“ u ier, wie wir estern beschlossen haben, stwtt,10jäl)riger bis Kbrencswcieriglr Zuchthausgstrafe Zjiihri e bis lebcnswierige Strxifarbeit subsiimiren. Es kbmmt seiner in , etiacht, daß gestern beichxloffen d worden ist, dem Richter die Mbglichkeit zu lgssenk, ,auf dc,n Verlust b der Ehrenrcchte zu erkennen. Diese! Punkt durfte hier gleichfalls zn i_i erwägen sein. Ich muß dabei befürworten, daß der ganze Punkt wegen Aberkennung der Ehrenrechie, wie ich schon vor mehreren Siyiingen berührt habe, in eine iibleLage dadurch gekommeii ist, daß wir iibkk diesen Pimkt Beschluß gefaßt haben, ohne zu Wissen, rote fick) die Sache bei den speziellen Titcln gestalten würde. ,Ich ,glaube, daß es bei diesem Titel recht eigentlich hervortritt, und ich bitte um k Entschuldigung, wenn ich die erst hier zur Sprache bringe, Ich wollte es schon bei §. 82 thun, war aber damals mit mir, uneins, ob die Sache nicbt in eine andere Lage durch den zu §. 80 gefaß- ten Beschluß gekommen sei. Ich glaube, es ist nothwendig, noch- mals darauf zurückzukommen, indem ich der Ansicht bin, das; die Bc- siblußnahme iiber die Entzicbnng der Ebrenrcchte fich am Schluß der Debatte ändern tvi'rde. Meine Ansicht ist im Allgemeinen folgende: Ich glaube, daß der Hochvrrratb im Allgemeinen nicht als ein Vm,"- brechen anzusehen ist, welches eine eniehrende Gesinnung nothwendig voraussetzt", ich kann mir aber nicht variwblen, das; wic„dcr Schakal, auf der Fährte des Lebens zu jagen pflegt, Leuten, die „ck aus edle! Gesinnung einlassen, Menschen sich zngesclicii mkidcti„dcneii falqcbe imcdle Tricbfedern zuzutraucn find. Ich will Uli,!" an eine [,iiitcrnek); mung crinuern, die wcltbistorisch gcwordmi, an die des Catilina. Er vcrschwor sich gegcn dciirbmischcn Staat, um seine Schulden zu br-
zablrn. Tax; gcgen solchc Subjekts eine harte_ Strafe, eintri- ti'n miisse, unterliegt kyincm Zweqc'l, Oben, io ,wcing, daß sie riiie Ebreiistrafc ticsfcn muß. Was mVOiVikk mm die
Cbrciisimfc, wie wir sie fcstgcsxlzt bcgbsiihtigen? Sic i,i,1Vol-- viit zwsicrlei; das; wir dcm Getroneiien e_tnen Ykaiigci an geniigen- dcr sittlicbcr (Öciiiinitiig zntmurn, In dieicmFalle ist der Ausspriiä) dcs Richters niibts weiter, als die Darlkgmig, daß der Mensch 1lck moralisiy unmSglich gemacht habe. Der zchitc Fall ist dcr, wo der Beibeiligta sich unbeschadet si*iiii's sittlichen Wsrthö in Krikézszusiand gegen den Staat oder drffcu bcsiebende Einrichtungen gincßt hat. *Das ist der Fail, wo er sich politisch Unmöglich gemacht hat, iind dicicii (Hcsichtspunkt hat gestern bereits ein “Mitglied ails dcr Rhein- Provinz angelegt. Ich glanbc aber, dax; is in dcr Konsbqninz Ze- legen haben wiirde, unbeschadet der moraliichkn El)rcnhaftig,ki,'it, Jr- maiidcti, der sich des H0cheratbcs schuldig: der siti) politixch UU- mögliii) gemacht hat, die politiichcnEbrcniechtc abzucrkrnnen, dagegen ibm abcr die nioraliiibcn Cbrciirechtc zu bewahren, und deren ?,lb- erkennung fiir den Jail aufzusparcn, wo wirklicher Mangel an sitt- licbcin Wertbe Voraiisicseyt wcrden mnß. Dies sind Benicikimgcii, auf die ici) fiir jetzt keinen bciond'cren Werth lege, von denen lil) aber gianbe, daß wir am Schluß der Debatte darauf ziiriickkommen wer- dcn. “Ick wiirde mm noch mein Votum iiber den Paragraphen zu- sammenfassen, daß wir zu krieimen haben auf eine dreijährige bis lebcnsiöiiigiichc Freiheitsstrafe. Tieiß kann bestehen in Festuiigsbaft imd Simfaibeii, und ich giaiibc, dai; es in der Konstqncnz unseres friihrri'n Beschlusses liegen wiiidc, daß wir iiidxm Fiille, wo Wlk eiiie Cl)rciistiafe aiissprcchcn, mcht blos die politiicha, ioiidcin auch die moralische, aiif Zitiißhaiisitmsc kommen müssen, iiidcm_ ich (1,11- ucbmc, da[: diejenigen Subjekte, bci denen man eine chrloie (Heim- nimq voransscyn iiiibt untcr dic cc] ([!]-“15; chrrnivcrthkn Leute kom- mßii diirfen, Welche bci“ Strafarbeit vci'falli'ii. _ _ Rifcrcnt Uauiiiaim: Es ist nicht meine Abjichi, iioibiiials ans die Dkbflkie iibc'r dic biirgkrlichc Ehre zuriickzukoniitieii. , Meme ?lb- sicht ist mii“, auf die cigcntliche Bcdcqutung der Vorschrift des 9". 83 aiifnic'i“ksam ZU Mülhkn. „EÜ handelt 'ich, im) wcitei nichts Zis darum, ob die blbßc öffentliche Aufforderung init lllllk „so hohen Strafe- bc- leqt werdcn soli, wie der (He'scH-Eitiwiiif vorsihlagt., Dcr Paragraph fiigt ansdriickiich: schon um dieskr ?lilffbrdciiiitg ibiiit'ti soll Jemand qestmfi werden, bei zu ('i-"i'“!!! hbei)vm'i'ai,heri]ich Unternehmen aiif- fordert. Es wird voraitsgechi, daß dicschiinordcrimg ,zu weiter nichts gkfiihrt bot, das: es also mti“ mm' Aufforderung,_gi'blieben iind nicbt ziim hochverrätbciischcii Uniciiicbzncn gekommen qt. Rim wird csNicnmiid ciiifallc'n, dcrglciihcii Aitnbrdcrungen das ,Wort zu Leden odcr zu erklären, sic sollen straslos bl,libk11', aber es ist zu crwngxn, daß die Handlung so entfernt in chiebung _auf das Verbrechen ,!ie- bin kann, daß die Strafe, wie sie der (ijey -_,C'ntwurf v,!)i'schlagt, „chiijäi)rige bis lcbciiswieiigcZuchthausstrase“, iich untcr keinen Um- stiinden rechtfertigen [affen wird. Mochte der Mensch, der cnic solcbe Auffordcinng eriiißt, iiikdi'iger odcr el)reni)aftc,r Gesinnung sem, das iii gicich. Ist er niedriger Gesinnung, so Mrd seine Auftordcruiig vorhaben“, ist er aber cbrcnhaficr (“Besinnung, dann ehrt,: man Wenig- stens in ibm das an ibm noch zu Ehrcnde imd belege ihn aber 11lcht mit einer cnicbreiidcii Strafe. Ich halte dafiir, das; !!ch untcr ket- nen Umständen eine cntehiciide Strafe rechifertigcn luise, und daß Mik MM" MWT bis zu zehnjähriger Freiheits- Entziehung untcr al- len UmstäUWl ÖMZ Verbrccbeii Vbilstäiidig gesiihnt sein wird. Ich stimme fiir den Anima dcr Abtheilung.
