1849 / 208 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

onats die badischen Flüchtlinge; - Kolonnen mit ihrem Ytjuerje-Train durch Zürichs Straßen marschiren sahen. Nic- . mand wußte Antwort zu geben, aber jedem Verständigen schwebte es bald klarer, bald unbestimmter vor, daß diese Leute kaum wieder zurückkehren dürften, ohne daß für die Schweiz deut- liche Spuren zurückbleiben werden. Und was nun? fragt man sich wieder, seit der Bundesrath die Aufstellung eines Armeecorps von 24,000 Mann beschlossen hat. Und wieder wagt Niemanv', dasje- nige, was folgen wird, durchschauen zu wollen. Wenn, wie Be- richte uns melden, die AufsteUung dieses Truppencorps keine nähere Veranlassung hat, als die Territorial-Verleßung in Büsingen durch eine Compagnie Hessen und die Anhäufung der deutschen Truppen längs der Schweizergränze, so fällt es uns schwer, die Nothwen- digkeit des Truppen-Aufgebots in dieser Ausdehnung zu begreifen; indeffen glauben wir auch hier dem Bundesrathe vertrauen zu sollen,“ der diese neue Laß dem Volke nicht zumuthen. wird, ohne zu berucksichtigen, wie druckend sie gegenwärtig auf unsere Bevöl- kerung fällt.“

(Eidg. Ztg.) „Der Stand Appenzell hat sich außerordentlich beeilt, den buydesrathlichen Beschluß vom 16ten d. zu vollzie en. Unverzu [Ich Wies er den in Gais zu seiner Erholung sich aufZal- tenden og'g aus„ und dieser ist daher bereits wieder hier einge- troffen. Dre erren Gögg und Sigel erlassen in öffentlichen Blät- xern an alle Jsuchtlinge eine sehr dringende Aufforderung, sich in jeder Hinsicht ordentlich zu betragen, und fügen hieran den gar vaterlrchen Rath,„der wohl den Führern zuerst ur Beherzigung zu empfehlen ware: „Den Vortheil suche ein eder aus seiner jrßigen Lage zu ziehen, daß er sich mit dem Leben und den Ein- r1chtungen eines freien Staates bekannt mache, um nach seiner Ruckchr dem Vaterxande durch die gewonnenen Erfahrungen um so besser dienen zu können; so wird er sich selber, so wird er den gastlichen Boden der SchWeiz am meisten ehren.“

Chur, 26. Juli. In der Eidg. Ztg. liest man: „Obwohl

1382 es im bundeöräthliéhen Beschlusse vom 16ten d. eißt: „„Aus Rück- sißhten der Politik und der Billigkeit sollen de? Kantonen Gräu- bundten und Tessin dieses M31 keine Flüchtlinge zugetheilt wer- den““, so hat doch der cidgenossische Kommissär Stehlin dem Klei- nen Rathe von St. Gallen die Erlaubniß gewährt, 80 von den in den Kanton St.Gallen eingezogeiren Flüchtlingen nach Graubüyd-

ten u„instradiren. Die Churer - Z. lobt Betragen und Haltung der luchtlinFe in jeder Hinsicht, beschwert sich aber doch Über die unerwartete scherung, und nicht mit Unrecht.“.

Genf, 25. Juli. Die Eidg. Ztg. berichtet: „Die Mäßi- gung. mit der die Revue im ersten Augenblick den bundesräthli- ch'en Beschluß vom 16ten d. aufgenommen, hat sich bedeutend mo- drßzirt. Sie nennt heute die Ausweisung der Chefs „brutal“, und be rettet dcm Bundesrat!) die Kompetenz, einen so inhaltschWeren Beschluß „vonsich aus zu fassen. Bis die Bundcs-Versammlung dßx Ausweisung beschlosscn, stehe es jedem Kanton zu, nach Gut- dunkm zu handeln.“

__ -Italien. Von der italienischen Gränze, 26. Juli. (W a nd.) In Ferrara wurde der Deputirte Grillenzoni verhaftet , und es herrscht die Meinung, daß dies Loos so ziemlich allen Abgeordneten zur Costituente bevorstchc-n dürfte. In Fuligno Wurde im Namen

gelöst, die Presse unterdrückt, die Klubs geschlossen, die allgemeine Entwaffnung vorgenommen und die Abnahme der republikanischen Zeichen angeordnet. Ferrara hat bereits eine Deputation an den heiltgen Vater gesendet, an deren Spiye der Conte Camillo Trotti steht; die übrigen Städte dürften bald nachfolgen.

