1849 / 156 p. 4 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

. .- - ' o ne weitere Autori ation von der chem dll? „?xxigäkJIFwYFJr'ÜÉzu ri“i:ldj“istiindigem Hansdeln genöthigt ClntraFc-Y Verhältniß zu Dänemark kann mcht länger den Folgen Feeryksckywankenden und unsicheren Steliung Preis gegeben werdeii, in welche die (Zentralgewalt sich hat htncindrangen “lassen, rind die Kxi'niqliche Re ierung hat fich „dedhaib entschloffen, die Kriegfuhrung und die UnterZandlung selbstsiandrg 'in ihre Hand zu nehrncn, wvbei sie im Einverständniß mit den Regtemnßen handeln wrrd, welche sich ihr anzuswlirßen bereit erklärt ha err. Ich “ersuche Sie, m Gemeinschaft mit dem Oberst-Lieritenant Fischer, dlks Sr. Kaiserl. Hoheit dcm Reichsverweser zu eroffxren und ihm die Griinde dar- zulegen, Welche die Königliche Re terung bestimmen mußten, auch ohm? förmliche Uebertragng von eiten der Centralgewalt zunächst in diesem Einen Punkte die Leitung zu übernehmen.

Daß die wichtigen materiellen Interessen Preußens und des ganzen nördlichen Deutschlands bei einer sschleunigen Beendigung dieser Angelegenheit detheiligt sind, ist eben 9 klar, als daß faktisch nur Preußen allein jetzt im Stande ist, dieselbe zu bewirken. Daß die Rciwsgewalt faktisch in diesem Augenblicke kein Gewicht mehr in die Schale, weder des Kriegs, noch des Friedens legen, und wider den Krieg, noch die Verhandlungen mit Nachdruck fiihren ran?, darüber wird sich das Ministerium wohl selbst nicht mehr tän rden. - Aber auch formell ist die Ceniralgewalt in diesem Augenblicke nicht mehr im Stande, die Angelegenheit weiter zu führen. Das Gescy vom 20. Juni v. .J., weiches ihre rechtliche Stellung defi- nirt, verordnet Art. 4: „Ueber Krieg und Frieden und über Ver- träge mit auswärtigen Mächten beschließt die Centralgcwalt im Einderständniß mit der Reichsversammlung,“

Nackxdcm die Königliche Regierung sich durch die leßten Schritte der Reickysvrrsamnrlung genöthigt gesehen, gegen jede Bedeutung ihrer weiteren Bescdliiffe Protest einzulegen und die preußischen Depuiirten abzuberufen, hat die Reichswersammlung uns" Zegeniider krinc rechtliche Existenz mehr, und ein Cinderstä'ndniß der in Frank- furt etwa noch forttagenden Vertreter der iibrigen deutschen Länder mit der Ceniralgewali würde für uns ohne alle Bedeutung sein. Von unserem Standpunkte aus müssen wir also erklären, daß der Centralgewalt für jene Fragen die Bedingung ihrer Action fehlt, und wir also wi'itercn Anordnungen derselben in Bezug auf Krieg und Frieden oder die Verhandlungen mit Dänemark keine Folge leisten, «ruck» unsere Truppen in den Herzogthiimeru nicht länger un- ter den Befehlen der Centralgewalt lassen und der Gefahr aus- seycn können, Anordnungen gehorchen zu miiffen, welche aus dem Einwerständniß mit ciner auf keinem gcseßlichen Boden stehenden Versammlung hervorgegangen wären. Dies ist um so mehr der Fail, da das Ministerium der provisorischen Centralgewalt nach eben ißnem Gesc!) der ReichsNrs'ammlung verantwortlich sein soll; es ist klar, daß wir den Regierungshandlungen eines Ministeriums, welchxs der Von uns nicht mehr anerkannten Versammlung Verant- wortlich zu sein durch sein Verbleiben im Amte fortfährt, keine Giil- tigkeit mehr beilegcn können.

Es ist dabei aber unabweisiich, daß die ganze Angelegenheit don Einer Hand geleitet werde, und die Königliche Regierung hat [:ck „daher entschlossen, unter ausdrücklich erklärter Zustimmung der zunachst betheiiigtcn Regierungen von Hannover und Sachsen und m Erwariung des Anschluffes der norddciitschen Uferstaaten, diese Leitung für sick) und die ihr verbündeien Regierungen zu überneh- men, indcm sie Bayern, so wie den iibrigen Staaten, welche fick) "Och nicht erklärt haben, den Beitritt offen erhält,

Wir werden demnach din Königl. Gesandten in London an- weisen, daß er seine weiteren Verhaltungsbefehle nur noch von- der Königlichen Regierung zu empfangen und in ihrem und der ihr Verbündeten Regierungen Namen zu nnterhandein hade. Gleich- zeitig Werden auch dem General von Prittwixz entsprechende Wei- sungkn zugehen.

Ich darf hoffen, daß ks Ew. Hochwohigrboren gelingen werde, Se. Kaisers. Hoheit demCrzherzoZ-Reichsverweser don der Noth- wr-ndigkeit zu übrrzrugcn, worin ie Königliche Regierung sich bc- findet, dicseiiSciiritt zu thun, dnrch welchen allein noch eine befrie- kdigende Lösung dieser vcrwickeiten Frage möglich gemacht werden ann.

Berlin, 18. Mai 1849.

An den König!. preußischen interimisiischen Bevoll- mächtigten bei der provisorischen Central- gewalt, Herrn Hon Kampi).

Graf Brandenburg.“

Hierauf erfolgte nachstehende Antwort:

„An dcn Königlich preußischen interimiftischenBcdoUmäcY- tigten, Herrn Legations-Rath von Kampß dahier.

Auf die dem Reichsverweser heute mit ciheilten telegraphischen Drprsckwn von Berlin Vom 1Lten und 23 en d. M. habe ich von Sr. Kaisers. Hoheit dcn ausdrücklichen Befehl erhalten, zu erwie- dern: „Daß Se. Kaiseri. Hoh. der Reichsvrrweser, wie bekannt, längst entschiosscn ist, das ihm anvertraute Ami niederzulegen, daß kr aber bei der Bestimmung des Zeitpunktes, wann dieses geschcheu werde, lediglich das Interesse Deutschlands konsultircn und keiner Macht der Erde das Recht zugestehe, ihn von dem ihm anvertrauten Po- sten zu verdrängen.

Frankfurt, den 24. Mai 1849.

Der Rcicbs-Minisicr des Innern. (gez.) Gräveli.“

Ausland.