Abgeordn. WMW): Ick) kann mich auch nur der Ansichi der Majorität ,d" MMUUUJ Anschließen und namentlich dcs WOiies „öffenkllch“ WIM- „Im FW bsißt es: „Wir öffentlich dnrch Rede odcr Schklsk JU Einem hochverräeberischrn Uniernehmen auffor- dert-“ ““ Ick «Wide Über- das; Ei" solcher durch die öffentliche Anf- forderung dk!) ZZVÉck DÜLMEN Wird, er wird wenig Anhang haben, wir kennen die SklmmUUI UZ BUW- alio auch genau den Patrio- tismus dessolbcn. Ich babsivcmgcr Furchi vor der Oeffentlich- keit, dieselbe hai ""“) "Uk SLI?" JWMM, als vor den versteckten
Neben, die im Volke ziikulircn.
Abgcordn. Graf Renard; Wenn ichmich gestern bei den Pa- ragraphkn, Milk)? VN" VNiUM [)karkakhckiscber Unternehmungen
fiir niiidei'c,9.)iaßi'i*gclii, ausZesprochen habe, als im Ent- ich nnch Void bei H, 753 gcgen die mildere Maßregel Ausschusses erklaren, namentlich in Beziehung auf
handeln ,
wurst, ,so, 1,1,1us; der Maiorrtat des
1 “ a us: , __ „ dm )) ss Schrift zu eincm hochverratherqchen Unternehmen
und die Massen in Bavegung zy [eyeii suchen, , nur ein- bis dreijähriger Strafarbeit viel zu germ
siun s a in; e „ FäUZnhaiich gcmi Verlust der Ehrenrechte erkannt werden konnte, Was nun den Vorschlag dk!" Abtheilung
ivegfaUen sollen, so bin ich
Rede zum Aufruhr aufgefordert, eingezogen Würde, es fick,» aber fände, daß er nich_i sondern, daß er „ „ das Komplott mit verw1ck,elt warZ, _ „ , „ , Auffordc'riing zu vcrhängende Stmsc den iibrigen als Scharfungx- grund hiiixuirctcn müsse.
phon herausgehoben ist, Grunde liegen soll, Ich lege den Öanptnachdinck aiif dicsrs Wort. , “ Paragraph bestimmt die Strass bcimlichcii Komplbttcs, bei der TU- fciitlichki'it aber bat al1ch die öffentliche Macht weit leichter die Mög- lichkeit, jeden Sabadcn, dci“ entxikhen könnte, wri'dcr aiifzuheben, Ick stimme deshalb fiir die Abihciiiing.
schlag dci“ Rbgicrung in diesem Paragraphen sind doppclier Ait, sie betreffen einmal die Simfart und zweitens das Strafmaß.
kcnncn, das; in Ko:1scquet13__ dci" bisl),cr gestellirn Ilnträge auch bier davon abstrabirt Werden miinc, ledigliii) , , , _ erkennen, daß es viclmchr folgkrechi cryihcmt, ami) brei“ eine Strafe eiiiznsiigiit , , iiiitciskbicden ist aber noch die Frage, , ?lbkbciiitiig lediglich auf nicht infamircndc SiraYcii, ,“ , Liiialogie di's gestern gefaßten Bcschluffes alternativ aiif iiisaiiiii“61idc iind uicht infmnircndc Freibritsstrafc zii erkennen sci. Standpunkte der chikruiig atis glaube„ich aiideutrn, 311 maximi, , in dieser Vezicbimg J1Visckc11 beiden Fallen wesentliche Ukbei'i'iiistiin- mung vorhanden ist, das; , , , zismlich in dcrsclbcn Lage sind, Wie dwTherlnehnwr vorliegenden Paragraphcn bezeichneten , , _ , bier Straiarbcit mit drr Befugnis; dc)" Richters, die Cutztcimng dei“ Ebrciircchte hiiiziiznfiigen, wie im H. 82
eine schwierige und undankbare Ausgabc, bei Arbitriiung der erbcits- strafen iiber einige Jabra mehr oder weniger streiten nnd rechten zii wollen; eigentlich kann man nung dariiber begründen, , ganze Strafsystem grwvnncii skin,
mit einer Strafe von bestraft sein wiir- en. Ich könnte mich nur damit einverstanden er iären, daß, Wie es ci §. 82 geschehen, wir eine Strafe festsexten, die von ,einem Mi- imum von 3 Jahren bis zur lebenswier_igen Strafarbeit oder Je.- danebcn aber auch festjehten, daß m besonderen
betrifft, daß die Worte
„ on um die er Au orderung willcn“ , , , sch s ff nicht dieser Meinung, denn ,ich glaiibe, es önnen Fälle vorkonmieit, daß cin solcher Mensch, der in Schnft oder
allein durch diese Aufforderuyg sich strafbar gimachi, aiich wc'it tiefer, wie es oft der Fall skill Wird, 111 dann diese wegen der bloßen
Tie I)iacbt der Schrift, die im Paragra- imd dic rciscrc Ucbcrlegimg, die ihr 311 wird durch das Wort „bffiiiilich“ aufgehoben. »Der vorhergehende
Abgeordn. Dittrich:
Caiidtaas:Ronimiffar: Tie Aiisstellungcn gegen din Vor-
Was die Strafart anbetrifft, so kann die Rrgicrung iiicht vri-
auf iiisaniiiciidc Strafen 311 also Strafaibcit. Davon
ob nach dem Vorsiblage drr odcr ob nach
die nicht infaniii'cnd ist,
Von kk-ll
di'lß
die Thrilnchmer eines Komploits iiach, §. 82 an einem in dem Verbrechen, und dabei“ auch am Plaße sciii diirfte.
Was aber das Strafmaß betrifft, so sibeint es im Allgemeinen
fiir einzelne Jäilc iiberhaupbkeiye Mei- sondern es muß ein Ueberblick iiber das um eine Art distribuichr Gerech- Wenn aber
t“ k*'t «116 in dic“er Be ichimg behaupten zu können. , *I U ) ' z Abtbcilnng
in dem vorliigciidcn Falle die Ansicht der Majorität dcr
dahin gegangen ist, die Strass von 1, bis zu 8 Fichte," Simfarbcit berabxuseyi'n, so glaiibe ich wirklich, das; dabei cin Vcrkcimen dcr Art und Schwere der Vllbkkchi'll zu Grunde
gclegen haben iitixß, wclche mitm“ diesen P.'tragi'aphcn zu subsumirxn siiid. Mkines Erachic'iis ist es klar, daß das Verbrechen, wclches bier Vorlikgi, unter Umständen ein sehr schweres sein kann und dal)cr,eiiie Ermäßigung der Strafe anf jcncs gxringe Maß weder mit beidisiri- ['llkiVi'n Gerechtigkeit, noch mit der Sicherheit dcs Staaics vereinbar si'iii diirfte. H F [[ [ s [s | ck mac'ie daran auInei'ksain, da dll" a )ier Uv innig i , Wo JJeniand (inf öffenilichch Straße das Volk zu eiiiem auf der Stelie Zu begehciidcn l)ochvcrräthxrischcn Yerbrechcn aiin0_r„dcrt; folgt, kli? That dcr Anffordciung, während Vicilcicht der V,crs1il)rer sich hiiiiei dié Couliffen ziiriiikziebt, so wird er nichtsdestoweniger als, :iiictor,-ii- [('iißcilkäiid' mit dem Tode bestraft“, gelingt ihm die Vei'fiihriiiigiiikl)i, oder fällt ibm dic obtigkeitliche Gewalt„iii ,die Yr11,ie„ che die, Aus- fiihrimg erfolgt ist, dann soil cine drcixghrige zzrmhetts- Entziehung das höchste Strafnms; sein? ,Jck) fcb? einen aiidercn Fall:, es konzi- piii Jemand einc Proclanmixon, Weiche„unmittelbar zu killen! hoch,- vcrrätbcrischcn Aufruhr anffordert„ «,k-,laßt sie drucke," und, au die Straßciieckcn anschlagen, die Polizei sindci ,sie und izimmt ite weg; ich frage hier, soll solch ein Mann, der ,die letklitloji l)attc,„das größte Unglück iiber das Vaici'land zu bringin, biclixicht, Tmiiendc von Menschen dem Tode zu opsi'rn, Nils„nltk cincr drcixahrigcii Fiet- [)citssirafe in mnxim0 bestraft werdcn konnen? ch) glaube nicht, das; dir?: in dcr Absiibt der hohen Ve,1'san1nilung [[CIT, )x,1„ daß auch der Antrag der Abthcilung nicht dahin, gegangen, si'lil wurde, wenn sie sich dié Größe des Verbrechensm ihrer 1'ich:,i,gen (Histalt gedacht hätte. “Dkshalb glaube ich anhenngebewzu muffeq, ll!BCZl(:[)U11I auf das Maximum cine Milderunx mcht emircien, vicimehr, Wie bei §. 