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da Er re un en durch die vor eschla ene Be “mmm! _mö “ck“, so wüßrden psiess doch nur als NißUYuch in8 einzelne?!1 Fälle:? vor Emmen, nie aber es rechtfertigen, einer aus allgemeinen und inneren Gründen zweckmäßigen Maßtegel die Anerkennung zu versagen.
Die Abtheilung beschloß daher mit 9 gegen 4 Stimmen den Antra :
dengzweiten Saß des H. 199 zu streichen, zu ckx)»«-rwerfrn und mit gleicher Stimmenmehrheit den Vorschlag zu ma en:
daß die zwölfte der gestellten Fragen bejahend zu beantworten sei.“
Von mir ist in der Abtheilung der Antrag gestellt worden, den zweitru Say des in Rede stehenden Paragraphen zu streichen. Außer dl]! in der Abtheilung angeführten Gründen erlaube ich mir noch hcrvorzxxvcbcn, daß es hier sich um ein wesentliches Prinzip handelt, *:amentlich darum, daß der Privatvertrag nicht nur auf die Klage sslbft, sorzdxm auch auf die Vollstreckung einer bereits anerkannten Strafe Ernslnß hat, wo also dcr Staat durch seine richterlichen Or- gane auögcsprocycn hat, daß die Strafe vollstreckt werden miiffe, 109 iikm cin Privatübcrcinkommen geradezn die Macht nehmen, das F:! vollfirkckén, was daö Urtheil festgestellt. Ich muß also diesen Antrag wiederholM und nochmals auf Streichung des Paragraphen ax-ttragrn, oOgle'iéh ich nicht vcrhehlen kann, daß nach anderen Ab- stxmnmngen, uamcntlich bei dcr Abstimmung über die Nothzliibk, meinem *.)lmrage wenig Erfolg zu vc'rsprexhcn ist, obgllich 111“th außer “Fluge" zu lasscn, daß Dkk hier adoptirte Grundfos für das Recht des Ztaatcö No:!) v:"el vrrlcßendcsr ist, wie der bei dcr Nothzucht ongcnommenc. I)ie Griixxde der Zweckmäßigkeit haben zwar 3" Viki" sack)c11 BedlUch chnlaffxmg gegeben, und co wird von Seiten des (vhonyerm'mcnw Vkl'Ukilbt noa) Vrmxslaffung gknommcn, noch Erläute- nungen iibcr dée Vc'rs-Öfc'kltte'ii, in Bezikwmg auf diesen Punkt einge- sorkcrtcn (anr-aäytsn, zu gkben, wie sie schon in der Abtheilung gcge- [**I-1 :vvxdcn sini), und von w-lahcn selbst die einiger rheinischen Juristm mkkr _q-Fg-xn mcine “.'lsq'ixbt mwgcfallen sind.
:)ie-gix'ruquo-Kommxssar Bischoff: Bei der Wichtigkeit der Sache [):m» €*!) 21511 Etlaxxb:1:s;, mich etwas ausfiihrlich?! äußern zu dürfen. ;» Prinzip, jl'a'kbkö von dem Herrn Rescrcntkn vcrtheidigt wird, xx:xéxcx alle'kkmgö gkgcn ric Ausochnung, welche hier dem Privat- ?ixxtmge gch-beu worden ist, «klein 26 ist zu bemerken, daß diejes PUMP MM: in der bestehendcn (Ha'scvgcbnng fich findet. Zu dcr C::c:!:ar-Mrordnung DM 1798 war bestimmt, das;, wenn in einfachen J1_1_j-.:.ricnsache11 vic “])artcikn sich bis zur Abfaffung des ersten Erkennt- nimcs 'oxkglciMn, e.; bei diesem Vergleiche scin Bewcndcn haben s'HUl'. Tiefs Bcstimnmng des Gesetzes von “1798 ist demnächst in de]" Rx:l)ax:gc zu der AUgemeinrn (Herichtö-Ordnung noch weiter ent- wxckckr, :md danach üellt es sich so, daß in allen Jujuriensachen, mögen sie im rinfacbeu (Zivilprozess oder in dem fiskalischen Unter- sxtcl)x1ygzpr9zsssc zur Kenntnis; des Rixhters gekommen sein, immer die Beryschémmg auf Bcstrafung bis zur Publication des ersten Cr- kcnninxneö-zyläUig sein soll. Allein es ereigneten sich viele Fälle, wo "(:P) „?'?JW “Dr_inzip Wbt anöznreichen schien“, namentlich ereiqnete YZ UU) haut» daß nach Publication des Erkenntnisscs, und wem] die &thzvollstrxckmtg begenncn sollte, der Beleidigte sich mit dem Belei- dxgcr v-xrglxck), und nun ein Begnadigungögesuch angebracht wurde. DZH hatte den Erfolg, das;, wenn eine solche VerziéhtxeisiUnq statt- gexundcn [)aktc, in der Regel auch kciu Bedenken entgegenstakd, die Begnadigung rintrctcn zu lassen, und es entstand dadurch Ein großer Zuwaahs von Arbeit bei den Vrhörden, indem die BegnaÖ-iqunq 11"an s;)czécll bci dcs Königs Majestät nachgesucht werden mößté. Anz Vsmnlaffung dieses Uebelftandks erging die Kabinetö-Ordre von [ITA, in welcher bestimmt wird, daß die Vcrzichtleistung solle stxtt- 7111ko dürfen bis zu dcm Anfange der StrafvoUstreckung. Diese Ordrk, jvclchc mit dem _H. [99 übereinstimmt, war demnach bestehen- des Rrcht, als man fich damn begab, ein neues Strafrecht abzu- fqffen. Es ct_1tstand nun in Würdigung der Prinzipien, welche gegen dtlsc Vorschrift geltend gkmacht wurden, die Frage, ob man dicse'lbe «"ck in dem :li'UUl Stmsretht bkibrhalten solle, und es wurden mit Riicksiché auf die Wichtigkeit drr Sache die Gutachten dsr Gerichts- be'kwxccn in allen Theilkn dcr Mormrckéc erfordm, Dies hat das :)irsuimt gcge'bcn, das; man fich dafiir cntschied, die Vcstimmnng bei- 5:1'.*e*l)altcn, Ganz cntskhirdcn fiir die Vmbchaltung haben sich am- gssprochcn dic Obcrgkrichtk in den alten rovinzen, in dkn Landes- kchlk", wo das *Llllgsmkine Landrecht Ge eseskraft hat. Von diesen bab'cu sich dafiir ansgksprochrn das Kammergericht, die Oberlandes- W'Uhte 311 Könégsberg, Marienwerder, Köslin, Stettm, Brombkrg, Poskn, Brcolan, Ratibor, Glogau, Frankfurt, Naumburg, Paderborn, „**)therstaxt, Münster und Arnsberg; abweichcnder Meinung sind nur dre! Tbrrlankcxgerichte gewesen, nämlich die zu Hamm, Jnstsrburg und Y)Tagdeburgz indes; Haben sich diese drei leßtekkn nicht insge- sammt gegen dis Bxst'imnmng als" solche auögesprochen, sondern eincs kekselbkn ist der Memung, daß man die Zurücknahme dcs Straf- MWIJH ?? bst n-och während dcr Strafvollstreckung zulassen solle; Fs '" MWM? wcrtsr gegangen, als die Kabinets-Ordre von 1834 und ]»“HkÖLk D* “)]-)*). JWF- Anders hat sich die Sache bei den rheinischm (Helmi)töbe'hordxn gcjtht, und hier muß anerkannt werden, daß bei U11 LWU'U'U iMYLUZStn§§11et1 der Grundsaß vorherrskhcnd gewesen [si,- daß man dle ;anucknawne in einem so weit vorgesahrixtenen ZT'FPUUÜL M' Unkl'kxlzcbung nicht mehr gesiatten solle. Dkk Erste Prasidexzt dcs APHZUFUVUÖHVÜS Zu Köln und der General-Prokurator [kakk skch IMFZÖMWÖ dagegen erklärt, daß die Zurücknahme des Htrafantrages "OU“hIUPk k70ch ÜUUsinden dürfe, nachdem die qcricht- 1-4)» Untersgchung cmgrlcatct sei, in gleicher Art haben sia, auch kli" Lö'ldgk“klch)?9 3" KVM"! UNd Köln und die Ober-Profumtorrp 5" KIZ", Rich Und Elbcheld dariiber gcämßert. T'ie übrigen rhki; 11isch3rn Z"!“Mßklköik'?" Ick?" in MW Anträgen auseinandkr' ciuiqc sngcn, man 1098 die Zakiickuahme zulaffen “his zur Plxblicaéion dés rxstxn Erkknnmqscs, andere bis zur Strafvoustreckunq. Mit Rück- ficht auf die große Majorität der (Herichtsbchörden, *rvelche sich für die Konstlvjx-nng de-s Prinzips anSgesprochen haben, ist demnäclst in H, 199 dasseäbe mit Rücksicht auf dic praktischen Erfolge beib)e- halten 1750de J
