1881 / 63 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 15 Mar 1881 18:00:01 GMT) scan diff

Dresden betheiligte fich (in Vertretung des behinderten Ober- Büraermeifters) _der Bürgermeister Geh. Justiz-Rath 1)r.Rüger an der Trauerieierä ___- W_y__-- Württemberg. Stuttgart, 14. März. (W. T. B.) Beim Beginn der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer edachtederPräfidentHölderderKataftropheinStPeterS- Surg und gab der Versicherung Ausdruck, daß Alles einig sei im Gefühl des Abscheues einerseits und Les Gefühls herz- lichster Theilnabme fiir die Königin als die Schwester des verschiedenen Kaisers andererseits. Ueber die Art, wie dem Könige und der Königin das Beileid der Kammer aUSgedrückt

werden so_Ue, werde er sich mit dem Präfidenten der Ersten Kammer ms Vernehmcn sehen. Wx'"“““7-7-“““* * -

Baden. KarlL-ruhe, 14.März (W. T. B.) Wegen ch Ablebens des Kaisers von Rußland legt rer Hof vier- wöchentliche Trauer an. Nach dem Eintreffen der Nachricht von dem Tode des chisers Alexander begxtb sich der Großherzog zu der Prinzesnn Wilhelm, geb. Prinzessin von Leuchtenberg, um derselben sein Beileid zu bezeugen. _ Der_érbgroßherzog ist heute Mittag nach Potsdam ah- erei . „..-*....

Sachsen - Coburg : Gotha. ZCo burg, 12._ März. (Dr. I.) In der heutigen Sitzung des Landtags des Her- zogthums Sachsen-Coburg wurde von dem Referenten der Finanzkommission der Bericht erstattet über den Gesehentwurs,

ctrLffend die Kontrahirung eines gefchloffchnen Anlehens von 4100 000 5%- Bebufs Umtauschs sämmtlicher auf Gulden- währung lautender Schuldbriefe der gegenwärtig bestehenden Staatsanlehen des Herzogthums Sachsen:Coburg in solche mit Markwährung, wobei erwähnt wnrde, daß ungefähr 500 000 «(ck hiervon als Reservefond verbleiben wür- den, bezüglich deren der Staatsregierung und dem Landtage die DiSpositionsbefugniß ausdrücklich überlassen wurde. Dem Kommissionsantrage, tem Gesehentwurfe mit einer geringen Modifikation die verfaffungsmäßige Genehmigung zu ertheilen, wurde vom Landtage zugestimmt und hierauf noch Neuwahl drs Bureach und des Landtagx-ausschuffes der Landtag im Auftrage des Herzogéz vertagt. Bei Erwähnung des oben bemerktrn Neservefonds kam auch von Seiten des Abgeord- neten fiir den Rodacher Bezirk das Projekt der im hiesigen Lande zu erbauenden Sekundärbahn zur Sprache, ohne daß aber in tiefer Richtung ein Antrag gestellt wurde.

Elsaß-Lotbringcn. S traßbu rg 14. März. (W. T. B.) Die „Elsaß:Lothri11gische Zeitung“ veröffentlicht einen Mini- sterialerlaß an die Brzirks-Präsidenten des Landes, laut dessen den in Elsaß-Lothringen vertretenen Versicherungs- Gesellschaften der Geschäftsbetrieb fortan nur noch auf Grund landesherrlicher Ermächtigung odcr internationaler Vereinbarung mit ihrem Heimathlande zu gestatten ist. Den

Vsrtretern der außwärtigen Gesellschaften, mit AuEnahme der in Oesterreich, Belgien, Italien, England und der Schweiz domizilirten, welche kraft internationaler Vereinbarungen an- erkannt und zum Geschäftsbetriebe zugelassen sind, ist daßer zu eröffnen, daß die Fortseßung ihres Geschäftsbetriebes ti

den 1. Mai 11. J. hinaus nicht geduldet werden wird.,

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Oe|erreich=Ungarn. Wien, 14. März. (W. T. B.) Der Kaiser hat cine vierwöckzentliche Hoftrauer anläßlich des Ablebens des Kaisers von Rußland angeordnet; der Erz- herzoa Karl Ludwig wird sich zu den Trauerfeierlichkeitcn nach St. Petersburg begeben. _ Der Staats-Minitter Freiherr von Haymerle hat schon gestern den öster- reichisch:ungarischen Botschafter in St. Petersburg an- gewiesen, das Beileid des gemeinsamen Ministeriums der östrrreichischcn und ungarischen Regierung au6zusprechcn. Tie fiir die nächstcn Tage bei dem italienischen Botschafter Rohilant, bei dem Minister Freiherrn von Haymerle und bei dcm Minister=Präsidenten Grafen Taa ck anberaumt gewesenen Festlichkeiten wurden abbesteüt. _ Die „Wiener Abcndpost“ schreibt anläßlich des Ablebens des Kaisers Alexander: „Ein großmüthiger, hochsinni er und milder Monarch wurde dem dankbaren Volke entri en. Tie That allein, dnrch welche er 25 Millionen Unterthemen das Bewußt- Lcin ihrer Menschenwürde gab, würde hinreichen, um Alexan- er 11. in die Reihe der edelsten Wobithätcr dcr Mrnschheit zu steilen. Von tiefem Mitgefühl ergriffen, blickt die Bevölke- rung Oesterreich:11ng..rns nach der Hauptstadt des befreundeten Reichs. Möge Alexander 111. erfiillen, was sein Vater vor: bereitet hat, möge die Entwickelung Rußlands stetig anf "enen Bahnen vorwärtsschreitcm welche zu den Zielen wahrer Z.Zolks- wohlfahrt, zu reger Mitarbeiterschaft an den gemeinsamen Ansgabcn des Friedrns mit allen Völkern Europas führen.“

_ In der heutigen Sisung des Abgeordnetenhauses legte drr Finanz-Minister cinen Geschentwurf übxr die pro- visorische Feststellung des Budgets fiir den Monat April vor. Bei der hierauf vorgenommenen Präsidentenwa [ erhielt Sn-olka 184 von 339 abgegebenen Stimmen, rend auf den Abgeordneten Rcchbancr nur 146 Stimmen fielen. Smolka nahm die auf ibn gefallene Wahl dankend an, sicherte die ncwiffcnhafte Verwaltung seines Amtes zu und bat um die Nachsicht nnd die Unterstiisung des Hauses.

