1849 / 134 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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' r titit Deut land zu protestirxn- (&,ng sek," Z,???xcijt'saxsthbthordneter nieséer, und zeigt, M Bereinigung "Ut seinem Kollegln; HUM A* Schönmäckcrs, durch Ms“ den Aus- tritt aus der konstituirrnden deutschen Versammlung an. “So IIc- schehen Frankßtrt, 14- Mai 1849“ B' S'cherpenzerl. (, uf auf der Linken: Hinaus tt_„üt Sckxerpenzkel. -Was Wlakklhlkrt? Aufrkgung in per Versammlung. Herr von Scherpenzee en-

t t .) fern Dsié konstituireudc Landes-BU'sUMMkZMg zu HkffkanUMÖWS übersendet chAnerkennungsschretben an 'die deutsche Natronal-Ver- sammlung. Eine große Reihe von Zustmimungs-Adressen aus den vcrschiedénstcn Theilen Deutschlands sind eingrlaufen, unter anderen eincAdresse aus Vcrlin mit 9000 Unterschriften.

Der Vorsiycndc theilt der Versammlung mit, daß Sr. Kai- sers, Hoheit der Erzherzog-Retchsverweser ihn habe einladen lassen, sich heute Morgrn zu ihm zu begeben, Se. Kaiserl. Hoheit theilte demselben mit, daß er mit der Bildung des neuen Ministeriums eifrigst beschäftigt, und daß die Bildung desselben bereits für voll- endet grltcn könne, das Programm des Ministeriums liege gleich- falls vor, Wenn Sk. Kaisers. Hoheit mit der Bekanntgebung zb“- qrrn, so geschehe es aus dem Grunde, weil ihm gcstern durch den rlrgraphensriger1tcldctwo1'den,1daß die preußische Regierung einen Kommiffär mit Llnfträqen nach Frankfurt gesendet habe, welche sich auf die gegenwärtige Lage Deutschlands bezögen. Er ersuche daher die hohe Versammlung dringend, ihm diese kurze Frist zu ge- statten.

Hierauf“ erwähnt der Vorsfßende der gestern vorgefallencn Straßencxzessr. Der Vorsißende hat sich heute Morgen zu dem interimistischen Kriegsminister von Pencker begeben, der ihm erklärte, daß ihm von diesen Vorfällen bis heute 9 Uhr nichts bekannt geworden. (Pfui! links.) Daß er jedoch aus dem, was er so eben durch den Präsidenten erfahren, Veranlassung nehme, Mittheilungen zu fordern und die strengste Untersuchung einleiten werde. Abg. S chli)“ f sel stellt in Bezug auf die gestrigen Exzesse dcn Dringlichkeits- antrag, die Nationalversammlung erkläre, daß sie die Sicherheit ihrer Berathungcn und ihrer Persönlichkeiten so lange als gefährdet bc- krachte, als sich Militair aus verfassungsfeindlichen Staaten in Frank- furt befinde. Der Vorsißende verliest hierauf eine ihm so eben zugrkommcne Zuschrift des Stadt-Kommandanten Major Dreh, worm derselbe meldet, daß er Von dem Ministerium mit der ge- nauesten Untersuchung über die gestern Abcnd Vorgefallenen Exzesse beauftragt worden ist, Abg. Nauw erck stellt einen Dringlichkeits- Antrag auf Entfernunq des Militairs verfaffitngsfcittdlicher Staa- ten ranrankfurt. Abg.Zucho steilt cinen dringlichen Antrag auf Entfemrung der hier qarnisonirenden österreichischen Truppen. Bei der Abxtimmung durch Stimmzettel stellt sich heraus, daß 147 für und 147 gegen die Dringlichkeit stimmten; der Vorfiyende erklärt daher die Drirglichkeit für UÖÉSUHUÜ- Ein Antrag des Abg. Löwe au? Kalbe“, dre Sryung bis _ Uhr zu suspendiren und den Herrn Reichs-Kriegs-Mmister einzuladen, der Siyung beizuwohnen, wird angenommen; dagcgcn wird ein Antrag des Abg. Simon aus Trier, dahin gehend, den Dreißiger-Ausschuß, an welchen obiqe Drmgiichkcits-Antrc'igc wcrwiesrn worden, anzuwcisen, in der Nach- mittags- Sixmng dariiber zu berichten, mit “163 gegen 147 Stim- men abgelehnt. Urber einige persönliche Bemerkun cn des Abg. Jordan aus Berlin cntspinnt sich hierauf noch eine urze Debatte. Schließlich meldet der Vorsitzende, daß die Abg. Raumer aus Diin- krlsbühl und Simson aus Stargard zu Schriftführer:: gewählt ivor- den sind. Schluß der Siyung “UZ,- Uhr.

, Frankfurt a. M., 12. Mai. (O,P.A.Z.) Dcr Erzherzog Rctcthcrrvc-ser hat folgcnden Tagesbrfehl erlassen:

Tagesbefchl an die im Reichsdienft stehenden

T ruppen. , „Deutsche Krieger!“

„Em ungiiickseligrr Streit iiber die Reichs - Verfassung _ist in Deutschland ausgcbrokhrn. Alle wahren Freunde des Vaterlandes vereinigey bereits ihre Kräfte für den Zweck, daß die Lösung die- fes-„Streites auf geseizlichem Wege und nicht durch einen Krieg von Brudrrn gegen Brüder erfolge. Nur eine Partei, welcher es nicht um dre Verfqffung, sondern um anderweitige verderbliche Zwecke zu. thun ist, “bedient fich des Verfassungsstreitrs als eines Vorwandes, mri Anßrtffe *grgen Geskß und Ordnung zu richtrn, Zerrüttung und Burger rteg über Deutschland zu verbreiten. Gegen diese Partei gilt es, den Frieden und das Glück des theuren Vaterlandes, dcn thlstand m_td Erwerb seiner Bürger mnthig zu schirmen. Deutsche Krieger! Dre Sicherheit des gesammten deutschen Vaterlandes isi Eurer Ehre anvertraut! Alle Versuche, Euch in Eurer Pflicht Wan- kcnd zu Urachetz, werdet Ihr mit Verachtung" von Euch weisen. Wahrend n': diesem Augenblicke Eure strgreichett Waffenbrüder in herzlicher Eintracht festgeschlossene Reihen ge en dert äußeren Feind bilden,.werdet Ihr auch gegen den inneren Feind einig scin. Wenn Anarchie und Verwildernng es wa en sollten, das Haupt zu ?ck?- ben,' dann ivcrdet Ihr durch die T at beweisen, daß die nnerschüt- terliche Treue, der feste Muth und die brüderliche Eintracht des deutschen Heerrs der mächtige Schild sind, Welchen das thc'ure Va- terland gegen jede Gefahr, sie komme, woher sie wolle, siegreich zu schirmen vermag. *

Frankfurt, 12. Mai 1849.

