1849 / 120 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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untersiüßte den Antra und meinte, daß die Bill„die Frachxen keines- weges 1“Wuziren würKSpe. Herr M'Gregor erklarte sich „fur, die Re- form der Schifffa rtsgeseye, wollte aber zyglklch, daß die bisherigen Lasten der engli chen Rheder reduzirt wurden, dann brauche ma_n keine andere Konkurrenz zu fürchten. Uebrigens besor te er wenig von der Konkurrenz der Nordamerikaner. Herr Walpo e wollte das Gegenseitigkeits-System nicht aufgehobxwwissen und sprach die An- sicht aus, daß diese Reform die “FPÖ? Handels-Marme und Schiff ahrts-Jntereffcn gefährden mune. Sn: J. Gxalzam nahm daran? das Wort für die Refoi'm der Schiff ahrtsgexeße. Er berief sich zunächst auf das Urthetbder Hau th fen und Handels- pläye nnd äußerte die Ansicht, daß d|e noch be ehetidext Schifffahrts- Geseße sich überlebt hätten. Wezm auch das,?)rmzxp der Gegen- seitigkeit zur Zeit Huskisson's weise und politisch gewesen, so sei dies heute nicht mehr der Fall, Bei der Yeberlegenheit des engli- schen Kapitals'und dcr nautischen Tüchtigkeit England sei von frem- Ter Konkurrcz nichts zu fürchten. Beharre man auf der bestehen- den Gescchbung, so sei die Gefahr da, daß der Zollverein sich weiter ausdebnc. Und schon Huskisson habe auf die Gefahr hin- gewiesen, daß ein Krieg von Differenzial-Zöllen auf die Dauer "gerade dcmjcnigcn Lande am meisten Nachtheil bringen müsse, wclcbcs die größte Handelsmarine befißc. Er halte die Maßregel

ais Sckxiußstcin dcs begonnenen Freihandels-Systems fiir noth-

wendig, Es handle sich „hier um Rückschritt oder Fort- schritt, und cr erkläre sich für den Fortschritt innerhalb dsr Gränzeu dcr Besonnenheit nnd Vorsicht. Herr Baring crisärty sicb gegen die Bill und meinte, daß die Beschwer- nisc dcs Säéifffahrtssystems entfernt werden könnten, ohne daß man das Prinzip aufgäbe. Lord J. Russell hielt es für iiber- fiiissl'g, noch neue Argumente vorzubri'ngen, nachdem Sir I. Gra- ham dicsclbcn ganz und gar erschöpft. Es sei gar nicht bewiesen, daß Englands Marine durch die Schifffahrtsgcseye so stark gewor- den; gerade seit den Von Huskisson eingeführten Erleichterungen babe Englands Handelsmarine zugenommen. Er halte eme Ent- scheidung dieser Frage im Sinne der Handklsfreiheit_fiir um so niithigei', als man schon wiedcr vom Schuß auf Getratde spixche, der, selbst wenn er dom “Parlamente wieder angenommen wnrde, nimmermcbr beibehalten werden könne. Herr D'Zsraeii er- klärte die aus der Freiha1idcls-“1heoriegezogenenKonsequenzewßin ganz unpasscnd, da ihm das Freibandcls-Experimcnt durchaus mr lungen scheine. Er frage, ob man Vor vier Monaten mit der Maßregclhervor- qetreten wäre, hätte man gewußt, wie Nordamerika fichzu dcrsclbeysiclle. Nack) dcm Nachtbeiic, den der Freihandel in den letzten drei Jah- ren dem Lande geschlagen habe, wollte er von keinem neuen Ver- suche etwas wiffcn. Das Haus nahm jedoch darauf, wie schon erwähnt, mit 275 gegen 214,- Stimmen die dritte Verlesung an. Herr Hume hat im Unterhause angezeigt, daß er seinen Antrag in, Bezug auf Parlaments-Reform bis zum 15. Mai bertage. Eben so bat Herr M'Grcqor seinen Vorschlag, daß über Englands Han- delsbczicbungcu zu fremden Ländern und iiber die Mittel, dieselben zu ci'ivciicrn, cine Uniersuch1mg angestellt werden solle, noch Der- tagt. Lord John Ruffell begehrte am Donnerstag dom Unterhause dic Erlanbniß fiir die Ein ringnng einer Bill zur Abänderung des irliindischen Armengescyes, Einer der Hauptgrundzüge dieser neuen Bill _crinnert an die Zuscbuß-Armenslcuer. Fiir den Beitrag der Wahlkrkisc der Armenbezirke soll ein Maximum Von 5 Plc. Vom Pfund Stciiling festgescßt wcrden, wenn die Armen- stcm'r aber böhkr steigt, der Mehrbedarf bis zu 2 Schilling Von den anderen Wahlki'kiscn des Armcnbezirks erhoben werden. Ferner er- halten die Armcnkonnnissai'e Bcfugniß, eine neue Eintheilung von Armcitbczirkcn nnd Wahlkreisen unter der Bedingung vvrzunehmen, daß zugleich ncue Armcnhäuser erbaut werden. Die Gutsbesiyer dii1*fen_auch in Zukunft einm den auf ihm:: Grundstücken haf- tenden Bcibrcntcn cnisprscbc-nden Betrag bon dcr Armenstcuer ab- ziehcu, doch sollen diest'ibm in Zukunft drr Armensteuer unter- worfen WLL'LWU. Dcr Päcbm' darf von nun die Hälfte der Ar- mcnsicucr, aber nicht Mlht', von der Pacht abzieYn. Alle Ver- beffcrungcn des Grundstücks bleiben auf fieben ahre von der Armcnstencr befm»i1. Die Debatte über den schon so oft ange- regten (Ticgknsrand brachte wenig Neues, nur Herr Grattan er- griff die (55cit'gc11heit, um eincn heftigen Angriff auf Sir R. Peel zn macbcn, den er beschuldigte, durch seinen Colonisationsplan einc Vertreibung der Katholiken aus Irland zu beabfichtigen, einen Angriff, dcn Sir R. Plkl energisch zuriickwics. Lord J. Russell erhielt die gewiinschte Erlanbniß, worauf der General-Jiskal eine Vill zur Erleichterung des Verkaufs iibcrschnldcter Grundstücke in Irland einbrachte. Zur Erreichung dieses Zweckes wird eine aus drci Mitgliedern bcstcbcnde Kommission niedergeseßt, Welche alle Functionen dcs Km1zicigcrichts ohne die großen Kosten und den langsamen Geschäftsgang dieses Instituts ausüben soll. Sie entwirft sich mit der Billigung dcs irländiscben Geheimen Raths selbst ihre Geschäftsordnung, Verlangt die Vorlcgung dcr Befiixtitcl, *.*crkanft auf Ansuchen dcr Ei enthümcr oder der (Liläubiger Grundbesiß in beliebiger AusdeYnung und er-

