dabrr die Wah -- ““tz4)da fieau voÜthkU sernldéßrnfnkrtxt, die RFichstags-Abgeordneten von Frankfurt
' ric ei „ , _ WILHEJKYUh Graf von Wedel-Godcns. Telling. Schwers. ,
“ , 5, Juni. (“Ztg. f._N.) Das MajoritätOE-rachten der ostfrt'intj-JLTI) ständisrbert Kommission in der deutschen Sache (siehe unskl' qesjrjgcs Blatt) ist heute angenommen worden.
Württemberg. St_uttgar'r, 7. Juni. „Der Schwäb. Beob. enthiilt Jblgcndes: „Das Prafidium der Standekamrner hat so eben dcm Präridentcn dcr National-Versammlung angezeigt, daß der Ständcsaal zn frrneren Siyungrn dcr National-Versammlung ._.m-[änfig nicbt mehr geöffnet Werde.
Nachdem in der gestrigen Sihung der deutschen National-Vcr- sammlung dcr PräsidentLöwc die' provisorische RegrntschaftDeuisch- - lands proklamirt hatte, betrat Franz Ravcaux die Rednerbühne nnd ricbtctc folgende Worte an die Versammlung: „Mit Freude und willig nehmen wir das Amt an, das Sie uns übertragen ha- brn; wir werden muthig und entschlossen die Zügel der Regierung ergreifen; unser ganzrs Bestreben soll dahin gehen, daß endlich einmal das Versprechen zur Wahrheit werde, daß ein einiges, freies und großes Deutschland geschaffen werde. Wir haben zwar nicht die Mittel, welche andcrcnRegicrungrn dargeboten sind, aber Wenn Sie uns zur Seite stehen, so haben wir den Muth, unser großes Werk zu beginnen, denn in Ihnen und in dem Kern der deutschen Nation haben wir eine kräftige Stiiye. Wir werden mit Ihnen stehen und fallen!“
Baden. Karlsi'nhe, ;").Iuni. (Deutsche Z.) Die pro- visorische Regierung hat die Einhaltung eincs Theils der Gehalt- und Penfionsbeziigc der Civilsiaatsdirner, ferner die _Forterhcbun der bisherigen Steuern für Juni und Juli Verfügt. Das ErqebniZ der gestrigen Wahl zur konstituirenden Versammlung ist: 1) Bren- tano.1644 Stimmrn, 2) Christ “1.158 Stimmen, 3) Thicbaut 970 Siimmcn, 4) Petri" 6053 Stimmen.
Karlsruhe, 6. Juni. (Séhwäb. Merk.) Heute Naéhi war es sehr unruhig; es heißt (wie bereits gemeldet), Siruve habe mit Hiilfe dcr eingetroffenen Schweizer die rrihe Rrpublik proklamiren urid Brentano stürzen wollen. Dieser mußte sich unter den Schuh drr Viirgerwchr begeben, dir, 80 Mann stark, das Ständehaus br- sthe. Moricns friih „";-6 Uhr (Hrneralmarsck); die anze Bür- gerwehr vrriammelic fich auf dem Schloßplay, die gesgammie hier liegende Volkswrhr in Binskn 2c., so wie die durchlachcr und eitlinger Bürgerwehr und eine Schwadron Dragoner schließen sich ihr an. Tcr Herrschaar-Bcfchlshabrr Obkrst (Herber stellt das Ganze in Sck)1achiordnung auf; es rvcrden 6 Kanonen von der Bürgerwehr und zwei vom Militair Vor dem Schloßhof aufgefahren“, Alles hat scharf geladen, und ist auf den Kampf bereit. Die Schweizer, Welche von hier fort sollen und nicht gehen wollen, rücken langsam an und stellen sich auf dem gegen die Siadt liegenden Theil des Schloßplahrs auf. Nach langem Abwarten gehen sie, angeblich mit dem Vcrsprcchcn , herric Nachmittag 3 Uhr fortzichcn zu wollen, in die Kaserne. Die Bürgerwehr trennt fich hierauf bis auf ein Bataillon, welches das Schloß bescßt hält und zahlreiche Posten in der Stadt. Es kommen 31in Conrpagnieen Infanterie von Bruchsal, und desgleichen zwei von Rastattan. Der Tag ist in jeder Beziehung sehr schwül. T_ie Robert-Bluanom- pagnie zieht nach 3 Uhr zur Stadt hinaus. Nachmittags wird Becker, dcr Landesherrschaar-Befehlshaber, verhaftet, worauf die Schwcizcr untcr Hin- und Herrennrn Lärm und Tumult anfangen; nach 4 Uhr zicbcn sic aus der Kaserne, sie halten in der langen Straße bor dcrsekbrn, man hört sie oft „Hoch“ rufen. Es schlägt und bläst Bürgrrwehr Grnerakmarscb, Alles, das Militair, das sehr "t'ampflusiig isi, ringeschlossen, sammelt sich. Läden sind dcn ganzen Tag geschloffrn. .
Nacbsrhrifi. Nach langem Parlamentiren brachte Brentano,
drr cine Redr hirlr, die Schrveizer dahin, daß sie unter dem Vcr- '
sprrci'i'n, daß Brckcr freigcgcbrn werde, um 6 Uhr abzogcn, um mit der Eisenbahn dicscn Abcnd nach Heidelberg zu gehen. Auch Bön- ning, cincr ihrer Führer, wurde wieder freige?cben. Struve gebt mit. Die Mannschaft begicbt sich größtenthei s nach Hause, doch bleibt Ach gerüstet.
