1849 / 156 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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“1 den Aneta des Herrn Reinhardt _an bxixxtéjktßlxx Exklänzng d&? Zenn 'cheß thDie 1?"ka . - * a er te onne te cr un, c Polleizixlxpk-ISUYYÉM “IT:; bescst seien. Der Präsident: YUMYUM? iibex dieFmgt,“ ob heute Sisnng ,s in Rsoilie oder «1, Zikife er nicht .zttxajsxn; „NULLÖE Ivoile cr bemerken.. W keine;] Augen- h(jck vic Stcllendor zwrt Prandenten leer gewesen sem). Annahme der von„chijchxn vba xLercbenfeld erbetenen Majestät dcn König sci dcr ersie-Prafidentenstaxl ex!“ worden. ck Willick) sucht dicse Anficbt zu nztderlegcn. DIZ, Prandcntcn-Amt dex..f_ m- mcr sci kein Staatöaynzi, der „Prandentesnstuhl 1ci erledigt von dem AUM blicke an, wo der Prandrnt sem Amt mekorlege. Fink)» von Lerchxnfeid bcricbtigt die;“c Auffasung dex Sache durch dix Erklarimg, daß er m_anö- drücklich Se. Maje-stadum, Enthebung von seinem Posten gebeten,.„alw die Entscheidnng Sr. Majestät anhetmgcßxüt habe. Daß 'der Piafidentcn- Posen thatsäa'blicky nicht erledigt war bis zu dem Augxnbltcke, wo die An- 71.311111? des Königs erfolgte. dafiir wolle er einfach die Thatsache als, Be- Weis anrühren, .das; er ,«m-vd-igs M MWU'WW, THB Mr Kölns- 1ichcn Entscheidung iiber sein Gesuch fich der Leitung der Debatten 3.7 ent- halten, daß er dagegen Uitqiisgcseßt *alle anderen Zimctionen deb Pmfiden- tcn vcrscbén imd aüc vom Präßbium ausgeganzeneu Qjasse nimrzkichnkk haba. Herr Thinncs wiinschtimd beantragt, man "solle den_dr111eiiPiinkt dcr Tachordmmg, Abstimmung iiber die vom Gesammt-StaatSnn-mswrium an die Kammer gebrachte Legitimations-Bransianduug der Deputnten aus der Pfalz, für heute beseitigen, sonst aber in dcr Oxdnimg derBerathungs- Gegenstände fortfahren. . Herr Willich verliest nun die folgenden beiden Erklärungqn: ]. Pie- jenigen bayerischen Abgeordnetcn, welche in dem pfälzischen Kreiseogcwi'ablt. von der Königl. bayerischen Regierung zum bayerischen Landtage emberufxn wurden, und in dieser Kammer gegenwärtig sind, finden fich vmxnlaßt in Folge erhobener Zweifel über ihre gegenwärtige Stellung zu erklaren, daß schon ihre fortzesesce Gegenwart in dieser Kammer die beste Antwort auf jene Zweifel bildet; -- daß fit gesonnen sind, an _dem sesizuhakten, Was, sie fiir Recht und Pflicht erkennen, das: "sie entschlossen sind, die Recbie, dercn Wahrung ihnen verfassungsgemäß anver'tjaut ist, nach jeder Seite hin 1111921“!th zu erhalten und die schweren Pflichten, die “ihncx gegen das weitere, wie gegen das cngcre Vatctland obiiegen, ZU erfiillen. *Diese Abgeordneten erklären ferner, das; sie in'der- Bewcanng_der Pfalz, die urspriinglich rein und ablein durch die Reuitenz dcr bayeri1chen Regierung, in Bszug aiif Ancrkcmiung dex Reichß-Verfafsun bxwyrgerufcn wurde, urid in den Errigniffen, die sich seitdem in dcr Pfaz zugetragen, kcineii enu- genden Grund erbliäen können, ihre Pläse in dcr bayerischen olks- Kammer auch nur zeitwcise abzugeben. Diese Abgeordnetz'n gian- ben vcrfichcrn zu können, daß ihre Kol'legen and 'der Pfalz, die, seit wenigen Tagen momentan abwesend find, die hier ausgespiochenen Gcsmnungen tyei1en. ]1. Die Unterzeiclmeteu erheben Reclamationdn die hohe Kammer gcgen die Präsidial-Cntscheidnng, wonach die Deputirtcn aus der Pfalz aiisgesckxloffcn sein sollen von dci" Abstimmung über die Vorstäge, ob _an die minißeiielle Beanstandung dcr bayerisches Abgeordnetm aus der Psqlz ZU]? Tageöordnung übergegangen oder zur Wahl eines AltösÖUsskÖ, gkscklk- ten werden soll. 'Die Unterzcichnct'cn bchauptrn, daß jene Pmfidial- Ent- fcbeidung gan; kompetenzwidrig und iinstatthaft sei, auch d111'ch die parla- mentaiische Sitte in zwei“ durch den Vorgang in der Nattonaleersainiii- luna über die posens e Frage, worauf jene Entscheidung gestitßt Werden Wfllkk, nicht nur nicht gki'rcbtfe'rtigt, sondern schnurstracks widerlegt isi. Muncbcn, dcn 4. Zum“ 18-19. S. Willich, ,E. Gelbett, Boye, Scbykpf, Kohlhrpp, Adam Müller. '

Dkk Präsident: Er glanbe, daß diese Erklärung und Reclkinyiiqy eincm ?litssibnffe znr Priifmtg iind Berichtexs't“n„ttii„ii_g 3,11 übergeben sei. Herr Thinncs braniragt, daß die Frage t'vegen'der pfälzerAbgeordnetcn erst dann wieder ans dic Tachcrduung kommen -soll„e, worin der Bericht iiber die Rcclamation gegen die bekannte Pkäüdial-Entschcidung erstattet sei Und die Kammer daruber Beschluß gefaßt haben Werde. (Wird unterstüstz) StaalSminister l)r. R'ingtlma'nu behäliF die Erkläkimg des (Hesammt- Staatsministeriumö in. *.der Sache bis nach deffen gepflo enex Berathung daxuber vor. Der Pxäsident: Die Frage sei also, ob Ziffer 3 der Ta- gesorknimg vorläufig zu“ ["sieben sei bis nach erfolgter Beschlußfaffungiibck dic Rickamation. Ur. Miiller maeht zwi" einen“ Versuch, „rinkAcn- derung in rer Stellung der Frage “h_erbeizusfihkcn, Herr Thinnes bcstcht aber darauf, ' daß die Frage- in der vom Präsidenten vox- ycr augcgcbcnén Weise Hund 'im 'volirn Einklang: mit seinem ct- gcncn Antrag:: gestellt **";ve'rde. Ur, Hopf bitt'ct jcdciifcills nm . Be- sciilennignng der “Sache, damit das S_„pichdrsscn ;diiSUVolk, Wie ,er bestnrimt wise, gcnngbabe, cin Ende„nel)mr, DcrxPiasident sichert mog- 1ichsie Beschümiigmng von *feiker Seite zu, und'auf seine Frage _entschei- rct dann die Kammer einstimmig, dass, „Ziffer "3 rer Tagesokdnung jo lange wcgblcibrn _solie, bis iibcr -diex“*mehterwäbnte Reclamati'on entsclxieden sein werde. Dcr Pxäsident “,ciußerx-Ynu'n rie A&ksicht, daß man nun aueh die Bcschwcrdc des Herrn Kolb gegen die b'ekminte Präsidial-Entscheiduug dcmscibcn Axsscbnsse iibsrwciscn soll“, 'wclchenx die Reclamation zuchicscn wird. Heir Thiuncö stellt eiiien söxmlichen Antragin diesem Sinne upd die Kammmnimmt denselben Mi,". ])-*._Hopf: Ez entsxehe jedochnhter abermalo .die Frage, ob anfdtr-Wah! bed Ausschussesauch die “faizcr thkilnchmen,können? (Unruhe uiid'Einipruch (von der Linken.) Herr hin- ni'ö will (1er diese Frage zm? Tagesorduuug gkgangxn wissen. [):-. Nubner nimmt ans rer Vemy'iknng des Herrn [)r: Hopf Anlaß zu den Worten: das cbm sei das Spill, desen das Voik smt sei. (Bravo von einer Scite-Zder Gallerie.) Dir, «Präsident mii Energie: Ruhe, meine Herren! DiéJNnhe kehrt angcnbiickiich wieder. Der Präsident verliest nun eine Adresse di'r Stände dechmogthums Kobitrg an die Kammer,- worin dicsclbe angegangen wikd, fir“ solle, das B:“ispicl Württembergs be- folgend, aqunnahmc dex frankfurter Ve'xfciffung bcstchru. Herr Maier ». N. beanirqgk, die Kammekzsoll'c «ibrcn Dank fiir diese Adresse aussprechen. Dcr Prä sident macht aiif diessehlcrhaftt Weise aufmerksam, in we_icher dcrglricbcn Llniräge improvisirx Werkes. Herr Thinnes wii! hööiqtcns einm Dank fürdie freundliche Mittheilung zit Protdkoll a::ögcspiocben wissen. Hsrr Willich wünscht Aiitwortditrch „die That, nich: durch das Wort. Dcr ?lntrag dss Heim Thinncß wird endlich mit großer Mehrheit ange- nommen. , - “. * -*