_ Von gut unterrichtctcr Seite wird bcstätint, daß in dcr t'ansort-nct' 5 quatre bisher von Seiten der !*itlnari= sckcn Delegirten keine Aeußerung erfolnt ist, welche cim: Ab- lcln'ung der Vcrpfiichtunn involvircn würde, die dem Fürsten: thum Bulgarien in der Eisenbahnfr.ge Oesterreich gegenüber durch den Berliner Vcrtmg auferlegt wurden. Das in der Zweiten Sivuna übcrrcicbte Memoire des bulgarischen Mi: nistcts ersucht auoschlicßlich um Auskunft über ren Umfang der aus dem Vertragoverhältniß mit den Orientbahnen für Bulgarien als Rechtenachwlger der Türkei resultirenden Ver- Zflichtungen und Rechte. Auf abe der Kommission ist, die

nscblüffe an die scrbisckxen ahnen einerseits gegen Kon- Iantinopel, andererseits 22mm Salonicbj sicherzusteüen. Der isherige Verlauf der erathmmen bietet durchaus keinen An asi, an dem Gelingen dieser Auf abe zu zweifeln.

Post, 14. März. Der „West 22.“ meldet aus: Kairo, 13. März. Kronprinz Rudolf trifft beute Mittags in Sint, ein, von wo er sich per Bahn nach Sakkara zur Besichtigung der dorti cn Pyramiden begiebt. Am nächsten Sonntag nicht der Khed ve dem Kronprinzen ein Abschicdobanket. Die Abreise nach Jaffa soll um drei Tant beschleunigt werden und findet daher in Damiette nur ein kurzer Besuch statt. Ein zweiter Besuch in Alexandrien unterbleibt. Der Kronprinz wird auch den Jordan und Jerikbo besuchen. In Veyrutund Damaskus

Großbritannien und Irland. LondOn, 14. März.

(W. T. B.) In der heutigen Sißung des Oberhauses ge- dachte _der Staatssekretär des Auswärtigen, Lord Granville, des gestrigeti Attentats gegen den Kaiser Alexander, in- dem_ er erklärte, das Haus werde mit Bestürzung das fürch- terl_iche Verbrechen erfahren haben, welches den Tod des K_aisch von Rußland herbeigeführt habe. Gleichzeitig kün- digte _Granville an, daß er morgen eine Adresse an die Königin und eine Kondolenzadreffe an die Herzogin von Edinburgh beantragxn werde. _ Hierauf wurde die erste Lesung der irischen Wafrenbill ohne Abstimmung genehmigt. Jm Unterhause theilte der Premier Gladstone mit,

daß er _morgen eme Adresse an die Königin beantragen werde, m welcher de_n Empfindungen des Hauses anläßlich der Ermordung des Kaisers von Rußland Ausdruck gegeben wxrden so_lle. _ Der Antrag Gladstone's auf Dringlich: keit für die Berathung des Auszzabebudgets erhielt nicht die nothwendige Dreiviertel-Majorität und wurde daher ab- gelehnt. 206 Stimmen waren für, 212, gegen den Antrag. _(Hladstone_ accepttrte das Resultat der Abstimmung, behielt fich indessen eme spiitere Aktion vor, falls solche nothwendig wer- den sol1te. _Die Anträge gegen die Verathung der Nack;- tra gskredtte wurden zurückgezogen Und die Berathung der- selben begonnen. Heute fand in der russischen Kapelle ein feierlicher Trauergottesdienft für den verstorbenen Kaiser Alexander statt, welchem der Prinz und die Prinzessin von Wales, der „Herzog _von Cambridge, Lord Granville und das gesammte diplomatische Corps mit dem Botschaftx- und Ge- sandtschafteZpersonal beiwohnten. __ 15. März. (W. T. V.) Für den verstorbenen Kaiser von Rußland ist cine vierwöchige Hoftrauer angeordnet, xvelche _heute ihren Anfang nimmt. Al]? offizieÜen Empfange bet Hof smd verschoben. Nach einer Meldung ausNewcastle, von gestern, haben gegen tausend Farmer den Oranje-Freiftaat verlassen, um fich _den Boern des Tran-Zvaallandes anzuschließen. Gerüchtwetse Äverlautet, die aus dem Oranje-Freistaat Gekom- menen hätten den Müllerpaß beseßt. General Wood hat sich nach Mount Prospekt begehen. Wie die „Daily News“ in einer zweiten AuBgabe aus Durban, vom 14.d.M., meldet, ist derWaffenstillstan?) um 4 Tage verlängert worden.

Frankreich. Paris, 14. März. (W. T. B.) Der. Präsident der Republik, Grévy, stattete heute Vor- nnttag dem russischen Botschafter, cFürsten Orloff, einen Besuch ab und_hatte eine längere Unterredung mit demselben. _ Dem_ heutigen Trauernottesdienst in der russi- schen Kirche wohnten außer dem russischen Botschaftspersonal das_- _ e1ammte_ dip omatische Corps in großer Uniform bei. Der Vrast ent Gram) war durch Offiziere seines Gefolges vertreten. Unter den Anwesenden befanden sich der MinisterpräsidentFerry, der_ Minister des Außnzärti “- ])arthézlemy St. Hilaire und die meisten übrigen MitgliokÉÖ Kabinets, ferner der Marschall Cunrobert, Marfcha_ll "'*woébe Mahon, General Lefto, viele andere Generalx, du *G*-_;- Isabella, die Mitglieder der rusfichen Kolonie und“_vi “58 anzösische Notabilitäten. Nach dem_Traucrg011esdien “*lei et der Botschafter xürst Orloff forme das Personal der Botschaft und des Konsu ats den Eid der Treue gegen den neuen Kaiser in die Hände des russischen Geistlichen.

_ In der heutigen Sihuu der Deputirtenkammer cr- klartc Dubodau (Rechte): _. rankreich könne die Beweise der Achtung und Sympathie nicht vergessen, welche ihm Ruß- land gegeben habe. Angesichts des schmerzlichen Ereignisses, das Rußland betroffen, müsse die Kammer ihrem Mitgefühle dadurch Llu§druck vorleihen, daß sie die Sißung aufhebe. Er brantrage die Abstimmung hierüber. Gambetta erinnerte L_ierauf daran,_ daß i_mter ähnlichen Verhältnissen ein gleicher

ntrag stct§_die Zustrmmuna des gesammten Hauses gefunden habe. Bei einer so delikaten Situation, welche die auSwär: tigen Beziehungen ; rankreichs berühre, fra e er daher an. ob der Antrag auf Ab immung aufrecht erha ten werde. Rufe: Nein! Nein! Nachdem der Antrag auf Abstimmung zurück- gezogen worden w.1r, bLschloß die Kammer einstimmig, die Sitzung aufzuheben.

