Amortisation Wurden ausgegeben 211770 „M., 111 den Reserve- 1onds sind 65605 («1 und 111 den (Frueucrungéfonds 438500 „46, zusammen „1110 502105 111-. zurückgelegt. Nach Abzug diescr Au§gaben 131111 2160099 „%. crgicbt sicb ein Ueberschnß von 573 800 „46. Dieser Betrag 1011 wie folgt verwendet werden: zur kaäbrung ciner Divi- dende von 310/11 für 16500000 «., Stam111-Prioritäts-Aktien 550000 „is., zur Zahlung der Eiscnbabnsteuer von 14,102 (“., zur 3111111113 dcr „111 die Mitglieder ch Verwaltungsratbs zu gewährenden Tantiémc 5500 „M, für chnmcrationen 4000 „E., als Vortrag auf UMC Rechnung 198 .,“ An Dividendcnsckyeinen der Stanmwriorifäts- Aktien 11111: rückständig für 1874 1%, 1870 50/43, 1877 50/9, 1878 4%, 1879 110/11, 1880 1210/11, 1u1am1nen 18 0/0. Die Betriebs- si1111ak1111c11 bstrugcn 111 1880 (3127 288 “16. gegen 5983 719 „46. 111 1879, die BetriebsauÖgaben 3420 308 9-6. gegen 3289 050 «16. 111 1879. Der ErneuerungÖfvndÖ beläuft sick) auf 1 525650 «46. (gegen 1363 647 «FC: 1111. 1879). Der Reservefonds zsigt cinLn Bestand 1011 34 553 «M gegen 95 400 „46. 1111. 1879.
Brieg, 19. Mai. An dem bkutc bier abgehaltenen Woll- markt 111117 6 Ctr. gkwasckwnc W011? 111111 1 Str. 1111g€1vasch€11c WoUe vvn RustikalkyesiWrn 311111 Vsrkauf gebracht und 11011 bissigen Kauf- [CUTCU gekauft worden. Der nisdrigste Preis gew111c11811cr WOÜe stcUtc fick) 11111 C1111ncr auf 135 „!(-., 1111118111a1cke11e Wolle auf 54 146. 11118 der Höchste Preis chasclxener WoUc pro Ccntncr 11111 150 «jk. 11111) 1111118- wYääctne WoUc auf 60 „17: Do1111111a1-W0112 War 311111 Verkauf nichk ge 8 .
Amstkrdam, 20. Mai. (W. T. B..) Bei 181" 1191111 111311181 niederländischenHa11del§gesc111cha11abacbalfcnenZneker- a uktion 1111111211 231 Barrels 511 27 1“; 281, 297 Boukant 311 27-2; 11 282 Cent. verkauft.
London, 20. Mai. (W. T. B.) In der gasfrigc11W011- c111111011 waren Preise [*81 121161 S111111111111g Unverändert.
Havre, 20. Mai. (W. T. B.) Wollauktion. 2308 B., VkaÜUst 1111111811 845 B. Matt; gestrige Preise:.
New = York, 20. Mai. (W. T. B. Baumw011e11- Woch*1n[*erick1. ZUqurcn in allen Unionsbafcn 42000 B., 521115- 111111 nacb (5510138111511111811 33000 B., 5211154111111 111111) 18111 Kontinent 29000 B., Vorrath, 531000 B.
Verkehrs-Anstalten.
Die Riaschk-Wjasma C11L11bas111 11111 1011 Vcrkakr 1611 “ccm 11. Aprik cr. wisdcr «1111161101111111'11.
_ Cin 1111111“ 16111 Titel „Bs 11111 cr A,B.C.“ 11118111 „KUrstreau des Ccntralbnrcaus 1111“ den Wclfwerkeßc“ 11011 Brasch 11. Rotbcnstkin bicr [1611rk111c1€§, 1111 Verlage der Central[111111951111111113 (Hugo Stéiniy, Centralbotew ersÖicnencs (11le ab cfisck) LÖ E11811Öa1111-K11rsbuck) [18111111111111111'11Bsrün, 1:1? durch 116 1111111111110? Ausdehnung dcs (311811- 11111111111'1712? 11111 111111161 1110131 11611181111611SÖWiLriakcith[*eiAuffindung “dsr „5111311151112, Bcstinnnnng der Fabrzcich 11111) Prcisc :c. 1816.11 und 11111) 111111111 311 überwindcn. Da§„B1*1111:1:1* A. V. (F." 91111131? (1116 121111111111 11'1V16 dic W1ch111Jst€11E11E11['01111111111011811 ch 1111111611E1111Pn 1111181 Bsrücksickytiéung dcr [*edsntsndcren Vädcr, anch WOM dicse 111cht an einsr Eisen 1111111 gelegen, gicbt 11116 Lags, nacb RLIichU11JÖÖc31rk oder Land 11111) die C1111vvh11erzab1, die E11tfcr111111g von NLTK?! 111 Kilo- 111118111 110111 dcm Abga11g§kn1111lwfc 101111? die Prcise 1ä1111n111chcr bier käUÜiÖM E11611l111111111111ctc 11111 Giiltigkeitßdancr, 81111111) dis Fabrzkitcn, 17. b. Abfabrt 11111 bier Und 521111111111 „1111 Ziel, Rückfahrt von dort 1111?- Rückkunft [*icr 1111. VM 1811 «Ufgcfiibrten 1111118311 6000 E11811kas111statio11c11 ist etwa dsr 119-111“ chil, 1111111161 111161111181“- kalb cines 111111161105 11911150 11111, 1112» 1111 1111 [1161111911 Verkehr wichtizsten 1abr1111111111ä111g, 111111111 111211161611 RVMM 3111911111111111118 (1e- ko111111c11, 1vä11rc11d kik Übrigen von diesen 1111118111111 11111). Auch die Pfcrdcbab111511rplä11c 11111 Tarife:, die Danwfscbiffabrtcn auf der Spree 11111 1:10 Drosck1k€11farisc 1111 Berlin 11111“ vollständig 11111116110111111811. Dcr (1111 11111 50 „Z gsstclltc Prcis (811111111181311111 cincr Eiscnbabnkarto Von Mittcleuropa, die 1111“ sicb 1111 Buäzbandcl" 1,50 „161 kostet) gc- stattet, das „Bcrli11crA.B.C.“ anch 1115 ngWciscr 111 dem 0111111ck611 3111111118) 511 bennßcn.
Amgckoxen
regelrcch1c11
Berlin- 21. Mai 1881.
Zur Hebung des deutschen Ausfuhrhandech.
Beirut, März, 1881.
