repräsentan- th erklärten, daß die_ Tagsahlxng dxesx Depu'irrien nicht a-ufnehmen würde, und daß sie dieselben bis zu einer weiteren Crrtscherdung als Gefangene beirachteien„ Es rst sehr schwer, ,derglerchen Dinge mit vollkommener Genaurgkcrt zit_erfahreni; denn dre eidgenössische Regie- rung wendet ihren ganzen Erirslußauf, um sie derKenntniß des“ ublikums zu entziehen; Joyrnale ,gtxbt es außer denen d-“r Radi alen uicht mehk- und die Briefpost rst io uniicher, daß Niemand mehr sich ihr anvertrauen mag. Indessen glaube ich die Wahrheit jener Thatsa- chen der Haubtsache nach verbiir cn zu können, denn ich habe sie aus dem Munde eines Radikalen selet. Ueberdies beweisen die offiziellen Handlungen der Regierun zur Genüge, daß in jenen Kantonen, wclche dre Tagsaßuug gleichwohl als mit ihr völlig übereinstimmend darstellxn wird, Weder Freiheit noch Unabhängigkeit rxistiren. Einer der eidgcnösstscheu Repräsentanten in Wallis, Herr Dela- ragegz, Mitglied der Regierung von Waadt, ist anerkannter Kom- munist. Er hat seine Stellung benuyt, um in allen Sckulen seines Kantons kleine Schriften zu verii)eilen, welche die Lehre des Kom- munismus predigen. Man begreift leicht, welchen Gebrauch er nun von seiner Autorität in Wallis macht, Am Freitag vor acht Tagen trafen Herr Druey und sein Kollege bei der Tagsayun in Lausanne ein, um dort die Neujahrs-Ferien zuzubringen. TriumpHFogen schmück- ten die Straßen, durch welche sie ziehen sollten. Ich befand mich vor der Post, als der Wagen, der sie brachte, ankam. Das Volk umgab ste. Bonaparte, als er am 20. März seinen Einzug in den Tuiierieen hielt, wurde nicht von rauschendcrem Enthusiasmus em- pfangen. Von allen Seiten schrie man: „Die Leiter, die Leiter!“ Das ist nämlich das hcrgebrachte Wort, um von Herrn Druey eine _Rede zu verlangen, seit dem Tage, Wo er aus einer Leiter dem Volke den Vorschlag machte, ihn zu seinem Harrn unter dem Titel des ersten Dieners des Staates zu ernennen. Es Wurde eine Leiter herbeigebracht. Herr Druey stieg auf die Diligence und hielt seine Rede. Es ist ein kleiner dicker Mann von sehr gewöhnlichem Aussehen , der aber mit großer Engbriistigkeit behaftet war. Er ist Volkssedncr; er spricht die Sprache des Volkes. Seine Ausdrücke und seine Gedanken sagen der Menge und vorzüglich dem gemeinen Haufen des Waadtlandes, der gewöhnlich vorn IIeirr berauscht ist, sehr zu. Er sagte, daß die Ta„saHung große Dinge vollbracht habe, und daß sie im Begriff sei, noc? größere zu vollbringen. Dcr Debutirte von Waadt habe daran den größten Theil gehabt, weil er vom Volke dcs Waadtlandes un- terstützt worden sei. Mit diesem Volke sei Alles möglich“, für “die Schweiz sei der Augenblick gekommen, die Demokratie in ganz Europa herzustellen. Die Völker erwarten ihre Befreiung von der Schweiz, und das Volk von Waadt Wcrdc sie nicht lange darauf Warten lassen 11. s. w. Das Volk antwortete mit enthusiastischem Beifall. Herr Druek) hat Von den französischen Radikalen eine Einladung erhalten, ihren Reform-Bankeiten beizuwohnen. Diese Ailianz zwischen der französischen Propaganda und der radikalen Schiveiz wird von Tag zuTag inniger imd offenbarcr. Gesternsprach man zu Martigny ganz offen von Aufstandsplänen in Savoyen und Frankreich, Wenn die Zu- tervention in der Schweiz stattfinden sollte. Aber obgleich der Wille dazu der rcbolutionairen Partei nicht fehlt, so ist es doch klar, das; die Agitation nur die Oberfläche der Grfellschaft] berührt. Uebcmll hegt das Volk dcn Gedan- ken, das; die Mächte nicht mit Ernst und Strenge zu Ver- fahren Wagcn wiirden. Die Demokraten dagegen diirften nur Alles wa en, um Alles zu gewinnen. Die Regierungen wiirden von den Vöiiern verlassen werden, und diese Gewißheit dcr Ungestrafthcit und des Erfolgs ist der Grund, daß der schie te Sauerteig sich ganz offen und ohne Furcht 31?ka Wenn dieser Anstand noch einige Zeit dauert, dann wird dieser aucrteig die ganze Masse verderben, und die böse Gährnng kann durch nichts mehr aufgehalten Werden. Bei dem ermuen Verkehr zwischen Wallis, Savoyen und Piemont sirht mau ?chon, daß diese zrvei Provinzen sich nicht mehr mit den Kon- zessionen begnügen Woilcn, wclche ihnen Se. I)iajcstät Karl Albert gemacht hat. Man will die Abschaffung der“ Censur und unbegränzte Preßfreiheit, so wie sie in der Schweiz existirt, d. h. eine Macht der Desorganisaiion, welchcr nichts zu widerstehen vermag. I t a l 1 e n.

Parma, 1.in11. (A. Z.) Der neue Sonverain mit dem Erbprinzen rst hier angekommen und hat den Herzoglichen Palast br-

zogen.

Florenz, 30. Dez. (N. K.) Gestern Abend kamen hierVon Livorno 6 Kanonen und ? Haubißen fiir die Guardia Civica an, welche denselben bewaffnet entgegen gezogen war. Eine Menge Volks begleitete den Zug, und in der Stadt mußten in allen Häu- sern Lichter an die Fenster gestellt und herausgehängt werden. Ob iibrigens dieser kriegerische Geist sich auch auf die That erstreckt, mag eine gestern erschienene Notification des Kriegs-Ministers beleuchten. In dieser Wird gesagt: „,Da Se. Kaiserl. Hoheit dcr Großherzog erfahren, daß, w'äh-reird Viele junge Toskancr so großen Eifer für Er- greifung der milrtarrrschcn Laufbahn bezeigcn, doch nur sehr wenige der Aufforderung vom 25, November zu freiwilliger Anwer- bung entsprochen haben, so habe er glaubenmüffen, nur die zu lange Capitulationszeit habe dix Berertwilligkeit der Bürger zurückgehalten, und Werde deshalb die Einladung hiermit erneuert, unter Herabseyung der Dienstzeit auf 8 Jahre und unter der Zusage eines Handgeldcs von 60 Lire fiir jeden AngeWorbeneu.“

Spanien.

ck Madrid, 30. Dez. Der „Finanz-Minister hat dem Kon- gresse das Budget der Ausggben fiir das „nachs'te „Jaht vorgelegt. In der domselben voraufgcschickten Denkschrift kündigt der Minister an, daß die vollständige Summe der Veranschia ten Ausgaben ck auf 1,538,821,357 Realm Vella (76,94'l,067 Pra er 17 Realen) e- liefen und folglich die des diesjährigen Budgxis U11! dreihundert Mil- lionen Realen (funfzehn Millionen Piaster) iibersterge. Da nun der Betrag der zu erhebenden Einkünfte nur auf 1,283,631,396 Nealen berechnet werden könne, so ergebe sich ein Def), tt von 225189961 Realen. Der Staat vermöge diesen Ausfall m 1 zu decken, und dre Regierung beantrage deshalb, daß alle vor dem 1. Januar 1848 eingegangenen Verbindlichkeiten der Staatskasse, welche m dern Bud- get nicht besonders auf eführt wiirden“, vor der Hand zuruckgesx-ßt und unerledigt bleiben Tollken. Diesen faktischen Banknott erklart der Minister für den et en Schritt zur Rückkehr zur Ordnun !