720-

Feist dem Käufer einm gegen alle EinwendunZen stichhalti en esiytitel. Die Kommissare erhalten dieselbe Be ugniß, wie ie «,an bei_Executionen„ so daß der weitläufige Expropriations-

Pro e we ällt und der Käufer nicht heraus eseßt werden kann. Diez ednergfsprachen sich beifällig über die Bäl aus, namentlich

Sir R. cel der i r o e Lobsprüche erthcilte. Nur Herr Stuart End siequ, summeislZl).h Vorgestern berieth vgs Unterhaus im

usschusse über die Bill znr wirksameren Verhutun von Wahl- besiechungen, nachdem Oberst Sibthorp die ganze ?) aßregel aufs heftigste angegriffen und der Mini er des Innern sich dagegen ver- wahrt atte, daßer, indem er in d eAusschuß-erathung einwillFx, eine inwendungen gen den Grundsay der Bill fallen lass . te

ebatte betraf ausschlZeßlich die erste Klausel, welche denKandidatetz auf den Wahlgerüsimund den gewählten Mitgliedern vorschreiben wurde, daß sie, die Einen vor der Wahl und die Anderen vor ker Plaß-nehmung im Unterhause, feierlich die Versicherung abgeben, es sei im Jnterxsse ihrer Kandidatur kein Bestcäx-un smittel angewendxt worden. Diese Bestimmung wurde von Lord LIZ. Russell nnd Str G. Grey ent- fchieden bekämpxt und zukeyt mit großer Majorität berwvrfetz, worauf der Ver user und Einbringer dcr Bill, Herr Pakmgion, dte_ Vertagung des Entwurfs auf unbestimmte Zeit verlangte, was 7- nehmigt wurde. Das Haus beschäftigte sich sodann mit ,der tll in Betreff der Sonntagsfahrten auf Ei enbahuen, deren zweite Ver- lcsunq Herr Locke beantragte. Die ill bezweckt, die Eisenbahn- Gesel'lschaften in Schottland zu verpflichten, an Sonntagen die Rei- senden in gleicher Weise, wie an den Wochenia cn, zu befördern. Mehrere Mitglieder bekämpften das Prin ip dcr ill und hoben be- sonders hervor, daß sie das religiöse Geéühl des schottischen Volkes theils verlesen, theils lau machen würde. Bei der Abstimmung wurde die zweite Verlesung und somit die Bill selbst mii kleiner Ma'jorität ver- worfen. Gestern interpellirteHerr D'Jsraeli wegen des von den Sici- liern angekauftcn Dampfschiffs „Bombay“, das die „Zollbehörde mit Beschla? belegt hat. Lord J. Russell erklärte, daß die Frage über die Gütigkeit der Beschlagnahme den Rechtsbeamten der Krone

vorliege, und daß nach ihrer Entscheidung werde verfahrenwerden.

Das Haus verwandelte sich- hieraus in einen Ausschuß über die Hülfx-Armensteuer, verwarf mehrere von der Opposition einge- brachte Amendements mit sehr starken Majoritäten und nahm die einzelnen Klauseln der Bill nach dcn Anträgen des Ministeriums an. Im Oberhause beantragte vorgestern dcr Lord-Kanzler die zweite Lesung einer Bill, welche die Verwandelnng dcr irländiscben Zeitpacht auf willkürliche Kündigung in Erbpacht beirerksteiligen sollte. Sie fand wenig Widerspruä), und Lord Wicklow wünschte sogar, die Bill möchte noch“ weiter gehen und den Pächtern auf Lebenszeit eine Modalität gestatten, ihre Güter in Lehngüter zu verwandeln. Die zWeite Lesung fand Genehmigung. Gestern be- xietlsys das Oberhaus über einige Bills von untergeordnetemIn- ere e.

Italien. Rom, 20. April. fige Moniteur zeigt an, daHSicilien die römischeRepublék förm- lich anerkannt habe. Zum eweise diescr offiziellen Anerkennung Jnanbit'; es "den Pater Ventura zu seinem Vertreter bei hiesiger

epu 1. -

Morgen hält der neue Kriegs-Minister Avezzana eine große Musterung aller hiesiger Militairkräfte ab.

Neapel, 16. April. (A. Z.) Das Giorn. costituz. bringt in seinem offizieklcn Theile die Kriegsberichle der neapolita- nischen Generale, die im Wesentlichen Folgendes enthalten:

Hauptquartier Giarrc, 4. April. Erßcr Bericht des Fürsten Sa- triano, Kommandant e_n Chef. Am 29sien v. M, Wurde in Mesfina große Revxrc grhalten, und die Truppen bcfiiirtcn mit großer Kampflust vor dim Kommandanten. Am 31s1en traten die Kolonnen ihren Marsch an. Die Brigade der "ßen Divicon wurde cingeschifft, versuchte eine Schein- laudung bei Cefnlu, h lie“ ben Dampfer „il Stwmbolié“ ein und traf mit dem Rest * der Armee .in der Richtung von Catania zusammen, Vom Cap S. Alessio fielen zahlreiche Schüsse auf den „Stromboii“, einer derselben ging sogar durch ,das chelwerk. Das Feuer wurde vom Dampfer crwicdcrt und d:“c feindlichen Schwärme, welche den Marsch der Landtknppm beunruhigtm, auSeinandergcsprengt, und namentlich cinem Fremden-Bataillon und einer Schwadron reitcndcr

-Zäger nus Abgedanften dcr afrikanischm Armee beträchtlicher Schaden

zugefügt. Die zersprcngtrn Truppen flüchteten fich nach Taormina, und unsere Vorhut hatte Gelegenheit, mehrere Gefangcne zu machen. Die bei- den Brigaden ker Westen und die zweite der ersten Divison wurden mit ter zweiten vereinigt, traten ihren Marsch an, nahmen die Position von S. Alesfio und standen am Abrnd cine Miglie (halbe Stunde) vor den Linien von Taormina. Diese Pofition, schon von Natur stark, war es noch mehr durch die Batterickn, dic man'mit 9 Stiicken bcseßt fand. Eine Depu- tation der Gemeinde von S, Alesfio kündigte die Unterwerfung des Landes an. 3, April. Die beinahe unbezwinglichc Position von Taormina, durch Gräben, 9 Kanonen und 4000 Mann geschiiyt, wurde gestern von Westen aus durch Umgehung von 2 Bataillonen und 1 Compagnie Jäger gcnom- men. Diese Waffenthat etrcgte bei Freund und Fcind Bewunderung und zwang die Vcsaßung von “Taormina zu eilige! Flucht mit Zurücklassung ihrcr Artillerie und großer Kriegsvorkäthc, die sogleich cingeschifft tvnrden. Giarre, 4. April. Von Gordini bis hierher wurde heute marschirt, ohne

'fängnissen von Korfu gebrächt.