Der Export aus Deutschland nach dem Orient unter- scheidet sich insofern wesentlich von dem nach ContrabAmerika, Australien 11. 1. 11). als zur Zeit die Ausfuhr für eigene Rcc111111ng (Konsignation) Seitens deutschsr Jndustrieüer nur noch für alt eingeführte und de11111ach d1trchaus bekannte Stapelartikel praktizirt wird, 113911 der Kampf mit den schnellerer Entwicklung des Imports deutscher Provenienzcn cntgegenstehendcn Schwierigke1tcn die Nothwcndi keit hervor: gerufen hat, vorzugsweise festz11besteUcn1111d die soßen Aufträge dah111 zu bedingen, daß Abwickelung erst nach Erhalt und Vr1'111111g der Waare zu cr1olgcn hat, so daß der eventuelle Rekurs gegen vom Aussender verschuldeten Minderausfall stets Xwahrt bleibt.
las die Qualität der von Deutschland nach Syrien ge- lieferten Waare anlangt, 10 ist dieselbe fast durch ehends als sehr Ering zu bezcicyncn, woraus jedoch den xabrikanten kein 1111111111gemachtwerdendarf. Jm (532111111118 zu früheren Jahren, wo selbst die schwersten 1111d besten Stoffe in Syrien getragen 1v111dc11,1st der syrische Konsument nach Maßgabe des stetigen Rückgangs seiner majcricllen Lage in seinen 2111: sprüchen nach 11111) nach sehr bescbcidcn geworden und be: 111111111 11ch11c11te mit dem Schlechteste", was die euroväische ?ndmtrie hervorbringt. _Scidcne 11111) wollenc Stoffe, früher tark begehrt, 111111 bis am die unentbehrlichsten Artikel décscr Waarcngattungcn, wie Satins, Tuche 11. s.1v., fast vollständig durch die ba11mwollc_11e11 Fabrikate Manchesters verdrängt worden und auch d1c1e_gclange11 hier nur 111 geringster Güte zum Verkauf. Unter 1olche11 Un-stän'ocn kann Deutschland, wxnn es überhaupt an dem stischen Geschäft theilnehmcn 111111, nur seine _ordinärsten 11d11s1riccrzc11gniffe auf den btengxen Markt brmgen, und es ist kein Fehlcr, wenn es seine Fabnkanyn det) Vedür1111ffc11 nnd Gcschmackßrichtu11gen eines 1eden Ab1asgeb1ctc's anzupassen sucht und so auch den 2111- 111ri1c111'11 dcr s11r1sche11__Konsumenten gerecht wird. Eine Schädigung der überseenchcn Kundschaft liegt offenbar nicht 111 der Lieferung germgcrcr Waare, so lange die Faktnren- preise in einem richtigen Verhältnisse zu ihr stehen, und daß die deutsche Wanke 1111 YUgemeinen preiswürdig ist, kann nicht bkstritten werdcn.
Dagcgen ist es eine bcklagenwerthe Thatsache, daß die deutschen Fabrikanten nicht immer mnstergintia liefern, daß die Aufmachung der Waatcn, das Gcsammtaussehcn und die Verpackung der1elben Vieles zu wünschen_übrig lassen,
Obgleich nun seit einigen Jahren 1111011 Fabriken ersten Ranges nnd in neuester eit auch minder bcmittclte 2115111111110 als rühmliche udnahmen de_s bedauerlichen “parsystcms auftreten, bleiben dennoch und 11'1r die Mehrleit der 1111 Syricn arbe1tenden kleineren Fabrikanten die o en hervorgehobenen und andere Mängel vorherrschend 111111 geben zu DYrenzcn zwischen Empfänger und Absender Anlaß, wxlche eßterem stets höhere, oft effektiv nicht gerechtfertigte Egnbußcn auferle en, und zwar deehalb, weil die Geschmacks- r1cht11_ng dcr e111zc 11211 Bestcücr so verschieden und capriciös (111111111, daß zur Verfügung gebliebene Waare, sclbß wenn 111 tm Moment dem neuen Reflektantcn gut passen sollte,
v_on diesem nur beträchtlich unter dem bei früherer güt- ltchex Einigung (fo ungerecht sie erscheinen mochte) erzielten Pretse erworben wird.
In Betreff der Verpackung richtet Üch die Hauptklage egen die zerbrechlichen Gegenstände, wie Glas, Porzellan, ? ayence, Kurzwaaren 11. s.w. Der hier häufig vorkommende, metst absurder Sparniß des ordinärsten Packpapicrs und weniger Stroheinlagen verdankte Bruch ist oft so empörend, daß troß der Bedingung „Bruch auf Gefahr des Empfängers“ ost Abzüge e1nacht werden, deren Berechtigung unmöglich zu w1der1egen it.
Schlecht gepackt wird namenilich in Sachsen, wo das Exportgeschä1t überhaupt in sehr mangelhafter Weise und oft n11t erstaunlicbsr Unkenntnis; der überseeischen Absaßverhält- n111_e gehandhabt wird. Der Vorwurf der lässigen Verpackung mfst aber selbstverßändlich nur einen Theil der deutschen Exporteure, denn aus der Rheinprovinz kommen z. B. vor- züglich gcpreßte Ballen, welche mit der besten englischen Ballenverpackung ohne Noth den Vergleich aushalten.
Auch die Ausführung der Kurzwaaren bringt fortgeseßt Au'sstküuugen, welchen französische Aussendungen ganz fremd blUben. _Form, Qua1ität und AUZrüstung stehen sehr oft 1111111, Or1g111a1muster weit nach. So werden die kleinen t1'11k1sche11„Fayence-Kaffeebeckxr 111cht konform geliefert. Hier st1mmt d1e vorgeschriebene Form nicht überein, da ist über verschrobene Qualität zu klagon, dort ist auf die Goldverzie- rung gespart und diese nicht mehr mustergetreu. Bei kleinen vecrgolyeten RahmewSpicgeln ist es vorgekommen, daß statt 111151111111 Mustxr, wo der Rahmen mit Tischlerleim zusammen- ge'fügt war, 1121 der Waare die 4 Stäbe von einem Klscks von 11111 zusammengehalten wurden und, da die Größennummern 11111311th und demzufolge größere Kartons verwendet warsn, lose emtrafen, weil der getrocknete Kitt dEr Erschütterung beim Tra11§p91t nicht Widerstand zu leisten vermochte.