"Ter Präsideiit macht-der Kammer weitcre Mittheilungen von meh- rcrcn Einliinsen, Darnntcrz-befindek si..ch ein, Schreiben des Königlichen Finanz-“))iinis1crium§ an das“ Pnißdiu'm der Kummers, betreffend den Uebel- stand der Abweseyhéjk, eines der ständiscbxn'Kommiffäi-e fiir die Staats- schuldentilgiiugö“Kbiimüsfiou' (Hrn. Dr. (erimx), mit dcm Ersuchen, daß im Zuterrffe dcr bcdxohtm Scaatk-„gläubigxr baldigst Abhiilic erfolgen möge. Er verliEst auch ein Schrxibcn des Herrn [):-. Greiner aus Kaiserslautern an ein Mitglied dcr-Staatssibyldrntilgnqgß_-Kommisüou, worin derselbe seine AbMienhcit mit den aus den intun en bekannten Ereigniffcn in der Pfalz YUTsMlldigt und mcin't, er könne ja Sein Geschäft an Ort und Stelle fort- !UWU, wo yr sicb cht befinde. ' Der Präsident: Die Sache sei un- ;wmcwaft dringend,dc.r schnellste Weg zur Etlédigung scheint ihm gegeben, YYWYYZ MÜ) T*Ilelkel ZMD“ Geschäftsordnung eincn Substitute" an die

„7 , weenenx " ' ', “„ stimmig diesxr YUM)! anxommiffars wahle Dre Kammer schließt “sich cm

59“? W“.*,„bkl„il1tekve111rt, ob das Ministerium für Einberufung dex

ElsÜJJÜUl'Z" "" M ü"? d'r deuxschen Nationai-Versammlung ausgetrete- "M ' 'N “r" das GMP“? )!?kiügt habe. Unter den AUsgetreteuen be- fin-dl" ska) von re" " .bavek'éche" Abgeordneten auch über 40. Es sei “[]." Gekahk d" - dss; dle National-Versammlung gar nicht bcschlußfähig """“" DNN" sm“ sem" I"“kchaiion an das Ministerium Der SUMOMMÜ" dcs Yenßern, 1)“ "011 der Pfordten: Die Annbort ans diere FMI“ ..se' wohl "' df,“ Vortrage ÜF)“. dix deutsche Verfaffungsfra-gé enthalten, fur WWW.."- ßch vom HM" Präsidenten das Wort bereits “4 bßten habe. Der Prasident ladet den Ministc - - ' * "

. . : tm, diesen Vortrag zu halten. D" Herr Stagiö-Mmrsier des A“"ßem besteigt diechnerbiibnc und erörtert, Warum. die bayerische „Regierung bis 1:81 nicht den betiiner Propositionen' zixqestiniinx habe. Die Liuffyrdmmg det preußischen R-gje- rum]- dem mit Sachsen und Hatinoberxabgescbloffmen, Schushündnjßebej, zutretrn, sei, dankt vom ,22. Maxi, hieb am Lösen deffekben Mongts "au '. langt und habe das Exsnxhcxn iim umgx-hende Ernänm !*ntbqltén, Zeh abu hinschxiich der erxxmgungspbnkte KM., sehr im Algemejßm“ “USM“ sprochen, Eine, Anthxrtderhayxrtscben-Regmrnng sci am 27. Mazi-jigch Berlin abgegangen, während man" dor1 unter den drei genannten Regie- rungen schon am 26. Mai 595 Bundmß abgeschlossen habe.“ Die baye-

votnm, . 1)--. NÉU-bner Bcrschnb der Stsirng

Erst“ durch die '- )ebung-durch-Se..

1.-

" Merk. enthält Folgendes:

- Wäxlbéz'irk (Smd! Karlsruhe, Landing

- wiaige'“

972 -

tische Antwort hübt dahin gkßutet, daß Bayern nicht xu etwas beitreten kbnne, was man noch nicht genau kenne. Es musse erst das, was vbn Valin geboten werde, prüfen, ob es mit dcn Ztitcrcssen des *andes iin Eioiklange stehe. Bayern werde,3dg «:s mit der National-Vcrsam _, ng, die delt, Geht ferner, mehr geheMnue, Z mexYIxmsung _emcS Reichs * evix _ndkr Vcrmss „Yprz . - an andim e_nBav eki . „„. . wajxf7§ichß, WOÖUkch _ zn/ Deuts" and ?»wa rt w rde, _ wogegen in dem Entwurf wieder Man- ches enthalten kk, wodurch die materiellen Interessen Vayenzs har_t_ vex- lest würden. Die Annahme der Oberhauptsfmge -- und diese ware '." der berliner Verfassuni , wenn auch nicht mit gletcheii Worten, so doch ,in gleichem Ssixue JfgeZaßit, wie in der ckfÄanxmrtch txixrkde ?Zm Sch§tdcbn§xf ,w d n. i ) ., :- er e un Deuts “Y , u .! n o e;1t, .nxxx ; sxv"“1z.':ichte“11nte&h§ißm yDer Miniftex :l'uktt win tbci) 11„gé1st-' reicher, Rede auf die kommerziellen nnd sozialen Uebelstaude hin, die e_me Tunnung ÖW“W-'Mschiand nach H:!) 31th mm; ' Was - Aufgabe sei, als nächstbedeutendßcr Staat den Dualismus der bnden Groß- mächte Ocstetreicl) und Preußen zu vermitteln, -7 dort das tikshays zu fordern, hier das EWks-xutbbnn WéxuM-Uen. Cs konne nicbt jcne Para.;mphen der frauxfmter Verfassung aiznehmcn, die sich auch in dex berliner vorfändcn, .und Die Strucm, die Heimats- und Genickbsxcchte bkhäkkatcn-; ““ck hills! , xs dex" Fidcikommiffe müsse ,es auf Mydificatiouen dringen. _Bap'ern “joo ( fich von jenen drei Regierungen 1,1154?) trenxien, sondém «werde fich Üdch*7oor'_deni zu bcrdifkndi'j! Rx1chs1ézgx nnt neu iiber ein "süd" ganzD-utsébland Mendez Versaffungöprojekt einigen. Auch kjext, nach..!xer Auflösung der National-Versammlung, cr'kenne die bgyet1sche _Re- gierung die pwvisoxx'xihe Centralgewait nls rechtlich und faktisch bestehend an und Werde ““diese. in_.ihx4Y.Yc-zs1rebcn uutcrüußen_, Deutschland Gegen äußere und innere Feinde schußen. Sollte ein Wech|cl der brovisorischcn CentralgeWalt nöthig crscheinen, so wird die „bayerische Rtgierung gleiche Gesinnungen gkgcp die neue hegen, wie gegrnUdi'e abgetrexenx, '

Nach dieren: Vpktfage beänjragt der zYsxasident, dre offentliche Siz- ZUUJ 3" schließen und 'in geheitiicr zu der «Jbl des Ausschusses uberzngcx hen. Herr Reinhardt will den Herrn Prändcnten veranlassen, sdrtmi die Siöungm um *8 Uhr. u beginnen, was der Präsident “b“?!" nicht fur nothig erachtet, da so wenig ;11; die Tagesordnung vorhmdcn ware, daß man, um 10 Uhr bc innend, noch immer rasch genug feriig werde.

