Deutscher Reichstag. 195. Sißung vom 16. Oktober 1902. 1 Uhr.
Ueber den Anfang der Sißung Wurde in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet.
Auf der TageSordmmg steht die zweite Berathung des Entwurfs eines Zolltarifgeseßcs.
Reichskanzler Graf von Bülow:
Meine Herren! Ich möchte zunächst den Mitgliedern der Zou- tUrif-Kommiifion den Dank der Verbündeten Regierungen aussprechen für die hingebungsvoile Arbeit, der sie sich mit der eingehenden Durchberatbung des Entwurfs zu einem Tarifgesey und zum Tarif selbst mit seinen 946 Pofitionen unterzogen haben. Auch Wenn man mit den Ergebnissen dieser Arbeit nicht in aüen Punkten einver- standen ist, verdient die Arbeit selbst doch Volke Anerkennung. Um so mehr hoffen die verbündeten Regierungen, daß diese Arbeit keine vergebliche sein wird, sondern daß sie die Basis bilden wird für eine Verständigung zwischen den verbündeten Regierungen und diesem hoben Hause über die künftigen Grundlagen unserer ZolL- und Wirtbschaftspolitik. Wir stehen vor der zweiten Lesung der Tarifdorlage, die voraussichtliä) im wesentlickyen entscheidend sein wird für die endgültige Gestaltung der- selben. Ich will deshalb nochmals im Namen der verbündeten Re- gierungen und unter ihrer ausdrückLicben Zustimmung auf die Gesichts- punkte Hinweisen, welche für die geseßgeberiscbe Aktion der verbündeten Regierungen maßgebend gewesen find und maßgebend bleiben. Ick) Weiß wohl, daß über ein so gründlich und so vielfach erörtertes Thema fich nicht viel Neues sagen läßt, und ich will mich möglichst kurz faffrn.
Am 31. Dezember 1903 tritt der Zeitpunkt ein, zu welchem die wichtigsten Zoll- und Handelswerträge des Deutschen Reichs mit anderen Staäten gekündigt werden können. Damit bietet fich für uns die Möglichkeit, unsere handelspolitisäyen Beziehungen zum Auslande neu zu regeln. Hicrbei glauben die verbündeten Regierungen nach wie vor, zwei Gesichtspunkte in den Vordergrund stellen zu müssen. Dasjenige Glied an unserem Volkswirtbscbaktlickpen OrganiSmus, welches nach der Anfickot der Verbündeten Regierungen noch immer am meisten leidet, ist die Landwirtbsebaft. Deshalb wollen die verbündeten Regierungen diesem für unsere ggnze Volkßwirtbschaft hochwicbtigen EWerszweige einen erhöhten Zollschuy angedeihen lassen, sie wollen der Landwirtbscbast in ihrer fcbwierigen Lage helfen und damit zugleich den inneren Waarenabsaß steigern. Die verbündeten Regierungen onen aber gleichzeitiß unserer hochentwickelten Industrie nicht nur den inländiickpen Markt gegenüber dem Andränqen fremder Waaren erhalten, sondern ihr kanrben auch diejenigen Absaßgebietc, welcbe fie unter dem Schuß unserer bisherigen Wirthschafi§politik erobert bat, sichern und tbunlicbst erweitern. Damit glauben die verbündeten Regierungen aucb unserem Binnenhandel und Außenhandel werthvolle Dienste zu leisten.
In diesem boden Hause sind die Ansichten darüber getbeilt, ob das vom Deutschen Reiche während des levten Dezenniums vktfolgte System der Handelspolitik - ich mcine das System der gebundenen Tarife im Gcacniaß yum System ker Tarifautonomie - für uns das richtige ist. Ich möchte hier auf diesen Streiwunkt nicht näher ein- gehen. Aber daran möchte ich doch erinnern, daß während der ersten Lesung der TarifVorlagc aucb Anhänger der Tarifautonomie sich unter gewissen Bedingungen mit dem Akschlui: ron Hmidelsvcrträgen, und zwar für längere Zeit, einverstandcn erklärt kaben. Sie haben das gethan, rrcil unsere Industrie langfrisiigc Handelsverträge braucht, weil sie eine solche Stabilität des Absaßcö ibm Produkte nacbdxm AW- lanke für eine fundamentale Vcdinaung ikreö Gedriheno ctach1et. Auf dicscm Standknnktc strbcn auch die vcrbünretcn Rmierungen. Sie halten den Akkcl'luf; langfristiger Hankclcrcrträßc für unsere wittbscbaftlicbc Xcrtcntwickclnna für wünschenSwettb und für erstrebens- wcttb, und [war nicht allein für Industrie und Handel, sondern auch für die Landwirtdicbaft. Abet sclbsivctstänrlicb wollcn die verdünnten chicmngen nicbt .Hanrclövcrträae um irren Preis. sondern nur auf cincr für uns auncixmkatcn Basis, auf der Basis voller Omen- scitißkcii und unter Wai'rnng unserer bctcchti,;tcn Int.“:cücn. Um aber mit A;:diicb! auf Erfolg in Handelorcxttasountctbauklungen eéntictcn 111 k?nnen, noiicn wir für srlcbe Vctbakikiuxzen eine geeignete Grundlage icbaöcn. T*enticbland hat dir Zdlle in seinem autcncmcn Tati“ mri wenigkn Ausnahmen auf ktm Stanke l'on 1371: bclaäcn. Es "in? sc.“..n cine gcwis'ic Liuzzi"! Zcurcükicnen in svätcnn Lvnrci-é-vctträxe'I kctakgciec-t werken. inokciynkcte M ("e- ttcirczkiie im chlcicb zu den S.":ym rcn19w7. TQM“: bobsn fich in anderen Z:.mtcn, mit rcncn wir im L*ankcikvaimaév;tkUwis; odcr ccd n'cui,*,s:c:'."* tm Likciiikegünitigun„_wvctdältnii; itcl*'r;„ n'citnt- 1ickc Vn*ckiek;:nxcn in dcr Gestaltunz ibm T.:tiie r-ilze'am. Rußlxnd unk It.;Ti-n babxn dnnb rie !*tsiimmuna, 1.117; :ck ;",611: dctt in (“rid z'.- tmriäkcn sink, tkotiäcbinh cine Eth-kxna i'm- Zcilicbnßr! kt'r.7k7':*::':nck'-„ un: sie kak?" aueh eine Reiki dnknn Pcüticxen, ric in “rc? gkltenkcn Haxéclot'nttäatn ni.?!„t ausdrücklich ackmxdm '"md. kin“?! 7:1:ka damn!" am!) wirbt, an kmc-i unin- Aueiukt nicbt un'keiyntitck bctbeUm! ist. Amerika du 1“)? km Tingiw-Tzn' mit smn: boten 3937chtanken ntiebtci. Tie &imiy baue 5chcn 1391, :'c! kcm Aksil'iu'"; ihres Haukeiu'ctttaxez mit uns, ihren auto;:cmrn „[zu-* *.*-st durchweg ctbedlitb "Ubi, und ii“ km! jagt im HS:»UX ani di- kommcnkcn svnchIUtttazxuntx-t'rac!lunam d:c c.!cicb-x 91101"!