Jm Senat nahm der Präsident das Wort zu folgender

Rede: Nicht ein Mitglied sei im Senate, welches nicht tiefe Entrüstung cmpfunden habe bei der Nachricht von der Er- mordung des Kaisers von Rußland, eines dergrößten Reformatoren dieses Jahrhunderts (lebhafte Zustimmung auf allen Bänken), des Kai ers, welcher Millionen von Sklaven die Freiheit gcxiebcn habe. Indem er (Redner) fick) zum Dolmetscher dicser Entrüstung mache, gebe er nicht allein dem Gefühle des Senates, sondern auch demjenigen des ganzen Landes Ausdruck (Beifall). Der Herzog von Audiffret-PaL-niier erklärte darauf: Der Senat tbeile das von dem Präsidenten kundgegebenc Mitgefühl vollständig. Frankreich vcrgeffe die ihn erwiesenen Dienste nicht. Kaiser Alexander 11. sei der Freund Frankreichs vom ersten Tage an gewU-xn. Frankreich vergesse dies nicht. (Beifall.)_ Der Senator Batbie begründete hicrauf seine Interpellation, be- treffend die Ausführung der Märzdekrcte. 2116 aber die Nachrich: eiiitras, das; die Kammer ihc Sihung aus geßoxsn habe, be1chloß der Senat, gleichfalls die Sitzung auf- zu c en. Nach Nachrichten aus Algier dauert der Kampf zwischen den gerschiedcnen marokkanischen Stämmen noch sort. Es nnd militärisckze Maßregeln getroffen worden, um eine Vcrießung des algerischen Gebietes zu verhindern.

Portugal. Lissabon, 14. März. (W. T. V.) ente fand hiereinrepublikanisches Mcetingstatt, bciwc chem es zu sehr e_rrcgtcn Auftritten kam. Die Polizei löste das Meeting aus und nahm mehrere Verhaftungen vor.

Italien. Rom, 14. März. (W. T. V.) Der König hielt anläßlich seines bcutimn Geburtstages eine Revue über l_iie hieiige Garnison ab. Die Familie des Königs wurde enthunastiscb begrüßt und empfing auf der Rücke r nach dem erinal zahlreiche Ovationen. Der König und ie Königin sowie die Prinzen des Königlichen Hauses erschienen auf dem Balkon, nm ihrem Danke Ausdruck zu neben. _ Der Herzog von Aosta, ver Ministhräfidcnt Cairoii sowie andere Minister und hervorragende PerWnlichkciten begleiteten die Großfürsten Sergius und Paul von Rußland bei deren Abreise nach St. Petersburg zum Vabnhofe.

Zu der Deputirtenkammer sprach der Minister-Prä- fident Cairoli heute dem Depuxirten Massari gegenüber

haben sich Empfangswmites gebildet.

und erinnerte xm die Verdienste, welche fich der Kaiser Alexander um sem Land erworben habe. Cairoli fügte hinzu, €**" hahe pen rusfischen Großfürsten vor deren Abreise die uberemftimmenden Gefühle des Landes, des Parlaments und der Regierung 9u§gedrücht, damit dieselben nach Rußland Y_eweise der beide_ Nationen rerbindenden Freundschaft mit- nahmen. Maffart sprach dem Minister-Präfidenten seinen Dank_ aus,_ daß er der Dolmetsch der allgemeinen Gefinnungen geweien sei.

Der Kardinai Jacobini sprach dem Vertreter Nuß: lands heute persönlich rmAuftrage des Papstes sein Bedauern und seine Entrüstung über das Attentat aus. _ Der Papst

sandte Kondolenztelegramme an die Familie des Kaisers von Rußland.

_ Türkei. Konstantinopel, 14. März. (W. T. B.) Die a_uf heute anberaumtgewefene Sißung in der griechisch- tUrkisrhen Grenzfrage ist wegen der gestrigen Kata- strophe 111 St. Petersburg verschoben worden. _ Morgen findet m der quélle der russischen Botschaft ein Trauer- gottesdtenst statt, welchem alle Botschafter beiwohnen werdexi. Der Sultan hat sofort nach dem Empfange der Nachricht vom Tode des Kaisers Alexander ein Beileids- telegramm nach St. Petersburg gesandt.

_ _ 15. Märxß. (W. _ T. B.) Ungeachtet der ursprüng- l1_-_hen_Abficht ge ern keine Sißung in der griechisch= turktschen Frage abzuhalten, soil eine solche doch bei dem deutschen Botschafter Grafen Haßfeld stattgefunden haben.

_ Serhixn. Belgrad, 14. März. (W. T. B.) Der Kriegs:Mm1ster Gxneral _Lefchjanin begiebt sich nach St. thersburg, um die serbtxche Regierung bei den Leichen- feterltchketten zu vertretcn.

__ 15. März. Der Präsident des Ministerconseils ge- dachte m_ der Sitzung dsr Skupschtina der Ermordung des Kaisers Alexander und wies dabei auf die Wohl: thaten hm, welche_ der verstorbene Kaiser dem russischen Volke Und den Slavet_1_11nAllgemeinen erwiesen habe. Auch Serbien werde_ dem Kamei: Alexander Gefühle des Dankes bewahren. _ Die Eisenbahnvorlage steht heute nicht auf der TageSord-

nung, weil_ der Bericht der Minorität des Ausschusses noch nicht fertig 1st.

_Bulgarien. S_ofia_, 13. März. (W. „Pr.“) Heute hat in ganz Bulgarien die Assentirung für die Miliz begonnen. _ In Gegenwart des Fürsten und aller Minister wurde der o_berste Gerichtshof heute inaugurirt. _ Auf Grmzd der ihr von der Kammer bezüglich des Eisenbahnbaues erthetlte11_Ermächtigung hat die Regierung beschlossen, zuerst 1316 L1n_1e Sistow-Tirnowa-Jeni=Saara zu bauen. Die Regierung entsendete einen Delegirten, um mit Rumänien wegen des Baues einer Donaubrücke zu verhandeln.