Justiz- inistkr von Savi ny: „_u den prakti en - " wxlchc dcr H:“kk Regim'ungs-ZevoUmächtigte bier squegXInßY“ cklaube fck mir noch einm! prinxipicllrn zur Unterstüßung *kez Inhalte,; des Entwurfes anzuführen. Die Abthe'ilung hat in ihrer Mkbthcit zur Untersiiißung dcs Paragraphen des Entwurfes anerkannt, daß Hier dcr P:“ivatcrlqß zuzulassen sm', aus den Gründen, wie sic Seite 7.42, a;:sgxspxochsn sind, nämlich weil eine Ehrenkränkung mehr wie jede nndcre Vcrlrßung die Person ausschließléeb berühre. Ick halte dieses Argnment für gm; richtig, muß aber doch zur Unterstüßung desselben noc!) ein andercs davon verschicdenks hinzufügen. Nach der allgemeinen Exf-xl)7ung ist es [*in schr gcwö nlicher Fall, daß die anuct'en aus Urbereiiung hervorgkhcu, uno daéhcs alsdann bei genauer Ueberlrgung dahin kommt, daß die Beleidigung auf eine für beide Theile voll- kommen ehrrnhafte Weise vouständig ausgeglichen wird. Wo dies kakhkeyk, wo also von beiden Seiten die AUSgleichung anerkannt, niso dze Ve'xlevung der Ehre vollkommen ausgetilgt wird, und zwar auf eme sur beide Theile ehrenvolle Weise, da ist die Gesinnung, woraus dlkses hervorgeht, so wie der Erfolg, im höchsten Grave anzuerkennen Und zu begünstigen, und dieser Umstand rechtfertigt nicht nur den Paragraphen überhaupt, sondern auch die Ausdehnung, welche
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diesem Rechte der.Vetzeibung_ gegeben wird, Weil also dieses Recht eben die, höchsie Be "nsiigung verdient, soll man es möglschß fort- sehen bts zum 2!an der Strafvollstreckung. Zu dieser weiteren Ajjnö§ehnung _komazt ghet noch ein besonderer Grund, welcher sich vor- ztzgltch au] die Wichtigste und gesäbrlicbsie Art der anurien bezieht, namlxch dte Verleumdung. Durch die Verleumdung kann ein Zweifel an der Ehrenbastigkeit des Verleumdeten im Publikum entstehen, !yeshalb er es seiner Ehre schuldig zu sein glaubt, die Sache gericht- ltch zu verfolgen so weit als möglich. Gesest nun, rs isi ein Straf- Urtbeil gegen den Verleumdcr ergcmgen, und rechtskräftig geWorden, so sieht dadurch fest, daß das dem Kläger Vorgeworfcne wirklich Vcr- lcumdung sei, und dadurch ist seine Ehxe von dem Richter rechts- kräftig anekkannt. Wenn er nun vrrzeidt, so ist damit für ihn der Zwsck vollkommen erreicht, den er sichern wollte, ein faiißcrer Zeit.- punkt der Verzeihung war dazu nicht ausreichend. So ist es also in allen Beziehungen :äthiich, mhk blos das Recht der Verzeihung zu gksiattcn, sondern auch dikscm Rath die höchst mögliche Ausdehnung in dcr Zcit der Anwendung xu gkben.
Abgeordn. Camplmuscn_: Allkkdings ist, wée dcr chr Resc- rent bemerkte; nicht vorauszustycn, daß in dem Sinne, den er befür- wortet, _m-d dcn xch befürworte, cin Beschluß von der Vcrsmnmlunq über diem! Paragraphen gefaßt wird. Allein nicht minkcr ist hic";- zum ersten Male ein neut'r Grundsaß eingeführt, der von dcm Hcrrn R:;ferentzn und wo:! den beiden Mitgliedern “der chierunq so eben bc1prochcy worden ist, und den ich noch ciner kurzer] Eröétktung zn unterwcrxcn „wünsche, auch dcslmlb, weil er in einkm engen Zusam- menhange m-t dcm Strasproxeffe steht, wori'tbx'r in manchen Punkten eine Entscheidnng nock) nicht getroffen ist. T*cn Weg zu dcn Resul- taten, zu denen ich gelange, möchte ich Zhnrn in ganz kurzcn Worten andeuten; DaFStzafrrcht hat die Aufgabe, diejenigen Handlunqcn, Welche dae grsclljchastlicbe Ordnung Vrrlcßen, mit Strafe zu bckröhcn nnd die bürgerliche Gcscllschaft zu schützen. Der Stdaat hat die Strafe ansznsprkchen und zu vollstreckcn, sowohl hinsichtlich derjenigen Handlungen, wclche die bürgerliche Gesx'llscbaft dem Staate im Ganzkn, als auch hinsichtlich de:jrnégcn Handlunßcn, welchc dcn Ein- zelnen in scincm Vermögen, in [“einer Freiheit, in seinem Leben vcr- lcyrn. Wird in dem EinFclnkn die bürgerliche Gesellschaft ange- griffen, so hat dcr Staat die Pflicht, Ökll Thätkr zu brstrascn, und der Einzelne das Recht, darauf anzutragkn, daß die Strafe erfolge", er hat außerdem das Recht, von dem Thäter dcn Ersoy dcs Saha- dens zu fordern, der ihm verursacht sein kann. Ueber das eine hat der Staat allt'in zn entscheikcn, über kaö andere Hat der Verletzte aUcin zn kntschkircn. Hicmuf beruht rer Untersthicd zwischen dcr öffentlichen Klage und der Civil-«Klage. Es kann Jemand von cinkm Bekannten in der Aufregung, im Jähzom cine lebensgefährliche Ver- WUndung cmpfangcn; er kann vielleicht auf das Dringendsic wiinsclze'n, ihm zu vcrzeidcn; die bürgerliche Gesellschaft sagt ihm aber: das ist nicht Deine Sache, Da hast darübcr nicht zu entscheiden, darüber habe ich zu entscheiden, der Thäter bat mich in Deiner Person an- gegriffen. Es kann ein bedeutend?!" Diebstahl Von Jemandßm began- gcn sein, de! der Verzweiflung nahe War, und dcr Bestohlenc kann km innigstcn Wunsch haben, diesem Manne das Urtvkil zu crsparkn, ihn der Bcfirafung zu entzichen, den Wunsch, ihn von jeder Klage zu be- freicn; dic bürgerlixhe Gesellschaft sagt ihm: das ist nickt Deine Sachs, das ist meine Sache, es ist gestohlen worden, der Décbstahl wird bestraft. Diese fixengc Unterscheidung kann nun in unserem Entwurfe nichx mehr durchgcführt werden, nach den Beschlüssen, die wir bereits ge- faßt haben, aber nichtsdestowcnigcr kann doch dahingrstkebt werden, die JäUe, wo es dem Staate nach dem Entwursc vkkboten ist, ein Verbrechen, wrlches die bürger1ich€ (Hkskusthast angreift, zu bestrafen, auf das Möglichste 3u bt's-hrz'inkt'n, und da'öhalb ist auch hicr eine Erörterung noch an _dcr ZM. Daß darin ein Uebel liegt, wenn Verbrechen in drr Getcllschaft begangen werden, und die (Heseljschaft nicht das Rccht hat, sie zu bkstmskn, das ist von AUM anerkannt. Fiir mich nun gehören auch die anmicn, dic Ehrverleßungen, cnt- Wedcr zu solchcn Vcrgchen, die den (Charakter der Strafbarkeit an fich tragen können, die im Interesse dcr gesellschaftlichen Ordnung zu ahnden sind _ dann soll der Staat cixjschreiten können, und nicht auf das Rscht verzichten miiffcn, sie zu bestrafen _ oder man muß annehmkn, daß sie nur eine Privatpcrson verletzen, ohne daß in dieser Privatpcxson kik bürgerliche (Hé'skUsChast sick) selbs: angrgrtffcu sieht, dann würde der Verletzte lcdigléch aus dcn Weg der Civilklage zu vermeiscn sein.
