in Zahlen kaum bock) genug anzuschlagenden Verlustes, welchen der [ange Winter und die wilde Spkkulation anderen Geschäfts- zweigen zugefügt, minder Künftig, und wir müssen es als ein großes Glück scbäßen, daß, als t,eilweise Entschädigung, die von verspätetem Eintritt günstigen Weiters gehegten Befürchtungen sich als unbe- gründet heraussteÜen, Die aus fast aÜen Theilen der „Union vor- liegenden Berichte [affen auf einen Durchschnittsertrag unserer Hau t- produkte hoffen, es werden demnach, falls die Elemente bis da in keinen Schaden anrichten, im kommenden Herbst, wie im le ten, die wichtigsten Vorbedingungen allgemeiner Prosperität vorban en sein. Dennoch dürfen wir darauf, selbst im glücklichsten FaUe, nicht sicher rechnen, denn in stärkerem Mai:? als irgend eine andere bandelétrkibcnde Nation leiden wir an einem Uebel, das die bcstmotivirtcn Konjekturen nicbt elfen zu Schanden niacsdf, nämlich an einer oft in wiidesteS azardspic-xl auZartenden Spekulation. Chicago ist der Hauptsitz dicses Uebels und als solcher um so gefährlicher, aks &? dcr Stapelplatz für Brodstoffc und Provisionen ist und den Schlüssel zu den nach dem Osten führenden wichtigsten Land- und Wasserstraßen in Händen bat. In einzelnen Branchen Hat sick) am Waarrn- und Produktcnmarkt diese Woche etnms melir Leben eingestellt, im Ganzen genommen läßt das Geschäft aber viel zu wünséhen übrig. Das Exportgeschäft in Brodstoffcn batte wieder stark durch die fortgesetzte Hauffe- Spekuiation zu leiden, und da nur Wenige Ordres zur Ausführung gelangen konnten, wurden nur zwei Fahrzeuge für vvüe Ladungen geschlossen; andere Frachien, mit AuZnahme Von Petroleum, Wofür sick) ziemlich viel Bechr zeigte, Waren ebenfalls matt. BQUMWOUL War soniohl fiir disp. Waare wie auf Termine stili und niedriger. Rio Kaffee sowic West- und ostindisck)e Sorten waren fast gänzlich vernachlässigt, Das Géichäst am MarktfürRohzuckcr bewegte fick) in ziemlich cngen Grßnzcn, Preise verkehrten jedoch in zic'mlick) festLr alfung. Schmalz konnte tro [ebHasten Export- begebrs die hö stenNotirungcn der Woche nicht [)2 aupten' Schweinc- fleisck), Speck und Riudflcisck) ruhig. Dcr Ho icnmarlzt war stili. Harz behauptete bei knappsn Vorrätöen letzte . oiirungen fest, wäh- rend Tcrpcntinöl in Folgc starker Zufubrkn im Preise gewichen ist. Raffinirics Petroleum prsiHhastcnd Und fest. Die Bekcbung des Ge- schäfts in fremd en M anufaktu rwaaren Hat writcre Fortskhritte gemacht. Dor Import fremder chstoffc bstrug fiir die beute bccndete Woche ] 231 817 Doll. gegen 1875 502 Doll. in der Paraliel- wochs dcs Vorjabres.
London, 19. Mai. (W. T. B.) In der gestrigen Woll- auktion Waren Preise bei fester Stimmung UiMrändert. '
Havre, 19. Mai. (W. T. B.) Wollauktion. Angeboten 2146 V., Verkauft wurden 1528 B. Das Gcschäft War in Folge Von Konzcsiioncn Seitens der Vcrkäufor bciebtcr.
Wasbinaton, 19. Mai. (W. T. B.) Nack) Ansiibten der Beamten des SchaYamtcs ist die ganze Saris 60/0iger Obliga- tionen bis auf etwa 10 Miiiioncn Doll. zur Konvertirung gcgen ZH 0/0 cingelicieri wvrden.
Verkehrs=Ansta1ten.
Kursbuckv dcr dcutsckzcn Reicbs-Postiscrwaltung. Bc- arbeitet im Kursbureau des RcichZ-Postamts. 15. Mai- 30. Juni 1881. Berlin, Julius Springer. Preis 24“: Dasselbe enthält auch schon die Fahrpläne Bayerns, Württcmöcrgs und der SÖwciz vom 1. Juni. _ Die Rücksichtnahme auf die jeßt beginnende Reise: und Badesaison prägt sich überall in danabrplänen und wickytigcn nenen Beigaben aus*. So finden wir darin cinnech umfaffcndcs Vcrzeickmißdcr Bade- und Kurortc in Deutschland und dcnaiigrcnzcndenLändern nebst Nachrichten über die Reiscvcrbindunch diescr Orte, &ck& eine Uebrriicht dcr Rnndreisc- mid Saisonbiiicts mit ausfiihrlicbstcn Angaben iiber Zeitdauer, Preise, Gepäck n (1. m., cinVerzeicbniß dcr Verka11i§stcl1cn fiir Rundreise: und SaiionbilictÖ, cine Uebersicht dcr Bricfrost- und Rciscvvrbindungcn zwischen Berlin und den bedeutend- stsn Orten Europas, ivclchc iämmtlicb mancherlei Veränderungen auf- weiicn.- Von ncucn 11*icktigcn dirckten Vcrbindungcn beben wir besonders die Linir Berlin-London fia Vlissingen bervor, auf der man London in 23 St. 48 Min. erreicht. - Die am Schluß jeder Abtiieikuna acacbcnc Ucbcrficbt dcr Reisewege ist eine zweckmäßige, für schncllc Oricntirnng [*ssondcrs geeignete neue Einrichtung.
_ AUS Luzern schreibt man der „N. Ziirck». Ztg.“: Wie der Telegraph [*crcits gcmcldct bat, ist mit dein Prato-Kekir-Tunncl am ]6. d. M. Morgens 8 Ubr 10 Minuten der letzte Tnnncl dcr Gottbardbabn dnrciiscblagcn worden. Dieses Ercigniß ist von nicbt ;u nnterscbä xcnder Bedeutung, indem damit die letzten CizWUtliÖCU Vaiiscizwicrig citcn glücklich beseitigt sind und der akrinae vcrbleibcnde Baureit cincr raschen Vccndiguna cntacgcugciübrt werden kann. so zwar, das; e:“; cin Lcikistcs icin diirfte, dcm Proxirmnmr mit Eröffnung der Babu im Juni nächsten Fabrcs bcdcntcnd voran- zukommen. Fiir die zukünftigen Vcniijzcr dcr Babu dürfte dak*cr der Moment chomnicn icin, dic nötbigcti Vorbereitungen für gcbörigc Ausnüixmm dcr dnrch dcn ncucn Vcrkcbröwca sicb eröffnenden Vor- tiwilc ;u trcficn. -- Ami) der 924 m lange I.]?aisagiw=T111111cl, dicht, [*ei Lugano, ist Montag Nachts durcbsck'lagcn worden. Die Zaki dcr Tunnels- an der Gottkardbabn beträgt, wie der „Vund' icbrcibt, nicbt weniger als 49 mit cincr Geianinitlängc von etwa "24 kw, was mit dem Hanvttunncl xitsammc'i ctwa .'5'.) km nmibt.