Als Zin en für die Staatsschuld sind 114,019,9 Reg- len (5,700, Piasier 7 Realen) aufgeführt, also urFefäÉr nur em Zwölftel des ganzen Staats-Einkommens. In der eu chriét-sagt der Jinanz-Mrnisier:' Die Regierung durfte sich nicht damit egnit- gen, um die Gläubiger des Staates ufriedenzusiellen, Sie mußte m Berücksichtigung der Gerechtigkeit ibm Anforderungen mehr thun,

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als die Zinsen der dreiprozentigen Schuld pünktlich abtragen. Der Rest linserer S uld konnte nicht berücksichtigt Werden, Die Zinsen drr vier: und iinfprozentigen Schuld werden seit einigen Jahren mcht bezahlt. Die ausländische pasfive, so wie die unverzinsliiZe Schuld, haben gar keinen oder kaum einen Fonds, und eine Unnm e von Schuldforderungen erwartet noch ihre Classification. Diese Lage erheischt eine Regulirung der Schuld (arreglo 416 4161-03) rn möglichst kurzer Zeri“, und da die Regierung hofft, nach dem endlichen Wegfallen der so drückenden Schwierigkeiten, welche sich dieser Maß- regel in den Weg stellen, den Cortes einen (HeseH-EntWUrf iiber dte- sen Gegenstand während der gegenwärtigen Legislaiur vorlegen zu können, so hat sie in das Bridget der Ausggbcnxrncn Betrag von 40,000,000 Reale" (2 Millionen Piaster) für diesen Zweck aufge- nommen.

Das Budget der Ausgaben wird in folgender Gestalt Vertheilt: Dotation des Königlichcn Hauses . . 45,900,000 Realen Beide Kammern der Cortes .............. “1294380 Staats-Ministcrimn ...................... 9,480,000 Zusiiz-Ministerium ........................ “17,4401100 Kriegs-Ministerium und Gendarmerie ..... 299,371),1)00 Marinc-Minisicrinm .................... 631100000 Jinanz-Ministerium ...................... 218,143,400 Gehalt der außer Dienst stehenden Be-

amten ................................. 119,1“19,000 Riickstände und Kosten der Erhebunq ...... 97,147,000 Kosten der Verwaltung und Zinsen der

Staatsschuld ......... -.- ................ Ministerium des Innern ................. Ministerium des Unterrichts, Handels und

der Staatsbauten ..................... 59,660,000 Weltgeistlichkeit und Nonnen ............. 127,877,629 »

Summa. 1,283,634,396_ Realcn

Man sieht, daß das verarmte Spanien seiner Königlichßn Fa- milie cine Dotation bezahlt, dercn Betrag nur um tha zwei,??ktl- lionen Franken geringer ist, als die,_ wclchx Frankreich der scmrqen bewilligt. Davon erhält die Königin qllcm 34 Millionen Reale", und demKönigc sind zum erstenmal 2,401),000_ausgeseßt. Dre Her- zogin von Montpensier wird sogar zweimal auxgxfiiyrt: Als anarrtm von Spanien erhält sie 550,01") und als „pri'iiumtivc Tyroncrbm“ 2,450,001_) Realcn. Dcr Posten aber, welcher am meisten Aufwhcn erregt, isi foliendcr: „Fiir Ihre Majestät die Königin Mutter, als Zeugnis; dcr 5iational-Dankbarkeit“, 3,01)0,000 Rcalcn. “Disse Anz gabe sieht offcnbar zu der Behauptung des Jirmnz-Ministers, daß diese Summe der KbniginCi)ristine in ihrem Heirati)s-31ontrakt an.- gcscizt wvrdcu wäre, im Widerspruch. Dcr Faro, das Blatt der ulirmnodcrirtcn Partei, erklärte neulich ganz unbefangen: „Un- sere Revvlntion hat nur Einen Helden hervorgebracht, diescr Held ist die erhabene Christine! Man darf wohl nicht annehmen, daß die erhabene Christine sich mit dem Ruhm, eine revoiuiionaire Heldin zu sein, begnügen diirfte. Die unendlichen Wobitbaten, mit denen sie ihr ziveitcs Vaterland beglückte, und von denen die Lage der Nachkommen Karl"?) UK, der blühende Zustand Spaniens, die wichti c Rollo, welche es bei allen politischen Fragen Europas spielt, ein ?prechendes Zeugnis; ablegen, nehmen gewiß ein Denkmal der National-Dankbarkeii in Anspruch. Manthe Personen hier sind aber der Ansicht, das; ein Jahrgeld von baarrn 150,000 Piastern zu unkönigiich wäre, um fiir ein solches gelten zu können. Dazu kömmt, daß an demselben Tage, als das Budget Vorgelegt Wurde, am 28|en, *in dem hiesigen Amtsblatte (r]iario oliciai), ent- rveder aus Versehrn, odkr in“wohl berechneter Absicht, folgender Ar- tikel erschien: „Der 28. Dezember 1833. An diesem Tage um_„_h-al-b acht Uhr Morgens geschah die Vereheiic-hung derberwrtiweteirRöm- qiu von Spanien,-;Dor"icr'9)1aria Christina von Bourbon," mit Don Fernando Musioz.“ Also, bemerken nun andere hiesige qutter, kaum waren drei Monate seit dem Absterben dcs Königs Fcrdrrrand 1/11. berfloffen, als seine noch in Trauergcwärrdcr gehiiil-tc Wittwc 'mit einem gemeinen Garde du Corps eiii zweites Ehcbundrnß einging. Würde wohl ein Monarch, wie Ferdinand dcr U1l.," sklle',TZt_kk-1VL die Regentschaft des Landes und dre Vormundschaft uber seine Kin- der iibertragen, unermcßliche Schätze ihr vermacht habcn, Wenn er ein solches Ereignis; vorausgesehen hätte?,

Die Geistlichkeit leidet selbst hier, in „der Hauptstadt, soickckcn Mangel, daß in der Hauptkirche von ,S. Zirdro am Weihnachtstage die hergebrachte Feierlichkeit nicht stattfinden Y-orrnte. Dagegen „werdeii maßlose Summen verschlcuderi, um die Gebaude dcr thstcrreri mit orientalischem Luxus einzurichten. Herr Mon „verwandie.80,000-Piaster fiir den Ausbau und die Möblirung dcs Frnanz-Mtnistermms. 'Der General Narvaez hat fiir gleichanweck 50,000 Prasicr dem Kriegs- Ministerium angewiescn. , , ,

Vor einigen Tagen traf Herr Jsiurtz von London hier cm, um seine Entlassung vom dortigen (Hrsgndtschafts-Posten zu verlangen. Er fühlt sich nämlich dadurch beleidigt, daß der General JIWÉZ ,chn General Cspartero zum Botschafter,": Lyndon xrnqnnte. "2,123101113111 Christine empfing Herrn Istariz, eincr: :brer Lieblinge, hbchst gnadrg, und die ultramoderirtc Partei hat rn seiner Person eine namhafte

Vcr'tärkun er ilten. iDer zgum hÖcrrer*al-Capitain der Insel Criba ernannte Gkncral

Roncali, Graf von Alcoy, ist borgesirrn Von hier nach Cadix abge- gangen, um sich nach Habana cmzuschrffcn.

Griechenland.

Ein Korrespondcnt dcr Karlsr. Ztg. meldet, inAtben sei viel die Rede von einer bcabsichti ten Ueberenikunft nntRotbschrld zu dem Zwecke, Griechenland von Keinen sum1rzre_llcn Verbindlichkeiten gegen England zu befreien. König Otis, soll gewnneri sem, emen Theil der Aparmge, die er aus Bayern bezieht, zu vcrpfanden.

126,9791189 58,320,000

L] andels - und Börsen - Nachrichten.