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Unterscheidet sich von dem alten Tarif zunächst durch seine der Ent- wickelung unsern Industrie folgende größere Spezialisierung, durch die Zerlegung einer großen Anzahl von Sammelpositionen in Einzel- pofitionen. Ick) wiederhole nochmals, das; das nicht einen Bruch mit den zollpolitischen Grundsäßen bedeutet, die vor zehn Jahren zum Abschluß von Handelsverträgen geführt haben, sondern die größere Spezialifierung soll eine wirksame Waffe für die VertragSVerband- lungen bieten.
Abgesehen von diesem veränderten technischen Aufbau, enthält der Entwurf noch eine, größere Anzahl erhöhter Positionen, namentlich bei den Handelspolitisch wichtigen Waaren, die bei den bevorstehenden Vertragsderhandlungen voraussicht1ich eine Rolle spielen werden. Denn Handelsverträge können doch nur so zu stande kommen, daß die unterbaudelnden Staaten sich gegenseitig etwas zu bieten haben. Deshalb sind die zollpolitiscb verwertbbaren Pofitionen so bemeffen, daß dem betreffenden Artikel ein erhöhter Zollscbuß gesichert bleibt, auch wenn im Vertragswege Zugeständnisse gewährt werden. Bei der Aufstellung dcs Tarifs ist sorgsam darauf geachtet worden, daß sokcbe Positionen für HandelsvertragSunterhandlungen einen hinreichenden Spielraum bieten. Obbei den von der KOMMisfiVU Vorgenommenen Veränderungen diesen Gefichfspunkten überall Rechnung getragen worden ist, erscheint den verbündeten Regierungen zweifelhaft.
Die einzige AuMabme in dem System des Ihnen vorgelegtkn Einbeiistarifs bilden die Zölle für die vier Hauptgefreidearten: Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Für diese find, einem dringenden Wunsche unserer Landwirlbschaft entspreébend, Maximal- und Minimal- zöUe eingescßt worden. Keine Position im ganzrn Tarif ist der Gegen- stand so lebhafter Angriffe gewesen wie diese, mit welchen dies hohe
Haus die zweite Lesung der Tarifvorlage zu beginnen soeben beschlossen '
hat. Die Einen behaupten, die Getreidezölie seien viel zu hoch ge- griffen, fie enthielten eine unerträgliche Belastung der nothwendigstcn Lebensmittel und bedeuteten durch die dadurch bewirkte Vertbeuerung der Arbeitslöbne eine schwere Schädigung fiir unsere Export- induslrie. Andere umgekehrt smd der Anficht, die Getreidezölle seien zu niedrig normiert; noch Andere erblicken in der Durchbrecbung des Systems des Einheitstarifs durcb Maximal- und Minimalzöüc für die Cerealien eine ungerechtfertigte Bevorzugung der Landwirtdschaft, welche dahin führen ',“müffe, das Zustandekommen von Handels- verträgen unmöglich zu machen. Die verbündeten Regierungen halten in ihrer großen Mehrheit diese Befürchtung nicht für begründet. Die verbündeten Regierungen glauben, daß die Höhe der Getreidezölle gerade richtig bemessen ist, um unsere Landwirtbscbaft in ihrer bisherigen Intenfität und ihrem bis- herigen Umfange zu erhalten und andererseits den Abschluß lang- fristiger Handelsverträge noch möglich erscheinen zu lassen. (Hört, hört! links,) Daß, meine Herren, die Landwirtbscbaft eine schwere Krisis durchgemacht hat und zum tbeil noch durcbmacbt, .das kann nicbt ernstlich bestritten werden. Es kann nicht bestritten werden, daß die Landwittbscbaft, welche eine gewaltige Produktion ist, die der industriellen Produktion mindestens gleichwertbig ist, daß diese ge-
"waltige Produktion stoß eines großm Aufwands an Produktionskraft,
an ehrlicher und fieißiger Arbeit mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Und aué das kann gerechter Weise nicht bestritten werden, daß es die Pfiitbt der verbündeten Regierungen wie dieses hoben Hauses ist, der Landwirtbsißaft u; reifen, soweit daß im Rahmen des Gesammtwobls möglich ist, d. 1). ohne unbillige Schädi- gung anderer Erwerbsstände und ohne den Abschluß langfristiger Hankelévcrträge unmöglich zu machen. In diesem Rahmen wollen die verkündeten Regierungen der Landwirtbschast helfen, nicht, wie bcbaurtct worden ist, nur wegen des Großgrunrbcfißcs, auch nicht allein n*c.*.cn reo mittlercn und kleinen Beiwerk, so sebr uns gerade kcffcn Schicksal am Herzen liegt, sondern im Hinblick auf das nationale Gcsammtintmffe. Dieses nationale (Hesatnmtintcrcsie macht es uns zur Pfii-bt, die Ernährung kes dcatiÉ-rn Volkes nacb Mégliäxieit rem Auslande unabhängig |nstc11en. Dad nationale Eeiammtintmffc gebietet uns, den so [ablteicben und sczialvclildch so wichtigen Theil ret Bevölkerung, welcher die' Scbclie bcbam, in icinct :'rtfiimgfsäkigkcit zn stätkcn, ibn lcdex-oéäiig und rrcknkiiv xn erkalten. Tak ist nur möglich kurcb eine re-siäUize Sekuyiclli'claik, und chbalb 1:5“! die verbündeten Regictuugcn Id::cn cin: („*.*-t- köbnna kct Gemimélle vetackeblagcn.