(Französ. Bl.) Dcr hie-'

-ter, Original-Lustspiel in 3 Abri), vvn L. Feldmann.

anf Widet|and zu sioßen. Wir .habexz Nachricht, daß der eind 11:16 in Aci erwarte. Wird“ dieses Hinderniß ubeWunden, dann greien wir Ca- tania rasch an. Die Soldaten sind klitäswsktg, und wohin wir kommen, werden wir von den Einwohnern freund ck bewillkommi. '

, Zweite:.Bericht. Catania, 7. April. Ich berichte beute uber die Entnahme Catania's am öfen Abends. Unsere Soldaten haben |ck 13._14 Stunden mit der größten Tapferkeit gegen 25,000nMann geschlagen, Wortm- ter einige tauxmd regulaite Truppen. Nicht u zahlen waren die Schayzen, Barrikaden, Mauern mit Schießscharten, Grä en, dielangen Straßen, abe:- säet mit Wurfgeschoffen, die von der nächsten Brusiwchk geschleudert, tour- den, endlich ein regelmäßig und geschickt verschanztes Lager, beseßt xmt Ar. tillerie “und geschüvt durch 11 Minen, Unsere Truppen warxn von ActReale, welches fie un1etwotfen, über Aci Canna, Aei S. Antonio nnd Belvedere aufge- brochen, griffen die furchtbare'Stellung bei Catania an und schlugen die unzähligen Truppen und Nationalgarden in die Flucht. Mehr als 1000 Todte bedecken das Schlachtfeld, 12 Fahnen smd erbeutet, man entriß sie den Fahnennägern mitten im Bataillon, ja es geschahen 'Waffentha. ten, wie fie nur das Konsulat und daS'Kaiserreich aufzuweisen, haben, Von unserer Seite fielen 3 Offiziere, 40 smd verwunde]. "Dll Zahl der gebliebenen Gemeinen kann ich noch nicht an eben. Wu boten„daß Sy. mkus von 1200 Mann und 31 Stiicken groSen Kalibers verthetdt (wird.

Dritter Bericht. Catania, 9. April. Die Nachhut des emdes, aus einem Bataillon Schüßen (meist Fremde) und „3 Kanonen bestehend, bat fich iu Aderno festgescßt, ist aber von dort vertrieben worden. Unsere Vorposten stehen am linken Ufer des Simeto. Von allen Seiten,kommen dcn neapolitanischen Generalen Untekwerfungsadressen 311. Catania wurde am 8. d. in Belagerungszusiand erklärt, und das KriegsgeseZ vxrkundrt. Die Ablieferung der Waffen solitc binnen 3 Tagen "erfolgen, utmderhau. delnde als Rebellen betrachtet werden.

Livorno, 20. April. (Französ. Bl.) Cs ij? ein Regie- rungs-Ausschuß niedergeseßt worden, welchcr mtt Florenz Untxr- handlungen zur Ausgleichung angeknüpft hat. Die Hauptbedm-

"gungen sind: vollständi e Amnestie, Befreiung Guerrazzi's und

Uebergabe eines Theils es Waffcndieustes an ein aus Livorneseru bestehendes Corps u. s. w, *

Griechenland. Athen, 15. April. (21.30 Dgs Er- innerungsZsi des riechischcn Freiheitskampfes ist ruhig vdruberge- gangen. n .Kep alonicn (jonischen Inseln) bat die ezigltsche Re- gierung zahlreiche Verhaftungen vornehmen lassen. Die Vcrhafte- ten wurden theils nach Paxos oder Cerigo, theils nach de::„Ge- Es find sehr angesehene Manner daruntct: und die Familien der Eingezogencn protestiren um so 7-7“- ter, als zu dicscm, dcr Verfaffun hohnspxechendey Verfahren nur die in der freien Prcsse niederge egten Wunsche einstige" An- schlusses an Griechenland Anlaß gegeben haben sxiixxx;___

Meteorologtschc Beobachtungkn-

[849- ]sokgeu Uacbm-"U-z- .Um-ä- Uu]- e-umojizop ]. Usui. 6 Uhr. 2 [Fkt. U) libr. Renbaobtuuz. [„uMmok ..... 338,93Uku- 337,85'“1'u-'337„68m7u. Quokai'ömo 7.4: R- ].anka „.'... + 7,6" ki. "F- 16,2" k.! + 10.9" a. klunkätmo 9,2 k!. 'kbauynokt ..... + 5,5 " [[. + 8,8o n. + 7,7“ [“C. Uaäoksräkme [)uvotaöttisovz. 84 pke, 55 [»U- 77 761 „“kann-tun;: "'on" ....... ;röb. beitet. boitok Moäeusklaz 0 "*.-a . . 110, 0110. , 0:10. Mi-m-oob-ola-k- 16,8 -- ono - - + 9,4 _

"**)le[::-13. . . 2 - “r...:„mim1: 337,86"?--... 4 11.6" a.. +74" w.. 72 „m. ako.

Üontglrche Hrhausptrlc. Donnerstag, 3. Mai. Im Schauspielhauses; 71sie Abbnne- ments-Vorsteliung. Zum erstenmale: „Vli'l Larmen um Nichts, Lustspiel in 5 Ab:h., von Shakespeare, uberscßi von L. Tieck. An- alb 7 U r. ' -

fang Freitag, 4), Mai. Jm Opernhause. __56ste Abonnerzienis- Vorstellung, Aufhöcbstes Begehren: Das schlechtbewci§hteMadkchem pantomimisches Ballet in 2 Abth., Von d'Aubervai, fur die hiesige Königliche Bühne eingerichtet von Hoguet. Musik von verschiede:- nen Komponisten. (Frl. Fanny Essler: Lisette.) F1"!.Yr,11ssl wird hierin tanzen. Vorher: Der Rechnungsrath und seme «Nich- Anfang

alb 7 Mr. ' ' ,h Die im chertoir angezeigte Oper: „Die lustigen Weiber zu Windsor“, kann wegen foridauerndcr Heiserkcit des Herrn Krause

nicht gegeben werdcn.

Üömgsßadttschcs Theater. '

Donnerstag, 3. Mai. Berlin bei Nacht. Posse nut Gesang in 3 Akten, Von D. Kalisch. Die, Mufik chils neu kom- ponirt, theils nach bekannten Melodtecn arrangirt von F. W. Meyer. (Decorationen und Kostüme neu.) . , sind dom Theatermeister Herrn Brandt.. Die Decorattonen -- im zweiten Akt: Die Linden-Promenade unt der Aussicht aufs Bran- denburger Thor -- im dritten Akt: Das Innere des Krollschen Lokals :c. - sind vom Decorationsmaler Herrn Schwedler. Der große Maskenzug im dritten Akt ist nach vorhandenen Skizzen array- giri. (Zn Scene gcscßi Von den Herren Edmullcr und Grobcckei.)

Freitag, 4*Mai. Berlin bei Nacht.

_- „,.__.__,.Y„__- ___ _ Auswarttge Börsen.