Be1Manufakturen vermißt man nicht allein die geschmack- volle AuNüstnng, auch der Waare selbst fehlt häufig das von anderen Nationen Gebotene 111 Griff, Glanz und Appretur, 11316 Überhaupt 11le durchlebhafte Farben erzeugte wohlgefäüige E1_11druck. „So s111d z. B. für orientalische Tuche die Oester- xc1chex_(V1e11Z) 111121 am Appret weit überlegen; ihre Waare 111 Zr11ftg, 11113 geschoren, hart und glänzend appretirt und behalt demnach die für unsere Tuche unerläßliche Geschmeidig- ke1t selbst bei den ordinärsten Qualitäten, während die deut- schen Tuche, troß aller Vorschriften, meist langhaarig ohne festen (81111, ohne Lüstre und so we1ch appretirt auf den Markt kommen, daß 1h11en aUes Ansehen fehlt. Versuche, den schar- fen und, Hock) geschmeidigen wohlgefäüigcn österreichischen Appret 311japp11z1ren, bleiben seitJahren ohne Erfolg; in den meisten FaÜczn ist, dem brettharten Gewebe cin Anssehen unregel- mäßmer Mderlicher Verkleisterung aufgeprägt. Hier handelt es s1ch nun freilich um Fabrikationsgehcimnisse, welche schwer zxxfenthüllen sein mögen, indeß in Anbktracht, dag 111 Qua- 111at der WoÜe geringere Waare der Konkurrenznation unseren 1811111911 Qualitäten den Ran? streitig macht, 101112 doch etwas gejchelen, um diesem Uebe stande abzuhelfen. Ueberhaupt 1111118, dem Veredlungssystem der Wollwaaren 11011) 111 mancher H11111cht VLrvoÜkommnung dringend noth, wenn deutsche Pro- ve111enze11 herrschen sollen.
Ueber zu knappes Maß werden nur selten Klagen laut, dagegen 11111ß den Fabrikanten häufig der Vorwurf klein1icher Brettenmtnderungen gemacht werden.
„Fast 1119 werden von den Fabrikanten Reisende nacb Syrten gxschtckt, um sich über das hier Gangbare zu informi- ren 111111 1olche Waaren anzubieten.
Auch hier „werden deutsche Erzeugnisse unter fremder, 11amen111ch e11gl11cher und französischer Etiquette verkauft. Doch versuchen schon die hiesigen Kommissionäre diesem Mißbrauche zu bege nen. Wenn auc?) die alten Aushängeschilder, (11111) (10 88111111. ck|1)0€11s, (11711) (10 8115, 0115111111" 1301113011, wie überhaupt die mit Vor1icbe bei deutschen Provenienzen angewendeten fremden Beze1chm1ngc11, schwcr zu beseitigen sind, so ist man 111 Syncn doch schon ziemlich aufgeklärt über das, was die deutsch? Industrie leistet.
, D1e_Ben1xrk11ngen Nr. 11 und 12 der Enquete kommen wer we111ger 111 Betracht, weilMasseneinkäufe, wie die großen amerikgmschen Jmporthäuser gelegentlich der Anwesenheit ihrer Chefs 111 Euxopa bewirken, nicht in Aussicht genommen wer: den. Man 111 hier auf succesfive Bestellung von kleineren Posten deshalb angewiesen, weil mit einem höchst wichtigen Faktor, dem Jntcreffensas von 1 Proz. pro Monat gerechnet werden muß, andererseits aber durch eine oft sinnlose Kon- kurrenz Risiken entstehen, welche peinlich strenge Vorsicht für größere Einkäufe bedingen.
Sehr fü11111ar ist der Mangel _an großen in deandustrie- Centren qnsäsngenExport-Kommis11onshäuscrn, die im Stande wären, hterher zu gleicher Zeit deutsche Erzeugniffc der ver- 1ch1ede11sten Art zu 11efern, die 11111stcrko11sor1ne Lieferung zu 11bcrwachen, _fi'1r eine solide und zweckmäßige Emballa e zu sorgen, sonne für den Tranéport die biUigsten Mitte und Wege aufzusuchen. Während von 4 oder 5 englischen Kom: 1111111011shäuser11 a11e Fabrikate Englands bezogen werden können, braucht man ua;;ezu 100 Verbindungen in De11tsch= land zum Bezugs alle_r einer großen und kleinen Artikel, welche hier verkäuflich 1ind. Es liegt auf dcrHand, daß viele Mühe, Zcit 111111 Weitläufiakeiten gespart werden würden, wenn die hicfigen Häuser ihre Geschäfte mit Deutschland 111 wenigen guten Händen konzentriren könnten. Es ware des- halb sehr wünschenswerth und jeder überseeische vaorteur würde es gewiß mit Freuden begrüßen, wenn auch 111 Deutsch- land endlich das engltsche nnd französische System acceptirt wiirde, wonach ein Fabrikant ohne Schaden nicht gleichzeitig Exporteur sein kann.
51116 großer Ucbelsiand ist 119chcrvorzuhebc11, daß die Exporteure 111 Deutschland sich 111cht an strenge Pünktlichkeit gcwöhncn mögen. Zu klagen ist owohl über nicht rcchtzetlige Ansiendung der Muster für die estellzeit, als über unver- antwortlich verspätete Lieferung übernonnnener Bestellungen. Dcr Fabrikant fi irt die ihm nöthige Lieferfrist selbst, über- nimmt Aufträge ?ür einen bestimmten Termin, läßt aber hie und da rüclstchtsloo, vielleicht weil ihm inzwischen eine etwas vortheilhaitere Limtte eingelaufen, einen hiefigen Besteller Monate lang warten und zieht sch dadurch außer Unanne m- li keiten, Diavositionen, oft noch Scbadenansprüche und er: 111 te zu, welche ihn am bestrafen. Es _ist häufig vorgekommen, daß im Mai bestellte, für September fen zugesagte Licfcrun en erst 1111 Januar und Februar au69esührt wurden, wo ür natüxl1ch der durch Ablauf der VerkaufSpcriode geschädigte Emmängcr. wenn er die Annahme nicht verweigerte, sich ent-
sprechende_Vergüt_ung sicherte. Wie pachtheilig der Man cl anPünktl1chkcito1twcrdenkann, erfuhr 1ch, soschreibt der Eßef
e11_1es der qngesehensten hiestgen Häuser, an einer für die Ab: re1se_ der P1lgerkarawane nach Mekka ertheilten, bizarre Farben: sorttmente enthaltenden Bestellung, welche verspätet eintraf,
zur Verfügung blieb und erst nach LJahren gegen ein Viertel
d.“ 'Fa'kturenbxtrages begeben wurde. Deutschland ist egen d1e übrtgen Nat1onen schon an und für fich dadurch im Nachthei , daß
die Güter selten ganz pünktlich eintreffen und daß ungewöhn- '_
11ch hohe chndfrachten die Bezüge sebr vertheuern.