Der Reichsverwe er, Er herzo Johann. In Vertretung des Kriegs-ZRinistZriums, Peucker.“

WjOefterretch. Wien, 12. Mai. Jm Lloyd liest man: Zr Vernehmen, “daß Se. Majestät nicht nach Olmüh zurückkehren Yk Fi ' Wien WWU, in Zukunft die Residenz des Monarchen sein. die eg1erungsgeschafte werden hierdurch bedeutend erleichtert wer; fen-„anßereksei'ts wird die Stadt Wien dur Anwesenheit des .So-* Ja;)? Joe,?“ HMÜM gewtzmen, und der gedrückte Wohlstand unserer zog FraurfY bald „fich Wieder heben. Wir hören auch, daß Erzher- Monatsnz ati mit seiner hohen Familie steh gegen Ende dieses Pra ULTYLJCC)! begeben werde. Kaiser Ferdinand gedenkt in Erlagßzdes K .e' m“ Die Presse führt darüber Kia e, daß der mee übernomirtrsiketis, vYFrchkeéneÉYeYJZUterxstdenkOkerbefthl"ü ck die Ar- . - 1 er on ra i ' * Wien. Ztg. aber briugt nun die diesfäÜiZe ULMckF KYTFZJUYe mit“ der Kontrastgnaiur des Minister - Prasidenten SchWar knber g Eimge nichtqmtliche Blätter, zu denen bekanntlich auch daszAbendT blatt der Wtener Ztg, gehört, hatten nach der Gray“.- 'i )enen Erlaß kopiri, ohne die ministeri-elle Kontrastgnatur beizufix eZ. und daher mag wohl der Jrrthum der Pres s e herrühren.“ g

Der Wanderer meldet: „Die 'Festung WMW" oll isothl_

gegen die Magyaren als auch gegen eine Erhebun in ent ausgerüstet werden, daher die dortige Universität gFfchloffen „YM Dikasterten verlegt werden.“

' Zn demselben Bkatte lie man: „Um die Kriegöentschä- digung an Oesterreich leisten zu 1" nnen, hat Sardinien einen Agen- trn nach England geschickt, um ein Anlehen von 200 *Millionen Lire zu ne oziiren. 'Der Mann dürfte, vor Friedensabschluß ein saures Ge chäft haben.“

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808 Wien, 14. Mai. (Oesterr. Bl.) Se. Majestät der Kaiser ist vorgestern Abends haib 7 Uhr in Begleitung von zweiGeneralen W;! Preßburg hier angekommen und in der Kaiserlichen Burg ab- getiegen.

Se. Königl. Hoheit der ältere Herzog von Parma ist iz) der Nacht vom 6ten auf den 7ten mittelst Eisenbahn von Olmuy in der Richtung nach Pra abgereist; er will sich,. dem Vernehmen nach, auf eines seiner andgiiter in Sachsen begeben. _

Der Traaéport der russischen Hülfstruppen auf der Eisenba n durch Mähren nach Oesterreich ist abbestellt worden. Dux: em, ß wurden auch dié na Olmiih eingeleiteten Vßrpflogyngs :Dtsposi- tionen ringeßollt. Görgey's Absicht, nach Galizien und Posen iiber Schlesien einzubrechen, ist der wahrscheinliche Grund dicser Maßre-

el, und cine Kolonne der russischen Hiilfstruppen dürfte in Schle-

Zen stehen bleiben, bis eine zweite nachrücken wird. Kommandant der ersten Kolonne ist der vom Tscherkessenkriege her bekannte Gc- neral Sa .

Im ZLanda-rer liest man: Nach einem Privatsckirriben aus Verona wird der Frieden mit Sardinien schon als ab esrhlosscn be- zeichnet und bereits vom Abmarsch der italienischen ruppen nach Ungarn gesprochen.

Triest“, 10. Mai. (Wanderer.) Heute Nacht ist der frau- zösische Kriegsdampfcr „Vrassfer“ nach Yenrdig abgegangen. Die dort!“ e provisorische Regierung läßt JrrtwtlliY für den Dienst in der arine werben, um Venedig gegen die lokade u Vertheidi- qen. Die Verpfiiéhtnn? dieser Freiwiüigen zum Dienßte dauert so sauge als die Blokade esteht und überhaupt bis zur Beilegung der polilischen „Zerwiirfnisse. Der bisherige Vertheidiger Venedigs, Al- bini, ist_bercits mit der Fregatte „S. Michele“ im Hafen von Ge- nua angekommen. Gestern und heute Nacht will man wieder be- ständig das Bombardement von Malghera gehört haben.

Die Zwanziger gehen mit 161% Agio, sind also plößlich fast um 1 Proz. im Preise gestiegen. Für einen bayrischen Thaler zahlt man einen Zwanziger. Für einen Crociato 32 Kr.

Prag, 12. Mai. (C. B.) Gestern zu Mittag ist die Je- stung Thcreienstadt in Belagerungxszustaud erklärt worden. Es wurde das tandreéht gegen Alle publizirt, welche sich mit bewaff- neter Hand den Behörden oder der Wache widerseßen; Welche durch Worte, Schrift oder That zum Widerstand gegen die Belörden ausreizen oder Truppen zum Treubruck) und zur Pflichtver eyung zu Verleiten suchen. In gleicher Weise soll auch Königgräh in Kriegszustand erklärt worden sein.

Prag, 12. Mai. (Prag. Ztg.) In den reich bevölkerten Ortschaften jenseits der Eger und Iser längs der sächsischen Gräuze herrscht die tiefste Ruhe. Das sicherste Unterpfand für den Frieden in jener Gegend ist die Arbeit. Abgesehen davon, daß die Feld- früchte und Obstbäume besonders tm Elbthale in der üppigsicn Pracht stehen, bemerkt man auch unter Baumwoll-Waaren-Fabri- kanten und Handarbeitern eine seltene und rührige Geschäftigkeit. Die Waarcn-Vorrälhe in der dortigen Gegend find vergriffen; neue Bestellungen häufen sich der Art, daß Alles Hand anleqen muß, um solche zu efriedigen. Tausende flüchtiger Sachsen, Weiche in tDeuts'cZ-Böhmen Schutz suchten und fanden, kehren in die Hei- ma zuru .