Breélau , :1. Mai. Holländ. u. Kaiserl. Dukaten 962 Gld. Fi'icdrichsd'or 113'5 Gid. und Br. Louisd'or 1124 Gld. Pol- nischks Papiergeld 93-3 bez. und Br. Oesterreichische Banknoten 88547, Br. Staats-Schuldsrheine 792 Gld, Scehandlungs-Prä- micn-Sck)cine 3 50 Rthlr. 100 Gld, Pos. Pfandbriefe 4proz. 96"; Br., do, ZYproz. 80 Br. Schlesische do. 337proz, 89.2 Br., do. bitt, ];. 4proz. 92 Br., do. 335proz. ZLF Br.

Poln, Pfandbr. alte4proz. 914 Br., do. neue 4proz. 90.22 Br., do. Part.-Loose 3 300 Fl. 974 Gib., 3 500 Fl. 74 Br., do, Bank- Certif. :; 200 F1, 13? Br.

Acticn: Oberschlesisch. bitt. K. und [„ist. 8. 9146511). BkeSlaxl-SLWeidn-Freiburg. 79.3231“. Niederscl)les.-Märk. 715; Vr. do; wax. ZZZ Br., do. ZL» 11]. 94 Br. Ost-Rhein. (Köln- Mmd.) "16 Br. ._Neiffe-Brieg 33 Br. Krakau-Obcrschlesische 34- Gld. _ Friedrich-Willyelms-Nordbahn 33-2 bez. und Br.

W'ZZZKLY- April. (Sonntag.)

. ;) ro . 8 7- ( Nordb.p96z',ch, JTD, L*)“ ? Livorno 60, "72.

Leipzig, 19121. 532123, Dr, bl- 98, i

V' A- 142? .L- D., E. 2. » Bi,); 2228. «F?: «Loßiix 74 Br. Bayr. 787“ B*** ChemW-Riesa 1924 G. Löbau-Zittau ?? BZÖ) MÄlHNZ-LFYPZJFZÉ G-DBerl.-An*h. &. und 13 78 Br ' & . on-te r. e.V.-.---, . | ., Pr. B. A. 89 Br., 88'5 G, ß A 1912 Br., 1002 G.

wenig Umsaß.

Hamburg 30. April. ZZproz p_ C, 791/ V, , * St. Pr. Oblig. “841,- Br., 81 G. E R 1024Br.r„1,(7)?Z YZ“

Stieql. 82 Br., 812. Gib. Dän. 65? Br., 65 G. Ard. ZZ Vr. Zi; G- 3proz. 22? B***- 222 G. Hamb.-Beri. 531; Br., 53 G: Bergedorf 712 (H.- Altona-Kiel 894 Br., 89 G, Rendsb,-.Neum„ 111 Br. Mecklenburg 32 Br., 312 G.

Die Course fast unverändert und das Geschäft sehr gering.

'3 35 Fl. 28 Brf., 2772 Gld.

.2 k. S. 95'z Br. J

höheZn

“F“r-ankfurt a. M.,“,Zl). Aprii. Dieheuttge Liquidation

brachte im" Geschäft eini e Lebhaftigkeit hervor, die Umsäye in den Fonds sowohl als in Eixzenbahn-Actien waren ziemlich belangreich. Die österr. Effekten blieben indessen auf die niedrigeren Conrjc Von Wien flancr. Süddeutsche Papiere gingen zum Theil etwas höher. Sardinische Loose etwas flauer. Zproz. Spanier erfuhren auf bessere Notirung derselben von Paris eine Besserung. Nach der Börse Nordbahn etwas angenehmer.

Ocsterr. 5proz. Met. 74“; Br., 74T G. Bank-Acticn 1168 Br., 1163 G. Baden Partialloose 3 50 Fi. 488 Br., 4777 G., Kurhessen 3 40 Rthlr. preuß. 274 Brf., 2737 G. Sardinien 253; Br., 252 G. Darmst. Partial- lo'ose :- 50 Fi. 72 Br., 71'7 G., ;- 25 nien Zproz. 24"; Br., 24 G. Polen 300 Fl. Loose 973; Br., 500 Fl. Oblig. 74 Br. Friedrich Wil clms -Nordbahn 334, Br., 33 G. Bexbach 723ch Br., 72 G. Kö“ n-Minden 762 Bl“.

W e ck 1“ e !.

Amsterdam 100 F1. C. 1. S, 1002 Br., do. 2 M. 100 Gld. Augsburg 11V Fl. C. k. S. 11975- Gld. Berlin 60 Rthlr. C. k. S. 10535 Br. Bremen 50 Rihlr in Ld. k. S. 992/231“. Hamburg 100 M. B. k. S. 884 Br., do. 2 M. 88 B1“. Leipzi 60 Rthlr. C. k. S. 10535231“. London 10 Pfd. St. k. S. 120 Br., do.

M. 1204 Gld. Lyon 200 Fr. k. S. 954 Br. Paris 200 Fr. Mailand 250 Lire k. S. 1001; Gld. Wien 100 [. C. M. 20 Fl. Fuß 105 Br. ' Disko'nto 1 Gld.

Paris, 29. April. (Sonntags- Börse.) 5proz. 87.65 3

87 . 85. Effekten » Sozietät.

Amsterdam, 29. April. (Sonntag.)

44 Uhr. Ard.79r. Pieccn WHF, &. Oest. Met. 5proz,-72&. Mex,

281. Peru 4 .pam Fonds war das Geschäft sehr belebt und die Course

n denübrigen Fonds war der Handel unbedeutend.

“zu hemmen.

F1. 22? Br*, 221ch Gs Spa-

Wkarkt = Berichte.

Danzig, 28. April. Unser Blokadezustand isi solchex, Axt, daß er alle Unternehmungen unsicher macht, thUL sie doch ganzlich Es find mehrere neutrale Schiffe. eingeko'mmZ-n, und einige andere dazu berechtigte sind 'ausgelaufexi. Die damschen Kriegsschiffe find meistens nicht in Sicht; An unserer Borse sind seit Mittwoch 430 Lasten Getraide, meistens Weizen, neu ausge,- boten worden; 250 Lasten 128-32pfd. wurden „verkauft„wovon dte bekannt gewordenen Preise 380, 410, 420 Fl. im Verhaltniß 60er lebten Notirungen. _ Von 15 Last 122-123pfd. Roggen (und „0 Last 110pfd. Gerste Wurden die Preise nicht_ bekaxmt. 262-117 Erbsen 201, 220 Fl. Im Allgemeinen ist die Meinung gut. ““ Die Thorner Liste vom 21. und 23. April zeigt wreder den Eingang von 430 Last Weizen an; die Zu-fuhren aus Po- len scheinen," nach diesen Vorläufern zu urthetlen, aiso dmcb- aus nicht so ering werden zu wollen, wie cinseittge Nack)- richten es darßeilten. * In der Nacht bon estern ,au heuie brannte in der Nähe der grunen Brucke em Speick)er in derjenigen Abtheilung desselben, welcher vermiéthet !ivaké Das Feuer griff mit großer Heftigkeit uni sich „und 11„S191e chen_ nebst den darin enthaltenm Mauren, und die gxunx Brucke Jg?" bei Anbruch des Morgens in Asche- Das Ereigmß, makl)t Ü“;- um so tieferen Eindruck, da unsere Speicher auf ciner Mo “!?“: Insel liegen, von welcher Licht und Feuer gänzlich entfernt geblZ13 werden; ein'Speicherbrand ist deshalb Éßlk der Bc!a8erm3?)0000 bei uns ein unerhörtes Ereigniß. Der chaden wirdtaufleich-den Rthlr. geschäht. Das Meiste ist naturlich ver17chek ,'stgdies nicht Waaren in dcr vermietheten Syeicher-Abthkilung- doch ' -