Berlin 8. Jan. Nachdem unse_re Course bereits wahrend der U!- timo-Liquidatibn eine Nei ung zum Weichen zxtgten, machtensolche Anfangs dieser Woche weitere Fort chritte und haben da; Erwartun en, wclche maxi von den meist giinstigen Er cbniffcn uy_serer Eisenbahner) egen durfte,. rrnt Beziehung auf den Coursiiand nnerfullt gelaffeu. Die Borse bxschciftigt sich nach wie vor mit Köln-Mindeu, und es werden mir noch rn diesen Actien umfangreiche Ges äfte gemini". In-anderen Actren geschieht we- nig, und nachdem an in Friedrich - Wilhxlms -Nordbahn 'der Um- saß viel beschränkter als seither wird, bleibt der “Speculatrons-Ver- trieb außerordentlich unbedeutend. Koln-Mmden wic?cn von 90 „bis 931%, siiegen dann wieder bis 91%, wozu heutenVrre „und Geld blieb. Die Stimmung war übrigens heute anfangs der Borse gunstiger, als zu- ]eyt, weil mehrere bedeutende Verkaufs-Ordres,aUSgefuhrt wurden. Aydere Actien-Gattungen behaupteten fich im Allgemeinen gut, und deren Notrrun- Fm haben sich Wenig geändert. Berlin-Anhalter 1.10. 1. a 118Y und 119

es., Anh. 1.1". 8. 10835 3 109 bez. und Geld;. Berlin - Hamburger vim 190“? bis WU, % bez.; Verlin-Stettiner, 111x3- ?, % bez. u. Geld; Nie- derschl. Märk. 8715 „D, bez.; Nbderschl. lark. Zwei bahn von' vielen Seiten begehrt und von 48;a51% bezahlt. „Oberschl. ".'." 5. bis 104Z (ohne Vivid.) twichen; man erwartet eine Owtdende von aber 5%; vor- läufi aber w rd der fälli e Coupon, wie rm „vorigen Semxsteriz nur 11111 ck 92 beza 11. 'Ein gleiches erbälmiß findet der Oberschl. km. . bereits

seit einem ahr: statt und, niit dei Nixderschl.-Märk., Köln-Mindener und

solchen Actien ein, wo die Statuten diesen M du fiir aber befigdert sich bei derartigen Actien Dixideisrdxirsi esßiiiitzliiithebérig des fich abzuglrch der Zinsen erßebenden Mehr-Ertrages, welcher in der Regel im Monat Januar, sghon kkamzt gemacht wird. Wir berühren die. sen Gegenstand etivas wettlaufiger, Weil die veränderte Notiz des Zinsfußcs im ersten Augenblick etwas frapprrt und in dieser Woche vielfach gewünscht worden isi, daß die Berechnung derartiger Effekten an der Börse tbie bisher :- 4 % zur Usance crhoben werde. D;: jedoch die Actien mit IZprozentigm Zins-Couponsberseheri find, so lag tn Berückfichtigun allseitiger Interes- sen die Uumöglrchkeitgmer'anderen Zinsberechnung an? der Hand.

Wenn Oberschle]. Acnen in Folge der günstigen Erqcbiiisse nicbt “Fa- veur genommen, sondern sogar gewichen find, so erfährt titan daß diese in der zu erwartenden Emisfion von 700,000 Rthlr. neuer Stamin-Acticn die dem Besitzer ["'" mm n] (""T zugegeben werden sollen, seinen Grund,hat _ Oberschles. ]„im. 11, bebaupteten sich 1007; G. incl. Dividende vom vor. Jahre. - Rheinische Actien haben sich von 84 bis 8444 % gehoben. Tüs; seldorff-Elberseid. bleiben 3 98 % begehrt. Halle-Thiiringer bleiben 85; bez. und Brief. '“

Unsere Qniitnngsbogen bleiben gedrückt, und selbst die Speculation, welcher bxi, dem niedrigen Stand ein großer Spielraum geboten ist, bleibt sehr irrtxhatig. Jedenfalls erschwert die mangelnde Gelegenheit, Vorschiiffe arts dtcje Effekten zu erhalten, das Gescbäst, und die Course weichen bei den geringsten Verkaufs-Ordrcs. So find '))?agdeb.-Wittenbcrger von 76 % bis 7,4 :- ck, % zurückgegangcn; Aachen-I)iacstricl)t 7 x'; 3761 %, Bergiscb-Mär- krsche von 80 bis 79.3 % gewichen. Posen-Stargard hingegen sind vor181 bis 82 % gestiegen, und es zeigte sich iibcrhanpt viel Begehr danach, Fremde Actien meistentheils besser bezahlt, Amstcrdam-Rotterdam von 94“; bis 963“, %, Kicl-Aliona von 11142 bis 112"; % gemacht. Friedr.-Wilh.- Nordbahn von 574, bis 58"; % bezahlt. - Dic wiener schlechten Notiruti- gcn blicben ohne Einfiirß, und nur einige Posten pcsiher wurden von 89,3- bis 87 % gehandelt.

Von allen Sorlen Prioritäts-Acticn wurden lich bedeutende Posten von unseren Kapitalisten gekciust. In Folge dessen Jud deren Course auch meistens gestiegen, aiich blklbk der Begehr noch anhaltend. Niederschi. 4proz. von WF % bis 94 %; 5proz. 2. Scrie von 1013; bis 102 %; 3. Serie von 1003; bis 100“; bez. und Geld. Potsd.-5))kaqdcb. 413193. 92 % bez. und (Held, .*“)proz. 1004. bis 100Z % bez. Hamburg. 4.1; % bis 1001., % bez. Köln-Minden 98-3; ,1 Z % bez. Niederschl. Zweigbabn :rproz. 98 % Geld. Kosel-Oderb. 5proz. 1022, % und Steele Vohwinkel 99-7; Grid.

, Unsere prcyß, Fonds haben sich ebenfalls gebessert, sie sind von 111€, bis 922. % gestiegen, eben so wurden Prämienscbcine von WF bis 919,- bc- zgihlt.d )Preuß. Bank-Antbeile hoben sich von 1003; bis 107 % (mit Ti- vrden e .

Das Wcck)sci-Geschäst war in den meisten Devisen umfangrcicl), dercn Course aber, bis alls Wien, Frankfurt und London, welchc Valutrn begehrt blieben, sind etwas gewichen. Hamburg am vorigen Posttag gesucht und höher bezahlt, mußte heute bei großem Uebersluß niedriger gestellt Werden.

Köningerg, 6. Jan. Marktbericht. annbr gering. Weizen 65-77 Sgr. pro Schsfl.; Roggcn 45-50 Sgr. pro Schsfl.; große Gcrste 35-40 Sgr. pr. Scbffl.; kleine Gerste 35-39 Sgr. pro Scsiffl,; Hafer 23-26 Sgr. pr. Scbsfi.; graue Erbsen 70-75 Sgr. pr. Zchfsl.; Weiße Erbsen 45-51 Sgr. pr. Schffi.z Heu 18 Sgr. pr. (Elk.; Stroh 90 -100 Sgr. pr. Schock.