82 vorgeschlagen, als solches die lebeiiswicrige Eiiqpcrrimg stehen zu lasen, die gewiß hier 10 ,wohl Verdient sein kann, wie bei dcm hochNrräiherischeii Attentate die Todesstrafe. , , Eben so wenig glaube ich, daß unter ein Miiiiinuw von drei Jahren [Minuterziigebcn sein wird, denn es ,bandxlt jisi) iminer iim cine direkte Aufforderung zu cinxin k)och55e1*i'atl),erischen Uiiiemicbiinii, und zwar um eine öffentliche Aufforderung„ Sie muß Ql191111x-2Yb'3- ten an einem öffentlichen Orte geschehen sci," odcr durcb klkli',&*§-kl,„)1,1si, die der Oeffentlichkeit wissentlich iibcrgcbcn ist. Das nnd dic Mitc- rien des Verbrechens, um das es sick) [)lkk handelt, und wcnn eiiies derselben vorliegt, so ist das Vcrbrxchxn so groß, daß man es nicht mit einer einjährigen einfachen Freiheitsstrafe beligen kanji: Justiz-Miiiisicr von Saoignxx: Die Sache selbst ist von _de,m Herrn Landtags-Kommiffar so erschöpfend behiinbelt worde!!- küß lä) dazu nichts hinzuxuseßen weiß; ich wende Ullch mir dirckt an das Gutachten der Abtheilung, um darauf aufmerksam ,zu iiii'c„cliciif daß nach meiner Ucberzeugung die's blos auf einem Mißverstandniß bc-
„Wer durch
au ordert.“ _ „ , fJfNan kann Theiliiehmcr eincs Komplottcs Werden, Wenn man
ck von dcm Momente des Lllngxiibiicks h,;nreisFnblälßF cbednmn fich ' “ “ t und ckrcibt, gc iii einc rc: ere e exc_ung ain, nnd ??chkxxieJiin'schesiS, daß die, wel e durch Schrift zu solchen Un- ternehmungen auffordern, hai_t bestrat wcrden. , „ A __ “d Fürst Boguslaw Radziunll: ,Ich kann eine s." .“)“ Lunoi c- runq, wie sie hier in Rede sieht, nicht, wie es von einigen ;)iednern geschehen, untcr die unschuldigen Annonce,n siellxn. Die Hciiidluug, deren der Paragraph erwähnt, ,find nur fu_glich,nur in Zeiten der Währung, in Fällen denkbar, wo em ,hochverratherié'ches Uniernehnlien schon so Weit gediehen isi, daß es mit Aussicht,au Erfolg 1118 Le exn freien kann. Unter anderen Umstiinden kan:1,ich,iiur ken, der,ein solches Unternchmcn veranlaßt, entweder für emen Wahnsinnigen oder für einen unüberlegten, ungefährlichen Gelbschimbel halten, der allerdings mit der im Entrvurf bedrohten Strafe zu hart getroffen und ar nicht oder milder zu bestrafen sein würde. Dagegen scheint es nur unzweifelhaft, daß in Fällen, wie der schon erwähnte, wo Leute in einem Zkikpunkte dcs Ausbruchs hochverrätherischcr Unter- nehmen öffentlich durch Schrift oder-Rede zum Aufstande auffordern
kult. Man at 0 ne Zweifel, indcin inaii,„dc1,i Aiitiag machte„ diese so2großc Difflirenzhvvrzunehmen, stait ,1lixahrigxr bis lebenswicrig,er Zuchthaussirafc, “[ bis 3jiil)1*ige Freihciisitraic in einer, azidcrcii imi- deren Strafart anzuwenden, man hai dabei ,wabischciiilich sich, vor Augen gesiellt den “Fall, wo ein Schriftstxllcr in oxfeiitlicl)enBl,;1ticrn eiwa Lehren verbriitet, die gefährlich in ibi'cn Jolgin werden konnen, ' die direkt oder indirekt eine Aufforderung 3,1117! kunsttgcn Umsiurze des Staates einhalten. An solche Fälle scheint man „gedacht zu haben und sie, 11icht ganz mit Unrecht, fiir wxmger gefahrltch zu halten, als daß «Uf sie eine so hohe Strafe, wie im Entwurfe, anwendbar s“; m“," hat aber übersehen, wovvn ich gern zugebc, das; es vic,l,lcicht durch „“"“ ""ck genauere Fassung anschaulicher gemacht werden komite, déiß hi" IMM!" von solchenJällkn die Rede ist, sondern ".?" schrift- licher oder '"ündlichkk Aufforderuxi zu einem hockivcrratbertschcii Untemicl)"""5 kin hokhvcrrätlxrisches Unternehmen aber ist, wie d" ".N'Ie" Paragraphen ausdrücklich bestimmen, etwi'is, wobnrii) unmittelbar der Umsturz des Staates oder die Tödtung des Ko,- nigs so" zur Ausführung ebracht werden, Davon allein ist hier die
anschaulicher 3" machen, Wia ick an ein weltbekannics Ereignis; erinnern. Bekanntlich war bei dcr Throiibcsicigung des Kaisers Nikolaus Alles in Gefahr geseßk, das Leben, die Regierung des Kaisers u. s. w., die einzelnen Regimenter marschirtsn auf, und wenn in diesem Augen- blick ein Offizier vortrat und sein Yegiment aufforderte, nach dem Schlosse zu maischiren, bis zum Kaner vorzudringen iind ibn gcfan- qen zu nehmen, so war das_ctwas, woditrch unmittelbar Alles ent- ichicden Werden konnte. Grii'tzt, bas Regnnendfolgte, diesem Lffixj" nicht und er wiirde gefangen genbmmcii, so würde eine Folge „ine; Unternehmens nicht citigcireten skin; das wäre min ein solibcr Jul], wie ihn dieser Paragraph vorausxeyt. Solitsmßn «“S in killkm sol- chen Falle für möglick) halten, mit einer Jl'i'lhllisjikafk von 8 Jahren sich zu begnügen? , , Zu diesem Paragraphen ist ferner bezciibiict die miindiiibe ODU“ schriftliche Aufforderung, und man denkt, dicse sci_nicht so ggfähxizz); wir wollen aber auch kiisks näher erwägen. Guicizt, jenxx“ Jffixzkz fordertc nicbt miindlich auf, sondern er babe gkdrilckte Pi'oclanmxjgnc" bei sich gehabt, die er an das Régimcni Vertheiltk. Auch in dicicm Falle wird Niemand zivcifeln, dax; eiiie ungliich bbbcrc Simfi, als di? Von der Abtheilung beantragte, gerechtfertigt sci, Kii) giaiibr, das; durch das exiviihntc *))iißverständniß die Naim“ bis Paragmpbcn nicbt gehörig Erwogcn worden ist, und _ich muß das um so mehr giallbllj, als sonst kin Vffkjlbäkél' Widei*]pi*i|ch zwijchcn ÖM Anträgen dcr Abtheilung bei den §§. 83 Und L;; hier eiiiytchcn wiirden “Lic *.*lbrhcilxmg stimmt damit iiberein, daß für alle andkrcn Hz::dlnnch, die als vorbereitende betrachtet Werden ki'Liiii-xn imd Vikili'lchi, rbk entfernte Vorbereitungen sind, ein Marinimn von „10 Jabren_xtati- finden soll. Nun ist nicht zu leugnen, daß unter sammtlichi'nYZaiid- limgcn, die der §. 