Herr hinncs inteipeliirt dcn (Hcseßgébungs-Ausschnß, warum, da Gessi) - Entwürfe in Mcnge "vorliégeu, derselbe die anxbximngnvernacblai- sige? Der Präsident glaubt“ diesen Vortvm'f gut heißen „_zn mussen. Heri Thinnes: Es sei bedauernswcrih, daß bis )'th gar nichts geschehen sei. Man sib? skßk schon Maß.! ig hier und habe'nichtö geiban, ,um die Forderitngen des Voikt's'“z'u bk riedigen. Der Präsident zahlt die unge- heuere Maffevon Wilagxn bei den einzelnen Ansichiiffen her iind be- mexxt, daß davon 'noih "gm“ nichts erledigt fei. Herr Boye: Die Aus- scbüffe haben ch die “Edledigimg der reutschen Frage abw51rten ivolien, ob slankxkrtisck), ob beriivisrh? “Dies habe fie an_deu Aibeitenbs, )th ver- hindert. Herr Forndrxan widerlegt diese Ent1chuldigung, mit einigen'ge- wichtigen Worten auf die Unstatthafiigkeü dcrselbend hmdeutend, D?“ xräsident schließt hiermit die öffentliche Sißimg nach 1211-hr, und die

ainmcr bleibt “in geheimer zusammen, um die Wahl des Ausschusses voi“- zunehmen. ' '

Württemberg. Stuttgart, 4. JUZÜ.“ Der Schwäb. „Sc. Königl. Maxestatxhabcn .in Er- wägung der gegenwärtig zm“ großen Gefahr des Vaterlandes „sich mehrenden Ayfwiegelungs-VersuM Und in Vchacht dcr sexi eim- qcr Zcit umfichgreifendxn Exzesse von Jnsubordmaiidn, und Zucht- josiskcit bei einem wenn auch kleinen Theile dcs Miliiatrs, im Cm- Verjtändnisse mit dem Staats-Ministertum dic Terben-Koniman- dauxen, so wie die, Gonderneyre der Garptsoti-«tadte, nur der Vollchbt bekleidet, unter det; in den milctairtschen Strafgdseßeii Art. 167-5178 bezeichneten Fällen das Standrecht zu berkunden und ausführen zu lassen..“

SkU-kk gxart, .?) IUMÜ (Schw. M.) Heute Vormittag wurde Fick1éxhier thaf-Let und auf den Asbxg abgeführt. Man wollte im Publikum WÜMUFMW ski, 311154 einer größeren Geldumme versehen, hier und suche» die württembergische?!“Soldaten "ir die badische Sache zu gewinnen.

Baden. Karlsruße, 3, Jimi. (Schwäb. Merk.) Die bcrgangenc Nacht war chr nnruhig; cs, sind viele Fremde und Leute dom ersten Aufgebot hier.; Betrunkene lärmten in den Stra- ßen. Heute war der allgenzieine Wahltag fiir, die konstituirxnde Versammlung. Von der karlsruher WähllrsckWst wählten nur 2- 300. Die anwesenden Fremden wählten in Masse (ungefähr 1200), ro? und klein, alt und jung; man fragte nicht, wie alt oder wo- Fcr Schweizer, Franzosen, Italiener, Polen, Alles wählte mit, und um das Wahlgesehäft. zu erleichtern, hatte Jemand die Gefäl- ligkeit, den Leuten gedruckte Wahlzettcl zur Abgabe in die Hand 11 geben. Heute Mittag 12 Uhr War große Parade auf dem SchloZ blaß, ungefähr 2000 Mann (einschließlich der Jiinglinxe "bis 18 Jahre) defilirfen vor der neuen provisorischen Regierung; 'rentauo, Gögg und Peter waren zu Pferd anwesend, Ein Sckywcizer-Corps, das noch keine Waffen bar, sang beim Abmarsch: „Feinde bebt, die Rächer nahn!“ Die Nachricht, daß Fickler auf dem Asberg fißr, hat hier unter allen Parteien ungeheuren Eindruck gemacht. Struve, Stcinmeß und ein Pole, die in gleicher Absicht in Stuttgart wa- ren, sind hicrhcr entkommen, Ukbir die (bereits erwähnte) Entlassung Sigel's und die Ein.- sFeßlungdi-iner provisorische Regierung meldet das genannte Blatt o en es: g„Dcr Umschlag hat begonnen; die Herren Prätorianer befehlen und der Laxxdrdansschuß gehorcht! Ein Bataillon drs zweiten Regiments (das iibrigens nie den neuen Stand der Dinge ganz anerkannt hat) lag in der Umgegend vou Bruchsal und sollte, angeblich auf Befehl des RcichSmini- sterinmö, mittelst eines Extrazuges nach Heidelbkrg abziehen, Mit Wider: willen ginqs an den Zug; in Heidelberg angekommen, sollte dasVataiUon iibcr den Neckar, um dort eine Stellung “einzunehmen , Weil Sigel wieder angreifenonte. Das Vataillonerklärie:„Wir gebennicht!“ Es fand darauf ein Lusammentritt dcr Offizieré "und Führer der in Heidelberg Versammel- ten rappen (etwa 10,000 Mann) statt, Worauf rentano erklärt wurde: 1) daß man Sigel ni-bt nrrhy ais “Oberbefehlsha kr anerkenne; 2) daß man nicht ge en die Reichstmxxpen, uam-cntlich “ge en die Hessen, kämpfen wolle; 3) da „man die Antorixät dcs. Lanchausyäyuffes nicht nicht aner,-

,

"kenne, und daß eine nrue provisoriche N ierun ebildet werden müsse. Y 8 J

4) Daß sogleich cine D-putation an den roßherzog vom Miiitiiivabge- sendet, werde, wegen seiner alsbaldigen Rückkehr, und daß wenigstébs Prinz Fri,ed'cich komme, um sich eitxstweilm“ an die Spise zu stellen. -* In :einer hiesigen. Nachbaxgemeinde kam Befehl zum Anfbiuch dcs ersien Aufgebots; man fam zusammen, berietb und beschloß.- ius Kartoffelbacxen _zu gehen; nur wcnn die Karlsruher rufxn, wia die ganze Mannschnst gehen und fich an die Bfirgénvehr anschließen, Von anderen Nachbargemeinden kam die Mannschaft geßeru Abend hier an, um Theil mit ihren Mädchen, die unter Kummer und Thränen Abschied na inen, Es find nun fast am Offi- ziere aus dem badischen Heere ausgeschieden. Heute Abend 7 Uhr ist In- specjzio'n de_r, hier [irgenden er1schaaren (auch Genfcr sind gekommen) und der Leyt- vgom ersten Aufgebot. Ein An-scblng fordert auf, fiir den 131en t Katlscubx und Amt Ettlingen) fiir die onskituirendeVersammlung iit'iter folgenden Männern zu wählen: Vren- tano', Häuser, Lame? (diese beiden Mitglieder- der bisherigen Kammern ge- hömn der konséwatven Seite an) und W'elcker.“

K arlsruhe», 4. Juni.