WM]! nun auch dic Versa-mnlung dem nicht bcistimmcn möchte, so muß ich doch darauf aufmerksam machen, wohin drr cntgcgcngc- seyte Grundsay und deffcn weitere Entwickelung dahin, daß dem Kläger bis zur Strafvollstreckung dic Zurücknahme des Antrages frei- stche, fiihren wird. Dieser Paragraph schiiyt das Recht des auch- 1ich Velkidigtcn in éinßcrster Weise. Ich sage, des angeblich Belei- digten, denn es ist wohl zu unterscheiden zwischen demjenigen, der bereits vcrurtheilt und als Verbrecher anerkannt, und zwischen dem- jenigen, der erst angeklagt ist. Ich muß den Angeklagten, wenn nicht vorläufig als unschuldig, doch nur als verdächtig annchmcu. Indem der Entwurf, wie es mir vorkommt, cinem unbcstimmten, fiir das Strafrecht Verwirrendcu Gefühle der Liebe und Milde huldigt, Vcr- letzt er auf der anderen Seite das Recht des Beschuldigten auf eine harte Weist. Er gicbt dem Kläger das Recht, zu jeder Zeit von der Verfolgung der Sache abzustcycn, und giebt dcm Angeklagtcn nicht das Recht, zu verlangen, daß nicht davon abgestandeu werde. Es kann aber oft vorkommen, daß der Beschuldigte dringend wünschen muß, daß die Sache bis zu Ende geführt und cin Urtheil gesprochen Werde. Der Kläger kann den Prozcs; in dem Augenblicke abbrechen, Wo er, iibrrzcugt, mit seiner Illagc nicht durchxudringcn, den Be- schuldigten in Nachtheil verscßé, Wenn der Prozeß abgebrochen wird. Es kann der Beschuldigte in den Ruf gcrathcn, daß er sich von rkr Klage loögekauft habe. Nehmen Sie den de_kanntcn Jau jenes ersten Ministers von England, gegen den vol! emcr Privatperson wegen einer Verleyung Klage erhoben wurde, 111 welcher cr Sieger blick), so daß der Kläqer abgewiesen wurde. Der Prozeß machte nicht nnr in England, Fondern in ganz Europa großes Aufsehen. Den- ken Sie sich, daß dem Kläger gestattet „gewxscn wärc, im Laufe des Prozesses, während eben der schltmm1tc__ Zeuge gegen den Minister vernommen wvrdcn wäre, Von der Klage zurückzutreten, und daß es dem Bcschulkigten nicht gestattet “gcwescn wärc, cin Ur: theil zu begehren. Wenn vielleicht bcmcrkß wird, das; das Beispiel, welches ich angeführt habe, nicht eine Jnxume war, so paßt es doch eben so auf Jnjurien. Entgcgnct man mir, daß es dem Beschuldig- tßn freistehe, später cine Rlage anf Verlemn-dung zu erheben, so würde daes ihm Wal)rscheinlich nicht mehr erforderlich scheinen, Wenn ein ihn frxsisprechendes Urtheil erfolgt wäre, wenn dieses Urtheil mit__ den Er- wagungsgründen voaläge. Jedenfalls aber, Wenn er die Klage auf Verle-umdung erforderlich erachtet, wiirde das Urtl)eil ihm solche nn- ?emen) erleichtern, Ich erkenne in dem Paragraphen für den Bc-
chnldtgten cine Härte, die sich häufig im Entwurfe wiederfindct, und dte daraus entspringt, daß man sich immer nur den Verbrecher uud dcz's „Verl.;rechen, aber nicht den Angeklagten vor Augen hält, der sehr Zlaufkg mcht schüldig sein kann. Alle diese Schwierigkeiten löst ohne usnahme der„rheinische Prozeß, Er läßt dcm Angegriffenen die Wahl, ob “" die öffentliche Klage anstellen oder an dem Civil-Wege
klagen und eine Entschädigung beanspruchen will. Zm testeten Falle
"ird, “ ihm anerbingz freistehen, au die Ver ol un der Kla e u ver achten, je'dochjnm- insofern der TfJeklagte efinZilltsgt; im er erßn J? e abex ty-trd m_emals der Grundsay zu klassen, daß seine Verzicht- letsbmg dte offentltche-Klage hemmt. DieJe muß ihren Lauf behalten und wxrd vom Stagtsanwalt entweder verfolgt oder nicht, nach sei- nem Ermessen. thd der Weg der öffentlichen Klage eingeschlagen, so steht es dem anat-Verleyten noch frei, auf den Weg der Civil- Klage zyrückzukehren, insofern nicht bereits der Einwand erhoben wyrhen rst, daß die Klage überhaupt nicht siatthabe. Hat er auf dem Ctvrl-Wege geklagt, so kann er dageZen nicht auf die öffentliche Klage ubergehcn. Dann kann auch die ivilklage Wegen Schadenersayßs unabhängig von der krimineller: oder correctionellen angcsfcllt und entschieden werden; denn es muß der Civilrichter über den Antrag auf Schadenersaß erkennen, wenn keine öffentlichc Klage anhänqiix gemacht ist. Auf diesem Wege können zugleich alle Zwecke errckchk werden, welcbe _H. 199 zu erreichen sich vorgesetzt hat. Es kann der- jenige, der seine Ehre durch ein Urtl)eil gereinigt wissen will, durch die Civilklagc däzu gelangen“, ck kann derjenige, weleher bekunden wia, daß er nicht wegen der Brstrafung so gehandelt babe, daß er verzeihrn Wolle, wcnn icin Recht anerkannt Werde, auf dic Entschä- digung *.*c'rzichtcu, und im Urtl)eile seine (chugthuung finde:". Es wird üblk das nothwendige nndbcdcutendc Prinzip gerettet, daß uncl) Aufteilung der öffentlichen Klage ('I einer Privatpm'son nicht mehr freistchcn kann, ihren Fortgang zu untersagen. Sic schen, daß li]! Wksentlicbcr Zusammenhang mit der ProzeßDrdnung bei diesem Pa- ragraphcn stattfindet, und daß Sie nicht rinmal Öic Frage, ob 61116) bei der öffentlichen „Klage eo gcstattct sein soll, bis zantmfvollstcm- kung dcn Antrag zuriickzmtchmcn, definitiv beseitigen würden, wcnn Sie auf den Antrag sinchen, den zweiten Absaxz zu streichen, wäl- 1“cnd, wcnn gegenwärtig kk!“ Paragraph, so wie er steht, angenoxn- men wird, disse wichtige Frage nicht nur präjudizirt, sondern cntschxc- ken wäre, Ick trage daranf an, das; die Bcrxammxung brautmgr: den zweiten Tht'il dcs §„ 199 311 streitbcn nn,t ,dcm Vorbehalt, ans das Prinzip zur Zeit dkr Berathung der Krtmmal - Prozcßorknung zurückzukommen. ,
Znstt'z-Mt'nistcr Uhde": 'Das Hauptbcdcjüczj dcs g_ckl)rtcn Ab- geordnctcn gegen diesen Paragraphen bcstcht darm, Oak; 111öglichcr= weise das Recht des Angeklagten könne Verletzt wcrden. chn wirk- lich ein solcher Fall eintreten sollte, so könnte dem leicht dnrch eincn Zusay vorgebeugt werden, nämlich dahin, daß dem Beklagten ein Recht des Widerspruchö cingcräumt wiirde.