In Rom werden fortwährend Verhaftungen vorgenommen; am 19ten wurde ein Geistlicher, welcher Aufsäye im Contem- poraneo drucken ließ, Monsignor (Hazza, und der be-

rühmt? Schauspieler Gustav Modena eingezogen. Das Pa- pier m Rom __sinkt täglich mehr im Werthe. , Man fürch-

des kommandirendrn Generals Wimpffen die Nationalgarde auf- *

tet dabei einen Verlust, von wenigstené 4 B.

8eschlossem Von Garibaldi's, Kreuz- und Querzug hört man so piel, daß man am Ende nicht mehr weiß, wo er eigentlich ist. Er rst uberall. Na richten aus Florenz vom 21sten zufolge, war er (wie s on erwä nt) zwischc Montepulciano, Citona und Fojano und so jenen Gegenden arke Contributiönen auferlegt haben. In Citona soll er Geistliche als Geiseln enommen haben. "Eine Abtheilung der Brrgade Liechtenstein te am 20|en dort ein. Man soll ihn auch bereits einschließen, und das Meer wird bei St. Steffano und Orbitello bewacht. MitGaribadi 'i seineFrau in Generals-Urrjform. 'Am 20sten soll er sich an dem Berge .,..Fallonico, der,.fur Kavallerie und Artillerie unzugänglich ist, ver- schanzt haben. Man" spricht von einer Amnestie, von welcher jedoch alle Deputirten, Prasidenten sc., also fast akte eigentlich Kompro- mittirten ausgeschlossen sind. ,

Königliche Schauspiele.

„Mittwoch, 1. August. Im Opernhause. 88|e Abonnements- Vorßellung: Czaar und Zimmermann, komische Oper in 3 Akten. Mu ck von Lorßing. Anfang halb 7 Uhr. ,

Preise der Pläße: Parquet, Tribüne und zweiter Rang 20 Sgr. Erster Rau und erster Balkon daselbst 1 Rthlr. Parterre, dritter Rang und alkon daselbst 15 Sgr. Amphitheater 74. Sgr.

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Die heutige [.iquiäation Wran131'8139 senjg 7611100810112 111 (ien Zpeoulatjons-kaekten, nur Urakmy- 0081-500195150116 in 1305th 1795561' 06231110 krequ. 1701105 sebr 1651; nm! Ikeigsnä.

Berliner Börse.

B'reslau, 30. Juli. Holländ. u. Kaiserl. Dukaten 96 Gld. Friedrichsd'or 113? Br. Louisd'or 1123; Br. Polnisches Kapier- Zeld 942 Br, Oesterr. Banknoten 86'5 u. K bez. Staatsschuldsch.

3? bez. Seehandlungs - Prämienscheine ; 50 Rthlr. 961; Gld. Posener Pfandbriefe 4proz. 989 GW„ do. Z'; proz. 861 bez, Schkesische do. ZYproz. 922/3- 55 u. U,; bez., do. bitt. 13. 4proz. 949,5 bez., do. ZZproz. 874; Br. do PPoltrréaYLfansdbr. 3100 FxrodeYZFÖGlN do. neue 4proz. 9315813,

. art-ooea . r.,do.a500 l.75 ., .- Bank-Certis. .. 200 F1, 13“; Gld. F Br do

Actien: Oberschlesische [.itt. 6. u, hier. 13. 992 G. Bres- lau-Schweidniß-Freiburger 83 Br. Niederschles.-Märk. 76.2. (Hld., do, Prror. 1011) Br., do, Ser. 111. 989 Br. Ost- Rhein. (Köln-Mind.) 852 Gld. Neisse-Brieg 34,2 Br. Krakau-Oberschl. 5925 bez. n, Br. Friedr. Wilh. Nordb, 38? Old.

Wechsel. *

Amsterdam 2 M. 1421 Gld.

Hamburg 3 71813 150Y Br.

do, 2M. 150 Br, London 1 Pfd. St. 3 M. 6 , 252 Br. Berlin 3 vista 100? Br.

do. 2 M. 99'5 (Hld. Wien 29. Juli. (Sonnta .) Met. 5Zroz, 931,4. g Ysordb. 11035, 55 ?, oggno 1071“ ' Mail. 7552 .Er/(„Y) umgeseyt.

