1848 / 224 p. 4 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

“' “comes nech vnßatéeé, unserem Wunsche Worte zu MZA“??? dsß-MM-*dÜ-U Fmßütterljcher Muth Preußen vom Untergange gerettet hat, noch recht lange tm Rath: der Krone

leibnmö n. -- -- - Mb Hsxschberßk am 7. szember 1,848. . Die zu einem landschaftltchen Kretstage versammelten Gutsbeßper,

Hohes Staats-Ministeriym! . ,

Das Vertrauen, welchxs w1r mtt vtelen txeugesinnten Staats- bürger" dem hohen Ministenum, ehrsurchtSvoll thdmeten, xvurde auf eine glänzende Weise gerechtferttgt. Unsere Wunschx und Hoffpungen sind eksüUk- Die National-Versamnzlung, deren größerer Tbe1l seine änzljche Unfähigkeit zu parlameptanschrn Verhandlungen und zu der rfüllung skines wichtigen Berufes m beklagenswerther Art zu erkennen gab,

sogar verbrecherischer Handlungey sich schuldig machte und das Va- terland 111 die höchsic foahr sturzte, 1s1 ausgelöst, dem anarchischen Treiben ist entgxgengewtrkt 111111) die Verkündung der von Sr. Ma- jestät dcm Kö,mge Allergngdigsi gegebenen Verfassung, welche den früheren Verhe-ßungen gemäß, auf die freisinuigstcn Grundsäße ge- stüßt ist und des Volkes künftige Wohlfahrt verbürgt.

Wir fühlen 11116 verpflichtet, dem hohen Ministerium für dcffcn kräftiges und segenxreiches Wirken den innigsten Dank zu sagen und dic Versichetung der größten Hochachtung und Ehrfurcht beiznsügcn, mit welchcr wir verhancn

des hohen Staato-Minisieriutns gehorsamster constitutioneller Verein.

Gvrkau bet" Zobtcn, den 7. Trzember “[MS.

(Fortscyung folgt.)

Dic Wiener 391111 ng bringt in der Beilage zu ihrem Abend- blatt vom 30. November einen Artikel über die SteUung Oesterreichs zu “Deutschland, welchen der Inhalt einer Broschüre des österreichi- schkn Abgeordneten von Czörnig wiedergicbt. Bei dem großen In- teresse, welches diesc Frage in ganz Deutschland erwecken muß, glau- ben wir unseren Lescrn 1111211 Dienst zu erweisen, wenn wir diesen Artikel abdrucken, der 111 bcsonnener und eingehender Weise die deut- schen eben sowohl als dir österreichischen Interessen zur Basis nimmt.

Zur Orientirung in der (deutsch-) österreichischen Frage.

Als die §§. :? und 3 des Entwurfes des Reichsgrundgeseves am 191en v. M. in der National-Versammlung zu Frankfurt 3111 Ver- handlung gelangten, wurde die unter obigem Titel von einem öfter- 1eichischl11 Abgeordneten (dem vom sricdländer Wahlbezirke 1'11 Böb- men gewähltrn Kaiskrlichen Hofrathe Cz'o'rnig) Verfaßte Flugschrift unter die Abgeordneten vertheilt. Diese Flugschrift weist auf das bündigste die in der Debatte selbst von dem Abgeordneten von Mühl- feld und Anderen hervorgehobenen Nachtheile, ja die Unmöglichkeit der mit den erwähnten Paragraphen beantragten Zerreißung der österreichischen Monarchie nach, Bekanntlich wurden diese Bestim- mungen bei der ersten Berathung derselben angenommen, obgleich sich der Präsident der deutschen National-Versammlung, dcr edle Hein- rich von Gagcrn, in einem ähnlichen, von den genannten österreichi- schen Abgeordneten durch Schrift und Reds" vertheidigten Sinne aus- gesprochen hatte. Die bedeutendsten französischen Journale beschäf- tigten sich mehrfach mit jener Flugschrift, aus welcher sie die bezeich- nenden SteUen überseßten. Es dürfte daher auch unseren Lesern, denen der Gegenstand der Frage um so viel näher lie 1, und deren heiligste Jntcreffen cr berührt, 1vi[lkomme11 sein, dkn decngang der erwähnten, Wenige Seiten Umfassenden, aber énhaltschweren Flugschxift zu verfolgen, wrshalb wir sie hfcr ihrem ganzen Inhalte nach w-e-

1“ ebcn. dk g ()x, Die Ausführung der §§. “.' und 3 dcs „Reéchsg1undgesrtzks, nach 1vclchcn irgend ein Thcil dcß deutschey Retches mtt mchtyrut- schen Ländern zu einem Staate 111cht ve-mmgt, sondern ,blosxm1ttelst Personal-Union ve1bundc11 se1'11 darf, winde aufOesterretch kme we: sentlich verschiedene WirkungÉußern, als auf dte anderZ11 deutschen, in ähnlichen Verhältnkffen befindlichen Stqaten. Es Wurde dadurch cin ansehnlichcs Ländergcbiet von dezn mchtykutschlen, nach Umfang und Bevölkerung überwiegenden Anthctle der 'osterretchtschen (Pesatnmt- Monarchie staatlich getrennt und zu einem abgesonderten Staate cr- hoben werden. Diese Trennung würde aber nicht blos die Sonde- rung der Monarchie in zwei große Tbejle nach-fich ziehen, sondern die Auflösung kerselben in mehrere Geb1ete, ,d. :. ihrcn 311er0, nach sich ziehen, da die großen Länderkomplexx, wre Ungarn, Galtz1e111md Lombardei-Venedig, zunächst nur d11rch dae Venmttelung d11dcu1sch«*11 Provinzen und der dort befindlichen Centralleitung m1t emandcr in Verbindung stehen, nach dem Wegfallen dcsselbep jedoch des Bqndcs gegenseitiger Einigung verlustig und zur selbstständigen Ko11s111u1ru11g hingedrängt würden. Nebstbrt würden andere klxmere Tbe11c des Staatsgebietes bestimmungslos zwtschen diesen Etnzelstaatcn_1n der Schwebe gehalten, bis sie einen ihren Interessen vielleicht 1111111 zu- sagenden Schwerpunkt der Bewegung gefundey hätten. .

Vergegenwärtigen w:“r uns d1e Folgen d1eser _Trer1111111g, so w1e der dadurch weiter bedingten LoSreißungen, u11d wtr m11ffen zugeste- hen, daß hierdurch die Rechte, die Gewohnhettcn und M anmeffxn der Bewohner der deutschen Provtyzen sowohl, 1119 der Volker 111 dem übrigcn Staatsgebiete Oesterretchs, auf ,das fühlbatstc ve1*lxyt werden, während andererseits Deutschland hterdurch nicht 11111“ 111ckt gekräftigt, sondern in seiner Macht und Stärke, daher 111101 in se-i-ner politischen Geltung als neu ersiehende Großmacht, den 1'1b11gen Mach-

ten Europa's gegeniiber entschieden geschwäckt und in fernen wesentli- chen Iniereffen benachtheiligt wird.