Oesterreich. Tyrnau, 31. Mai. (Pr. Zt .) Heute Truldckll) Uhr ruckte mit klingender Musik eine Abtheilung:z des Kai- kkl ) ?Uifiiciécn Tixmce-Corps mit 24 Stück achtzehnp iindigcn Ka- iinxnuRerunseSre Stadt eiii, während die weiteren btheilungen, ! M DSW ÖM z„u beruhten, die umliegenden Orischaftcn be- zog_ ' 6 «MS indr Hleici) weiter und nahm seine Stellung ZWl1chklUGMUk§aWdeiz und inffer rin. Morgen wird eine qleiche Y_nzai), „SWW hl“ erwartet,. Das diesseits der Waiq ge'legene Viterkkkch'icb'e ArmeLWZWS steht nun ganz der Donau 1“: um e- gen Pesth-Ofeu vorzurucken. z g

Debreczin, 21. Mai. (Oe Co

Sitzung des “Repräseytantenhauses mßchte PFFRanckanleerrZi schlag, daß dte'Repräsenfanten, welche in den funfzé 11 Tagen die ihnen zur Nrcitficgiwn _gegebetr wurden, und jetzt, nachdem- diese Zeit schon langst verflosien, noch Nikl)t kksichicnen sind als verzich- tend betrachtet werden sollen. Der Vor chlag Wurde, angenommen und das Namensvcrzeichniß jener „Repräsentanten dem Hause vor- ekegi. Cs schink, daß noch immer viele kautirte lieber auf re

teilung verzich'eti, als an Bischlüssen Theil néhmen, welche zu e- kämpfcn höchst gefährlich wäre. .

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Frankreich. Paris,“, 4. Juni. Das Journal des Débats bedauert lebhaft, den Marschall Bugeaud nicht un- ter den neuen Ministern zu sehen,. findZt jedoch in der Zusammenseyung des Kabinets eine Gewähr fur_ den (Hast dcr Einigkeit und Versöhnun , der aus der Majoriiät 1th eine“ einzige große Partei mache. „D e drei neuen Mmister (Dufoure, Tocque- ville und Laujuinais)“, *fügt es hinzu, „sind aus der Partei ge- wähii, die am 10. Dezember am Ruder war; der neue Minister des Innern (Dufaure) ist geräde der, welcher in gleicher Stellung die Wahl Louis Bonaparke's bekämpfte. Hier liegt von Seiten des Präsidenten der" Republik noch mehr ais eine ehrenhafie Handlung vor: es ist auch ein Beispiel, und Wir hoffen, daß man es nach- ahmen wird. Die Zusammenseßnng des neuen Ministeriums ver- wirklicht die Politik der Versöhnung, die wir unsererseits während" der allgemeinen Wahlen aufrichtigst untcrftüßt haden. Sie ent- spricht auch den Gesimmngen, welche die ersten Yb tmmungen aller Niiancen der Majorität leiteten. Nur Wenn die artei der Ord- nung vor Zwiespalt sicher ist, wird sie daran denken können, Ande- res als bloßeOrdnung zu bewirken und (1qu den übrigen Bedürf- niffen ki"? rechtmäßige Befriedigung zu scha en. Ieizt ist. es Sache der Majorität, ihre Pflicht zu thun. Das Land rechnei eben so auf ihre Weisheit wie auf“ ihren Muth. Einer Mmorität gegen- iiber, die stets sich zu einigen Weiß, um zu zerstören, bedarf es einer Majoritiit, welche znsammenzustehen weiß, um zu erhalten; man muß der Partei der Anarchie nicht den Vortheil der Disziplin lassen.“ Der Courrier franxais äußert Brdauern und Be- sokgnisse iiber die neue Minister-Combinaiion. Die Gazette dcs Tribunaux steht in dem Lärmen der äußersten Kaminer- Parteien keine Zuten Vorzeichen fiir das Ministerium. DasSiocle erwartet, daß ert die Expedition nach Rom eine andere Bestim- mung erhalten werde. Das Univers hält das Ministerium nicht für stark genug, um die Gefahren abzuwenden, die am Horizontekrohen. DieOrd re erklärt, daß Dufaure'sAuftreten nur dann eine Bedeutmr gehabthätte, wenn er Fancher unmittelbar gefolgt wäre. DieLibe r ta sagt: „Dufaure bekämpfte die Wah? des Präsidenten Bonaparte durch aUe möglichen offiziellen Mittel, und der Bruder des Herrn Lanjmnais erkannte im Pairshofe gegen ihn wegen des Atteniats von Bou- ldgne auf Todesstrafe. Das heißt doch wohl, feurige thlen auf seinem Haupte sammeln!“ Die Press e äußert sich,: „Di,? Fr?"- zosen machen Politik, wie man Whisi spielt. Sie, schieden die gleich- farbigen Karten neben einander und zählen dte Trufmpfe. Wie lange wird man noch zu Zahlen und Namen; das heißt zm" Rou- tine, dieser Gebärerin aller Redolntionen, [eme Zuflucht nehmern?“ Der National nennt das Ministerium em heterogenes Kabmei, ohne Zusammenhang, ohne Werth, ohne Farbe, ohne Ziikuuft, unfähig, den sich vorbereitenden großen Ereigmffeu die Stirn _zu bieten. Die Reforme ruft: „Changarnier, FaÜoux und Carlier bleiben uns, also istnichts geändert.“ Die Gazette de France be- merkt, weder Thicrs, noch sein Feind Dufaure vermischten d'en Rc-

volutionsstrom aufzuhalten; sie seien Beide län | von ihm fortge-k

rissen; nur wenn sich alle Freunde und Veriheidtgex des Rechts der Nation um sich sammelten, um den gemeiirschaftltchen Feind, den SozialiSMus,lzu bekämpfen, dann könnten ste wieder politische Ve- deutun er a ten. * - - , BHKWh aus Tabris meiden: „Die diplomatische Verbindung zwischen dem Vertreter der französischen Republrk*und dxr'pcrsticch Regierung ist abgebrochen. Herr von Sartiges, hat seme'Passe verlangt und Teheran verlassen, nachdexn er die dort werlcnden Franzosen unter den britischen Schuß gestellt hat. Ai§_Gr1:nd wird angegeben, daß die persische Regierung den von Mirza Mehcmet

Der iir das Grab Nadoieon'I be mnite Marmorblock, 88,000 Pfund schwer, ist im Juvaliden-Hotel angelangt. _

Zn Keratry's Garten wurde vorgestern ein Individuum Ver- haftct, welches unter die dort auf Posten stehenden Linien-Soldaten demagogische Journale zu veriheileaneschästigt war.