Köln, 5. Jan. Getraidepreisc. (“LF Scbffl.) Weizen direkt 7 Rthlr. 12“; Sgr., do. 13. März 11548 7 Rkhlr. 25 Sgr., Gerste 4 Rtblr., Hafer :'5 Rtblr. b Sgr., Roggen direkt 5 Riblr. 5 Sgr., dito pr. März 1818 5 Rihlr, 15 Sgr., Riibbl compi, 30 Rtblr. „ck, Sgr., do. p. Mai 1848 30 Rtblr. 3)- Sgr., do. p. Okt. 30 :)itblr. ?. Sgr.

ck Hamburg, 7. Jan. Weizen in [0130 bedingt fiir den Konsu;.„ ober]. 1:10/3psd, 149/154 Nthir. Ct., 1:30pfd. mccilenb. 144 Rtbra., 1:10pfd. bolsi. 140/2 Rthlr. Aus Lieferung pr. Friihjahr hierher bleibt 133 psd. märk. zu 152 Rthlr. Ct. pr. Lst., 1:42pr. wahrener 31: 148 Rtbir. Ct. pr. Lst. 11. 1.20pr. magdeb. zn 145 Rthlr. Ct, pr. L|. angeboten. Fiir Partiecn ab auswärts kam mehr Frage auf; 132pfd. ab Wismar bedang 1101; Rthlr. Beo. und 1:51/132p1d. ab Ostküste holsteiner 1107; Ntblr. Bro. pr. Lsi. Für andere Offerten ab Holst„ “))kccklenburg nnd Pommcrn, dic 131/2pfd. auf112 Rthlr.Vco. gehalten Werden, zeigt sich 3111109111111“. Bco. mehrscitig Kanslusi. ,

Rog en in [01:0, bei äußerst geringem Vorrath, nominell, russischer

114/5pfv. 83/85 Rthlr, Ct., inccklcnb, 120/7pfd. 90/117 Rihlr- Ct. pw Last. Ab Dänemark bleibt 121/3pfd, Waarc zu 64/05 Zithlr, Bco. pro Last am Markt und fiir 122/3pfd, zeigen sich ;u 64 Rthlr. Bco. Nehm". Ab Ostpreußen und Rußland kommen noch keine Austellungen vor und fiir mecklenburger Wanke, 1.26pfd. zu 74 Rtblr. Bes., sind keine Rcflcktantcn u nden. z fiGerfte 1060 nominell, 103/8pfd. saal. und mecklenb. 80/88 Nihil". Veo. pro Last; pro Friihjahr wird von 111/112pfd. Waare ab Dänemark nur sehr Wenig zu 51/5dNihlr.Vco. pro Last angeboten, und 311 53 Rihir. Beo, find Käufer fiir belgische Rechnnng; br Gcrßc wird 102/4pfd. aiif 48/52 Rthlr. Bco. pro Last gehalten.

H afer wurde für England p. Friihjahr 80pfd. ab Ziitiand zu 88 Rthlr. Beo. gekauft, Nuerbietnngcy find cht knapper. 80-82pfd. ab Jütland zu 40 Nthlr. Veo. nnd 85/(jpfd. ab der Ems 45 Ntblr. VW., 75/ixpfd. ab Jahde 37 Riblr. Beo. und schwarzer 75/76pfd. ab Wcsikiiste Holst. 40 Rthlr. Bco.

Buchweizen wurde, nachdrm 116pfd. ab Obkiisic Schleswigs 31: 68 Rthlr. Bro. geuommcr: War, nur in leichter Wanke, 112pfd. zn 04 21111111". Bco. pr. Last, angeboten, wiihrend schivercrc Waarc zn dcn bezahlten Prei- sen mehr Nehmcr finden wiirde.

Erbsen ab Trinemark und Mrckicnburg Vergebens zu 80 Rthlr.Bco. angeboten.

Wirken ab Dänemark zu 80 Rtblr. Vco.

Bohnen ab Jahde und Westküste Schleswig-Holsicins zn74/"6 Rtblr. Beo. angeboten.

Rappssaat nur ab Ostküste Dänemarks zu 130/2 Rthlr. Vco. rind ab Ostküste Holsteins zu 136 Rthlr. Beo. zu haben, abRWesiküstc Holsteins " 132/71 Ntblr. BW., von wo ?inerbietungcn fehlen, Käufer.

Üllßs'öj'tjéßtk ]köj'xen. ijj§tortiu1117 6 .).-n. ijcieri. q-ir-lc]. sch. 54L1F

ÜllkMLryLu, 5. Im]. Linz]. **". Usus 1411]. ]5:; (i.

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Reue 3% In]. 76.15.

UK“ ien. 6. .]an. 9]0x1m.]]*2- Fort1b.]39-*§-

Üöniglichc Schauspiele. Montag, 10. Jan. Jm Schauspielhausc. Ute Abonnements-

Vo ellm : Uriel Aco 1 Trmerspiel in 5 Abth., von C.Guykow. rstDicrthaq, 1-1, JF,? J*m Opernhausc. 71e Abonnements-

Vo lll" : bi enia in Tauris, gl'yße Oper in, 4 Abtl)_., rnit TairZe [ HkasikIpv'oii Gluck. (Mad. erdot-Garcm: Jphrgema.)

alb 7 U r. AnfatiéinhBillet iti den Login des Prosceuiums 1 RM“ 10 Sg“ "'

Üönigsftädtisches Theater.

Monta , 10. Jan. (Italienische Opern-Vorsiellung.) [„so-1,1012. Oper in 4 kten, vonMarco d'Arienzo, fret übersebi von W, Claprus. Musik von Mercadantc.

VeranWortlicher Nedacteur Dr. I. W. Zinkeisen. . Im Selbstverlage der Expedition.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober-HofbuehdruckereK' 7 Verlage

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' nen Widerstand finden!

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ge zur Allgem

I n 1) a l t. Rusfische bäuerliche Gescßgebung. Handels- und Börsen-Nacbricbten.

Russische bäuerliche Gesetzgebung-

Ein in seinen Fol. cn noch völlig unberechenbares und ,noch, [MILRAM hinreichend erkanntés iiiid chiirdigies Exexgmß M EUVP“ [| die Anflosnng der alten Formen drs Baridbancs und [eme Umwandlung ans, crnxnr Arni oder Dienst, wie man seine Gebundenheit wobl IMM"t hüt, "_1 ein- freies modernes Griverbe. Seit länger als einem Zahrhundxrt hat die R,rchnzng der Zeit und die ihr folgende Gesengebung fast aller banker Ertroba s, hM.“ hin gedrängt. Diese Auflösung ist nun aber doppelter Art, die eme ist die

' Auflösung aller den Grand und Boden fesselnden Banden und Einschrän-

kungcn oder dessen Verwandlung ir) ein völlig freies mobiles Eigentbmn nnd ?(!!fibsung aller Arten seine freie und voll,? BMUSUUI [)_!1'kkkk1dkkk„*_3kk“ vitrrtrn; die zweite ist die Auslömng der personlichen Vcrhnltmffejzwnchcn den alten Cigrntbiinicrn des Grund und Boderis iind den unmittelbaren Vcbartcrn desselben oder die sogenannte Enmncipatton dcs Baiternsiandes. Das erste C'rcigniß ist recht cigcixtlicb drr nciicrcn Zcit angehörig, das zrvcitc beginnt in manckxrn Ländern schon iehr friih. In Italien, nament- lich in „Toscana, beginnt die Umwandlung nach dem Zeugniffe des Herrn von Niimobr sciion sebr friih, beim Ausgange dcs I)iittelalters C's sibeint dort, wie in Siid-Frankrcick) nnd tbciliveise selbst amRbein, mehr ein Riick- griff anf altrbmiscbc Landban-Verhältnisse geniesen 311 sein und hat sich grdßtentbcils von selbst obneHiilfc und Einwirkung einer Geseßgebung atis- gcbildct. “)(-.nl) in Theilen von Brigirn, Holland und England hat etwas sbätcr das Verhältnis: sick) so gestellt. Es verwandclic den alten Feitdal- Vanek in einen freien Zcitpachirr. Jr! älteren Zeiten ist dies wohl iiberall sogenannte €))ke'iairicwirtiiscbaft, wo der“ Pächter einen bestimmten Theil der Vlerndtc dcm Cigcnil/iiime'r iibcrlaffcn muß, gcivcse'n, in den späteren Zeiten habari sick) in den meisten Gegenden Geldpaibten darans Jcbildet. Man kann eben :.:icbt behaiiptcn, da; das erstere, das System der Naturalpacbt, fiir die Muffe des Volkes cin tvobltbätigrs rind fiir dic Kultur des Bodens cin förderndes gribcsrrt, das zivrite, das System der (Heidpacbt, hat die [213- tere gehobcn, aber die Bebaitcr nicht beglückt. Die Bauern sind in alien dirscn Länder"" zwar bcrsbnlicl) frei, abcr ste sind doch nur beschäftigte, oft woblhabendc *)“rolrtaricr geworden, vogelfrei, wic srcilich am ärgsten in Zrlciiib!