Me,“,cnükct ken An,".tisken, di! ,“,egm eine m:;xebxisb ];! nixkrégc Bemaßung ker Wettrikezölic gerichtet wcwc" ii:;k, mit ich xm'äcbit nut katau? l'iuchicp, raf: dc: Landwindießait durcb die Kcsticmmg cincr *.i'imreiigtmxe fü: rie vier Cvuptqencikcattcn ein Vctxuzoch ein;",ctänmt rechen ist, welches keinem anketcn rer kei txt Rchslc'n unkric: „',-“Kgc'kßsei'una betb-riliztcn Interestcnkn n: ":ck! anraten ist. JQ wirkte imm katzu' dii-wetikn. da"; rie Mmchäck kcs Entmnfo im Verzlcicb zu ken i'x'ittbenr-„n “Licrnazééäycn ick": tikel“- lkcb: u::d icbt wxientlicbc Gidédungen enlkzlikn. Gegen diesen Tuif- mtw;:t** mag mit mehr cker weniaet Dumb kiefer cke: jene: Vet- wmi (:bck'en nenden, Mangel an Webln'c-llcn für die Lantnmk- 145.111 kann ihm nicht rotsnrctkm mm:». (Sekt tibkig? links,) Scam kit Etködung kn «::-imba: ist insbesondere kcr limiiand ins TWK?" .;ékxkkl nmdm. kak karotcb kit kacuekaituna kn atbcitrrdn: Klasen unaek'üktiub mibkuctt werken ".',:xc, iclrbc Tic:- schiebungen im (**:-dk.!!! des Arbeitet! :näütm kann nrtkktuxn durcb einc Stekmuna :ct Ldbne ankamli-Öen werken. tut:!) 1-cir würden der Jnkvinie iktc Pternnionxkciten nbédt unk ik: 1er Mtbx-mb aui knn Weinmarkt erschwert. wenn nickt unmézi-eb akmaxbt neuen. Die verkündeten Rezimaaen, tenen dre ic:t'chni:--*e Hebung kn Ledenkdaituaa u-iem mieiimrm Klsiim tkkxie “cbt am Hmm liest wie die Ctkaituna kn Konkanmziädiak-"xt det Teutschm J-kuinéc, dali“- stan-é-kn ten voniknen rmx,“ kaamm Ctkékupam tet Getmméue kickt E'moöakt nicht für !!,:tünkxt. Tit Em- ?äknma ttt Geitmchlc im Jobst 11479 und iin “(“Time Ettdka-g kat seiner Zeit keine Steigerung der Pnise kü! Kern out Kosak ae- baU. Im Gtami'xil "anden ln Dani-Uank vrt tet Ciniüknma dn thRzéIe die Kennt“: Udet al] krönt, und K:“ fink im. den "ck anmüljchn Ctbébuq ke! MtriktPüe. uma auch mit «aiot- Sämnfunam. «'Nu- Dkan'nikt “ki,?" nich! unmittel- bat dea Qurikmtiiw. inden- !“ "th- iÖreaka. trie kit
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gelegt und erhöht worden sind. Deshalb glauben die verbündeten Regierungen, daß durch eine Erhöhung der Getreidezölle in den Grenzen des Eanrfs kein anderer Berufsstand geschädigt wird. Zu einer solchen Schädigung würden die verbündeten Regierungen auch nie ihre Hand bieten _können; denn die deutsche Wirthscbaftöpolitik hat mit den Intereffen unserer hochentwickelten und leistungsfähigen Industrie nicht minder zu rechnen wie mit denjenigen des landwirtbschaftlicben Berufsstandes. '
Für unsere Industrie kommt es bauplsäéhlicb darauf an, daß wir ihr einen gesicherten Assay ihrer Produkte nach dem Auskand erhalten durch angemessene Normierung und vor allen Dingen durch die Bin- dung der Eingangözölle derjenigen Länder, wohin unsere Ausfuhr gebt, daß wir ihr tbunlicbst neue Absatzgebiete erschließen, daß wir sie nach. Möglichkeit bewahren vor plößlicben Preisschwankungen, wie sie nicht durch die aligemeine Marktlage, sondern durch Veränderungen in der Zollgeseßgebung anderer Länder herbeigeführt werden können, "und- endlich und Vor allem, daß wir diesen für ihre gedeihlicbe Entwickelung nothwendigen Zustand für eine längere Zeitdauer festlegen. Eine solche für eine stetige und günstige Entwickelung Von Industrie und Handrl unerläßliche Vorbedingung können wir schaffen durch den Ab- schluß langfristiger Handelsverträge unter Bindung der Tarife.
Wenn hier und da behauptet wird, die Landwirthschaft habe an solchen langfristigen Handelsverträgen kein Interesse, so können die verbündeten Regierungen das nicht zugeben; denn eine blühende In- dustrie ist für die Landwirtbscbaft einer der besten Abnehmer, und auch die Landwirthscbaft hat ein Interesse daran, daß die Industrie fich enrwickelt und kaufkräftig bleibt. Wir bestreiten aber nicht, daß das Hauptinteresse der Landwirtbscbaft sich darauf konzentriert, für ihre Produkte gegenüber der Konkurrenz des Auslands einen erhöhten Zollschuß zu erlangen.
Hier, meine Herren, entsteht nun -der Konflikt zwischen diesen beiden Haupterwerngruppen, und damit erwächst für die verbündeten Regierungen die Pflicht, ausgleichend einzugreifen und zwischen diesen verschiedenen und an sich berechtigten Interessen die mittlere Linie zu finden. (Heiterkeit links.) Wenn, wie ich aus Ihrem Widerspruch entnehme, den verbündeten Regierungen noch immer ein VorWUrf daraus gemacht wird, daß sie diese mittlere Linie nicht verlassen wollen, so erwidere ich darauf, daß die verbündeten Regierungen fich durch keinerlei Angriffe, weder von links, noch von rechts, von der Linie abdrängen lassen werden, deren Einhaltung ihnen im Interesse des Staatöwobls geboten erscheint. Denn die Wahl dieser Linie be- rubt nicht auf Laune, beruht nicht auf doktrinärer Vorliebe für dieses oder jenes System der Handelspolitik, sondern beruht auf zwingenden Gründen der StaatSraison, auf der gebietetiscben Notb- wendigkeit, zwischen den vitalsten Interessen der verschiedenen Er- werbsstände im Deutschen Reich einen Außgleicb zu schaffen. Deutsch- land ist - man hat es schon oft auSgesprochcn, aber es kann nicht oft genug wiederholt werden -- weder ganz Agrar- noch ganz In- dustriestaat, sondern Deutschland ist Agrar- und Industriestaat. Beide Erwerbsstände und ebenso unser blühender überseeischer Handel verlangen bei der Neuregelung unserer Handelöbeziebungen zum Aus- land die größtmöglicbste Wahrung ihrer Interessen. Diese Wahrung findet für jede dieser Erwerbsgruppen ihre Schranken in der Rücksicht auf die beiden andern Erwerbézweige und auf die Allgemeinheit. Dieses Ziel kann nur dadurch erreicht werden, daß ein Außgleith dieser Intereffen auf einer mittleren Linie geschaffen wird. (Zwischen- rufe links.)