Dcr O. P. A. 3. wird „aus Baden“ vom 7. Juni geschrie- ben: „Außer Strich ist auch der bekannte Becker vvn Biel, der sogar mit dem Obrr-Kommando unserer gesammten Viirgerwehrcn betraut war, verhaftet worden. Sind auch die näheren Griinde im Publikum nicht brkanut, oder durch Gerüchte entstellt, so isi doch die Verhaftung wahr,“
Karlswrhe, 7“. Juni. (D. Z.) Gestern Mrrgen war das Gerücht verbreitet, die republikanische Partei beabsichtige einen Ge- waltstrcich, den Sturz der provisorischen Regierung und die Pro- klamirung der badischen Republik unter Siruvc's Präsidentschaft. Nächsten Anlaß zu diesem Gerücht halte die Weigerung der deutsch- sckiwcizcrischen Legion gegeben, dem erhaltenanefehl der chierun zufolge nach der hessischcu Gränze zu marschirrn. Diese Lc ion is? ungemein „rotb“ gcsinnt und besteht zum Theil aus poiiischen Flnchrlingcn, welche unter Struve und Hecker gekämpft, zum Theil
auch aus wilden vrrwegenen Abenteurern, deren Gefic'htézüge nichts „
Gutes weissagen und den tollkecksten Sinn verraihen. Eine ziem- liche Anzahl davon triigt noch die rothen Hosen dcr algierer Frerirdenlcgion. Dic fortdauernde Anwesenheit dicser ultra-dema- x'OJUchen Bionsenméinncr' machte nicht nur dem karlsruhcr Bour- geotß, sondern selbst den Herren von der provisorischen Regierung angqt .und bange, nnd diese Angst steigerte sich, als man erfuhr, daß cin halb hundert Individuen von dieser Legion in der Nacht vom wren auf den 6tmr den Versuch gemacht habe, drs Pulver- Magazins sick! zu bemächtigen. Hierzu kam noch das ziemlich dro- hende Auftreten des „Klubs fiir dcn entschiedenen Fortschritt“, der, QUE Struwe's Anhängern bestehend, an die provisorische Regierun eme RTM VM Fragen gestellt hatte. Schon_ mit Tages'anbrucß
wirobelBic dcr Gxncralmarsch drr Bürgerwehr durch die Straßem "" "M"") l'kß bekannt machen, daß man die Kaufläden schlic-
ßen und die Kinder
diese Vorbereitungen nicht auf dre Gasse lanen moge. Alle
schienen au dcn Ausbru cines bö- serr UURRUS zu deuten. Dicf Bürgerwehr clZiflcmzie ihre ","t CHMPUÜS geladenen Kanonen “vor dem Großherzog- "ck“) Schlosse „_üUf- Dorthin marséhirte unqerufcn auch die der_rUch-schwetzernche Legion unter dem Kommando ihres Obersten BMMUJ von Wiesbaden. Dieser alte Mann der mit einem langen grauerr Bart, herabwallenden Haaren rind edlem chnitt pcs Gefichts eine sehr malerische Figur macht, lebte "früher lange rm K*atrton Bern und ist durck) Phantasierei und republikanische Exaliaiwn glcrch sehr bekxmnt. Um 11 Uhr Vormittags erschien Struve mit rinen'r Theil seiner Anhänger aus dem Maß und redete die Offiziere der Bürgerwehr beruhigend an. Als diese ihm geradezu den Vorwurf ms Gesicht warfen: er wolle dié Republik proklamiren und mit jener Rotte fremder Abenteurer die Stadt plündern, antwortete Siruvc gegen _scine Gewohnheit ungemein ruhig, daß dieser Vorwurf durchaus ungerecht sei, daß er weder
[cn zum neuen Reichstaze nach jenem Wahlgeseße zu *
den Regierungen das Recht Z und seiner Freunde durchaus ehrliche und offene Ab chien nichts
„5 Uhr Abends. „Alle * g
996 die Reqierung stürzen, noch die Republik einführen wolle, daß seine
Anderes bezwecken, als der begonnenen Revolution mehr achdruck, der provisorischen Regierung mehr „revolutionaire Thatkrafi“ zu geben. Der Ton seiner Stimme war dabei ganz sanft. Er trug ein schWarzes Hütchen mit breitem Rand und die Trikolorschärpe um die Brust, kein rothcs Abzeichen wie seine Freunde, die ihn umgaben. Von der Värgerw: r schied er scheinbar freundschaftlich. Man drückte sich die Hände. önmng's Legion, die sich in drohender Haltung den Bürgern gegeniiber aufgestellt hatte, räumte wie dikse mn Mittag den Play. Die provisorische chierung sandte gegen 1 Uhr an dcn Ober- kommandanicn Becker aus Viel, der das militairische Haupt der Dcmaqo- gcnpartci ist, wie Struve der politische Führer, den Wiederholten Be- fehl, an der Spiße der dcutsch-schwcizcrischen Legion nach Heidelberg abzugchcn- Ihn, den' Oberbefehlshaber der Volkswehr, fürchtete man am meisseü, denn sein Name ist von arißrrordentlicher Popu- larität bei den Freischaaren. Viele Flüchtlinge hatten in der Schweiz bei ihm gastfreie Aufnahme gefunden. Diesen gefährlichen Mann wollte Brentano um jeden Preis entfernen. Als Becker dem erhaltenen Befehl abermals keine Folge lei ete, wurde er um 3 Uhr Nachmittags durch die Bürgerwehr ver after. Der „Klub des entschiedenen Fortschritts?“ hielt um dieselbe Stunde Sihung, um hinsichtlich der Antwort der provisorischen Regierung auf fernere Anfragen zu debattiren. Struve war Präsident, Tzschinrer Vice- Präsident. „Versammlungsort des Klubs war der ?roße Saal im Rathhause. “Es waren höchstens 150 Per onen amvesend, und als Struve erklärte, daß nur diejenigen, welche dem Klub als Miigliedcr-anzugehö'rcn wünschten, im Saale zu verbleiben hätten, leerie sick) derselbe noch beträchtlich. Der ersie Gegenstand der Beraihrmg betraf den projektirten bewaffneten Ein- fall in Württemberg. Die Ansichten dcr Redner waren gethcilt. Inmitten dieser Debatte kam „Bürger Tiedemann“ hastig in den Saal gestürzt mit der Meldimg, daß Becker verhaftet sci. (xs cr- folgie cin Ausbruch des Schreckens und der Wirth. Die Mehrzahl stürzte aus dcm Rathhause; einige schrieen zu den Waffen, Wurden aber sogleich Von der anrückenden Biirgcrwehr verhaftet. Brentano hatte inzwischcn aus Raßatt mittelst der Eisenbahn Truppen kom- men lassen, “1 Schwadron Dragoner und 4 Compagnieen Vom Lien Regiment. Dieselben befehlen mit der Bürgerwehr dcn Play vor dem Rathhause. Struve, Tzschirncr und Genossen wurdcn verhaftet, obwohl Ersterer seine Anhänger, Welche iiber Becker's Vrrhaiung wüthend waren, von Gewaltnmßregeln abzubrinqen versu t hatte. Oberst Bönning wurde auf der Straße verhaftet. Mehrere Soldaien rannien“ans den Gliedern, um den alten Mann, den sie den „republikanischen Räuberhauptmann“ nannten, mit Ba- jonetten zu durchbohren. Die Stimmung der Bürgerwehr, wie der Truppen, schien gegen den Republikaner höchst erbittert. Feldwebel vom “Lien Jnfanterie-Regiment zeichnete sich durck) die Leidenschaft aus,.womit er alle vorübergehenden Blousemnänner, die rothrKokardcn trugen, insultirte. Inzwischen hatte auch die Legion der Flüchtlinge Zu den Waffen gegriffcn, die Frcilaffuug ihrer An-
fiihrkr begehrend. Sie stellte fich auf dchascrncnplah in Schlacht- *
ordnung auf und schob ihre Vorpostcn bis in die „lange Straße“,“ vor. Dieses Corps zählte éichstcns 600 Mann, kaum das Drtithrtl von dcr Stärke der Bürgerwehr. Wer aber diese bäriigcn Bion- senmänner gcnau betrachtete, wer ihre athletischen Kiirper, ihre martialische Haltung, die wilde Keckhrit und die Kampfbegierde auf ihren sounegcbräuuxen Gesichtern sah, der mochte schwerlich mrtvßollcr Zuversnht an den Sieg der Re irrung glauben. Wehe dem„Burgcr Brentano“, wehe dem armen arlsruher Bourgeois, wenn jene vcr- zweifcltcn Menschen im Kampfe die Oberhand behalien hätten! Zum Glück wurde das Aeußerße vermieden, .die provisorische Regierung gab "“ck. Brentano ' “Wim WM im" Raihhause, um die verhafteten Mit- lieder dcs SUUNWW Kkubäin FWihc-rir zu seyen, vevmikd es indessen, mit Struvc'p ersö'nli'ch zu verkchrcn. Die Bürger Und die-Tru penbrgrfiß-
' teu Brcuiano mit“ donrterndrrri*LHöch'! (Hoegg war inzwi chen zur Ka-
serne der Legion gegangen und hatte in einer Rede voll süßlicher Worte , wwbci cs ihmschwcr wurde, die innere Herzensangsi zu verbergcn, die Soldaten gebeten, gehorsam und ruhig zu sein. Ihre Anführer Becker und Bönning sollten ihnen an der Eisen- bahn ausgeliefcrt werden," sobald die Legion dorthin ziehen wvlle. Dies geschah auch endlich auf die Mahnung der Offiziere hin, Becker und Bönning wurden in Freiheit geseht und von ihren Soldaten mit donnerndcm Hoch empfangen. Peter drückte dcm Becker unzähligcmal die Hand zur Versöhnung. Die Miene des chteren vcrhchlte schlecht den inneren Grimm. Nun ist die Legion nach der hessischen Gränze abgegangen. „Unsere bestürzien Bürger, die sich je'izt- selbst den Teufel als Herrscher gefallen ließen, wenn er ihnen nur Ruhe und Schu des Eigenthnms brächte, athmen wicdcr freier. Aber welche chreckensscrnen stehen der Skadi Karlsmhe, stehen dem Lande noch bevor, wenn im Falle einer Niederlage all die wilden Banden dcr Blousenmänner durch das Land sich wäl- zen und iiber Verrath brüllen Werden, wie es jederzeit nach einer
Niederlage geschieht!