Zu La Vogue de St. Quentin, im Departement Zsere, ist es zwischen den dort liegenden Soldaten und den Einwvhnern, welche die Partei eines Soldaten nahmen, der ein Disziplinar *Vergchen begangen hatte und sich der zu seiner Verhaftun abgcschickten Mannschaft widerseyte, zu einem beklagenswcrthen Zusammenstoße gekommen. Einer aus dem Volke tödtete den Capitain, der die Mannschaft anführte, durch einen Steinwurf; die Soldaten eilten in ihre Quartiere, holten hre Gewehre und griffen das Volk mit dem Bajonnet an, wogegen sie mit einem Steinhagel begrüßt wur- den. Als der Bericht abging, marschirte GeneralDuhaut mit einem Bataillon gegen die Meuterer. _

Die 20 wegen Theiinahme an den Rnhestörungen zu Blaye in Bordeaux eingekerkerten Mobilgardisien sind freigelassen und in ihre Heimat zurückgeschickt worden, da das Bataillon, dem sie an- gehörten, aufgelöst worden ist.

Dufaure, Tocqueville nnd Lanjuinais haben bereits ihre Mi- nisterial-Wohmmgen bezogen. Sie werden, wir verlautet, einen bedeutenden Wechsel im Beamten-Pcrsonale vornehmen. Tocqnc- ville will das ganze Corps dcr Konsuln rrformircu.

Heute wird der landwirthschaftliche Kongreß im Luxembourzza Schlosse eröffnet. Die große; Jndustrie-Ausstellung in den e'lysai- schen Feldern ist um einige Tage verschoben worden.

Emil von Girardin scheint in Algier auch durchgefallen zu sein. Wie man hört, sendet es nur Henri Didier, Barrault und von Raneé als Abgeordnete, Girardin "nnd der Herzog von Aumale zählten indessen sehr viel Stimmxri. Aus den iibrigen Koloniecn sind noch keine Resultate bekannt.

Der National stellt heute das Ministerium dariiber zur Rede, daß es ungarische Deserteure an der schweizerisch-französischen Gränze habe abweisen lqssen, _

Ein Zeitungskrieg bSwisiixn Pxoudhon und Thoré im Peuple und der Vraie Repu lique vrranlaßt das Journal des Dé- bats zu der Bemerkun : „Wir möchten zwar in Herrn Proudhon

in Paris Zeschlossenen Handelsvertrag richt raiifizircn wollte.“

.gern einen Genossen er knnen, aber wir fürchten, daß er die Oppo-

sition wieder zur Trennung und Sieuervcrweigerung auffordern könnte.“ Barbds, Albert und Blanqui desavouiren den Constitu- tionalismus des Peuple durch folgende Erklärung aus Doullens: „Wir denken, der erfie Schritt des Volks, Wenn es wieder gegen das Stadthaus rückte, müßte sein, dieVerfassung von 1848, die- ses Werk der Unterdrückung, zu verbrennen.“

Die Liberté will wissen, Oudinot hcide Rom angegriffen. Leffeps protestirt im National gegen die fernem Bruder in Rom zugeschriebene Aeußerung, daß er sich Von den Dvlchen der Meu- chelmörder bedro t sehe. '

Das Schlo in Seaumür soll in ein Staats - Gefängniß ver- wandcit und die gefährlichsten der Itmi-Insurgcnten aus Bekle- Jsle dahin gebracht werden. A. Huber siizt immer noch in der Conciergerie, von wo er die demokratischen Journale bütet, seine Aburiheilung zu betreiben, damit er fick) von den Mounierschen Verleumdungen eudiich reinigen köime.

Laut den Hoöpital-Zeitungen lagen vorgestern 6988 Cholera- Kranke danieder.

. Lamartine zei i so eben *seine bevorstehende Abreise nach dem Orient an. Er akte in den keßtm Tagen einige Unterredungen

' ten bis zum 1. Mai bringt.

ten Öls General -GOUVLL'ULUK'Ö ernannt.

. Verfassung.

mit dem Präsidenten Bonaparte wegen der Umgestaltung des Mi- nisteriums. *

Unter 'der Bergpariei soll ein ernsier Zwiespalt auszubrechen drohen, indem Greppo, die neucn Abgeordneten fiir Lyon und noch Andere, weil ihnen selbst Ledru Rollin noch zu gemäßigt ist, eine neue äußerste Partei bilden wollen. - _

Der straßburger Courrier du Bas dihin, ein der revolu- tionairen Bewegung in Südwestdeutschlaud giinstzzxes Blatt, beschwert sich über das Anhalten französischer Schiffe in Tannheim durch die dortige rcvolrttionaire Behörde und räth ihr., von solchen Ber- leßungen des Völkerrechts abzustehen, da sie alle Ursaéhe habe, Ver- wickclungen mit dem Nachbarstaate zu vermeiden.

Großbritanien und Irland. London, 4. Juni. Der Times wird von bcsorgnißerrcgenden Depeschen'geschrie- ben, die der französichen Regierung iiber die Siinimrn? ihrßr Ex- peditionstrnppen in Italien zugekommen seien. .Die ranzostschen Soldaten wünschten nämlich nichts sehnlicher, alsswhmitden Oester- reichern und Neapolitanern zu messen, und die kommandireiiden Offiziere wären in großer Befürchtung Mgen der Folgen dieser Stimmung und böten Alles auf, um die Oestc-rreichcr und 5)„ki-apo- litaner fern zuhalten. Ueber die angekündi tcBoischnstdeYPrasidcn- tcn sagtder Korrespondent der Times, da dieseldecincn friedfertigen Charakter trage. Der Präsident spreche darin die Hoffnung aus, daß der" Friede bewahrt werde, das; er aber gewilli set, die Ehre der französischen Fahne aufrecht zu halten, wo „dtrs Noth thiie. Derselbe Korrespondent ist der Ansicht, daß die romisciw Frage“ tm Ziani quo bleiben werde, bis die legislative Versammlung sich uber die auswärtige Politik entschieden habe. Die Tim es_bringt auch ita- lienische Korrespondenzen, wonach König Fcrdmarid wirklich nach Gaeia zurückgegangen wäre und seine Intervention im “Kirchenstaqte ganz auf- gegeben zu haben schiene, obgleich der Kampf der Velletri Zucht ganz un- günstig für ihn gewesen. Was ihn besonders zum Riickzuge bewo- “gen, scheine die Haltung der Franzosen gewesen zu sem, mdenr er anfangs gcglaubt hätte, daß er mit ihnen gemeinschaftlich oderiren svllte, was aber nicht der Fail war. Die Intervention im Kirchen- staate wiirde mithin eine Frage sein, die Wischen den Oesterrctcdrrn MÜ) Franzosen auszumachen wäre. Der Papst solle iiicht?» wxmgcr als zufrieden mit der Art des Auftretens- der Franzosezr scm, indem letztere die Restauration des Papstes an Bedingungen knupften, welche

i m kränkend cr chienen. , . “h Der Newrxork Herald vom 11. Mai enthält die Nachrtcht,