85 Umfaßt, auch ,die ***).m'dlliWk'I aus §., _. I“? hören, Und auch schon deshalb kann ich Mlchyliliis ubcizeiigiii; da[; Y". 813 ein geringeres Minimum enthalten (MUMM als bci_ Y:,z.)„s,99x„ gischlagen ist. Ich, katrin daher niir ken Uniiibtln dcs Hciin Umd- *; ' "irs [*llkké cn. , tagi YTxi-"Maistball von Rochou): 2,2595 ici) sagen wollte, ißbg; reits bon dcm Herrn Landtags-Iiomniin„ar mid dem Herrn Miinytcr dcr Gescßqibiing im Wesentlichen angefiihrt, which. Cs iVÜk,1ill,r meine Absicht, Bkispiclc a11„zusiihi'e'11„ivo dic Lxrbrccheii, des I. ckck.; von der qkfäk)!"iichftln Art Uiid niit k,?!m't' kbrcnhasicn (M,)titiiiiiig “Nr: bunden skin können, und ich 1:11:75 m_ich babes ,dabin ,Ll'kial'k-Zl: Ogi; cs außerordentlich gefährlich wäre, ein ,io gk!"ll1g(,*ö Marimiim scxiziqcycii. *Das von ;; Jahren halte ich fiir ,die! 311 geriiig._ „ , Abgeordn. yon 1Vcibcr: Die, leibxilung iiblagi Vor, drk Bit:,- brlibeii, wclche §. 83 aufstellt, ,Vlt'l geriiiZer _311 [*c1t1“afcii„als W B. 82 gestern hinsichtlich der Ti)?il]1i*,ii:),1,11€ fcjigcitcllt, wbrdcii ist“, MU" iibkini dies aber deshalb iiicht ziiquiig, wcrl dciicmgs, „dcr diirch Schrift oder Rede auffordert, ebii m die,.ß'iaicgNic ,der ?)iadelsfiibicr, des vorigen Paragraphen zu ,geboi'en,schciiii„ also )edcnsalls harte: bestraft werden miisiteé als ["E Abihi'iliing Will. , , Abgeordn, Sperling: Ick bab? aus den Vérschiedciicn Niven entnommen, das; dieser Paragraph mst bon Jedem anders gcdiiitct wird, und insbfkrn wäre ihm O_or allen DixiJiii cmsandeic besiimm-L tere Fassung ;u wünschen. Aiißcr dcin BcryNtcn ist, Mir amy di) Ausiruck: „?liiffordcrung“ unklar, nxmcntlich uzibrstiiiimi, ob dicic Aufforderung dii'cit geschehen muß ,oder auch indiki'kTRJCs-chxéßil kann; Iii) ctilncbme aus der Rcdc dis Hcrrn Lgndtagx-,K01ni1lliiMÖ, Px; [*:-*nur von diickter Aufforbcruna zii beriicbxg ftr; (Zs [olli'ii 11“) Fälle denken lasen, ivo cine soichc dixekte Offkcllillchc *[Ufsvskkl'lmg cinen besonders gefährlichen ,und ,strajbarcn Ql)ari1ktcr„,aiincbmen könnte; dergleichen Fiille kann ich mir aber nur dann gequrlicl) dcn- ken, Wenn vorbereitende Haiidiiiiigeii, aiif Hochv,e_rr,ath gcrichtct, ski),VU vorlxcrgegaiigcn waren. , Tahiti, Wurde das Bciipiil zu j'kch,!1l11 sein, welches der Herr Justiz-ZMimsier dci“ Gcscchbnng angefiihrt kmt. Sind aber vorbereitende „Handlungen der Answi'dcrimg skkYon bwibrr. gegangen, dann hat unsere Gi'si'izgcbnng rcichbaltiges Matern)! Is'- miq, nm aiidcre Bestimmungen zur Anwcndniig bstUFLn zii komik", Dicscr Paragraph handelt von der ?,lufsoi'deriiiig als olchcr; ei" [th die Strafe fiir den Fall flst, ,das; ,mci)ts weit-sr gi'sii)L-i.,)('11„1kliö dicjc Anffordcrung. Bleibt man hierbei sieben uiid diiikt itib ;)"i'maiidcii, dcr' auf dem öffentlichen Maritc oder durch i'incii Offc'nkilchkn,?iUstWÜI obne aile Vorbereituiig an die Menge die ,“,Uiifsoid,0i*iing criajet, mir ibm zn gohen, [1111-thjkjiHVchkaka,ih zu Veriibcn, die (Ztaais-Virsni- sung umzustoßen, io Will'di, man einen Solcl)eii„iiichr sin" PÜWYMMJ alsfiir straffällig balken konnen. Jldcnfalls,ii*iirde„wcii,ii einc C„,isüfk dennoch gcgen ihn misgespioMn weidmi Mllßkié“, diczkxiigc gciiiigciid skin, wclche W]! der Abtheilniig,vvrgeichiagcii ist. “ , , Justiz,;Miiiistcr Uhde": Die Ausfubrung des, ichr gribrtcn “YTD“ ners kann es vielleicht rechtfertigen, ,daß das Mimmnm„bcmbgiwizt, das I)iaximiim abcr underiiiidert bleibt. In dem aiigcfiihi'tcn JFlUi', wo Zciiiand sick) gar nicht beidem vcrabrcdcicn Uniciiirbnixn beibri- 1iqt, niehts von der Menißiki gcwiißt batte, ,irucrfayi't Uk absr in diesem Lliigenblickc nnd ci'iiitxt mm ,cinc wiki)? Aunordcrimg, ZKMNYUU blos dicser Auffxixderung iich scbiiidig JAMW- so wird, i'! dis Tikr- aiiquaiigcncii nicht schuldig zu halten icmo, iondcrn U iii ".?" iciL it'- qaiiqcnen Jakiimis wegen zu bestrafen. „_icdciisxixis ,Ibi'l dnrfic, Irin Ziné sebr bobo Strafe sich rcihtfcrtigcn„la,"cii, („sist “(lilli)“ WU iizixili öfter eiwäbni, im Paragxaphen aiisdriickilch «Uf MM». di) midN, , ziiriickchiescn, wo die beiiimmien UUU'MLQMLU aiigcsubit, siiid. . Ölz: Wer öffentlich znr Ausfiibrmig solcher Unterikehme"ÖUÜÉFNZFY J.„ : zum Köiiigsmord aiif bfsciitiichcm, Markte, ,ist der Stiwxi„dii,1,i,s_léiafü raaraphcn verfallen, ".'-lußkrdcni,ist zii _crwagkn, daß [mitsig . [[,-[l:]li,c voi'kommcii, die im Augenblicke ihres Entstehens NVU: keinen bb Zdii; ri'iiberischcii Charakter haben, die aber diirch sblche «),iedin ,ÜillkxÖle- dazu gestempelt werden können. Das jiiid die„sexbi ,WlshtlJi'liJ i mimte, welche die hohe Versanimlwig gewiß bekllckjlchflgbndsx Dimon- Achordn. Freiherr von Ganroii:„„zck) ei,",laube ndni„„,é„, , bis dcmcnt 2311 stellen, das; das Strafmaß fur_§: 8,3 vbtii lkcijkéiizbklxlk'rAb- lebenswicrigcr ';Ytkhthaxstiirafet otdch "Swixsalboßx, *bjiiltcfadlisxMinimum * teure c ein rc - „ , * „ bjokiinZUFiiliiJi Zwar fiir) zn gxringUindcsscii sprichc iii) aus ?ÉiialexiF unserer gestrigen Beschlüsse diesen Voxschßlag, an», Von beiin i ) wii sche, daß er die Znsiimnmng der hohen Yeasaminliinwfin keiltitiv Mf Marschall: Dcr Vo,rschlag gebt aljo diihm, da!?“fézlwxir schon ;))nihthauö odcr Strafarbcit erkaiiiii wcrden konne, «4311-01, * einickt dci“ friihere Vorschlag, den der Abgebrdiicte bon1d Ystkafsßkücho hat, darin lag schon, daß fakultativ lechthallx. m x kanntLLszibijbiiianLiTihcrr von Gaffron: Allerdings; 1ck habe hier "Uk das «SthLß hSljjéygöWé*Der §. KI und der §.85 stehen in eincm , Ubgkoi n. t7m ie,. der §, “83 hebt eine Handlung heraus, inneren Zusammenwng 'fentlich zu einem Verbrechen Anlaß geben
welche direkt und öf “d' d 8“ _ t a„ “ s HWWWW Lv" , kk §- ck sprich Von 1 , jLiislillctill [.]Hdaiibliiuixxii? e Miche den gleichen Zweck babcn. Nun hat bei
„“ ' “ n da iir gestimmt, daß cin- bis zehnjährige Sims,- §'b8*')t ?'jesAYtli-Tix Zigenfommen Werden soll. Dies vermag ich mit eretvon der Majorität der Abtheilung bci §. 88 abgegebenen Vo,- Uelm nicht zu vereinigen; denn auf jeden Fall ist das„ was §. 8.3 berührt, schnoerer und bedeutender, als was §. 84) ms Ange faßt.