Hessen und bei Rhein. Darmstadt, 9. Juni. Das *
Verordnungsblatt des Krich-Ministeriirms cn-thält Folgendes: „Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben an Ihrem heu-
tigen Geburtsseste gnädigst beschloffm: 1) den vor dem herrlich -
Tage von den Militair- Gerichten zur Frsirrngsßrafe rechtskräftig Verurtheiltcn einen Theil ihrer Strafen, urid zwar
l;) wenn ste in weniger als sechs Monaten besteht: die Hälfte, -»-
sodann ?] den vor dem hrutt'gen Tage von den Militair-Ge- .- richtcn zur Arresistrafe rechtskräftig Vcrurtheilten die Hälfte dieser *
Strafe zu erlassen, und es sollen diejenigen, welche nicht mehr so viel zu derbüßen haben, als der ihnen erlassene Theil der Strafe beträgt, alsbald in“: Freiheit gescyt werden. Se.
“Königliche Hoheit sind durch das brave Benehmen der Groß» bisherigen Kämpfen,z “wodurch dieselben der Grfchichte “dcr hessischen Kriegerircue imdz g Tapferkeit ein neuesBlatt! briaefiigt haben, zu dieser Gnadencrwei- ' sung bcwvgcn worden," und Siexwollrn dadurch eben so séhr eine * s ehrende Anerkennung diescs Benehmens aussprechen, als denjeni- ,
in den
herzoglichen hessischen Truppen
„gen, wclche die gedachten Strafrwzu verbüßen haben, Gelegenheit eben, an der Freude iibcr die n'rue Verherrlichung des hessischen Ziamcns durch ihre braven Kameraden, welchen sie jene Gnaden-
crweisungrrrzugsweise zu verdanken haben sollen, Theil zu nehmen. “„ Seine Königliche Hoh'xit erwarten, „daß dieselben in diesem erheben- ? den Gefühle cinen mächtigm Antrieb finden werden, durch ihr künf- „
tiges Betragen die begangenen ehlcr gut zu machen und nach Endiguna- ihrer Strafzeit dem eispiel ihrer „Kameraden nachw- eifern. Die vorstehende Allerhöchste Entschließung ist m aÜen e- imentern und Corps, so wie in der Militair-Strafansialt, alsbald Jekannt zu m'aéhcn und zu" vollziehen. Graf Lehrbuch.“ Die Darmsi. Ztg. meidet in ihrem heutigen Platte: „Gestern
Abend einge angene Nachrichkcn von der Operationsz-Armee melden“
"yicht's als ene Marmirun u erer Tru pm durch die Badener; “Lehrer: wurden ohne Gef», i- bs nach emöbach zurückgetriebm,
Ein alter „
;!) wenn die : erkannte Strafe in sechs Monaten oder mehr besteht: drci Monate, ;
worauf Erstere nach Heppenheim zurückkehrten. Das Frankfur- txr Journal erzählt wieder ein Gerücht von der Niederlage, welche die Reichstruppen an der Bergstraße am 7ten erlitten haben sollen, an Welchem Tage dort gar nichts vorfiel, indem der Gesrhiiydonner, den man Morgens in Heppenheim vernonnnen haben wollte, Wenig- stens mit einer Bewegung der Reichstruppen nicht zusammenhing, noch vom hessischrnGcbiete kam. Die Mainzer Ztg. hat aber noch bcffere Kunde“, fie läßk mn 7ien Abends „Flüchtlinge aus Darmstadt“ in Mainz ankommen und erzählen, „daß die Fürstentruppen bei Wein- heim blutig geschlagen worden, daß gleichzeitig eine andere Kolonne der badischen Schaaren bis auf dritiehalb Stunden von Darmstadt vorgedrungen und das; den ganzen Tag Verwundete und Todtc auf der Eisenbahn nach Darmstadt gebracht worden seien. Ju Offcn- bach, erzählt ein von dort kommender Reisender, könnten keine Ver- wundeten mehr aufgenommen wcrden, weil das dortige Lazarcth überfüllt sri.“ Unsere darmsiädtcr Leser wcrden diese Gerüchte imd Berichte am besten zu würdigen im Stande sein! _ Durch Frasd- berg waren vorgestern 6000 Mann Preußen gekonrmen, die sich gestern bereits in Vilbel brfandrn und ihre Quartiermacher nach Frankfurt cntscndcten.“
Mainz, 7. Juni. (D. Z.) So eben ist der Großherzog von Baden nebst dem Markgrafen Maximilian mid Gcfoige auf dem Zampfbooie „Elberfeld“ von Thal-Ehrenbrriisicin hier ein- getro en. -
Schleswig:Hol|ejn. Schleswig, 8.Juni. (Bbrs.H.) Nachdem in der heutigen Siyung der Landes-Versammlung zubor- derst ein Bericht des Petitions-Ausschusses über vrrsckiicdene fruher eingegangene Sachen angehört und zu den gcsielltyr Anträgen Be- schluß gefaßt war, wurde zur Wahl eines Sceretmrs an dre Stelle des wrgcn Annahme eines besoldeten Staatsamts gestern aus der Versammlung ausgetretenen Advokat Matthiesen geschrrttcn. Die Wahl fiel auf den Ober-Auditcur von Vrarkcl. _