Der Umsiand, daß die deutschen Provinzen ein unbestreitbarls Rkchk „an die Erhaltung der untrennbarcn Verbindung mit den iibri- gen andern der Gesammt-Monarcdie besiyen, und zwar in Folge der VereimgunJS-Verttäge, durch welche diese Provinzen und jene Län- der in den Gesßmmk-Verband aufgenommen wurden, so wie durch d1'e mit den Landßgnden _de veWsehiedencn Gebietstheile vereinbarte prag- u1akischkS""„Ct*o"- wnd, als zur reihtshistorischen Begründung gehö- rig, in vorlaegenpen, v-c_111 dem Sxandpunkte der Gegenwart ausge- benden Zeilen kemerj- 11aheren Crortcrung unterzogen. Diese recht- liche und vecxragsmaßtge Verbindung 1111111: dem losen Zusammen- hange der Glteder des axten deutschen NtlcheS, Zo wieder Eintichtung des deutschen Bundes, n1cht entgegen und mu hej m neuen Ge“- staltung Deutschlands ebe," so gemixt“ und anfrecht erhalten werden, wie die untrennbare Verbmdung zw1schen Schlesw'zg und Hol ein, für ßeren Behauptung Deutschland das Schwetz gezuckt hat. ie bun- dertjähn'ge Dauer des Beisammenlebxns, dte m Folge dessen eng in einander verWachsenen Interessen, d,1e schwexen Opfer an (Hut und Blut, welche die Völker Oesterretchß dafur gebracht, d1e zahl- losen Schlachten, in denen [ie mtt angestammter Treue und todeaverachtendem Mathe fiir dte, Aufrech1baltung des Thrones „und der Monarchie gekämpft, haben dtese Vexbmdung noch „fesier g_ek111xt und zu einem unauflöslichen Bande ge'knupst, Aber Zucht allem.!"- in voller Gültigkeit beßehendenBert-xäge, n1cht blos,b1e;gesckéchtltche Erinnerung an die Vergangenhett, wahrend welcher dae" Volker Oeßer-

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: ' fest bei einander angebaut, Leid und Freuden mit einandxr Mit [[ab-n, auch die neue Geßalnmg der Gegenwart fordert d1e unögeschmälerte Erhaltun dieses Verbandes für die Zukunft. D1e V ]ker Lesern:“, “Zde- ße das Joch des Absoluttsmus abge- worfen, haben, im vollen Besse ihrer Freiheit, durch ihre Abgeordne- ten den konßituirenden Reichstag gebildet, welcher aus qleichberechtig- ter Grundlage, wie die deutsche verfassunggebende National-Ver- sammlung„auf der freien Volkswahl beruht und den au6gesprochenen Willen der darin repräsmirten Völker zur fortdauernden untrennba- ren Vereinigung beurkundet. Der gleiche Wille der Ausrechterbaltung der Gesammt-Monarchie wird auch außerhalb jenes Ländergebietcs bei den Südslavw, den Wallachen und den siebenbürger Deutschen laut, während sele die Magyaren mitten in den beklagenswcrtbcn Wirrniffen zur Festhaltung an der pragmatischen Sanction, der Grundquelle jener unlöslichen Vereinigung, sich gedrungen süblrn.

Wie tief bis in das innersic Familienleben die Interessen der Bewohner der deutschen Provinzen durch die staatliche Trcnnung von den anderen Gebietstheilen der Monarchie verlcyt wiirden, liegt am Tage. Man wende nicht ein, daß ja durch die Person drs Regen- ten immerhin die Verbindung erhaltcn werde, und daß durch Ver- träge fiir die Wahrung der materiellen Interessen gesorgt werdxn könne. Die neuerlich versuchte faktische Lostrennung von Ungarn ze1gt uns, Wie lUse und unwirksam die Bande einer Personal-Union fiir die von einander staatlüb getrennten Theile der Gesammtmonarchie sein wiirden. Mit der Auflösung des staatlichen Verbandes fällt der Schwerpunkt der Centrallcitung weg, nach welehem alle emzelnen Thrile des Staates hin gravitiren', es bilden sich in den getrennten Landedtheilen neue Mittelpunkte, die sich bald von einander abstoßen; die Stammeöunterschiede treten schärfer hervor, Sondcrintereffen, aller Verminluug ledig, stellen sich in fcindlicben Gegensay, und es gc"- staltet sich, wo nicht offener Kampf, doch ein innerer nicht wenig?!" verderblichcr Verwaltungßk-ieg, 111“ mit dem Verderben 1111d dcm staat- 11chen wie dem vvlköwirthschastlichcn Ruin aller einzelnen abgetrenn- ten Landestheile endigt. Dcr eben in Wien versammelte konstitui- rendc Reichötag, von welchem die Provinzen auf der Grundlage der gewährleisteten Freiheit die Wahrung und engste Verschmelzung ihrer gegenseitigen Interessen erwarten, müßte in seinem Verfassungsw-“cke gestört und aufgelöst werdcn, wobri die Frage entsteht, wrr ihn auf- zulösen befugt ist?

Nirgends verkörpert sich die Idee dcr Untrcnnbarkcit der Ländcr Oesterreichs anschaulicher, als in seiner mpfcren Armee, wclche Oester- reich schon so oft vom Untergange, der ihm von Außen drohte, ge"- rettet hat. Als zu den Zeiten der Völkerkriege diese Armee, dercn gelichtete Reihen strts wieder du1ch dic unverwüstliche Volkskraft lk- gänzt wurden, auf den Schlachtfeldern 1in die Ehre", die Unabhängig- keit und Freiheit Deutschlands blutete, da wmdc nicht unterschieden zwischen Deutschen und Slavcn, zwischen Ungarn und Wallache"; und als noch Vor wenigen Wochen dieselbe Armee aus den Gefilden Jta- liens für die Integrität der MNmrchic, so wie für die Interessen Deutschlands, kämpfte, da errang die traue Vcrbriidcrung aller in dem Heere vertretenen Nationalitäten dcn schwcr bestrittenen Sieg, wäh- rend daheim die Hyder der aufgeregtcn Zwictracht ihr drohend Haupt erhob. Zcrrcißet diesen beschworenen Bund, und ihr vernichtet die organische Gliederung einer mächtigen Wehkkraft, das Bollwerk dqs europäischen Friedens, ihr löset sie auf in einzelne Streithaufcn, d1c in dem neugeschaffcncn Gegensay ihrer Jntereffen sich feindlich gegen- überstehen und das wehrlose Land zur Beute des Feindes werden la en.

ff Die erschöpfendcn Anstrengungen während der Völkerkriegc und die daraus hervorgegangenr finanzielle Zerrüttung likßen cine bkttächt- liche Staatsschuld zuriick, dckc'n drückendes Gewicht nur dann von den Ländern Oeßerreéchs ZU ertragrn ist, wenn alle Theile seines Gebietko gleichmäßigen Antheil daran nehmen. Bei einer Lostrcw nung der deutschen Provinzen würde der übermäßige Theil der Staats- schuld auf denselben lasten bleiben _ Ungarn nahm Anstand, auch nur cinen verhältnißmäßig billigcn Theil davon zu übernehmen _ und entweder dicse Provinzen ihrem gänzlichen finanzicllcn Ruine zu- führen oder bei drm Mangel eines schwerlich 311 e11va11c11rcn Vcr- gleichcs zwischen den vcrpslichtetcn Provinzen die Rkchtk dcr österrei- chischen StaathMubiger auf das höthstc gefährden, den Kredit des Staates srlbst ve1'111'1hte11.