Nur mit Hiilfe des* ruhigen Wetters gelanßg

Theilnahme. it, daß die von Stra en“und

Anstrengungen der Sprißenleute insowe

-Höfen umgränzte_Br_csndsiätte sich nicht weite? ausdehnte.

“ck ' n «:yes:-m Ober-Houuchvru-x-xei. Druck und Verlag der De erstb-e , *_ * Betwge

. , e ; allgemein, und namentlich findet Em bedeutender Verlust “ÜJYWNL „*

Die Maschinerieeu -

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.Konzert-Revue.

i_handlungen , ?),im Journal des Debats:

.als nicht erfolgt erscheint, Weil

* dei" und die Herzogthiimer sein würde.

' Krieges Frankreich

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721 Beilage zum Preußischen Staats

-Llnzeiger.

Donnerstag 1). 3, Prof.

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Inhalt. Anstand.

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' Frankreich. Paris. Italienische Nachrichten. * Kommando der tou-

loner Flotten-Division. - Die französische Marine, - Ges wadcr Frank- reichs bei Venezuela. - Die Stellvertretung im Heere. é- Lager bei St. Maur. - Vermischtes.

Wissenschaft und Kunst.

Markt - Berichte.

Uiclxtamtlirhcr Theil. Ausland.

Frankreich. Paris, 28, April. Ueber die Ver- zwischen Oesterreich und Sardinien liest man „Zu Turin beschäftigen noch stets und ganz allein die Forderungen des Marschalls Radeyky das Publikum, das Ministerium und die Journale. Außer einer Kriegscontribution von 200 Millionen, außer der Beseßung Alessan- dria's bis zur vollständigen Bezahlung jener Contribution fordert der Marschall noch Modificationen in der Verfassung der sardinischen

Staatezi. Diese übermäßige Forderung wiirde noch unzulässi- * er ssem, als die beiden ersten Forderungen; allein der alte Bewegung Europa's

ar chall, für den die geKenwärtige

esieht auf diesen Modificationen, nach seiner Meinung eine durchaus liberale Verfassung, wie die Sardiniens, ein zu schlimmes Beispiel für die Lombar- , Allein, Wenn Frankreich nicht mtervenirkn zu müssen glaubte, um Oesterreich die Lombardei zu nehmen, so steht es jest da, um die Unabhänqigkcit Piemonts 313 arantiren. Man versichert, daß Herr Bois-le-Comte, dcr fran- zofi che_ Gesandte zit _Turin, Instructionen erhalten hat, in Folge deren er die sardiniickye Regierung hat erntuthigen müssen, die Forderungen, desMarschalls abzulehnen. Man sagt auch, daß dem Admiral Albin: ein Gegenbefehl zugeschickt sei, so daß er mit sei- nem Geschwgder, tm Adxiatischen Meere bliebe, bis die gegenwärti- gen Schwierigketten gelöst wären. Die Regierung hält die piemon- tesische Armee aufdem'Kriegsfuße, wie wir schon gemeldet; alle Verabschiedungen smd eingestellt. Man sagt MZ, daß in einem Kabinetsrathx entschieden sei, daß man die edingungen des Marschalls nicht'annehmen könne und daß der König sick) vorziiKlich qegen jede Modification in der Verfassung a11sgesprochen ha e.“ Éinitglied der piemoniesischen Regierung, Herr Valerio, ist in Paris eingetroffen, Man bringt seine Sendung mit den Forde- 1*u_ngen Radeßky's in Verbindung, Die Estafette sagt: „Herr Globerti, der Geschäftsträger Piemonts, hat dem Minister des Aus- wärtigen eine Note überreicht, in welcher die piemontesiscbe Regie- rung offiziell und von neuem die Vermittelung Frankreichs“ uiid Englands zur Regelung der Schwierigkeiten, welche Radeßky, im Namen Oesterreichs macht, anruft. Man sagt, daß dem SWP- Capitain Nigaudit, welcher im Adriatischen Meere kommandtrt,

der Befehl zugeschickt sei, vor Venedig zu kreuszen, bis die An-

elegen'heiten Piemonts mit Radeßky erledth eien.“ Zn dcn ittheilungcn der Press e iiber die italien sche FraHe wrrd ver- sichert, daß die Forderungen Oesterreichs an Sardin en dur„chaus nicht o übertrieben seien, als sie in anderen ranzosischen Blattern darge1[tellt würden, Das EntfaLen auf alle An priiche von Seiten des Königs von Sardinien an die ombardei und an Parma und Mo- dena ist da ach von diesem bereits zugestanden, eben so von Oester- reich die crminberung des 1846 auf die piemontesischen Weine gelegten ZoÜes um die Hälfte; größere Schwierigkeit aber mache die Entschädigungsfrage. Oesterreich verlange war nicht 200, sondern blos 125 Millionen Lire und zwar 75 iblionen fiir den Feldzn Von 1848 und 50 Millionen für den diesjährigen, der sardini?che Bevollmächtigte habe aber nur 60 Millionen, bie- ten können. Ritter Bnoncampagni sei, um neue Jnstrnctionen iiber diese Angelegenheit einzuholen, nach Turin gereist. Die "heutige Patrie meldet den Einzug der Oestxrreicher in die Cita- delle von Alessandria. Gegen dieses Zugeständmß habe Radeßky hundert Millionen von der Kriegssteuer abgelassen. , Statt 20_0 Verlange er nur 100 Millionen. Briefe aus Marseille vom 25, April wollen wissen, daß die Maschine des „Jnfxmal“, vom Expe- ditions-Gefchwader, zer prungen sei und eine furchtxrltche ,Verhee; rung angerichtet abe. Der Semayhore vom 25. April zwei- felt aber an der chtheit dieser Nachricht. Aus Flo-renz “reichen die Nachrichten bis zum 20sten, Leopold '11. war „bis _dahm noch nicht in seine Staäten znriickgekehrt. In Livornd halt slch die proz visorische Re ierung noch immer. Aus Rom wird Vom 19. April gemeldet, daß Audmot in der Constituente den Entwurf des neuen Manifestes an die fremden Mächte verlesen hatte, daß dasselbe angenommen und beschlossen wurde, es" auf diploniatisxhem Wege an seine Bestimmungsorte zu bcfordern, Nach einem Briefe aus Neapel vom 14ten, den mehrere Blatier bringen, soll der Oberbefehlshaber der sicilianischen Truppen, Mie- roslawski, zu Catanea von den Neapolitanern gefangen genonnnxn worden sein. Der Constitutionnel berichtet ferner, das Schiff „Cato“ habe am 17ten nach Neapel die Kunde gebracht, daß dre Regierung von Palermo den Wünschen der Bevölkerung nachgeben Md sich den Bedingungen unterwerfen wolle, welche der Admtxal Baudin für sie erlangen könne. Man will auch wissen, die Regi?- rung habe die Nachricht erhalten, daß der Admiral Baudin fur Palermo eine ehrenvolle Capitulation erlangt habe. Er hatte zu diesxm Zwecke volle Gewalt von der provi orischen Re icxunggn Sicilien erhalten„ und das französische (Hexchwader ha c„tn Steht Zoor der Stadt bleiben müssen, um die Capitulation zu schchn und 1hr Achtung zu verschaffen. Die heutige Assemblee Nationale endlich behauptet, cine tele raphische Depesche aus Marseille Vom 27. April melde der franz“fischen Regierung die Einnahme Pa- lermo's durch die Neapolitaner. Durch einen Erlaß des Präsidenten der Republik vom 1;;.April und auf den Bericht des Marineminisiers ist, wie der Moniteur