Z it (Köln. Ztg.) Die Karlsruher e UU-

xtxthält einen dxiygendhn „Yfryfk“ um Geld, um „frei- teuern. „Es, ist gy feiiixn; Y zu denken“, heißt es in demseiben, „wenn von einer engherzigen ourgeoisie dieses der Re- volution vorenthalten wird, Die Leute, welche ihr Vermögen, das

„. lieh bekam-

“in der Hand verjagen,

- Händen kaffen wird.“

doch meistentheils aus der Ausbeutung des Proletaxiatsxherponge- gan cn ist, jeyt verbergen odcr außer LanpcsÜFcbickM, diefe -find die gro“ ten sträthex s, Volkes und des _Vßfeéxandes, uud-qun sie- auch fiir dF A ( _ durch ihren EgoiW dieContpesRevolu- tion erm ,' „und... 's Standrecht MUMM“ ,so wixd ÖOÖ frührryder _pätxr'P-Ser Fluch und die-NW „xps Volkes -ereilen. Tees,!)alb ist„es thxzidig, daß die oinzelannzeichnmuchöffent. gema“ «werden, damit “das VMR!» Patriotismws der Einzelnen hinreichend bcurtheilen kann. Nicht klägliche Al- mosen, sondern große Opfer verlangt die Rebolution, Sie klopft nicht wie ein hungernder Bettler an die Thüren der Reichen; sie hat das Recht, zu fordern. Sie hat das Recht, zu fordern, daß in diesem entscheidenden Moment, wo das_Unglück nnd die Knechtschaft viclerZahre gcsiihut und dem deutschmdilüe die Bahn der Ehre und des Glückes eröffnet Werdcn soll, alle Kräfte mit Auffiammen wieder vcrlösche :c.“ Die provisorische Regierung hat ihre Thätigkcit mit einem Zugeständnisse an die öffcmliche Meinung begonnen. Sie criäßt (wie schon erwähnt) heute dichkanntma- cbung, daß die dem Bürger Schlöffcl Sohn friiher ertycilte Voll- macht erloschen ist, daß dessen Befehle fernerhin nichr zu vollziehen ind. Der heutige Leiéartikel ihrer eigenen Zeitung abcr warnt chou, „sie möge sich nicht täuschen über ihre Lage!“ „Das Volk drängt vorwärts“, heißt es am Schlusse “desselben, „und schiebt nr Seite, wer es hemmt in diesem seinem mächtigen Streben, ' ir rufen daher der provisorischen Regierung zu: Vorwärts! Vorwärts auf dem "eingeschlagenen Wege 'der “Revolution und der Völker- Befreiung!“ Der Kampf der Parteien wird also wohl bald be-

ginnen. Karlsruhe, 5. Juni, (O.P.A.Z.) Die provisorische Nc-

- gierung hat im Namen des Volkes in Baden folgendechlamaüon

an das Volk in WürUemberg erlassen : " , „Deutsche Miibiirger! Der vom Volkdverrather KgrlnMnth-p im vo- rigen Zabxe' vexhaftete und unter der_ porigen, nun schmahlicb geflobeiixii badischen Regierung dreizehn Monate "grundlos im Kerker gehaltene; Var- gxx Joseph F-icklet, eben cinmüthig durch den Lgnch-Aussckmß in die pro- visorische Negicrun gewählt, ist nach eingetroffenen sicheren Nachrich- ten gestern in der "königlichen Residenz Stuttgart gesan en genommen und aus den Asberg geführt woxdcn, Württembergci! Es i cin Dentscher„ es ist Euer Mitbürger, Euer Bruder, den Ihr auf dcr rcutlingebVolks-Vcr- sammlung lieb gewonnen habt; es ist ein Mitgliedjder badischen Volks- rcgiernug; welche fiir die Freiheit _nicht blos drs badiychcu, nem! des,.ga'n- zen deutschen Volkrs, welcbe auch für Eure FrriheJt kampft, (111 den Konig; liche Scbrrgen Hand angeiegt hach! Wkkkkn Euch jéßt-die Aggen 1111!- ehen, wéjdet Ihr 1th erfeunm, daß die Könige, selbst wenn fie ric 911111»?- ÜZcrfassung beschworen haben, ihr Wort, kein Wort zu Halten, eryullcn?

Würtétmbexger, deutsche Vrüdn! Werdet Ihr so1ch niedertrzichtigcn Verrajb an der Sache des Vokkes, an der Sache Deutkchlands dulden? Nein, Ihr Werdet die's nicht! Jbl Werdet Euch erbo-

Wcrdct eine Regierung niit den Waffen welche auf so deltilicbe Weise zeigt, daß sie Gegnerin der Sache des deutschen Vaterlandes ist! Wir winden unse- rerseits niit den entschiedensien Mitteln die Freilassung unseres Mitbiikgers, dcs Miigliedrs der obersten“ badi“chrn Rrgicritngs-Bchörde, verlangen und zy verwirklichen suchen; wir tvcrdau nöthigenfailö diesen Eckixitt Enter Rc- gierung als eine Kriegderilärimg gegen uns, gegen die deutxcbc Sache bc- trachtcn und mit den Waffen in der Hand Gemtgtbuung verlangen. An Euch ist es, mit uns gemeinschaftliche Sache ZU machen! Ihr seid unsere Brüder, Eure Regierung ist“ unsex Feind; ihr werden wir das Schwert entgegenhalten. Auf deim, Männer des Schwabenlandes, geht mit uns in den Kampf! Das Volk wird fiegcn, die Rebellen mit den Kroncn wcrden vernichtet werden!“

Heidelberg, 2. Juni. (Köln. Ztg.) Unsere Studentcn, obwohl natürlich sowohl durchaus deuiscky, wic äußerst demokratisch, vertxagen sick) mit dem neuesten bcidlsc'ben'Regimente schleckt; sie find denn doch zu gebildet, um mtr der ctbilkonixnissarijckxen VoÜ- gewalt cines Studiosus Schiöffcl oder ,GallusmMaicr sick) bcxti'agm „zu können. Es ist doch cm Unterschied zwqchcn dcr republikani- schen Demokratie, wie der Student sic verehrte, und dieser an- maßcnden „Lumpokraéic“, wie die Erfahrung ibm dicsclbc darstellt. DcmSchlöffel haben sie durch encrgischcs Auftreten schon früher hier sein pasckmmäßigcs Gcbahren gelegt. Jcßt endlich haben sie es gewagt, in großer Mehrheit geradezu zu ei'kläi'qn,“daß sie die' in dcn crstcn Tagen der Bewegung augenkm-meuen Waffen nicht zur Theiluahme am Kampfe dcs Volfcsx egen die „gekrönten Landesverräthcr“, son- dem nur vorkonnnenden alles „zu ihrem eigenen Schuhe“ gebrancbcn wollen. Die Regenten in KarlSruhe smd hierüber natürlich erbit- tert genug. Ihr Moniteur, dic Karlsruhcr Zeitung, meint heute: „Wer den blasirten, junkerhaftcn Geist eines Theilcs der deutschen Studirenden kexmt und sich der klächickxn Theiluahmlosig- keit erinnert, welche- die1elben zum großen «x()xil im ganzen Vcr- laufe der großen deutschen Bewegung mit alleiniger AuMahme der unsterblichen wiener Aula an den Tag gelegt haben, wird einen solchen Beschluß eines Theiles dcr„deutschcn Jugend, dcr sich vor- zugdweise zu dem intelligenten zahlt und ein ganz apartcs Stück Ehre für sich, in Anspruch nimmt, ohne'Erstauncn vkrnchmen! Sie ist indesfkn „iiberzeität, daß man in e_tztcr Zcit, wv es für so viele tüchtige Arme, die ibdxm Kampfe sur die Freiheit des Va- terlandes geweiht haben, an hinreichender Bcivaffnung vicilcicht bald mang'eln dürfe, jene Gewehre nichl lange mehr in so unnützen Aber die Studenten stehen in ihrer Gisin- nun hier nicht allein, und eine gewaltsame Entwaffnung derselben diir te doch ihre Bedenken haben!

Freiburg, 2. Juni, Abends 7 Uhr. (D. Z.) So eben Wurde der gestern Abend! dem hier liegenden Bataiüdn des Lien badischen Infanteric-Regmients ertheilte Marichbefehl nach dem Unterland: wieder zUrUck enommm.“ Es hat dieses bedeutendes Aufsehen gemacht in Ver indung mit dem Gerücht von Auflösung

des Landes-Ausschusscs.