* es sei der Befehl von WashingtonsZekommen, das Absegeln des

Dam i s, ivel es ür die deut e Marine aankaiift Wordcn, zu vr)?)sicilidfxrn, we'nkrh diefKäufer nichr hinlängiiche Bjurgschaft ggben, daß dasselbe im gegenwärtigen dämschcrr Kriege-mckx gls Kriegs- schiff gebraucht werden sollte. Das Schiff sollte in wenigen Tagen zum Adsegel'n fertig sein. , , Aus Bombay ist eine nme Post emgcgapgen, welche Nachrich- Die Kriegs -Riistnngen hatten nun den Vorbereitungen für den Friedend-Znstarid Play gemacht, und der Gencral- Gouverneur Lord Dalhousie War mit den neuen Re-

'*'gierungs-Einrichtungcn im Pendschab beschäftigt. Obrrst-Licute-

mini Sir H. Lawrence ist zum Präsidentm des Administrations- Kollcgiums fiir die Angelegenheiten des Pcndschab und zum Agen- Miiglicdcr des Kolle- giums sind die Herren Mansel und Lawrence. Die Handels- Bc- rick)te _aus Ostindien lauten giinstig, die Nachfrage nach Waaren hatte zugenommen, und- die Prei)? waren gestiegen.

Die westindische st hat achricdten aus Jamaika vom. Lien, Demerara vom Zion, arbadoes vom Wien und Trinidad vom 7.

- Mai gebracht, die 'in Bezug auf die Handelsgesckyäste und die Aus-

sichten fiir die Zucker-Aerndte wciiig Erfreuliches bieten; von ch-

' terer wurde kaum ein Mittel-Ertrag erwartet; alle Grund-Eigcn-

tbiimcr suchtet'r ihren Brsiiz zu veräußern, weil derselbe täglich im Werthe sank. In Demerara dauerte der Bruch zwischeii dcmGou- Verneur und der Repräsentanten-Versammlung fort, die auf- einer Herabseßung der Civilliße befkand, in welche dieser nicht rinwrklrgcn Wollte; da es zu keiner Verständigung kgm, vertagte er die Ver- samsinlung auf unbestimmte Zeit, und Alles blieb in schwebendem u ande.

3 Nach Berichten aus Chagres vvm 25sten und aus Panama vom 22. April war an beiden Orten das Zuströmcn don Aben- teurcrn aller Art, die sich nach Kalifornien begeben, noch immer im Wachsen bc riffen. Da es an Transportmitteln fehlt, so wurden für die FaFri bis San FranciSco schon 250 Dollars gefordert. Die peruanische Re ierung hat zum Schuß ihrer in _Kalifornien befindlicher: Nationa'cn ein Kriegédampfschiff dorthin geichickt.

Fiir die aufblühende Kolonie Neuseeland wird eine neue Vcr- fassung ausgearbeitet. Der General-Staithalier berief Ende von- gen Jahres eine Anzahl Mitglieder der verschixdcncn gesrygebenden Rätl)e der einzelnen Provinzen zu einem legislativen Rathe der ganzen Kolonie zusammen. Die „erste Zusammenkunft fazid am „21. Dezember statt, und hier entwickelte der Statthalter dre von ihm in London zur Annahme cmpfohlencn Grundzüge eincr Verfassung. Sie lauten: 1) Eine voliständigc RepräsentativsRegicrun wird binnen längstens Z'; Jahren in der Kolonie eingefiihrt. ,) Fiir alle drei Inseln wird eine Gencrai-Versammlung, ans JWU Kam- mern bestehend, berufen. Die eine wird von der Krone ernannt, die andere von den Einwohnern der verschiedenen Provinzen nack) dem Verhältniß ihrer Volkszahl gewählt. 8) Jede Provinz hat eine besondere Versammlung, die nur aus Einer Kammer besteht, halb von der Krone, halb vom Volke erwählt. 4) Die General-Versammiuuxz hat die gcwöhnlickzcn Befugnisse ri- nes KolonialeParlaments; a er die Provinzial-Kammer behält die ihr bereits durch besondere Verordnung ertheilten Rechie. 5) Die Murrizipal-Distrikie erhalten auf ihr Verlangen“ eine Gemeinde- .6) Stimmrecht haben alle kleinen Freipächier oder Hausmiether, die einen kleinenJa'hreszins bezahlen; ferner die ein-

eborenen Unterthanen der Königin, welche in Staatspapieren, Schiffen oder Wohnungen ein Eigentlwm don 200 Pfd. St. be- siycn oder dom Ober-Gouverncur cin Wahl-Ccrtifikatcrhaitcn haben. Briefe vvn New-Plymouth auf Neu-Seeland Vom 2. Januar berichten über die Fortschritte, welche diese Kolonie macht. Die beWaldeten Flächen lichten sich mehr und mehr und gewähren das schönste Ackerland. Das Klima ist vortrefflich, die Gegend reizend. Der einzige Man el besteht in der geringen Anzahl der Ansiedl'erz erst 1200 Europ er haben sich dort niedergelassen, während die dort der" neuseeländischen Gesellschaft erworbenen Grundfkii-cke zum gemi en- den Betriebe der Landwirths aft 10,000 bis 12,000 Miinchen erfordern. Von den von der" eseilschafr engagirien Feldarbeitern wollen kaum 20 noch 6 Tage in der Woche für LaFekohn ardei- ten; denn die meisten besiyen schon selbsi Haus, Vrhfiand und Land. ' .

Nachrichten aus Haiti vom 22. April zufolge, hatte der Prä- sident Roulouque die Stadt Apua eingenommen und den Insurgen- ten einen Verlust von 32 Todi"!- und 72 Verwundeten beigebracht,

Rußland und Polem St. P etersburg, 31. Mai. Der Russisch e Invaiide- berichtet iiber den Besuch und Aukent- halt des Kaisers von Oesi-erretch und fiigt" hinzu: „Ueber die An unft

«»...-„Wy- «...-...s».