Rede, und ")""! fich dte lbiheilunZ dies vor Augen gehalten hätte, wüide sie vielleicht den Antrag nicht so gestellt haben, Um das
Deshalb muß ich, da ich bei-§. 85 der Abtheilung beizutreten abgr-
balken bin, mich daFiir erklären: Daß bei §, 83 mindestens dieselbe Strafe eintreten miine. Ick bemerke aber zugleich, wie es mir wünschen:;- wertb scheint, daß bei dcr definitiven Reduction diese Paragraphen in nähere Verbindung gebracht werden, so wie, daß im §, 83 ein Gegenstand nicht hervorgehoben Worden, der im 9“. 85 mit inbegriffen ist. Ich ,meine damit das Aufstecken von gewisseiiKokarden. Dieses M„0U1M„k ist von sehr qkoßer Bedeutung, wie die neuesten Begeben- heiten,in Italien beweisen, und es erscheint, wenn man im §- 83651“!!- zeiiibeiten i_rwähnt, angemessen, dessclben zu erwähnen. Nebenbeisiebt direkte, öffentlich durch Schrift ober Rede erfolgende Aufforde- rung zuni_Hochvermth dem wirklichen Verbrechen der Ausfiihrung so naive, daß ich nicht weiß, wie man dabei ein so geringes Strafmaß, wie, das von bei“ Majorität der Abtheilung Vorgeschlagene, hier Play grrtfen lassen konnte.
Abgeordn. Grabow: Ich gehöre zur Majoritäi der Abthei- lung, bin aber durch die einzclnkn Beispiele, die der HW“ Minister dir Geseßgkbung uns aufgestellt hat, jkxzt allkt'Wl' Ansicht gewordkn. Ich glaube jedoch, daß die Abtheilung gcrabe durch die Fassung des §. 8:3 zu der Ucberzeugung gefiihrt worden ist, daß di? Strafe 3" bock) arbitriit sii. Nachdem wir abcr aus dem Munde des Herrn Ministers Vernommen habéii, daß §. 83 sich nnr einzig und allein Mis die Fiille beziehen soll, die unmittelbar vor der Ausfiihrung cines bochMrrHithcrisihcii Untcinchmens gemacht Wurden, so bin ich der An- siii)t, daß dieser Paragraph besser so formuliitwiirdc: „Wer öffcnt- lich durch Rede odcr Schrift zu cinem hochkocrriitherisihcn Unternxh- mei! (§§. Zi.,), Zl), welches unmittelbar zur Ausführung ko : nien soil, aMordcrt, ift ,schonzum dicsér Aufforderung willen zu dreijähriger bis [r',bllisiVleUgé!" Htrasarbeik ober Festungshaft zu vernribcilcn.“ Jil) bm also der Meinung, daß das in die Paragraphen hiiiciiiqeleqt wcrdkn 11,1Uß, was gls Beispiel vom Herrn Justizminister vorqcbmibt wiirden ist,. Jar diesen Fail wiirde ich mit Riicksicht auf unsere qk- itrigc Abstimmnng be'iin Q“. 82 das Sims:?)iininmm und die Sikaf- m*t,cbciifalls ,umwaudcln, so jedoch, das; von dim Minimum ab kiki Zbkctlranm bis zu libciiswim'iger Friihkitssirafe dem Richter fili
cw . _, Abgeoidn. Wodic ka: Als ich in dcr Abtheilung mich der An- 1lchi4dkk Ma,jo,rität an chloß, habe ich den Fall nicht“ beachtet, den dci 5)er MiiitsiLibcr ,Gescßgi'bung vorgebracht hat; ich überzeuge will,) aber„ daß YÜUE diescr Art stre-ngcr bcstmft Werden iniisscn, und iiblieksxi', niich dak)?!“ der Ansicht an, daß das gestern bischlossc'ne Simf- nmx; hier zur Anwendung kommen mögen
Abgeordn, Dansiiiann: Ich grhb'i'e zur Minoritiik dcr Abthei- lung, und zwar ails dem Grunde, weil ikh das hier“ erwähnte Ver- biechen fiir cm Jil, schweres halte, könnte mich also nicht der Majori- iat i1tlschllkßi',l1, Vielmehr muß ich mich dahin neiqsn, daß der Para- grapranchmdeit stcbeii bleibe. *
* gxor, 11, von “„luerswald: Ick mus; aucl bckenncn, da ii diirch Vlk1chlldk,jlc Aufkiäiimgcn, die uns iibcr dein Paragraphenß gk? kai'n worden s,t,11d, allerdings theilweise andern Ansicht gewordsn bin; :ck habe mich 11,bkl“3,e'lt=q“k, daß das von der Abtheilunq vorgeschlagene Maximum zu niedrig ist“, kann mich jedokh nur mit Bédenkén daziibe- fit,],ilmi'n lasskn, siii' lebenswicrigc Freiheitsstrafe zn Votircn, Ick wiirdc aber durch dies Bldenkcn die Abstimmnng nicht Vcrzö eiii mbgcn. Da aber die Fassiiiig dcs Paragraphen ebensowohl éiehr schwere und nicht sehr schwere Verbrechen umfaßt, so glaube ich doch, daß; wir ein geringeres Minimum, als das zu §. 83 bclicbtc, dor- ychlagen miisskn. Ick will zwar nicht bis auf ein Jahr herabgeheii,
aber ich glaube', daß hier Verbrechen mit inbegriffen sein können, die mit dreijährigcr Strafarbeit völlig gcbiißt werdcn.
, Ab eordn. von Auerswald: Wir wollen cinmalcrwäqcn, wie die SacZe zu sieben käme, wenn Jcmand in ljiöglichkkIVkise Hanz pa- triotischer Absicht in einer Schrift dahin zu wirken sucht, daß cin eiii- fcrnics Bejitzthum der Krone, wie z. B. die Niedcrlassung ausGuinea unie_r dem großen Kurfürsten war, ausge eben Werden, ja im In- tercxse des Staates abgeriffcn wcrden miisize. Ick frage, wenn Zr- maiid dics,selbsk,ihö,richt und ungeseylikh förderte, wiirdé dcrsclbcnicht wiihrend cincr Iinibrlgi'n Strafarbcit vollkommen Gclcqcnhcit liaben, aiif brffere (deanie'n zit kommi"? Ich trage qlso dariiuf an, Ijäh- rige bis lebenswiei'ige Strafarbcit zu seykn, bli'ibi' aber zugleich bei meincm erstrn Anfrage, Welcher so eben Von dem Abgeordnctcn mis Prenzlau unterstiixit wurde, dahin, das; iibi'r die Strafart zuerst ab- gestimmt Werds.