Die materiellen Jnterrssen erschcinen in unserem Zeitalter als die Vo1waltknd111; sie sind es auch, welche, nebst der Anhänglichke-“t 1111 die Dynastie, die einzelnen Länder Oesterreicho in fester Verbin- dung erhielten, als äußere Unfälle und innere Zerrüttung dcm Stßatc mit dcr Auflösung drobtcn. “Die deutschen Provinzen T(sterrc1chs, insbesondere Böhmen, Mähren und Nieder-Oesterreick), “111111919111, alls die gewerbthätigsten der Monarchie, alle übrigen GkbtkksthUl-c 11111 ihren anustrie-Erzeugnissen und findcn ihrkn größten Ybsay 111 den a11ßerdeutsche11Ländern; von diesen staatlich getrennt, w111dc11 ficbald die wichtigfte Quelle ihres Verkehrs verstopft, ihre A1bc1ter dcs E1- wcrbes beraubt, zum Hunger vermtheilt sehen. Und Leradc jest fordern sie nach einer anhaltendenHandelskrise, nach den Stockungen, Welche die große Bcwegung Europa's im Verkehr zurückgelassen, gerade cht erwarten sie, dir Segnungen dcr «*11'1111ge11en_ Jrctbeit 311

enicßen, melche die Aufhebung ker fcukalen Bodenlanen und die Znifesselung des Grundbesiyes in ihrer Rückwirkung auf die erhöhte Gewerbthätigkeit verheißt. Es ist bekannt, daß die deutschen B-exznkc Böhmens neuerlich dic administrative Sonderung von den czechqchen und die unmittelbare Unterordnung unter das wiener Mmistkrium 11achgcsucht haben. Der Grund dieses Vlrlangens beruht nicht so- wvhl in dem Streben nach nationaler Treunung, als vielmehr darin, daß jene Bezirke, der Sky dcs riihrigsten Gcwerbfleißes, bei mehr hervortretender Antoyomie der Provinzen besorgten, in ihren rugge- kniipften Handelövmbindungen mit Wien und durch Wien mit-den außer- deutschen Ländern der Monarchie gehemmtzu werden. Als unm1ttclbar11ack der glorreichen März-Revolution 111 Wien die italienischen P1ovi„nzcn abfielkn, als die Erschütterungen durch jene Ercigniffe die_öffe111l1ch'e11 Hiilquucllcn Versiegen machten, da waren eS_ abrrnmlöxte d111ck 1e- 11e11 Abfall tief vxrleßten Interessen dcr deutjchen Provmzen, welchc dureh die S1in1111e drr bffentlicheu Meinung die Regierung ermntdig- ten und ihr die Mickel zur Fortsetzung, des Kampfxs_ve1'schafften, dessen siegreiche Beendigung de1 Tapferkett deß österrx1ch1schqn Heerxs zu danken ist. Dieselben Interessen unterstühten d1e Regrernng m der Behauptung des mit so großen Opfern, mit dem Blute der treuen Söhne des Vaterlandes errungenen Besiyes. - Der Schwy- pnnkt des gesammten österreichischen Handels be111ht in den Ku'da- Anstalten dcr Residenzstadt, nameutkich 111 per Natwnalbankz !*11'. Un- terstüßung, welche diese dem Verkehr darbtetet, ist aber bedingt dag!) die Ausvehnung ihrer Wirksamkeit übxr alle Länder der Monarchte. Diese Wirksamkeit müßte im Falle- emer staatlichen Trennung der deutschen Provinzen bedeutend beschränkt, das Privilegium dex Bank nach den übrigen ?)wvinzen bin gebrock-jex werden, wodurch nacht nur die gesammte vol switthschaftliche Thättgkeit im Handel m_1d m der Industrie der deutschen Provinzen, sondern auch die finanzxelle Lage des mit dem Bestande der Bank eng verknüpften Staatshaush'akteß, dem unaufhaltsamen Verderben entge engeführt wiirden. Endltch tst ""ck des von Trjeß aus betriebenen eehandels zu erwähnen, welchcr then sv- wie der Hafen von Triest selbst, seinem Verfalle zueilen und für Deutschland verloren gehen würde, wcnn jener Punkt an der

abriatischen See isoljrt für sich besänbe und nicht mehr mit den Küsten an beißen _Se1ten des Meeres zu einem Staate vercinigt wäre,

Fqssen wu dtese Umstände, vieler anderer, wie der eincr even- tuell höheren Besteuerung, nicht zu gedenken, zusammen, so müffen wir geßehen, daß die Folgen einer geWaltsamen Trennung der deut- schen Provinzen von dem übrigen Länder-Vcrbandc der ößerrkiCbischrn Monarchie, vorauögeseßt, daß dieselbe durchgefiihrt wrrdcn könnte, die wesentlichsten Interessen ihrer Vcwohnrr gefährdcn, eine hohe Gefahr für die Ruhe und den Wohlstand drrselbe'n herbeiführen wür- den. Fern sei die Behauptung, daß deshalb die gcdachtkn Provin- zen ihre biohtn'gen Beziehungen, ihre rechtliche Stellung zu dem deutschen Vatcrlande aufzugeben hättrn. Es soll im Grgkntheile durch die ncue Verfassung einc Engere, alle VerhäTtniffc mkhs durch: dringende Verbindung, als bisher stattgefunden, 1111911 wctdrn, 11111“ soll dafür eine andcrc Form, als jene', Welche dic staatlichc Ylbsondc- rung der deutschen Provinzen von der Gesammtmonarchic bedingt, gefunden Ferdén, !

Ick erü rc nur 1113 dir aus der br 1111 1211611 T1“ , “js 1'c a11ße1d1utschen Länder Ocsterreichs hervorßcthc-n chcllxtlkylxinfx 11,le auch diese von der Gesammtmonarchfc den Schuh gcgen a1161vä1111;„-„ Angriff, die Wahrung ihrer volkowirthschaftlichen 311111111911, 11,111", gehinderteu Absam ihrer Rohstoffe und i11d11s111'1'llc11 Erzeugnisse, die Vortheile des Handels mit cinem große'n Staatszgsbértc, dic Bcnußung der dafür bestehmden Kredits- und anderen Hiilfs : Institute, kur; sämmtliche Vortheile des Verbandes 311 kincm 1110ße11S13atok-31per in Anspruch nehmen, und Mil sic denVcklust dicser Vo1the1lesch111krz- lich empfinden würden, 'Die Ernsteste C11väg111rg Verdirnt abkr der Bestand und die Aufrechthalmng dcr österreiä11'sch1'11 Gc'sammtmonakchie, Welche mit der Thrilnng dcrsclbm in zwei odcr 1111171111, wenngleich lurch Personal-Union verbundene Smack" 311 bcste'ben aufgehört hätte. Es ist oft behauptet worden, wenn sich disst ?))?11111'11111111 im gcschichtlichen Laufe der Zcxt nicht von selbst gcbéldct hätte, so l)ä!_1e man sie im Jntcrkssc ch europäischen Gleichgewichts, im Zntrresc der fried1iche11 Entwickelung der Gcschiäe und, ich füge hinzu, 1111 Intereffe dcr Freiheit unserks Welttycich, sthaffry 1111111111? Langs genug hat es gewähkt, che dic Morgcnröthc der 1311111111 111 Olsmz reichs (Hauen angebroäzen; 16 steht abkr lbcn dcöhalb 111 b111fe11, 13111; die Erschütterungen , durch welche die Jrci'ycit |ck- dkn Weg bahnt , desto schneller v01iibc1gchc11. , Noch «immer stehen der Westen und der Oßen Emopa'ö in ihrcn 11111212110111116135 tungen und äußeren Bcsirkbungcn so sch1off einander 1111111111ka ÖM; es zwischen beiden eincr Vc1*m1111'l1111g bedarf, n11*lch1'_,s1„11k gr1111g M- dured t'bren Hinzutritt die Wagschalc drr Cntschcidmng 1111kc11 311 1111119611. Diese Vcrmiitclung ist die Aufgabe von Dcutsthlaud 11111“ vo11UOe1'11-1- reich in: engen Verbande mit einande'r, als dem Kerne, 11111124 k1111f11g1'11 Staatenbundcs von Mittcl-Enropa; Verschwindct Lc1tc_rrc1ch 111161“ Reihe der Großmäckytc, dann ist das Glcikhgkwicht 11111 der 111111111111- lichstcn Seite gestört, und ('I wc1dc11 si11) dic Jolgcn dki'ß'k" «101111111, inde'm sic Oastcrrcich 1'11 daS V1'rdcrbe'11 1tii1zc11, bald 1111111 nber denkn Grämen vinaus fühlbar machen. Tamm [legt es 1111 3111911116111 curopäischsn Stantengmncénschaff, das; Öcstcrrsick), welches 11111 111111 1111-1'kwiird1'ge11, wenngleich 11fcht Jedermanns 211111111 z11ga11glrche11 Zähigkeit seines 1111111111 Z11sa1111111'11h11111'ö 111-[111 St11-11111'11 hes 11141111 Jahrhunderts, von dcr Thro11bcst1'1g1111g M1111,1:Tl)c1“e'1i1'11s [MZ 311-1111- s.m'2lugcnbléck1', sicgrrich widc1sta11dk11 hat, 111111111 1113 1'111'op1111xtzc Großmacht seine Mi|sion dco JrirdeYo 11111) der 1516111111 kl'fllllß.