***-“"x““

Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich war man in Warschau allgemein erfreut. Dieser Besuch, em neuer Beweis der inni en Freundschaft, die zwisrhen den beiden erhabenen Herrscherfami ien besteht, kam gänzlich unerwartei. Als der Kaiser Fraiiz Joseph von der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers in Warschau erfuhr, trieb ihn der Wunsch eine? jugendlichen vortrefflichen Her- zens, persönli seinen Dank r dre edelmüthige Mitwirkung aus- zusprechen, ivciche der rrrssische Czar mit seinem Volke der österreichick schen Monarchtk angedeihen läßt, da diese von verderblichem Auf- ruhr, der „alle Ordmm und Wohlfahrt des Staates umzusiiirzen droht, „erschuttkrt ist. ährend der zwei Tage, die der erhabene Gast hier verweilte, waren beide Monarchen fast unzertrennlich. Was zwiscchn ihnenin der Stille des Kabinets vorgegangen, hat nur der Hochste allem gehört, aber Alle sind überzeugt, daß der Gedankexr-Austausch zwischen einer jungen erhabenen Seele und einer weisen, durch das Vertrauen auf die Güte der unerforschlichen Vorsehung befestigten Erfahrung nur zur Beruhigung und zum Heile dcr Herrscher und Völker dienen könne,“

Belgien.. Brüssel„ „5. Juni. Der König wird mit sei- ner Familie drei Tage in Lüttich zubrinFi'n, wo festliche Anstaltcn zu seinem Empfange getroffen und alerhand Feicrlickykeiten und öffentliche Lnstbarkeiten vorbereitet werden. Die Abreise wird am 9ten früh und die Rückkehr am 1-2ten ersol en.

Der Kriegs-Minisier hat an sämmtli )e Militair-Corps Be- fZixlc erlassen, wonach alle Vorkehrungen dahin zu treffen find, daß scimmtltciw Veurlaubte auf den ersten Wink unter die Fahnen zu- riiifgerufcit und sämmtliche Regimenter vollzählig gemacht werden. Die hiesige ZBesaizung ,ist gestern nach Kortenberq abmarschirt.

AusFuttich schreibt man, daß dorti e Waffen-Fabrikanten bei dcr franzöjisciwn Regierung um die Erkan niß eingekommen, Waffen nach der Pfalz durch Frankreich durchführen zu dürfen. Ihr Ge- nci) wurde jedoch abgeschlagen.

Dänemark. Kopenhagen, 1. Juni. Die vom inan- Minisier der Reichs-Versammlung mitgetheilte Königliche BTZkanni- machung tn Beireff der Civilliste lautet fol endermaßen:

„Wir Friedrich der Siebente u. ? w. thun zu wissen, daß Wir in Uebereinstimmung mit dem Vorbehalt, den Wir lin- sichtltch der, Festsexzun Unserer Civilliste bei dem neuen Grundgcigeiz- Entwurf fur Unser etch, welches der durch Unser Allerhöchstes Patent vom 3. Oktober v. J. zusammenberufcnen Reichs-Ver- sqmmlung vorgelegt worden ist. gemacht haben, hierdurch Ailcrgnä- digst bestimmt haben wollen, wie folgt: '“

1) Die Königlichen Schlösser: Christiansborg mit den dazu Zchortgen Gebäuden und Pläyen; Rosenborg, Frederiksberg und

rederiksborg, mit dazu gehöri en Gärten“, Kronborg; die Eremi- tage im Thiergarten; die Pala s in Röskilde und Odense, die Kom- maridantenwohnung in Fredericia, die zwei leyien mit den dazu ge- hiirtgen Gärten; desgleichen die Ruinen des Schlosses Koldingshus, Werden fiir Staats-Eigenkhum erklärt, welches für Rechnung der Staatskasse zu erhalten ist. Dem Könige bleibt es vorbehalten, die wohnlichen Räumliähkeiten in jedem der genannten Schlöffer in Vesiiz nehmen zu können, wogegen die innere Jnstandseizung “und Erhaltung der genannten Lokalitäten, welche in gehörigem Zustande der Civillisie übergeben werden, so wie alle beim Aufenthalt daselbst im Uebrigen veranla tcn Arnga- dcn, z. B. für Heizung, Beleuchtung u. s. w. iir„Recl)nung der Civilliste zu bestreiten sind. Dem Könige steht auch die Be- nuyung der Gärten bei den Schiössern zu, Welche von ihm zum bestäydigen Wohnort bestimmt werden, wogegen sie von der Civil- liste in Stand gehalten werden. Ueber den Garten des Schlossqs Rosenborg behalten. Wir U'ns. eine nähere Bestimmung vor. Der verwittweten Königin Marie“ Sophie Fricdrike wird die Allerhöchst- dcrjelben bisher eingeräumte Benn ung des Schlosses und Gartens- von Frederiksberg vorbehalten. Wiefern und unter wel cn Bedin- gungen irgend einem anderen Miyxirwe des .Kö'nigli )en Hauses cine Wohnung auf den genannten 'chlö'sx'em zur Zeit möchte an- znweisen sein, wird durch ein Gesch festge eßt.

2) Die Domainen find Staatseigenihum. Das dem Könige hinsichtlich der wohnlichen Räumlichkeiten an den unter Nr. 1 auf- gefiihrten Königlichen Schlössern und zngeh rigen Gärten vorbehal- tene Benußungsrecht findet auch, unter gleichen Bedingungen, rück- sichtlich der Fleichartigcn Lokalitäten auf den Schlössern oder Haupt- gebäuden ne st zugehörigen Gärten, welche sich auf den Domainen befinden, Anwendun . Da Wir jedoch allein das Haupt cbäude Frederiksgave auf Jübncn zu benußen wiinséhen, so sollen a e iibri-

gen zu den Domainen gehörigen Schlösser und Hauptgebäude nebst

Gärten, so weit es mö' lich ist, zu Verpachten qxsucht werden, so- fern die Veräußerung ersclbcn nicht zweckmäßig gefunden werden möchte».

3) Das Schloß Charlottenborg wird fernerhin, wie bisher,

rungSort fürdie Sammlungen und Museen des Staates wird zu:- gieick) das Palais in den Kallebodeu bestimmt, wogegen dem Ober:- gericht ein. anderes passendes Lokal angewiesen wird; die jeyigen Bewohner drs genannten Palais Werden zum Artriziehen, mit oder ohne Entschädigung, veranlaßt, und das Kunst- Museum wird von der Köniqin-Querftraße translocirt,

4) Zur Verpachtun oderVeräußerun werden, in Folge dar- iiber gefaßten näheren llerhöchsten Besch uffes, namentli sofern es die einiqen Mitgliedern Unseres Königlichen Hauses frii)cr cin- geriiumte Benuyung. betrifft, bestimmt:

_ a) das oder die von dem Zten kein- Privat-Eiqeni'tzum icien- den Palais auf,--“Amalienborg, welche sich als Hoicl Für das Mini- sterium des Axiswéirtigcn und für- eine Von den Sammlungen des Staates nichtimöchten benutzen lasen; b) das Palais Nr. 123 in der Amalienstraße; c) das Waschhaus des Schlosses Rosenborg; (i) das Gebäude dks Kunst-Museums in der Königin-Qucrsiraße sobald das Museum verlegt isi; o): Schloß und (Harten ClZarlottcn- [und; k) das Schloß- Fredensbor , sofern es sich, einem naher aus- grarbeitetenPlane gemäß, zum öFfentkichen Gebrauch nicht anwenden ließe; Z) Marienkust LMari-enlysi) deiHeisingör, sofern sich dre gc- ringere Zweckmäßi keit de! elben behufs einer vaaliden-Wohmmg bestätigen sollte; Zoch“ so jedenfalls der durch Verpachtung oder