Diese Linie ist eben der Ihnen vorgelegte Zolltarif. Mit dicsem Zolltarif glauben die verbündeten Regierungen das Richtige getroffen und in gleichmäßiger und gerechter Weise die Interessen der Land- winkschafl wie diejenigen der Industrie und der in ihr beschäftigten Arbeiter wahrgenommen zu baden, die auch Ausdruck) auf staatiéwm Schuß und Fürsorge babkn. Für den Arbeiter steht in erster Reibe nicht das Intckrsse an billigem Brot, sondern die Hauptsachc für ika ist dab Vorkankensein einer sicheren und lodncnden Arbeitkgclegenkcit. (Schr tich1igk rechts.)
Ebenso wenig hat unsere Industrie Anivmcb karaui, mi! so billigen Arbeitklébnen zu arbeiten, daf; katüber die taz Vict- gctnike erzeugende Lankwirtdscbait zu Grunde geht. Hier muß ein Ausgleich geschaffen wcrden. Für unsere Industrie ist rie Hauptiacbe, kaß ii“! kin gcfiäettct Aksoy ihrer Produkte im In- vnd Ausland erkalten kicibt kureb cinen :naemeffenm SEIF- 3:11 und durch eine richtige Öankelkrol'rk. Tiefes Ziel in n- reichen, ist det Zweck ker Aktion kn reikünketm Regicwz'gW Ven einer Eibdbung ker AatatzéUe in km von ten mkkmtcm Rezicnmgen veracizblagcnen Gtcnzen steki t::(b der Ansicht ker rn- iünreim Regierungcn eine Benachtbeiliaung unsern Industrie ci“ gu cmaktcn. Wir haben in km Jahren 1387 kia 15".! einen Zea von 5 .“ aui Rozgtn und Weizen gebakt, ckne daß die Entfaltvq uns-m Industrie kakunb gebannt" wcrden näre. Wenn n'it oi! Weizen jest um 50 4 böhse, also kik 5.50 .“ sehen, so ist kom cine Sckäkigung ret Ltlwkkaituna unserer oticitcnkm Klaffer» kam zu Uictam, zumal Weizen nicbt kit Hanwk-totinubt ke] kevliöbc! Atbcikm ist.
In Frankreich et'i'tint iki! ktm !nkava kn neunziger Ick!!- mnn nb nicbt itte. sei! 1894. ein Wcinmcki ron 5,120 .“ (Zunxi bei km Sczialkmostatmk, und ich wüßte mird nicbt n- etir-netn. kaß Tk Minister. rie icht aukamicbncmk Minister. ric, ank ken Reiko Uk soxéalkmckmiskn Partei bnrmesaascn. wütend ret lessen M" in FtankttiÖ im "[mit gemini sind, die Beseitigung kickt. Weijl." ches runbxie't eker auch nur anaenat Umm (Lebe ßUkk teck") In Rajonk, knn größten Iukuütitl-mr kn Welt, hat o.:- k" L*ekenkm «mogen, zu einem Icli avi Weizen rtr Medi um'tQ-Um“ Tie Etiabnma das in Tentkéland tie in Frankreich QMM- :ck Zölle aui otetgctnire i- m Hébc ren 5 di! 5,50 ,- akt!" staatc W sink, kit Banana kn inläntiWkk W717“- urabkäaak n gestalten vo- ka MWg m MUMM“ Nut gau meinen nd ["Über-Stk! 1:01:11 |W" W „:s-„ua; 1- Ewßm nd Gaue- vot del titsn Rte m WR" „zu: m inländisät Omuram- mmm e-h-a-t-«t- ""'“ worin. die in MW [*träum*-bn dam.
uam Iak-ßtit um am bei kim sendu- déb- dn .cn-U“ „sac. smn vi- Vnsemna in jedem: ou Vtotztmat b Kn- !m-t, i- rein"“!- u-b :: denselben Verdener! UU" nie w 1-1m„mazma n- m onn- m Ze“ aufn!“ beladen !- Ktäaua Ücke- -vß Ie Udet ck! “' WWK kot"!- vitk. na so "ekt "Mk Ut MMM mn oo- oat-nv mébbalot- vmw- kt ""W"“
unerbalb des zoilgescbühten Inlands. Dadureh entsteht wieder die H, bk, daß der durch den Getreidezoll gesteigerte Getreidepreis in iderspruch tritt mit dem Emäbrungsintereffe der arbeitenden „., affe. Ein solcher Widerstreit muß nach der Ansicht der verbündeten «egierungen vermieden werden. Hier sieht die Nückfichr auf die Konsumenten und insbesondere auf die lobnarbeitende Bevölkerung eine unübersteigliche Schranke gegen eine zu hohe Bemessung der Getreidezölle.
Ebenso läßt sich ein hoher Getreidezou schwer aufrecht erhalten gegenüber einem infolge geringer Ernten in den Hauptproduktions- [ändern stark gesteigerten Weltmarktpreis, denn in diesem Fall steigert ein verhältnißmäßig hoher Schutzzoll zu sehr den Inlandspreis. Ich erinnere in dieser Beziehung nur an die Erfahrung des Jahres 1891. Das PreiSniVeau für Getreide war damals ein Hohes, infolge dessen entstand, wie wir uns aiTe erinnern, im ganzen Lande eine lebhafte Agitation zu Gunsten einer ,zeitweisen Aufhebung der Getreidezölle. Die verbündeten Regierungen haben“ damals diesem Drängen nicbt nachgegeben. Eine weitschauende Wirtbscbaftspolitik wird die Getreide- zökle aber nicht so hock) bemessen dürfen, daß mit der Möglichkeit einer zeitweisen SuSpendierung derselben im Fall eines plötzlichen Empor- schneüens der Getreidepreise gerechnet werden muß, denn derartige plöjzlicbe Eingriffe in die Zoügeseßgebung würden nicht nur in den Getreidebandel, sondern auch und vor aUem in die Staatsfinanzen ein bedenkliches Moment ,der Unsicherheit tragen. Die Erfahrungen des Jahres 1901 haben gezeigt, daß in dieser Richtung Zöüe in Höhe von 5 „zu bis 5,50 „M die äußerste Grenze bezeichnen, bis zu welcher mit einer Erhöhung der Zölle auf Brotgetreide gegangen werden kann. Und endlich, meine Herren, würde - ich sage das in Voller Kenntniß der Tragweite meiner Worte - eine Erhöhung oder Erweiterung der Mindestzölle das Zustandekommen von Handelswerträgen unmöglich machen (hört, hört! links) - unmöglich machen! Die verbündeten Regierungen sind in paucbo Mindestsätze bis zu der äußersten Grenze gegangen (hört, hört! links), wo das Zustandekommen von Handels- verträgen noch möglich erscheint.