Hierauf motivirte der Bürgermeister Valematrn dcn Antragxdaß cm Ausschuß erwählt werden möge, um die gestrige Pittilwilrzrrg dcr C-"tattlwl- tcrschaft cincr näheren Prüfung zu unterziehen und dreientgen LlLÜiaSe cm- zubringen, zu welchen die Prüfung etwa Veranlassung gcbr. Urin Din- tmg, dem wahrscheinlich die Absicht nicht ganz fremd war, sh-rziclle Antragcbm- fich||ich der in dcr Mittheilung der Statthalterschaft veruhrten (Hrgenßandc mörlickysi abzuschneiden, wurde zuvördcrst von dem Landvogt Lempfert bekämpft, welcher namentlich bervorhob, daß wenn auch der Krieg-gexxexn'D-a- uemark und die innere Entwickelung Deutschlands rim einander 111 Oclbm- dnng sichert möchten, wie die Statthalterschaft zu zct'gswgcsllkbk habe, doch nicht einzusehen sei, in welchem Zusammenhang damit die vondchtaiihal- terscbast gleichfaliöberiihrte Frage wegen Aufhebung der Personal-Umon stande. Mit den ver Mittheilung dcr Statthaltersämft zu G unde-liegetidin Ansicbtln weir gleichfalls rer Eisenbahn-Direktor Ollequscn iiicht einverstanden. Cr bemerkte namemljch, daß das durch zahircichx Petitionen beurkundeie Vrs- lanqrn nach Aufhebung drr Personal-Umyn jedenfalls alsdann sem H'"? änéschreitcn über das chbt des Landers mvolvike, wmn dasselbe Jilliach-it nur dahin qcrichtet sei, daß bei dcr! Fncdrns-Unterhandlungcn auf Yosem- gnng dcr Prrsonal-Union hingewirkt Werde, sd wie ferner, daß„wrr„nnö nicht in der Lage befänden, zwischen zwei thsvcrfaffnngcn fxci wahlen zu können, nachdem wir bereits rie von der National-Bersain'rnlurig bescliiosscne Bersassurg anerkannt häjtcn. Er erklärte fich iibrigens frzr die Eiwahlung dcs brantragtcn Ausschusses, nnr miissr cs unverwrhrt seni, solcbc (Siegen- siände, Welche eine baldmöglichste (T'rledtgung erheischtcn, wie z. B. die Er- gänzungs- und Neuwahlen, separat m Behandlung ;u nehmen.
Aus einem ganz entgegengesevtcn Standpunkte stehend, „erregte der Amtmann von Liliencron durch seine Aeußcrungen das Mißsalien ZN“ nigstens eines Theiles der Versammlung. Sine Uickt mrt Vorsicht gewahl- ten Worte mußten oder konnten wenigsten; sehr leicht [o verstar1drii werden, als ob er nicht blos dir Ausfiihrbarkeit, sondern nglcicb' miri) die NEU)??- qiil'rigkcit rer frankfurter Reichsverfassung durch den W1drr1pruch dcr gkl?- ßeren deutschen Sinatra fiir ausgxhobcn erachte. Auch „reizte er durch die Andeutung, als ob es in den Planen derjenigen,_welche„]xßt noch“ fur unbe- *dinqtcs Festhalten an drr frankfurteerrfaffung sprachen, ltcgen_mochtr, unser Land zu einem Bündniß mit Baden und derPsalz zureranlanen, "wem er nämlich ein so!chcs Bündnis; als das allem mögliüeMrtt-l zyt Durcbmhrang -dcr ungcändrrtcu frankfurter Vrrfassunq bezeichnete. Dic nachfolgender! Nobncr wandten denn auch vorzugSWeis- ihre Angriffe gegeii ihn. Olshauvcn: _Es sei wedtr mit der Ehre noch mit der Moral verträglich, sofort vom Recht lanrn zu wollen, weil der Duräpfiihrung dcffclben fich Hmrermffe „entgegengcstcllt hätten. Die Reichswerfassung sei bei uns als Gescs publizirtlund gelte als solches, bis auf gesetzlichen: Wear eine Aenderung erfolgt sei. Lem- pfert: Nicht deutsche Staaten hätten dcr Nr1ch6vcrfaffung die Anerken- nung versagt, sondern nur StaaLSgewalien, welchesich der neben ihnen stehenden gleichberechtigtcn anderen Staathew-zrlren auf reholononzmcm che entledigt hättm. Steindorffj: Das sxrdir große Zwirspalt in der Paulskirche geWesen, das; ein Theil rie Vcrfanung aii51chi§11kßilch dnrch ge- sc81iche Mittel habe im:; chm rufen wollen, drr andere „rhei! durch [edes Mittel. Wie könne man danach die Annahme hinstellcan, daß kein anderes Mimi der Durchführung mbgl=ch sci, als die Revoiutton? Dgs Resultat der Debatte war die Annahme des BalemannschenAntrags, Diese cryolgtc
mit 67 gegen 24 Stimmen.
Flensburg, L, Juni, (B. H.) Ein Schreiben, welches heute früh eine an die Statthalterschaft abgefertrgie Stczffctie an cinen hiesigen Einwohner mitbrachte, enthielt die Nachricht, daß
' der Oberst St, Paul gestern Abend gcgen sieben Uhr Vor Frikde-
r'c“a dur eine Ku el nicdergr-streckt worden sei. Der Verlust die- sexe“:l wackeécn Offizieés wird hier von allen Deutschen beklagt.
Aus dem _Sundewitt, 8. Juni. (Alt. Merk.) chie Morgen um .10 Uhr fand in Aßbiill bci (Hravcnstein die Beerdi- gung der im Gcfechte vor Sonderburg am 6ten d. M. gefallen'cn und in Folge der in demselben erhaltenen Wunden später versxhre- denen deutschen Krieger: ,der Jüstlicre Heinrich Haase„ Jakob Her- bener, Johann Deqe und Karl Kempncr, vom Bataillon Waldrck, fkrner dcs Korporais Albrecht Krieger vom „Bataillon Brafurischweig Nr. 1, so wie eines aus Augustenbnrg gcburtigcn und or: Gele-
enheit des Gefechts auf den düppeler Höhen durch einen Bomben- plittcr etödteten Schiffers, Namens Wiihelm Petersen, statt. Der Generaiab der Reserve-Division, so wie Militairpersonrn jeden Grades vvn den im Sundewiti siehxndrn deutschen, Konitngcnicn, bekheiliqten sich an dieser Bcgräbnrßfererlrchkeit. Die ZFhl der in eda tkm Gefechte Verwundeten beträgt deutsck7erscits'1x), onon 2 an das Bataillon Nassau Nr. “1, L,.auf das Baiaillon Brarm- chweiq Nr; “1, worunter der Obcr-Lieutcnant thimeyer (mäzt Falketrberg), und 5 auf das Bataillon Waldeck kommen.