Heffen und bei Rhein. Heppenhe im, 5, Juni. Mittags 12 Uhr. (O. P. A. Z.) Gestern Abends 8 Uhr erhielten unsere Truppm plößlich Befehl zum Abmarsch, und von 11 bis 12 Uhr Nachts 3,9-

ben wie Ein Mann; Zh!"

gen sie in möglichster Stille von hier gcgen Weinheim, während-

über Birkenau die Mecklenburger bor- rückten, und eine andere Abtheilung un erer Truppen von Lorsch iiber Hüttenfeld. Es hatten [ich nämlich schon seit ge stern in Weinväm Freischaaren gesammelt, deren Abficht ein abcrmaligew Einfall in unser Gebiet schien; einem solchen aber wollte man borbcugen. Gegen 8 Uhr langtxn die vers iede-m'n Corps in Weinheim ein, aber da war schon seiQLUhr dur“) *einen Spiyn. die Nachricht von unserem Anrücken bekannt und die Flucht eine allgemeine“. Unsere Scharfschiißen holten den Nachtrab des inndcs jenseits Weinheim ein und griffen ihn sehr cncigisch“ an. Er. sioh mit Hinterlaffung von zwanzig- Todten Und eben "so viel Vernmndeten. In Weinheim selbst wurde eine allgemeine Entwaffnung angeordnet. - Wir machten funfzebn Gefßzigene und brachten den sogenannten badischen Civil : Komßiisar Herder als Geißel mit hierher. Außerdem fielen und vier prächtige Pferde aus dem herrschaftlichen Gcsiütin die Hände. Todte zählen zviv keine, nur zwei schwer Verwundete, die sogleich in Wagen zweiter Klasse an der Eisenbahn nach Darmstadt Nesandt wu1*den„ Eben ziehen u'n ere Truppen jubolnd und mit grunen Zweigen hier ein.

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Die Gefangenen sind von der Art, wie sie bisher; :)sz dem Schub ;foytgebrachthxxdxm, dex allervononnneustgen sichtet, die _man si Mk?!) kun]- ken, in viesxn Sy. ?ktcn der „Wohlstand, Freiheit, Bildung iir Nile“ zu erblicken.

Darmstadt, 6. Zum“. In der Darmßädter eitun liest man: „Da ZxkiskhäklEk gkß'krn wieder "sich in WeiZeim ge? zeigt haben, ange ich 1500, fo sind in dcr verstoffen'en Naélyt 11111 11 Uhr Truppen von Heppenheim auf ebrochen. Um 8 Uhr sollen einige Kaxtonenschüsse iehör-t' wotden ein. Ein Reisender bringt die Nachricht, daß b'a d darauf di? Freischärler schnell entfühen sc-iem Reisende, die heute mbt dem regiilärknGRorg'eUzuge von Hrpperéheim ankamen, wollen daselbst, und zwa? in der Richtunq von Weinheim her, von Mo-r'ena? “4 Uhr "an, Kanchndonner g-k-hökt haben, Die heidelbexger Na- t-"Karriolpost ist des Morgens hier nicht angekommen, noch durch den späkeren Konvoi anh'er befördert worden. Nachstehender Zug des Edelm-uth-“es badischer Kris er wird uns von einem Augenzeugen berichtet: In dem (SZ - fechtk bei Hemsbach verttze-«idigie ein Offizier dom ?ten Groß- herzoglich, heffiséhcn Infanterie - Regiment mit einer Abthei- lung “PlänXlex einen Graben ge, en eine Abtheilung babi- scher Infanterie, „welcher es durch kdeut'ende Uebermacht gelang, denselben auch kurze Zeit daraus zu verdrängen und 50 Schritte weitvr rückwärts in ein Baumstück zn wrrfm. Der Rückzug _qe- schah so schnell, daß der Offizier nicht mehr im Stande “war, einen durch Zerschmetkcrung des linken Obcrséhenkess schwer verwundeten Musketier, Namens Lem, von dcr 7te-n Compagnie, mit zurückneh- 1111Z11 zu können, wodurch derselbe in die Hände dss Feindes fiel. Diese, anstatt chi schwkr Verwundeten, am Boden liegenden Feind, Welcher noch m nm , * «bai, nach den Geseyen der Ehre und Menschlichkeit zu Verschonen, feuerten auf eine Entfernung von zwei Schritten abermals einc Musketc auf denselben ab, wo- durch ders-„slbe auch am linken Beine verwundet wurde. Da der Graben nach wcnigmAugenblicken vondeanssen wiedr'r genommen war, so konnte dcr tödtlick) mißhandelte Krieger von seinen Freunden zuriick- grbracht werden. Das Bein ist in Folge des Schusses amputirt worden.“,“Aus Friedberg vom 4. Juni schreibt man: Die Ge- mxinde Sodkl in unserer Nähe hat jüngst beschlossen, jcdcm der Ksgmpfcr aus ihrer Gemeinde gegen die Insurgenten eine Unter- stuxzung vou zehnxGulden vor der Hand zu senden, nnd wcnn Dkk K&m'pf und die Strapaßen derselben Noch länger dauerten, oUten sie'kcmeNotUL) leiden und “würden weitere Unterstüvnn en nachfsolgen. Mit Ausfuhrung dieses wahrhaft patriotischen Beschlusses ist soxort begonnen worden, und verdient derselbe Wohl in weitcnKrei- sen bekannt zu werden.““ Aus der rheinhessischen Pfalz v'om1i Juni wird dem Mainzer Journal eschrieben: „Die Gränzdörfler von der bayerischen Rheinpfalz éFallen schaarenweise in die nahen darmstädter Domainen -Waldungen ein; ich habe gesehen, wie fie am heilen Tage die größten Eichbiiume ohne alle Scheu fällen und über die bayerische Gräuzc bringen.““ Wies von wegen der deut- schen Rcick)sverfaffuiig.“

Nieckleubur ;Schwerin. Schwerin, 5, Juni, (HC.) Zu der_ hcuiigen ißung 'der Ab eordneten'-Kammer haben die sclzwerinjchcn Kommissaricn, denen s ck der streliysche anschkoß, der Kiimmcr folgende, Erklärung. abgegeben:

„Es ist der Abgeordneteu-Versammlung bekannt, daß von den König- lichcn Negiemngeu von Preußen, Hannover und Sachsen in Bezug auf die deutsche Verfassnngsfrage eine Verbindung eingegangen ist, auch daß und wie die iibrigen deutschen ReYenmgm aufgefordert sind, dieser V"- bindung beizutreten, Eine solche uffordrrung ist auch hier eingegangen, nnd sehen fick) die unterzeichneten Kommissarien dadurch zu nachstehender Mittheilnnxz vrranlaßt: . ,

„Vom Beginne der großen Bcwcgung unserer Tage an hat sich des Großycrzogs Königliche.Hoheit den auf Errichtung eines einheitiichen deut"- schcn Reiches gcricbtetcn Vestnbuugen angeschlossen und nach Kräften da- bin mitxuwirjen gesucht, daß diescs große Ziel auf dem in Frankfurt betretenen Wege erreicht werde. Davon gab auch die sofortigeAncrkenunng der ckFrankfurt beschlossenen Beifassung ein rcdendes Zengniß, uud wenngleich die Zustim- mung der Regicrungcn der größeren „deutschen Staaten nicht erfolgte, die Vorausscßuug, unter Welcher, die Anerkenan erfolgt tvar und nur erfolgen konnte, also mckxt eintrat, und die erfassung folgeweise wie iiberhaupt, so auch in Mecklenburg, nicht wirksam werden konnte, so bmchte doch der einmal eingenoimnene Standpunkt es mit fich, von Be- strcbungen, die, obwohl dasselbe Zirl vcrfolgenb, roch in_imer_dcr Verwirk- lichung desjenigen cntgegentratcn, was in annkfnrt beychlossen und von hier aus angenommen Was, sich so lange fern zu halien, als auf die Durch-

_ . „* LZ _. Je“ sMldßrt bei dem ,edan-

sülzrung der beschlossenen Reichsverfaffnng noch irgend eine Aussicht vor- *

banden war. Aus diesem Grunde ist die in Folge der prrußischen Cirkular- Note vom "2.8. April d. J. stattgehcibte berliner Konferenz von hier aus nicht bcschickt wordcn.