Jeb wil], meine Herren, hier auf die viel erörterte, die viel um- strittene Frage nicht näher eingeben, ob Deutschland in absehbarer Zeit im stande sein wird, seinen Bedarf von einheimischem Getreide selbst zu erzeugen. Gegenwärtig haben wir für die Ernährung des deutschen Volkes jedenfalls noch eine Zufuhr von Nahrungsmitteln nothwendig, und wir werden derselben bei der stetigen 1mdraschenZu- nabme unserer Bevölkerung Voraussichtlich noch lange bedürfen. Des- halb haben auch diejenigen Staaten, die für ihren Ueberschuß an Ge- treide auf die Ausfuhr in unser Zollgebiet angewiesen sind, ein Inter- effe daran, für die Zulassungibrcs Getreidcs auf unserenMarkt nach den Säßcn unseres Minimaltarifs uns Zugeständnisse zu machen in ihrem Zolltarif für die Einfuhr unserer Industrieerzcugniffe in ihr Zollgebiet. Diejenigen Staaten, mit denen wir im Handelsvertrags- verhältnis; stehen, haben das gleiche Interesse an der Erhaltung des deutschen Marktes, dieses für ihre Ausfuhr an Getreide, für ihre Ausfuhr an allen sonstigen Rohstoffen so bochwichtigen Absatz- gebietes, das wir daran haben, uns unsere bisherigen Absayquellen für unsere Fabrikate auch ferner erschlossen zu sehen. Aber höher und weiter dürfen wir mit den Mindestsäven nicht geben. Dieser Tatifcntwurf, meine Herren, ist das Ergebniß eines Kompromisses, nach langen und mühevollen Bcratbungen unter den verbündeten Regierungen. Bei der Ausstellung des Tarifentwurfs ist von den ver- bündcten Regierungen als Hauptqcsicbtépunkt daran festgehalten worden, daß dieser Tarif ein Mittel, ein Instrument sein soll, um wiercr zu Handelsverttägen zu gelangen. Von diesem Gesichtspunkt aus war von mehr als einer Seite die Einfügung von Mindestsäßcn in den Tarifentwurf als ein erschwerendes Moment für Handels- venräac bezeichnet worden. (Hört, Hört! links.) Die verkündeten chicrnrgen smd ttcykcm in dieser Richtuna den von mir vertretenen und befürworteten Wünsckxcn dcr Landwiitbscbaft cntaegcngckommtn, cba mit dcm Vorbehalt, daß dadurch der Abschluß ron Handels- mnäacn nicbt vereitelt werdcn türke.
Co ist, meine Herren - kicsen Punkt mdchte ich noch in aller Künc iiteiien --, viclsacb gesagt worden, die Industticiölle res (int- mnt'o seien im Verhältnis; zu ren Amanöllm zu koch gegriffen. TurQ rie kakurch bewirkte Preissieiaemnz füt Viascbinen. Gerät“ und icnsiize Bckarsöattikel würden die Produkticnokoiten für die Lankwinbicbaft unretdältnißmäßig ndökt. und die Landwirtin c„inden in km xu niedriacn agrarischen Zöllen hierfür keinen genügenren Etiay. Meine Herren, ck ist ja richtig. daß die ;idüe cms einulne Jakuitticemnzniiie. in kenen'kiel Atkcit unk iniclge desicn ein icke! Wmv steckt, bedcuiend nkökt werden sind. 6! handelt siD ai?! koch da um Artikel. die kabct zum SchIken der betreffenden Inkxiikiuwcige xu mertm iatisiett maten. Im allgemeinen i'“: (s nicht dn chrk dickes Tatiienlwntis »- und kao ist ja ckck in ieirct Pcatük-kung aukdtücklicb bmnzeboken tronen -, kn I::uittic (“inen etbébttn Zcuiabuv zu gewähren. kn im Gegentkil km::akmése kn Landwinbiebait zu gute kommen soll. Die Libus- xék-e für Ur Industrie sollen nut dm Mtändmmarn augen?! werden. die *Ich «bund ra lessen Tomason! aui inkm'ttieüt- Gebiet voll- watn baden- Vve allem aber bildet ein strikt Tdeil ret Etbébimam k" Inknin'indllc cbm wd TatiionieUSa-, kit, wie ich icton vorhin ".??th 5.1“, bei den knöicdenkm WnuinernaU-Unmkand- [UW alk KommiatiQxdjckt zu dienen bestimmt sind. Ein klau“. kk-nüxtitÖu Bilk un die Hébe det Industrien?!“ läßt sub meine! “"Um! mt Zeit überhaupt mb nicht macht!. da!! aba die Industrie- »Pt n- ManU „- rm Uaunéüm rundweg su beck “th“"! Mtr. reichem dcn verbündeten Rtgimaaen niäi «124
Mä"? Hmm. rie mkürsketm Reaimnm sind überzeugt »- kawit Um 15 zurück um IuN-aazjru-tt ative: lufüdnvam _, kak! !*.-'t: Manon! i- mieauubm eiae tkbtiat Abock“; der WM- Kotbmmot- antun. rk unint mi Houtenmkmtist, Lukn-mbibau, Imma m Haut. an ck Zonwwu m oma» "m kk- KW Verhältnis?" und um Wiang “k" Wituiom gamen:- neve- !d-m. Tie mu-mm kaat- besen. m e- ni m Emmer kn v nei:- Tm“mcm"! mmm- Zams.- „etwa:- am. ck- um;... WMW m «u- mum m Mumme m m ""W- kdnn dic mumm nt ka m "1: ““Wer-mouuanm-«k-aevM-u-m-uum Wm-dnioms. ebnsm «- uf «Miniabo- ***-**"!on mum- au ni » ritt WMW („“"" kön" nau. Ventana mmi om m mündete- on. ""-"W WWUQMUWWWWWK
(hört! hört! links), hierauf von Freunden der Landwiribscbaft erwidert werden sollte: dann lieber den ganzen Zolltarif ablehnen. oder: dann lieber zurück zum reinen Freihandel, so ist das eine Argumentation, die nach der Ansuht der verbündeten Regierungen für jeden schwer verständlich sein muß, der sicb in den Wirren des Tages und in dem Hader der Parteien kaltes Blut und damit die Möglichkeit beroabrt bat, sachliche Fragen sachlich zu nehmen und ein einfaches Rechen- exempel anzustellen. Die Mindestaöüe des Entwurfs erhöhen den Zoll für die Tonne Weizen um 20 „ii, für die Tonne Roggen um 15 „M, für die Tonne Gerste um 10 „ji, für die Tonne Hafer um 22 „M Das sind dock) recht wesentliche, reibt erhebliche Erhöhungen. (Sehr wahr! links.)