Bayern. München, 10. Mai. Die Neue Münchener Zeitung berichiet: „Bei der am 7fen Abends im Prater abge- haltenen Studenten-Versammlung, welcher etwa 500 Studenten beigewohnt hatten, war eine Adresse für unbedione Anerkennung der deutschen Reichs-Vcrfgffung an das Gesammt- inisterium und Ueberreichung derselben m Masse für gestern Vormittags 10 Uhr beschlossen worden, Auch hatte sich alsbald die Kunde verbreitet, daß auch die Mitglieder, des März-Vereins, des Arbeiter-Vereins und andere demokratische Elemente sieh dcm beabsichtigten Zuge bei- gesellcn würden. Die Behörde mußte unter solchen Umständen die nöthige Vorsorge für Erhaltung der öffentlichen Ordnung treffen, und schon Vorgestern Abends erging daher Von der Königlichen Pb- lizei-Directioneine Warnung an die Leiterdes beabsichtigter: Mas- senzugcs, mit dem Bedenken, daß ein solcher Zug, als leicht die Gestalt einer Znsammenrotiung und des Auslaufs annehmend, durchaus nicht zulässig sri. Ferner ließder Herr Rektor dcr Uni- versität gestern Morgen nrch durch öffentli en Anschlag gleichfalls eine Mahnung zu Vermeidung aller ungesey ichen Schritte „ergehen. Und“ wir eilen hinzuzufügen: Der Ruf zum Festhalten an Ordnung und Gesch fand in den jugendlichen Herzen Anklang und Folge. Sie standen von dem Zuge in Masse ab, und nur eine Abordnung von 20 Studenten überreichte die Adresse dem Ministerium, in des- sen Namen sie- der Knltus-Minister, Herr Dr. Ringelmann, cm- pfing, indem er den Ueberbringern zugleich seine Befriedigung" iiber die Achtung fiir Ordnung und Geseß ausdrückte, Welche die Studenten an den Tag gelegt haben. Mit Beruhigung mußte cs. iibrigens alle guten Bär er erfüllen, zu sehen, wie Umfassende Vorsorge die Beh rden im Interesse der öffentlichen Ruhe und Ordnung getroffen hatten. Die Bürger Münchens verlangen nnr Eines und mit Recht: d. i. t'hatkräftiges Beharren Von Seiten der Relgierung auf der betreienen Bahn und energisches Einschreiten überal, wo die Feinde der geschlichen Ord- nung das Haupt zu erheben wagen sollten. So eben vernehmen wir, daß _in der heute stattgefundenen Siudenten-Vcrsammlung von einem Mitgliede der Majorität der Antrag gestellt wurde, es soll- ten alle diejenigen, welche noch beim Freicorps sich befinden oder neu zutreten wollten, den Eid auf die Reichs-Verfassung chwbren; auf diesen Antrag hin legte Herr Rubenbauer, bisheriger vmman- dantdes Stridenten-Freicorps, scinKommando nieder, indem er die- serr Eid m_cht schwören zu können erklärte. Die anwesenden Mitglieder des tm Ganzen noch etwa 450 Mitglieder zählenden Freicorfps stimmten gleichfalls; gegen diesen Antrag, blieben aber in der Mmoritat. Herr Oberntedermaier hielt eine sehr beherzigrns- Werthe Rede, in der er besonders den Say hervorhob, daß man mit Eiden nicht spiele." Hierauf" faßte die Minorität den weiteren Be- schluß, ihre in Handen befizidlichen Waffen so lange bei sfch_zu be- halten, bis der neus zu erwahlende Kommandant des neu zu bilden- den Studenten-Fretcorps, so, wie dieses selbst vom Köni lichen Mi- nisterium bestätigt worden sei, in Welchem Falle sie dann ZM Waffen an den betreffenden Kommandanten ausliefern würde, im Gegenthcil aber dieselben an das Königliche Zeughaus» einzuliefern. Nach Ab- gabe dieser Erklärung verließ die Minorität die Aula.“ *

Dasselbe Blatt meldet: „Neue Zustimmungsadressen zu der _v_o_n der Königl. bayerischen Regierung abgeßtebfxnen, ErklärmP sind“ eingegangen": von der Bürgers aft desx Mar 'eß;“B,ruck“b,ei Furßen- feld“, von der Gemeinde Biber ach Landgerichts Waldmiiitchen; von der Bürgerschaft und den Einwohnern der Stadt Ingolstadt; von der Stadtgemeinde Traunstein; von dem Vereine für constitutione'ue Monarchie und reli iö'se Yetheit in Freising; von demselben Ver;- YegoilkitaYichadlY? „“ m b TdeaZem; von dems'elben Vereine“ zu

un ennin e o ur“ vom con “tu *- - ckiscken Vereine in Augaurg.“ h g, sk tionell monar-

“Münckzen 11. Mai. (A. Z) ?n

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' *** - ok e e'nes dem KMP" Mmjsterium érggngémn B F ' brate aus

_ehls rd morgen vq'n ei;

hübie „väaigkät einzust-

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„ordnen, und es spricht daher 'in

nem Theiie der hiesigen Garni on ein Lager außerhalb der Stadt (in der Nähe des Kugelfangs) ezogen werdcn. Bote? ist je das erste Bataillon des Letbre iments und des Regimens ., nig“ hier u bestimmt, welche alle 10 age (na? cincr anderen Mittheilung aizle 14 Tage) durch ein anderes Batai on der entsprechenden Regimen- ter abgelöst Werden. Mangel an Raum für die einberufene, bis jeßt beurlaubte Mannschaft scheint die nächße Veranlassung zu dieser Maßregel zu sein. Man sagt, daß später noch wei Batail- ioiie von anderxn Garnisonen zu den Lagertruppen inzukommen 0 en.

Kaiserslautern, 12. Mai. Das.Frankf.J. enthältfol= gende Mittheilungen:

„In der Nacht vom 10ten zum 11ten um 12 Uhr erhielt ich vom Mi- nisterium Gagcrn meine Abberufung aus der Nhrinpfal . Sie lautete:

„Nachdem Sr, Kaiserliche Hoheit dem ReichsverWeker Vortrag dariiber erstattet worden ist, daß der mit Vollmacht vom 5. d. M. in die Pfalz ent- sendet: Reichs-Kommissär, Hr. Eisensiuck, verschiedene Maßregeln ange. ordnet und im Namen der Neichégcwali genehmigt hat ivelcbe mitdemx Inhalt der gedachten Vollmacht, so wie mit den die Durchfiihrung derVer- fassUng betreffenden“ Beschlüssen der National-Versammlung und mit der rechtlichen Stellung der Central ewalt, nicht vereinbar find, so hatderNeichs.

,verwrser beschlossen, die dem I eichs-Kommiffär Eisenstuck eriheilte Vollmacht „». zurückzuziehen. "aristr'agt, hat hiernach Herrn Eiseuftuck zu ersuchen, vom Em fang gegen-

Der Unterzeichnete, mit Vollziehung dieses Veschluffrs be-

wart cr Verfiigung an die auf den Grund der erioscbxnen ollmacht ge- , * iten, Frankfurt a. M., 10. Mai'1849., Der in- tertmxsttsche Prasidnxt kxs Neichs-Ministerraths: (gez) H. ». Ga ern.“ „Es brachte „mn dieses Dokument ein Abgeordneter dcs Mini eriums, den :ck am Ta e vorher nach Frankfurt gesendet hatte, um im, Einverständ- - andcßausscbuffe den Einmarsch des frankfumr Bataillons, eines Bataillons _Wtixttembergtr und eines Bataillons benschu Tru pen nacb Neusiadi, „Kaiserslautern, und Zweibrücken zu verlangen zum S tive der Pfalz gegen verfassungsfemdliche_Jnvafiqn. „Ick st-llte sofort meine amtliche Thätigkeit ein und erließ die nach-

_siehende Proclamation:

„An meine deutschen Brüder in' der Pfalz. Vor wenig Ta- gen kam ich in Eure Mitte mit dem hctßrn Wunsche tm Herzen, Eurer glorreichen Erhebung für die deutsche Sache Kraft und Nachdrnck zu geben.