Arnstadt, 18. Mai. (Gold,. Ztg.) Die neue Vaknftrccke Jlmcnauchbrcn wird 0,4 km groß, der Bau wird dem Unter- 11cl*1ncr Backstein in Ilmcimn übertragen «egen cine *)auicbalimmnc (ausscdlicßlicis dc-I Grunderwerb?) von 46017100 „M „nbcgriff'cn ist [*icrin dic Licicrung dcr iwtbwcndixiitcii Bctrichtnittcl. Al?“ äukicrstcr Vvllcndn:mstcrmin iir dcr ]. Juli 1552 itirulirt. Liaclyi'tcin “iibcr- nimmt aucb den Vetrieb [*is 1.“J.1111mr WM und zahlt einc fcstc Jabra";- pacbt von 1150!) .“ Die von dcr Ne,:icrnna ,icicrrcrte Bauiummc Wii 500 000 „FC: wird dadnrii' anigikrackzt. das: ca. 1300000.“ Eisen- babnwnds verwendet und 200000,“- „1l-Z Vorilbnii aus den Kapitals- beträxicn dcr Kricxi-F-ki'itcii('*ntiibädignmi und des Kamnicrgutö gc- iwmmcn werdcn.
51 r y c n l' .1 .! cn, 17. Mai. Die Fraac wogen Heritcllmm cincr T.)mrrfäbrrcrkindnna iwjiii'cn Malmö und Korcu- baacn ist seit längerer Zeit innerl'ali' dcr .Haiidclé-kreisc beider Städte di-Ikniirt worden, obne zu einem dcänitircn Resultate in füß- rcn. Tic Tirchon dcr bissigen vereinigten Tanwis-Öiffr-aciellsclmit hat nun chloUcn, dic Saive in dic Hand ;u ticdmcn, und fiir die Anlage kck_iiötl*ii]kii „Häfen aui beiden Zcitcn dcs Sundcs- zu wirken, auch die crtrrdcxliiicn Tamriiäbrcn fiir ciaonchäonuna anzusii'affcn. “In der Vcra_u2-'ci:1nm, da!": die ?iicaliiirmia dieics PkrjcktI so große Vcdcutumi silk dic Ztndt Malmö kabcn dürfte", da!": ibre Hach- direktic'n "ich [*Mit lcigcn werde, ric Zacbc kurii' Uckcrnal'me der Ausiiibrmm 11117.“ der (.1. _!_1o'.(n)0Kro1icn bctragcndenöicstcn für einm Anlauik-l'aicii dcr TamriÜkrcn in Malmö m fördern, kat die 51c- nanntc Tircktivn vrt Kurzem cinen dicöbczüalicbcn Antrag an die Yaiciidircftirn in Mal1nO_ gerichtet, Lexxtcre k'ät nun vor ciniarn
ach dic SWW in (?rwaauna INM?" und anbeimaeacben, ob es nicbt kciicr ici, erst die [*raktiicbcn Eriakrunacn abiuwartcn, die man durcb die nach Bcicbluf: dcs lcvtcn däniscben Rcick'dtaacs demnächst zu ctaklircndc Tatnriiäkrrcrbindmm über den aroiicn Belt gewinnen könne, bevor man eincn dciinitircn Beschluß faiic.
Berlin, 20. Mai 1881.
Zur Hebung des deutschen Ausfuhrhandels. _ Chicago, März 1881. Im Großhandel von Chicag macht sich ein Marktbedarf, abgesehen von metallischen Halbro produkten hauptsächlich noch für solche „Erzeugnisse der europäischen Industrie geltend, welche den folgenden Waarengattunqen an ehören: Droguet), Chemikalien und Toilette: rtikel, Musikalische Materialien und Instrumente, Porzellan:, Glas: und Tbonwaaren,
Sixiel- und Mobewaaren,
Bijouterien,
Artikel für Raucher (aus Meerschaum, Thon 2e.), Tapeten.
erßellung nicht geliefert werden können.
zu bevorzugen.
Die Großhändler beziehen die europäischen Fabrikate von Importeuren in den atlantischen Hafenstädten ingesondere in New=York, dem Centralfiß des amerikanischen Einfuhrhandels, theils direkt von den Fabrikanten in den genannten Industrie- ländern, und verbunden mit dem Vertrieb ihrer Waaren an die Kleinhändler im Nordwesten, dem großen Absaßgebiet von Chicago, meist nach großartigem Maßstab den Kleinverkauf in der Stadt.
Die hervorragendsten Verireter der oben erwähnten Hai:- delszweige sind geborene Amerikaner; nur der hiesige Handel in Spiel- und Modewaaren, sowie in Artikeln für Raucher wird" yon den Inhabern zweier deutschen Firmen beherrscht. Diese Kaufleute sind bei dem blühenden Stand des Binnen- lxandkls mit Geschäften beständig überhäuft. Auf eine schrift- liche Beantwortung von Fragen war nicht zu rechnen. Die persönlichen Nachforschungen, bei welchen die der central- amerikanischen Enquete entlehnten Bemerkungen zur Richt- schnur dienten, nahmen unvermeidlich eine geraume „Zeit in Anspruch.