Wenn der Tarifenkwurf abgelebnt würde, so bliebe den ver- bündeten Regicrungen nur übrig, entweder, wenn möglich, die bis- herigen Handelsverträge stillschweigend fortbesteben zu [affen oder auf Grund des alien Tarifs in HandelsvertragSunterbandkungen einzu- treten. (Sehr richtig! links.) Aua? im leßteren Falle würden die Verbündeter: Regierungen nach Kräften bemüht sein, die Interessen der Landwiribsöhaft wahrzunehmen. Daß ihnen das aber auch beim besten Wilisn lange 'nicht in dem Maße möglich sein würde wie auf der Basis des neuen Tarifs, das brauche ich Wohl nicht auszuführen.
Das find, wie mir scheint, doch sehr naheüegende und rccbt schwer- wiegende Erwägungen, und deshalb richte ich an diejenigen Parteien, denen der Schutz der Landwirtbscbaft besonders am Herzen liegt, im Namen der verbündeten Regierungen die Aufforderurrg, nicht zu Ver- eiteln, was die verbündeten Regierungen in mühsamer Arbeit für die Landwirtbschaft erstreben, die LandwirthsÖaft nicht um die Vor- tbeile zu bringen, welche die verbündeten Regierungen ihr zugedacht haben, fick) auf dem Boden der realen Thatsachen zu Halten. Und an die andere Seite dieses hoben Hauses möchte ich im Namen der verbündeten Re- gierungen die ebenso ehrlich gemeinte Aufforderung richten, den Gang unserer Verhandlungen nicht durch künstliche Mittel aufzuhalten oder in die Länge zu ziehen. (Lebhafte Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Meine .Herren, ich kenne in der parlamentarischen Geschichte kein einzigcs Beispiel, wo die Obstruktion, möge es fich nun um offene oder um versteckte Obstruktion handeln, nicbt schädigend auf das An- sehen, die Stellung, das Schwergeriäpt der Parlamente, auf die parla- mentariscben Institutionen eingewirkt hätte. (Sehr richtig! bei den Nationalliberalen. Große Unruhe und Zurufe links.) Es beißt- und ich werde später vielleicht auf diese meine Worte einmal Bezug nehmen _ es heißt die Axt an die Wurzel des ParlamentariSmus legen, wenn eine so wichtige Vorlage wie die Tarifvorlage nicht in rein fachlicher und ganz [ovaler Weise behandelt wird. (Zuruf links.) Für alle Theile aber ist es bobe Zeit, daß endlich Klarheit geschaffen wird über die künftigen Aussichten unserer Handelspolitik, damit unser Erwerbsleben weiß, woran es ist, und damit der Druck der Ungewiß- beit beseitigt wird, der auf Handel und Wandel lastet. Die ver- bündeten Regierungen hoffen, daß der Ihnen vorliegende Entwurf im wesentlichen in der von den verbündeten Regierungen ibm gegebenen Gestalt die Zustimmung dieses hoben Hauses finden wird. Die der- bündeten Regierungen glauben, daß das Zustankckcmmen des Tarifs für die innere und äußere Wohlfahrt des Reiches förderlich sein wird. Sie glauben, daß ein Nichtzustandekommen des Tarifs für alle Er- werbsstände und insbesondere für die Landwirtkscbaft wie für unsere Beziehungen zum Auklanke mannigfache Mißstände und Unzuträglicho keiten nach sich sieben wird. Die verbündeten Regierungen bcffen, daß sie nicht vergeblitb an die Einsicht, an die oft bewährte Einsicht und Vaterlandsliebe dieses bobm Hauses appellieren. Dann werden und können wir auch zu einer Verßändiguna kommen, wie sie dem
Gesammtintereffe des Landes emspticht. (Bravo! bei den National- liberalen.)
Berichterstatter Aka. Speck (Zentr., schwer Verständlich) be- schränkt sub auf eine kurkie Empfehlung der Ko_tn1ntsswnsbe'cbiüffe, nach denen die Mindestsze ür Roggen und Wmen gegen di? Vorlage von 5 und 5,50 .“ auf 5,50 und 6 .“ erhöht worden smd. Tie Zölle des autonomen Tarifs von 5 ck für Roaaen und Wciien smd in der Vorlaae aus 6 beur- 6.50 .“- erhöht. Die Kommission hat einc Etkébung auf 7 mw. 7,50.“ beschießen. Von den Abgz. Freiherr von Wangenberm-Pvriy, 1)r. Roesicke-Kaiscrolantetn und 11r.§9a bn liegt der A n trag vrt, auch die Mindestzdlie für Roggen und Weizen auf 7,50 .“ fciixuseßcn.
Abg. Graf von Schwerin-Lön'is (d. kcn'.) trieriett über die Mtbanklunxen und Besch1üffe rer qumission zu den Nummern 1 und 2 des arif!“ „Rvggcn' und „Wegen“. Aux!) dic Aukfükrunaen dicses chucks kommen im Zusammenhang aus der Zcutnalisten- trißüne mcbt vctjtändlicb zu Gebär-
Aii, Gotkein (st. Mm.): Ter Reickokamlcr bat die Notk- wcnria eit, ric "I:".kusctiei usgéne zu etbébcn, mit dem gitilbatti en Vorarbcn ker außetrcuts 11 Staaten Kotünkct. Zu meinem t- scaunm führte rk rie vcn Rußland etrcsene Maßnahme der Etkckuna ktt Zölle in Geld an. an; FUNK; nur nie! te knie Maßnahme lange rot rem Aki luß m kussii n **Unkcikl'cntaats. und rund „kiefer! wutren rie Zölle, rie iin Dcut'cbiankk Etniukt rcnraeaend in KtaLc kcmmen. kctab- geicvt Tie Sibiu!- kat ibico autonomen Tati sckson 1991 auf- citcm. Det säureixtiiebe Bundexytb begleitete damals inne Vet- a mit da Aukiübmoa, kak tze eäv-ci von Sä'ußscüiwaten um-
a an ibtem bilbcti en Toni nicbt 1 !balttn könne, senken: eine Revision eintreten [ en müßt. um für die neuen Vana,»-
mwnklunzm cin K:*umknicm“*UVPc u- bakm.