„Seitdem ist nun aber jene Ansscht völlig gescbwundcn. Die Re ic- tnngcn von-Preußcu, Bayern, Hannbvcr und Sachscn sind bei ihrer ei- gerung, die ohne ihren Zutritt böliig unausfiihrbare Reiclé-Sberfaffmig an- zuerkennen, scsi beharrt. Andererieits konnten die Regierungen, Miche die Verfassung anerkannt hattcn, wirksame Mittel zu deren Durchführung nicht in Anwendung bxingrn, und die National-Veisammiung hat nicht allein in dieser Beziehung ebenfalls nichts Erhebliches zu wirken vermocbt, son- dern auch in leßtcrer Zeit eine Stellung eingenommrn, Wodurch fie, anstatt die Verwirklichung der Verfassung zu fördetn, dicsclbe vielmehr unmög- lich gemacht hat. Durch ihre Erklärung. von der einmal beschlossenen Verfassung untcr keinerlei Umßändcu und in keinem Punkte abgeben zu Wol- len, hat fie fili) jeden Weg der Verständigung mit denjenigen Ne iemngcn, welche die Verfassung nicht anerkannt hatten, abgeschniitcn. Mehr?;tcbr iiber die ihr zustehenden Befugnisse weit übergreifende Beschlüsse, die entschieden hervortrctcnde Spaltung zwiscben ihr und dcr (Zentralgewalt, endlich die Be- scblußnahme ihrer Ueberficdelmig nach, Stuttgart haben dicser Versammlung die Macht und das Ansehen entzo_ eu, welches nothwendig gcivcscn wäre, um der von ihr beschloffmen Verfascpznng weiteren Eingang zu verschaffen.

„Uebetdies ist die Zahl ihrer Mit lieder dnrch sortgeseßte Ausnitts- Erkiärungm in dem Maße zusammengeéchmolzen, daß die Versammlung, Welche sasi nur noch aus der zuriickgeblicbcnen cinen Paitei biftehf, nicht länger als dir Wahre Vertreterin dcs gesammten deutschen Volkes ange- sehen w-rdcn darf. Man kann es fich nicht länßer veihehlcu, daß die der frankfurter National-Versammlnng gestellte Anfga e nicht mehr zu erreichen isi, das; die dort auf Begründung und Verwirklichung einer deutschen Reichs- Verfaffung gerichteten Veßctbungla geschoitert snd,

„Dieser Ersoii ist ohne Zweifel als ein überaus betrübénder „zu be- zeichnen. Nicbt erszt seit dem Jahre 1848, sondem schon seit viel l_angerer Zeit hat das Streben des drutschrn Volkes nach einer größeren Einigung sich an den Tag gelegt, und jest in der Forderung eincr llmwgndelnng des Staatenbaudcs in einen, auf eine fi'eifinnige Verfassung begründeten Bun- desstaat den richtigen Ausvxtkck gefunden. Je mehr aber diese Forderung als eine berechtigte auzunkennen ist, destodringendcre Vxxattlassiitig rst den deutschen Regierungen geboten, Bestrebungen zn unterstusen, welche das IkoßE'Ziel der Einigung mid Kräftigung des deutschen Vaterlandes auf anderem Wege zuernicben suchen. _

„Die vereinigten Rc iei'uugcn von Yreußen, Hannover und Sachien haben das Werk der Erri tung des deutschen Bundesßaaies niemals zu- kückgeßellt, und jetzt einen cmscheidendcn Schritt für dasselbe gethan.“ Dxr von denselben miigétheiltc Entwarf ciner Reichö-Verfassung “enispkichi, io crheb1ich die Abrveichungen von dem in Frankfurt beschlossenen auch sind, dennoch den an einen solchcn zu sicllenden Wesentlichen Anforderungen, und """" dagxgkn' auckx von der einm nnd anderen-Seite Einwendungen erhoben werd") MW“), so ist doch in Erwägung zu ziehen eines Theils, daß eine alle Parsenn befriedigende Vorla e auf keine Weise erzielt werden kann, ande- rentheil-s, .. daß es sich zur Zeit nicht um die Annahme einer fertigen Ver-

,kä) aiif.

wvx eysten Klqffe dié Kämpfe? füx *

_Train soWo ["für die Strecke von Mestre nacl) Vicenäa,

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fassung, syndun uur my „4:71 Eptwu ". handelt, der einer von Neuem u berufenden-Vezfgktmlxißß Wgyegx i'vet'Len' soll, und dessen definitive *Ab- nah'm'ez'ausde _ v' ' ! "k.k." _ uyimmnng der National-Vektréetu-ng abhängig Macs» ts, , Üebkx die, ""ein * [nen in Vorschlag gebrachten Visitin- mtmgen within nicht schoii xch1,fsnd1"rn (L| mit der zu berufendcn VU“- sanleig zu verhandeln. s b

„, ndxcs vexhsti, ck 'tzd'em, eigxfügten Gesese, betreffend die Wahlen dexAbgéox-dnejy ZW „JolkßshausKWeil dasselbe, wenngleich eben- falls„„11ur.al§s*Entw_urf ?itgethnsß dennoch schon die Grundlage der Wah- len fur die 1:31 x'ubéku ende , Zsanzm'lim „bilden soll. Die in demselben an*genommenen Grundfäße'di-t“ direkten“ ahl und der Dreitheiluuq ker Wahlcr nach dem Census wcichen von dem in Frankfurt beschlossenen Wahl- gxftvcan-ltä; ab.. anxsm lassen fich dagegen schwerlich von irgend einer Seite her größen Mdtnkeu erheben, axs den direkten Wah1m ans breiteßcr Grundlage cntgegensieho'n. Der Entwurf bietet wenigskrns den Bbrzii , „daß keine,! xmzelnen .Klase von Staatsbürgern tin unver- hqltm miißig grbßrr Einfluß auf die Wahlen eingeräumt ist, und dieser VNN? ck als em fo erhxbiicher anzusehen, daß die voraussichtlich bei der Anori mug des Gestßes entsiehenden praktischen Schwierigkeiten dagegen nicht m Betxaéht kotnineu könpen, Vor Al_lem ist aber zu beachten, daß der Großherzoglixhrn Nigtxrimg bie "Gelkgknbékt, “auf Abänderung des Wahlgr- seßes hinzuwirken, liberal! nie!)! geboten “ifi, sondern daß es fi'ch nur um Am nahme oder Ablehnung der gj-Machten erschxäge handelt. J de Mitwit- kungxm deni Werke, der deutschen Einigung aUein aus dem Grunde zurück- zuweisen, wnl v-eileuht rm besserer Wahlmodus fiir das VolkShaus auszu- finden gewes'en ware, das wiirde ßch aber um so weniger rechtfertigen las- sen, als die Verhandlungen über Einrichtung der Wahlen fiir die Volks- lerkrctllng iiberhguyt noch nicht dazu geführt haben, daß bestimmte Grund- Lixreemalö dtex nchngsten und zwxckmäßigsten allgemein anrrkannt worden

„Hiernach wird fich Mrckkmburg ber'Theiinahme an der von den Re- gierungex' von Yxeußen, Hannbvcr und Sachsen einßegxngencn Vrrbindung :(Ecdt én_s§ikhen durfxu, zumal da dithöichanigka-it a cr wesentlichen Staats- WMW daxaus, hmw-ésd, ,mit PKW und Hannover Hand in Hand zu gehen, und es in qller Hmficht fur unangemefsen gehalten werdcn müßte, wenn Mecklenburg.“ eme erbindnng mit den entfernter liegenden deutsiben Sinaien gegen die nngxanzendcn mächtigen" Königreiche eingehen wollte. Die Großhcrzqgiichß Regierung wird daher der Auffoiderung des Königlich prcußtschxn Ministeriums Folge geben, wird auch dknjenigen Regierungen, welche die Rcichs-Verjaffitng ebenfalls anerkannt haben, hierüber Mitthei- 1ung_ machen, und giebt, fich der Hoffnung hin, daß ihre Auffassung der vorliegenden erhaltuisse im Einklan e mit den Ansichten der Abgeordneten- Kammer und des mecklenburgischen olkes sieht. '

Schwerin, den 5. Juni 1849.