Das grobe Geschüßfener aus den Rcdoutcn vom,6ien d. M. dancrte nicht bis 14; Uhr, sondern bis 3 Uhr N-achmitiags unun- ierbrocben und mit größeren«Unterbrechungen bis Abcyds 8 Uhr fort. Besonders zeichnete fick) bei dieser GeleZenhert dre rn der lin- ken Fiügel-Nedonte .an den diihpeler H hen stationare dritte schleswig-holfteinische Jestungs-Vatteric aus. Dieselbe that iiicht nur, durch ihre Bomben den am Alssunde gelxgencn feindlichen Schanzen roßen Schaden, sondern jagte. auch dir aus dem Brui- kopf in ge chlossenen Kolonnen und mit „811167 Esprgnolrn-Batterre, von angeblich 9 Läufen, vorgerückten Darren durch zwchartäischen-e Schüsse wie Spreu aus einander. Auch der nassciuische Oberst Gerau, Commandeur des im Sundewitt stehenden_ zweiten Infante- rie ==Reqiments und der Vorposten, thai sich bei dem Gefecht Vor Sonderburg am 6t-en durch Entschlossenheit und kluge Anordmingcn hervor. Großen Ruhm erwarben sich bei gedachter Affaire die an
demselben Tage auf Vorposten und im Bivouak stehenden Baigil-
lone Nassau Nr. 1, Braunschweig Nr. 1 und Waldeck durch ihren Muth, ihre Tapferkeit und staunenswerihe Ausdauer. (Hanz ewiß ist, daß der „Brückenkopf *vvr Sonderburg „durch die deutschen Hom- ben sehr “gelitten hat. „Hertie Morgen vernehmen wir |arken .Ka- noncndonner Von Norden, Vielleicht von Friedericia, her.
Ikaffau. Wiesbaden, 8. Juni. (O. . A. . Beim BxZinn der heutigen Kammer-Siiwng eröffnete YiegieriFrZs-Kom- minär Rrirhmann, daß Se. Hoheit der Herzog die Entlassung, welche Mnnsier-PräfidryiHergcnhahn eingereichi, anqenommen, daß er fc_rnrr, rm Aquenblicke mit der Bildun eines iiruen Kabinen! bischafrrgt, beschlos en habe, die Kammer au? achtTage zu vertagen. Bis cm rreues Ministerium ernannt sri, werde Herr Hrrgenhahn die Gischasre provisorisch fortführen. Dcr Abg. Braun las hier- IP?" in seinem und vieler anderen Abgeordneten Namen eine Er- kl'arung vor, des Inhaltes, daß die Unterzeichner gegen eine solche Vertagung protesttrrn, da die Kammer eiue konstituirende sei, und der Ncgierung also, und obendrein im gegenwärtigen kritischen Au- ';LUÖÜckc, ,das ,Recht eiuer Vertagung nicht zustehe, Präsident
trth erklarte xedoch sofort die Sipung fiir geschlossen.
, chhfen-Koburg-Gotha. Gotha, 3. Juni. (DN. 3.) Die Abgeordncten-Versammlung hat folgende Anträge des 5I'lbgrordneien Henneberg zu Beschlüssen erhoben: 1) Die Herzog- 1rche Staatsregierrmg möge,in der deutschen Sache eine Politik befolgen, Welche nicht blos Utchts' egen die Reichsverfassung unter- nimmt und zu deren Beseiti ung eine Art von Unterstiiyunq bie- tet, sorrdern auch ausdriick ich alle Mittel anwendet, welche die Durchfuhrung der Rrichsverfassung *fö'rdern; insbesondere möge fie sckxleugrgsi und kräfngst auf ein gemeinschaftliches Handeln aller verfahurigsireuen Regierungen, so wie, auf sofortige Herstellung ei- urs geeignete-n Organs derselben »zur Berathung der gemeinschaft- ]tch zrrerLretsrnden Maßnahmen hinwirkrn, namentlich aber eine Kollekiw-(„rklarung _aller dcrfaffrrngstreuen Regierungen dahin vcr- anlassrn, daß den wrdersirebendenRegierungen (selbyt nach Art. Ul. der Bundrsakte) das Rrcht zur Begründung eines neuen deutschen Bimch m_chx zustr-he und che in diesem Sinne von ihnen zu (74c- h,?"de Versanung im voraus als recht6ungü1tig und unverbindlich fUr das deutsche Volk erklärt werde. 2) Die .Herzogliche Staats- .Yicgtcrung _rriogr den gesammten Zustand der Wehrhafiiqkeit des Landes mmiandlrch ermitteln, um die Lan-dcsbewohn-er, so weit mög- [Yb- rvrhrhaft zu organisircn. Dagegen wurde abgelehnt, daß die Stagiöregtcrung zur sofortigen Durchführung der Beschlüsse der Ziati?11[?l-Vcrsamnilrtng vom 4.,. “12. und “19. Mai aufgefordert wer- en d e.
„Frankfurt. Frankfurt a.M., 8. Juni. DieQ. P. 21.3. seitZ'Yalt nachstehende, ihr zur Veröffentlichung zugegangene Akten- u e: „Sr. Durchlaucht demÖerrn Minister-Prc'isidenten Fürsten von Sayn-Wittgensiein-Berlcburg.
„Tie lehren Ereignisse müssen die unterzeichn'ci-xn Regierungs- Vevollmächiigtrn veranlassen, über verschiedene Fraqrn von der höchsten Bedeutung eine offene Verständigung mit deni Ministerium der Centralgcwaii herbeigeführt zu“ sehen. Sie hatten gehofft," bei zwci mii dem Ministerium bevorstehenden Konferenzen Gelegenheit zu den deshalb niithigcn Erörterungen zu finden. Diese Hoffnung ist iudrß durch das,.Absagen dcr anberaumten Konferenzen fehlge- “schlagen, und so bleibt es ihnen nur übrig, ihren Wunsch einer mundiichcn Besprechung schriftlich vorzutragen und zugleich die Gegenstände dieser Besprechung anzudeuten.
„Es ist bekannt, daß die Central ewalt durch die Entfernung der National-Vcrsammlung von Frankyrt des in dieser Versamm- Tung licqenden moralischen Gewichts beraubt ist, und daß ihr von dyn größeren deutschen Staaten die wünschenswerthe Unter“ ühung nicht zu Theil wird. Jeßt haben außerdem Preußen, Sa en 'und Hannovrr rin besonderes Bündniß geschlossen, dessen gemeinsame Angelegenheiten Von Preußen gelkitet werden sollen, und es isi end:- iich bekannt, daß Verhandlungen verschicdener Art über Vrrändcrun- gen in der Ccntralgewalt stattgefunden haben. Es muß sich bei dcr bedrohten Lage Dcuischlands somit die Frage aufwerfen, ob die Ccniralgewalt unter diesen Umständen die Mittel zu einer _gem'igrn- den Wahrnehmung ihrer Functionen brfiße, und die untcrzcichnctrn Bevollmächtigten müssen dicse Frage mit einer um so ernsteren Auf:- merksarnkeit ins Auge fqffen, als ihnen über alle im Augenblicke schwebenden, so unendltéh wichtigen gemeinsamen Angelegenheircu nicht die mindcsie offizielle Kunde gegeben und die nach dem GTscFe vr;_m 28. Juni v. J. nöthige Verständigung mit ihncn un- ter a en it.