Der neueste 'Wuctiia'e Tarif ist "ck nicht _ „SL. jctmiaüj unterlimt kt acid ktm Reimnkum. In Tciikmicb at einc vcllitänxige 11m- atkcituna ke] kcttism neuen Tmimmum stattgefunkw, naehdem man ren dem neuen kevtécben_Tatiimtrei-1i Kenntnis; etianqt bam. Ta] nk “ck 'ne] Bamse dafür. daß Teotsebiand 1:11" nicht goa. un Gama daran iii, :m- die anderen Staaten mit einer Etbékup ibm Zblie vrt eben. Tn Hinweis aui Rumänien kat wobl n': ! allzuviel zu am mil ek km an einer eigent- lieben Janna: Uther no.» iebit. Ick beiünbte mit „em,- Kmsm m Waren ud dn IWMM, da mit kieitm chtnn ein Rüstx schaffen uiid so . :- da! Kämoica et- sä'n-nt. : öde ketEemirnéUe «UM asicbtdcké'ieiäxokanxlm m AUSl-s; m Honkclmmää- ona“ “ck "Mich "“Seit-m [aiim Nn sind aus MUMM? WAW"; eine senden:». die 5- ekim Male im deuiätn Zoom! nm. Die Kommis . ifi u- 1 täte- Mikkel ofen amis! und bat die via Minde" ape bmi“ an um nds :. kramt mb aami-di darauf „u:. für trie- vitl summa m:: e 1o-dn- n! :i- “"I-ra rn mom, ndnvmmb-ut mmmdakne de- nrsim- Mtinc- zu m Misim- de] Tarif- Üetba-rl otddtea. Uu su M- 131“). tn Wbt und 277“. ret at- suun- ux tätige- ka nt; ss: Mud keis! m 33111 nf 4-5"!- ket .es-mate- Ci-i-bt. bei MWM. Ut Mi- Ukt det Wino- MWM. Wk ni !! “7. "U! “ M interim" !e m sebr- qm mann- Mittle- 0" «111. Dann rockt 50'7. m Bernie nt; det km !*.-'N | enn U". in WU! m 3 z 27. m “mri! mi 5-38 “ II“,“. UVK! ; m W kad pu nnkila-tt
Zahlen..“ Der Reichskanzler mein der Roggenpreis habe sich nicht wesentltch_vnändert, als der_kmk- oll,bestand. Der damalige Reichs- katzzler Furst Bisinarck motivierte die Erhöhung des Roggenzolis aus- druckl_ich aucb dan_nt, daß man ein Kompensationsob'ekt für die Handels- vertrage babxn musse. Troßdem war Fürst BiSmar bereit, für künftige medclßtxcrtrage bis auf 1 „ii berabzugeben; das ist unwidersprochen mitgetheilt und von, zuverlässiger Seite bestätigt worden. Auf Bis- niarck'scbe iv'(1ndclsx,u)litik sollte man also nicbt zurückgreifen, ohne auch dieses Um lande? zu edenken, denn ibm haben doch Rwiß die Inter- eiZen der LaridwxrtbscZaft an] Hßrzen gelegen. Der eichskanzler hat a er weiterhin ielbst arif die E abrungen von 1891 hingewiesen und erklärt, d1e1er Saß sei der äu erste, der frei) noch mit der Volks- ernäbrung ysrtrage. Das Jahr 1891 war ein Notbftandsjahr, die Getreidepreise waren unerschwinglich. Einen nachhaltigen, dauernden Aufjcbrvung von Handel und Wandel Haben wir erst mrt und nach dem AbsckxluL der HandelSvrriräge eintreten sehen. In dem Moment, wo die Unfi erbeit über die kütgftige Gestaltuv der Handelswerträge begimzt, m_u die; Neigung zucke1chastlichen „Abs lüffen finken, das hat man xeßt 1c bst m hochschußzö nerischen Kreisen anerkannt. Es ist doch eme name Auffassung, anzunehmen, wenn wir ,die Exportartikel des Auslandes erhöhen, daß dann das Usland liebens- wurdi dies; Maßnahme mit einer Ermäßigung seiner Zölle für unsere Ausfu xartikel bcantworte_t. “Daß davxn, kewe Rede ist, hat Rußland 1a bcreiis mit aller Deutlichkeit erklärt. Man wii! die KomPHniationrn erlan en durcb Ermäßigung unserer Jndustriezöiie, die man dordrr schne _ erst nor!) kürzstlicb erhöht. Wenn wir keine oder sckylrchtere Vertrage als die jeßigen bekommen, so leidet die Industrie natürlich schw“, demi fie leidet. ja sch0n unter der jetzigen Unficherbeit; aber bis zu eintxm gcw1ffen Grade Har fie das auch Verdient du_rch das Erngcben auf die durch nichts berechtigten Sonder- wiinscke der Agraricr. Der Reichskanzler meint, die Er- säYwerung'der Prodaktionsbedingungen durcb Steigerung der Lökne Wurde: mr_bt eintreten“ aber die Erfahrungen von 1887-92 Prechew nicht dafür. Die Erhöhung der Getreidezölle erhöht die 'roduktwnskoisien für die Industrie. Diese Erhöhung der Produk- ttonOkosten be 1th schon FFT und wird nicht erst eintreten, wenn man de_n ZOU etwa von 5 au. ,50 „ck erhöht. Erfreulich ist ja die Er- klarung, daßVbeim Scheitern des Tarifs entweder Versucht wird, die bcstebénden crträge zu Verlängern, oder daß auf Grund des alten au'to'nomcn Tarifs neue Vcrbandegen an ebabnt würden. Die lang- fristige Verlxin erung der bestehenden erträge ist demnach vicl leichter als die ercinbaruna neuer; Rußland wird keine Schwierig- keiten machen, und auch in Oesterreich, Italien, und der Schweiz wird man damit zufrieden sein_. Es wird so dargestellt, als sei der Zoll- schtß absolut notbwrndrg; die Not!) dcr Landwirtbscbaft gilt als YXZNU- von ihr wird immer gesprochen, wenn man diejfchwicrige Lage einiger Gxoßgrundbefiyer meint. JedenfaUs aber ist die Behauptung, der intenmde landwirtbsckdaßlicbe Betrieb st"! zurückgegangen, ganz unbalthar und das Gegenrbeil richtig. Der beste Beweis dafür ist do_ch die Erhöhung drs Vtebbestandes. Ebenso steht es mit dem étnwcrs auf die Rückgänge. der Domänenpachterträge. Es m_nmt doch dabei se r viel auf die Periönlicbkeit dcs 1ach1ers an. Di: li eralcn Landwirtbe Pommerns bakcn durchweg erklärt, fie brauchen bdberc Zölle nicht. Wie kommt das “? Smd fie alle wittbschaftlich so viel bcffer veranlagt als ihre konser- vativen Erwerngmoffcn, oder Welche Gründe hat es sonst? Die Landwirtizschaft blüht lbatsäcblicb m den Landern obne Schuß am mciitcn, so in € Erne Enquöte über die