-Der Auftrag, den mir das Ministerium Gagern ertbeilte, ging dahin, alles

dasjenige vorzukehren, was die öffentliche Ordnung in der Pfalz und die allgemeine" Sicherheit und Wohlfahrt von Deutschland erfordert. Ich habe den' Einmarsch der Euch feindlichen preußischen Truppen, welche ohne mein Wissen von dem Neichß-Kriegöminifter nach Landay Yommandnt waren, abgewehrt. Ich habe“ Besch! gegeben , keine militairische _Macht die Gränzeu dieses Landes überschreiten zu lassen, welche nicht de)" Verfassung zugethan isi. Ich habe dem Landes-Ausschusse fur Vcrthxtdigun und Durchführung der deutschen Reicbs- Verfassnné; seine gesrßliche S,_ranke und Grundlage gegeben, um Eurer patriotichen Begusterung fur die Freiheit und Größe unseres gemeinsamen Vaterlandes ,geseyltche Mit- te! und geordnete Leitung zu verschaffen. Das Ministemtm ,Ga mr ist der Meinung, daß ich durch diese Maßregrln meine Volimacht uber chrttten und gegen den Willen der National-Versammlun kzehankelt. habe. In diesem Augenblicke wird mir mein Mandat znrü ge ordertz ich habe auf- gehört, Bevollmächtigter für die Rheinpfalz zu sein. Vielleicht stehen schon jest die feindlichen Heere an Euren Gränzen, um cinzurürkan„sobald ich es nicht mehr verhindern kann. Mit blutendem Herzen schetde [ck aus Eurer

Mitte, ivo ich so herzlichen EmpfaY, so aufrichtige Hingebung, so freudißp * Theilnahme an meinen schwachen e t

strebungen fand. Mein Dank blei Euch für immer! Gott schiiße Deutschland, Gott schütze das brave Volk der Pfälzer! Kaiserslautern, den 11, Mai 1849. Eise-nsigick.“

„Morgens 3 Uhr verließ ich Kaiserslautern. Dre Burgerwrhr war am Vahnhofe versammelt und umringte mich mit dem Anuszdrucke des iiefßm Schmerzes. Es “standen Thränen in der deutschen Manner Augen, als.sie ihre gerechte Sache von Frankfurt wieder vrrlassen sahen, denn nicht xm- mal die Zusage neuer Hülse'dmch Absendung emes Nachfolgers an meme: Stelle konnte ich ihnen verkünden. Zn Ludwigshafen angelangt, empfing mich ein Abgesandter der pfälzer Deputirtm zu Frankfurt mit der dringen- danBitte, die Pfalz nicht zu verlassen. Ich erklärte mich dazu bereit und sendete sofort einen Abgeordneten nach Frankfurt mit dem Gesuche an die National-Vcrsanmilung, mir, falls man mein Bleiben wünsche, eine neue Vollmacht zusenden, da ich nur nach den Anordnungen der Naeioualversammlung zu handeln mich befugt erachten könne. Diebayerisxhchruppen zu Ludwigs- hafen haiten sich auf den geschlichen Boden der Verfassung grsiellt und den Eid auf dicselbc geleistet, da ihre Führer fie beriicßen und auf ein nochmaliges Gesuch durcb Deputationen der Mannschaft, den geseslichcn Wrg nicht zu verlassen, bei ihm- Weigerung Verharrtcn, so veranlaßte dcr Laudes-Ansschuß die Truppen, fich neueFiihrer zu wählen. Dieses ge- schah, nnd die Truppen traten sofort den Marsch nach Kaiserslaut-rn an. Ich erklärte ihnen, daß ich in die Pfalz gesendet getvcsen, um die Sicher- heit der Provinz gegen Angriffe auf die deutsche Reichs-Verfassung zu schiihen, daß ich mit Freuden erfahren, wie auch sie den Weg des Ge- setz-s betreten, und daß ich ihnen die feste Vcrficherung gebe, man werde ste allenthalben als treucreYeunde und Brüder begrüßen. Ein jnbclndes Hoch auf die deuische Reichs- crfassunÉ war die Antwort dn Krieger. Ich bin hierher zuriickgrkehrt, um die efehle der Nationnl-Versammlung zu er- warten. Eisensiuck.“

Württemberg. Stuttgart, 12. Mai. (Schwäb.M.) „Die von verschiedenen Seiten erlassenen AuKorderungen zur. Bil- dung sogenannter Freieorpß machen es der 5_egierung zur Pfiicht, sich über die geseyliche anassigkeit der beabsichtigten Freischaaren oTen auszusprechen. So gern sie atr-erkennt, daß jene Bestrebungen h“ * "fig einer rciuen Begeisterung fur die Einheit und Größe des deut- *schen Vaterlandes entstammen, so darf sie doch nicht zugeben, daß der patriotische Eifer Von dem Wege des Gescher; abirre, und daß die Ruhe des Landes bedroht Werde. Würde bei dem Aufrufe zur Errichtung von Freischaarxn pichts Anderes beabsichti t, als daß die gesey ich nicht ZUM Eintritt in die Bürgerwle' verpflichte- ten jungen Männer derselben beitreten sollen, so wäre lediglich nichts dagegen zu erinnern. Wenn aber die Mei- nung dahin geht, bewaffnete Corps zu organisiren, Welche,

unabhängig vvn der Staatsgewalt, auf eigene Faust oder nach dem *

Befehle von Vereinen mit dem Gewichte bewaffrxeter Schaaren in die politischen Angelegenheiten sick) einmischen, so rst ein solches Be- ginnen mit den (Heseyen im Widerspruch und mit Erhaltun eines geordneten ustandes unverträglich. Abgesehen davon, da? nach ganz unbestr tienen Grundsäßcn des aligemrinen deutschen Staats- re ts das Aufgebot bctvaffneter Bürger und die Leitung des Kriegs- ens ausschließlich der StaatsgeWalt zusteht, ist durch die_würt- tembergische Verfassungs- Urkunde dieser Saß, „ohne wel en krin Rechtszustand gedacht werden kann, ausdrücklich aurige prochen. Durch den §. 23 ist bestimmt, daß über das Recht, Waffen zu tragen, durch ein Geseß _nähere Vorschriften werden ertheilt werden, und eben so sind durch den §. 100 die _Ansiaiten zu Be- waffnung der Bürger als .Gegen'stand der Ge'eygebung erklärt. Das Gesey vom 1. April vorigen Jahres erfüllt diese Bestimmun- gen der Verfassungs-Urkuude und giebt die Formen an, in welchen die Verbindung bewaffneter Bürger außerhalb des Heeres stattfinden darf. Bewaffnete Vereine, welche sich tn anderer Weise bilden, sind ungeseßlich, weil die Bildung solcher Vereine" weht an sich jedem Stadtsbür er zusteht, sondern“ kraft' der auSdruckltchen Be itxtmung der Verfasßung nur in der von dem Gesche erlaubten etse _e- scheYen darf. Das Gesr vom 1. April H. J., wel es detrt dee, m zie ung auf Vewa ung Rechte einräumt, die elbst dre beur- s e Rri sverfassung nirht kennt, at lediglich keinen anderen Zweck, as den Gebrauch der Waffen “au erhalb “des Heeres umfafscnd U