Deutschland hat ein tauskndjähngcs Rccht auf, sc111c Vc1*_b111k1111_q mit den deutschen Provinzen Ocstcrrcichs§1111d 611111 Nc'11g1'1t11lt1111g, welche die' Anerkennung dieses,?)ieckxcs 111 1311196 stexlw, 11111101 von jcdcm,Dcutschen, wohne er 111 Oe'stt'rkmch- OÖN", außerhalb d1'111“1b1'11, entschieden bekämpft werden. Wod111ch 11111d 111-sro 9111111 111111111111? Durch den Schuh gegln ä11s11'1'1'11 1111d111111'11'1121111111ff, 1211111) dw Förderung der materie'lle'n Woblknlnt, 1111111) d11' (“1111111111111 f1'1'111“ Ju- stitutioncn und durch die 2121111111111; Dcr d1'11111111'11 2111111111111111111 1111191 Anerkennung der Glcéchbcrcchtigung anderer Nambnalitäten. Wenn sich diese Zwecke, für deren Verwirklithung Deatskhland 1111 (1111161111 dic lngere Vereinigung 311 11111111 B1111dröstaatc wählt, 111 2315111111111 auf Oesterreich 1111!) desen 1'1'g13111111'1111l1'1119 Vc1häl111i1'sc durch _1'111 „111- dcrwcitig gestaltetes Bündnis; erreichen lassen, und 1v1'n11 d11'1c Form der Vereinigung zugleikh Msrntlichc Nachthcilc bcskittgt 11111) 1111- !eugb.1rc Vortheilc darbictct, so liegt cin solchcö _Bii11d1111; "111111; im wohlversiandcncn Jntkrlffc Dcutßhlanks. Daß der 1111111131" gegenseitige Schuß sslbst mit der 1'vc11t111'llc11 1*1'11l)c1'1_lich1*11“131'11-1111g dcs Heeres durch die Reichö-Ceutmlgcwalk 1111111111 dic116Bi111d111ffcs erzielt wcrdrn könne, bedarf k1'i11cs BeWciscs. Dic 1111111111118 W111)!- f11hrt crfordcrt die Vereinigung der gcsannntcnLä11xc1g1'btctc T611t_1ch- lands zu einem Zoll- und Handelsvcrbandc, i'1bc11'111111n11111'1111c 911113- 11'1he Regelung der Schifffahrt, des Mii115-„1111d Po11111c1k11s, dcr Maße und Gewichte und der verwandten B1'3112l11111gc11, welchc "The-n so sebr dem Interest? Oesterrcichs, als de11 A111orkc11111gc11chZ 111111- gen Drutschlands cntsprechcn. Dic Vc1111111111g, 1vc*-lchc [111 01181111- chischc Rcichstag zu entwerfen im Bcg1'1111' 111-ht, 1111rd, 11111 11111 BÄ- siimmtheit zu c1'wa1tc11, 1'11 Wahrung der Volks1'1ch1r 1111? 111 C-jsclxn- fung ciner fcsi begründeten Jniheit mit dcn prchtcn' 1110111111111111- Vcrsmnmlung im Einklangc stehen. Die 1111011111" Y_kat'o11al11at 111 dcn deutschen Provinzen Okßcrreichs trägt ih1e jschernc Gcnu1hrl1'1111111g in der kompakten und willenskräftigcn dc11tschc11 Mvölkcr'u11g_, 111 der drntschen Dynastie, den deutschen J11s1111111011111 dcr Bc1'111111111g 1111d Verwaltung, in der deutsche'n Bildung 111 1111)",- 1111111111111111111111 Hinzutritt posttivcr Bestinnnungrn in dcr V1'1'1L11b11ru1111 Zur 111111) kräftigeren Stöße dicser Grundlagen deutscher Sate 111111 (“1101111111 Lebens.

Die Nachtbeile, wclchc eine Trennung, d. 1“. cine Zersti'nkclung, dck österrcichischkn Mo1mrchiefür Teutschland 11ach 111193151113 liegen V91“*2,lil1*l' 211111111. So wie Ocsterreickz 311 seincm gcde1y11chm1Bcsm11d 1111d 1111111111)“ Eniwjckclung cines kräftigen Dcutschlando 11113 2311101111116 _1'11'1'11'11LZ01UU bedarf, cbcn so braucht De11tschla1111 kin 111zch11§111s 1111d11111'11's «Iter- reich, bci deffcn Zersalle seine Gränzcn nach «111111, und "ckck TM“ offcn, dcs abwchrendcu Schu1311110112.l 1111'1111b1,-s1*1111' 1n111'1'ejWe'brk1a1t qclähmt, seine Strllung 111 dxx' c111011a11chc11 „Staa1511ge111e1111ch11ft 511“- Schwächt, wo nicht gebroche11 111. Da? Bcwctsc 1111111“ “11cse11 d1c_Ge: schichte, Unter den Vorthmlen dag1gc11, welch? dcr 111111gx.?l111chl-11ß der Jsterreichischrn Gesan1n11111onarch1e an Tcut1ch11111p 9111111911, 11.1111) cs binteichi'", drei Wesentlrche hcryorzubcbcnz Bmde L11111dergrb1etc vereint, umfaffen mrhr als den v1211c11 TOM “cer 1'111L11111-11schl11 Br*- völkcrung, 70M1'll1o11e11 Menschen, 11111 c1111'111 „strc1t1ay1gcn HSZ“?- wclchcs keine äußcrc Macht der W111 zu iiber1valextgc11 111-11111111. Wer könnte bxzweifeln, daß die Lösung aller Jroßcn 2311111611, MlcheckEu- ropa 111Bewegu11gsetze11, von dcrE11111hc1ru11g d1e'scrfigcwalngen, die Mitte unseres Welttheiles ci11nehmchndc11 Macht" thhange? DJs Gebiet dieses Vereines würde den 1111111101 1'111'111111111121-11 Markt fur die einheimische, durch den unerjscbdpfluhxcn Rc1chthum dxr k1_ge11en Rohstoffe genährte Industrie darbwtcn, s1'111 Lurch großart1'ge mnexe Verkehrömvttel gehobener Ha11del 11ny s1'111.c Schtfffahrt wukrkeu dte nordischen Meere, so wie 111“ adrmt-sckpc S_ee, nut neuem Teber) cr- füllen und, im Besiye der naki'nli-bcn Wasse1111aßcn nach remxnente, den Verkehr darin, das Erbe umlxcr Verbmßungen- wwder *deutsch- land zuwenden. Und wclche! mehere Gewann kymttc Deutschland von irqend einer Seite her gevotet), wetden, als jener, den es aus dem fr'eien Verkehr mit den an Fulle der Rohstoffe slrotzcndrn, der

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eigenen Jabrixübäägkeü nuaugeluden Ländern von Galizien, Ungarn und Italien JW WU??“