Abgeordn. Cmnpbauscn: Dagegen möchte ick» erinnern, Baß dieses mcin Hauptbkdenkcn nicht war. Mein Hauptbxdcnkcn liegt in dem Grundsatze, und ich erlaube mir, darauf aufnwrksam zn nmchcn, daß der im (Besctz- Entwmf angenommene zur Ungerchytigkcit gcgen dcn Angeschuldigten verführt. Tas erhellt auch aus H. 298, in Wel- chem nicht gesagt ist, das; nach der Beschuldigte dic Pnblicatéon dcs ihn freisprechendmt Urtheils fordern diirfen ,
Znstix : Ministcr ledcn: Waö dcn Gmndsas dcr V«*1'5c_xl)1mg anbc'trifft, so hat die Versammlung bereits angenoxmncm, daß: das Recht der Verzcilvnng zulässig sein solle.
?lbgcordn. Dittrich: Jm Wédcrspruck) gegen den gschrtcn Nod- nc'r aus der Rhoin-Provinz nnd zur Widerlegung der Von ihm QUIC- fiil)rtt*n Griinde führe ich fiir dcnParagmpl/xcxt Einiges mx, UZ» zwar 1) in Bezug auf den Grund: das; die biirgcrliahc Gcscllylbüsk MIL“ griffen, daß es im Interesse der öffentlichchrdnnng 11'.*Zl)wt*nktg W- dic Strafe zu vollstrexken, krwicdcre ich, daß da, wo mqYlntrag öko Belcidiqtcn dic 1111tcr1nchung geführt wird, es nur. daYUs gnkommcn kann, r*vclkheö Intercssc das vorwicgendc ist, ob cm (»[stntltchcö oder ein Privat-Jntcrcsse. Zu der Ehrenkränkn11g scheint mir dabei 111ckt ein Angriff gegen die bürgerliche Gcscllsämft 311 [isch 12.170 vicimchr das Interesse des Belkidigtcn zu überwiegen. In Bezug auf den zweiten Grund, nämlich dcn, daß das Recht des Angaklazxtcn vk'r1ct5t werdcn könne, habe ich außer dcmjenigcn, Was Von dcchrrn Justi;- Ménister gesagt worden ist, noch anzuführen, das; ick) nach meinen (512-- fahrnngcn das Recht des Angeklagten nicht Vrrlcyt féxxdc, Wynn der Kläger seine Klage zmiicknimmt, denn jc später, desto mehr Kosten übernimmt cr. Zn dcr allgemeinen Mcinnng l)e*1*1“scht dann die Ucbcr: zeugung vor, das; kl“ nicht recht gkklagt habe, das; dchlägcr Um*ccht habe. Wenn ferner angefiihrt worden ist, das: nach rl)ri11ischcn1ch"l)t cntwcdcr dic öffkntlichc Klage odcr dsr Cx'vilwcg frristch müsse", so [*czcichncichdan6, mach WelchemSchadcchrsay neben kam Ansprnck) auf Bestrafnng freiste'l)t. Zur Sache führe ich wcitcr an, das; der von der Abtheilung angeführte Grund, der nämlich, das; ker Kläger tmr sein Recht zuerkannt wissen will und sick) dann versöhnx, dcr prak- tisch wichtigste ist, wie solches die Erfahrung sehr bestätigt. Man sagé gcgen die vorliegende Bcstimnnmg, das richterliche Umdcil Mrdc durch dieselbe hcrabgcwiirdigt; ick) bestreitc das. Das Urthcil ist noch nicht rechtskräftig, so lange die Vollstreckung nicht verfügt wikd. Die Rechtskraft wird also von dchnriickrml)mc dez Strafantragö nur bc.- dingt. Ferner wcndet man ein, das Chrgcfiils wcrdcxvcriexzt, thl oft Abfindungen durch Geld vorkäme'n. Jst dic? dN" ck19, jo Wird die Ehre dessen, der sich durch (Held abfindcn läßt, 111119 P hock» 5" strUcn sein, daß die Milde, welche der Entwurf will, dadurch altcmrt werden könnte. Ick stimme hiernach fiir dcn Paragraphen.
UTarsck)all: Die Frage heißt: Soll anf Wegfall dcs &th Satzes im _H. 199 angetragen werdcn? _
Abgeordn. Zimmcrnmnn: Zur Fragc1_tchllnn§1.j Jm 1vxlcl)cch_ro hältnis; tritt die Erklärung des „Herrn Justiz - Mnnsicro zu kxcxcr Frage? „ „ „„ -
Ukarsclmll: E95 ist von keiner Skate dcr Erklarung vcs .Hi'l'l'n Justiz-Ministcrs, nach welchcr ("ö dkm ?lngcklagtln vorbehaxtcn WN"- dcn soll, Widerspruch gcgen die aniicknahmc "cer Mage ct-nzulcgcn, widersprochen worden. Es ist also anzunehmen, daß dxe Versamm- lung diese Erklärung sich aneignct,
(mehrere Stimmen: Ja! Ja!) , _ und den Wunsch hegt, daß etwas dcm Entsprechexch maden PKW,"; graphcn aufgenommen werde. Mit dieser V9mu§1chnnxx kommcnSwn zur Abstinnnuug über den Antrag der Abtheilung, dcn FES?" “!!,-4 des H. 1199 wegfallen zu lassen, und diejenigen, Welche k!? Och N“ jahen, wiirden es durch Aufstehen zu erkennen geben..! , „ *
Abgeordn. Cncanus: Ich habe die Frage mihi UM!!! Völ- standcn. , T»-
UTarschall: Die Frage lautet und kann mchk 9")ka lauten, als dahin: Ob die Versammlung bxantragN “" [!“-“€)“ S*") des H. 199 WegfaUen zu lassen. DiejentglixlesUZ _d'k BJ" *[MMJL Ws Wegfall des chtcnSayes von _H. 199 bcqtim-mn, wmdcn das durch 0. “ * ** 1. , 4lUf1tehl'U zu ejkc'mcnÉeierFrage wir)?„;ocr11kn1k._)
' ickt beixctrrten. » *- - , , Man ZisxfcdreeYtnAldeorkY- JU)!“ 90" MINUS (Wk WM „§. 200. ' ' raum oder unter Väkerlichcr (55cwa'lt stehende Kinder bcleidFZlEUIvKZI, so haben sowohl die Beleidigtcn, als dercn El,"?-
männer oder Väter das Recht, auf Bestrafung des Bcleidigch an-
zutrchxéz Gutachten der Abtheilung lautet:
„Zu §, 200. hat die Abtheilung nichts zu erinnern gefunden, indem fie der Ansicht
war, daß eine Beratbung beffelbeu nur nack erfolgier Beschlußnahme über den H. 70 stattfinden könne.“
Die Beschlußnahme bei §. 70 ist erfolgt, indeffen ist fie von keiner Crheblichkeit für die hier vorlie enden Fälle. Es ist bei H. 70 nur bestimmt worden, daß das Wie ebeusjahr auf das 18te erhöht werde, in Folge dieses Beschluffes wiirde also keine Bemerkung hier zu machen sein,
Ukarschall: §. 201! ,
Referent Abgeordn. Frhr. von) Mxlius (liest vor):
* ]
„ ' ' ,
Bei Ehrverchungen gegen ganze Stände, Corporgnonen, Gc- skUschaften oder Familien ist jedes einzelne Mitglied derjelben zu dem Straf-Antmgc berechtigt. ,
Ehrverlehcnke Aeußcrungcn iiber einen Icrsiorbencn bercchxtgcn den Ehegatten, die ehelichen Acltern, Kinder, (Hroß-Aeltern, (xykel uyd Geschwister, fo wéc die Erben des Versiorbenxq, und zwar ]cdc ernzelne dieser Personen, auf Bestrafung des Beletdrgers ßnzntrxcgerz. __ In allen vorstehenden Fällen wird jedoch durch, dre ajns „rxc Klage Eines Berechtigten erfolgte Bestrafung jcdc wettcrc gcrtchtltchc Verfolgung dcs Belcidigcrs ausgeschlossen.“
“Das Gutachten lautet:
„Zu H. 201.