Das wesentliche Ergebnis; der Erhebungen läßt sich kurz dahin zusammenfassen:
Zu Klagen Über irgend einen der in den Bemerkungen beregten Mängel hatte keiner der besagten Importeure im er- fahrungßmäßigen Verlauf seiner Jmportgeschäfte ernsiliche Veranlassung gefunden. Die einzigen Beschwerden bezogen sich anf das Versäumniß, die 11006th der untsr den ameri- kanischen „[ZoÜgeseßen erforderlichen ; akturen einéusenden, wo- durch un iLbsame Verzögerungen in der Dek arirung der Waaren im Einfuhrhafen verursachtwerden; sodann auf Liefe- rungen, welche dem bestellten Muster nicht ganz entsprachen. Indessen wurden Fäue beider Arten als selten bezeichnet und als Vorkommnisse, welche keineswegs den Exporteuren des einen oder anderen der erwähnten Bezugsländer aus-
schließlich zur Last fallen. “ Zur Erklärung des befriedigenden Charakter?- des ein- schlägigen Geschäftsverkehrs mit Europa wies man überein- stimmend darauf hin, daß die amerikanischen Importeure bei ihrer eingehenden Kenntnis; der einheimischen Marktverhältniffe und Marktbedüriniffe und ihrer größeren Sicherheit in der Beurtheilung dessen, was namentlich der eigenthümlicben amerikanischen Geschmackörichtung entspricht, somit für eine erfolgreiche Wahl europäischer Fabrikate und Muster entschei- dend ist, ohne Außnahme und herkömmlicher Weise vorziehen, die Einkäufe in den betreffenden Bezugsländern “edes Jahr ersönlich oder durch dahin abgesandte befähigte genten der ?FWZULU zu bewirken und möglichst an Ort und Stelle die ge- hörige Lieferxmg und Verschiffung der Waaren zu überwachen. Die hiesigen mit bedeutendem Kapital arbeitenden Groß- händler in Ellen- und Pußwaaren haben nach dem Vorgang der großen Import: und Kommissionshäufer in New York für den Einkauf von Waaren besondere Agenturen in den in- dustriellen Centren und Hauptstädten Englands und des Kon- tinentes errichtet. Die Agenten stehen mit den bewährtesten Fabrikanten ihres Geschäfthebietes in Verbindung und senden alle neuen für die verschiedenen Jahreszeiten in Aussicht ge- nommenen Muster zur Auswahl unter Berichterstattung über alle Verhältniss ein, welche für die Geschäftsberechnung von praktischem Belang sind. _, „Diese Methode des amerikanischen Jmporthandels, welche iich m melen Jahrzehnten des Verkeßrs mit Europa nament- lich unter dem Einfluss europäi cher, insbesondere auch deutscher Importfirmen und Kommissionshäixser in New- ork cntw1ckelt urid aus;;ebildet hat, sichert dem amerikani en Importeur eme genaue Kenntnis; der besten BerJSque en und_dam1t auch dem als leistungsfähig bekannt gewordenen deut1chen Fqbrikanten, soweit Gelegenheiten des Abfaßes nach den Vereint ten Staaten als die besonderen Bedingun en und Kommi turen des amerikanischen Marktes solchem Ab aß überhaupt noch freie Bahn belassen. _ Es_ist eine der Folgen des Man eis industrieller Centren m Deut1chland, wie es Paris und anchester find, und in w'elcbenduch der mit geringeren Mitteln arbeitende, ver ält- mßmäßtg noch wenig bekann_te Fabrikant Wege fände, seinen Artikein Beachtung zu venchqffen, wenn diescr unter dem beschriebenen System des amerikanischen Jmporthandels selten bei den Einkäufern aus den Vereinigten Staaten die e- wünicbte Brachtung findet. Doch sollten Fabrikanten die er Kiaffe erst, in der Arbeit für den ein eimischm Markt leistungsfähi werden, und den überseeischen Export nicht in das Auge fg en, ehe fie für den Zweck genügend erstarkt find. Auch dann ist mit 11 auf die Anknüpfung direkter Ver: bindungen mit Geschän euten in den Vereinigten Staaten, so lange „als Yutschland große Koinmisfionsyäuser für den Export nicht deny empfehlenswert!), solche Verbindungen mit soliden amerikanischen Import- und Kommisfionsfirmen an: ustreben. Diese eFirmen kontroliren den Absas europäischer sxabrikate an die Kaufleute des Binnenlandes untcr Anwen: dung allerMittel, welche den Erfordernissen des modernen Handelsbetriebes und dem Mitbewerb ihren Ursprung ver- danken. Diese Firmen lassen ohne Unterbrechung in den ver: breitxtsten amerikanischen Handelszeitungen ihre Geschäfte- anzeigen _erschemen, durch Handlungßreisende die in beiier orm am emachten Mußer europäischer Fabrikate in die ent: ermessen eile des Landes tragen, und scheuen keine Kosten ür die ausgedehntefte Verbreitung von allen Anforderungen entsprechenden _Cirkularen Preislisten und Katalogen mit oder ohne Illustration und in der allein verständli n Landes- sprache. Der Versuch einer Konkurre_nz mit die en Firmen d_urch Anknüpfung von zerstreutetz Geithäftwerbindungen mit emTelnen (Händlern in den verschiedenen Städten in den Ver- ein gien staaten würde für den in Deutschland ansäßigen '“ ahrikanlen um so gewagter sein, als ihm bei den hier zu ande be onders häufigen Wechselfällen des kaufmännischen Lebens (1 e Gelegenheit einer sorgfältigen Kontrole der Sol: venzoerhältnifse abgehen. Wenn nach der weiteren Angabe der hiesigen Importeure
Geschliffenev Fenster: und Spiegelglas,
Von Waaren dieser Gattungen werden, vornehmlich aus England, Frankreich, Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, lßdiglich diejenigen besonderen Arten und Qualitäten in dem hiesigen Markte eingeführt, welche von den amerikanischen Fabrikanten bis jetzt in gleicher (Hüte und Vorzüglichkeit der
Ueberall aber herrscht im Handel die Neigung und Richtung vor, die kon- kurrirenden einheimischen Erzeugnisse, wenn irgend möglich,
nahmsfällen persönlich hier erscheinen oder Agenten behufs „Anknüpfunxx von Geschäftsverbindungen hersenden, fast nie in amcr._kamschen HandelSzeitungen annonciren und sich aus gelegentliche Uebermittelung von Cirkularen und Katalogen beschränke'n, Fo erscheint dies bei dem geschilderten Charakter der amxrtkamschen Jmportmethode erklärlicb.
'Mit Bezug auf solche Cirkulare und Kataloge mag schließlich noch hemerkt werden, daß fie bei amerikanischen Firmen gar keine Beachtung finden, wenn fie nicht in orrekjem Englisch abgefaßt, von gefäUiger Form find und die für die kaufmännische Berechnung durchaus nothwendige An: gabe, des Preises an Bord im Exporthafen enthalten. m Uxbrtgen Find amerikanische Firmen, welche sich nicht se bst Mit der Einfuhr befassen und von den großen Importfirmen des Landes infolge der starken Konkurrenz dieser Firmen ckan Bxdarf wohlfeiler kaufen, als ihnen dies bei direktem Bezug ihres Bedarfes aus dem Auslande möglich wäre,
lduskclMus abgeneigt, sich auf einen derartigen Bezug einzu- a en.