Deutschland haat „m Interesse .der Humanität eine hohe Auf- gabe zu erfüllen:. dex Geßnug, d1e Geisteskultur und im Gefolge derselben d1_e Fretbnt nach den Ländern des Ostens zu verbreiten. Der äberwngeyde'Anfheil an dieser edlen Mission fäüt Oesterreich zu, weiches, sm Jahrhunderten in vielverzwn“ ter Verbindung mit den öst|1chen Vßlkem skehend, die Träger dein" kt Sitten und deut- schen Lebens mf, zwischen dieselben hinein vorgeschoben hat und nun auch der Frecheit den Weg dahin zu bahnen berufen isl. Diese Eroberung soll nur friedliche sein und mit dem Grundsatze der Gleichberechtigung aller Nationalitäten im Einklange stehen; ihre Waffen smd die höhere Ausbildung, der wissenschaftlichc Fortschritt und die Vo1tbcile für das öffentliche Leben, so wie für dcn Han- deléoctkebr, ihr Panier ist der Wiffensdmng und die Uebxtzeugung. Weit über die Gränzen des deutschen Bundes reicht das deutsche chen und die deutsche Kultur über die westlichen, nördxicben und sürl1chcn Komitate, so wie über die Städte und Handelöpxäse U11- garns, über die Militaitgränze, dercn Verwaltungs- und Umgangs- sprache bisher die drutsche war, über Galizicn und Siebenbürgen, aus dessen Sachsenland d:“e größtentheils deutschen Gewetbs- und Handelsleute in der Wallachet und in der Moldau Kammrn. Diese deutschen Elemente widerstanden bisher allen widerwä1t1'ge11 und zum Theil bedrückenden Einwirkungen, weil sie ihrcn Rückhalt und ihre Nabrun in den deutschen Provin en Oesterrefchs finden; trenne mau die?e von dem Körer det Gekammtmonakchie, und man wird bald den Untergang des deutschen Wesens jenseits der neuen Gränze zu beklagen haben.

Vielfach ist die Ansicht rege geworden, Oesterreich stehe in Ge- fuhr, ein Slavenreéch zu werden, man müsse demnach die d1'111s1he11 The1l1', um sie vor dieser Gefahr zu bewahrrn, von dem (Hrsammt- körper der Monarchie absondetn und sie ausschließlich mit Deuschland 1'11 Verbindung erhalten. Dieser Ansicht liegt eine unbestreitbare That- sache zum Grunde, welche man erkennen muß, weil sie eben nicht wegzuleugncn ist. Oesterreich zählt unter 38 Millionen Einwohnern “18 Millionen Slaven. Es ist aber dabei wohl zu erwägen, daß die Gefahr. welche diese Thatsache mit sich führen kann, gerade erst durch 1912 beabsichtigte Trennung der deutschen von den nichtdcmschrn Pro- v1nzx11_ heraufdeschworen würde. So lange die Gesan1mt111ona1chic veremtgt bleibt, bilden die deutsche Dynastie, der Reichstag nnd die Centraileitung, welche sich in einer deutschen Provinz befinden und in dkutsoher Sprache verhandeln, ein Ge engewicht. Ferner tritt rie Vermischung der deutschen, der magyariézchrn und romanißbeu Bevöl- kerung mit dcr slavischen, die nach Sprache und Kultur-Entwéckelung bxdeutende Verschiedenheit der slavischen Stämme, so wie ihre räum- l1chc Vertheilung, einer solchen gefahrdrohenden Verbindung in den Weg, und selbst der durchgeführte Grundfos der Gleichbercchtigung der Nationalitäten wird je nach dem Grade des sozialen Fortschrittes auf jeden Stamm eigenthümlich wirken. Andrrs würden sich die Verhältnisse bei der bEWerkstelligten Absonderung der zu Deutsch- land gehörigen Provinzen stellen. Dann möchte das slawische Elcmknt, aus seinen gegenwärtigen Beziehungen zu dcm dcutscben Mtttelpunkte'der Monarchie zurückgedrän 1, sich zu einer m'uen Ge- stalt1111g vcxctnigen, wclche früher oder pätcr durch die Gewalt der Umstqnde 111 einen feindlichen Gegensay zu den deutschen Nachbar- Prkownzen treten würde, und es lit e fich besorgen, daß die sechs M1U1o11en SlLven, welche die deut chen Provinzen Oesterreichs be- wohnen, den Schwerpunktibres nationalen Lebens eher in jener neuen (Hcßalnmg, als in Deutschland nden wiirden. Dann wäre es nicht mch: Deutschland, dessen Einfluß in dcm östlichen Theile der bisheri- gen österreichischen Monarchie gebötc, und es würde in gleichet Weise geschwäckzt, ob nun im Namen Rußlands in den slavischen oder im Namen Frankreichs in den magyarischcn Landestheilen das Protekto- rat ausgeübt würde. .

Es bedarf wahrlich keines prophctischcn Bluhs, um d1c ernsten Ereignisse vorherzusehen, mit denen Europa hMe1mgesu1bt zu werden bc-sNgen muß. Wie immer sie fich gestalten _moqen, 1111 enges An- einanderschlicßen Deutschlands und des österretchischcn Gesammtsiaates ist die sicherste Schuvwebr gegen die hereinbrechrnde11Woger1 dcs politischen und sozialen Sturmes“, beide vckcint, vc1111dg1'n dcn 2111- dmng der hohen, allen Gütern des Lebens drohendrn Gefahr abzu- 1111111111“, smd aber ihre Bande getrennt odcr gclockcrt, dann vcrsa'llt jedes vereinzelt dem Verhängnisse!

Südseefischerei-Betrieb pommerscher Häfen.

Stettin, 5. Dez. (Ostsee-Ztg.) Nachdem der Wallfifchfgng ejjnc lange Reihe von Jahken auf deutschen, dänischen, schnZedtschrn, mcdgrlan- dischen, britischen und in der lesten Zeit besonders 11111 11yrdamcrtka111sche11 Schiffen sowohl von größeren Gesellschaften, xvie von-emzel111nRheder" 1111d Kaufleuten betrieben war, erwachte auch, 111 Stetttn 1,111d 111 Wolg s die 91117, sich an der Südseefischerei zu bethxtltgen; An bewen Or_tcn 11a- ten Gesellschaften zusammen, von denen,d1c stetnycr nach der Ersahxung, daß dcr schlechte oder ungjinsfige Zang emes Sch1ffxs durch andere Jahr- zeugc übertragen werden mizsse, 3 Schjffe zun1 W.;Unschsangen auszurusten beschloß; jedo blieb es b.“! der Auskustung eme? Sch1ffes.

Das Ein chuß-Kapital drr skettiner Südseefirchekci-Compagnie bestand 1111p11'111gl1'ch in 63,000 R1hlr., icde Artie zu 250 Rthlr. Von dieser Summe wurden 32,000 Rthlr. zum Ankaufe des Schiffes „Borussia“, von 282 Lasten, verwandt; durch Havarie in Kopenhagen, erneuerte Vcrproviantiknng des Schiffes nacb Verlauf der ersten L'- Zahre, durch Vorschüssc an die oft erneuerte Bcsaßun und an den erßcnCapi1ain(eincnVtcmrr), so wie durch mehrfache 'ssekuranz-Prämien, fticg die AuGgabc 11111“ circa 105,1)(10 Rthlr.

Die „Vorusfia“ kehrte um Pfingsten 1847 nach Stettin zurück, und Von der Ladung wurdcn rcalifirt

4387 C". Thran zu . . . . 43,900 Rthlr. inkl. Spermacctivl,

197 - Fischbcin zu . . . 9,480 - durch den Verkauf des Schif- fes, der Utenfilien und des Jnventan'ums . . . 19,000 - abzüglich drr Unkosten, so

das:_1e_dcr Actionair von der Artie zu 250 Rthlk. nur 72R1hlr. 4 Sgr. bci A111lo111ngjder Compagnie erhielt, also pro Artie ein Verlust von 1729111711. 26 Sgr. s1ch ergab.