war der Antrag _qcsteUt workcn, das; die Worte: „ganze Stände“ zum Wegfall zu empfehlen, indem nicht ersichtlich, was unter „Stän- den“ zu verstehen. Stand, im cngcrrn Sinne deo Worts, seien durch gcmcinschaftliche Rechte JU einer Genossenschaft Verbundene Corpora- tionen, es werde das Wort Stand jedoch häufig in einem :vcitcrcn, von dem angegebenen Begriffe gänzlich abweichenrcn Sinne qcbmuäyt, nnd gkradc wegen diescr UnbestUumthcit sei es wiinschcnswérth, das Wort zu vermeiden,
Die Abthxilung war jedoch der Ansicht, das; es Sache des Mi):- Fcrlichcn Ermchenö sei, in den einzelnen Fällcn zu entscheiden, ob dcr mt H. Lidl fiir den „Stand“ gegebene Schutz mit Recht oder obne Recht in „Anspruch ganommcn wchc, dicser richterlichen Prüfungsoi vorweg mehr vorzngkcifcu, und sie hat mit einer durch die Stimme dcs Vorsitzcndrn cntschicdcncn Majorität Von 7 chen 7 Stimmen den Antrag: *
die Worte: „ganze Stände“ zum Wrgfaü in Vorschlag zu bringen, abgewicscn. *
Ter H. 20]. enthält in seinem erste-u ?llinca die Bcstémnnmq, das; x'hrvcrleycnde Aeußm'ungcn iibcr cinen Verstorbenen dessen Ziächste m dcm Paragraphen bezeichnete Verwandte zn dcm Strafantch gcgen dcn Belcidiger berechtigen sollen. * *
,Dics war die Vcranlassuxtg, daß die Abtheilung «mf dic friih" bLWl-ks angeregte Frage zurückkam, ob, inwiefern und untt'r svclxbcn *Bcdmgungcn die Beleidigungen gcgen Métglicdkr dcs Königlichen Hauses, mit_ Strafen zn bkdroycn seien. *
Ftir dre Ansicht, das: hier Von anurien und demjenigen, Was mgn ztntcrxcr Beleidigung von Privatpc'rsoncn zu Vcrstchcn chohnt sé], ntcht dtc Nrde sein könnt', Ward angrfiihrt, daß die sreiéstc Bc- syrcchung und Aburthcilung der Staatö:Angelegenheiten, wie sic sich brß zur Gcganart entwickelt, olmc cin Eingehcn auf die Pcrsönlich= kktten, Welche an der SpiYe diescr Angelegenheiten gestanden , nicht denkbar sci, das; aber dicser Abnrthciltmg, so wie jcdcr grschichtlichcn Forschung, eine Bestimmung hemmend cntgcgcntrctc, xvclche auf eine dem Wesen der Sache nicht entsprechende Weise den Charakter der Privth-Jnjm'ic Urtheilen Verleihe“, Welche in anderer Absicht, auch zu anderen Zwecken gefällt worden.
AndcrcrscitUWard herzoorgßlwhen, daß durch Schmähungcn Vcr- storbcncr auch die Ehre der noch lebenden Mitglicdcr dcs Regenton- bauscs, wenn nicht Vcrlcyt, doch augcgriffcn werden könne, das; es Sache der richterlichen Beurtheilung sei, zu prijscn, ob es“ sich hier mn geschichtlickc und wiffenschaftlichc Jorschunqcn oder um ein src- vcntlichcs Hintanseycn der dem Regentcnhau e gebührenden ;?(cb- tnng handle, daß es sich von selbst verstehs, das; eine wissenschaftlichc Bcgutakhtung nicht straffällig sein könne, so lange sie sich auf drm Boden der Wissenschaft halte, daß aber, sobald sie diesen Verlassen, die Würde des chcntenhznscs vor ?lngriffkn sichergestellt werden miiffc, Vor Welchen das („Best'ß ja selbst den Unterthan sichcrgcstcllt lmbc.
Nach Diskussion dieses und der bet“ den bctreffcndcn Paragra- pvcn des Entwurfes bereits berührten Ge"sichtöp11nkte* wurdcn bki der ',)lbtwcilnng zu dem vorliegenden Paragraphkn auf die' dcöfallö gc- ftclltm Anträge folgende Beschlüsse glfaszt, das;
1) und zwar mit 9 gegen .“) Stimmen, der Antrag: die Bcstimnmngen des H. [0.5 wörtlich aufzunehmen, abzulehnkn; 2) mik 7 gcgcn 7 Stinnnkn, durch die cntscheidcndc Stinnne des Vorsitzenden, der Antrag: die Strafe dcs H. 195 hier aufzunehmen, zu befürworten; Z) mit 8 gegen 6 Stimmen, der Antrag: statt„Verleumdungen““, „Schtnähungeu“, die Worte: „chr: Vetllycnde Acußcrm'gcn“ zn sndstituich, 311 lwfiirjvorten. Auch hinsichtlich dcr Form dcr Strafverfolgung Ward durch ""ck- rcre Erinnerungen Veranlassung zu Erörterungen gegeben, bei wcl- chcn l)auptsächlich, wie dies in friiheren Fällcn geschehen, die Bedeu- tung des Anklage-Prozcsses und das Wxscn der öffentlichen Anklage einerseits, daS dnrch die Vcrlkxmng ge'krmjktc Interesse dcs Einzelnen und die gerade bei dcr Jnjurie nothwendigc Vormwseßung dcr Pri:- vatklaqe andererseits hervorgehobkn Ward. Dcr Abtheilung wach aus dicscn Gesichtspunkten zivci Anträge vorgelegt: Der erste: ob der Richter von Amts jvcgcn,
dcr Weite: ob er nur auf Antrag dcr Staats/Behörde cinschreitcn solle.
Sic beschloß, beide zu vcrncincn, nnd faßte dicsancschluß hin- sichtlich des ersten Antrages mit 19 gegén 4 Stimmen, hinsichtlich des anderen mit 9 gegen 5 Stimmen.“
Abgeordn. Graf von “cl)wcrin: Ich Wollte mir die Frage cr- lauben, in welcher Reihenfolge Durchlaucht diesc Anträge zur Dis- kussion und Abstimmung bringcn werdcn; ich hatte mir das Wort erbeten nur in Bexug auf die (Zte Frage.
!]?arsck)all: CS ist zu bcmcrfen, daß in Bezug auf dm Anfang und das Ende des Abtheilungs „(UntackNenö zu diesem Paragraphen kein Antrag der Abtheilung vorliegt; wenn also auch Von keinem Mitgliede ker Vcrsammlung riuAntrag gemacht witd, so würden wir dmiiber hinausgehen, dcm: cs wiixdc gar kein Gegenstand zu einer Fragestellung vorliegen und blos die Mitte des Gutaihtcns S, 8!) iibrtg bleiben iibcr die drei Fragen wcgcn Vkrlcyung drr Ehre Ver- storbener Mitglieder des Königlichen Hauses, und da wäre nun zu erwarten, welche Bemerkungen dariiber zu machen sind.