Abgeordii, Hiiffcr: Wenn nur solche Vcrgchkn, wie sic Von den Herren Ministern hinsichtlich dieses 9 aragraphcn ausgespwihen worden sind, darunter fallen sollen, so mu je'dknfalls dc'r Paragraph anders gefaßt werden, es kann sick) dann nur von der Aufforderung zu einem sofortigen l)oii)vcrriitberischcn Unternehmen handeln, und es diirfcn nicht Schriften dariinirr subsumirt wkrden, die vielleicht aus einer iiberspaiintcn Idee bchocgkgangen, und die, nach meiner Au- sicht und bci dcm gcsntidcn Sinne des Volkes, sehr Wenig gefährlich sind, Ick erinnere daran, daß im borigkii Jahre? eine im höchsten Gradi aufriihrci'isihc hochwerriitbcrische Schrift hermiskam ober viil- mehr ('in-? Auffoidkrung ziim Umsturz der Ordnung in ganz “Lcutskh- land, und daß dicse Auffordkrimg in der hiesigen Staats --Z ciinnq bekannt gemacht wurde, das; also gerade dadurch sich bcwiisi, wic ivéni-g das Gouvrrnemeni auf dcrartigc Aufforderungen qicbt, und wie sehr anch sii' auf dk" gesunden Sinn des Volkcs vritmut, dcr siti) dnich dergleichen Auffordc'rungcn nicht hinreißen läßt.
Vice-Marschall von Rochow: Es ist von einem qechrten
Mitglicdsdcr Vorschlag genmcht worden, die Fassung des Paraqra- pben dahin zu ändern, das; nur dicjcnigcn Aufforderungen zu Hock)- bkrmih, _ivelche unmittelbar der That vorbeigehen, hierunter begrif- si'n scin sollen, also nur die Vorher angefiihrten allerschrversien Fiille, Daraus wiirde schon der Nachthcil cntstehcn, daß Fälle von gerin- gércr Strafbai'ke'it straflos blieben, das wiirde also gar nicht gehen. Um abrr dic Fiilie der höchsten Strafbarkeit nnd die einer leichteren Art zusmnmciifasscn zu können, Würde ich kein Bedenken haben„ mich dim Vorschlage drs geehrten Mitgliedes zu meiner Linken anzuschlie- ßxn, wclche_r dahin gebt, daß man das Maximum bis zu lebenswic- rigir S„trase erhöhe ,und, das Minimum aber, mit szug auf gc; wqse Jaile, welche vielleicht nur eine Art von Unsinn sind, auf drci Jahr; herabscßc, , , !kai'scball: Ich habe mir zu erwähnen, dai in Bc ni au die Lbrigen Vorschläge, weiche grmacht worden sind, Tine Unizchtiiyuiiqs- xzrage nicht zu stellen ist, Weil sie sich cntiveder an das Abtheiluniis- Gutachtku oder an den Entwurf anschließen. Das trifft allein nicbt di,?" Vorschlag des Abgeordneten Grabow, wclcher darauf qiiiq, dais; hinzzigeseßt werds: „Unmittelbar vor der Ausfiihrung“, mid blos in Beziehuitg aiif,dicsen Vorschlag wäre es erforderlich, zu entnehmen, ob er die nbthige Unterstiitzung von 8 Mitgliedern findet.
Er hat fie gefunden, wird also eventuell zur Frage kommen.
Candxags-Konimiffar: Da das Amendemcnt unterstützt ist, so„werde ;ck mir cm paar Worte gegen den Vorschlag erlauben mussen, _ Der Herr Depuiirte hat das eben unterstii ie Amendcment da- ?th gkstellt, daß die Stra barkeit nach diesem megraphcn nur dann dékircset'j solle, wenn die andiung, zu welcher der Jnkulpat auffor- wiirb e el,?jeerineLkuJoZderung unmrttelbar gefolgt sei. Ein solcher Zusas
, e erzeugung nach, den Zweck des Paragraphen we-
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Nicht darauf kommt es an, ob überhaupt eine andlun ol t“ nicht die Folge be kündet die Strafbarkxit, sondern IFiese wiin fduéich' die Aufforderung egründkt- sie "WQ? irgend eine Folge haben oder nicht, In dem Strafmaßk, weiches jkbk volgeschlagen isi und gegen welches die Regierung nichts ciiiziiwc'ndxtl hüt, von dreijähriger bis zu lebenswieriger Strafarbeit, 1,1?ka ein hinlängliches Spatium fiir den Richter, um zu ermessen, inwte,erii die Aufforderung eine wirklich gcfährlithe oder eine weniger gefährliche war, ob sie der Art war, daß man mit Wabrscheinlichkeit vdrauöskhen konnte, es werde ein bochverrätherisches Attentat oder die That selbst unmittelbar darauf folgen oder nicht, Wer eine solche Aufforderung krliißi, der spricht dadurch die Absicht aus, den Hochderrath zu provoziren, und weil er dies thut, so begeht er ein Verbrechen, und zwar ein Verbrechen schwerer Art. Deshalb glaube ich, daß das vorgeschlaqcne Amende- ment den Paragraphen vernichten wiirde und die Rc'qiermig sich zu dessen Annahme nicht entschließen könnt?. '
Justiz-Ministcr yon Savigny“: Ick glaube, daß es hier nur
aiif eine Vcrwechselnng ankommt, die leicht nachgewicsen wcrden kdnnte. Allerdings ist hier angegcbcn worden, daß dem I'. 83 eine vw! zii ivcite Ausdehnung odcr Auslegung Von Skiken der Abthei- limg bsigcirgt worden ist, und daß dicse zu weite Ausdehnung bescia i_igt m_id widerlegt werde durch das Allegai dcr §§,80 und 81, wodurch 1:8 aus diejenigen Handlungen beschränkt wird, durch welche das !)er- bi'echerische Vorhaben unmittelbar zur Ausführung gebracht werden soll., Damit steht §. 83 in Verbindung, dcr diescn §. 81 aUeqii't. Alleiii wenn diiscr Besehränkmig, die im Siniie dcs §. 823 lirgt, “nun bei“ ]chkllibak sebr geringe Zusatz gegeben werdcn soll, daß die Auf- foxdkkUUT unmittelbar Vor der Ausfiihrung geschehen sein niiiffe, jo wird dadiirck), wie der Herr Landtags -Kommissar cbcn bemerkt bat, die “Sache wesentlich verändert“, ein Beispiel wird dies, anschaulich macbc'ii. Zu dem Falle, Mlchcii ich als Beispiel an:- gcsiibii habe, um die Sache anschaulich 311 machen, ist allcrdings die :)ic'de_,vickn dxr Lliisfiihrmig, die in derselben Stunde stattfinden könnte, das jmd- unstreitig die gcfäbrlichsien Fiiile, aber es sind nickt die ein- zigcu, Wenn man das Geseß hierauf beschränken wolle, so wiirde ",mit demselben skins Kraft roßentheils abnehmen, Ick ci'innkre cm (*NEU andcren Fall, wclcher Zhi)" gestern erwähnt wordi'n ist, an den Juli, wodas frankfurt“ Attentat wirklich ziim Ausbruch kam und kaklibkk,klnk borbereiicndc Versammlung dcn Tag odcr zwei Tage bbkhkr [tt He'tbxlbei'g stattfand. Zn cini'm soichrn Falle kann man lllchk sagen, daß sie unmittelbar vor dcr bi'absichiigien Ausfiih* iuiiq geichal), i's licgt vielleicht ein Tag oder auch Zwei Tage da- zw'ichcn, und dennoch kann eine solchc schriftliihc odi»r mündliche Ausfordcrung dcn hochberräthrrischku Zweck in der That bewirkt ba- bi'n. Der Unterschied liegt hicr nicht darin, in wrlcher Smudo, in Welchem Augenblicke die That geschehen ist, sondern darin, ob die Rede von _einem Unternehmen ist, Welches als ein konki'ctks Unter- nehmeii bestimmt gedacht wird, Welches unmittelbar stattfinden soll. Das ist der Gcgensaß von einer aiif unbestimmte Zukunft gerichteten Aufforderung, silb bei einer bochvrrrätherischcn Verbindung zu be- thkiligen, es muß also ein bestimmtes Faktum sein, an dessen unmit- telbare Ausfiihrunq man denkt odcr worauf man hinwirkt, wobei es gleichgültig ist, ob die Ausfiihrung dcnselbc'n Tag oder in derselben Stunde stattfinden soll oder niiht. * Abgeordn. Grabow: Ich bin der Ansicht, daß mein Amende- ment gerade den Sinn trifft, wclchcn der Herr Minister der Gesetz- gebung uns Vorgefiihrt hat, und ich kann daher nur wünschen und bitten, das; dieses Amendement wirklich zur Abstimmung kömmt. Wenn ein verehrter Redner aus meiner Provinz vorhin bemerkt bat, daß mein Amendcmeni gerade nur die allerschrversien Fiille treffe iind dic leichteren Fälle nicht bcziclc, so bin ich dci“ Ansicht, welche dcr Herr Ministcr dci" Geseygebung schon vorhin angedeutet hat, daß die [Lichtercn Fälle unter §. 85 subsummirt werden sollen. Mit Riicksicht darauf, daß darnach die Lluffordcrnng iiur unmittelbar vor der That stattbaben soli, glaube- ich, daß mein ?imcndemcni zu H'. 8:3 griechi- fertigt sein wird,
(Abgroidn. Camplmuscn Vcrzichie'i auf bas Wori.) Abgeordn. Hiiffcr: Dei“ Deputiric, de'r vor mir so cbt'n qr- sprocheii hat, hat das ausgcspwchrit, was ich noch crinnrrn wolite. Ich glaube, es könn? die' Anwendung dieses Paragraphen nur bc:- stimmt aufdie schwersten Ve'rbrcchen gmnaebt wi'i“de'ii, damit nicht in ihm die iatllniiL licgt, alle' möglichen! Handlungen darunter zu sub- summirln.