ollsäße für die
Rolland und Dänemark. La e des ledeefißOÖ hat man ja nicbt beliebt; dcr Wirtbicbait- [1 e Ausschuß war einseitig zusammengesetzt. Erfreulicberwcife scheint man jetzt bei solchen Erbkbungcn etwas wcniier engbch-„ig zu _Werkc zu geben, denn über die Frage der artclle und Timts sollen ja auch Sozialdenwkraten gehört werden. Man müßte doch klar sehen, in wxichrn Betrieben und _in wclchcn ProduktiouUweigen der Landwirtbichaft wirklich ein Noibitand besteht. Redner cht sodann auf die Methode der „rationellen Bewirtbicbaftuxig des Land iiyes unter Anfübrung von Beispielen Lo ausführlich cin, das; er Von dem Prä identen Graien von Balle lrem ersucht wird, beim Getreidezoll zu leihen; zum Thema zurückkehrenYFäbrt er kann fort: Wirdürfen nnscre Volkswirtbichaft nicht dadurch stören, daf; wir die Ernährung unseres Volkes eervcren. Der Vrcwreiv Lebt allerdings nicht immer parallel mit den ctkeidcpteinn, kenn_ ei der Preis- bildun spielen auch noch andere Faktoren mit. aber tic mustcrgülti ,c Stati tik in den Städten Y_etlin und Vreklau bat mmiderlc'licb n.“. - cwiesen, das; die Brotvreue fich doch nach denGmeidevkei cn richten. Fürst Biomarck hat auch mit dem.?lrgument cxxeticrt, daß die Bäcker den Vcrtkeil rc: Prciéerböbung hatten, aber imd kenn die Vääcr aUe reich geworden“.- Mit svlwen Dingen kommt man immer 1116111", obwohl sie dutch die WiffensÖast langst wiretlcm sind. Die T:!- bcrkulosc ist unsere Nationaikrankdcit: weber kommt co, das: man in England diese Krankheit nicht kennt? Das liegt an m_ bcsicrcn Gr- näbrung. Ick) wünsche nicht, das; dicke Verla : [u !tanrc kommt. Wenn eine icleke wichtige eseßgcderticbc Maßnaßmc gctrckcn wcrrcn icll, hat das Volk ein Re 1, mit ;u enticbnren. 2116 dicker ReiÉ-I- jaa gewählt wurde, hat niemand eine Aknung „*,-1311, kai: tm 'clckct Mattmal- unk MinimaiUtii rctgclegt weiten würde Im Interesse eines gesunden Parlamentarikmud lic.“.t tv, w'; “4:11“: r*.xsc Vctlaxe nicbt riese! Reichstag. sondern ein anderer enticbcirct. A .vcn Katdctff (Ry, : Ter Abg. (Jctbcin kat cm w::nrct- bare! Konglomerat volkéwirtb! itlicbct A-mcbten rot,“,enaqcn. (Fo ist längst nachgewiesen". skei ende Preise 'in Grund uur Vckcn und steigende Löhne smd Zeichen der _Ptrkxtkiiät kes Laurxo, Yen S*ctkein sud! die ganze Iyruitm viel zu icbt :*cm Sl.:nkdunft der reinen EkrOttinkuum aus an. Wit mcircn, kund ein solches Zcuivstcm wic kao vorliegende wirr ki“ Inkuimc, was sie an Ausfuhr verlieren mäinc, tcteblnb unt“ ]cbn'acv :m I::- 1anre merkt iminnen. Das sind ric Sts.:kmngcn. m;:bc rie icbuvséllnen'iÖm Siaaten gemaQt Kk". ck_et km an Sex !imkc-x etwa die Franzosen für so 1151141 . . . (Mx: **ottcin: Jt::-krc;„l* iir ruiniert?) . . . eine Naticn. rie in den [(West Z.:kthkr'tm .*.n Rußland 7 Ministre" komen konnte ohne“ (ck mk! yu mnkcn .:.-';! tab niiht wntbicbzitliÖ unk finarsitll zurück Zi! tmn ?:me mitte! Ttlicb uad sin.“.nziell zurücksczanam - Dn' Imewk;-*ct bebcni ;! wt kit Welk mit tbtkn Fabrikneu. (Nuit links: ;":11:,:c Lebensmut !) Eo kommt doch kataui an, kak jcman: ic 72-1 ret- kient, kak; kt 114 ric Lebensmittel kaufen kann. nicht satzui kai; “"it akiclui katt; smt. aber man u'iu. das: kit Lanrmttk'ä'a“: “11711: [kik-t. damit die itärtlicbm Arbeitet weirnéntn kérmen. 'erxc Fami n::r aui ren Kemmiiswnkrot'Rä cn ittbcn kleid"! Au“ t“? mit, kit ret “.“an in al? Mamma ! & k1. lugt :Ucrkmzk 1chcn einc bckcutmke Et öduna, aka man mah .: :" Kmmiiyicn Zu- gcch. 151; !“it s ebtniam aus einer mittlmn Linie “n'est, I:: r*: Bikmarck" etiam- ren M7 waren 6 .“ rotgcicblzrm. 8721“ :ck: A1 Werbein “"von-1,515 Jütü osama"! »,:- wß-q 'til m er ßi- aui 1 .“ hmmm seko Fürst Bikmatéi bat ricimkt „,-„,. n irrlle um 1 .“ dentaler sede», rn l'iciÖk'In-Üet mcwt. m kwiat Vcticbiag kek Manon! smst 'Se- et-v] ud : kak dms.» n'a! ret dtn Cartiri'i'x- Hankeitoctttäam dcétsnd Nut 'Öcxnkat. in kn TO:! ist dak ! rm- ric übrf'eciiéxca Jth-n sink ici: kf! Zeit ' tba mbc m, tak no 'n'-"11mm nnr oo anrntn Linken bktfcmm. alk wat. it km U:)!" da“!!!" so ;kcßn Sa'ißm kam! man kiel uam; ia al! 'n'-bn. , 1“: 11:31! kik. ia Jetta!» io MB mit kn- Km-i'Üe-ßcthbl “(n für Namn nk De! 13-- emiät. ku tit was!! dann. ();-e Emiatna nam de- ma- 111 1- kik dest aid! mit!! Tnaqmnizb-n Jatmffnrtn "'i-ichn, das die anc ni Rem uk Wem- US mm! kék-t m i- m Vertaa- nmaim imm; tek: m“!“- “ no 1 auf Janso- “nike". ra kit eint Uck- Demonstratio- n-clim. Lüneb- km ov ck kw ka-imelm "41 m- dmkm. dak Ut CW'i-bm Wann «Wim kala. rde ekt- :* ua,; bei kit Laakn-mkibofl su zm M nn sit aizbt :- __ aiim :" Ka::ütlckck.snm-knknktit:d' ., Mén- n-Em. kin“: L*ikwnr, da? im 'VW 1411 .it K&L, ;" «M' „. “ck „ ktdwm. ro m raten!" Z:.«t mi kuwbtvzo'r m