.Zur Forderung des deutschen Exporthandels erscheint es yyy AÜenz nothwxndig, „daß die deutsche Industrie fich dahin emtgt, „ M (111 ße gertchteten Forderungen, auf Kosten der Oualttat Pre1§m1nderung eintreten zu lassen, rund abzuschlagen
und gleichzeitig zu trachten, ihrem Ruhen feste Süße anzu- .-
passen. Ein 11euexArtik_el taucht auf und findet Beifall, tros- dem daß der Fabr1ka11t stch einen Nußen 111111: Gebühr gesichert hat, der es 1hm 1121 Erneuerung der Bestellung leicht macht, e1nemDrucke_auf den Preis nachzugeben, Bei der dritten Best€1111ng er1olgt neuer Druck des Bestellers und wenn er dem w1ll1ahr9n und den etgentlicb richtigen Saßseines Nußens festhalten 111111, muß er schon die Qualität, wenn auch nur unhedeytend abmmdern , wovon er jedoch nichts erwähnt, we_1l eme 1charf_e Konkurrcnz kleinerer Fabriken erstanden ist. D1e Waare 1n1113, 11111 den Vorsprung zu wahren, biÜiger werden; dßrßhtemge Besteüer verlangt mm die bereits verrin- gerte Qualttqt zu 11011) tieferem Preißsaße, wobei sich, Dank den stets bere1ten Fabrikanten AÜes wiede1holt und eine Anzahl kls111erer Zäre-métisrs den Hals bricht.
Zur Vexanschaulichung eines ähnlichen Manoeuvres möge Folgendes 1111311611. 311 den Jahren 1869/70 bezog ein hiesiges Haus, aus dediegenxr Quelle 8119131“ 810111 Socken vorzüglicher Qualtät, welche le1cht für 75 Piaster das Dutzend komptant vexkaufx wurden. Heute. ka1111 118128 Haus, Dank dem un- gluck1eltgen, wohl'haupt1äck111ck) von deutschen und Schweizer Fabmkanten adopk1rten System, „11111111 und schlecht“ eine dem Aussehetx Und dem, Gewebe nach sehr ähnliche, 111 Qualität aber aufsaÜend verrmgerte Waare 8111161 810111 Socken gleicher Verpackung und Et1quette 1111: 40 Piaster das Dußend bei 11121 [nes sßchs Monate Ziel in nichtssagsnden Posten und 1m111er 11111 gle1chem Nußen beschaffen. Anf eine Anfrage 111th1 Be1fügupg von Mustern erhielt das Haus aus Frank- rx1ch vor z1ve1 Monaten die Antwort: „solche Wanken fabri- z1ren mix 111cht, unsere 8111161 810111, wie Sie seiner Zeit zu 1021/._, Ptaster bezogen, kosten heute 1071/2 P.“ Auf nach Li- moge_s gesandte Typen der oben erwähnten Tassen Nürnberger Fabmkates kam dlc Antwort: „1331611 1813111 119, 8813111388 (111118 110119 1181119.“ Troßdßm 1111151 die französische Industrie und behauptet, wo xs auch 161, einen so ausgesprochenen Vorzug, daß es genügt, 111161111 welche Waare als französischss Fabrikat anzuprUsen, um ihr Vertrauen zu sichern.
Alx: ein großer, Krebsschaden des deutschen Exports ist nch) d1e Unzahl klemer'Gerne-Groß von Fabrikanten zu be- z11ch11en, welche, we,n11s1e 811) Paar Tausend Mark erspart haben. 1116 Exporteyre 1111ele11, 1n1t hie und da aufgefischten Adressen, je fremdarngsr O1? Ngmen, desto wiÜkommener, Verbindung anknüpfen und nut d1es€n oft aller soliden Basis entbehrenden Korrespondeyten' de11 fol1dere11Geschästen so lange die Geschäfte verderben, 131€; s1e__s1ch 1112 Flügel verbrannt.
Schließl1ch 1,11 le1der'noch zu konstatiren, daß der 211311113 d_e11tscher JndustrteerzeuKnffe in Syrien 111 den letzten Jahren exnen unverke_11nbaren ück1chritt zu Gunsten der Konkurrenz: [ander , 1pez1cll'E11glands und Frankreichs gemacht hat, und daß manche 11111121 rec11t_kurrente Artikel vielfach infolge ge- w1ssenloser QualuatSverrtngerungen ganz von den syrischen Märkten verschwunden sind.
, Se. Kaiserliche 111111 Königliche Hoheit der Kronprinz haben
„113 stellvc1*trctc11dc_r_Protckwr der Kaiser - Wilhelms - Stif- 1111111 für dcntch Invaliden bestimmt, daß die statuten- mäßige 21211a111111lu11g des Gc1a111111t11orsta11des (1111 Mon- tag, den 30. Mai 1881, Abends 611111, 1111 Zimmer Nr. 5 das Gebäude:; des dcntscbcn ?)kcickzzragcs bicrsclbst stattfinden soll, und 1111?» beauftragt, dieselbe in .Höäxstibrcm Namen zu berufen. Wir erlauben 11115 1111111511), dic gccbrtcn Horch Mitglicdkr des Gesammt- vorstanch 511 dicser Sitzung 11.1115 cracbcnst einzuladen. Tagesord- nung: ]) Erstattung des Jabrcsbcriäotö 111117 der Jahresrechnung Pro 1880, 101011“ (**-1111011111111 dcr Tcckmrgs, 2) W111 von Mitgliedern zum VerwaltungIauSsckyuffc.
Auf Höchsten Bckclxl: 21111111: Ucbcrrock.
Berlin, “(“en 14. Mai 1881.
Dcr Vcrwal1111111Ö-A1151111uf1 dcr Kaiscr-Wilbelnw-J111111111 1111“ Deutsche Invaliden. A. 11011 (71311.
Die .(1111'1'011111'1111'1' 11111“ Beläge 11111111 [*0111 16. d. M15. ab 111 dem Bureau, MnttbäikirÖstraßc 19, Z Tr., zur (7111111111 der Mitglieder 115 (Hesannnt-Vorstandes 11115. (71- wirk gckctcn, „Kenntnis; von den- sclbcn zu nehmen und etwaige Monitn 511 zic1*c11.
Der erste deutsche (Icogravkm'ntaa ist auf den 7. und 8 Juni 1. Z. 11.111 2411101 einberufen. An den genannten Tach Werden Vor111ittax1§ 1011 111-1 Ul'r Vorträge und Verhandlungen über Gc- 11c11stä11dc aus den vcrsäxickcncn Gcbictcn dcr Erdkunde stattfinden, wäßrcnd dic “31111111111151111111111111 von 4-0 Uhr den Fragc11 dcs- acuaraklsiscbcn 1111111111111?- acwidmct sein sollen. Vorträge werdcn 1511211 die Herren Profcfforcn 131. 3711'11r11; (Königsberg), 131. NEU* 111.11*c1 (135111111111), 111. Nein (Marburg), “ 111". Bastian (Berlin), 131. KirÖboff l-Hnllc), 01. Wagner (0361111111611), 13r.Me11:cn 11111: 111-. *Llscbcrson. Dic Siyungen finden 1111 Architektenbauü statt. 11.11115111'117111111 können für 3 117. in dcr Bibliotbcf dcr „Gescllsck'aft für Erdkunde", Xrickrich*östraf:c 191, odcr 1111 dcn S11:1111göt.1gc11 im Arclxitcftcnkmüc 111 (711111131111 (1010111111211 werden.