„Die einzelnen Regierungen sind, wie keincs Weiteren Nack)- :rciscs bedarf, nicht nur befugt, sondern auch verpflichtet, sich be- stimmte Aufilärung über die gegenwärtige Lage der Centralgewalt zu verschaffen. Sie müssen wünschen, zu erfahren, wie sich „dieselbe dcm besondcrcn Bündnisse von Preußen, Sachsen und Hannover gegenüber zu verhaltcn denkt, was sie den im Innern und Von außen drohrnden Gefahren gcßenüber zu thun gesonnrn und im Stande ist, ob und Welche 9) ittel sie überhaupt zur erfolgreichen Wahrnehmung ihrer Functionen besiyt, und wir sie endlich ihre Stellung zu der Naiional-Vcrsammlung nach dem Beschlusse iiber dre Verlegung derselben nach Stuttgart ansteht. .
„Die Unterzerchneten richten daher an den Herrn Minister-Präst- denten die eben so drin ende als gehorsamsic Bitte, ihnen in einer mit dem Reichs-Minisier Lo schleimig als irgend möglich zu vrranstal-x
tenden Konferenz über die angedeuteten Punkte offenen Aufschluß -
zu geben. _ Frankfurt, den 3, Juni 1849. (gez.) Sternenfels. Dusch. Jordan. Eigenbrodt. Liebe. Francke. Karsten. Mosle,_ fiir Weimar und Oldenburg. Cruciger. Frei- herr von Holzhausen. Kohlschüiter, für beide Schwarzburg. Vict- thaler, fiir Dcßau und Cöthen. Elder. Smidt, für Bremen. Kirchenpauer.“
Der Präsident “des“Reichs-Minisier-Rathes an die Herren Bebollmächtigten bei der provisorischen Centralgewalt, Freiherrn von Sternenfels, Dusch, Jor- dan, Eigenbrodt, Liebe, Francke, Karsten, Mosler, Cruciger, Freiherrn von Holzhausen, Kohlschütter, Vierthaler, Elder, Smidt und Kirchenpauer.
“Zu Handen des Herrn Frhrn. von Sternenfels hier.
Von den Herren Bevollmächtiqten derjenigen deut chen Staa- ten, welche die von der National-Versammlung beschlo ene Reichs- Berfaffung anerkannt haben, ist in ihrer an den Unterzeichneten ge- r[Thieren Note vom Zten d. M. der Wunsch ausgesprochen, daß das Reichs -Min1*sierium die in diescr Note bezeichneten Fragen einer gsmcmskbaftlichcn Besprechun, mti ihnen unterziehe. '
Je angenehmer dieser unsck) drm Reichs-Ministerium ge- MM isi- um so lebhafter bedauert es, daneben eine Andeutung zu Hlecon', Zvelche ihm rücksichtlich jener Fragen eine Säumniß in dcr gebothnÖng der durch das Reichs-Gesey vom 28. Juni v. J.- ten zur Za kkskäydigun mit den Regierungen der deutschen Staa- zunächst dist 3" legen eine. Der Unterzeichnete erlaubt *sich daher
e ergebensie Bemerkung, daß das Neichs-Minisierium
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jede beßimmte Maßregel, welche nach der Abflcht jenes Gesehes der gcmeinsthafilichen Berathung mit den deutschen Regierun- gen bedarf, dieser in dem Augenblicke, wo fie dazu geniigend vor- bereitet ist, unmangelhaftunterziehen wird, da dassklbe von der leb- haften Ueberzeugung durchdrungen ist, daß nur ein bereitwilliges Zusammenwirken der Einzelregierungen mit der (Zentralgewalt das Wohl des Ganzen zu sichern und zu fördern vermag. In dieser Ueberzeugung wird auch das Reichs-Ministerium in allen anderen Fällen dem Wunsche nach einer Mittheilung seincr Ansichten mit dem größten Versnügen entsprechen, und der Unierzeichnete beeilt sich, dies zu bethatigcn, indem er" fofort über die in dcr gefälligen Note vhm Iten d. M. bezeichneten Fragen fick) äußert.
Die erste derselben betrifft das Verhalten, welches die Centro!- gewalt den neuesten Schritten der Kronen Preußen, Sachsen und H„annover gegeniiber zu beobachten gedcnkt. Jhrc Beantwortung durfte sich aus den brsiehénden .staatsreckitlichcn Normen ohne wr-
scntliche Schwirrigkcit ergeben. Die drei genannten chicrunqcn haben rinrstheils, veranlaßt durch die gegrnwärtigcn Zcitvcrhält- riinx, eut vorläufiges Schußbiindniß geschlosscn, anderentheils den iibrigen deutschen Regierungen den Entwmf cincr Reichs-Verfassung rnit drr Abficht vorgelegt, darüber eine Einigung zu Stande zu bringen. Die Befugniß zu 'jencm Bündnisse ist aus dem ?lrxikel 11 der Bundesakte abgcleitet nnd kann Von der pro: vijorischcn Centralgcwalt, welche an Stelle drs Bundes- tags getreien isi, eben so wenig angefochten werden , alß bon drm lcyteren, da erst mit ihrrm Aufhören das ncue deutsche Staatsrecht in Wirksamkeit tritt und bis dahin noth- rvcndtg das bisherige gelten muß, wenn nicht inzwischen jedes rechtliche Band zwischen den deutschen Staaten wegfallen soll. Was aber die erwähnten Vorschläge in Beziehung auf die künf- tige Rcichchrfassung betrifft, so bedarf es riicksiibtlich drrselbcn wohl nur de-r Bemerkung, daß die Ccntralgewalt nach dem Gesch vom 8.-Juni vorigen Jahres dcr Erricht'ung dirscr Vcrfaffnng viillig fremd isi und daher auch durch jene Vorschläge nnr insofern bc- ruhrt wird, als ste zu einem Definitivum und damit zum Aufhören ihrer Functionen führen. Ob abcr dicsrs derFall sein wird, hängt vbn dem Vrrhaltcn ab, welches die iibrigcn deutschen Staaten auf die Auirägr dcr drci genannten Königreiche brobachien, weshalb der Unierzerchnrtc sich die crgcbcnsff' Viitc erlauben muß, daß die Herren Unterzeichner der Note W;: Zicn d. M. ihn von den Ab:- srchicn, weiche, ihre Regierungen in der fraglichen Bcziehnng hegen, nacli; vorgängtgcr Anfrage bci denselben genrigtest in Kenntniß setzen worn.
Eine zweite Frage richtet die eben erwähnte Note auf das Verfahren, wvzu die Centralgewalt durch die Verlegung der Na- tional-Versammlung nach Stuttgart sich veranlaßt sehcn wird. Hierauf kann der Umtcrzcichncte die sofortige Erklärung eriheilen, daß das Reicbs-Minisicrium dic Befugniß' der Nationalecrsamm- lung zu der fraglichen Maßrcgel nicht anerkennen kann, da in den Bundcnbeschliiffen vvm 30. März und 7, April v. J. Frankfurt ausdrücklich als der Six) dcr National-Versannnlung bezeichnet ist und eben deshalb, weil aus diesen Beschlüssen die legalen Befug- nisse derselben entspringen, diese nicht Über ihre Quellé hinausgehen und dahin fiihren können, leytere selbst zu aiterircn.