Verkauf [ich ergebende Betrag zum Besten der Invaliden angewandt ]

werden; ) eventuel!" Aalborghus, sobald es" cniiveder entbehrt oder eine andere billi ere AmimaniisWohnung erhalten werden kann. 5") Sämmi iche unter Nr. 3 und4 erwährrieu Besikthii-mer ha- ben, sowohl hinsichtlich der: Einnahmen als Ausgaben, mit der Ci- viliisie nicht-"s u- thun. , 6) Das heafer und die Kapelie, so wie alle offenilichen Ko- nglkckékn Museen, Sammlungen und Galerieen, rich dem soge- naimten chalien-Fonds sind Staats-Eigenthum. och'behalien ir Uns eine fernere A(lergnädigste Bestimmung sowohl,!)msichilich i rer Anwendung, Einrichtung und Lciiun -, als nameuiit'cl) in Be“- M'ff des Zuiritts des Königshauses zum heator und wegen Be“- nußung der Kapelle zu öffentlichen und Hoffestén, vor. Eden so be- halten WW Uns vor„ darüber näher zu besiimmen, wiefern die chronologi- sche Sammlung cka Rosenborg den Staats-Sammlungen- Hinder-

- gan Ü schusses mit Besch

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leiht oder als Unseres Königlichen Hauses unabhän iges Eigenthum, erblich von König, zu König, betrachtet werden folgl. halten Wir Uns vor, später darüber eine Bestimmung zu treffrn, ob und wiefern Wir die Uns uach Unserem hochseligrn Vater zu- gefallenen PrivatsammlUngen dem Staat überlassin wollen. , 7) Der König hat geseßmäßig das Jagdrecht auf den König- lichen Wildbahnen, so wie auf allen Domainen. Das Wild, wel- ches Wir zu behalten wünschen, so wie andere Naturalleisiun en des Staatseigenihums, wird von der Civilliste bezahlt, weiche fo? - [fich ?951 den Ausgaben beim Jagddeparicmcni nicht betrix?- en w r .

8) Sämmtliche zm“ Königlicher: Hofhaltung friiher gehörenden

und fiir Rechnung der Königlichen Hofkasse jest arYesckwfften M52

bel und Jnventarienstiicke auf den verschiedenen chlössern sind, nach einer vom Oberhofmarschallami angrferti ten Indentarienliste, behufskiinftiger Erhaltrzng, der Civilliste zu ii erliefern.

* k))„Das Staatssekretaria't für Gnadcnsachen soll, nach Maß- gabe naherer allerunterihänigster Vorschläge des Finanz-Ministers, aufgehoben werden.

10) Die Civiliiste übernimmt selbstdie Pensionen der dazu qr:„alisczirten Hofbeamten und Bedienieu, welche bei Lebzeitcn des Komgs entlassen werden. Die Regeln für die Uebernahme dcr chsionirung der Königlicher: Hof-Beamten und Bedienteil dci cinem Thronwechsel werden im Pensions-Gescii festgestellt.

11) Die Civilliste wird für Unsere Regierungszeit in Betreff des Reiches Dänemark auf 300,000 SpecirS-Thaier jährlich, Vom 1.“ Januar 18.50 an zu rechnen, fcstgescizt, wobei Wir Uns cine nahere Be mmung über den verhältnißmäßigcn ferneren Beitrag zur Civilli e, welcher von Unseren deutschen Herzogihiimern- Hol- siem und quendurg zu entrichten sein wird, vorbrhalten.

12) Wiwbchalten Uns, wie bisher, die ausschließliche Vcrfii-' zsxng uber dre Mittel dcr Privat-Chatoulle (Particulair-Kas- "en vor.

Welche Allerhöchsten Bcstinmnmgen Wir hierdurch zur Nack:- richt fiir Unsere sämmtlichen lieben und getreuen Unterthanen kundthnn.

Schloß Christiansborg, den 30. Mai 1249.

Unter Unserer Königlicher! Handschrift und Siegel.

Frederik A. W. Moltke.“

Schweiz. Bern, 31. Mai. (Eidg.Ztg.) Der erdes- rail) hat an die Stelle des Herrn Sidler, der seine Entlassung der- langt, den Herrn Buol aus Graubiindten zum Kommiffär der- Eid- genoffenschaft im Kanton Tessin ernannt. .

Mit Bezu auf" die Militair-Capitulaiionen bringt die Kom- mission des Standerathes drci Minoritäts-Anträgc: 1) Herr Briaite: drm Dekret dcs Nationalrathes in seinem ganzen Umfange beizu- iiunmen, 2) Blumer und Rüttimarm: blos den zweiten Artikel die.- ses Dekrets anzunehmen. 3)“ Steiger und Brofi: auf der Tages- ordnung zu beharren. Das Solothurner Blatt spricht sich ge- gen detrBeschluß des Nationalrathes in der Militair-Capitulations:- frage aus. Es sagt: „Die Lebhaftigkeit, mit welcher den W., 2 . und 25. Mai_im Nationalratl) iiber die Capitulaiionsfrage debat- tirt worden ist, entspricht ganz eincr Politik, welche in richtiger Beurtheilung und Würdigung der dermaligen Welila e Al- les bedenkt und nichts ver ißt, ais «- die kleine chiveiz. Wenn. dem Beschluß des Natoualraihes cine gewi e allgemein- politische Bedeutung nicht abgesprochen werden kann, ,o hat er da- YIM um so Weniger Beziehung zu der Schweiz selbcr. Das

chweizervolk erblickt in fremden Kriegsdienst keine Landessache, son- dem “eine Privatspeculation, die auf das Wdrt von-Regieruugen hin unternommen worden. Daß das Land fiir eine Sache cinzuftehen habe, um die es nie gefragt wvrden, das bildet sich Niemand ein, daß aber einige tauxend Mitbürger, die auf einen Vertrag hin gehandelt, wegen ver ndericr politischen Ansichten und Umstände um den Er- werb eines ganzen Lebens gebracht werden sollen, dagegen stränbt sich das Rechtsgefiihl. Das Schweizervolk gönnt allen fremden Vöiern die Freiheit so gut als der- Nationalrath, aber es vergißt dabei sich selbst und seine Mitbürger nicht!“ Der Nouvelliste Vaudois läßt keinen weifel iibrig, daß mii dem Besckzlusse drs