_ 14. März. (W. T. V.) ("ürst Ale ander i na St. Petersburg abgereist. 6 x | ch

Rußland und Polen_. St. Petersburg, 14. März. (W. T. B.) eute Nachmittag um 11/2 Uhr verkündete der Donnxr der ationen der Peter-Paulsfesiung die Thron- bxsteigung des KaisersAlexander 111. und die Eides- leistung der Minister und der obersten Civil: und Militär- behörden. Der Play vor dem Palais war mit einer großen Meyschenmenge _anFZefiiUt. Um 21/ Uhr begaben sich der Kaiser und die aiserin durch ie Volkswenge nach der Kathedrale, liberal] mit lauten Zurufen begrüßt. Einige Blätter erwähnen, da_f3 unter den in Folge ihrer bei der cstrigen Ka- tastrophe erlittenen Verwundungen gestorbenen Öersonen fich auch ein Individuum befunden habe, wclches sich weigerte, seinen Namen oder seine Adresse anzineben.

_ 14. März,?lbends. (W. T. .) (Weitere Meidung.) Heute um 1 Uhr fand die Huldigung für Se. Majestät den Kaiser Alexandkr 111. im Winterpalais statt. Der Zug ging i_mter dem Vorantritt der Hofchargen durch die Säle zu der Kirche. Der Mic_olaisgal war von der Generalität und Osßzichn aller Wafxen in großer ?Zahl vollständig gefüllt. Der Kaiser, der sich der Thränen nfangs kaum erwehren konnte, hielt dann mit fester Stimme eine warme Ansprache, in welcher er dem Dank für die seinem geschiedenen Vater bewiesenen Gefühle der _Treue lebhaften Ausdruck gab und alle Anwesenden aufsordcrte, dem cntschlafenen Kaiser cin trenes Andenken zu bewahren und auch ihm die gleiche Treue zu halten. Nach dem Scbluffe der Ansprache verharrten die Anwesenden eincn Augenblick in lantloser, nur vom Weinen unterbrochener Stille, dann ertönte aber ein nicht enden w_olle:*.dcs _Hnrrahrufen, welches sich auf dem wei- teren Weae bis zur Kirche fortscyte. Hier hielt der Kaiser, der vor Schmerz und Thränen 1cincr Stimme kaum mächtig war, eme (ihnliche Ansprache an den versammelten Reichsrath und an die Minister, welche darauf mit den anderen anwesenden höchsten und hohen Staats: _und Hofwiirdcnträgern den Eid 1eistcten._Der Zug bcwrgte sich darauf in der vorherigen Ord- nun? wxeder zuriick; die_ ganze Feier verlief in der üblichen trad tionellaneisc und m der größten Ordnung. _ Das Mi: lität hat dem ncuen Kaiser gestern und hcute den Xahnencid geleistet. Auf den _Strafzcn herrschte heute dieselbe Äcwe ung, überall aber am!) dieselbe ruhige, würdige Haltung wie ge ern; bei Allen, ohne Unterschied, _tritt das Gefühl der Traucr und des Schmcr es um den erlittenen schweren Verlust Und das Gefühl tief ter Entrüstung Über das Attentat und die ruck:losen Meuchelmö:der hervor. _ Der verhaftkte Mörder Nussakow, welcher die erste Bombe roaxf nnd der hiesigen Bergakademie bereits zwoi Jahre als Zo ima angehört, stammt aus Boop: witchi im Gouvernement owgorod.

_ 15._ März. (W; T. V.) Weitere Meldung. Nach dem Hinsckzeidcn dcs Kancrs wnrde der Großsürst-Tbronfolger alsbald vo_n _dcn anwesenden, vom Schmerz aufs Tiefste ge- beugten Mitgltqdern der Kaiserlichen Familie als Kaiser be: grüßt. Die Leiche des Kaiiers, welcher nach seiner Verwun- dung nach dem Winterpalais gebracht und dort auf ein Ruhe: bett gelegt worden war, wurde Sonntag Nachmittag 41/, Uhr aus dem Sterhczimwer in ein Zimmer neben dem Kabinet por dem Empianasiaale übergeführt, wo sich dieselbe noch jest befindet. Die Leiche war nach dem Wunsche des Verstorbenen in der Uniform des Vreobraschenskischen Regiments mit der Chiffre: (HmeraiUdjutant Nikolaus 1. aufaebaknt. Sonntag, Abend! 9 Uhr, fand eine Todtenmeffe statt. Nachts 12 Uhr erfolgte die Sektion, wclche den durch: aus normalen Befund alier inneren Organe ergab und die über den Gesundheitezufiand des Kaisers verbreitet ne: ix_)esenen Gerüchte widerlegte. Hierauf wurde die LeiTe embalsamirt. _ Als der neue Kaiser mit der Kaise n

seinen Abscheu iiber das Petersburger Attentat aus

Nachmittag 511br nach seinem Palais fuhr, wurde der- selbe von den versammelten Menschenmaffen überall mit sym-

, bekannt,

Ü Rußlands in demselben

i en urufen und mit Aeußerungen tiefster Verehrung * Fh Lén e'rZitschlafenen Kaiser begrfzßt; der Wagen konnte wegen der sich zu demselben herandrangenden Menschenmassen nur im Schritt vorwärts kommen. Auf_ den Straßen herrschte übrigens die vollständigste Ordnung ; _mrgends gab __fich eme unruhige Bewegung kund; alle Schichten der Bevolkerung waren nur von dem Gefühle der Entrüstung geg_en die Mörder und von tiefstem Schmerze um den CzanBeireier und den Czar-Märtyrer, wie man den verstorbenen Kaiser nannte, erfüÜt. , _ ,

e U 11 der Details bei der Katastrophe iyird _noch V z Tat?) bei dem Attentate nur der Großfürst Michael zur Stelle war; der Großfürst:Thronfolger hatte sich von der Wachtparade direkt nach dem Amtschkowp_alais begebexi. _

_ 15.März. (W. T. B.) Der Kaiser hat, W1e__weiter bekannt wird, einzelnen empfangenen Personen gegerzixber ge- sagt. Er besteige den Thron unter _pemltcheri Umstanden, er sehe aber mit VertraZien dEr FYlhchenühMÜF'WYWe ZZZ

' enteen un werei em cn,1e 1 _ PUMA?" g g Maße zu erwerben, _wie dieselbe seinem verstorbenen Vater zu Theil geworden sei.