Indem der Unterzeichnete kein Bedenken trägt, diese Erklärung abzugeben, verbindet er damit den Wunsch, über die Anfichikn der hohen Regierungen Ew. Hochwohlgeboren auch über diese Frage in Krnntniß geseyt zu werden, und zwar um so mehr, als bis jeyt nur die anderen, die Verfassung vom 28. März nicht, anerkennen- dcn Regierungen sich über ihre Skillung zur National-Vcrsammlung ausgesprochen haben. „ , .
Wenn endlich aber noch cineAuskuuft darüber gewünscht wird, ob die Ccniralgcwa-[t gesonnen und im Stande sei, die ihr Über- tragenkn Functionen auszuüben, so glaubt das Reichsministerium, daß die Centraigewakt zu kcinchcti eine Veranlassung gegeben habe, den festen Milieu zu Erfiiliung ihrer Pflichten in Zweifel zu ziehen. Auch die Mittel dazu hat sie bisher stets gcsundrn, und es liegt bis jest kein Grund zu der Annahme vor, daß dirs künftig nicht mehr der Fall scin werde. DiejenigenSiaatcnnänilich, Welche die von der National-Versammlung beschlossene Rcichöbcrfaffnrxg anerkannt haben, werden, ohne fick) mit ihrem ganzen bisherigen Verhalten in Widerspruch zu sehen, jene Mittel nicht versagen kön- nen, und von den übrigen Staaten haben Oesterreich und Bayern neuerdings bcdcuiende militairischc Strcitkräfic zugesichert, Preußen aber, welches Vollständig gerüstet dasteht, hat Noch nic seinen Vun: drsyflichtcn fich entzogen, und als ungerecht wiirde daher auch der Verdacht erscheinen miisscn, daß seine Regierung ihre Uniersiüßung der Stelle versagen könnte, auf welcbe unabhängig Von dem Ge- scye vom 28. Juni v. I. die Befugniffc dis Bundestages von Prcnsßex selbst wie von allen iibrigen deutschen Staaten iibertra- gen in .
Frankfurt a, M., din 5. Juni “1849.
(gez.) Wittgenstein.
l). Z. Das Reichs-Ministerium erlaubt sich hinsichtlich der Unterzeichnung der Note Vom Zten d. M. folgende Anfrage: Zwi- schen dem Namen des Hrrrn von Sternenfels als Brviillmächiigtcr der Königlich württembergischcn Regierung und dem des Herrn Jordan als Kurfiirstlich hksfischcr Bevollmächtigter findet sich der Name Dusch. Sollte, wie das Rrichs-Ministerium vermuthct, die- scr Name die Großherzoglich badische Regierung repräsentiren, so muß drrfllnterzcichncte sich die Bemerkung erlauben, daß für diescn Herrn eme Vollmacht bei der provisorischen Cerrtralgcwalt bislang
nicht eingegangen ist. Der Obikg e.
Frankfurt, 7. Juni. (Frkf. Journ.) Seit der Zeit, wo unser Rurnpf-Parlamcnt nach Stuttgart auswanderie, hat nn- sere Stadt eme etwas ruhigere Physiognomie angenommen. Die
. außerordcntlichen Vorfichtsmaßregcln, welche Von unserem Militair- . Kommando bci Tag und Nacht getroffen wurden, find auch vermin-
dert worden. Troßdcm daß kein Parlament in Frankfurt nichr tagt, kommrn dlzch täglich viele Fremde hier an und sämmiliche Gasthöfe sind überfulit. Dre Minorität der Reichsvcrsammlung, von wi'lc'her
menkiinfte unter dem Vorsiyc ihres [chien Präsidenten. Das Sa- rasinsche und das Waydsche Haus, welche von der Ocrfassunqgeben- den Reichsversanunlung gemiethct warcn, wurdc ersteres bis auf einige und lryiercs bis auf ein Zimmer geräumt, da deren Mietbe mit diesem Monat zu Ende geht. Die Summe, welche das Rumpf- Parlamcnt mit nach Stuttgart nahm, war klein, denn es befanden sich nur noch circa 3800 Fl. in der Kasse..
_ Das Armeecorps, welches an der hesfisch-badisMn Gränzc auf- geqtellr und bestimmt ist, gegen Baden zu operiren, wird durch 8- 10,0000 Mann bayerische, Welche heute und morgen daselbsi ein- treffen, und durch einige Tausend preußische Truppen von allen Waffengaitnngen auf den Zahlenbelauf von 25-30,000Mann ge- bracht werden, um dann desto ficherer und mit einem Schlage “der Revolution, wenigsiens in dicsem Theile unseres Vaterlandes, ein
- kommen,
Ende ma en zu können. Reisende weiche aus der R ein al cYeriéhtrn, daß die Besahurig der Festung Lanxaupxruß
aus 8-900 Mann besiebi, worunter beinahe 200 Offiziere sick? befinden.
Bremen. Bremen, 6. Juni. (Wes. Z.) Die heutige SiHung der Bürgerschaft brachte die Erneuerung dcr Debatte über die in v_ori- _qer SiHung von Seiten der Bürgerschaft beschlossene Neuwahl emes Abgeordnetrn nach Frankfurt, oder vielmehr jrßt nach Stuttgart, Der Scnat beantWortcte jenen Vkschluß in seiner heutigen Mitthei- lung unter Hinweisung auf die seit acht Tagen so bedeutend ver- änderten politischenVerhältnisse dahin, „daß er der Bürgerschaft dringend empfehle, fich dahin mit ihm zu vereinigen, daß der be- regtc Gegenstand vorab bon ciner Deputation fördersamst .in Berg- thung gezogen und darüber berichtet werde, wozu sch die silk dl? Beziehungrn Bremens zur deutschen Rcichsgcwalt bereits bestehende Deputation vorzugsweise eignen möchte.“ Der Antrag des Senats wurde schließlich mit eincm Von Herrn Koßenber bei Beginn der Debatte cvrniurll gefiillten Amcndcment: Daß die bctrrffcnde De- putation innerhalb acht Tagen berichten möge, angenommen und aiif Vorschlag dcs Herrn H. H. Meier dcr Deputation ausnahmsweise zur Brraihung fiir den vvrlirgenden Gegenstand noch weitere sech,s Mitglieder aus der Bürgerschaft zugescllt. Die Wahl fiel auf dre Herren: W. Brandt, Wischmann, K'oyenberg, Pastor Dulon, Eiscn-
*hardi und C. D. Seemann.
Nuslmrd.
Frankreich. Paris, 8. Juni. Den beiden Abgesandten, welche die Pfalz und Baden nach Paris geschickt haben, ist Vom Präsidentcn der Republik keine Audienz bewilligt worden. Eben so Wenig hat sie der Minister der auswärtigen Angelegenheiten empfan- gen. Aus Meß wird berichtet, daß sämmtliche preußische “Flucht- linge, welche sich an der Gränzc aufhicltcn, aus Frankreich ver- wiesen worden seien, worauf sich dieselben nach dem benachbarten Belgien begeben haben sollen. .