,

"Naiionalrathes eine po tiische Demonstration zu Gunsten der iia-

lienischen Redolution beabsichtigt war. Er sagt: „Tie italienischen Patrioten werden darin einen nicht unbedeutenden BeWcis fiir die

_ Sympathieen sehen, Welche die Schweiz den Anstrengungen dersel-

ben fiir die Unabhängigkeit und Wiedergeburt Italiens widmet. Wir sind glücklich, ihnru diese gute Bolsehaft zu verkünden; sc wird unfehlbar wohl aufgenommen werden und kann unter- den gekzenwärtigen Umständen einen entscheidenden Einfluß auf die An- ge egenhei-ten der Halbinsel haben.“

Bern, 30. Mai. (O. P. A. Z.") Hruia hat der seit dem

dem Staat zu künstlerischen Zwecken.. vorbehalten. Zum Aufbewah- : “MM d' M' versammelte Große Rath des Kantons Bern die ve“

fassungsmäßige Erneuung der obersten Bcamiungeu vorgenommen, und sind solche sämmtlicl) in entschieden radikaler? Richi-un ausge- fallen. Zum Regierungs- Präsidenten wurde im ersten LZahlgang mit 122 von 191 Stimmen Herr Regierungörath Siiimpli", wel- chcr soWohl im Kanton, als im Nationalratl), an der “piize der radikalen" Partei steht und namentlich in dcn leßien Tagen mit Erfolg furUAufhebun „drr Militair-Capitulationcn mit Neapi'l. auf- trat, gewahlt., Präident des Großen Raths wurde, ebenfalls im ersten Skrut-imum, mit großer Mehrheit, Herr Nia cler, gleicher politischer Richtung angehörcnd, wie Herr Stämp i. Beide find Schwiegersöhne des radikalen Professors ])1'. Wilhelm Snell.

Basel, 81. Mai. Die Basler Zeitung berichtet folgen-

. den Vorfall: „Unterm 28sten d. wurden; von" Karlsruhe für Reck)-

nung- cines frankfurter Handlungshauscs fiinf ckxcn Geld 11: 'e, 5000 Fl. (zusammen 25,000 Fl.); per Eisenbahnß an ein hiTfiqis Handlungshans spedirt. Der Packwagen kam am 29sien hier richtig an, brachte aber blos zwei von diesen Fäßckien mit. Auf der Begleitungskarte von Krirlsruhe waren die fiinsFéißrhen emget,rag_en,_ aher durch, das Eisenbahn-Biircau Efringrn am Aus- ? der badischen Bahn war wegen der iibrigen: drei die Be- mer ung naciygetraßen: „„Wurden auf Anordnung desL'andes-Aus- ag belegt und folgen später nach.“,“ Bis zur Stunde sind ste aber nicht nachgefolgt, obschon der Packwagen seit- dem wieder regelrnéi ,k oingetroffen ist. Da nun alks fiinf- Fäßchen. durch“ ein und den el en. Versendar für ein und dieselbe Rechnung an ein und denselben" Adressaien mit ein und demselben fie be:. gleitenden Frachtbrief spediri wurden, fie auch alle fünf“ auf- ein und derselben Begleitungskarke eiygetragen waren, so ist es auf- fallend, daß, wenn die „Befchlqgnahme“ wirklich auf „Anord- nung des Landes-AussehirsseS“ staiigefunden hat, mir drei der Fäß- chm, weiche zuvördersi im Wagen mögen gelegen haben, we „.e- nommm wurden, den iibrigen zwei aber beim Aus ang in E ii- grn _arfniihts in- den Weg Ylsgt wurde. Es. iZ? deshalb Wohl em Zweifel erlaubtwa diese csschlagnahme wirkli vom Landes- Aus chuß und nicht Zielmehr aus" eigener Machtvolk mmenheitder in Rastatt dic Vahnzuge visiiirenden Machthaber geschehen sei, wel- chen einßweilen dir! 15,000 Fir. geniigd haben- mügm.“ 5- -

Endlich be- [

? York und London empfunden werden, als dort.

. auch wodl'gclingen diirfte.

Chur, 31. Mai. (Churer Ztg.) Die Aufforderung de; demokratischen Agitators Neff in Baden an die in der Schivetz sta) aufhaltenden Deutschen, vorzüglich aber an die Badenser, sch zur Vertheidigung der demokratischen Sache nach ihrer Heimat aufzu- machen, hat unter unsere deutschen Handwerksgesellen q-roße Bewe-, Fung gebracht. Sie konferiren deshalb häufig und fuhren dabei “ebhafte Diskussionen. Inzwischen glauben wir nach Allem, was wir gehört und Wahrgenommen aden, schiießen zu dürfxn, daß der größere Theil der hiesigen deutchen Handwerker bei seriier Arbeit bleiben wird; denn 1) scheinen sie nicht Lust JU haben, ihre stchkré„ Existenz mit einer unsicheren u vertauschen, 2) hat sich ihrer noch keine rechte Begeisterung fiir die demokratische Sache beWachtkgt- so daß sie an ihrem Gelingen zweifeln, und 3) glauben die Bayern- Hessen u. s. w., daß fie eine Bewegung in Baden nichts angehe-

Lugano, 22. Mai. (Schw. 3.) Einige loniba1*dischrFlücht-. linge im Bezirk Mendrisio haben am Sonnabend Abepds emen “bx- ivaffrietcu Einfall auf österreichisches Gebiet und spezaril bxi Cltvw gemacht, haben in die Dogana (Mauth) gegen die Greinzwachter xc. geschossen. Sie Wurden auf tessinisches Gebiet zuruckgcjagt. Ra-. deizky hat nun eine drohende Note geschickt, und man sagt, er stehe mit vielen Truppen in Como.

Spanien. Madrid, 29. Mai. Am 23sten friih Morgens ist das spanischc Göschwader mit den fiir den Papst beititnrriten Truppm in Barcelona unter Segel gegangen. In Folge der jun?- sten Mittheilungen, welche die Regierun Von ihrem Botschafter 11 Paris erhielt, wurde dem ObewBefchls aber der Trupprn, General Cordova, dcr Befril zugeschickt, seine Mannschaft nicht im Kirchen- staate, sondern in' acta, auf neapolitanischem Gebiet aus “Land zu scyen. Der Keraldo liefert bereits den ersten, sehr ausfuhrlichen Bericht des eschichtschreibers dieser Expedition. . '

Das spanische Ministerium hat auf indirektem Wege die engli- scl)e““Regierung Von der Bedingung in Kenntniß seizcn lassen, unter welcher es bereit wäre, sick) zu einer die Wicderhersicllung der ge- genseitigén diplomatischen Verhältnisse anbahnenden Gcnugthuung zu verstehen- Diese Bedingung bcstcht in der Enilassung' Lord Palmerston's von seinem Minister-Posien. Das spamswe MmistZ- rium hat zugleich der englischen Re ierung andeuten iaiscii, daß fur dkn Fall der Nichiérfiillung diescr Iedingung Spanten sici) in Be- tracht der gewnwärtigen Lage Europa's Veranlaßt sehen werde, seine" mit der ?r-anzö'sisehen Republik bereits angeknüpftcn engen Ver- hältnisse bis zur festesien Allinnz auszudehnrii. Tie englisch? Ne- gierung hat auf diese indirekten Anträge keine Antwort eriheilt.