Amerika. Washington, 10. März. (Allg. Corr.) Ein Caucus demokratischer Senatoren hat_sich dafür entschieden, die SenatScomitsJ ohne die MitWtrkung der republikanischen Partei zu orgqmsiren Und auf deren unver- zügliche Wahl zu dringen. _Die Republikaner hagegen beqb- (ichtigen, diesem Vorgehen Widerftqnd zu leisten, his die erledig- ten Siße ausZefüllt worde_n, da ste alsdann, rnit dem V_otum eines unabhängigen Mitgliedes und der entsche1denhen_€_:_?trmme des Vize-Präsidenten Arthur, hoffen, eme Mawrttat und somit die Kontrole über die Orggnisation des Senats zu er? langen. _ Das Kongreßcomrte; der Greenbackpartet hat eine Adresse erlassen, worin die Nationalbanken be- schnldigt werden, sich die Kontrol_e 1“:er den__Geldum1auf an-

emaßt zu haben, gegen die Regierung aufsatzig gewesen zu ein und dadurch eine schwache Exekutive veranlaßt zu haßen, die Fundirungshiü mit ihrem Veto zu belegen. _

_ 11. März. Die in Folge des GLsUck)S der Na tional- banken, daß die behnfs Zurückziehung thrxs Notsnumlaufs von ihnen deponirten Legal Tendersiuryckgegehen werden soUten, gefaßte Entscheidung des KgbiiietH behauzitet, daß an den von dem Schaßdepartement m qhnltchenßFallen beobachteten Präzedenzfäüen festxiehalten unh die Legal „Under?- nicht zurückerstattet werden sollten. Mr.Windom, der Sekre- tär des Schaßamts, ist der Meipung, daß in Folge der großen Bondsankäufe Seitens der Regwrung eine Verengung des Geldmarkts nicht besorgt zu werden braucht.

Afrika. Tunis, 14. März. _ (W. T. V.) Die Gesel]- scbaft fiir den Bau der algierer Eisenbahn von Bona_ nach Guelma hat gegen die Sistirun _der Arbeitet) an der Eis en- bahn von Tunis nach Suixia Protest eingelegt und Ent- schädigung verlangt.

Landtags : Angelegenheiten.

Das Mit lied kes Herrenhauses, dcr Landekälteste Karl von Hehniy aiungönigxban bei Görlitz ist am 13. d. M. gestorben. De'i-[be trat als Vertreter des alten und befestigten Grundbcfißcs in der Markgrafschaft Oberlausitz in das Herrenhaus bsrufen.

Geverbe und Handel»

Der Ausfi-“btkratb der Verlixier Holzcoxttoir-Aktten- Gsiellscbaft bat die Divikenke fur tas heiflonene Ja_br,_ vorhe- baltlicb ker Zustimmung der Reyifionskcmrmssion, aaf .IN/0 fett- ges-yt; 1879 erhielten die Aktionare_nur 21%. _ _ _

- Der Auffichtßr..tb der Aktaenaeseliscbakt fur “Fabri- kation techn. Gummiwaaren, C. Schwanitz u. Co._bat die Dividende wo 1880 auf 15% fcstxeseßt. Dex Nettogewrnn vw 1830 von 192144 .“ wird folgendermaßen vettbetlt: Abixbreibnngcn 31400 .“, Dotirung kes Reickvcionds 30000 .44, Tanttéme-Konto 19 500 .“, 5“'/-, Zinsen an die Stamm-Prioritaten 9000 „48. 15% Dividende an die Stamm-Akticn 97500 ..ck, Uebertraz auf 1851 4638 _

IIa Ulm ist am 7. d. M. ein Gewerbemusenmbegrundet wcrden. welcbe! für Obersckma'oen die Mustersammlungen der Stuttgarter Centkalstclle für Gewerbe und Hapdel tts-yen srl].

_ Dem Rechnungrabscbluß der Bavcrt_fchc_n_ Notepbarik rtv 1880 crtzebmen wir Folgenkes: Das Institut Ut berecbtmt. l_ois 70 Millionen Mark Noten zu emittiren und bt-rvon bis 32_ _Mtllio- ncn Mark unae'eckt zu lasen. Ende 1880 batte kat! Inttttut in Umlauf 64,45 Millicncn Maik (1879 65,59 Millionen Mara). Der Monatsrurcbsckoritt rea Umlaufs b:!!ägt 65,5 5.1.1t_iUio_ncn Mark (?:- gen 66,25 Millionen Mark im Vorjahre). Die _boxjxste Umlau 7- zißct etgiekt ('i-b tür Enke Oktober wit 6-6 Miüionen Mark, rte ni-kriaste für Ende Mai mit 616 Millionen Mark. Dcr aesam_mt_e_ Gitoumiay. welchen das Institut franko rermttt-lt, betrua 160,„ Miuioncn Mark (1879 174,56 Millionen Mark); ratunt r hefanren s-w 34,3 MiUionen Mnk (1879 35,21 '.Miiiiczien MY!) Jukaffo- !!"-(Diel. Im Laufe res Jahres wurkey 323,4 Miütcncn Mark (1879 332,39 Millionen Mark) Wechsel diskontirt, [roron ais (He- ninn 1273 844 .“ (1879 1 133 776 .“) verblieben. Der_ Zintfuß für Wechsel wurde fünfmal verändert; im Jahr_esdurcbscbnitt betrug et 4,24% aeaen 3,70 0/0 in 1879. Geaeg Emkteti imd W:.mri winden ausgeliehen 4,8 Miüionen Mark (18-9 5_4_1 Millionen Mark) , das Etstägt-iü beläuft sich auf 81753 .“ (1819 77 671 744) DJ Tutcvicbnittksay für Lombarddnizbeu betrug 5,1570 (18-. 4.08 %) Jm Koxtokotrtnt betragt ker Umsxh einer Seite 226,7 Millionen Mark (1879 237,77 MiUionen Mark). Dcr gesammte Bruttogewinn beträgt 1452 064 .“ _ amen kNiäbriae 1315395 .“ Dieses Mehr ist dem durchschnittlich um "na 4 9/0 böbeten Diskontosaxe zu kaufen. Es gehen ab: S_rxsen 3121298 .“ (1879 313 524 M*. Akicbteibunxen auf Immobilien, Mrbilim und Tepcsitenzinien 36 046 .“ (18-9 37 802 .“), ander- wei: gezahlte Zinsen und Proviiionen 102_521 .“ (113-996 584 .46), dikx'opibel bleiben 1M797 .“ matti 864 484 „€ in 1819. „Hakon eriält die orkertlickx Reserve 125765 .“ (18-9 96797 .“), die Tantiémen bettaxen 50000 .“ (1879 42 590.44). ker Spezialtesetve für Peticnaiexiaen] werden 19 429 .“ zugewiesen und an die Aktio- cäte 750 000 .“ als ")"/„iat Dividende vertbetlt werdcn.