Abgeordn. Graf vonSchwcrin: Ick möchtczunächst denStand- punkt auseinanderseßen, den ich bei diescr Frage eingenommen habe, ich bin nämlich der Meinang“ gewesen, daß H. 105 eben nicht unter d'“ Majestäts-Beleidigung gehöre, sondern das; es sich in demselben nur um mittelbare Jnjurten handle; ich bin aber eben so Wenig der
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Meinung gewesen, daß, wie dé? Abtbxilung gewollt hat, man nun etwas Andexes unter dem Begrzffe subjumire, als was im H. 105 subsumirt wird, Es folgtvon “jelbü- daß, wenn statt „Schmähunqen und Verleumdungen“ gesagt ward: _khkvekleßende Aeußerunqeu, e*ine wesentliche Verschärfung des Begriff? des Verbrechens akgedeutet wird; ich glaube also, daß durchaus keine Veranlassung vorhanden ist,
die vorgeschla eue Modification. voxzitixehmen, Dagegen fraqt sich allerdings in YZezug auf das Strgsntaß, ob die Strafe des H 105 beizubehalten sei, und ich habe m1ch_fii1' dieBcibehaltung eutséhiedcn, weil ich keinen wesentlichcn Grund silk die Herunterscßnnq gefunden habr. Aber allerdings ist die Frqge _m'ch Von größerer Wi'chtiqkeit, ob der Richter von Amts wcgcn ettxztljtbrkiten babe, oder ob mä" in dieser Riicksicht Mitglieder des RömgliMll Hanses deu Privatperso- neu gleichstellcn solle. Ich glaube "Wk- kas; man das kann, ick) glaube, das; man den Vorzug Sl“. Majestät dcm Köniqc und dem Königlichen Hause einräumen mnß l:" BMU Mf SchUléchungen okcr Verleumdungen verstorbener Mitgltcdcr desselben, das; eine solche Schmähung oder Veklcumdung nicht blos «*.-f Antrag des mittelbar Brixikigtcn, sondern auf Antrag der Staatö-Bcbörre brsnast werdcn miinx. Tamas folgt, daß, nicincr Ansicht :mck), H. [05 des Ent- wnrsö und dcr Bkgriff, ker dasclbst angkgcbkn ist, hinwgcfüqt wer- dcn, so wie die' Bestimmung, daß die Bestrafung stattfinde 11211“ anf Antrag der Regierttngö:Bchd'rkc,
Abgcordn, von Kamke":Tarpursclxcn: Ick wollte mir erlau- k)i'!1-_noch zuriiäzngMn anf dcn Wo:]“cblag, dcr in dcr Abtht'ilnng die Oalxtr ker Stémmcn für und die Hälftc gcgen sich gc'imbt hat und YFU" MUL) die Stimme des Vorsitzcndcn dagcgsn entschieden worden qt, nämlich die Worte „ganze Stände“ zu strcichcm Jeb jvciß nicht, in 1vclchrr Bezictmng wir hier den Bkgriff von ganze.! Skändcn anf- fassz'n sollen! "Ick kann nicht glauben, daß bim“ von poiitiscbc'n Kör- Pt'l'!ch)*3ftt'n, von solchen Ständen dic Rccc sein soll, kik „115 Stand Yer Landganindcn, Stand der Städte, Stand drr Ritta'rsämft 11, [. w. bc;cichnck xvcxdcn; cab wird also der Bcgriff noch wcitcr gc- saßx, und in dieser Bczichmlg fmxzt cs séci), OO bim" mln alle (Petros- scn1chnftkn als besondere Stände, F. L*. dcr “Stank- drr J:ll“istk1!, der Soldaten»; der Vi'irger-- und Bancksmnd und ähnlich? Stände mcm“ gcmeint seien? Ich glaube, daß der Begriff von Ständcn nach, so gedacht, nicht fiir ein passendes Mcrkmal auchommrn Werden kann, Denn dann wäre es z. B. fiir [rden Jurist?" cim' Bclcidignna, wcnn sich memnd dcs[*ckanntcnAnLsprnÖöbcdie'n'rc: „Jmißm sindschlcebty Cl)1'istc*11“; cs könnte" da Einer allö dcn cnkfcxntcstc'n Tln'élcn dcs Staates auftrstcn nnd sagcm: Ich bin ami) Jurist und daher p:."t': s(ixxlich méi“ beleidigt. JW glaube, das wiirde? wolxl *]?écmunk“ s'.) m:.- 1tchmcn wollen, Eine Beleidigmxg drr Pmson dnrch c'im'n Angriff auf die' Genossenschaft, him“ ais Stand [*szc'iämwt, diirfte wo?.)l nur m dcn Fällcn zutrcffcn und einc zklagk 1'c:'l)tfc1'tigc11, wenn die (M*- vc'rle'ycndc ?lcußcrnng siä) nuf cine ganz [n'sondch bczcichnetc Gcnos- senschaft (*Nicht, Wenn sie x. B. an-chsprochcn wérd gegcn dic Affcs- soren cines bcstimmtcn (Bcrßhködofcö odcr gcgcn Tsfixicrc cincr (RU; nison ode!“ Gelehrte cincr llnivm'sität 11, s. w., da könnte dcr Cin- Yclnc sagen: Ich bin mit damn'xcr begriffen, dcm! iki) gehöre speziell ihr an. Wenn abc? hier im Allgemeinen gesagt ist „ganze Stände“, Fo würde der bcstimmtc» Bcgriff ihrer ?lbgränznng nieht gegt'bexn und ['I allerdings besser sein, dicse Worte zu streichen, und schließe ich mial) daher dem Nutmgc dcr cinen Hälfte dchitglicdcr kcrAv- tl)eilung au, Weis; aber nicht, ob dicser Antrag Unterstiitzung findet.
UkarscHall: Da zmückgegangen ist anf dcn 1stcn Thcil des Ab- tl)cilungS-GMtachtcnö, so ist es zweckmäßig, die Diskussion, in wclchcr man vorhin schon begriffen war, anfzuschicbcu und sich nur ans d:“escn Pnnkt zn bcsckyränkc'u, und es ist Zunächst “xu crmittciu, ob der Vor- schlag, der hier crncuctt Wordcn ist, die Worte „ganze Stände“ zu streichen, die erforderliche Unterstiiyung findet.
[T*ic [.lxtkerstiixxnng ejsolgt hinrciabt'nd.)
Zustiz-Ministt'r Uchn: Ick Wollte nur auf cine ?lcnßcrung dcs gcchrtcn Rcdncxs etwas crwfcdcrn. ij'sclbk hat dcn Fall einer Beleidigung gcgen dcn Lsfixikrftanr rium“ bestimmten (Garnison angr- fiihrt und hier, Wenn ich richtig verstanden, jcdcm (Tfnxc'lncn den An- trag aaniigc gsstattct. Da wiirde das Wort „Srändc“ nicht iibcr- fliisség scin, sondern es brkiixstc mm' c:“;wr xxäHcrcn “_Vräzésion.