Die Besayuw der ,.Borussia“ bestand aus 36 Mann, deren erster Fuhrer _wegen sch e_chter Fühxuug des Schiffes (Havarie in Kopenhagen) noch au1 der Hinreiw durch emen anderen Capitain, Hartwig ans Wolgast, ersest werden mußte. Ein, Theil der Mannschaft desertirte jedesmal, wenn das Schiff Land machte, was nach Beendigung jeder Fisch-Saison geschah, so daß nicht weniger "als 96 Mann in 3-2 “*ahren an Bord des Schiffes qewesen sind. Da gegen diese Descrtionen ein Schuß und keine Unter- tüßun„ beim Nichtvorhandtnsein von preußischen Konsuln zu erlangen war, so mußte wiederholt eine "Ergäxnzun der Besavung vorgenommen werden.

Als besondere Gründx des _ ißlingens des stettiner Unternehmens sind unter anderen folgende zu bezeichnen: Das Schiff „Borusfia“ erlitt bereits in der_Ostsee aus du Hinrxise Navarie und verlor deshalb in Ko- penha en eine ko ba_r-e eit. Daran segelte es New-Bedford in Nord- Ameri a an und päter io Janeiro„ we en eines wahnfinnig gewordenen deutschen Steuermannes. Dice beiden nsegelungen kosteten aufs neue Zeit und Geld. Als der Fis fang selbst beginnen sollte, war ein Theil der Mannschaft durch die Trunksucht des ersien Capitains und des ersten Steuermannes verwildert mzd zeigte nicht die gehörige Ausdauer beim Fange, ohwohl bekanujlich „vom Beginn des letzteren die Ausbeute dcr eiöyteten Fksche nach beßimmtén Prozenten-als Heuer unter die Mannßchaft mit

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verthxilt wird, “Zugleich wa: auch Mißvetßän'dniß uud Unein keit wi m den Offizierenfmißanhey und bei der Untauglichkeit und de;? böse3u Yil- [m_ „swear „Ftsch-Capttaéns wurde nur wenF gefangen, obwohl Fische in htmeichtndn Anzahl zu Gesicht kamen. on leßtertn tödtete man 42. Da der Gewinn von einem einzigen großen Wa fische bisweilen 5000 u11d mehr Thaler beträgt, so ergiebt fich von selbst, daß die meisten ge- t'odteten Fische nur sehr kleine waren. Der Zwiespalt der Offiz“ere (einer der_sexbcn wurde eines Vekgiftungsvxrsuebes angeklagt, um anqeblicb nach Veseuiguxtg des Capitains die Jubrung des Schiffes zu übernehmen) lockerte dte Bande der Diöziplin auf dkk x-BOkysfia“ um so mehr, da unter den auf derselben vertretenen 6-7 Nanonabtätcn schon von vornherein Mißverständnisse vorkamen. Obwohl das Schiff ein preußisches war, so wurden doch alle Befehle in xngltscher Sprache während der Fangzeit gege- hen. Für die desertirten Matrosen 1111113101 "othgedrungen scblctbte Sub- jekte 1111 Bord genommen werden, dae, 11111 Schulden aufs Schiff kamen und s1ch später nicht freifuhren. Zu dtejen quamitäten kam noch stürmt“- sches ungünstiges Wetter im Anfange des zwe1ten und dritten Jahres, so daß das Resultat des ganzen ßettiner Untexnehmens ein sehr entmuthigen- des war und fich die Compagnie hier auflöst-

Das wolgaster Unternehmen, eingelenkt und_attsgcsüh11 durch den dort bestehenden Verein ur Südseefischerei, wurde a111 dem neu gebauten Schiffe „Rica“, Capitain (, A. Darmer, ins Werk gestHt, welches am (41. Mai 1845 von Wolgast ausging und nach Beendtgung dcr dänischen Blokade, welche die „Rica“ eine Zuflucht von mxhrxren Monaten in einem englischen Hafen zu suchen zwang, 111 Wo! ast glucklzch am ,'.25. September 1: cinlicf.

Von der Ladung des Schiféxes smd fur den m öffcnilicher Anction vcr- kausten Thran 2543 Stk. 37 Pfd. “.sketto-Gcwick)t MM

und für 90 Ctr. 22'; Pfd. Wallfiscvbarten... ........... Tie gewonnenen 366 C11. Spermacetiöl smd bis 111-11 nicht vcrkauft und berechnet zum Wert'lgß von . . .. Die vom Staate zu erwartende zweite Hal1tc dcr Prännc bcträ t ............................................ Aus deén Vcrkaufe mehrerer für den Wallfisckyfang 111111 zum Tauschhandel bestimmt chescncn Gcgeustänrc und 11115 verbliebenen Schiffs-Proviants, fur rie zu er- wartenre Vergütignng auf die Assekuranz-Prämic, scik der Zeit des Eintreffens dcs Schiffes „Nica“ 1'11 Cchz den 31. Mai k. "5. und bis zu dessen Ankunft in Wolgast den 25, September und fiir die höhere Bm- 1vc11h11ng des Spe1macetiöls als berechnet workcn, dürften noch aufkommen ........................... Summa ..... Die Ausgaben für das Schiff „Rica“ seit dcffcn Ab- gang von Wolgast am 31. Mai 1815 mit Einschluß rer Affckumnzprämic von 1:4,000Rthlr. betragen circa 35111111 » und es kommen mithin 11111“ 6000 Acticn znr Ver- theilung ........................................... (),;557 18 ::

In der General-Vcrsammlung der Actionairc kw" wolgastcr Vereins zur Südscefischerci am 1. Novcmbcr 1", 11111111 zwar die Frage vcmeint, das; der Verein sich auflösen solle, jcdoch vereinigte man sich dahin, zur Zeit nicht die Südsecfischcrci mit dem zMiten Schiffe fortzuseßcn, sondern die „Rica“ bis 3111 weitem: Beschlußnahmc a]s Kanffahktcifahrcr ;11 benuch. k?;_nxbbieöht'rige11 Führer des Schiffes übertrug man auch die fernere Leitung

e1e 111.

Auch vom wolgastcr Schiffe kesrrtirtc dcr g1ößte Theil rer von An- fang an Bord befindlichen Mannschaft, so daß nur drei Mann von der ursprünglichen Besasung (cin Schiffsjungc ficl Über Bord) z1111111kehrten. Die Inseln der Südsee vcrsührten manchen Matrosen 3111 Tcsc1tio11, zumal beim fortdauernden Anlaufen von anderen Wanischfängcrn, 11111“ Welchen man eincn besseren Gewinn erwartete, fich dic Griegcnheie bot, das abe11- teuerliche chen fortzusetzen. Die reizenden Geßade von Peru veranlaßten unter Anderem auch den Arzt des SchiffeS, Namens Siegerxst, aus Greis?- wald, fich eine neue Heimat zu schaffen.

Diese beiden Expeditionen auf den Wallfischfang sind bisher die einzigen aus preußischen Häfen, und ihr unbefriedigendes Resultat , wenn dies den Mnßßab fiir die Rentabilität solcher Unternehmungen iiberhaupt abgeben sollte, möchte nicht zur Anorüstnng neuer Schiffe ermuthigen. Die ameri- kanische11Rh.der und Kaufleute, welche auch ohne vom Staate bezahlte Prämien einen reichen Gewinn durch die S1'1'dseeft'schere1' erzielen, finden fret“- lich außer der Beschaffung dcr erforderlichen Gtidmüte! durch Untcrßéisun von Banken :c. dadurch einen sichereren Boden für ihre Unternchmung, da die Nuorüsiung der Schiffe selber in Folge vieh'ähriger Erfahrung, die Be- schaffung der zum Fischfange brsonders tauglichen und befähigten Mann- schaft do1t weit glücklicher von Statten geht, und dutch die Verwendung einer Anzahl von Schiffen zum genannten Zwecke die Verluste eines einzi- gen übertragen we1de11.