' rtikel 38; al - eine |ck von _ | verstehende Folge der neuen Einrichtung. die __uflösuns der bisher

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t bestandenen Bürgermilizen aus. Zur Ab- JttteeridZFYéyesAYinerständnisses wurde_ überdies der dem ganzer Gesche voiu' 1,- Apri!" v. I. zu Grunde liegende- Say, daß nur tn der von elbenkbestimmtkn Weise organisirte bewaffnete Corps- bestehen m, dur den §. 4 der. Königl. Verordnung vom 1 Juni v. 3. noch brTonder-ZI bekannt gemacht. Da nach dem An- gßsührten feststeht, da in“ Württemberg, wie in jedem geordneten Staate, diexOrganisirung bewaffneter Schaaren wr von der Staat?- gewalt-in der gesrpäch vorgeschriebenen Weise aUSgehen darf, so ist die Regierung verpflichtet, jedem, Versuche., auf eine dem Geseße widersprechende Werse bewaffnete Vereine zu stiften und den Frie- den des Landes, dadurch zu gefährden, „mit den „ihr Yu Gebot stehen- den Mifteln entgegenzutreten. Die Negrerun Wird a er auch im Falle der Gefahr ibrerseils durch- die' entsprc, enden Maßregeln ihre Pfkiéht'zu erfüllen wissen. Indem der unterzeichnete VZrstand des Departements des Innern diese Ueberzeugungvffen erklart, fordert er alie seine Mitbürger auf, daß jeder in seinem Theile dazu bei- tra en *mö e, den Eifer der Jugend, innerhalb der Schrrmken der Ge'rplichke-t zu halten; er warnt die Gemeindx-ObrtÉkett vor der Begünsiigun von. Unternehmungen, welrhe fiir die inzelnen „so- wohl, wie fur die Gemeinden, die traurigsten Fblgen haben kon- nen; er weist die Behörden an, mit den gesetzlichen Mitteln die Bildun “von Freischaaren zu untersagen und zu verhindern, er spricht- s Vertrauen zu den Bürgerwehrxn des Landes, aus, daß sie, eingedenk ihrer Beßimmung, eme Stube dcr geseyltchen Ord- nung sein werden. Wenn rechtswidrige Handlungen durch er- säumung der Pflichten öffentlicher Organe vorkommen, so trifft diese“ dieBerantwortung, und dieRegierung wird sie von ihnen fordern. Den_12. Mai 1849. Der Vorstand des Departements

des Innern: Du'vernoy.“

Baden. Frankfurd a. M., 15. Mai. (Telegr. Depes e.) Die provisorisckye Re ierung des Großherzogthums, oder M mehr der Republik Baden, esiehend aus Brentano, Chrilxt, Süäve-W Blind, hat gestern Morgen ihren Einzug in KarlSru e

eh Ten.

g Der Großberzo hat sich unter Bedeckung einer kleinen Zahl treu gebliebener So daten aller Waffen attungen, welchen sich die Offiziere der Garnisvn Karlsruhe angeFchlossen, geflüchtet und wird hier erwartet. - -

Karlsvuhe, 10.Mai. (Ober-Post-Amts-Ztg.) In der heutiHen Sivung der zweiten Kammer begründete Häns f er seine ange '"ndigte Interpellation in Bezug auf die Anerkennung und thatkräfti e Unterstüßung der Reichsverfassung, und verlangte, daß die badiche Regierung an den Verhandlungen, Welche in Berlin we?m Oktroyirnng einer Verfassung staitfinden sollen, keinen An- thel nehme, und auch die übrigen deutschen Regierungen, welche die Reichsverfassung anerkannt haben, veranlasse, in gleicheniSinne zu handéln; 'daß dieselbe ferner sowvhl das Linien-Militair, als auch die BürgerWehr, so wie sämmtliche Staatsbürger, auf die Reichsvrrfassung beeidige, wahlen, sobald solche von Frankfurt aus angeordnet sein Werdcn, vornehme, auch überhaupt ihre Janze Kraft der Reichsgewalt zur Ver- Jgung stelle., Staatsmth Be k erwiederte hierauf im Namen der

e ierung: „Ich erkläre einfach, daß wir an den Verhandlungen in erlin über die Abänderung der Reichs-Verfassung keinen An- theil nehmen, und daß wir die Beeidigun?) auf die Reichs-Vcrfas- ung“'allgemein anordnen werden. Was en Antrag wegen Aus- chreibung der Parlamentswahlen betrifft, so bedauere ich, daß man mich von demselben ni t eben so wie von den beiden anderen An- trä en zum voraus in enntniß geseßt hat. Ich kann daher keine Er lärung im Namen der Regierung abgeben, bin* jedoch der An- sicht, daß, so bald die Reichsxxewalt die Wahlen im Reichsgeseyblatt anordnen wird, sie hier alsba d eingeleitet werden.“ Mittermaier sprach sich in ähnlicher Weise wie Häuser aus und formulirte dessen An- trag, wie_folgt: „Die zweite „Kammer beschließt, die Großherzog- liche Re terung zu-ersuchm: 1) unverzüqlich die Breidigung auf die Rei s-Verfassung wenigstens der im Jnlande befindlichen badi- schen Tryppcn, ferner der „Bürgerwehr und der badischen Staats- burger uberhaupt „zu verfugen; 2) die Einleitung zur Vornahme der Wahlen zum kunftigen Reichstaéu anzuordnen; 8)“ jeden An- griff au die Anerkennung und Wir samkeit dcr Reichs-Verfassung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln abzuwehren; 4) auf kei- nen Fall zu dem von der preußischen Re ierung ein eleiteten-Konx Yeffe über Berathung der Revision der ereits NrkrindetenReiéhs-

erfassung emen Bevollmächtigten zu senden oder überhaupt an einer solchen Berathung sich e?" bctheiligen, und im Einverständ- niß mit den Re ierungen, w che bereits die Verfassunq anerkann- ten , jeder Auf orderung zu einer octroyirten Reichsvrriassung mit Kraft entgegenzutreten.“ Buhl steils'e' den Antrag, daß den Kam- mermitgliedern morgen schon der Eid auf die Reichsverfassung in einer noch zu bestimmenden Formel abgenommen werden solle, wor- auf“ StaatSrath Bekk erwiedert, daß die Eidcsformel. dieselbe sein könne, wie solche bis jeht jeder Abgeordnete beim Eintritt in die Kammer beschworen habe, und nur eines Zusayes, daß er nämlich auch Treueder Reichsverfassung schwöre, bedürfe. Bei der Abstim- munq wurde sowohl der Mittemnaier-Häussersche Antrag, als der von Bubi estellte mit allen Stimmen egen eine angenommen. (Die am so genden Tage vollzogene Eidesleistung der Mitglieder der Weiten Kammer auf die Reichsverfassung ist bereits gemeldet.)