In dem größten Tbcilc bon Fraui'rcicb sind die Bauern durch die Nr- doimtibn, in den nicisten dcnischen Ländcrn durch eine Gescygcbmrg von oben herab rind dilrib (chid- odcr *.)katnral-Ablbsnngen Eigenthiimcr dcs garrxrn oder eines Tbcilö des Grund und Bodeixs geworden, den sie friiher im Dienste dcrHerrrrr bearbeitet hatten. Der persönlicbc Znstand der Land- bcwobncr, ii) wie die 311111111“ des Bodens, bat sich hier in Folge desen liiILMU sein' grbobcn, imd cs liegt drr (Hesrygebnng nur die scbivcr zu [b- sende Aufgabe ob, dci: (Hrnnd nnd Boden in den Händen der Bauern zn sicbcrn, damit rr riiibt, scincm durch die Mobilisiritng ihm eingeprägten Cha- rakter grirriiß, dos) znlclzt in den Händen der Reichen, der großen Griind- besixzrr nnd derrcicch Städter, sicb konsolidirc, wo dann das kleine _Zcitpacht- Sbsicin wicdi'r das bcrrscbcridc wiirde. ,

T'irscr Ziiiiititiig, ricscm großen anc in Einspa „sind dann narb dcn r'onmniscbcn mid gcrnmniscch Völkern (1110) die jlavrschcrr gefolgt. Jm P'kl'zoisiiiim2131175011" hattcu dcr (20:18 Rnpoismx 1_1_nd dic sa„cbfijcbe Regie- rrtrig Einiges aiifgclbst, obne aufzribmtcn. Nack) denen ;)crtrnmmrrung rind Theilrmg batkc Prci-ßcn in dem ibm zngesallcnen Herzogthmnc Poser: eme Emancipation urid Konsoiidiriiug dcs Bauernstarides vorgenomrrien, die ais giiickliib gelöst und znr anricdcnbeii aller Parteien, selbst der außcrlicl) la- dirt scbcincndcn Giitshcr'rcn, ansgchllcn. Oesterreich hat schon seit Joseph ll. zrmäibst gcsciziici) dic Vcrbältnissc rcgiiiirt und zngicich die Anflbsung dcr gitlsbcrr'lich-biiiicriicbcn Verhältmffe vorbereitet, indem es die Bedingungen frciwiliigcr Aitseiimndcrsctzimgcn mid Ablbsitngcn feststellte. Seit den nciic- stcn Cirigiriffcn in Galizirn ist es in die Babu dcr" AZWUUJTUEU Aiifiösixn- gen imd ?lblbsitngcii gedrängt jborren, und wir Werden tvobl ailmälig eiiie 'Lirt 050se1:gkbiiiig wir die pr"ki!s:isch§, natiirlich nach Zeit und Oertllchkcit modifizirt, Dort „Ui erwarten b.“.bcn.

Daß Rrrsiiand «Ulf dicser Babu nicbt ziiriickbleibcn wiirde nnd könnie, liegt 111 dcr Nixtiir aller Vcrbältniffc, besonders der innercn und geistigen chiclxiingcn iind Wc'cbsclwirk'ungcn sämmtlicbcr Staaten der großen citro- päischn Vblicrfamilic, in dem ein gemeinsamer Gang "rind Fortschritt und dach“ kin iiomogcnrs Ncgicrcn rind Leiten einc Natitr- - und denmäcbst eiiie politische - Notbwcndigicit gewordcir isi. Allein Russlands Lage und Etcliima ist in diescr Bczicbitng dic scbwicrigste. Zn! übrigen EUropa hat “odcr Staat, zwar den großen allgrrriciricii Prinzipien „in dieser Beziehung folgend, rocb bei der Linssiibrimg seinen eigenen _imd rigcntbimilichcn Weg gehen miiffcii, ia 111011 isi [rating gezwimgcn grtvcien, fiir bcstrmmtsGegcn- den oder Provinzen bcsbrrdcr'c (Hkftichllngkll odcr Weingstcns Ab1ve1chungrn -* ;b Modificatibnen eintreten 311 la11c11. _Jn Preußen z. B, hat bei diesen awsien “Fragen fast jide Provinz ibrr bc_1ondcrc Geseizgrbung rrbaltcn, - x-insiland iibcrtrifft 111111 aber an Gcbrciöstrecken ailc ubrigen Larrdcr Euro- pa's 7.11sammcngciiom111911. mit xrllcn 11l1ririi-Vcrsck)icdenhciign zwrixben Labb- 1and 711115 Italien! Das: hier alio_auch die" allrr-g_r*01;1cr_r 'Unteriilmcde in ail-cn Landbau-Vcrl)ältniiscn l)crr]cbcn munen, 11111aturl1ch,_ Ochoa hierdiirci) wird dir Lbsung dcr beidrn g_1'os;cn Tagesfragcn: Auflösung der persönlich AbhängigkeitsZVc-baltniii? der Bgncru und ihre Do- tirung mit Gi'iiiid und Boden, cmcximgrmcm 1chw1er1gr. Von der anderen Seite kann Nitßland nicbt JM- die 04111th dcr(§örse13g,cbung aufgeben, theils aus politischen Griinden, theils abcr aucli, wcil Wirklich der iiberwiegend größt: Theil des Rcicbcs, nämlich Grobrnßland, von einem in Sittcn, Trachten, chcns-Iiitscbamingcn völlig homogenen und merkwürdig einheit- lichen Volke [*UVOiMi wird. Vinci) sind Provinzen, wie wir sie in Dcutsch- land, besonders Preußen, kennen, die Zabrhnndcrte hindurch als selbststän- dige Länder cin abgesondertcs Rechtslcbcn mit eigenthiirnlich ausgebildeten Sixtcn, Trachten xc. diircbirbi hab?", in Rußland nicht vorhanden oder nicht mehr 311 finden. Die Gränzrn der im 151911 und 101?" Jahrhundert untergegangcncn Tbcilfiiisicntbiintcr sind völlig bcrwiscbt, die Gränzen der (Hoiwrrnenicnts bilden keine (Ligen1101110100010! dcr Volksfesten und Volks- ?lnscbammgcn. Tic Eigentbirmiiebkeitcn Rußlands bildcn außer kicinen lokalen Nchichnngrn, dic natiirlich iiberall vorkommen, im Grunde doch 11111" die großen klimatisch Rrgioncu und Bodeu-Uutcrschicde: die Region der Wälder, die Region dcr (Heivciblicbkeit, die Nrgion dcr schwarzen (Lide oder des “.)lckcrbaitos, dic Region der Steppen odcr der Viehzucht, und dies sind dann stets Landstrich größer als irgend ein Reich Enropa's, aber nirgends scharf begriinzt, iiberall in einander iibergchcnd. Man kann sich daher dort nur eine cinbciilicbc Gescygxbnng denken, Welche dieie iro- ßcn Unterschiede mit ihrer Ciirwirkimg aus das Volkslcben ins Auge iaßt und sitbsnmirt. Was nun aber dann die erste der beiden großen Fragen, die Anflbsnng dcr Abhiingigkeits-Vcrbiiltnissc der Bauern oder der Leib- eigenschaft, betrifft, so scbibrbt sic offenbar schon lange wie das Schwert des Damoilcs iiber den Häiiptcrn dcr Gutsherren, aber sie ist nicht hier so ikicbt, wie der gordischc Knoten mit dem Schwerte Alcxandcr's, zu durch- hanen! _ Was hindert ober den Kaiser, die Aitslösnng der Bande auszu- sprechen, wic cs Europa von ihm erwartet, und wie es selbst im Innern Rr-ßlmids errvartct wird, da selbst die Herren es sick) nicht verhehlen, daß das Vcrbäitniß auf dem gegenwärtigen Punkte nicht lange mehr bestehen kann? Man glaube nicbt, das: der Kaiser hinderndcm Einfliisiern von Sei- ten der Herrcn zugänglich ist! Würde er es fiir gerecht erachten und fiir wohlthätig und angemessen, er wiirde in seinem geraden und offenen Sinn das große Wort aussprechen, und es würde nirgends eine Widerrede, ei- Der Kaiser von Rußland ist ailmc'ichtig, wenn er in den Sympathieen seines Volkes handelt! - Es sind aber Griinde vor- handen eben des allgemeinen Wohls, welche einen solchen Ausspruch, eine sslche augenblickliche und unvyrbxreitete Aufhebung der Leibeigenschaft var- rpdern, Griinde sowohl staatsökonomischer als persönlicher Art, Welche zu- nächs1das Wyhl der Bauern sclb betreffen.