_ Det Cour. für die it t biet zahlbatea _Stlbet-C ouxon! OesterreiwischetSEisenbab2nvaxiete itt gestern auf 1-5 .“

in "0 [. ö ert. ilbcr et (* wor en. _ ' MüFncbtftti, 10.2.1111". (Ang. 314) Die vog St. ngtstat dem König ernanntcn und von den Ktticstiftnnanatbcn gewahlten Mitglieder d:] Landesstiftungoratbo der Wittelsbacher Landesstiftung zur Förderung de] bayerischen Hand: werk] in Stadt und Land und die Stellvertreter det(elbtn_sinr. Mitglieder: *. Von St. Majestät dux! König ernannt: erdmand ven Mküer. Etiqießeteibesißet in Munchen, Vt. Karl ttzmann,

töl'el, rrkentli er rofcffor an der KöningCbM le_ÖrZitckseu Hoch- - (?:uleI in I)iünÖeé, AZon Pöffeubackxer, Königltäzer Hotmobslfabrtkant ; in München,Ulbr. Leibold, Schloffermeister m Nuranrg, Geoxq Brach, : Säcklermeister in Augsburg. 13. Von d_en Kretßfttftgngsratben ge- wählt: Johann Arnold, rechtskundiqer_Burgermetster m Laursbsrg, Eduard Pleitner, Magistrats-Ratb m Paffau, qut o. Brauxi, ; Königlicher Regierungs-Präsident und StaatSratb rm 9; 0.9). m - Speyer, Ludwig Deaeuer, Kaufmann i_nd Bncbbmdermenter in_Re- 5 aetiOburg, Frddricb Sippel. Avotbcksx in Bamberg. Gsorg Philipp _ Reulein, Blecbwaaxenfabrikant ia Nurnbxrg, Alois Deffauer,_Koxn- -_ meriken-Ratb und BunIvaierfabrikai-t _m_ AsÖÜffénb/Lkg, W1Ufl12d 5 v. Hörmann, Königlicher ReaierunqS-Pkasident UND Staatxrath W T a. o. D. in Aagkburg. Zu Sterertrctern sind a.. ron__Sr, ' Majestät dem König ernannt: Emil Lange, Direktor 17er Konig- - lieben Kunftgewerbschole in München, A_dolf_ Gnautb. Dtrektor der Kgl. Kunstgewerbscbule in Nürnberg, Fitehrlcb Mann, Rektor d_er Kgl. Kreißrealscbule in Würzbvrg, Karl Wintékbäl_t?k„ Juwelier in München, Ludwig Schön], Metanaarenfakrikant in MMM", Fer- dinand Bernay, Baumeister in pryer; b. v_on den_Krei§st_i§tungZ- rätben gewählt: Friedrich Stoll, recht§kundiaer Bucßormeitter in Rosenheim, Johann Straub, Juwelier zn Paffau, Gustav Kram_er, Kommerzienrath und Hüttenwerkb-sißer _m St. Jugkert,__Jos-ph GOZ, (Gürtlermeister in Regenßburg, Karl Wol_fcl. Maurerm_si(ter m Bay- reutb, Siegfried UUmann, Großhändler in Furth, Wt-beim_Po11_tch, _ Buckodruckereibrsißer in Schweinfurt, Oskar v. Lossow, rechtskundiger Bürgermeister in Lindau. _ Nürnberg,]2.Ykärz. (Hopfenmarktberrrbt von L_eopoid Held.) Bei einem (Hsiammtumsas von ca. 500 Baüxn blieb die Stimmung des Marktes im Verlauf die_ser Wockze eme durÉa-xs feste. Die Preise sind voUständia unNrandsrt._ Der Lagerbestxnd ist sehr gering, namentlich die b;fferen_ QU_U[1101€11__ mangeln stark. Schon seit lanaen Jahren waren im Maxx dl? Vorrczthe am Marxke und in den Produktionsbezirken nicht 10 klein rvie gégenwgrtrg. Als Käufer treten nur Kundschaftkbändlcr auf, da§_ Erportaeichafs rst leblos. Die Notirunqen lauten: Markttraare prima 110-125 „45, mittel 85- 95 ckck, Gebirashopfen 120-130 «“:,HaUextauer Sregeignt (Wolnzach Au) prima 135_145 „44, sccunda 90-105 „44, Haiiertauer prima 120-130 “46, mittel 85-105 „46, Aiscbgrunder prima 120 -130 „46, mittkl 85-105 „46, Württemberqsr prinz; 139-145 „46, mittel 85-105 .“, Badische prima 130-135 „46, mtttel 85_105_„44, Elsäffer Prima 120-130 „M. mittel 85-105 «((-, Polnijcbe Yrima 135-150 .“, mittkl 85-105 „44, geringe aller Sorten 50--0 sik Die Primasortcn smd nur in einzelnen Baüen am Markt: voc- anden. _ _

h Wien,14.Mäz. (W. T. V.) _ D1e_Bilanz der ungari- sckzen Kreditanstalt kveist einen Remgcqun yon 1093 784 Fl. anf, Wovon dcm Reservefond 56 546 F1. znqe1chrrebeii werden_ und vom 1. April angefangen für jede Aktie 19Z F1. GUammtdiVidende e ;: [1 werden.

gz lIWieM, 15. März. (W. T. B.) Die Gcneralversammliwg deß Wiener Bankvereins genehmigte dxn Rech_enschaft_sh:ncht des Verivaltungérathes und die Vertbeiluna einer Gxtammtdtrrkxnde von 8 Fl. für das Jahr 1880. In dem Recbemcbaitshericvt wrrd (ius- gefuhrt, daß antäßlicb der TranSaktwn 1111: Erhohung des_ Aktun- kapitals auf 25 Miilioneu Fl. dte_ Bank etn_e.*- G-“wmn _von 2550000 Fl. erzielte, womit ein bejondzrer Reiervcfond gebildet wird. Die Geiammtkeserven des Bankveretn_8 siiid daher folganke: Ordentiiéh: Reserve 545 667 Fl., alte Sveitalrxierrzx. 1221003 Fl., MUL Reserve 2550 000 Fl., iu Summa 4316 670 ss.

Verkehrs-Anstalten.

Tric , 14. März. (W. T. B.) Der Liovddamrfer ,(Hsycrxos“'t ist heute Vormittag mit der ostindiscb-chmcfiscben Ueber- 1anrvost aus Alexandrien bier eingetroffen.