anzeigt, der Contre-Admiral Tréhouart zum Kommando der Divi-

sion, welche zu Toulon vereinigt ist, berufen worden. ,

Die Pres s e. ist sehr unzufrieden über die Reductwnen m der Marine, da hier unvorsichtige Einschränkungen auf eine lange Reihe von Jahren hinaus schaden und im Falle eines später eintretenden durch Desorganisaiion der Marine ganz ohUMäÉhtig machen könnten. In gleichem Sinne greift der on itutionnel die Vorschläge Das Of ziercadre der französischen Marine besteht gegen- wärti aus 2 Admiralen, 10 Vice-Admiralen, 20 Contre-Admiralen, 110 inien chiffs-Capiiainen, 130 Fregatten-Capitainen, 650 Lieu-

tenants, “' Fähnrichen und 300 Eleven. Die Flotte besteht aus

der Kommission an. '

40 Linienschiffen, WFreYtten 40 „Kyrveiten, 50Briggs, 16 Trans- port: und 30 kleineren iff,en. .Die qupfflotte aus 10 Fregat- ten, 40 Korvetten, 50 Avi os und 2 schwimmenden Baiterieen.

Eine Division franzö' scher Kriegsschiffe isi an den Küsten von Venezuela angekommen, um den General-Konsui der Republik bei seiner Forderung, daß man Genugthuung gtbe für die Beleidigung, ivelche der Flagge der französischen Agenten zu Carupano angethan sei, zu unterftüpen. .,

Der wi tigste Punkt in demGeseß-Entwurfe über die Orga- nisation der rmee, mit welchem, sich die National-Versammlung in diesen Ta en beschä tigte, betrifft die Rekrutirung. Das Jour- nal _d es D bats ste t darüberAßJgende Betrachtungen an: „Das Gesey von 1832, welches die Co ation der Armee bildet, beruht auf einem doppelten Prinzip: *es stellt fest, daß die Armee sich durch Losung und durch Freiwillige rekrutire. Der gegenwärtige Geseß-Entwurf weicht davon nur „darin ab, daß er ein qanz neues System der Stellvertretung bringt; Nach dem alten Geseye soll jeder Franzose, der 24 Jahre alt" ist, persönlich dm Militairdienst leisten, und wenn er durch das Loos etroffen wird, kann er fick) nur dadurch loskaufen, daß er sich aufg seine Gefahr hin und unter seiner Verantwortlichkeit Vertreten läßt, so daß, wenn der Stell- vertreter nicht mar chiren kann, der Vertretene selbst marschian muß. Daraus ge en zwei Ungelegenheiten hervor, eine fur die Bevölkerung, eine andere für die Armee. Auf der einen Seite brin t die Möglichkeit der Vertretung für die Rei- chen eine rt von Privilegium, Weil sie allein diese Mög- lichkeit benuycn können, und fiir die Armen eine Art von Unge- rechtigkeit, weil sie allein die Last des Miiitairdicnstes tragen, und zwar ohne Vergeltung und Entschädigung, Auf der anderen Seite gewährt die Weise, in welcher die Stellvertretungen vor sich gehen, nicht alle gewünschten Garantieen für die gute Zusammensexzung der Armee. Die Stellvertretunqm find Gegenstand eines wenig gewissenlosen Handels, einer mit Recht verschrieenen Industrie ge- worden. Die Versicherungs:Gesellschaften liefern den Familien SteÜvertretcr, die aus einer Klasse genommen sind, deren unor- dentliche Gewohnheiten und deren Gewöhnung an Ungehorsam we- nig zu der militairischen Disziplin passen. Die Stellvertreter, Welche dcn dritten Theil der Armee ausmachen, werden deshalb seit lan- qcr Zeit als die wunde Stelle der Armee betrachtet. Die lexzte Regierung hatte das Uebel erkannt und sich damit beschäftigt, abzuhelfcn; allein alle Anstrengungen, die zu diesem Zweck gemacht wurden, sind ohne Resultat geblieben. Es handeltfich nun darum, ob der GeneralLamori- ciérc und die Kommission, deren Organ er ist, glücklicher geivesen sind und das Problem gelöst haben. Der Reformentwurf, den sie vorschla-

en, isi sinnreich aber Verwickelt. Er schafft die Vertretung, wie sie

xeßt ist, ab und seyt an dessen Stelle das, vas man Entlastungs-

recht nennt, das Recht, sick) Von einer Last zu befreien; dieses Recht

wiid mittelst einer Summe ausgeübt, die vor der Losung bestimmt

wird. Die zu bestimmende Summe wird alle Jahr durch das (He-

seß über das Kontingent festgeseßi. Jeder junge Mann, Welcher diese Summe bezahlt hat, ist definitiv frei vomDienste. Der Staat übernimmt die Sor e, die daduxch xm Kontingente eintretenden Lücken durch freiwillige Angeworbenc auszufüllen. Ferner faßt der Entwurf auFr dem Entlastungspreise eine zweite Abgabe fest, welche unter dem amen Schaßung zugleich die entlasteten jungen Leute und alle nicht zur Fahne Gerufenen trifft, selbst die, Welche sich im Falle einer geseßmäßigen Befreiung befinden. Der Betrag der Schahung wird nach den direkten, durch die jungen Leute und ihre Familie bezahlten Coniributionen geregelt und durch eine Ziffer vervielfältigt, Weiche jedes Jahr durch das Geskß des Kontingents bestimmt wird. Die Summen, Welche durch die Entlastung und Schaßung aufkommen, bilden einen Dotationsfonds, Welcher zu Remunerationen fiir den Militairdienst bestimmt ist. Alle Soldaten erhalten bei ihrem Abschiede eine mehr oder Weniger große Summe, je nachdem sie der Kategorie der Einberufenen, der Angcnsorbenen oder der Wiederangcworbenen gehéiren. Außerdem erhalten die Freiwilligen eine Prämie, Weiche ihnen am Tage ihrer Stellung baai' ausgezahlt werden kann. Das Erste, was bei die- sem Systeme zu bemerken ist, ist die große Verwickelung desselben.