Mit ker 1119111111111 Auffübruna ker „Götterdä1n1ncr11ng“ 1111 Victoria-Tbcatcr endet der 111. (1111111 des „Ringes dcs Nibelun 11c11“ nnd 11111lcicb “1.12- (5531'1111161 dcr Fr. Friedrich-Matcrna.
- Zar. Ernesto 71111111 tritt morgcn 1111 National-Tbcatcr .112- 3111111110“ 11111 .1111 Dienstag „11:1 „Zk'vlok“ auf. Diese dcünitiv lcjztc Vorstellung findet 1111111111) 311111 Bcncfi; kak- 311'1111'tlcrö statt.
Im Flora=(1111b1111'c111c111 111 (cbarlottcnburg find (16111111 Nnä'tnittaa die L 11 f t 1 (bi fer(111,1É1111Jodard1111d Picrrc Crom- 111c1111 „1115 Paris mit ibrcm allon „1,11 ('am-319", 1500 0001 Gas faffcnd, eingetroffen. Dcr Ballon mit der Gondcl bat ein Gewicht von 700 k ', ric Gaslcituna 1111: 711111111111 dcs Ballons ist bereits scrtig 111111 t. und es wird mit der Füllung selbst morxcn, Sonnta1. Vcrmittaas 811111, bcgvnncn 111211111, 115111111 dic ??uffabrt Na * 111111111113 7111*r crfyl «*11 1911. Der Vallon 115111 8-10 Personen. “.*)kclkunacn 1111 Mitm rt Werden i111(?tal*111“11'1111'11t cntgcgcnacnommen.
Redacteur: Riedel.
Berlin:
Verla11 dcr Er_vcdition (Kessßfx 715111117211. Elsner. Sechs Beilagen einschließlich Börsen-Beilage).
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Erfte Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzciger.
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Yichtamtlichcz.
Preußen. Berlin, 21.Ma1. Im weiteren Ver- laufe per gestrigen (45) Sitzung seßte der Reichstag die zwe1te Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung auf Grund des Berichts der )(1. Kommission mit der Diskussion des §. 1001“). fort. Der Abg. 131“. Delbrück bemerkte, die frühere preußische Geseßgebung von 1845-49, welche 111 ihrer aUge: meinen Tendenz voÜkommen auf dem Boden der Vorlage einschließlich des §. 10013. gestanden habe, habe 1161 der Bil- dung der Innung vorausgeseßt, daß die Betheiligten 111 dßr Regel an denselben Orten wohnten, und daß nur Vertreter gleicher oder verwandter Gewerbe zusammentreten soll- ten, sie habe die Anzahl der Mitglieder bestimmt und habe für die Befugniß zum Halten von Lehrlingen und zum selbständigen Gewerbebetrieb Prüfnngen 13111- geführt. Die Vorlage sehe von dißssn Beschränkungen ab. Es sei auch charakteristisch, daß 111 derselben das Wort „Handwerk“ und „Handwerker“ nicht ein einziges Mal vor- komme. Aber die Sache gewinne ei_11 _vollkommen anderes Gesicht, wenn in dieses von dem früheren 1u11damental abwe1che11de System der Freiheitnun 111 der einen Ecke da?- Prinzip 1168 31111111: ges hineinkomme. Ueber die wirkliche Tragweite der Eingangs- worte des §. 10013. gingen die Ansichten weit auseinandcr. Dsr Adg. Stnmm habe sogar gemeint, 1181 Fall komme 11111" ganz vsreinzelt vor. Könnte er (Redner) diese Ansicht 111811611, dann könnte er sich wohl beruhigen, aber eZ würden auch die- jenigen Kreise, welche sich jetzt 1111: das Zustandekommen des Ge- seßes interessirtsn, sick) ganz unglaublia) getäuscht 111111811. So schwer auch eine Definition des Zustandes zu geben 1121, 1136157211 11111111 im Auge habe, wenn man einer Innung die 111 dee stehenden Befugnisse verleihen wolle, so könne er doch daraus 111cht 101118111, 111113 man die Erihcilung dieserBefngniffe 111 die Willkür dsr Verwaltungébehörden stelle, sondern 11111gekcl11t 10116 man 111 81112111 solchen Fa11€ von der ganzen Sache ab- stehen. ES 121 gestern die Frage aufgeworfen worden, 01) 6111 Holzarbeiter, der Gegenstände der Kunstinduftrie fertig?, nach der Vorlage in die Drechslerinmmg aufgenommen werdsn könne? Der Bundeskommiffar habe die Frage verneint. Er 111161119, ob derse1be “damit auf hem Boden der Vorlage sich?. Die Vorlage [affe es zu, daß stch eine Innung der vereinigten Holzarbeiter 1111119. Daß aber zu den vereinigten HolzarbeitUn demnächst auch der Kunstdrechsler gehöre, sei ihm zweifel: hast. Es heißé im Gesetz nur, die Innung 10119 einen Namen habßn, der sich von dem anderer Innungen unthscbeidc, der- selbe könne ganz aUgemein sein. Wenn_ die Sache so stehe, so glaube er, daß die Ausdehnung der Bemgniffe des §. 10013. in Bezug auf den wirklichen Großbetrieb gar nicht verhindert werden könne. Das; ein Fabrikant von den Wirkungen de_cZ Gesetzes ausgeschlossen sei, 161,11irge11ds festgeseßt. Für 1116 eigentlichen Fabrikanten habe 11188 nicht viel auf sich, da 118 meistens keine Lehrlinge hätten. Ader zwischen dem Hand- werk und dem e1ge11tl1chen Großbefrieb lägen eine Anzahl Zwischenstufen, in denen überwiegend Lehrverträge geschlossen würden, 1111?) die Betheiligten ständen hier vor der Alternative, entweder in die Innung c111zut_rcte11, was sie , wie er glaube, nicht bloß aus Leicht1ertig- keit oder Hochmuth , sondern aus ganz gerechtfertigtc11 materiellen Gründen ablehnen möchten oder ihre Lehrlinge in die 1111u11 eintreten zu lassen. Das lcßtere würde gerade das egem eil sein von dem, was der Reichstag gewollt habe, als derselbe das Geseß von 1878 über die Lehrling6ver ält- niffe votirt habe. Dieses habe die entschiedene Ten _e11z 111 aklen Betmeben gehabt, die nicht eigentlich Großbemebe seien, die Lchrlingßverhältnisse aufrecht zu erhalten und unter eincn geeigneten Schuß 311 stellen. Wenn der Ab . Stumm