Auf den Antrag, des Generals Concha hat die Regierung den französischen Gränzpolizeibe'amten, Welche sich durch Ueberwachung der karlistischen Eindringlinge 'auszeichneten, eine Anzahl Ordens- bänder zugeschickt.- * "_ _ _ ,

Es sind mehrere Abgeordnete der Fabrikanten (;»,aialoniens Hier eingetroffen, um den Jinanz-Minister zur Zurücknahme seines, dcn Cortes vorgelegten, die- Baumwollenwaaren betreffenden Tarif-Eiit- wurfes zu “bewegen. Die "Regierung selbst hat drn Gefe politico von Barcelona schleimig hierher berufen.

Der zwischen den egierungen Spaniens und Frankreicds ab- geschlossene Postver-trag, durcli welchen der bricfliche Verkehr sehr

erleichtert werden wird, soll rnit dem 1. Inli in Kraft treten.

Der Königlich preußische General-Konsul fiir die pyrrnéiische Halbinsel, Geheimer Kriegsrat'h, Ui“. Freiherr von Richthofen, ist Vorgestern hier eingetroffen.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Boston, 15. Mai. Nicht Wenk e in den Vereinigten Siaatcn find durch das kalifornische Goldfkcber halb toll geworden, diese Skjichk ist aber nicht so ausgebreitet, wieSée vielleicht mickyZeitungs-Berichten glauben möchten, noch werden dcrrn Folgen so vkrderdiich werden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß in Kalifornien (Hold, und dies in großer Ausvehnung, gefunden wird, Die besi'enGeoiogen sagen, daß der Charaktkr der Goldregion in Kalifornien der des Urals sehr gleiche, und seizen hinzu, daß die kalifornischenHochcdenen und Theiler in ihren Ergebnissen noch viel reicher an Gold snd, als die uralischen. Aus allen. von dort einge angericn Vericbtcn erhellt, daß die anscheinend ausschweifkndsten * (“richte gerade' die zuver- lässigsten sind, Die Folge hiervon ist, daß Tausende'iiber die Ge-

, birge dorthin strömen, um das [richt zugängliche Metall, welches _ sie dort zu finden hoffen, zu erbeuten.

. Viele untcr ihnen find der Auswurf unserer Bevölkerung, Viele ziehen aber in wwhlorqani- sirten Gesellschaften hinüber, die durch ein mehr gcscßmäßigrs Band zusammengehalten werden, und nehmanefäße, Damdfböié und Lc- beusmittel mit, so wie alle Lebcnsdcdiirfnisse, welcbe in einem sol- chen Lande nußbringend sein können. Gegenwärtig ist dort, nach meiner Uedrrzeugung, kein Mangel an Lebensmitteln mehr zu ch fürchten, da selbige rcicdlici» aus den siidl-icke1*eii Häfen dcs spani-

* schcn Amerika an dessert Westküste bcrbeigcfiilvi werden, obgleich

Vielé das Gcgcntheidglauden. Nn_ch glaube ich nicht, daß sie in Errich- tung ciner ihren Zuständen angcmcisencn Regierung in jcnen Gegenden

schctiern werden, welche freilich sehr einfach und11achgcbcnd srinmuß, dabei abrr doch Leben und Cigrnthum zn brsckiiiyen dermag. Der

'eigentli-che Grund der Schwierigkriicn, welche sie dort finden wer-

den, liegt tiefer, nämlich darin, daß keine tüchtige und gcsnnde. Be-

_ völkerung sich dort nicderlaffen wird, mehr in sittlicher als in leib-

licher Hinsicht csprochen. Wenn eine wohlthiitige Wirkung aus dem Golde Kaiforniens hervorgeht, so wird dicse mehr inew- . , In der That [*in if() der Mr_immg, daß, insoweit als Von dcr Humanität der Sache die Rede ist, sehr bezweifelt werden muß, ob es nicht beffer wäre, daß jene Goldgruben im tiefsten Grunde des Stillen Meeres liiiirn.

Uiisßr neuer durch seine Befihlshabersckzaft im Kriege in Ndrd-Mc: xiko zu seiner Stelle gelangte Bundes-PräfidcntGeneralTaylor scheint,

' wenngleich Soldat, ein Mann von praktischer Wcisdeit in (Kirsciiiiftcn

zu sein und ist gewiß ein Mann des Fricdcns. Seine Regie-

" runqs-Maßregcln werden konservativ sein und nach Innen wie nach ; Außen Ruhe erslrcdcnd, was der den unruhigrn Bewegungen im

benachbarten Kanada gegenwärtig von großrr Wichtigkeit fiir den

Frieden mit Großbritanien ist. Auch wird er Versuchen, dcnParici-

geist unter uns zu mäßigen, was ihm, wie ich meine, qroßentlwils , Ich erwarte unter stincr Verwaltung cmc'n besseren Zustand der Dinge, als wir seit ciniqen Zahrcn gc- hgbt hoden“, ich" meine den pdliiischen und stiilicheir'Zustand, denn ?tnsichiilck) des sachlichen Gedeihens können wir zur Zeit ganz unbe-

orgt ein.

' ir'bc'schästigcn uns hier, wie sick) denken läßt, nicht wenig mit den xcyiczen europäischen Zuständen. Daß die Maffc dcs ame- rikanischen .olkes mit jederlei Art von Bewegungen synipathist'rt- die freicre Institutionen bezwecken, ist vollkommen naturgemäß. Sie Werden aber viellei'chi erstaunt sein, zu vernehmen, obgleich cs gmzz unbestreitbar wahr ifi,. daß die große, ja die uncrmrßliche Mkhkhkkk des amerikanischen Volkes“, in keinem Augenblickr an die Gcsundhklk

oder an den Er ol der Bride tn :- laubt at, die im FébL'Uat f g 91 9 g g h seitdem äber

vox" kn Jahres in Paris begann und sich , “MY groxien Theil von Europa verbreitet hat. DMU :»sz »»siändige échtigkeix dieser Thatsache wird aufs aufsa en