Es em» t deshalb Bedenken jeder Art, administrative, politische und

finanzie e. EswürdeUcbe1-trcibung sein, wenn man sagte, daß dieser

Entwurf das Prinzip der gegenwärtigen Geseßgcbung zerstöre, nnd

daß er an die Stelle der gezwungenen Einberufungcn freiwillige Rekru-

tirnng seye; allein er vermindert Wenigstens das Verhältniß, in Welchem diese beiden Elemente bis jeyt bei der Bildung des Koniingents konkurrirt haben. Hat man die Folgen dieser Verbindung wvhl be- rechnei? Wird die Rckrntirung der Armee,„1velck)e jeyi ohne Schwie- rigkeit vor sich geht, nach dem neuen Exstem eben so einfach und eben so leicht von Statten ehen? Ist das Unbekannte bei einer solchen Materie nicht allein Jchon eine Gefahr? Ist vom finanziellen Gefichtspunkte aus die Einrichtung dieser neuen aufeinandcr gehäuf- ten Abgaben nicht eine Ernste Neuerung? Ncin, Eure Schaßung ist keine Progressiv euer; aber ist ihr Prinzip deshalb gerechter und biÜiger? Die e Abgabe wird selbst auf den jungen Leuten lasten, die geseßlich als untauglich zum Dienst befreit sind. Worauf läuft denn nun die Wohlthat des Geseßes hinaus? Was ist das für cine Befreiung, die man mit schönem haaren (Heide bezahlen muß? Man erlaube uns noch eine erustere Bemerkung: Die Constitution erkennt für jeden Bürger das Recht an, sich vom Militairdienste zu befreien. Kann man sagen, daß er sein Recht vollständig genießt, Wenn dies Recht in seiner Ausübung einer Menge Beschränkungen und Fesseln unterworfen isi, die ganz darauf berechnet zu sci11schei- ncn, dies Recht illusorisch zu machen? Kann man nicht im Gegen- theil sagen, daß die'Consiituiion, Wenn sie nicht buchstäblich durch diese Bkschränkungen verletzt ist, doch in ihrem Geiste entstellt und verfälscht ist?“

Die Bildung eines Lagers bei St. Maur, wo die Regierung 24,000 Mann versammeln will, soll unverzüglick) vor sich gehen, AUB zu Versailles wird ein Lager von 10,000 Mann gebildet Wer en.

Nach dem Droit hat die Regierung auf die ihr mitgetheilte Nachricht vom Bestehen einer geheimen Gesellschaft, welche die Ver- führung der Unteroffiziere des Heeres zum Zwecke hat, die Einlei- tung einer gerichtlichen Verfolgung anbefohlen Mehrere Verhaf- tungen sind bereits erfolgt,

Der Kommunisten - Prozeß in Poitiers ist zu Ende. Gestern um 1 Uhr Nachts wurde das Urtheil gesprochen. (Henry i zur Deportation, Massy zu fünfjähriger Verbannung, und die ü rigen An eklagten sind zu längerer oder kürzerer Gefängnißstrafe verur- the lt worden. " ,

Zu Calais tritt Graf Jarnac, xm persönlicher Freund Zoin- KMW? was er in seinem Wahlmamfesi auch erklärt, als Kandi-

at an . Lamartine macht den Wählern des Seine-Departements ö'f-

ment nicht annehmen kö'nne. Er rechnet darauf, in seinem eigez1en Departement gewählt zu werden, dem er den Vorzug geben wird. Das Siccle bringt das Wahl-Manifesi des Herrn Dufaurx, ehemaligen Ministers unter Cavaignac, Es heißt darin:. Die Wahlen des 13. Mai werden für unser Land eine feierliche Probe sein, Je nach der Zusammenseizung der bevorstehenden National- Versammlung wird sich die republikanische Regierungsform dauexnd bei uns befestiJJYen oder unter den Zuckungen einer neuen Rebolutton untergehen. eine Freunde und ich sind entschieden, uns Mit allen unseren Kräften dieser neuen Revolution zu widersetzen, unter wei- cher_Jahne sie auch auftreten möge. Wir sind überzeugt, daß„dlé republikanische Regieruwsform, wohl verstanden und wohl geubi", mit allen großen sozia en Nothwendigkeiten und mit den“ unver- 1i11ixeri/ichen Rechten jedes Staatsbürgcrs im vollsten Einklange te 1. '

_Die meisten früheren Referenten des Staatst'aths sind vom Präfidenten der Republik in ihr Amt wieder cir:gcscht__1ve1*de1t. ,_ Der Generalpostdirekior ist vorgestern nacb Brüjycl abgerkqt, um dort einen neuen Postvertrag abzuschließen.

Der Ducossche Kommissions - Bericht iibér die Ausgaben der provisorischen Regierung ruft eine Menge bon Protestaiionen bcrvor. Der National nennt ihn ein Gewebe bon schmäblichen Lügen Und Verleumdungen, Weshalb der Berichterstatter bei den (Hericbtcn Klage führt, _ Die Liberté sagt: „Wir erfahren aus bester Lucile, daß Napoleon Bonaparte seine Demission vor stincrYbrcise aus Ma- drid an das auswärtige Ministerium schickte. W"; iiimicn Hinzu- fügen, daß seine Abreise nur einVorirand des maxifterieilcn (Hxxiles ist, und daß der eigentliche Grund der Ungnade 111,di'i'„e11'é“l'g1](i)'L11 Sprache besteht, mit welcher Napoleon Bonaparte dlc wchbe Cx pedition bekämpfte.“ Wie man hört, t-t'lkt Karl Bbmiparte, “JUZ",sT bon Camino und dermaligcr Vice - P:“äyidmit der ronwWeY (213-1171) tuante, entschieden in Korsika als Wabl-Kandidat fur die nachxtc geseßgebende Versammlung Frankretchs auf.

Wissenschaft und Runs.