emeint habe, daß der Reichsta sich einer In onsequenz chuldig machen würde, wenn de elbe den §. 10012. 9b1eh11e, nachdem derselbe den entsprechendc11 Saß der vor]ä_l)r1gc11 Anträge angenommen habe, [;o d1ffer1rte11 doch,_d1e da: maligen nnd heuliacn 111 se r erheblicher Wene. _ Im „E;. 97 sei aus edrückt, daß die Jpnyngen 'nicht am „den Ort beschränkt eien, sondern daß nc m Bezwhung auf tyre AusdeYnung unbeschränkt seien. Nun entsteohe d1e__§'ra.gc, wie ge chehe es, wenn in einer kleineren er1sstadt 11 e111e Innung bilde, welchc ihrerseits das Bcdürfmß e111pfi11de,'s1ch über das platte Land des Kreises auozudehnen? .Er se1 111 Verlegenheit, diese Frage zu beantworten, möchte xedoch nach der Tendenz des Geseses annehmen, daß man „mehr gtrade
eng verfahren werde mit einer Handxverkerabsnmmung auf
m platten Lande darüber, ob ejne Netgung zum Anschlusse an die 111 der Kxeisstadt befindltche, J11n1111g vorha11de11 121. Er unterstelle, daß die Innungen, d1c s1ch 111 der Krussiadt 1:- bildet hätten, ken Bestimmungen de6§.1001“-.cntsvräc?lcn_. 11: siehe es 111111 aber mit den Landhandwerkcrn? Selb 111 per alten Jnnungßzcit seien diese frei vom In1111ng§zwa11g. Dwse Gewerbe n1111 bcdürsteu durchaus der Lehrlznge, fie _seien aber außerordentlich schwer in der Lage, an, 1rgend emem Vor- theile der Städte T 11 zu nehmen. S1e könnten wegen der Emfcrnung kaum 11 die Jnnunßversaxnmlungen kommen, ebensowemg könnten fie ihre Lehrlmge 111 die Fprtb11dungs: schule schicken. Die Sache wiirde dann darauf h1nau619ufe11, das; diese Landhandwerker gezwungen würdxn, nachträgltch d1e Meisterprüfung u machen. Ob s1e fie be11ehen,würden, 2Zei eine Frage für Sich. Dos Ende des Ganzen set: große “e: schränkungen für den Betrieb des Handwerks auf demsLande 0 ne irgend einen entsprechenden Nasen. Hätte s1ch 'die
orlage auf den Ort bei ränkt, so mare ja dzese Fuge überhaupt nicht zu lskutiren. Er könne h1er:
1 ein ' ländliches Gewerbe, das der Müllerci, _mcbt unerwähnt lassen. Eine roße Anzahl von_ Gutsben ern 111 den preußischen östlichen rovinzen trieben d1e MÜUere _nc- werbsmäßig und selbständig. Sie würden, 1_ven11 s1e 1115111 éofort beitreten würden, durch das Geses in d1e Nothwendm- eit versest, fiL prüfen zu lassen. Was die Franx der Ge- Ehrlichkeit der sache betreffe, so werde 'edeJn111111n111r ganzes
cstreben dahin richten, die MYM" e aus § 100 „111 _n- halten. Sie werde sub da r ühe eben, d1e Enmch
lungen in Bezug auf Lehrt ngsverhältni e möglichst gut zu
Berlin, Sonnabend, den 21. Mai
treffen und werde fich dann an die Behörde wsnden mét dem Antrage, ihr die Besygniffe zu ertheil€11. Daß dadurch die Behörden zu mel beheÜigt würden, darauf komme es nicht an, aber werde es:- wirklich 1111131111) 1111: die Verwaltung 16111, wenn fie zu'wählen hätten, entwcsder 11111 einsr gewissen Milde 111 den Amorderungen diese 2311119111116 311 erttzeilen oder braven Leuten, die sick) 11161 91111116 gkgeben 111112211, 3112111111211, was nach ihrer A11ficht das Gesetz vor- schreibe, die Befagniffe zu versagen, deren (5511118101111) sie 111?- ein Recht beansprnsnen zu können glaubten? Es werde durch Annahme dicser Bestimmung ein Ferment 111 die Innungen hineingeworfcn, wolches nicht zum Nußen des GLWLUÖSS und Gemeinwohch gereichen dürfte, und deshalb bitte er, die Be- stimmungen des §. 10013). abzulehnen.
Ter M15. von Kleist-Reßow konstatirw, daf; dcr Ha11111- 911111111111) 11133 Vorredners der gewesen sei, daß eine 1char1e Grsnze zwischen Fabrikation und Handwerk 11111 nicht ziehen lasse, und daß 1111111 deshalb die 1111: den Fabrikationsbetricb völlig 111111901111181811 Bestimmungen des vorliegendsn Para- graphen nicht annchmen dürfe. Es sei dich ein Vorwand, 1161.“ von dem Liberalésmus sehr häufig benutzt werde, und 111 1121 deutschen Geseßgcbung schon die 1111561111001"th Folgen gc- habt habe. Es liege in der Natur der Sache, 111115 die be- stehenden OrganiNnen des öffentlichen Lebens da, wo 11? sich berührten, 921111112 Grenzverschiebungen erlitten und_111 6111- ander übergingen; solle aber da?- Geseß 1122111111) 111918 beiden verschiedenen Organismen 1111151111211 und nach einer 8111- be1tlichsn Schablone behandeln? Man habe dieselbe Argumentation 11111111: bezüglich der Unterscheidung von Stadt 11111) Land geltend gemacht, weil fick) die GrenzZ zw11che11 städtischen und ländlichen Verhältnissen an gew111€_11 Orterz schwer ziehen 111111), und bis unselige Folge sei gewe1e11, 111113 man ganz verschiedene Dinge noch derselben Schablone 1111111111- delt und dadurch die größten Mißstände herbeigeführt habe. Im Großen und Ganzen sei die Fabkikation vom Handwerk 16111: wo111 511 scheiden, und man brauche gerade _hisr die B2- denken dcs» Vorredner?» um so weniger zu berücknchtigeu, _als d1e Fab1ikation meist gar keine Lehrlinge habe, sondern noh 181, wenn daS Handwerk ihr tüchtige Kräfte aUsbilde, und das Handwerk gar kLM Interesse daran habe, “die Fabrikation 111111111 Jnnungßrecht hineinzuziehen. Derartige künstlich konsirmrxe Konflikte, die sich 111 der Praxis sehr leicht lösen ließe", dürfte das HauS nicht veranlaffeu, eine Besti111mu11g aus dem Gesetze zu «1111111211, die dem [extercn seinen Ha11p11verth gebe und es erst in vollem Umfange Wirksam mache. In dem Kampfe gegen di? gefährlichen Bestrsbungen der Soz1a1- demokratie sei es eine der schärfsten Waffen, wenn man dre Bedürfnisse des kleinen Mittelstandes zu befriedigen nnüe und dem Handwerk eine feste Stüße gebe; er bedauere deshalb, das; die Regierung in vielen Punkten ihrer Vorlage [nnter den im vorigen Jahre aufgestellten Forderungen des Reichs: tages zurückgeblieben sei. Nur durch eine feste Orgamfatton könne das Handwerk widerstandsfähig gemacht werden gegen die Konkurrenz, die es mehr und mehr zu vernichten drohe, eine solche Organisation aber lege naturgemäß den Betl1e111gth, nicht nur den Lshrlingen und Gesellen, sondem auch den Msistern selbst sehr erhebliche Beschränkungen 11111, 111111 hes- halb sei es nothwendig, daß das Geseß den Innungen eme SteÜung gebe, welche mit jenen Beschränkungen aussöhne und den Beitritt lieb und werth mache. THM ma11_ dxes nicht, so sei die unabweisliche Folge, daß man, um d1e 1111 öffentlichen J111crcs1'e nothwendige Organisatwn aufrecht zu erhalten, schließlich doch Fu obligatorischen Jn111111ge11 1111er- gc en 11111110, wclche die inke Seite d1e1es Names fo ent-