Plymouth, 14. März. (W._ T. B.) Der Hamburger Postdampfer „Wieland' ist bier angekommen.

New- York, 14. März. (W. T. B.) Der Hamhuraet Postdamvfer .Cimbria“ und der ngpfet der_National- Oamvsscbiffs-Comvagnie (C. Mejsingsckze Lime) ,Eng- land“ sind hier eingetroffen.

Berlin, 15. März 1881.

Zur Hebung des deutschen Ausfuhrhandels. Bericht aus Havana. (AUSZUJ aus einem in Nr. 10 des ,Deutichm Handels-Arckoivz“

vom 11. d. M. mit.".etbei'ten Bekickote über die wirtbschaitliüoén und HandeiSvekhältniffe dsr Insel Cuba in den Jahren 1819 und 1880.)

Dir aus Deutschland bezogenen Artikel firid solgende:

Eisen:, Stahl- und Mesfingwaaren (Remscheid, Valbert, Lüdenscheid, Iserlohn, Solingen, Gevelsberg, Effexi);

Maschinen und Maschinentbcilc (Berlin, Rheinlande);

Bijouteriewaaren (Hanau, Pxorzheim);

Besasartikel (Barmen, Ethericld);

Spielwaaren (Nürnbrrg,_Sox1neberg); _

Kurzwaarcn und Qumcazllcrien aUer Art (Berlin);

Lederwaaren (Berlin, Onenbach); _

Artikel von artgummi (Berlin, „Hamburg, Mannhim);

Uhren (Sach en); * _

Manufakturwaarcn (:ach1e_n); __ __ _

Glas-, Porzellan: und Stemgutivaaren (xhurmgen);

ier. _ _ _

5IZZm bedeutendsten isi wohl_dic Einfuhr yon Eisen: _und Stahlmaaren aus einzelnen Benrkcn der Rbemprovmzx mti: besondere die Einfuhr sogenannxxr 1713-11-11»; (eme Art „Faschß nenmeffer, wie sie hier hauvtiachlich von drn VauZn und Negerauisehern, theils zuniHoizichlage__11, theils_a19 S_chxnuck und Waffe, gebraucht werden), d1e_ _1ruher aus1chiißß11chron CoUinS u. Comp. in New:?)ork geliefert wurden, (eit einigen Jahren aber auch von Dei_itschl_and (Gevelsberg) bezogen werden; die zum Zuckerrohrichnciden__ auf den Plantagen _be: nuvten Messer, deren Konsum em _außerst bedeutender ist, kommen bisher aus England; ferner und _hier noch zu nennrn Eiscnbahnschienen, Räder, Achsen, Schäjte (Eisen), endlich Messer und Schecken (Solingen) von den gewöhnlichsten bis zu den feinsten Sorten. _ _ Wie aus dem Vorstehenden bereits zu e_ntnehmen_, isi aerade gegenwärtig die Nachfrage nach Maschiney aut der Insel eme sehr bedeutende._D1eselben wuroen bisher vor- züglich aus England, neuerdings auch aus rankreich und den Vereinigten Staaten bezogen. Auch aus utschlan_d find bereits einzelne Maschincnthxile, m_sbesondere _Centrifugen, eingeführt, doch ist, so viel bekannt,_ em vollständiger Apparat deutscher Konstruktion hier noch mr ends aufgestellt wordxn, neucrdings haben nun auch deutschcYäuser, insbesondere eme Berliner Firma, hier Anenturen err) tet, und da sich m_n AU: cmeincn die deutschen Maschinen eines sehr guten Nunch- rcuen, so fonte an unebmcn sein, _daß es im Laufe der Zeit auch den deutschen ,abrikanten gelingen mird, größere Auf: trä e 11 ct alten. _ _ _ g Fzraiizö?isck Häuser sind in dieser Beziehung sle rührig, eines derselben ;. B. hält in Havana emen eigenen ngemeur,

Direktor der baymsckoea Gewerbemnseum in Nürnberg, dr. Karl

mit einem JahreSgehait von 6000 Doll. nnd Tantiemen, und

("011 dem: anch im Laufe der letzten Jahre_ über _800000 Doll. Aufträge erhalten haben. Gerade auf die Entie__n_d_ung eines der spanischen odrr doch mindestenß der sranzomchen oder

. englischen Sprache mächtigen Ingenieurs, womöglich mit 1 * oder 2 newandten

Maschinisten, ist hssondereZ Gewicht zu lesen. Ohne vorhergängige Opfer dürite e?» aÜ-“rdiiigs 1chwer fallen, gegen die große Konkurrenz der anderen Nationen auf: zukommen. _ _ _ Bijouteriewaaren kommen größtentheils aus Psorzheim;

„doch ist in diesem Zwrige die französische Konkurrenz sehr

stark, zumal der Raf der deutschen Waare darunter bedentend

'; zu leiden hatte, daß in früheren Jahren (neusrdings ("011 die?-

nachgelaffen haben) von Pforzheimer Kaufleuten chils direkt, thails durch 219211th in Maße Goldxvgaren ordmarfter Art, meist 8karätige§ Gold, aui den h1€1igen Markt gebracht wurde, wodurch mit der Zeit_ alle _deut1che Bizonterte mehr oder minder in Mißkredit gerieth und die _Be- zeichnung „0-0 818111Ü11“ soviel bedeutete, als „nichts- nutzige, schlrchte Waare“. Im Interesse drr guten 5eut1chen Waare wäre es zu wiinschsn, daß _dieie_ Maxi; ganz aufgegeben würde, um so mehr, als gerave hiér iehr v1e1_c_mf hthU Goldgehalt gkgeben Wird. Fremde Goldwaareii Und meist 18karätig, deutsche aber 1elt2n mehr _ach 14k_arc_1tig und so giebt man schon aus diksem Grunde erstsren Vielsack) den

. Vorzug.

Die an?- Varnwn und Elberfkld eintieführten Bemhartikel (LiIon, Knöpfe u. s. _w.) _ haben_ dnrch Erhöhung _dßs Zoiles aiif sogenannte Halbsabrikate eme bedeuteiide VrciS1tetge_rut_1a erfahren; trohdem ist der fernere Bezug dieser Arttke1 moglich geblieben. _ _ Die détitschon Spielwaaren haben eine Konktirrén; nicht wohl zu fiirchtrn, wogegen Kiirzwaarén, ancaiilerien, Lederwaaren ishr “0191. cm?- Orjterreich (Bohmen, Wirn 2a) hezogen WLTÖLU, inhem der österroichisckixgi Waare, was Ge- schmack und Nruhsit dsr Muster anbstrint, der Vorzug ge- geben wird.