Karlöruhe, 11. Mai. (S,chw.M.) Aus Verattlaffun der nachsten Sonnabend in O enburg zu ?altcnden Versammlungg der Volksvereme sind einige .eschüße von ier abgegangen, und wird, THX!! Vernehmen nach, eme Truppenmacht dase1bst zusammenge-

Rasiatt, 10. Mai. (O. P. A. Z.) Als ge ern Abend halb 7 Yb? die hiesige Bürgerwehr [zu ihren Waffm-Uesbun en auf dem Exerzterplave ankam, war“ dase bst, man sagt auf Einéadung, eine große"Menge Soxdaten der hiesigen Garnison versammelt, welche die Burgerwehrmanner mit einem „Hoch“ empfing. Dieses Hock) wurde erwiedertx und darauf Versicherungen, für die Aufrechthaitung drr ReichsoVerfassung éemeins am stehen und faklen zu wollen, wechselsei- ttg ausgetauscht. Nu heute Abend verabredete man ein abermali- ges Zusammenkomnzen vor einer Brauerei nächst dem Kehler Thore, woselbst sich an:?- diesen Abend sehr viele Bürger und gewiß 1000 Soldaten einfan en. Reden in ähnlichem Sinne wie gestern wur- den gebalien und gleiche Gelöbnisse abgelegt. Die Soldaten zogen ierauf, eme deuts e Fahne voran, in ruhig ernster Haltung vom SYLT und bewie en gegen sich selbst eine, seltene Disziplin und

a Z;Laskatt, 11. Mai Aus Veranlassung der erwähnten Vcr- mm un en wurden, tmige Soldaten in Haft éKenommen. Man eien sie bei xenen Versammlungen als edner aufgetreten amnie HM“ früh roxtete sich ein roßer Theil der Soldaten zu- mgl G:: und befke!“ gewaltsam dir ihaftirten. Als darauf zwei- mir“" ck mvalmarsch (Zeszhlagew Wurde, erschienen die so Gerufenen Thel! Mparsam un zei ten gegen die Befehle ihrer Oberen zum

“s-vkchkeit. Zoch Wurden einige Andere, wahrfcheinlich

und, endlich die neuen Parlaments-,

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die Anführer bei dem BefreiungséAkte, in Haft gebracht, aber des Nachmittags halb 2 Uhr abermals durch Einschlagen der Ge-

än n' t iir wieder, befreit. Einige Offiziere trieben hier- Lufg dßieh Tobenden mit blanken Säbeln aus dem Kasernen- hofe. Verwundungen kamen dabei nicht vor. An Handhabung irqend einer Disziplin war während de's TaJrSrestes nicht zu dcn- keir. Viel. Soldaten erhiyteu sich in Wtrihshausemnoch mehr. Als gcgen Abend in der Poststraße die Soldatenhanfcn, mit vielen bür- gerlichenPersonen vermenZt, immer dichter wurdrn, verbreitetesch plößlich das Gerücht, ein ffizier hgbe „m dersLcop-oldskaskrtre emen Artillerisien tödtlich verwundet. Mit furchteriichrm Geschrei durch- tobte nun die Menge die Straßen und suchte ihr Opfer der Rache. Gegen 8 Uhr fiel ihr ein Offizier vom 3th Regiment (ObeÉeittk- nant Pfeiffer) in die Hände, der arg mtßhaudclt, die Straße entlang bis zum Gasthaus zum Kreuz geschleppt wurde und dort vielleicht ersYlagen worden wäre, wenn rzzcht noch zii rechter Zett der Ruf: „- er ist unschuldig!“ ertönt wgre und eimzze Soldaten die Andrängenden mit eigener Gefahr zuruckgehalien hatten. Nach kurzer Ruhe und nach geäußerten: Vorsaße, so,lange nachzuspurcn, bis man den rechten gefunden haben wcrde, wälzte, sich die Schaar vor die Wohnung des Obersten vom Zten Regiment (Pierron). Währenddessen kamen Vom Schlosse her Dragoner geritten, um den Play zu säubern, was ihnen aber entweder nicht gclazrg, oder von ihnen nicht ernstlich versucht Wurde. Ein Bur1chc wurde bei dieser Gelegenheit überritten und sogleich schrieen Viele: Er ist schändlich ctödtet, der General hat es gethau, wir haben unseren Windischgray hier 11. s.w. Als der durch dicse Scene, die iibrigens kein Leben gekostet, sondern nur eine kleine

Quetschung zur Folge hatte, etwas eingrschüchterte Haufe fich wir-

der versammelt hatte, erbrach man die Wohnung des Obersten, und als man ihn nicht zu Hause fand, wurdcn tali seiner die beidkn Fahnen des Regiments (cine ältere, die aus rührren Feldzügen nur noch die' Stange übrig hat, und eine neuere) gewaltsam herausge- rissen und mit anelgeschrci weggctragen. Doch muß bemerkt wer- den, daß bei dieser lehteren That viele Soldaten sich zuriickzogm und den gemischten Schwarm berließrn. Mit der gcmachirn Brute zog dann gegen 9 Uhr Abends die Schaar vor das Rathhaus.

Rastatt, 12.Mai, Morzeus. Heute Nacht sind Strube und Blind von hier nach Brnchsa gcbracht, wahrscheinlick), weil man wegen der gestrigen Vorfälle n “er dem Militair dieselben hier fiir nicht steher genug geborgen ;;chalten hat. Heute wird der KriegSminister, General Hoffmann, hier erwartet.

Heidelberg, 10. Mai. [Sch w äb. M.) Gestern Abend wurde unsere Stadt etwas allarmirt. Welcker kam gestrrn Abend mit dem leyten Bahnzug Von Freiburg hier an. Als er nach sei- nem über dem Neckar gelegenen Landsiye überseßen Wollte, fand sich keiner der Schiffer bereit, dieses zu thun. Unterdessen sammelte sich allerlei Volk. Unter höhnischcm Zurufc (Volkaerräthcr u. dgl.) wurde Welcker von demselben mit Steinen ngVrfen, so daß er auf seine Sicherheit denken mußte, Er ging Von dem Ufer des Neckars weg und suchte einc Droschke zu bekommen, aber kein Kutscher nahm ihn auf. Der Volkshaufe, der unterdessen immer größer gewvrden war, verfolgte ihn mit Schimpfrcden und Steinwürfen, bis er das Haus des Bürgermeisters erreichte und in demselben Schuß fand, Bis in die Nackt war darauf das Haus von einem Volkshaufcn umlagcrt, obgleich der Bürgermeister erklärte, Wclckcr sci nicht mehr da, sondern durch den Garten Weggegangen. Spät verlief sich der

Haufen.