_Jnternationaler Geog rapbenkongreß und "geogra- pb1sch_e Aussteiiung zx; Venedig im Sepxember 1881. Im Arzxchluß an dre Ende Marz d. J. von der Kommiision der Gessi!- 1chaff Wr Erdkunde zii Berlin für die Angelegenheiten des geographischen Kongremes ixi_Vencdrg ergangene_Aufforderung zur Betheikigung an der gxograpbiichen Aussteliung daielbst wird ferner bekannt gemacht: 1) Die Anmeldungen. können noch bis zum 1. Juni angenommen werden. 2),Sammt[tche_Anme[dungen deutsxher Aussteller müsen an die obexzizezerchxiete Kommrifioneingciendei Werden, welche das citere vcranlanen Wird. 3) Ueber die nach Maßgabe des Raumes zu ge- wabrcnde Jula iun'g, der angemeldeten Gegenstände wird den Be- treffenden „ re „tzeitig eine Benachrichtigung zugeben, zu- gleich unt __der Angabe des spätesten Termin?; und der genauen" Adreme dcr Einlieferung. 4) Die Aussteller Haben die Gegenstande franko nach Venedig zu liefern_ und auch die Kosten des Riicktransydrts zu tragen. Das OrganiiationScomité in Rom [iat _emc Erxnaßigung "der Transportkosten Von 30 0/0 für Personen und, 00 9/n_fizr Frgchtantex von Seiten dex italienischen Eisenbahnen, sNVle'ZVÜsrLlHClt in Jtaiien für die Ausiteliunngegenstände erwirkt. 5) Die Raymbenuizung rst ,iznentgeltlich; dagegen Werden die Kosten Fr di§_B,61chaffu1xg von Tiiihcn, Wandsckxirmcn :c„ für Welche das
rgamiationscomwé Muster bat anfertigen lassen, dem benutzten
RMÖM entsprechend repartirt und jedem Aussteller später berechnet wer en.
Der Verein Berliner Künstler beging, wie bereifs gemel- det, gcsternjAbend in iemcm Vereinslokalc icin vierzigstes Stiftungs- fest durch ein Festmahl, an dem sich über 120 Herren betbeikigten. Aus „der frohen Schaar der Genossen, die am 19. Mai 1841 den Vcrcrn gegrundct, [Ebel] nur noch drei, die auch am gestrigen Abend anweiend warkn und die Ebrenpiäßc inne batten: die Herren Afingcr, Beilerniann und Hang, „zu denen sich auch das älteste Ebrenmitgkied, Landgertcth-Ratl),Roienberg; gesellte. Nach dem ersten, vom Vor- fiYendcn des Vereins, Profcfior Ludwig Burger, auf Sc. Majestät den Kaiser aysgchraxhten Toast gab Hr. öpkc als Skldriftfübrcr einßn _kurzcn Rnckbltck uber das zurückgelegte «Jahrzehnt; die nächsten Trinkwruckyx galten, dem Verein, dem Vorstande, seinen Begründern und den Sangerne die durch ihre Vorträge das Mahl würztcn. Eine von W. Kock» gezeichnete und Von S. Haber erklärte Tischkarte errang
fick), dcn iauten Bcifall, der Gesellschaft. Hr. Brendek sandte aus Weimar eincn telegraphtsckycn Gruß.
Kunst'cherbe am 10. Mai sprach der Architekt A. Bötticher uber d1_e Außgrabungcn in Osympia, speziell über die dort gefundenen Metall]achen.__ Vo'n der Firma Villeroi &, Bock) War eine Auswahl von Crzegtgnnien ihrer _Tbonwaarenfabrik in Mettlach aUSJestellt; ])r. Pabit crlautertc 'dieiclben und wies besonders auf die wertbvollen Chr.;.»tnolitbwaarcn bin. Der Firma ist auch in Melbourne der erste Preis crtbxilt worden. r. S. Elster hatte ein Wetterfestcs Trans- parenigemaldx ausgesteil und crläutcrte deffcn Technik; der Hof- bychhmdermcister Vogx legte drei in Handarbeit ausgeführte Bücher- einbande vor, welche mb wegen ilirer ebenso gediegenen als geschmack- vollen Aussubrung allgemeinen Beifalls erfreuten.
Anka drm Rbein an wird drm „Sckowäb.Merkur' u.d.1:?. d. M. gxtncldet: Die .lr[*citcn fiir das Nationaldcnkmal auf dxm NiedUchatldc schreiten rüstig voran. Vier der größten Eisen- gtxßerctxn Und „mit der;, Gußarbcifcn bcickiäfiigt: in dcr Millerscben Gießerei zu M1m_chcn Und zwci Hauptstücke dcr ..Germania" glücklicb vollendet; die Stqtycn'von „Krieg“ und „Frieden“ sind von der Cbr. ' Lcnzscben Gießerei in Nürnberg ab elicfcrt; die Grupve „Rhein und Mois!“ befindet fich in dcr icrlingscben Gießerei zu Dresden, uiid in Lauchhammer sind sämmtliche Wappen für den xbercn “Tbciich Postamcnts bereits fertig gestellt. Aus dem Atxltcr von Prosciwr Job. Schilling in Dresden werden demnächst wcixcre Modelle zum Guffx abgesandt. Dann bedürfen von den Kunst- arbcitcn mzr mxcb _daskgroßartigc Hauptrclief mit seinen 1.50 i uren und Portrats' wwic die beiden Scitcnrclich: „Dcr Krie er A s ied“ urid .Der Kricgcr Heimiebr“_ dcr Vollxndung, die bis Zerbst erhofft wird. 'Da v'on alien Zeiten in den Eiicngießereien mit voller Energie carbxttet wird, io balt man bis cht an der Hoffnung fest, daß die .nthullung dcs Dcnkmqls ini Jrrbite näckxstcn Jahres vorgenommen werden l_“ann. Auch aus dcm icdern'aldc selbst wird seit Früb' jahr wirdcr t11chtig_ gcarbcitct. Eben wird untcrbalv dcs voll- endeten Poitamcnxs im weiten Bogen, rechts und links vom Walde Yrvortretcnd, „cin 7gbrwcg _angclcgt, der sich mit gcrin em xallc bis zur MittelZ !e des PoitamentÖ senkt. Die bereits zu die em Zwecke nn vorigen ;zak'rc _an dem Bcrgabbanac begonnene bobe Mauer 1oll_ bcucr vollendet und initStrcbevfcilern. Geländer und Kandelabcrn vcrxebcn wrrden. Nax!) Vollcndung dcs Fakirwch wird eine roß- Zrtmc Trcvrcnanlaac in Angriff genommen und mit dem oberen us! 11cb_tsl*alkon uiid dcr Vcrklcidimg des unteren Tbcilcs des ganzen Poktgmcnts bis zum Herbst fertig gestellt. Auch das Wärterbauék das „in' den Wald, von Baumen verdeckt, zu liegen kommt, so!] nocb tn dtcwm Jahre vollendet werdcn.