_ legeordii. Ucunmnn: Ich bedaure, mich dem Ameiibcment nieht anykblixßen zu können, Und zwar aus dcn, Von dem Herrn Landtags- Kommqsar entwickelten Griinden, Cs schrini mir vornehmlich Anstoß genommen zu Werden an dem Ausdrucke „hochderriitbcrischks Unter- ncl)nien“;„ 1ch würde dxibkr vorschlagen, daß dii' Sache einfach so gefaßt ,Wiirde; „Wer önentlich diirch Rede odcr Schrift znr Aiisfiih- rung eine,?! hbcbv,ei*riitl)mischen U]!ii'1"1tl[)t1lkl1s auffordcrt, ist u. s, w.“ Linn Wird zuvbrdeist fksisii*he'tl, das; ein hoclwcrräthcrischrs Unicr- iii'hmcn _vbrbgndeii ist, auf dcssi'n ?iiisfiibruxig cs aiikömmt, dic damn m,de'r Wirklichkeit ktitwcde'r zcitigcr odcr spiiter gcdacht Werden kann. Tiescs Amendcmknt wiirde ich mir erlauben, an die Stelle des frii- l)cxi'n zu scßcn, wrichcs dcr verehrte Abgcoxdiicte von Prenzlau Vor- geichlagcn hat.
Jiirst Wilbclni Radziwil]: Ich erlaube mir, die hohe Ver- smnmlung noch auf einc Beziehung des Vorlikgi'ndcn Paragraphkn ausiiicrksam zu machen, Welche, soviel ich mich erinnere, niich nicht erwiibni worden isi. Es ist dir crstc Paragraph, auf den wir bei chatttrnng dicses Gesey-Eiitwursts kommen, in *dem von Preßber: geben die deé ist, und iii) leg? eincn bewndcri'n Werth auf die Reihe Von P_aragraphe:i, dic iii dcm Geseßcntwnif vorkommen und von dem Pi'lßvi'i'gcl)cii handeln. Ich würde die hohe Vcrsammlimg aiiffoidcrn, ihn mit dem Ernste zii behandeln, Welcher der Schwere des Vergehens angi'mcsscn ist, und somit die Regikruitg in dem Werke zu unterstiiyeit, welchc sie, soviel ich vernommen habe, auch bet, der deutschen Bundcsvcrsammiung fördert, nämlich 'die Presse freizugebeii und ein Prcßgescy an die Stille der Ccnsur zu seben. Ick fordcie also auf, die chicrung bci den Schwicrichitcn, die sich ihr bei diesem Vorhaben cntgcgeiistcllcn, dadurch zii uiiterstiiycu, daß jie mit Ernst deu Vergehen ciitgcgctitrctcn, die, mit der Pi'Lffk in Veibiiiduiig stehend, in unscrem Giscye Vorkommen. Ich kann die Wichtigkeit cines schlechtma Gibraitchs der Presse nur sebr hoch am- schlagcn, und schließe mich dabei vollkommen denen an„ welcbe dic Vergehen des H 83 ebenso siizwcr bestraft wissen Wollen, wie die' des §. 82. Ich bin iibrigens ganz mit denen einverstanden, die bei §. 82 an die Stelle des Zuchthauscs ebenfalls Strafarbeit und resp. Festungshaft eintreten lassen, dem Richter die Befngiii geben wollen, die„Ehrenrechte abzuspi'echcn und die Dauer der «trafe zwisehen dreiiähriger und lebenslänglichc'r arbitrircn.
, Ukarschal]: Che wir zur Abstimmung übergehen, miisscn wir Wlffkit, ob der Vorschlag des Abgeordneten Neumann, daß nach dem Worte: „ Schrift“ noch eingeschaltet Werden solle „zur Ausfiihiung“ die erforderliche Unterstiißung von 8 Mitgliedern findet.
Abgeordn. von Briinneck: Das ist eine Fassungsfrage.
, Abgeordn, von Auerswald: Ich erlaube mir, den Herrn Mi- nister der Geseß ebung zu fragen, ob er gegen diesen Zusaß etw.1s emzuwendcn batx
sentlich verändern, ja in vielen Fällen vernichten,
fiihrung eines hochveirätherischen Unternehmenö“ ist nichts einzuwen- den. Es ist dies eine reine Fassungssache. Im Sinne des Para- graphen wird nichts eänbert.
Abgeordn, von uerswald: Es ist dies zwar allerdings eine Fassungssaihe, die aber für die Deutlichkeit des Entwurfs von großer Wichtigkeit ist. Deshalb fragte ich, ob der Herr Iusiiz-Minißer diese Ansicht tbeilte. Ich wünsche darüber im! Klare eseßt zu sein, weil, wenn der Herr Minister unsere Ansicht theilte, :ck aus die Abstim- mung verzichten könnte. Es ist dies etwas ganz anderes„ als der Antrag dxs 9Zzeehrten Abgeordneten aus Prenzlau.
,Jnßiz- tinisier von Savigny: Da ich auf esordert werde, mich speziell dariiber zu erklären, so will ich aufmerßsam machen auf den Zusammenhang, der zwischen §, 81 und 83 obwaltet, und auf welchen hiiigiwicscn worden ist. In HU 81 heißt es: „Der Hochverrath ist mit jeder Handlung vollendet, dureh welche das verbrecherische Vor- haben unmittelbar zur Ausführung gebracht werden soll.“ Wenn es dagegen im §. 83 heißt:, „zu einem hochVerräthcrischen Unter- njebmcn“, so, bedeutet dies zu einem Unternehmen, durch welches das verbrecherische Unternehmen unmittelbar zur Ausführung gebracht weiden soll, Wenn man es nochmal hier einfchaitet, so wird der «mn nicht altkrirt, Ich habe gegen die Einschaltung nichts ein- ancnden.