sch1eden bekämpfe. Zur Entscheidung der “rage, welxhen Innungen die 1111 §.1001Z. a11fge_1ührte11_ echte gewahrt werden sollten, habe seine Partet vorge1chlagen, allge-
meine Normativbestimmungen zu erlassen, deren Erfi1111111g jede Innung berechtigen sollte, die Uebertxagnng 1911er Privilcaien zu beanspruchen. Die Reg1e111ng_ habe dies für unmöglich erklärt, weil die Q11a11f1k1111o11 der Innung 11ur nacb den lokalen Verhältnissen bc11rthetlt werdcxn könne, und d(shalb habe sie die Forderung des Gesetzes dahm formulirt, daß die Thätigkeit der Innung auf 112111 Gebuxte dcs Lehrlingswesens sich bewährt haben müsse. Mtt 119112111 Rechte werde biergcacn eingemendet, daß zur E1ttsche11111nsx darüber, ob diese Thätigkeit slch bewährt habe, der_ Ablau vieler Jahre erforderlich sei, er glaube aber 111111, d_a1; aeradc 1111: eine erfolgreiche Wirksamkeit der Innung d1c Nochte, welche ihr nach §.1001'2. gegeben werden 1311111111," 11nc11111el1r- lich seien, und somit komme man 111 einen o1t1osen_Z1rkel, dex dahin 1111111, daß die Abfuhr dcs Geseses gar mehr zur Verwirklichung gelangen könne. Um diesem Uebelstande ahzu: helfen, habe er sein Amendement gestellt, 111selches emer anung die in Rede st_che11de11 Rechte „gewahr'e, ,sobgld 12 „nach Umfang, Organi1ation und Thät1gke1t d1e Gfewalr für die Erfüllung der 111 §§. 97 und 97.1; gedachtxn Zwo e biete.“ Die Forderung des Geseyes, daß 21111111 Monster,. wcl- cher fich der Innung entzziche, dte Annahme. von Lehrlmgen verboten werden könne, ei durchqus berechttgt. _Möge der- selbe immerhin 111 technischer Vezwhung ein tüchttger Lehr- meister sein, so dürfe man doch nicht vergessen, vgs; das Vcor- hältnis; zwischen dem Lehrvexrn und dem Lebrl111g auch cm sittlicbes sei, und daß ein Me1ster, 17er fich hc11Psltcht1n gegen sein Handwerk entziehe, 111 dieser Hmfichtkmcht dic wünscheys- werthcn Garantien biete. Ueberdies schädtge c1111o1chcr Meiner zuglc1ch seine Gesellen und Lehrlinge, mdem. derselbe 11111e11 das Recht der Benutzung des Sch1ed6ger1chts und anderer 1111s11chcr Institutionen der Innung vorßnthalte. Wenn die linke Seite déeses'Hanses diese chunmffe des §.10()1-3. als unzulässi-e Pr1v1legien bezeichne, so geschelTe dies 11111, 11111 déc volle 11gebu11denbcit 11 rechtfertigen, !) e die linke Seite selbst anstrebe. Eine Bes ränkung sci dur? das öffentliche Interesse geboten, und der kleine Nachthe1, welchen eine solche, bei jcdemogexneinsqmen Zusammenwirken nothwendige Beschränkuna 11111 1111) brmgcn werde -;- ebenso wie in der Ehe - bei weitem überwogen durch. d1e danut er ieltcn Vortheile. Nicht seine Partei, sondern dw L_iberalen sekbß verlangten Privilegien, indem fie jedem Mcnter das Recht geben wollten, nicht nur fich selbst, sondern auch seine
LZZ1.
Geséüén 111111 L11111111ge den im öffentlichen Interesse für das Handwexk gesch1ffenen Institution-Zn 7.11 entziehen.
' Der Abg. 131. Löwe (Bochum) erklärte, die konservativen M1tgl1eder béhczupteten, daß sie obligatorische Innungen nicht wollten, 11111121 1131 aber 1111 ganze?: Streben dahin gerichtet, den Jnmzngßtx 1011118 Vortheile und solche Herrschaft einzuräumen, daß 1ch11e1511ch dock) jedér Meister zum Bsitritt gszwungen sei. Die Vorzüge 6111er 101che11 Organisation verkenne er keines- wegs, cr, 1111111118 „1111531, 111€; die Tückytigkßit derselben 11111) die Er101ge 111161 W11k1amkcit (1112111 genügen müßten, (1116 (He- rrxerbetreibeyden Z'Zx Theilnahme hßraanziehen. Wenn man d1e_ 1311115111112 Le11111ngsfäl11gkcit dLS freien G2n011'e111'chafts- 1118121191118 2111116111119, 10112 man dann daran VSrzweifeln, da[; es anch 11111 dem (312111211. der gewerblichen Organi- 111111111 gslingen werds, ohn»: Polizei und 11112111 (111-:; der freien Ent1ch111ß11ng dsr Gewsrbetreibenden 1211111 zu günsti- ge1_1 ResUlLaten zu kommen? Er empfehle deSHalb in erster L1nie die Ablehnung des ganzen §. 10012. Sollte das Haus troßdem die BcftimmUng annehmen, daß dem Mßister, wslcher der Innung nicht beitrete, die Befugniß zum Halten von Lehrlingen entzogen werden könne, dann bitte er auch, den von 111111 beantragten 31111115 anzunehmen, daß die In- nu11g§111eifter sclbst in Bezug auf die Zahl der Lehrlinge be- 1chré111k1 würden. In der AnSnußung biüiger ArbeitHkräfte, wie fie die Lehrlinge böten, liege ein großer materieller Vor- theil" wenn man also auf der einen Seite durch 11811 Aus- 1chl111 der Meister, welche der Jnmmg nicht angehörten, viele tüchtige Léhrlxrren der Ausbildung von Lehrlingen entzöge, 11111118 1111111 anderérssits auch dafür sorgen, daß nicht schlechte Jn111111g§meistcr die Kraft der Lehrlinge ledig1ich für den eige- nen Vorthxil ausbcnteten und durch einseitige Beschäftigung ohne Rück11cht auf ihre aÜseitige technische Ansbildung sie zu einem 111013211 mcchan11che11 Werkzeug berabdrückten.