_ _Jm Naiiqnxlfbcatcr wiederholte gcstcrn Sar. Erncsto Rosi"! mit i_ctner(§_e1ell1cbaitdas Dumasixbc “Drama .Kean'. Der dem aenialen Kymtler icxvcndetc Beifall war fat nocb cntbuiiastischer als bei dcr criten Auifudryng, namentlich ua der Scene in der Sibcnke. In anctraecbt dteicr Meisterleisnm übersieht man auch gern, da die immerbtn doch Lebt ernZ u ne mende Tbeatersccne daduréb, da sie von der Bühne in den uicbauerraum verlc ? ist. eigentlich zu éiner Fgrcc dcgraditt wird,_ Das xablrcicb ers ienene, distinguirte ?i- blikum zeichnete ken Kunstlcr durcb reichen Beifall aus. Ncben i m, der unter dem Jubel. des Hauses cinen mächti cn Lorbeerkranz empfing, battwsub dic Darstellerin der Anna, &gra, Cesarina Ruta, woblvcrdigitcr Anxxkcnnuna zu erfrcucn. - Da die Vor- stellungci) dcs Jem. Roi". noch immer einen reichen Zuspruch npden; w bat mb d_cr Kun'tlcr cnticblvffcn, icincn Aufenthalt noch dis sonntag zn vcriariqcrn. Terixlk'c tritt beute noch einmal als .Otcllo' auf und durfte sicb am Sonntag als .Kean' verabschieden.
Redacteur: Riedel.
Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner. Fünf Beilagen
Berlin:
Fabrikanten der europäischen Industrieländer in seltenen Aus:
einschließlich Börsm-Beilage).
In der 31. Hauptversammlung des Vereins für deutsches „
Yichtamtliches.
Berlin, 20. Mai. t?!" Rweiteretti Ver- der etri en (44) Sitzung tra er er „ag m YTYfezwe-ite gBesratYWg des Entwurfs». eines Geseßes em, be- treffend die Abänderung der Gewerbeordnung auf Grund des Berichts der )(1. K_omm1sfion." Referent war "der Abg. Graf von Bis:narck. Die Diskusnon wurde zunachst eröffnet iiber §. 97, welcher lautet: _ . . " „Diejenigen, Welche ein GeWerbeixlbitäYdig [zerreißen', kanen zur Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interenen zu LMU „_n- nungKzusanßmexitretcn. Innungen ist* r ULULU . ZUR? prixge des Gemeingeistes sowie die Aufrechterhaltung LMV Stärkung der StandeHsbrc unter! dyn JunungHmtinedxchiz N“ .- 2) die Förderung eines „gedeihlichen Ycrlxaltmncs zw:1chi:_n „Zei: stern und Gcselicn sowie dic§_Fursorge fur das Herbérgsweien cr Gesellen und für die Nacthnng von, Gewixenarbeit, („. _ „ 3 die nähere Regelung des Lecbrl'rngswanZ und derQ urxorwr fiir die teclyniscße, gewerbliche und ÜUÜÖL'AUIÖÜÖUUJ der .».L ,rlmdgc, 4) Streitigkeiten der §. 1208. bezéichnetcn Art zwqchew xn Junungßnütgliedcrn u_11d ihren Lclxrlrrigcn „an Stelle der GLUWLUQC- bckxörde (Absatz ? daieidft) zu ent1cheiden. , Der Referent Abg. Graf von ViSmarck behielt fick) vor, seine Ausfiihrunquibüdter dcn zbur Berathung stehenden §. 97 *“- lu der *eae u een. WchIZéNFg. ])r. Baumbcich emerkte: der erste Saß des §. 97: enthalte eine voklständige Umgestaltung deZ_ Prinzips, THM- weichßm zur Zeit die Innungen beruhtexi: es willen 1111? &!L: jenigen zu Innungen zusammentreten konnen, welche em Ge: werde selbständig betrieben, (nach „der bestehender: Gewerbe: ordnung Diejenigen, welche enz gleiches oder verwandtxsz Go- werbe betrieben), Die Myhrheit der Kominisfion habe s1ch'1_12 “ihrék ersten Lesung gegen WJ?- Verqligememerung des BLJNFP de'.“ Innungen erklärt, erst in zweiter Lesung habe sich eme Majorität von einer Stimme dafur gefunden. Solche Jnnuxigeii seien gar keine Innungen niehr, weiin beliebige Gewervx zuiam- mentrkten könnten, das sei de_r1reme Jahrmarkt. Moge man sie Gewerbevereine oder Koalitionen nennen, Innungen seien sie nicht. Der Bundeskomm1ffax habe tian gemeint," „daß man bisher verschiedene Innungdstatuten nicht habe“!)estatigin können an Orten, wo nicht „gleiche (Zder verwandte _(Hewerbe bestünden. Das möge in einzelnexn Fallen gteschehkn sein, reä7.t- Fertige aber nicht die totale Veranderung eines fiindamentaliri Prinzip?- der Gewerbeordnung. Imr wenri gle1cheuund vez- wandte Gewerbe sich zu Innungen konzentrirten, ko_nnten sie etwas Tüchtiges leisten. Der §. 97 werde aher nm 10 bedewsk- licher, wenn man den berühmten §. 1001). ms Llugé fgffe,l1_n welchem bekanntlich den Jnnzmgen weitgethdß Besugmße über den Rahmen der bisherigen Innungen hinaus einzie- räumt wiirden, dessen Annahme M1 Hause - 11) der Kom- mission habe dieser Paragraph niir eme Maioritat 'von 1 Stimme für sick) - fre1lzch zwenclbqst sei. Untxr diesen Umständen habe seine Partei von der Einbringung erneTAn- trages fiir die zweite Verathung Abstand genommen. Colite abér § 1001Z. später ange'nomni'ew werden, so werde er 111 der dritten Lesung cinen dieshezuglichexi Aixtrag steUßn. , Der Abg. von Czarlinsxt bat, Fletch h_ier unzweideutig zu erklären, daß in Landestbeilen imx gemischter Bevölkerung spozieil in den polnischen Landeßihcilcn, die ErrichtUZZ polz nischer Innungen nebxn den dc_ut1chexx gcstattet sei. ,das sei in den polnischen Ort1chasten eme zxdrderung ,der Gerxchtig- keit, und wenn von Seiten der Regierun keine Erklgrung 'olgen sollte, so werde er anne men, daß sie mit
dariiber cri mit dem §. 97 stehe
seiner Auffassung einverstanden sei." .5' ter (: en erklarte, . _ _ Der Nbg Mch G g Zbligatorischer Arvcixsbizcher m In der Kommission set em Theil
die Frage der Einführung Der Kommissar habe
MILF Ziliswmmeftzbandge? lbe gewesen
der it ierer r ie e . . _
zu ihrergBeruhigung erklärt, daß man bei der Abtaffun de_s (Heicßemwurfes von der Annahme ausZegangen sei, da ldi? Mitglieder der Innungcn veryflichtet _sem sollzen, nur ' i_o che Gcseilcn anzunehmen, welche in. bestimmter „Leise iegitnmrt seien. Er halte es mindestens für zweifelhaft„ ob eme_solche Auslegung nach diesem 3. 97 gerechtfertigt set. Ihm sei anch
nicht bekannt, das; man egenwärtig eine 1olche Bestimmung in die Zennungsstatutcn au
zunehmenaversuYt ZabeÉ kF'nderTsgendF ei an es möglich, und er wo e_ ng er r_ aru
sKommisséxd nicht avleugnen, daß en) 1olcher„Ver1uch gemacht werden würde. Unter Umständen liege, cs_ im Znteresse dxr Arbeitgeber, daß der Arbeitnehmer hinsichtlich segnet Qualifi- kation sich lcgitimire. Etwas Anderes aber sei es, die Em-
Preußen.