das Qoppeite so weit von dem Meere entfernt, als das Innere aller iibri- Jen Lsnder Enropa's. Alle CommunicationSmittel find kostbar und be- chweriich. Die Schifffahrt auf den Flüssen und Kanälen, wofür das Gou- vernement seit Peter ]. mehr gethan hat,“, als irgend ein anderes Gouver- nxmxnt, e_rhält fich bei den meisten Flüssen nur wenige Wochen im Jahr vollig aus ihrer Wahren Höhe, liegt bei den nördlichen Flüssen mehr als des Jahres danieder. Die Wege find schlecht und wären meist nur mit unsäglicher Mühe und unglaublichen Kosten zu bauen. In ihrem jeyigen Zustande bieten sie nur im höchsten Sommer und im Winter auf der Schneebahn die Möglichkeit eines erträglichen Frachtfuhrvrrkehrs.

Hierin möchten die zusammenwirkenden Ursachen liegen, daß in keinem Lande ein solches Mißvcrhältniß zwischen dem Preise der landwirthscbaft- lichen Produkte und dem der Arbeit vorhanden ist. Ost fällt der Preis“ des Scheffel Roggen auf 6 bis 7 Sgr.,währcud der Tageiohn sich immer über 10 Sgr., selbst 15 Sgr. hält. Und auch die Theurung des Korns wird nur durch Mißärndte und Hungersnotl) hervorgerufen. Wenn man diese Verhältnisse im“; Auge faßt, dann darf man Wohl die Frage aufwerfen, Welche Wirkungen würde eine Auflösung der Leibeigenschaft ohne vorherge- gangene Grund- und Boden-Dotirung der Bauern auf den ganzen sozialen Zustand Rußlands haben? Es giebt reiche und fruchtbare Landstriche in Rußland, wo die Herren keinen Schaden, vielleicht Vorihcile haben wiirden, Wenn die Leibeigenschaft aufgehoben wiirde. Dort ist ihnen die Erhaltung und Ernährung der Leibcigenen cine Lask, und sie wiirden bei der Verpach- tnrrg ti,)ri's Grund und Bodens oder dessen »Selbstbcbaurmg durcb Lohnar- bcrter diesen höher mixen als verwerthen. - Zn Weniger fruchtbaren Lar1dstricl)xrr,_wo große Gutswirthschaften liegen und die Leibcigenen alle [andrmrtbichastlichen Arbeiten und Frohnden verrichten müssen, wiirden da- gegxir dicse Gutswirthscbasten sogleich völlig zerstört werden und einZeben niiiiicn, wenn die Leibeigenschaft aufgehoben wiirde, denn es ist dort bei den niederen Preisen der Produkte und den hohen Arbeitspreisen unmöglich, die Landtvirthschast mit Lohnarbeitern zn fiihren. Da nun in diesen Land- strichen große Fabrikgewerbsamkeit herrscht, Wo die hohen Tagiohne gezahlt werden, so wiirden sich dann alle friiheren Lcibcigenen dort hinziehen, wic dic Fcilspäue um den Magnet, Dic Landwirthscbaft der großen Giitcr wiirde völlig vcrödcn, derBauer treibt dort iiberhaupt nur so viel Ackerbau, als zu seiner und seiner Familie Nothdurft nötbig ist; zu Markt bringt er nichts, da der Preis zu wenig lohnt und er Gelegenheit hat, in dcn Fa- briken mehr zu erwerben. Die Folge würde dann aber sein, daß iiberhaupt Zit tbcnig Produkte gebaut Werden, und da al1e Zufnhren sehr schwierig, an (Linsuhr von außen aber gar nicht zu denken isi, so könnten sich p[öyiich thständc vou Hungersnoth und Mangel entwickeln, onon wir uns im iibrtgrrt Europa gar keine Begriffe mehr machen können.

(xs ist hier nicht der Ort, alle die möglieben Schwierigkeiten zu ent- wickeln, die eine mworbcreitete Aufhebung der Leibeigenschaft in alle sozia- lcn Verhältnisse Rußlands bringen könnte. Wir sprechen aber unsere ivohlbegriindete Ucbcrzcugnug aus, daß wir dies für das gefährlichste Expe- riment erachten, Welches man in Rußland machen kömmtc, es könnte dort zur Anarchie fiihren, die mbglichcrjveise ungeheure Volksschwärme wie eine ziveite Völkerjvaudernng über Europa wälzen könnte. Also keine einfache Airflxebnng der Leibeigenschaft, die den bisherigen Leibeigencn in den ge- fährlichsten Proletarier vchandeln würde! - Den Eigenthiimcrn des Grund und Bodens aber diesen ohne Weiteres nehmen und damit die cbenmligen Leibeigcnen dotircn, wiirde die ersten Prinzipien alles Reibts lädiren. Die Aufgabe des Gouvernements wäre daher: zuvbrderst die Willkür der Herren ein;uschränkeu, das völlig recbtlose Verhältnis; der Leib- eigencn in ein in bestimmte Gränzcn eingeschlossenes Ncchtchrhältniß zu verwandeln, etwa in der Art, wie friiher in Deutschland die Meiervcrbält- niffe uud EigcnbehbrigkeiisVerhältniffe bestanden haben, und dann daneib- eigenen die Bahn zn eröffnen, EigenthmnS» odcr bcsißlicbeNcchte an Grimd und Boden durch Anstrengung, Arbeit und Miihe zn eriverben, abcr kcincs- Weges ihnen denselben zn scbenkcn. - Erst Wenn fie in ein Rechtsverhält- niß gestellt sind, wenn fie fcsic bcsiizlicbc Rechte an bestimmtem Grund und Boden erworben, erst dann sind sie reif, nnch die Freiheit ertragen zu kön- nen, sie wird ihnen dann von scibst zufallen wie eine reife Frucbt. Dics möchte als allgemeiner Grundsaiz gelten, ob nicht aber gewiffcn Klasscn der Lcibcigrncn, namrntlicl) krncn, die nicht zum Lickcrban verwendet werden, den Haiislcibeigcncn, den leibcigcncnFabrik-Arbeitcrn, die unmittelbare Bahn ZU Erwrrbung der Freiheit crbffnct Werden könnte, wollen wir damit nicht verneinen. ?lbcr iiberall miisric amirdiesr'n die Freiheit nicht geschenkt Werden, sondern sie müßten sic dnrch Arbeit und Thätigkeit ertver- bcn kbnncn.

Was wir hier als das allein Vernünftige undchckmc'isrigehervorgehoben haben, ist nun abcr auch wirklich der Gang, den das russische Gouverne- ment eingeschlagen, zu haben scheint, und bei dem es allem Anschrin nach verharren wird.