Abgeordn. V0]! Auerswald: Ich halte es doch fiir eine unter Umständen schr wesentliche Unterstiiyung eines in Zweifel geratheuden Richtcrs. Wir haben hier das Beispiel einer großen Versammlung, welche sich mit dem Paragraphen vielfältig beschäftigt und doch einen Mangel an Deutlichkeit darin erblickt bat.
Candtags :Kommiffar: Ich glaube, daß nicht das Geringste entgegen steht, wmm es zur Beruhigung der Versammlung beitragen kann, von unserer Seite die Zusicherung zu geben, daß wir für die Aufnahme des Wortes: „Ausfiihrung“ stimmen werden.
Da ick einmal das Wort habe, erlaubc ich mir kurz auf das zurückzukommen, was ein gechrtrr Trpuiirtlr aus der Rheinprovinz iii Wiederholung cines sckon bci dcm Vereinigtkn Landtage emachtcn Vorwurf:? dariiber gcsagt hat, das; die Allgemeine Prrußische Zei- tung sich durch Lliifnahme einer solchen Aufforderung selbst eines in dii'si'm Paragraphen vorgesehencn Verbrechens schuldig gemacht habe. Wynn abcr Jemand warnt, statt aufzufordern, Wenn er; sa t der )(. hat euch 511 einem hochverräthcrischen Unternehmcn aufTefordert, biitet euch, ihm zu foerii, dcr brancht den Paragraphen 'nicht zu fürchten, der braucht iiicht zu fürchten, daß «“der darin vorgesehe- nen Strafe Versalien werde. Anderes aber hat die Allgemeine Preußische „Zeitung in dem inkriminirten Artikel nichts gethan, Wenn es in dem Paragraphen heißen soll: Aufforderungen zu einem hoch- verrätherisiben Unternehmen Werden so und so gestraft, so kann der geshrte Abgeordnete sicher sein, daß derjenige, welcher vor einem hochwerrätberischen Unternehmen warnt, nicht geftraft werde.
Abgeordn. Hüffer: Ich muß bemerken, daß die Art, wie der Herr Landtags =Kommiffar meine Aeußerung aufgenommen hat, nicht dem Sinne entspricht, in welchem ich sie gemacht habe, Ich habe nur darthun wollen, wie Weil das Gouvernement daVon entfernt sei, derartige fanatische Aufforderungen zu fürchten, und wie weni Ge- wicht sie darauf lege, wie ungeeignet es also sei, darauf so "ckWie Strafen zu setzen.
Candtags:R0mmiffar: Ich bedaure, wenn ich den geebricn Depiitirten mißNrstanden habe, und ihm diirch dieses Mißverständ- niß zu ,imbc getreten bin, fiigc abcr hinzu, daß ich seinem Beispiele auch die jrbt angedeutete Folgerung nicht zugestehen kann; denn daraus, daß die Staaichrwi'iltung die Warnung vor einer solchen Aiiffoiderung in einem öffentlicher: Blatie zuläßt, folgt keinesweges, daß sie auf die Auffordernng selbst kein kaicht lege,
(_Mcbrerc Stimmen: Abstimmen! Abstimmen! )
T1Tai"1cl)all: Wenn in der Berathmig forigcsahren werden sollte, so wiirde der Abgeordnete Prüfer zuerst das Wort haben,
(Es wicdcrholt sic! der Ruf: Abstimmen! Abstimmen .')
, Abgeordn, priifer: ck muß bekennen, daß ich die Bereitwilliq- keit, des Gouvcrncnn'nts zwar dankbar ankrki'ntte, halte aber do*ck dafiir„ das;, Wenn kaand durch Rcde und Schrift auffordert, dies odkr xcncs zu thun, die Ausführung auf der Hand liegen muß.
Abgeoi*dit,., plangc: Es ist im Laufe der Verhandlung zwar mchrmals erklart, das; der Paragraph sich nur auf eine direkte Auf- forderung zgm hochderrätherischcn Unternehmen beziehe, da aber die Jaffniig denclben zu großen Spielraum läßt", so halte ich es fiir nothwendig, ,daß es in die Fassung des Paragraphen aufgenommen Werde, ,das; die Aufforderung cine direkte oder bestimmte sem müsse.
, Dies entspricht auch den friiheren deutschen Strafbestimmungen Wik aui!) dcm bayrischen Strafgescßbuche, ,
Umwchall; Es wird dies auch als Sache der Fassung betrachtet wcrden,kbnnen,. Wir kommen also nun zurAbstimmun . Die nächste nge ist zu,richtcn ,auf den Antrag der Abtheilung, ick? halte es aber fm" crfordérlich, wenigstens für sehr förderlich, wenn die Frage, wozu d9s (Yutachtcn dcr Abtheilung Anlaß giebt, getrennt wird, so, daß die Zrftk Frage lautcn wiirde: Soll beantragt werden, im Falle des H., 753, statt_;5uchthausstiafe: Strafarbcit eintreten zu lassen? Hier wnd das,Wort „Festimgshaft“ in Konsequenz des früheren Be- schlitsscs hmzugcseßt werben. Die zweite Frage wäre, im Falle der kaabung dci" kisten, auf die zu bcantragende Dauer der Strafarbeit zii, i'ichtcn. Ixurdc, aber die erste Frage verneint, so würde die iiacbsie Frage die sem: Soll beantragt Werden, nach richterlichem Cr- minen Zuchthaiisstrafc oder Strafarbeit eintreten zu lassen? und dann ware„ wenn diese, Jiage bejaht wiirde, die nächste Frage zu richten Luf dic Tauer, die eintreten zu lassen beantragt wird. Eine spätere (zrage ware zu richten aiif den Vorschlag des Abgeordnrten Grabow. „. Abgebrdn; vor,! Wc,1bcr: Es ist auch angeregt worden, daß bei xtrafarbcit die biirgerliche Ehre abgrsprochcn Werden soll. Die :5uchtha_11sstrafe soll ausgeschlossen werden; dafiir aber Strafarbeit uiid Feztungshaft, auch nach Ermrssen des Richters Aberkennung der burgerlichen Ehre eintreten.
Ukarsckyal]: Den Vorschlag habe ich nicht vernommen,
(Mcbrcrc Stimmcn: „Er ist von mehreren Scitcn cmacht worden.“) Er könnte niir allenfalls aus eincr Acußcrung dcs * bglordnctcn von Wcrdeck entnommen wcrden. , , ,
Abgeordn. vo" 11),:rdcck: Ick habe ihn c-qentitch gemacht,
Abgrordn. von Weiber: Ick babs dk" ipez-elb'n Antrag gx- macht, die Strafe, wie sie bei §. 82 beliebt worden ist, auch hier in Anwendung zu bringen. Doit wurdc voigcschlagkn, daß Strafarbeit und Aberkennung der biirgerlichrxt Ebi? “""“?" sVUk- ,
Marschall: Es isth 9I?,itueltxldn, ob de:,rltVorschlag die erforder-
li k litter'iii un Von a t kg "»" "" kk)“ '
ck [ ' 5 g (Es geschieht.)
Fürst Wilhelm Radzinziu: Ich glaube, daß ,die Abstimmung sick) erledigt, wcnn gefragt WtZ'd, dßß die Strafe bk) §- 83 wie be: §.' :? eintreten sol]. Es„scheiztt nur alles Uebrige einfache Faffnn 6-- fache zu sein, und der Komglichc, Kommissar ,imd der Herr Mini er der Gesetzgebun? haben schon wixderholt erklart, daß sie die Von" schläge, die au die Fassung allein gehen, mi resevenäum nehmen" wollen.
Marschall: Ick verkenne nicht, daß der Vorschlag möglicherwéise
zu diesem Resultate führen könnte, aber :S i auch denkbar, daß viele"
Instiz-Minisier oon Savigny: "Gegen den Zusaß „zur Aus-
Mitglieder über diesen Paragraphen anders immen wollen. als bei"