E r | e B e i l a g e . zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„Ui117.
Berlin, Freitag, den 20. Mai
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beiter an um men. Trete der Arbeitgeher aus der Finning aus, so vfezrlier? derselbe das Recht, Lehrlinge zii [)Jlten. ' W'as für eine merkwürdige Gesetzgebung werde damit eiiigxieitei. Der Abg. Ackermann führte aus, nach_ dcr bisherigen Gcwerbsordnung seien an kleinen Orten, wo sich, seiten glxiche und verwandte (kaerbe fänden, Innungen imrnoglxch. Dixier Mißstand habe zu dem H. 97_ geführt. VRÜgUch der Arbeits- bücher stehe seine Partei an! demselben S?ax1dp_nnk_t,_'den fie früher eingenommen habe. Da kein An'tragKaui Einxuhruxig der ArdeitHbiiclxr vorliege, so habe er keine Yeratiiaffung, sich dariiber auszulaffen. Er halte es auch nicht sur angezeigt, bei jedem Paragraphen den §. 100,13. anzuziehen. Sollte der- selbe angLnommen werden, so hatten dietHerr'en von der Linken ja bei der dritten Lesung Gelegenheit, emen Antrag u eÜen. z stD-cr AbZ. 1)r. Böttckxer bemerkte, der Abg. Baumbach habe den §. 97 ach: der historischen Entwrckeluxig der anungey widersprechend bekämpft. Man hide es hier aber mcht mit einer Rekonstruiiion dessen zu thun, was dem Jicuixstaxx, alH- historische Entwickelung vorschwebe, sondern Mit der Schaf: fung der Mögiickücit, zu negien JnnunZen, welche den heu- tigen gewerblickzm Verhältnissen enxsprgchari, zu ,a'elangxn. Wolle man aber mit diesem Geseß Wirklich cme positive mitz- liche Maßregel scizaffen, io müsse man auch alle Hmdermffe beseitigen, welche einer Wiederbelebuiig des Handwerks ent- gegensiänden. Eine wesendliche Gefahr liege nur in der_Nnnahme des §.100 K., infofsrn dis Befugnisse der Jununxzen auxGoerbe- treibende außgedshnt werden könnten, welcbe 1mt_den Innungen in gar keiner BeziklZ-ung ständen. Der Kommissar habe nun in der Kommissionßiiißung erklärt, daß vqn einer Erstreckung der Befugnisse dcs §. 10012. auf Gewerbetreib'ende, deren _Gewerbe innerhalb der bktreffenden Zynurigen Überhaupt nicht ver- treten seien, gar .keine Rede 1em konne. Derseibx habe aber hinzugkfiigt, daß er eine bestimmte Garantie dafur," daß der?: Geieß immer in diescr Weiie gehajzdhabt 1v_erd911 wmde, frei- lich nicht geben könne. Diese Erklärung sei nicht ganz gus- reicbend, und er (Redner)-werde deshalb ziim §._10013. emen Antrag stcllcn, welch? ]Fne §Zuxzixgxk lenglatorisch festsielle. 'n tweilcn werde er ür en . imm . El sDer Bundeskommiffar Geh. Qder-Reg.zRath Lohmann entgegnete, er habe in der Kommisnon erklart, daß die Be- fugnisse des §. 1001). sich nicht mit solche Gcwexde erstreckter), die in der betreffenden Innung nicht vertreten nien. Auf die Anfrage des Abg. Czarlinski bezüglich der poln1sch€_n Jmuzngxn könne er nur erwidern, daß nach §. 98 i). de?) Ge1eße§_die Or- richtung zweisr Innungen an einem Orte nicht Liisgs1chloff§2n sei. Ob die Genehmigung in dem emlenen Halle crtheilt werde, hänge-Wn dem Ermessen der Behorden ab." Der Aba. 1)1*.Lasker betonte; der Adg. Bottciiex habe dem AngxBaumback.) dcn,“vollstiindigv-obegrundeten „Einwand cntgcgengeiißt, daß man in diejer zz'rage den historischen Standpunkt verlassen müsse. Die aUSgcdklmixn Innungen seien eine neue Form, ein nxuer reformatorncher Gedanke. Darin könne er dcmsclben mehr folgen. Glaube'maii dann wirklich einen F0rtschritk zu machen, weiin man m den- nmmcn Leute berufe, welche von den ubrigen Gewcrdcn nichts verständen, aber doch über dW" Interessen dericlbcn ah; stimmten? Solche Innungexi neten untcrx de: Begrin von BezirkSvcreinen, entsprächen aber weder (dem kqn- scrvaiivcn Gedanken, noch dem _liberachi zyrtscbritt. Auffallend sei es, und es wäre ihm lieb, daruber eine Aus- kunft vom Referenten zu xrhaltcn, daß der Antrag von K_leist zu §. 97 zuriickgrzoaen sei und der §. 97a. Wieder geitxUt worden sei. Der Wortlaut des Berichts gebe dariiber nicht die cntferntesic Andeutung. Dann. sei er, der Memynzz des Abg. Richter, daß, wenn man die Arbeitsbiicher ciniul)re_n onte, man dies glatt und gerade aitsdrucken sollte. (xc erinnere das Haus daran, daß man der der_Berathng der Gewerbeordnung nacb schweren'und heißen Kampxen die Ab- lehnung der Arbeitsbücher bewnkt habe,. und n_un xvolle man sie durch eine :wcifelhafte Interpretation auf. Hinterwegen wieder ins Gescß aufnehmen! Der §.100L. for m der Theil der wundesie Vnnkt des ganzen Geicses. Er hade das schmerz: liciic Gefühl, daß die rechte Seite diesxs Hause?, wiihrend" sie vor einigen Jahren mit der linken eme Verstandigung uber die ?)iegulirung Dis (chcrbcwejens anaxbahni habe, i_iun ploviich Aenderunncn vornehme mit der Absicht, eine Ziistiiiimnnn .der- liberalen Partei unmöglich zu _machen, so daß die linke schließ; lich die ganze Organisation nicht annehmen könne. _Man sei in der Realtion schr 1vcit„ge_kommen, wenn man :o!che An- griffe gegen die Gewerbefreiheit mache.