Konzert-Nevue. , 1 _, . Aufführung der „Medca“ dcs Euripides, niit Mußt von M.Taubert. Soiree des Tonkünstler-Vexcin's,

DerSternsche Gesangverein, der sich durch mehrfache tiicbtlchéetstnn- gen bereits verdiente Anerkennung erworben hat, Veranstalecte am bersloffexzcn Sonntag (den 29. April) im Konzertsaalc des König!. Opernhauses emc Aufführung der „Medea“ des Euripides, mit Musik von M.Taxtbert, unter Leitung des Komponisten. Obwohl die Veranstaltung rigentljci) nnr einen Privat-Charaktcr trug, insofern sie lediglich vor geladenen Zli- hörern stattfand, dürfte ihre öffentliche Erwähnung dennoch gerechtfertigt cr- scheinen, indem das genannte Werk, sowohl in seinem d1*ax11a1ischen, als mufikalischen Theile, unter überwiegender Bethciligung kiinstltxrisck)-gebildcter Kräfte zur Vorführung gelangte. Das Werk anlangend , 19 dnrf_a'ls be- kannt vorausgesest Werden, daß die Musik daz", gleich. äbniicch Composi- tioncn Mendelssohu's (znr Autigonen.s.w.), ihrchtstchung cinem bc“ stimmten Aulaffe vrtdankt, der von St. Majestät dcm Könige ansgrgaxxgcn ist. Wie schon vor mehreren Jahren, bci Gclegcnbxit cincr Aliffsiiéiiliix; in Potsdam, erregte das Ganze auch dicSmal wieder das Zntcrcffc cincs Ybildcten Publikums in hohem Grade und umsomehr, als die nmfikaliscbc ** ehandlung eine dem Gegenstande entsprechende ist und viel b.».zn beiträgt, den kraffen Inhalt des chich1cs zu sänftigcn Und ssi“; moderne Anschauung gleichsam genießbarcr machen, chcnfalls dar",“ T|aubert das erdienst bcanspruchen, in scincr Musik 3111“ „Mc- dea“ mit Vetständniß zu Werke gegangen zu sein. Nicht (wie so manche andere Kompomsien, die fich mit der musikalisich Darßcllmig antiker Chöre beschäftigten) in dechnuHung dcr althorm-sn und Mimi, in der strengen Beobachtung des antiken Men'mns n. s. w. sncixtc cr litik glückliche Lösung seiner Aufgabe, sondern darin, das; cr, nntxr Antdcndmxg moderner Mittei, den Geist des ?ilderthnnts wicdcrzngcbcn bersnchtc. Dies ist ihm in der That gelungen, indem er fich bei Bcbandiimg scincs Stoffes an diejenige AusdrucksWeisc hielt, wie etwa Gluck in scinexx dranmtischcn Werken die antike Walt darßeliie. Dies der Hauptvorzug cincr Nrbcit, dic sich aber auch außerdem durch ein edles Linschmirgcn an das Gedicht durcb- tveg als das Werk cincs verständigen und gcbildctcn Musikers dokumentirt, und in weichcr namentlich Einzelheiten von vortrefflixixcr Wirkxmg cnthaltcn find. So bieten nicht nur die Chöre dcr chorintiscch Fraucn, sondern vor- zugswcise auch die ntclodrmnatischcn Particcn in dem Werke, vici Scböncs und CMS, und selbst in dem Ausdruck der Lcidsnschafi, wie sic sich z. B, gegen das Ende des Dranm's offenbart, hat der Komponist stcts das ric!)- tige Maß betvahrt. Den Total-(Lindrnck dcr Mxtsik, so wie des gauz-xn Werkes zu heben, mig übrigens die gclnngcne Anffiihrnnx], angedeute- tcrmaßen, das ihrige bei. *Die Damm! Crclingcr (Mcdca), Tnczck und A. Lövoe diirften indeß fiir die echt künstlerisch? Lbsnng idrcrAnfgabkn besondereAnerkennung beanspruchen, obglrich auch die iibrigcn I)iitwiri'endcn, Fräul. Kellberg, Herr Wevgold u. s. w., so wie Cbbr und Orchester, Lob verdienen. Den Saal füllte ein elcganics Pnbliinm.

Am Montag (den 30.Apri1) gab dcr Toniünstlcr-Vcrcin scinc sechste und leßte Soiree im Stbckerschen Saale". Wir [)Ökiiit 31100 ein Trio fiir Piano, Violine und CcUo von Scblottmann, cine zwax nicbt eigenihiimliche Composition, doch von gntcr Abrundung dcr Form 2011) MM- thucnder Klarheit der Wirkung, Hinsichtlich anziehender ?iusaxbcitmtg diirf- ten die Variationen dcn gelungensten Saß bilden, obgleich fie, was dic ganze Anlage betrifft, ein bestimmtes Vorbild, in Beethovcn's Vaxiw tionen aus dem Ü-(jllk- Streicb-Qnartctt, fast zu schr l,)crausbbrcn lassen, Die Ausfiihrung geschah dnrch dkn Komponisten, dcr sich bei dicser Gelc- geuheit wiederum als tüchtiger Pianist zeigte, untcr I)iitwirktmg dcr Herren Ries und Lose. ZWcien Romanzen für die Violine von Wärst und einer Fantasie für Cello von Wohlers, gcspiclt von ihren Komponistcw, folgte dann zum Schluß dcr Soiree ein Streiciz-thrtctt bon 3“). Riss (in ]“:8-(1111'), bei dessen Vortrag sich, außer dem Komponistin, die Hcrrcn Ronneburger, Richter und Lose bctheiiigx hnticn. Edle Gedanken- fiihrnng, glatter Fluß und Wohikiang zcichnen die ?lrbcit mts, so daß fir, treffiicky exekutirt, vielen Anklang fand.

Nkarkt = VeracZzte.

Preise der vier Haupt-Getraido-Artcn in den fiir die preußische Monarcbie bedeutendsten Marktstädten im Monat März 1849 nach einem mo- natlichen Durchschnitte in preußischen Silbergroschen

und Scheffcin angegeben.

sentlich die Anzeige, daß er eine Kandidatur für dieses Departx-

Namen dcr Städte. ?LIeizc-i Roggen 036104" Hai?! 1. Königsberg ' .................. 622,- 26752 23,37 15:9; 2. Memel . ...................... 69 7", 29 K, 23 16 3. Tilsit .. ....................... 60 “2672" “21-77; “141- _ 4. Insterburg ................ 53:2- 2:39; 20,7. “143" 5. Na enbur ....... . .......... 60 26 20 "1“ 6 R d b iq 60 032 10 1“) 7: Dßjnzeitx; Mg """"""""" 61.2 28? 29372“, 1.52"? 8. Elbing;::::..:.::::::::::::::: 56:9? 26,3? 20“ 13“ 9. Konih ....................... _ 3 ;: 7'2 Y4' Z,- FZZ“? 10, Graudeuz ..................... 6/ „2 -7';:.-. “„.? 113" 11. Kulm ...... J„ ................ 687; 26'7'; 2/7'92- [('-„a' 12. Thorn ............... , ....... 61-52 9713“ “21/2 “'*'/"