Schori nnter Peter ]. vor mehr als hundert Jahren beginnt in Rus;- land die Gcsrßgxbnrrg iiber die bäuerlichen Vcrhältniffc. Sie begnügte sich Zimachst, dre ,LZlMÜk dcr Herren einigermaßen einzuschränken und die Leib- crgrncir mbglrcbsi zit schiiycn. Dann Wurde die Lcistrmq dcrselbrn tvriiiq- [tens '." cincr Bczichimg normirt, cs Ward festgesest, daß bei landwirth- 1chaftirchcn Frohndert drri Tage in der Woche das Maximum der Leistun- gxir icin ssllte. Dies ist eine ungemein wichtige Bcsiimmunq, indem sie Vielleicht fur dreZolgezeri eincn Maßstab fiir die Ablösunqs-Kabitalicn bil- den könnte. Kaim Alexander hob die Leibeigenschaft dckKronbaucrn anf, Hierdurch Ward fgstkder Hälfte der Nation die Freiheit chähr1.'“*““)

Der gegenwartige Kaiser ist der Auflösung [der qroszen Frage bedeu- tend niiher gcriiät. , Zunächst trennte er die Verwaltmiq der KrNiqiitcr von der des Finanz-Minisicriitms nnd bilde'tc daraus ci11*cigcnes Domainm- Ministcrium (*))kinisierinm dcr Krongiiter). Dies hat abcr in Rußland eine ggnz andere Bedeutung, als in anderen Ländern, wenn man bedenkt, das; diese Verwaltung das ganze Wohl und Wehe von mehr als 20 Millionen Mcnschrn umfaßt! Früher Waren die Kronbanern nur ein Finanz-chcir- stand; ihre Abgaben, Kopfstener Und Obrok (Landzins) waren von Aircrs hcr regniirt, um ihre Labensverbälinisse, nm ihr Wohl und Wehe beliim- merke 111011 sich wrniq, man iibcriies; sie sich selbst. Sie verWalteten alle ihre Vcrhaltniffe selbstständig, und zwar ganz rcpublifaniscb, wie dies in der Natur der russischenGemeinde-Vcrfassung, cincr dcr merkwürdigsten Institu- tionen, die „es- gicbt, liegt. Dies nene Krongiiter- 8))kinisicrium aber sucbt nun das geistige und physische Wohl der Bauern zu heben, es zieht die Geistlichkeit heran zum Unterricht und zur geistigen Ausbildung, cs dotirt iibcraU aus Staatsmitteln Pfarrschiilcn, es überwacht die Gewerbsamkcit, iiicht den Ackerbau zu heben, hat Ackerbauschnlen gestiftctrc. Es hat, ohne die Natur und den (Mist der russischen Gcmrinde-Vcrfassnng zu verformen und zu lädiren, die Verwaltung dcr Gemeinden so gcordnct, daß ein re el- mäßiger Beaufsichtigmrgs- und Justanzenzng bis persönlich zum Minister und selbst zum Kaiser hinmtsfiihrt. Es spricht es offen aus, daß dem rus- sischen Banck nichts mehr fehle und man nichts so dringend in ihm zu Wecken habe, als das Rechtsgefiihl, daß er von der Obrigkeit nicbt blos Fürsorge und Gnade, sondern anch pofitives Recht zn ernoartcn habe. Es sucht sie daran zu gewöhnen, dieses Recht, Wenn sie es bei den unteren Behördxn vercht glauben, zucht beim Minister, ja beim Kaiser zu suchen.

Dies kann nicht ohne die größte Wirkung auf den anzeu fittlicbcn Zustand der unteren Klassen bleibcn, und sibon )'th regt [ck das Rcchts- gefühl überall in den Bauern, und wvnn der Minister anch 'th mit häufig völlig unbegründeten Klagen aller Art Überlaufen wird, io schadet das

*) Man könnte hier viclleicht einen Widerspruch mit dem oben Gesag- txn uns vorWergir. Wenn man den Kronbauern, also der Hälfte der Na- tron, die Freiheit ohne Weiteres gegeben hat und daraus keine Anarchie errygchsen, warum soll denn Anarchie eintreten, wenn man jest der anderen Halfte, den Privatheibeigenen, die Freiheit gewährt? Die Lcibcigenen der Kronejwurden schon stets nicht als Veibeigene behandelt; die Aufhebung der Lerbeigenschabear nur eine Rechts-Anerkennung der Freiheit, aber es hat fich dadurch eigentlich nichts in ihren sozialen Verhältniffen geändert. Hen Kron-Leibeigencn ist der Befiv des Grund und Bodens von jeher uberlafsen worden, der daher nur nominell als Eigenthum der Krone gilt. Dies Alies würde fich bei den Privai-Leibeigeuen ganz anders gestalten, dort

Rußland ist eine ungeheure iäche,se1n§)nnerxsisiyiel weiter, oft über . wiirden sie den bisherigen Grund und Boden verlieren :c.

nichts, mag mitunter unbequem sein, wird aber nicht ohne Nachwirkung auf den Charakter der Nation bleiben.

Der Kaiser hat nun aber auch die Verhältnisse der Privat-Lerbeigenen ins Auge gefaßt. Ihr Zustand hatte sich in neuerer Zett vorzü lich durch die ungeheure Entwickelung der Gewerbe- und Fabrikthätigkeit s on injur- lich vicifacl) umgewandelt. Die Haus-Leibeigenen waren aus ihrer tiefen Lethargie nnd Trägheit geweckt und Wurden in Fabrik-Arbeiter umgetvan- ?elk, freilich mehr aus Eiaennuß der Herren und zu deren Vorthrii, dennoch isi Anspornen zur Thätigkeit immer ein Vortheil; aber auch ein Theil der Ackerban-Leibctgenen wandte fich freiwillig dieser Richtung zu, denn der Russe liebt jede andere Arbeit und Thätigkeit mehr, als die des Ackerbaues. In Folge dxnen ist der Ackerbau, statt vorzuschreiten, zurückgegangen.

Der Kaiser bemüht fill), in seiner neuesten Geseßgebung bei den Privat- Lerbeigenen zunächst einRechtsverhältniß zwischenHerren und Leibeigencn zn konstituiren, er erklärt in seinem Ukas von 1842 die Leßteren fiir fc'ibig, mit den HerrenKontrakte abschließen zu diirfen. Das ist ein ungeheurer Schritt! Vorher war der Leibeigcne nur eine Sache, er hatte keine Art von Civil- recht seinem Herrn gegeniiber, hierdurch ward er aber ein Rechtssubjekt! Ein Uias von 1844 regulirte die Verhältnisse der Haus-Leibeigenen.

Gegenwärtig ist unter dem 24, November 1847 ein neuer Ukas erschie- neU, worin den Leibeigenen eines jeden Gutes oder Dorfes das Vorkaufs- recht odcr Näbcrrechi beim öffentlichen Verkauf eingeräumt ist. Mit diesern Aukayf erwerben fit“ zu gleicher Zeit ihre Freihcit und das Eigcnthum über den bisher bebaueten Grund und Boden. Wer den ungeheuren Umscbtbung und die Beweglichkeit im Besis des Grund und Bodens in Rußland kennt und zugleich die Leichtigkeit, wie Dorfgemeindcn dort Geld aufzubringen vermögen, muß auerkcnnen, daß dies Gesetz von der größten Wirkung für die allmälige Emanzipirung und Dotirnng dcr Leibeigcnen sein wird.

Die russisrhe bäuerliche Gesetzgebung hat bisher nur erleichternd, ra- tbcnd, helfend eingeschritten, sie macht zunächst nur Bahn für eine innere Entwickelung, fie stellt die sich entwickelnden neuen „Zustände mehr aus das freie Ueberemkommen der Vetbciligtrn , sie stellt dieses aber unter Rechts- schutz. Wir lieben eine Gesetzgebung, die nicht mit - omp auftritt, große Prinzipien mit Pathos aussprirbt, sondkm wie die atur nur die Keime in die sozialen Zustände legt und diese [icbrvoll pflegt und zeitigt, die nicht Alles gebietet und mit Gewalt dxit'cbscßt, sondern mehr die Natur einer Rechtsfindung hat, welche das, Was sich im Volke von selbst auszubilden strebt oder anSgebiidct bai, anerkennt und ihm den Stempel des Rechts

aufdréikét. A. v. H “* 11.