' der Arbeitsbücher freier Vereinbarung zu, uhrrlaffcn, IZKZYUÉanekeS, eine solche Einrichtung durch pri_pileg1rt_eKor- porationen einzuführen. Nach diesem 'Gesey hortxn die In- nungen auf, freie Vereine zu [em. Die Geiabr liegedarm, daß jene Innungen fich ausbilden würden „als privileqirxe Koalitionen der Arbeitgeber gegen die Arhxitne?_mcr. Dixie ganze Richtung der Gesevgebung charakterisire ,ich als eme wesentliche Verstärkung der Vorrechte der Arbeitgeber ncgcn die Arbeitnehmer , als eine den' Arbeixern durchaus nachthcilige. Er sei immer dahxi getpe1en, umcrecb: tigte Anforderungen der Arbeiter zuruckzuweisen, aber ebenso halte er fich für verpflichtet, zu protestiren. gegen Neuerun op der Geseßgebung, welche ihre Rechte n'erkümmern wolle. . tc Sache würde aber an sich wemg auf sich haben, ,wenn itncbt der §. 100 L. hinzukäme, welcher auch die Lehrlmxze so.cher Gewerbtreibenden vor das Forum der Innungezi zie e, weich,. nicht einer Innung angehörten. Noch vor emi en Jahren habe sichdie Regierun gegen „die orderung der rbeitSbucher als den Rechten der Ar iter wide prechend erkliirt. Diese Vc- stimmun laufe ja auch schließlich hinaus auf eme Tortgesexté polizeili e Kontrole der Arbeiter. Wenn man aberd eArbeitsi bücher einführen wolle, io, möZe man es offen lhun, mch durch eine inter! lire. Diese eslimmung könne aber fUr die Arbeitge er sei st sehr verhängnißvoll werden; wenn bei Besserun der Geschäfte Mangel an Arbeiterti eintrete, würden (dann die Arbeitabü er, welche die Arhxtter unter das Gefinderecht fieüten, ni tüberaus nacht cm.; wirken?
Der Ab . Günther (Sachsen) erklärte, die Feordernngk daß die c*)nnugngen sich auf Fachgenoffen bcschranien 10l1ten,ser unausfüiwdar. In einer kleinxn Sxadt, wo _]„edxs Gewerbe nur wcnix-„c Vertreter zähle, würde eme lxbenomhiae Innung nur nicht n:ögiich sein, wenn nicht verschiedene Gewerbe zu- sammemrctcn würden. Die Zwecke der Innungen seien_ auch im Allacmeinen nur solche, welcbe allen querdcn gemeinsam seien, so daß eine Kollision der Jnicreffen nicht e_mtrcten könne. Wenn nian rie Innungen quf die ertreter cines Gewerbes- beschränke, so könne es nur in dcr Abucht geschehen, die In- nungen iiberhaupt unmöglich zu machen. Wenn man das onc, so erkläre man es offen und, stimim gegen das ggnzc Geiss, erhebe aber nicht einen Widerspruch, der an dieser
„ - - ' t ei. Stelle "Wg unberechtin s bemerkte, der Unterschied zwischen
Der Abg. Löwe (Berlin „ ' t und derjem en des Vorredners der Auffassung seiner Par gdie Interessen des
“te e darin, da eine Partei ledigli
Jeinchrks fördersizi Holle, während der orredner Innungen um jeden Preis fordere, selbst auf die Gefahr hin, daß das Handwerk dadurch geschädigt werde. , Ex verkenne nicht, daß die konsewaiive Partei mit ihrer Amtatton far die Innungen einen gewissen Erfolg unter den Handwerkern erzielt habe, aber unbekümmert um den zweifelhaften Zuwachs u der kon- servativen Partei werde seine (des RednerS) Parte fich nicht im aqitatorischen Intereffe von emxr sachlichen Behandlung der Frage abdrängen lassen. Die orm h_er .Innmxxr, welche man vorschlage, halte er ür s üblich.