Dic gcscßgcbrnde Versammlung hält hcute keine Sitzung. Morgen wird sie die Loire-Wahlen Vornehmen, wobei Mgrtm Bernard dcn Kriegsminister wegen Verfrßung dcs Unteroffizirrs Henri, drr dcm General don Grammont gegenüber als Wahikarrdi- dat auftrat, von St. Etirnm' nach Afrika in die doriigcn Diszipli- nar-Compagnieen, zur Rede zu stellen beabsichtigt. „
Dcr Monitenr de ['Armée veröffentlicht folgendes Schm- ben des Kriegs-Minisiers Vom 30. Mai an die Generale der Di- visionen und Unicr-Tivisioncn:
„General! Die Wahlbewegimg hat ihren Einfluß sogar auf die Armee fühlbar gemacht. Durch die Ausübung ihres ihnen noch ncucn Stimm- rcchts smd die Soldaten , ohne ihrer Pflichten Zn vergeffcn , mehrere Tage lang von ihren Gewohnheiten der Ruhe und Regelmäßigkeit abgekommcn. Sie werdcn alle Ihre Bemühungen ausbieien, um zu bewirken, daß fie zu denselben zurückkehren. Sie werden ihnen sagcn, daß, nachdem fie gleich den anderen Bürgern ihre Stimmen abgegeben haben, ihr politischer Beruf zu Ende ist, und daß sie chi gänzlich zur Voniihrung ihres nicht minder hcili en militaikischcn Berufes zurückzukehrcn haben, rie Ehre nnd dic Interessen des Jauch nach außen aufrecht zu halten, daheim aber, allen Sireitigkriirn fremd bleibend, im Namen des Grscßcö dcn öffcnilichen Frieden gegrn alle Nnhesiörcr, wer fie auch scien, und unter Was immer fiir cincr “Fahne fie sch bergen mögcn, zu wahren und so die Freiheit Aller gcgen Zrdrn zn schiißcn; denn dies find die Pflichten, mclche das Land seinen brwiiffncten Söhnen auferlegt hat. Diese Pflichten können in zivei Worte zusammenge- faßt werden. Gehorsam und Hingebung an die Verfassung, Gehorsam und Hingebung an den Präsidenten ker chnblik, welcher das Haupt der voll- ziehenden (Hervaii ist, und an die von ihm kraft der (Hesrßc eingesetzten Militair-kachlshaber. Der brstc-Patrioi-ist, Wer dieses Grbot am meistcn achten wird. Diejenigrn, Welche dassrlbe vcrlrßrn, brgehcn cin Vergrhm gcgen ihr Land und werden grrechte Strenge auf üch hembrufru; fie jverdrn
viele Mitglieder hier noch weilrn, hält wöchentlich mehrere Znsam: “
ihre Uniform entehren, und ich, der ich mrincn Ruhm darein srße, dirseibe 42 Jahre lang, alle Grade durchgehend, grtragcn zu haben, werde dixs nicht dulden. Nm- dadurch, daß fie mit unrrsclrütierlichcr Bchakrlichkeit auf dem von mir bezeichneten Pfade fortschreitet, wird die Armee im Frieden, wie im Kriege, ihren glorreichen Ruf in seiner Reinheit beWahrcn Und die Stellung behaupten, wclche fie durch die Erinnerungen ihrer Geschichte in den Augen Frankreichs und der Welt einnimmt.“
Nach dem heute auögegebencn Bankbii'iletin ist der pariser chhselbrrkehr in der lehtenWoche von 53? Millionen auf47 ,680,! 184 Franken 90 Centimm gefallen. Eben so der DepartemrntH-Vcrkchr nm 2 Millionen. Die Vaarvorräthc sind dagegen in Paris um “2 Millionen und in dm Departements um “3 Millionen gestiegen.
Man Versichert, daß die Errichtung eines Lagers Von 25,000 Mann zu St. Maur bei Vincennes beschlossen sci mid ohne Ver- zug bor sich rchen solle.
Guizot sxoll hier sein, um ein Journal, Die Regierung, zu gründen. *
Tnfaure und Cavaigitac, die, außcr hier, auch in Departe- ments gewählt wurden, haben für lexztcre angenommen, so daß demnach für Paris bereits zwci Neuwahlen brvdrste'hen.
Großbritanien und Irland. Parlament. Ober- haus : Sißunq vom 5. Juni.“ 'Die Bill zur Verbessrrunq der Bankeroti-Gefehe wurde, nachdrm Lord Brougham die *darin auf Anrathrn des Lordkauzlers vorgenommenen Abänderungen aus- einandcrgcscyt, von neuem an dcn Audschuß Verwicscn. Lord Brougham interpcllirte anch iibcr den dänischen Krieq. Er habe immer gehört, daß das Verhalten dcs Königs vori Preußen in dicser Sache sich mehr nach den Ansichten der frankfurter Versamm- lung richte als nach seinen eigenen Wünschen. Er hoffe, daß der König fich cht von seinem gesunden Urthrile leiten lassen und die Feindseligkeiten einstellen werde. chcnfails wünsche er, daß Enq- lands und seiner Verbündeten Einfluß in diesem Sinn angewendet werde. Lord Lansdowne erwiderte, er habe Hoffnnngcu in die- ser Sache, sehr fich aber außer Stand, eine bestimmte Antwort zu geben. England habe sich mit seinen Verbündeten unabläsfig bc- müht, cinen Frieden herbeizuführen, nnd ihne cs nocli. -
Unterhaus-Siyung dom 5. Juni. Herr Hume sicllte, wie bereits erwähnt, heute seinen Anlra auf Arikdehmmg des Wahl- rechts auf Allee„dir cincn eigenen Zaushali haben, geheime Ab- rtmnrrung, dreixahrrgr Parlamente nnd gicich111äßigerc Einibeilnng dcr Wahlbezirke. Er erklärte, die Reformbill sei nicbt weit/qcnuq grgangru, wrshaib er eine Erweiterung der Volksvertreiumr vor'- schlage. Frriher habe England an der Spiße der freien Täudrr
' gestanden, seit den Umwälzungen des lch“en Zahrcs siehe cs zuletzt,
und doch zeige daß Beispiel des Festlandrs, daß auch mit aliacmci- nem -Wah1rcxhie dre niithigen konservatinn Elements in die Volks:- vrrtrc-tung kamen. Wenn man das gerechte Verlangen des Volks nicht befriedige, so werde man sich auf Zwangsmaßrrgrln und die bewaffnete Macht friihen müssrn, wie dics zum Tlieil nuch sckion ge1chehen. Bis jcyt sei das Parlament einc .Klasscn -Veriretung, und“ bevor es fich nicht mehr aus der großktt MUMM des Volks rckrutirc, sei auf eine Turcbfiihrung dll“ so "('th- 1vendigen Finanz : Reform nicht zu rechnen. ZM, W" ""“ ter 8_Millioncrt männlichcr Bevölkerung im miindigk-U Micr "m,“
820,000 Wähler slim, könne man nicht an rine Vertreiun ZU
ganzen Staats-Grmrinde denken. Er kam auch auf die YZLHL; heit der Wahlbezirke zu sprechen, zeigte, daß von den 6-