Hessen und bei Rhein. Darmstadt, 11. Mai. (Frankfurter Journal.) Der hiesige Stadtvorstand be- schloß in seiner gestrigen SiHung auf den dringlichen An- trag des Gemeinderaths [)r. Dulfer cinstimmig: Die Anschaffung von 500 Gewehren und die Perkussionirung von 250 bereits vor- handenen brauchbaren, jedoch noch mit Steinschlössern versehenen, für die hiesige Bürgerwehr, einschließlich der Turnerwchrschaar, so wie

die Versehung derselben mit Muniion auf Kosten der Stadt; auf -

einen zweiten drinqlichen Antrag bon [)mDuller beschloß der Stadt- vorstand ferner: ie Regierung aufzufordern, ungesäumi das ste- hende Heer, die Bürgerwehr und die gesammte Einwohnersckaft ohne Ausnahme, überhaupt auf die Aufrechthaltung und Durchfüh- rung der Reichsverfassung (die Obcrhauptsfrage offen gehalten) und

auf den Schuy der National-Versanunlung öffentlich, feierlich und *

gleichzeitig Vereidigrn zu laffen.

Die Großherzogliche Ober-Steuer-Dircction hat unterm :l0trn d. M. folgendes Ausschreiben an „sämmtliche ihr tmtergcordncte Beamten“ erlassen: „Dem Vernehmen nach sollen in Rheinhessen, und namentlich in Mainz, Geldsannniungcn zum ZWrck der An- schaffung bon Waffen veranstaltet werdcn und im Gange befindlich sein. Da man den Zweck einer solchen Wa en-Sammlnug nicht kennt, so vcrwarnen wir Sie hierdurch in höchstrm Auftrage vor jeder Theilnahme an gedachier Kollekte.“ _

Zn Heppenheim und Bensheim an der Bergstraße sollen Un.- lr)1|rhenb auSgebrochen sein. Heute Morgen gingen Truppen da.: in a .

Darmstadt, 12. Mai. (Darmst. tg.) Unter den in der heutigen Sihuug drr zjveiten Kammer er attcten Berichten befand sich auch der vom Abgeordneten Langen Namens des zwciicn Aus- schusses über das provisorische Wahlgescß. Dcr Ausschuß sprach darin seine Ansicht dahin aus, daß der 111 Artikel 8, 2 des Einfiih- rungs- Gcseßes iiber die Grundrechte vorgesehene Fall nun einge- treten sei, Wonach beide Kammern in einer gemeinschast1ichen Ver- sami-nlung durch einxache Stimmenmehrheit die erforderlichen Be- schlusse zu fassen ha en. Der Präsident empfahl diescn und einen anderer) erstatteten Bericht zum schleunigsten Drucke. Am Schluß der Sißung, nachdem die auf .der Tagesordnung bcfindlichen Ge- genstände berathen worden waren, beantwortete der Minister-Präsideni J an p dieZnterpeUationen der Abg. Crehschmar, Hillebrand undLehnc. Zur Hillebrandzchen, den Durchzug Köni lich bayerischer Truppen durch da? Gro herzogthum (am 6ien d. OK.) betreffenden, bemcrkte der Mimster-Präskdeut: Dieser Durchzug, bon Frankfurt komménd, sei auf Anordnun der (Zentralgewalt geschehen; cine besondecmu- stimmung von un erer Seite sci weder verlangt worden, noch wäre sie nothwendig Zewesen. Zur Creyschmarschrn, den nach Berlin aus-

eschriebenen Fursien-Kongreß betreffenden: Die Staats-Regierung abe den erwähnten Kongreß nicht beschickt; sodann, zur weiteren Frage des Abgeordneten Creßschmar: Ob die Großherzogliche Staats-chierung die Reichs-Verfassung und das th'gesey mit “allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln aufrecht zu erhalten ent- schlossen sei? Gewiß Werde die Regierung des Großherzog- thums, als eines Theiles des deutschen Reichs, dazu bei- tragen, und vermöge er nicht zu erkennen, was den, wie es scheine, durch die Frage aus edrückten Zweifel “Veranlaßte. Zur Lehneschen: Ob Großherzogli e Staats-Regirrung die Reichs- Centralgewalt durch geeignete Erklärung in die Lage geseht habe, bei der zweifelhaften Stellung Verschiedcner Regierungen auf die Militairmacht des Großherzo thums sicher zählen zu können? Die National-Versammlung und entralgewalt set von Anfang an und fortgeseht von Großherzoglicher Regierung anerkannt worden, was

der Herr Minister-Präfidcnt durch Anführung xder betrrffendenThat: sachen näher begründet. Wo so viele Thatsirchen sprachen, brdurse es keiner weiteren Worte, und es sei ihm nicht erkennbar, wre die Regierung ein förm1ickes Anerbieten in dieser Beziehung habejsolle ergehen lassen. Die Großherzogliche Armee Dirtston habe bisher der Ccntralgewalt zu Gebote gestanden und werde es auch 111 der Folge.

Darm stadt, 18. Mai. Eine außerordentliche Betigge, zur Darmst. Ztg. enthält nachstehendrs Ausjchreiben des Mintjtertums des Innern an sämmtliche Regierzmgs-Kommtsfionen: _ . ,

„Wir haben in dc11121usschkcibc11 vom Zten d.,M. daraus hmgrtvnsrn, daß der Znsammentritt der Bürgerwehr ans vrksch-edenen Gemeinden nicht ohne Mitwirkung und Leitung der Staats-Behokden stattjfindrn konnx; ww hatten bis dahin auch keinen Grund, anzunehmen, daß fur dre nur ur vcr- einzelicn Gemeinden entstandene Bürgerwrhr das Verlangen ngch hbheker Ausbildung das Bedürfnis; erzeuge, aus vereinigten Mannschaften großere Abtheilungen zu bilden. Die neuesten Erfahrungen gebenhms aber Anlaß, einer weiteren Entwickelung der Volksbewaffnung die Erreichung ihrer Bc- stimnmng in geschlicher Weise unter augemeffcncr Fiihrnn? zu erleichtert).