?lbgcordn. oon ankcxj-Tarpntscbcn: Ich bin nm“ dcr MLT- nung, daß der Ausdruck hilt“ so allgt'mcin gcfaßt ist, das," drr Rick)- tc'r nicht [visscn könnt', wo cin Stand anfamgc nnd wo m“ aufhört» so allgmncin gefaßt, gehört jeder W:-dcsbcmohnkr cincm Stande an, und deshalb schcint mir ein? prkixisctc Fassnng "NMI- Cinc solche“, das; eine Belsidigung gegen den Stand nm“ 311 Vcastchcn sci, wcnn sie z. B. gcgcn die Affcfforcn c;“nsö bestimmten Gerichtshofs, gegen die Offiziere einer bestimmten Garnison u. s. w. ausgesprochen ist. TM" allgemeine Ausdruck „ganze Ständc“ ist Zu unbrstinmnt. Wir lcscn 3. B- l)ä11fig von der „Entsittliehnng der höheren Stände“, cs könnte also Jeder, der sich zu den [)(Éij'1'c11StÉi11dcn rcchnct, obwohl hier dxr Beweis schwer zu führ?" sein wiijdc auftreten nnd sagcn: (“;ck bin beleidigt. Ick bleibe da[)cr dsr Ansicht, daß man die Worte „game Stände“ hier Wx'gfalten lassen kann.
Instiz-Ministcr Ulchn: Las wiirde wohl cim“ andrrc Fassung nothnwndig machen, aber 11écht daz chstrcichcn des gachn WNtcö „Stände“ crfordcrn.
?lbgcordn. Leumann: Jeb muß mich doch dafiir erklären, daß das Wort „Ständc“ gcstt'icln'n wrrdc. JQ) [*in dcr Mcinnng, daß dicscs Wort hier in einer Bedeutung gebraucht ist, die unsrre ganze («Hkscygchng nicht kennt, mindestens aber in cincr schr nnbcskinnbtcn. Das Allgemeine Landrecht gründet dcn Stach:Organismus auf die Vcrsxixicdcncn Klasen dcr bürgerlichen (5):'scllsc1)aft, die sich nach Brruf und chcuswrisc von cinandcr absondcrn, und dadlnc'h cxttstchcn ch drci vrrschiedcncnStände, die unsere Geskygcbung anerkennt. Zn audkrcr Bcp'chuug wird dcr Begriff des Standes aber häufig anf den besonderen chcnöberuf, dem sich eine gewisse Zahl Von Einzelnen widmet, angewen- det. Wenn es nun, da alle die Verschiedenen Begriffe, die in das Woxt „Stand“ gelegt Werden, vielfakh ".'-erwerbsclt werdcn, zweifelhaft wird, Was hier unter dicscm Worte zu Verstehen sei, wie soll cs da dem ?)iiäytcr möglich wcrden, darijb-cr zu crkcnncn, ob ein qanzer Stand beleidigt worden? Die Eyre ist ein Ausfluß dkr Persönlichkeit, und es ist demnach nicht denkbar, das; sie cim'm ganzen Stande, einer Klasse rin2,clncr Staatobiirgcr vindizirt werden könne. Bci cincr Corporation ist dics in einem gewissen Sinne wohl mögiiab, Weil sie bestimmte Glieder umfaßt, bci ganzen Ständen, wie sie hier mtqc- nommen Werden, halte“ fck cz abcr fiir 1:11:11öglick2. Nach mcißcr Uobcrchgung ist ein Stand in diesem Sinne ein reines Abstraktnm, bei dem von einer Ehrenkränkung llilhk dic ?)icrc sein kann. Ich bin daher der Meinung, das: dieses Wort gofirichen werden müsse.
Tnarschall: Zu der vorige)! Diskussion Haben sich noch die Abgeordneten Zimmcrnmnn und Camphauscn gemeldet, und insofern ich zu snpponiren hätte, das: sic auch an dieser Diskussion sich bcthci- jigen wollen, hätte ich sic jkyt aufzurufen.
Abgeordu. Zirmncrnmnn: Wenn es sich um eine Bcgriffobe- stimmung imStrafrecht handelt, so ist darauf zurückzugeben, ob dieser Begriff in unserer allgemeincn (-_§)cscx3gebung eine Definition findet, und diese ist in Beziehung auf den, ?lusdruck „Ständc“ im H. 6 des 1stcn Titels dcs “lsten Theilö dcs Landrcchts gegeben, indem es dort heißt: „Personen, welchcn vrrmöge ihrer Geburt, Bestimmun oder * Hauptbeschäftigung gleiche Rechte in der bürgerlichen Gesellschaß bci-
elegt sind, machen zusammen Einen Stand des Staates; aus.“ In- Fofern nun dieser Begriff koustituirt geseylich ist, so muß auch ange- nommen werden, daß das Strafrecht, wenn es von Ständen ohne weitere Modification spricht, diesen Begriff vor Augen gehabt hat. Nach dieser Definition halte ich abkr diesen Begriff aÜerdingsFür viel zu weit, und es ist deshalb nothwendig, daß er genauer präzefirt werde, bevor er in das Strafrecht gelangt.
Abgeordn. Camphausen: Ich hatte mir zwar über einen an- deren Gegenstand das Wort erbeten, behalte es" mir auch dafür vox, da ich aber einmal aufgerufen wcrdc, so w:“U ich doch die Gelegenheit benutzen und bcmerkcn, daß auch mich dcr Vorschlag der Abtheilung, dic Entscheidung, was Stände in Preußen seien, dem Richter zu überlassen, nicht befriedigt hat, daß ich nicht vcrsiche, was ein Stand ist, daß ich mir sehr häufig den Kopf dariiber zerbrochen habe, was die Stände inPreußen eigentlich seien, und daß ich ungemein dankbar sein würde, Wenn die Regierung eine Erläutcrung dariiber gäbe, was sie daruntcr versieht. So lange abcr eine solche klare Erläuterung nicht gegeben werdcn kann, würde ich auch vorschlagrn, den Richter nicht in Verlegenheit zu bringcn, weil er wahrscheinlich ebenfalls nicht weiß, was in Prcnßcn cin Stand ist.
Justiz-Ministcr von Savigny: Ter geehrte Achordnctc cms “_Prkttßcn, der diesen Gegenstand zuerst zur Sprache brächte, hat nicht darauf angrtragen, daß in dicser Rücksicht Wies mcggcstjich)en wcr- den soll, sondcrn er hat (*I nur fiir bkkcnkliä) gehaikcn, die Sache unbestimmt zn (affen. Wenn ici) iim 1ccht vcrstandcn habe, so [hat ki“ *„ugcgc'bcn, daß nnter gcwiffcn Bcschränknngrn ric SUM ganz richtig sci. Menu 5, B. bci einm" (Ißcricksc Jemand eincn Prozeß verloren Vat imd mm die Instiz-Kommuissaricn am Orte des (FMM),- tro im Allgemeinen mit schweren Sa“k)111äYxx1:1g:*11 in den Zcitnngcn iébcrscbiittcn wollte, so wäre &!"th unbedknklicky, “das; jrnm das :)icaht zugestanden wcrden miisetc, in diese:“ Bczécdnuz cim'n A;;- spruch mts Strafe geltend zu mache'n. Ick gln-lbc, das; die x-„e'sxL'éx- ("cm* Gasol" in dcr angcgcbsm'n “,'[nsdchnung nécht *.*orhandcn ist, das; bci allgcnwéucn Bcleédégungcn gcgen einc unbegränztc .*ilassc von L))?kuschcn alle' zu derselben gehörende deévékxxcn dieselben „mf ;“i-L) ['t'Zikk)?" und Jnjuricn-Prozrssc anhängig machcn wiirden. Hier ist die Sache dura) ihre weite ?lusdchmmg ganz kraftlos Und eine Ge- fahr deshaäb nicht vorhandcn. _ '
Wenn man iibrigens an dcmWwdruckc „Ständc“ ?lnstoßmmmt und einen andcrrnAnsdrnck wünscht, weil aU-crdimgö dichö IZOTÖÜUÜ) umi) andere Bkdcutungcn hat, so hätte iQ daglgcn nichfs cinznwcndcn, indessen ist kcin bksximmtcr Antrag gestellt. EJ.“ sind [,xécx' ggnze Klassen von Personen gcmcint, und ich ]tcllc axxvcxm, oh cm [*exozx- (*crcr “.'lntmg auf den Anödxuck gestellt wcrdkn 109, obs-Yon auch mt Allgemeinen Landreckt cine Definitxon d'cö-,L§a*x1,11ffcö „Stand!“ *.*-or- lmndcn ist, wodurch MißverständniuM [)!!ÜÜUJUO vxxchhcugt ](hicm-t.