Dtc beiden pommerschen Wallfischfängcr haben ein themes Lehrgeld gekoßet, aber auch an Erfahrungen bereichert, und es wäre zu bedanern,

Rthlr. Sgr. Pf. 21,339 (1 9 3,6913 11 6

5,54") - **

3,1130 _ _„

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wenn man, durch den ersten Verlust entmuthigt 11111) nicht bcdc d, “das; derselbe gerade dem Mangel jener E1fal11u11gen zuzttschrcibcn *ich von weiteren Unternehmungen abschrecken liesse. Wissenschaft und Kunst, Konzert = Revue. Geistliches Konzert 111 der Garnisonkirehe. KonZert

Gmcia de Torres und Fr. Demunck. Dritte Trio-Soirec.

“Das geistliche Konze", welches alljährlich in der Garnisonkirche zur Feier des GeburtSfcsies Ihrer Majestät der Königin am 13. November veranstaltet zu werden pflegt, war dirsmal (des Tages zuvor eingetretenen BelagmmgSzustandcs wogen) anögcscßt worden und fand erst am verflos- senen Sonnabend (den 9ten) statt. Da die Ki1che ziemlich gefiillt war, dürfte dcr Haupkzwcck der Veranstaltung, der bekanntlich ein wohlthätigcr ist, 015 erreicht zu betrachten sein. Dock) auch in künstlerischer Beziehung lieferte das Konzert nicht 11111111“c1111'chc Rcsnltatc. Zn Gehör kam eine Auswahl von älteren 11111; neueren Vokal- und Znstrumcntal-Compo- fitioncn von Naumann, Romberg, FeSca, Klein, (Heyer u. A. Die Gesänge wurden von Mitglickcrn der Sing - Akade- mie nnter RuncJenhagcn'ö Leitung abwechselnd n (anclln und mit Orgel- oder ,)nsirumcntal-Bcgleitnng ausgefiihrt. Das Orchester, mit AUSnahme von Contrabässcn 11111) (Tclli's, 11111 11116 Blcch-Znstrumenten bestehend, befand sich unter Wicprccht's Direction und zeichnete sich, außer beim ?lccompagncment, auch 11111111 selbstständige Leistungen rühmlichst aus. Ein brillanter Orgel-Saß von Thiele, von Herrn Haupt meister- haft vorgetragen, eröffnete das Konzert. Dic Composition, aus dem Nach- lasse 11111 unlängst hier der Cholera zum Opfer vcrfallencn ausgezeichneten Orga111|en Thiele herrührend, erwies, daß der Vercwigte als schaffen- dcr Künstler mcbt minder Schäyenswcrthes wie als Spicker zu leisten vcr- mochte„ 1111!) nur einer iibcrgroßcn Bescheidenheit, die ihn der Oeffentlichkeit saß ganzltck; vorenthielt, dürfte es zuzuschreiben sein, wenn sein Ruf in be1den Eigenschaften nicht ein weit verbreiteter war, Abgerundete Form mzd einheitsvoller, dennoch gedanken- und schwungreicher Inhalt, charaktmsiren das bezeichnete Orgelßück, das fich außerdem durch die glän- zendstc Entfaltun der reichen Tonmittel dcs großartigen Instrumentes von außerqrdentlicher irkung gestaltet und fichtlich einen tief fesselnden Eindruck auf dre anwesenden Hörer ausübte. Herr Haupt, der durch Wahl und Vortrag dieser Finterlassenen Composition seinem verewigten Freunde und Kunstgenoffen : n eben so finni es als würdiges Denkmal der Erinnerung seßte, beansprucht _in Jolze de en besondere Anerkennung. Dieser Orgel- Zntroductiqn folgte ein „Uagniücae“ von Bernhard Klein, für Solo- und Chorstnztmen, bTFleitet von Blechinstrumentcn. Was die Com ofition angeht. so zahlt pas erk, unseres Bedünkens, nicht zu den gelungen!) n des Yerfasse'rs, obglc1ch Klein, dex fich im Gebiete der „Kinhenmufik übrigens mij

echt c111e1xgeachtetenNamen erworben hat an in diesem„Ua niücac“ ein im Styl wurd1g gngsaßxes, echt kirchliche6_ on 1'ick hinstellte. ZW: jedoch bei

von Sgra.

Klein's aussefuhrjercn Werken, der Mangel an auskeichender, schöpfe-

, rischer Kraft imüter fühlbar wird, so tritt er auch aus diesem „]Ulzsnik-cat“

en : eu, dessen Inhalt nur seiten kam“ MUM W 'US-“*"“! ZZZÜh'MF-ILUJ Eihndrftjtck YUÄXH nur„* in ' Warn. Y „“ “on 1 t. 1“: en": us d“, ' o MM“ J'A“

nßrumenten betreffend, o wikl “M aKknYo-Y WWK? 11119 5“

eßteten mit Singßimmen insofern nicht zusagen„ 4 ck diese beiden Ele- mente ohye die vermittelnden Saiten- und Holz-Blafe-Znßrumeme 11th rezht zu emer Gesammtwirkung vxrschtmlzen können, besonders xeno emer- setts dxr Chor, wie es dießmal dxr Fall war, im Verhäl'fuiß nur [(WKN besevt 11], 11111: andereYeits die Composttion selbß durch 'übmviegepd ßsm'x“ ten Inhalt eme von lech-Jnßrumenten im günstigßmfFallt "immubiu„U-Uk :xnvoykommez: zu lösendeAuf abe stellt. 2111:- auch h1n1ch111ch “:P-WKO" l1eßd1e Außfuhrung dieses Mu 1k|ückes zu wünschen, so daß derTokak-Eindruck dxffelhen jedenfalls kein außerordentliche! war. Desto erc'Witkungm r1ef d_1e A11wk11*1_1ng der Blechinsirutneute in denjenigen IFM aknu'mmekn her- vor, m welchc" [ie, entweder gan allein oder mit der Orgel konzertirend, aus11a1e11. Eo hcwirkte namentli die Tokkata von Flod. Geht!"- N'? 3“ Anfang des zwcnen Tbeils ausJefährt wurdc, d11rch die Vereinigung der Tyngewalt ves vpllen Orgelwerks mit dem Blech, einen um so großarngeken Exndruck, als dtc Conzpofin'on selbst eine mit wahrhaft grandtosm en re1ch aqsgestattctc und uberhaupt eine solche ist, deren charakteristisch“ Zn- halt nnt Yen aufgebotenen Mitteln in vollem Einklange sieht. Ohne auf alle Vortrage des Konzertes hier speziell einzugehen, sei nur noch des

Chorals: „Nun danket alle Gott“

erwahnt, 11er, vom ganzen Chor, der vollen Orgel und dem Orchesier auI- gxfuyrt, d1c mufifaltschexVorßeUung in würdiger Weise abschloß. In diesen r111sachc11„gczogcnen Klängen vermählten fich Menschenstimmen, Or tlklang 11nx_Blcch111strumente in dem weiten Raume der Kirche zu einer wi ich er- grc11c11dcn Ensemblewirkung, so eine wahrhaft erbauliche Stimmung in den Hörern zurijcklaffend.