„Wir beauftragen Sie daher, fiir den ganzen Uri) ang des Bezirks durch die Bürgermeister und im Benehmen mit den Fahrern zu ermitteln und dann zu berichten: 1) in tvelchenGemeinden eine nach drr Vrrordmmg vom 1. Novcmbcr v. J. gkbildcte Bürgerwehr besteht, ;- w'? Ml Wehr- männer mit zuläsfiger Bewaffnung: ;.. ip Mußketen mri Bawnct-t, i)),xm sonstigen FcuergeWehren, fie in der Gemeinde zahli, WNUka Sie sich Ltytcn zustellen lasscn werden, _ endlich, Wer deren Fuhrimg ubernommxn- hat; 2) für welche dicser Viirgcrwehren verschiedenerGemenidcn die Vereinigung in Compagnieen und Weiter, einer nach„Umstandrr1 großeren oder kicmeren Anzahl von Contra nieen zu einem Batatilon Zewunscht w.rd und wie solche nach Lage und Ent?ernung ausführbar sem mochte; 3) ob sich “Manner tm Bereich der zu bildenden Bataiüons vorfinden, welch)rir, nacb chahtgung imd Ansehen zur Ausfiihrung und zur Leitung der gemenismzxrn Angciegenhctten grei net, dieselbe anvertrant werden könnte, *- die Sie dabei namhaft

ma en wollen. ,

„Wir werden sodann auch dahin trachten, daß emcm vorhandener Bc- diirfm'sse durch Führer von Fachkenntnis; mit Verwmdmigder der Regierung zu Gebote stehenden Kräfte abgeholfen und fiir die gehörige Formtrung und Ausbildung der Bataillone eine oberste Leitung ringertckcxxtet werde“,

„sanp.“

Mainz, 11. Mai. (Darmst, Ztg.) Hier ist es zu cincr förmlichen Auswandcrung gekommen, indcm unsere zahlreichen De- mokraten, Alt und Jung, seit zwei Tagen nach Rheinbayern 3,1?- hen. Die Straßen smd fast ausgestorben, und wir glauben picht zu übertreiben, wenn wir die Anzahl der chgezogcneu auf„eimgc Tausend angcbcn, da fast alle Werkstätten leer stehen. ZZZahrrnd aber hier, in der Festung, keinerlei Zwang stattfand und sammtlrclße Wegziehende aus frciem Willen fortzogen, ist ÜUf den Orten der Umgegend vielfacher Zwang aUSJeitbt worden, rudern man selbst Familienväter nöthigte, wider ihren Wilien zu marschrren,„und dre, wclche fich hartnäckig wcigrrten, durchprüqe1ie Und rhre Hauser dr- molirte. Man schätzt die Zahl der aus Rheinhessen Marschircudcn auf 20,000 Mann, und aus Baden dürfte der Zuzug nicht gerin- ger sein. Ober-Jngclhcim allein, freilich drr radikalste Ort in der Provinz, hat, 270 Mann gestellt, was um so höher angrsckckagrn Werden muß, da die Landlcutc nothwendig im Felde zu thun haben.

Sckxleswi_ =H9lstein. Flensburg, 12. Mai. (Vörs, H.) Auf Aiscn tehen jeyt nur etwa 4000 Mann dänischen Mili- iairs, darunicr das Wie Baiaiilon, weiches meistrnthcils aus Schleswiger" besteht und geqenwä'rtig in Norburg kantonnirt. Alle Schanzarbeiten, die cht aui Alsen gemacht iverdcn, sind nicht auf die Verthcidigung der Insel, sondern nur auf Deckung des Rückzu- gcs berechnet,

Von der Königsau, 12. Mai. (Börs, H.) Bei den Kämpfen dieser leytcn Tage Wurden, außer mehreren Dänen, auch einige zwanzig Schleswiger zu Gcfawrnru gemacht, die alls sehr erfreut schirmen, Von den dänischen Fanden erlöst zu sein. Man erwartet hier heute eine Menge Belagerumgsgeschüy vom schwersten Kaliber, Welches gegen Friedericia verwaxxdt werden soll. Die ge- meldetxAusschrffung von dort scheint sich bis jexzt auf die Kavallerie und du: Einwohner beschränkt zu haben, die nach Jühnrn Frans- portirt sind.

Hadersleben, 12. Mai. (H, C.) Jeden Ta hört man Kanoneqdonner, was aber nichts Anderes zu bedeuten Fat, als daß die dänischen Schiffe unsere Armee in ihren die Beschießun von Friedericia vorbereitenden Schanzarbeiten vergebens zu stören ?nchen und bon unserer trefflichen Artillerie zurückgctrirbcn werden. Ein Schiff hat großen Schadcn gelitten. Aus einem Briefe von drr Armee ersieht man auch, daß die Batterie auf Föhnen, dercn Ka- nonen von schwcrchalibcr zu sein scheinen, unablässig ihre Schiffe und ihre Kanonen in Fricdericia nntcrstiiyrn, aber wenn die Kano: nen, Welche am qestrigcn Abend in Haderslcbcn angekommen sind, erst dort etngrtr'offen und aufqestellt sein wcrden, so wird unserer: seits mit wenigstens eben so schwerer Artillerie geantwortet werden können. Unter unseren Artilleristen, die sich durch schneÜes und sicheres Schießen ausgezeichnrt haben, befinden sich manche Nord- schleswiger.

Hamburg. Hamburg, 14. Mai. (H. C.) Hier ist fol, gende Bekanntmachung erschienen:“ „Eine in diesen Ta cn ergan- gene öffentliche Auffordrrnng zu einer allgemeinen Volks ewaffnung, Verbunden mit der Ankündigunq einer Sammlung durch die Stadt und Vorstädte znr Herbeischaffung der des Endes erforderlichen- Mittcl, veranla t den Senat, seine Mitbürger darauf aufmerksam zu machen, da zur Herbeiführung einer solchen Maßreqel weder eine Brrccl)tigung abseitrn ei11zcluer Personen oder Vereine, noch auch iibcrail ein Grund vorhanden ist. Die Organisirung einer bewaffneten Macht im Staate kann nur der Regierung zustehen, das Gcgentheil daddn [Anordnungen und Konflikte der bedenklichsten ?lrt, unbermeidlich herbeiführen. Es fehlt aber auch bei uns an )egltchcheranlasjnng zu Einer solchen Maßregel. Wir besiyen neben unsrrem wohlorganisirtcnKonfingentc in unserer Bürgerrvehr bereits eine grnugrnde ,Bolksbewaffnuug welche fich unter schwierigen Verhält- mssen bewtht hat, und deren patriotischen Gesinnung wir unter allen Umständen vertrauen dürfen. Andererseits,! entbehrt die in einer Supplik an den Senat als Veranlassung zu einer allgemeinen Volksbcwaffnung, geäußerte Besorgniß der Möglichkeit eines An- griffs- der Dänen auf unsere Stadt, aller Begründung, Unter allen Umständen aber kann eine eigenmächtige“, von Privaten ausgehende Vblksbewaffnuug nicht ge artet werden. Demnach will der Senat seine Mitbürger hierdur dringend aufgefordert haben, sich Weder direkt noch indirekt, sei es durch Liexerun von Waffen oder durch Geldbeiträge, bei einem Schritt zu etheii en, dessen ungeseblichcr Charakter zu Tage liegt, und welcher die uhe unserer Stadt auf das Bedenklichsie gefährden kiinnte. Gegeben in Unserer Raths- Versammlung. Hamburg, den 14. Mai 1849.“

Cuxhaven, 14. Mai. (H. C.) Das diese Nacht hier auf.- passfrie Pöstdampssckyiff „John Bull“ wurde von den dänischen Kriegsschiffen vor der Elbe überholt. Dasselbe berichtete, daß die von HUÜ "“ck Hamburq bestimmten Dampfschi e, „„L-ion“ und „qu?! of Scotland“, welche bei Helgoland vor An er lregen, vor der E e