Großhxrzoglich mecklenburg-scbwerinsche Kommissarien. , vüon 'La-How. Stever. Groth. vou Liebeherr,“ . Hi; ubercmsitmmendc Erk!ärung des Großherzoglich sirrlißschcn Kom- nnssanus lautet:

„„Der unterzeichnete Kommissarius isi beauftragt, zu erklären, daß rück- sichtlich. der deutschen Frage in ihrem gegenwärtigen Stadium fiir die Groß- herzoglich tnecklmbnrg-sirciiyscbe Regierung“ dieselben Ansichten, welche in der von den Gwßderzoglich mecklenburg-schwerinscheu Kommissarien so eben abgegebgnen “Erklaning dargelegt worden, die „maßgebenden sind, und daß denigemaß dix Großherzogliche Regierunß dem Königlich preußischen Mini- sienum auf die von dort ergangene Aufxordetimg zustimmig geantwortet hat.

Schwerin, den 5. Juni 1849.

Buchka.“

Nachdcm diese Erklärung unter lauiloser Stille verlesen War, die nur am Schlusse von Napp dW'ch das Wort „Vcrrath!“ unterbrochen wurde, stellte Spangenberg den dringlichen Antrag auf Niederscvung einer Kommasfioii von sieben Mitglicdetn Zwecks schleuniger Veiichterstattung über diese Erklarung, Pohle dagegen den gleichen Antrag, fich bis morgen zu vertagen. Nach einigen Wechselrcden, insbesondere zwischen Ackermann und Naber, und einigem Tumulte auf dex Gallerie, wurde der [erstere Antrag mit 51 gegen 43 Stimmen angenommen, worauf die Abgeordneten sic!) in die verschiedenen Fractions-Lokale begaben u.*1d dort des Entsckzlusscs einig wurden, morgen die beantragte Kommisfion zn erwählcn, fich dann aber bis zur Berichterstatnmg derselben zu vertagen. .

Dem Vernehmen nach sind die Deputirten zur deutschen Na- tional-Versammlung, welcbe Frankfurt “nicht bereits freiwillig Vcr- lassen haben (Reinhard und Wöhler)“, znriickberufén worden,

Nassau. Wies [* ad 1- n, 5. Juni. (O.P.A.Z.) Man erwartethicr heute oder morgen die Ankunft Sr. Hoheit des Herzogs aus Schles- wi -Holstcin und bringt- dieselbe damit in Vcrbéuduttg- daß der Mmistcr-Präsident Hergenhahn seine EntlassUUg eingereicht habe.

Frankfurt. Frankfurt a, M., 6. Juni. (O. P. 21.3.) Heute früh um 6 Uhr hatie auf dem in der Nähe der Stadt gc- legenen Exerzierplaß am Main eine große Revue sämmtii'cher “l)ié'r stationirter Reichstruppen vor Sr, Kaiserl. Hoheit dem Erzhsr og- Reichsver1vcéer statt. Die Truppencorps waren: anderthalb a- taillone Oeterreicher, das Königl. preußische 38. Linicninfanterie- Regiment, ein Bataillon kurhesfischer Infanterie, das frankfurter Li- nienbataillon, drci Schwadrönen mccklxnburgischcr Dragoner und eine aus österreichischen, preußischen und mccklenburgischen Gescbiiyen kombinirte ArtiUcrie-Abihcilung Von zwö'lf Kanonen und einer Hau- biße. Nachdem der Erzherzog.-ReicbsNrweser, in dessen Gefolge sick) der Reichdkriegömiuister Fürst von Wittgenstein, Gencral-Lieutenant Von Mucker und vier andere hohe Offiziere befanden, dic Truppkn gemustert hatte, defilirten dieselben unter Kommando des General- Lieutcnants von Vechthold bor Sr, Kaiserlichen Hoheit vorüber. Um 7 Uhr rückten sämmtliche Truppen wieder in ihre respektivcn Standquartiere ein.

Frankfurt a. M., 5. Juni. (O. P. A. Z.) Die- Coercitiv- Maßregeln gegen die Aufständischen in Baden und der Rheinpfalz haben am heutigen Tage begonnen. Man verspricht sich um so mehr einen baldigen entscheidenden ErfolZRVon denselben, als die Stimmung bei der weit überwiegenden ehrheit der Bevölkerung gegen das bisherige Treiben und Ausbeuten der zum größtenTheile durch fremde Elemente versiärkten Aufwiegelun bereits öffentlich laut geworden ist. Rheinhessen ist von preußi7chen Rcichötruppen bescpx, auf der Seite eFen Heidelbepg. und Mannheim operiren kurhexsische, GroßherzogliiZ cssische, nqffauischc und mecklenburgisäze Reichstruppen. Die. österreichischen Reichstruppen waren, in Lindau und die bayerischen in Memmingen bereits vor eini en Tagen «in- getroffen. Mit Nächstem stehen wichtige Ereignisse bevor.

Ausland.

Oesterreich. Verona, “1. Juni, (Wien. tg.) Der Feldmarschaü Graf Radeyky ist heute gegen 1 Uhr ittags von Mestre im besten Wohlsein wieder hierher zurückgekehrt. Zu dieser Fahrt wurde vonsder hiesigen Eisenbahn --Directiou ein eigener als au yon dieser tadt bis „nach Verona zur Verfügung ge ellt, nachdcrcihi m den jüngstverflossenen Tagen die Arbeiten so Weit gediehen wa- ren, daß kürzlich die erste Probefahrt auf levtgenannter Strecke hatte Fattfinden können. Mit dem Feldmarschall trafen auch Sc. König. Hoheit der Herzog von Parma und die E-kzher o ?Albrecht, Wilhelm und Leopold hier ein und wurden auf dém Éi enbahnbofe unter Zusammenfluß eines zahlreichen Publikums von den hicsi cn Militair- uud Civil-Behörden ehrfurchtövoli ompkangen, Der 1- mster Rittc'r vox" Berck _soll in Mesire zuviickgebisben sein, und es wurde an ihn ein aus Venedig beim Abgange des Feldmarschalls dort erschienener Parlamentair gewiesen. _ .

,Krakau, 4. Juni. (Wien. Ztg.) Ter Kaiserliclckrusfische Feld- marychall, Fürst Paskiewicz, hat nachstehende Proclamakion erlassen: „Bewohner Ungarns! Auf den Ruf eures legitimen Monarchen, wel- chcr den Beistand meines erhabenen Herrn in Anspruch genommen, haben die unter meinem Oberbefehle gestellter: Truppen fich mit Oesterreichs Kric-_ gern vxreinigt, um die geseßiiibe Ordnun wieder herzustellen, Welche' in eurem Vnteriande durch die Waffen der xmpönsng gewaltsam umgrstürzt worden ist. Die Fördeier des Aufstandes, um welche sib aisobald Abru- te_urer aus allen Ländern geschaart haben, beurcn eme unselige Verblendung fur ihre persönliohcn Zwecke aud. Ihre verbrecherischen Umtricbe haben euch zum Meinride hingerissen. Doch kann der Kaiser, mein Herr, nicbt gkau; bk", daß die Mehrheit der Nation ihre alte Tugend, ihre atigestamnike , Anhän 11c1=keit an _ die Dynastie ihrer Könige verleugncn sonnte. Es i der innigsie Freund des Kaisers Franz, glorreichen Gc- däcbtnisscs, des Kaisers Ferdinand, der Freund mid Verbündete eures Königs Franz Joseph ]„ der sich durch knicl) an euch wendet, cuch zu beschwören, daß ihr von eurer strafwürdigcn Ve-irrung zuriickkommm und auf den Pfad der Ehre, der Treue und dcr Pflicht zmlickkshren möqct. Das russische Heer betritt euer Land nicht als Feind, cs n'iät aus den Ruf enres Königs ein. Wenn ihr es als Feinde empfangt, so tverdct ihr die Folgen. einer solchen Vcrmessenheit empfinden. Möchten mrine Mahnungen euch zur Neue und Untermerfung bringen und dadurch euch die Drangsale . eines blutigen Kriegrs ersparen, Dies ist der innigste Wunsch meines erlaucbtm Herrn. Warschau, den 23. Mai (4. Juni) 1849. Fürst von Warschau. Graf Paskiewicz v'ou EkiVar', eldmarschau und Kommandant en ("[-sk dcr Armcc “Scincr Majestät des Kaisers aller Reußcn.“