nur an dem Wege der Innung zg erreichen ici, dee'er dahin gefsteUt sein (affen; aber se'ldst gngenonimetz, daß dies der Fail wäre, wie könne denn ein Barker oder em „“:-„chloffxr mit Sachkenntnis; darüber urtheiien, m welckiJ Weise em Schneider am besten ausgebildet werden solle. :xieZulaffung verschiedener Gewerbe zu einer Jnnuzig mache al1o_d1e leßtere zur Erfüliung ihrer Zwecke untauglich.. Wenn die thl dex Vertriter eines Gewerbes an einen) kleinen Ortvzu gering set, um selbst eine Innung zu bilden, so mogen sie, sich mit ihren Fachgenoffen aus _anderen Orten vereinigen; zu diesem Zwecke bestimme 1a geruch VFW. Gesetz, daß die Innung nicht auf_ "emen Ort b€1chrakikt sem scJUe. Bei einer „Zusammensanung mehrerer Gcwerbe _ liege auc!) die Gefahr nahe, daß, wenn_ „auch einzelne dieser Gewerbe in der Innung gut vertreten 19_i_Ln,_doch gndere durch schlechte und uniähige E(emente rxpraietittrt wrwden, wiihrend die besseren sich der Innung xern 1316001. Diese besseren Elememe könnten dann ',." Folge der Rechte, wexche der §. 10019. der Innung auch uber die „außerhaid der «K."- nung stehenden Meister einräumie, durch die Uniahmßn majo- risirt werden. Für sehr bedenklich halte _er dieBefttmiiiung, daß die ZnnungSmeister durch S_tatiit Lsgiximanoneii fur die bei ihnen beschäftigten Arbxitxr emiuhrenkkonniixn; eme ioiche Bestimmung öffne der Emsiihrung obligatoriicher Arbeits- bücher Thor und Thür, und eme solche wurde den lebhaftesten Widsrspruck) gegen das Geseß de_rvorrufxnz , Der Nbg. 1)r, Böttcherierxiarte, die zxizrcht, daß einzelne Gewerbe von anderen ma1or1|irt werden konnxen, thUle er nicht. Diejenigen, welche sich einer solchen (Yemhr nicht *aus- ießen wollten, könnten ja außerhalh der .mnung bleiben. Viel wichtiger scheine es ihm, unbedmgi klar zu stelle_n_, daß ein Gewerbe, welches in deannungstmcht vertreten 181, den Beschlüssen der leßteren in keiner Wetie unterigge. ' , Der Bundeskommiffar entgegnexe, er kdnne 111 dieser Beziehung nur seine frühere Erklarung Wiederholen, daß die Rechte der Innung s1ch,nur auf wlck)? Gswcrbe ex- strecken könnten, welche in thx vertreten seien. chZ die Frage der Arbeitsbiicher inrene, sg nehme die Regierung noch heute den Standpunkt em, den)» bei der Berathung dßr früheren Gewerbeordnungß-NoveUe eingenommen habe, daßdie Einführung obligatorischer Arbeitsbjiicher „eme durchaus fal1che Maßregel icin wiirde. Hierdurch konne ]cdoch de11_Jnnungen nicht das Recht versagt werden, ihre eigenen Mitglieder durch Statut zur Einfiihrung_ einer germiien Kontrole iur die von ihnen b2fchästigten Arheiter zu verpflichten. _ ' __ ' Dcr Abg. von Kleist-Nesow konstgtirte, daß dio Oppontioxi, welche gegen die Anträge der „Komnmston erhoben werde, em Kampf gegen Windmühlen sei. Man bchaupte, daß die Ver- einigung mehrerer Gewerbe zu 6111LT"JRUUUJ die Interessen des ndwerks im höchsteix Grade schadige. Ueberiaffe inan das och den Gewerbetreibendeii selbst, die am beiten missen würden, was ihren Interessen diene; _Seixe qutei _xvolle den Handwerkern in dieser Beziehung volligeYreiheit la11en,„ und man dürfe überzeugt sein, daß "OU der _unter ihnen herrschenden Exklusivität dze Bewrgmß, daß die Jnnimgcn ein Gemis-xl) aller möglichen Gewerbe darstellen wwrden, völlig unbegründet 1ei. Gan5_ chn 1clbst wurden fick) die Handwerke rxcrmgnktcrxTeWixk zrqqmmenfinden,_dlel§en Interessengcmciiiickiast eine Vereinigung Znnxrhaib derienben Innung zulaffe. Auch das Bedenken, dai; dtßJnnimki n er die außerhalb stehenden Gewerbe, zgprNachtheil der [ißteren gewisse Rechte audiibcn könnte, ser vdütg unhalihar _und d'nrck) die Erklärung des Regieru1ig§k01nniiffars_ lnnlanglich Wider- lcgt. ES verstehe sich ganz von selbst, dq); das Jonnimgsrecbt nur für solche GcwcrbeVgeübtt werdxndkonnte, die innerhalb ' "eibst i re ertre ung an en._ _ . _“ . del JDncnruMig'. Richtlxr (Hagen) bemerite, die Agitation mir die Innungen habe in den Handwerkerkrcisxn' Truggebildc erwe_ckt, deren Nichterfüllung sebr lebhafte Ynzuiriedcnbetx [)ervorrusexi werde. Schon j-"Qt erklärten dtc_e1g„cntl'ichen'Trager der Agi- tation, daß sie jc'dk Verantwortlichkcit fnr dieies Gcscß, dczs ihnen nicht weit genug gehe, ablehnten. _ Daß ganze Ergebnis;- dieses Gesetzes sei ein Bündel von Polizeichikaiien, „mid die- jenigcn Handwerker seien zu „bedauern, die.1l)re Zeit und Kraft opferte", um sich nach duscr [ziirczaiikrarischen Schadlone zu organisircn. Wenn man Wirklich die Vereinigung von Handwerkern fördern woilx, weshalb _bqbe man den früheren Antrag ch Abg. Schulze : Delißich abgelehnt, welcher dahin gegangen sci, allen Orgamftinonen maxi) der_n Muster des großen Berliner Ha_ndmerkerverem5, der, im: die Förderung der Interessen der „Handwerker _mcvßr wirke, als“, alle Innungen, Korporationßrechte _zu verieihei1;_ Die Erklä- rung des Regierungskommiffars iiber die Einxsiiwung von ArbeitSbiichcrn habe alle seine Pernnzthungßn b::itaxigt. Maxi wolle die Arbeitsbiichcr durch eme Hinterthur xinfninen, weil man angesichts der bevorstehenden Wahlen iiicht Xn Muth habe, offen zu erklären, was man beabfichltgx. xxx Abg. Ackermann habe selbsteingestanden,daß dqrselhe d1c_Emyuhrung obligatorischer Arbeitslvücher nur zur Zeit nicht fiir opvdrxzun alte, prinzipiell aber mit denselben durchaus emverst,.n en ei. Wenn es erlaubt sein solie,_"dand1e Immiigcn Lurch Statut solche Kontrolmaßrcgein cnnuhrten, dann konne uöch Statut überhaupt Alles festge1c§x werden, weiin nurb debt c:Z treffende Regierun s-Rath daß stiitux gcnebixnae. Ue «Raux- stelle das Geses A es der diskretzonar-ethlel-Tkür dex (Zech? rungs-Näthe anheim und das sei 1x! gewmexn Qinmécm k , denn es biete die Garantie, das; her der crxngsten rstarüuJig des liberalen Hauches Alleß w:eder be eitigt werden w r e, was man jest schaffe. Amfsolcher Basis aber sollte man ni t eine Gesesgebung über die Organisation des Handwerks au bauen. - *
' . Stumm bemerkte, der Vorwurf des Ported- ners Ddearß Kikieincr Partei an Courage_ fehle, offen mit ihren Ansiihtcn hervorzutreten, sci bodenlos lächerlich _,- (Dcr Prä- sident rügte diesen Ausdruck als unpartamentansch). Wenn man seiner Partei ferner einen VornJur daraus machß, daß sie den Antrag des Abg. Schulze-Deliss wegen Gewa mpg von Korporationörechten nicht an xnommen habe, so se dies keineswegs aus Abneigun gegen ie Handwerkervereiniaun en
Die Statuten der nnunaen zwängen den rbeitgeber bei Konventionalstrafc,Inur dura) Arbeitsbuch“ legitimirte Ar-
! e an, da für die Entwickelung „des Le rlingswesens TineenOnrganisatiorii des Handwerks zweckdienlich sein möge. Ob dies
geschehen, sondern lediglch deshalb, damit nicht der !