_ Der Abg. 131. Reickzensperger (Olpe) erkärtc, dis Auf- 1c1ff1111g, daß die Handwerker einer Erweiterung 111“ 2161115111116 der J11111mge11 111111111111111111111) gege111'1bsrstä11de11, 11316 von der [inkcn SEUS immer hervorgehoben werde, 121 durcha11s irrig. Jm Gcgentheil nähere man 1111) jetzt sogar 1112111: 11111) mehr dem Gedanken der Zwangsinnungen. Eine Stärkung de?- Jnnungswesens [affe 1161) noch dadurch erreichen, dasz die In- nungen 111 die Stadtverwaltung hineingezosen würden, wozu die Städteordnung die Hand biete. Die Blüthe dcs Hand- wsrks 1nfrül1er€r Zcit hab€ gerade darauf beruht, daß die Innungen an das Stadtreaimsnt gelangten. Mit der Blüthe der Jmmngen sei der Wohlstand und die Macht der Städte selber Hand in Hand gegangen. Auch 11611113 müsse es sich demnach darum handeln, die Innungen rationel] zu organifiren.
Der Abg. 11011 Kardorff konnte in der Empfehluna diefes Paragraphen nicht so weit gehen, wie sein Freund Stumm. Er sei der Ansicht, daß schon die 111 den Nummcrn 1 und 2 enthaltenen Vefugniffe ein genügendes Kompelle zum Eintritt 111 die Innung enthielten. Dagegen würde er der Bestim- mung, betreffend das Lehrlingswefen, denn doch obligatorische Innungen vorziehen. Bei dem größten WohlwoÜen der Ver- waltung könnten doch 111 dieser Boziehung Fehlgriffe vor- kommkn, die 011311 großen Aergernissen Anlaß geben und der Stärkung des korporativen Geistes schwer schädiaend im Wege stehen würdsn. Ec bitte, den Antrag Kleist, sowie die Nr. 3 abzulehnen.
Der Abg. 131. Baumbach bemerkte, auch er hoffe, daß es gelingen wcrde, die Nr. 3 zu streiche11, 11111 10 mehr, als die: selbe 111 der Ko1n1111ssio11 mit nur einer Stimme quorität angenommen sei. Er beantrage deshalb, Übcr die 3 Ziffern getrennt abzustiunnen. Der Abg. Stumm habe die Sache so dargestht, als ob sie gar nicht die Bedeutung 1111111“, welche man 1hr,vindizirc. Er alaube aber, daß gerade Zincr 3 den Zwang 111 einer Weise sanktionire, daß damit die „Zwangs- 111111111g 811118 11111350“ etablirt sei. Bei allem Vertrauen, .das er für seine Person denVerwaltungsbehördcn entgcgc11br111ge, meine er doch, daß dieselben durch diese Vcsti111m1111g sehr oft in eine schr prekäre Lage kommen würden. _Einen Vorge- schmack von dem, wie dieser ZwangEParagrapb 111Ha11dwerkcr- kreiscn wirken werde, zetge das neuerliche Vorgehen der hie: sigen Bäckerinmmn. Nun sollte man 111c11_1c11, das; eine solche J11111111x1 doch 111011111112116 Vorzügligkges 11111 gc1vcrblichcm_Ge= biete leiste. Auch das scheine 111de11en nicht der FaU 311 11111; denn nach dem Etat der genannten Innung wcwc der größte Theil der im (3311115011 9780 „46 betragenden Ei1111a11111911 durch Gehälter und Repräse11tatio11skosten verschlungen, während für gewerbliche Zwecke nur minimale Aufwendungen gc111achtseie11. Tie Bli'nhe dcr Gewerbe hänge a11ch keineswegs 111111 der Schaffung korporatloer Innungen ab. Das 1Je1vc1fe d1e loste Berliner Gewerbeausstcllung. Die Holzindustne habe 77 Auß- steller gezählt, wovon nur 21311n1111gsgenoffc11 gewesen setqn. _Dte Thonindustrie habe 11111crih1e1148 AussteUern nu_r 1111211 c111z1ge11 Innungögenoffen gehabt. Kurz: und Galantcrtewaaren hätten 147 ausgestellt, dmuntcr 39 Innungsgenoffen. Jm *Ga11ze11 habe sich das Verhältnis; der ausstellendc11 Innungsnntalteder zu der Gesammtzahl der Aussteüer w1e_4 31181 111119111. Dennoch habe dicse Ausstellung glänzende Nemltatc q111gc1v111c11. Auch die Berliner Lebriingßaußstcüuna habe „gezemt, 11111; 111 liesigen gewerblichen Kreisen Vorzüglich“; gclctstct 11311171, m_as elbst 11011 der „Norddeutschen Allg. „“eit111111“„ ko1111at1rt 191. Der „Reichsbote“ hätte allerdings 111 t umbm gekonnt, m der Lehrlingsausstellung ein Werk des Manchestcrthnms der Berliner Stadtoerwaltun zu crbl1cke11, das .I.“ dem Zweck 1116 Leben gcru?e11 sci , 11111 11e11_e11 d1e1e Vorlage Stimmung zu machen. In Wahrheg habe jene 211161th111111 cincr Anregung des „Handels- Ministcrs ihre Entstehung verdankt, der 11115!) zu derselhen einen Zuschuß von 300 146 gezahlt babe,_ wahrend 1121 *111- schuf; der Stad: 1111) (1111 4500-17: belamen habe. Tte In- nungen hätten nUcrdings' für hie A116s1e111ma _kcincn rothen HeUer gehabt. Man meme, d1e Lchrlmgßausnellupa _habc gezeigt, daß die Lehrlinge nicht mehr m dem ganzen Umrange dcs (Hewerkcs unterwiesen würden. Das sei aber auf die Ar- beitexthcilung zurückzuführen, die fit? als ein volkswirtlpschaw liches Gesch darstelle und durch Ge cßeopara rapbcn man be- scitigt wcrden könne. Was die Petitionen bctre x, die zu Gunsten dieses Gescscs eingegangen seien, 10 müße er gesehen, daß er auf