Das nenefie russische Gcsetz, Welches Vrranlaffung zu den vorstehenden Bemerknnizen gcgcbcn, isi vom 24.9?ovcmbcr 1847 und laut,e1_i_n der Ueber- scönng fo gendernmßcn:

Ukas S1“. Kaiserl. Majestäi, Selbstbetrschsrs aller Reußerr, vom regierenden Senat publczrri.

In dem mit Allerböcbsier Unterschrift versehenen, am 8.November mc, an dcn regierenden Senat gelangten Allerhöchstrn Befehl Sr. Kaiserl. Ma- jestät heißt es:

„In Bezug auf das in Gruscn seit dem Jabre 1824 bereits existi- rende, im Za-e-cl, 107", 1x. [), 1004, cntbaltcnc Gcseb isi einiger Ziveifel entstanden. Zur Eitjscbeidimg desselben bcfehicn Wir folgende vöm Staats- Naihc geprüfte Reglements in ?lirwcxidunq ZU bringen.

1) Wenn ein mit Bauern bescßtrs Griindcigcntbum weqen der darauf an die Krone odcr (111 Privatpersonrit odcr aii Kxcditsystcme leistenden Schui- den zum öffentlicbcn Verkauf ausgesetzt wird, so bleibt es den zu solchem Gute grhbrcndcn Bauern iiberlaffcn, sich sammt dem Grundbefiße und den iibrigen das Gut bildcnden Theilen dnrch Criegimg des beim öffentlichen Vcrkqiif zucht bcsiandcncn Prriscs oder, falls keine Käufer erscheinen, dnrch Etiit'icbtimg der ganzen tarirtcn SUUUUC 1073111111001. Im letzteren Falle chr, Wenn dir Taxe die Summe der Schuld, die auf dem an dir Kredit- Gvstcmc oder an Privatpersourn verpfändetrn Gitte lastet, nicbt errcickycn sollte, so find die Baiicrn vrrpfiichtct, dic bollstärrdichZahlung solcher diirch das Gut vcrhbpoilxzirtrn Scbuld zu übernehmen,

2) Das ?lnkaiifcn und Loskaitscn aiif Grund des Erwähnten ist nur bei vollständigem Kompicrns 1:18 311 vcrkaitfcndcrr Gutes gestattet, oder, wenn dasselbe in bcstimrirtcn jede cin Ganzes bildrridrn Abtheilungen verkauft wird («sei. 51900, “!*m". )(. [,. 4001), in voilsiändiq abgezweigtcmUmfange eines jeden Tbrilcs, nnd mtr wi'rtn sämmtliche Bauern jenes Gutcs oder dcr abgczweigtcn Abtbciinngrn res Gittrs ciuwiliigen und zusammrn- treten.

3) Zimt Bchnf dcrEirtiösimgisi dicjcrtigc Lokal-Vehörde, in Weicherder Veikanf geschieht, vervflichtct, nach boilcndctcm zweiten Ausgcbote oder, im Fall keine Kärifcr erscheinen, nacb Ablauf dchermiue, die örtlicheGouvcr- ncmentS-Vcbörde von dem Einlbsiingsprcise zu bcnachrich1igen, Welcher auf Grund drs Paragraphen 1 des gegenwärtigcnUkases berechnetworden, und die (Bomberneincnts-chicrrtng wird so1vobi in diescanlie, als auch dann, chn dcr Vcrkanf in derselben selbst stattgefunden hat, den Bauern diesen Preis durch die Landpolizoi, gegen Empfang von schriftlichen Bescheinigun- gen, an den Tagen drs Verbbrs, mittbcilen, Sämmtlicbe Geschäfte der Polizei bezfiglich dcr Mitthcijung dcs Kaicfprciscs cm die Bauern und der Annahme ihrer Meldungen, wie auch später betreffend di: Entricbti'nq drr crsordcrlicch Summe, finden immer nicht anders statt, als mit gleiclizriti- ger Theilnahmc von Seiten des leels-Marschalls und des Bezirks- Striaptscbi und unter dercn unmittelbarer Aussicht.

4) Die Bauern sind verpflichtet, die ganze Kaufsumme zu entrichten, und zwar, ohne irgend cine Unterstiißnng von Seiten der Krone erwartenzn diirfen, inncrhalb30 Tagen, die von der Zeit an grrecbnetwerden, wo ibnen jrne Summe bekannt chordrn, bis 311 dem Tage, wo dieselbe am Sixze drr Gouvernements-Regierung erlegt wird, wo auch immer der Verkauf des Gutes stattgefunden haben mag.

5) Falls die Bauern fich nicht zu der Einlösung des Gutes vrrstehen oder, nachdenr src den Wunsch geäußert haben, die Eitilbsungssnmme zube- zal)len, diese in dem bestimmten Termine nicbt abtragen: so wird das Gui dem zugeschlagen, dem es als etwanigem Meistbieter gcmäß des öffentlichen Verkaufs zu-fallrg sollte; hat aber, weg?" des Nichterscheinens von Kauf- lristigrn, kein öffentlicher Verkauf stattgehabt, so wird mit dem Gute nach den (Heselzcrrbcrfahrcn, welche für solche Fälle cristircn, in dcncndcrbffent- liche Verkauf für nicht giiltig erklärt wird.

(d'U-ot], Bürgerrecht, 'kmn. )(. BUT!) 7. ():-[). y, Abih. 5.)

(;)-Nach Erlegung dcr Einiösunqssnmme erhalten .die Bauern eincn Kaufbrrcs, jedoch ohne dafiir Kontraktstcucr zu zahlen. *

7) Die sich Freikaufendcn irrten in die Zahl der Kronbauern und, er- werben das Eigenthumsrccbt auf Grund und Boden und alien sonstigen Zubehör jenes Gutes, womit sie sich freigekauft haben. Aber nchzirg auf den (Ulf diese Weise erworbenen Grand und Boden haben dre fkktgefailskkn Bauern das Recht, durcb Verkauf, Tausch xc. ihrr auch auf Andere 3!) „uber- tragen, jedoch nur mit Hinzuziehung dcs Dorsgcklchks Ulkd "Uk, Bestattqung des Ministeriums der Krongirter, indem nls untret1nbakek„Tbkll des (5311st fiir je'de Rrvisiorrsseclc nach allgemeinen Vorschriften wenigstens 2 Deffn- tinen Baugrund und ebcn so viel Land sm" Kirchengewachse, Aecker UW Wiesen verbleiben müssen, Auf dicscm, vribxcrbenden Grund und Boden dürfen in dem oben erwähnten Vcrhaitmnk dUkchaus keme Schulden la cn. .- ß 8) Die freigekanften und zur Zahl der Kronbauern gehorenden Bauxrn haben sämmtliche für jene feßgeseßten ?leaben uud Gebubrm' zu entrich- ten, nur den Obrok ausgenommen, demgemaß sie auch den Namen Obrok- lose erhalten. ,

9) Die Geseßeskmft dicser Anordnungxn erstreckt sich, in Folge dzr noch im Jahre 1824 gemachten und vom Kaner Alexander [. der vorlaufigen

Zustimmung gewürdigt?" Vorschläge, auch auf sämmtliche übrige Theile

' des russischen Reiches.

Der regierende Senat wird nicht unterlaffen, zur Ausfüb'rung dessen die nöthigen Maßregelrt zu treffen. Der regierende Senat hat befohlen, den erschienenen Allcrhdch|cn Befehl sämmtlichen Gonvemements-Negierungm und der Uprawa (Verwaltung) von St. Petersburq zum Behufe der allge- meinen Bekanntmachung desselben mitzuthcilen. Diese haben. awdann die

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