Frankreich. Geseygebendc Versammlung. Sißurg vom 5. Juni. In den Büreausäl'en Wkkdk?! um 12.U1)r zwei Kom- missionen zur Vorprüfung der beiden schon mitgctbeilien Anträge auf Amnestie und Reglementsänderung crnannt, Tie Amnestiefrage Wurde kebhaft b'kfbkvchkn. GUTEN? sind: Snäxkt d'Albuf'em, Du- pré, Garnon und Roger (Nord); die iibrigen BÜWQUÖ werdcn, wie man erwartet, in ähnlichem Sinne wählen; die Majorität wiiide demnach so ausfallen, daß man die Amncsxie- Initiative dem Ka-

binct iiberließe. Die Reglements - Kommissarien sind nicbt minder gemäßigt, Zwei Punkte wm'den ihrer ganz ['Z- sonderén Berücksichtigung empfohlen : Die Macht des Präsi-

denten zu wahren und die alte Einrichtung in Comité's einer Nach- prüfung zu unterwerfen, Um “LZ- Uhr "eröffnet Dupin die öffent- liche Siytmg, Das Protokoll wird verlesen. Carteret beschwert sich., daß man beim gestrigen SiyUngsscUuß der Rechlin zugeiufcn habe: Ihr Kosaken! Ihr Russensrcimde! Dupin, ihn unter- brechend: „Ich habe Derartiges nicht gehört“, dem Präsidenten al- lein gebührt die Ueberwaclzung der Versammlung.“ (Zur Tagcs- ordnung! Zur Tagesordnung!) Dufaure erklärt, daß er bei der auf ihn gefallenen Doppelwahl fiir die Unter-Charente annehme, Changarnier, daß er für das Sommc-Tepartcment oprire. Ca- vaignac entscheidet sich fiir das Departement des Lot. Hikrdurcb wird eine Wahl in Paris frci. Die Versammlung gebt zur Fort- scyung der Vollmachtenpiüfung übe'r. Mdnnct lenkt die Aufmcrk- samkeit wiederholt auf die Skandale im Lot-Garonnc-Depariement und schlägt ein Tadeldvvtum bor. Er fällt jedoch damit durch, und die gewählten Depntirten werden unter dem Murrm dcs Bcr- ges zugelassen. Dupin: „Ti? Bürger Bcrtbolvn, James déMv-n- tray und andere Deputirtc haben den Antrag gestellt: Eine aus funézehn Mitglieder bestehende Kommission zur Unicrsuckmng allcr Be chwcrdcn zu ernennen, die sicb gegen die Wahlen des 13.202111" erbo- ben 11. s. w.“ Wird an die Abtheilungen gewiesen. Tic Vcrsammlung l).“o'rt jcßtdie Jnterpellationeu M c n a nd' ;; an den Minister iiber die Auflösung Und Enkwaffnnn dcr Viirgkrwchr in Chalons a. S. Mrnand er- zählt die Vorfä c in Chalons, wie man sie aus den Journalen be- reits kennt. Die Bürgerschaft dasklbst schcinc drm borigcn Minißcr des Znncrn zu roth gewesen zu sein. (Gclä'chtch Sie habe- es in den Maiwahlcn bewiesen, daß er fick) in ihr nicht gcirri, Aber die Maßrcgcl sci willkürlich und verlange Rcchtfertigung, Jau.

pillier nicht ebcnfalls aufgelöst

cher: „Tir Auflösyug dci“ Bürgcrwehr in Chalons war dcr chic Akt meines Ministkrtums; Dc-r Vorredner schreibt ilzm irrthümlic'l) dem Wahlresultatc zu; ick) kannte dicses Resuliat nrcl) 1!ick)k, als

ick; ihn verfügte. (Oh, ,oh!) Er hat den Aufruhr zum Grunde, _dcr die dreifarbi e Fahne umstiirzte und die rojlx Fahne dafür aufpflanzte. Fa wohl, zwei Tage lang wchxc

in Chalons die rothe Fahne.“ (Gelächter derLinkcn.) Jauchcr liest einen Bericht des Präfektc'n aus Chalcns vor. Mcnand will die Echtheit dieses Polizeiberichts zwar keinesweges in Zweifel _ziehen, bestreitet aber mehrere Thatsachen in dcmsclbcn. Er fragt, warum denn derselbe Minister die Bür erivebren von ToUlouse und Mont-

ßabe, da auch dort die Fahne dcs Aufruhres (die weiße) aufgepflanzt wordcn sci. Gase und von Larcy protestiren heftig im Namen der bciden Städtk. Niemals habe dort die Weiße Fahne offizieil gciveht. (Gelächterlinks.) Nucl) Charamaule protcstirt. Tie Jntcrpcliationen sind erledigt, und das Haus kehrt zu der Vollnmckxtcn-Priifunq (Yonne) zurück. Jauäyer, der Corruption auch in diesem Departement ange- klagt, besteigt von neuem die Tribüne, um fick) zubirtheidigen. *Er entwirft ein düsteres Bild von der Gefahr, in der die Gesellschaft zu seiner Zeit geschwebt habe. (Widerspruch links.) Geheime Gc- sellschaften streckten ihre Arme über alle Gebiete der Republik, (Lärm zur Linken.) Viele Mitglieder der Kammer ..... Mehrere "Mitglieder links: Den Redner zur Ordnjmg! Faucher: Es handelt sich nicht um Mitglieder der gegcnwärtigcn, sondern dcr alten Versammlung, die nicht wieder gewählt find, Lagrang c: Das heißt, die Redefreiheit zur Verläumdung mißbraucben. Den Redner zur Ordnung! Dupin: Mir aÜciu gebührt das RW“, zu beurtheilcn, wer zur Ordnung zu rufen. Stimmen links: Das Land wird Ihre Parteilichkeit richten. Dupin: Ich nehme dies Gericht an! Fauchcr vvllcndet seine Vertheidigung unter ähnlichen Unterbrechungen. Crcmicux folgt dem Exminister auf der Tribüne: Er begi'eifx zunächst nicht, sagt -cr, wie Faucbcr von gkheimen Gesellschaften 1prcchén ko'nne. Geheime Gesellschaf- ten und Präventivhaften hätten Herr Faucher und seine Genossen crfunden. (Lärm,) Der Redner ruft die Verfolgungen des Ver- cins der republikanischen Solidarität und sonstige Belcge für das Komplott des 29. Januar zurück und ärndtet stürmischen Beifall von" der Linken, als er bon persönlichen Requirai- und Föderation» gelusten der Rue de Poitiers spricht. Nach diesen allgemeinen Bc- trachlungen will er auf Spezial-Mitthcilungcn iibcr das Yonnc- Departement eingehen, aber die Versammlung bricht um 6 Uhr die Debatte ab und schließt die Sißung.

Paris, 5. Juni. Die Minister-Siyungcn im Elyscie dauern lange und folgen rasch anf einander. Ein Huisfier holte gestern sogar Herrn Odilon Barrot aus der legislativen Versammlung, um einem 'Minister-Rathe beizuwohnen. Dufaurc und Bonaparxe, Torqueville und Falloux sollen mit einander über die' Art und-Wl'lj-kk- wie die Arbeiterfrage in der Botschaft zu behandt'ln, im Streit sem- Auch heißt es, Dufaure mache Miknc, sich Changarmer's zu knkkk“ digen, während Bonaparte diesen für seinen cinztgen NW“ hakte“ Tocqucville hätte angeblich das Portefeuille des Auswartisk'" "m'

- der unter. der Bedingun angenommen, daß dte- Truppen „- französis en Republi nicht mit den Oesterreichkm FTF;

ren so ten, während Falloux von dem herzlich?"