Nkfcrcnt Abgeordn. Freiherr von UTxlzns: Co“": Von um m der Abtheilung der Antrag gestellt woxdcn, dae ganfzc Otellswcgfallen 311 laffcn, und ich habe geglexbt, "daß Dcr Aßgxoxdnckc an? Preußen fick) diesem Anfrage anscylchen thde' cö JZM]; anch WMV? a,bge- stimmt wcrden, und namxmltcl) 11-1-ußtc nb )vnnxchcn, da1;_-kn;_§)1'1gcn, welchc das Wort „Standc“ fzzr mxbesnmmt h_ctktc11/_1tci) sm dcn Wmfatl desselben aUIsprcchcu :nockyi'cn. , Auxercrstttö qt xxcrv2x*gclvo-: bcn'wordcn, kus; Fälle vorgÜonxmcn sxtcn, m welchen dae DUMONT Klage gerechtfertigt sgi, wcxl- mne _bcxxolxxdcrc ;)chlxxßxxxx“lcy111)xx vorge- lcqcn Habe, nnd es ist vom .Hcrx'n Mmrzicr Zntt Rnck11cht hact'anf [*!*-' mkrkf Words", das; es Wenig bcdcnklxch xci, entweder das Won
„Stänkc“ durch kao Wort „Klasscn“ odcr hiträ: ck_ncxt andc'ccu Ano- druck “zn [*cxciahncn, imdcm hicrdur-ch a'igc11t[1«;!)_'vcxzckncdqnc Pcrsonm gemeint scicn, Vic in einer gc1vqsc__11 Gcmxmq[L)astli_chkmt lcbcn, und diese vor Bcicidigtmgcn zn schiißcn Mien, Abcr disst“ (55csiä)wpunkt realUfkrtigk einc besonderc Strafbkstimnnmg nich?, indcm dann jcdlr dm“ Vcrléßtcn deshalb wird klagcnkönm'n, M1“! M“ aus den fat“tt'sa'_»cn Verhältnissen beweisen kann, das; ll" aus!) mit dmx Andckcn dumb “di.: Jnjnrik gcnwint sci, ;. B. in dem Von dem Herrn Minister rxwäléxt- ten 79199, das:“n1cbrc-rc Zustfz-Ikontmissaxie'n gkskkaäht Word:»: wä- rcn wegen cines vm'wrcnrn Pt'ozcffeö. Wmm kann gerade ein jeder (Lit:;clnc anfn'e'tcn nnd wcgcn persönlich“ Belyidignng klage'n w:“ll, so [mltc :ck (*I nicht fiir bedenkliä), das; ll“ hierzu [*kfngt sci, selbst wenn das Wort „Ständc“ oder „Rlasscn“ aus dem (Pcscybnclx fortblcidc. Ick glanbc, das; die .*)kiitFsicht ans dicse praktischcn Bé- diirfnissc dic ansdriiälicbc Bcstinnnnng hier nicht motivirt, indem aus allgcmlincn Griinden dicö Bcdcnkcn bestitigt Wird.
:)lcgiernngs-Kommissar BiFSlWff: Ich glaube anal), da[; es kein Bedenken haben wiicre, daß jeder Einzclnc, ohne das; sich diese Yestimnmng im Gesch findct, würde klagen fönncxx; nur mache ich daranf aufmerksam, daß, Wenn man den Salz [,“-ist strcicht, cine qroßc Verschärfung des Entnnn'ch cnkstel)cn wiirdc. Wenn Von mcljrct'en Personen geklagt werden kann, so wiirde anch die Strafe eben so oft Vollstreckt wcrden miiffcn, Tem soll abc!“ durch H. 291 vorqcbcnqt xvrrdcn, indcm kö dort im letzten ?[linca Y)e'ißt: „In *“llll'UBN'sté- henden JäUrnwixd jcdock durchdic aufdicKlagl(Links Bcrccbn'gtcnct:- folgtc Bestrafung jcdc wcitcrc gerichtliche Verfolgung dcs Bclcédiget'ö ausgeschlossrn,“
Referent ?lbgcordn. Freihlt'r oon X1T§“li115; C:“nc Vcrsxdäksung- liegt nicht vor, w:"il durch cim- Hmtdlnng 111clckxcrc Vx'xla'xntngcxj stnxr- gefunden haben und ans allgemeinen Griinden in diesem J&M nm" eine Strafe erkannt jvctdcn soll,
?lbgcordn. von Auerswald: Ick Mis; nicht, ob ich rcsbt Orr- staudcn habe, das; nach dem bestehenden Recht eine solckMBcstfnmmnq cristirc? Dcm gcgrniibcr muß ich crklärcn, das; wenigstens die [*H- stehende Praxis nicht dafiir spricht, Und das; die cinzclnsn Klauen von mehreren gcmcinschaftlicl) Be'lcidigtcn seitens nmmbcr (554'k'f(L»é€ nur als eine gemeinsame Klage augcnmnmcn wcxdkn. Was mm aber die Sache selbst betrifft, so ist gewiß nicht zu verkennen, das; das Wort „Ständc“ hier einen cnvas mystischrn Anflug hat, und das; man sich schr Verschiedenes darunter dcnkrn kann. Wann jx'dock) von der Ministcrbank die Wahl eines andcrcn LluSdrmks fiir das Wort „Stände“ bereits in Aussicht gestellt wordm ist, so wiirdc dagrgcn wenig zu erinnern bleiben. __
Ich habe aber ein anderes Vcdcnkcn, und 'das bßfrksst O_as Mv)? „Corporationen.“ Unter Corporationcn vcrsfrßt Wu crnc chcklschaxt, dic gcwissc Gcrcchtsamc hat, jyclck)? dmch [Wflkhk-lgti' „ Örgaxxe dcr- sclbcn ausgeübt jvcrdcn. Ww ,soll cs, mzn m crm-r Qot'pox'ax tion zulässig sein, das; jede.»1 rlvrc-r “).)kttglrcdc'r nxtftrttt 1.111? [[ck annmsxf, ihren Statuten zxtkytdcr' dn" “„Wie-cl).“ dcr“ Qorpymtzon cm- seitiq zu Vlrtretcn? Mir schcmt dtcs prmzaplcll ganz nnrtchttg, qbcr auch faktisch mmusfiihrbar, umPs-ofmchr, „1,15 (*I 1111 [ckth 2911191 heißt: „“In allen vyrstchkndcn (NW! wxrd ]cchxs) duxch dre 31", „dre Klaqe cines Bcrechttgtyn erfolgte _Boftxasung )Jdc ngtcrc „gerrcytitche Verfolgung des Belciprgc-ro ausngloUcn/Y Lycnzt :ck mar den Fall denke, das; ein Mitglch trgknd ctncr,vo11,htrr cntsxrutcn Corporation in Berlin wcgcn c::ncr ch“ Corporation yrcr zugrfügten Beleidigung, auf Grmrd res crjzten, Almca, Plage erhebt "Uk, 'd,arauf cin Umheil kl'gkbk- welches *.*:cllctcht nur__m Folge der caxqcmg und ungeeignet qcstcllten Klage„ pern Jnterene kcr'Corporatwn gar nicht znsagt, Liese aber erst jpäter von der Bclxadagung Kunde crhiclte und nun ebenfalls klagen wollte, so wiirde [L)r dies nicht mehr gestattet sein.
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Ick hält? das für gßnz- falsch, insofern die Statuten der Corpora- tion nicht jedem thglicde das Recht erthcilen, dieselbe einseitig zu