. Am yämlichen „Abefnde, zur gewöhnlichen Konzertzeit - die geist- l1chc Mußt fand naml1ch von 5 _ 7 statt - gaben die Sängerin Sgra. Garc1_§1 de Torre-s und der CZUist Fr. Demunck ein Konzert im Hotel de N11s11e. _ Auch h1cr fanden war ein zahlreiches Auditorium versammelt, das dcn Lctstungc11xes Konzertgebrrpaars mit Interesse folgte. Ueber Leß- teren k'o1111c11 wir ubrigen? dieSmal nur wiederholen, was wir bereits nach srnzent ersten hiengen Auftreten im verfiosseneu Sommer in diesen Blattern auSgesprochcn haben. Sgra. Garcia de Torres, mit einer mehr kräijgen zmd umfangreichen, als frischen und schönen Stimme begabt, 1111 Bemze 1111er mehr glän3e11d, als sein auszxebildeten Technik singt Kolomturen mtt mehr Volubilität, als Geschmack. Sie trug zwei ita“ [ionische Arien u_11d Lieder mit Beifall vor. Herr Demunck dagegen ist ein Meister in [eder Bcdxutung des Wortes. Seine vollrndete Technik, die er im Dienste „des; Gc1s1es und der Seele verwendet, ßempeln ihn dazu. JedenfaUs ist cr,e1ne bedeutende Kunst-Ekscheinung und würdig, neben den crftcn Violonxelkstcn- der GegenWart genannt zu Werden. H1ns1chtlich der Kraft und Fulle semeö Tom's, namentlich in der Tiefe (auf der (I- und ;-Sai1c), steht “er sogar cmzig da, obgleich wir nichtverkennen wollen, daß das a-ysgecßetchncte Znstrunnnt, dessen fich der Spieler bedient, die- scn rigenthumli e11Borz11g seines Spiels in ein vorzungeisc vortheilhaftes Licht zu schen wohl gethnet ist. Dieser gctühmte Vorzug außerordentlichcr Kraft ist aber um so schaßenswcrther, als er fich gleichzeitig mit höchster Zartheit, Sauberkeit und Znnigkeit des Vortrages verbindet. Kurz, Herr Demunck entwickelt ein Spiel, das, Män11lichkeit mit Leichtigkeit, Rapidität mit schönstem Gesange paarend, durch Mannigfaltigkeit dcr Nüancimng ein Wahrhaft ckaroktcristischeö chkä c trägt und echt !ünstlcrischcs Inter- esse cinzuflößcn nicht umhin kann. FIM die Vorträge betrifft, so offenbarte Herr Dem 11 11 cf vic glänzenden EixYnschaften seiner Virtuosität vor

511gswcisc 1'11 zwri Fantasécen von S_crvaisx, während er sich als Künstler im höheren Smne des Wortcs in dem Vortrage der

großen J-clur-Sonate (mix Piano) von Beethoven u bethätigcn Veranlassung nahm. So Wett es der Vortrag seines Mitkzpielers (Herrn S reif c nsand) gesiattcte, kam das leytgenannte Meisterwerk seinerseits in einer den Intentionen desselben durchaus entsprechenden, verständnißreicheu Weise zu Gehör. Die lebhafteste ,Theilnahme für die Leistungen dcs aus- gezeichneten Künstlers sprach fich 1111 Publikum durch einstinunigen Beifall deutlich aus. “_ Außer dem Konzertgeber-Paar hatte sich Herr Kraus durch einige Ltcdcrvorträge an dem Konzerte bethciligt. DécdritteTrio-SoireederHerrenLöschhornundGebk.Stahl-

knecht (am Montag d, 11.) erfreute ihre Hörer durch den Vorm: eines Trio von Flod. Geyer 1'11 44-10", der z-änr-Sonate 1'1'1'r Plano 1111 Cello von Bert oven und eines Trio von Hamme! 1'n ]Z-äur.

Das n'o von Geyer, eine Arbeit, die Gedie enheit mit Ori ' li- 11'11 paart, erregte das Znßercsse ,der anwesenden Mu 11er und MP runde m_hyhcm Gmrx7 Echt kunßlenschc Beherrschung der musikalischen Form, ge|ch1c11c Durchmhrung der Hauptgedankcn charakterifiren das Werk außer- dem, 111 tvelchxm fich dcr Kompomß überhaupt als einen Mufiker von ge- reifteZ K11ns1btldu11g und echtem Kunstsircbcn bcthäti 1. Als solcher ver- sch1naht cx jedwede moderne Effekthascherei und bringt att krankhafter Sen- 11111eutalitat gesundx fernhafte Gedanken von charakteristisch“ AuSprä ung dix, nach den Vo1b1ldcrn kl_ass1scher Meister mußcrhast verarbeitet, ein unß; re1ch gewehtcs Ganzcsformtren. Daheitritt jedes Instrument, alle unnützen, orchesteramgen Yerdoppxlungen vrrmmdxnd, stets seiner Natur nach selbftßändig auf, so daß dre „21111111 auch nach dteser Seite hin den Kunstsorderungen vollkommen_xents,prtcht und von einer Klarheit der Wirkung ist, die bei ih- rem, oft [kunßltchen Batz um so tiefer in die kritische Wagschale fällt. Gle1ch dex erste Sa13"ze1ch11et fich nicht minder durch formelle Abrundung (obwohl thm d„er herkommkzche Mittelsaß fehlt) als durch eigenthümlichen Inhalt aus, wghrend ,'.)ldagto und Scherzo (testeres namentltch im Tuo) auch in meloxtschcr Hmsccht nicht arm an interessanten Zügen find Und in- sofern als dte gellzngcnsfen (jedenfalls ansprechendßen Säße des Trio's gelten dürfen. N1ch16dcs1owcniger Herdient auch das inale Auerkennun , das einen wahrhaft klasfischen Geiß athmet und z. B. in der “Schlu - Kadenz unwillkürltch an des Altmeisters Seb. Bach eigenthümléche Wei c, das Klavier zu behandcln, _erinnert. Durch eine vortreffliche Ausfühnmg noch gehoben, fand das Tno, der obigen Andeutung zufolge, ehrende Auf- nahme, indem es nach den drei lesten Säsen sogar jedesmal durch lauten Beifall ausgezeichnet wurde.

Nicht minder s_chö11 kam diezuvor erwähnte Beethovensche K-äu1'-Sonatez11 Gehör, dercn Au61üh111ng, was trefflickyes Zusammenspiel, feine Nüancirung, iiberhaupt richtiges Cmgehen in den Geist der Compoßtion betrifft, fast nichts zu wünschen licß. Besonders gewann der Cellist, Herr Jul. Stahl- knccht, hier Gclrgrnheit, sein Spiel, voll schönen, zarten Gesanges, aufs vortheilhasteste zur Entfaltung zu bringen. Er bekundete durch semen Vor- trag aufs neue, welchen Schay die Königliche Kapelle in ihm befißt. Der ;pianist dagegen konnte fich im glänzcndßen Lichte in dem zulcst ausge- tihrten großen [*:-(jur-Tn'o von Hummel Feigen, dessen Pianoforte-Partie, in dem bekannten eleganten Bravour-Stv dteses Meißxrs gehalten, Herr Löschhorn eben so fertig als sauber und geschmackvoll vortrug. Doch auch Violine und CcUo, hier mehr be leitend als obligat eingreifend, wur- den von seinen Mitspielern mit anéchmiegendcr DiScretion gehandhabt. Feffelte übrigens das [estere Tonstück die Hörer mehr durch die Execution, als durch die Compofition selbst, so war es dennoch interessant, einmal wieder ein Werk dieses Mcißers zu hören, der auf die Entwickelung des modernm Klavierspi-les jedenfalls einen nicht unbedeutenden Einfluß auögcübt zu haben den Ruhm genießt.

Berliner Kalender.

B cr [ i n er K alen d er für 1 849. Drexiundzwanzigsier Zabr- gang. Verlag der Deckerschen Gebetmen Ober -Hofbuch - druckerei in Berlin.

Wir Deutsche haben es bis xr nicht verstanden, uusxre wjssmschaF-

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