Tafchsn- und Wandnhren werden noch mehr aii?- drr Schweiz al?- aUcZ Déutschlmd bezogen, _ferner aber auch aus Fraiikrrick) und 11an12ntlich__k_1€n Vereinigten Staateii. Den deutschen, ziimal den säch1iich€n_(auc3 Glashutto 691 Free.?- den), wird Solidität und attßgrzeichnete Arbeit iiachzsruhmt, doch wird vielfach auf das- Aemzere zu wem,.x Werth gelegt, so unter Anderem auf eine schöne, ge1ck)_mc1ckvoi12 Gramrung, die doch dem kaufenden Nichtkénner, [Wim OLffULU der Uhr, zuerst in?, Auge fälit. _ _

Zn Manniakturwaarcn steht Englanchut1chland weit voran.

Die aus Sachsen bezogenen Artikel sind vor Ylilem: haumwoÜne Strümpfe und gebleichtc Leinen:_undVanm_woÜenwaarqn, auch un- ehieichtsLeinen, leßtcre jedoch insehr geringenQuantitateti. _Jm Ugcmcinen soil in den Jahren 1879 und 1880 die Emmhr

von Manufakturwaarcn gegen die Vorjahre zurückgega11_g_en, dagegen ipcziéll die deutscher Fabrikate nx) Znnehiiicn hegrinen sein. Außer England und Dxut1chland uiid Belgien, Spanien und Frankreich noch BLZUJÖMUDST und fur Baumwoilwaaren neuerdings- auch die Vereinigten Staaten. Glaswaaren, hauptsächlich Tafelglaß und Hohlgla1_er, ferner Porzellan: und_Steit_igutwaareti, iiiZbefondxre Spiel- sachen von Porzellan, (ind _thth nur in kleinen Y-Zggenxatts Dentsthland (Thüringen) eingefiihrt worden; dcr großtx 2.1)?11 dieser Waaren kommt aus England, theilweise aus Oesterreich und feinere Sorten auch aus_Fr-mkrcich. __Der Verbrauch dieser Artikel ist ein sehr groxzer, und_ cs Ut zu redanern, daß den deutschen Fabrikanten_ durch die hohen _Tr-mSport- kosten bis zum Verschiffungshascti (Anthrpen) _tzie Konkur- renz mit England so erschwert mird. T_ie engiijche Waare (011 iibrigens auch das noch vor der déilUch-IU voriins haben, daß sie vermöge ihrér gutxn Vcryackung i_vxit we_1_11ger Yruch aufzuweisen pflegt als die dcut1_che.___5012 cngltichen (Hias- waarcn werden nämlich durchaus m_;iasscrnxcrpackt und nicht, wie in Deutschland meist der Fal] Ut, 111 Linen, wodurch em rößerer Bruch unvermeidlich 1s1;_dei111 Feiner wxrkxen geroilt, isten abcr sicworfcn. Steingut wird 113 Engicmd 111 (ogcnanxite „,a-nw», arobgeflochtcnc 87.911? m:reckmc Jhrhe o_erpackt, mr derartige Wanke die prakmchtte und wohimiitc Bcrpacknngs: MMVM Verzchrungoacgenständen, _dcrcn Eiiifnhr hicr _cme cnormc isi, litfcrtTeutscbiand mir e1n_en Artikel, dcr einiger- maßen in Betracht kommt, 11i111111ch Bier. Dor Konsum von Bier ist verhältnißmäßig nicht unbedeutend, Und einem guten, wohisch111cckendcn, leichten, iiicht zu sehr im“- Alkohol ver1ehten deutschen Biere würde wohl_ aügemem der Vorzni worden zn schweren englischen, sonne auch _vor _5611 amcritamichen Bieren gegeben, eine _Bcl)a1wtimg_ d'c 1_11_cht nur___1ur Cizba, sondern für die meistert tibersxcitchgn PLUM zutrifft. Isidor aber ist ein antes deutichcs Vier c111c :cltxnhcit; 68 giebt (war wohl keine bierbrauende_St-zdt in Dciitjchland, die nicht ihr Fabrikat konsignationsweise _m iibersccitchc Lantxcr ver: scnkct, aber gerade diesc acgcnscitige K_oxixurrcni dcr oertchigdcn- artiasi-"n, auf die verschicd9nartigtie Wc_1!c_ (i_cbramen brunchen Biere, n::txr denen natiirlich 1m_1_ncr bei Weitem nichr schlechte imd sch1cchtaewor5cnc als gntr 11110, hat ca dahin gebracht, Baß keines derselben bisher im Auslande recht auxkommcn konntZa 11 konxmt noch, daß nicht einma] diecinzclneg Brauereien regelmäßig ein und dasselbe Bier lictcrn; i_eltcn iind qnä; m_tr zwei Lieferungen hintereinander gleich, die zweite ist meist schon schlechter als die erste, und wenn_guch gerade nicht das, so entweder heller, oder dunkler odcr __narkcx, kurz die ?_lcbti- lichkeit mit der ersten Sendung beichmnkt (ich meist am die ' 1 ttt, _ __ Enméo kommt es, das; während „englisghcs“ Vier 11-r_Jedc_re mann ein durchaus bestimmter Vearin in; deutsches Bier em «.ani undefinirbares, bald so, h_ald andethchmcxkenoca Getränk ist, das tros dcs Prestige, das thin zur cette_ttcht,_ und tros- dem ca seiner Brauart nach mr den K01111111111be2ekisch€k Länder geeigneter ist, sich gegen das cnglixch: _,xabnkat a::f die Dauer nirgends bebmzpten (any, mie denn auch ganz newiß nur die guerwemgstcn dcutychen Versender bei ihren Konfignationen bisher Rechnung (?ctunden heiden. Von sachverständigcr Seite werden noch_ olgende, bisher gar nicht oder wenig bier eingeführte dqucbe Waaren als voraussichtlich (onkurrcnzfäbig h-zeichtxt: _ Parfümeriewaaren in jeder ,zorm, doch 1Ü_ elegante Aufmachung unbedingt nothwendig, um mit franzö- fiichcr Waare konkumren zu können, Billige leichte Tücher, kapiere, la&, Steingut: und Porzellanwaaren, Stabcisen, Maschinen,