Pefther 72'/_ Livorno 6675»?

Frankfurt M 29 Juli (In der E ekt

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JUMIZ Ii Uhr;) In Joäds UYU!) heute Einixzesffum. Oezsterr. oose, c en, 0; und 25proz. et. und belg. 47proz.Obli . iel- . ten sich zu etwas besseren Coursen mehr begehrt. FriedrickZ- il- LMZ 9383110309? "*") Köln - Mindener Actien wurden

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ohne Bewegung. g n“ Alle ubrigen Fonds blieben ganz

Oesterr. 5proz. Metal]. 7712312, 771 G, Bank- Netten

1092 Br., 1084 G. Baden Partialloose :- 35 Fl. 275; Br., 272, Gld. Hessen Partialloose 3 40 Rtl)lr. 282 Br., 281 G. dinien 2755813, 27;- G. Darmstadt Partiallose & 50 Fl. 672 GW,; do, 3 25 J!. 225 Gld, Spanien 3proz. 2675 Br., 262. Gld. Polen 300 Fl. Ldose. 100», (H., do. Obligat. ;- 500 Fl. 7412 Br., 7435 Gld, Frtedrrch Wilhelms Nordbahn ZZZ Br., 38? Gld. Bexbach 7495 Br., 74 G. Köln-Minden 851; Br., 8475 G. -

ZZykoz. 94. Span. Ard. 182. Int. 515, 4proz-. 8077, 2. €*.):- ' *

Wegung. ' 85, 83. Chili 96, 94. Mex. 27 a "€-

mehr Kauflust in Folge dessen sie sich von ihrem e ri en Ruck an ?rxolthaben. ,Span. unverändert. g | 9 g e

129, gr, Piecen 12 . 7355, 2Zproz. 39.

Sar-

Paris, 28. Juli. 3proz. 53 . 25 baar, 53 . 35 Zeit. 5proz. 81 . 90 baar, 81 . 95 Zeit.

Bank 2275.

Span. 2634.

Nordbah1r117Z. .

London, 28. Juli. Zproz. Cons. p. C. 931, a. Z. 93.

Mex. 2737, Y. Cons. zu 931, 93 p. C.jund a. Z. eröffnet, blieben ohne Be-

Von fremden Fonds sind Ard. 184“, 18. 3proz, 34-1, 34. Bras. 2 Uhr, Cons. p. C. 935, 93 a. Z. 931, 93. Amsterdam, 28. Juli. Für holl. Fonds zeigte sic? heute

er. * Port., Oest. und ranz. etwas Holl. Integr, 5144, 75. 3proz. neue 6035, &. Span. Ard.

Russen alte 10355. Oester. Met. 5proz. ex. 27, 2675; Peru 49-1.

Markt-Veriehte. Berliner Getraidebericht vom 31. Juli. Am heurrgen Markt waren die Preise wie folgt: Wersen nach Qualität 57-62 Rthlr. Roggen loco und s wimmend 271; a 291 Rthlr. bez. » pr. Iuli/ ug. 28 Rthlr. Br. » Aug./'Se t. 28.R1hlr. Br., 271; G. » Sept./O tbr.*282.- :! 3; Rthlr; bez. » * pr, Friihjahr 311"; Rthlr. bez. u," G.

Gers“, ?roße loco 24 u 25 Nthlr. leine fehlt. Hafer loco nach Qualität 179-20 Rthlr. Sept._/Oktbr. 48pfd. 17 Rthlr. verk. 50pfd. 18 Rthlr, Br., 173 G. Erbsen, Kochwaare 30-32 Rthlr. » Futterwaare 28_30 Rthlr, Rüböl loco, BY Rthlr. Br., 13'2- bez. Iulr/Aug. 131 Rthlr. Br., 1354, G. - Aug./"Sept. 135/4, Rthlr. bez. n. Br., 13"; Cu » Sept./Oktbr. 13'5 Rthlr. be ., 132 G. Oktbr./Novbr. 13?- Rthlr. Er„ 13? G, . Novbr./Dezbr. 131. thlr. Br., 13 G. Leinöl loco 10? Rthlr. Vr, .. pr. Juli/Aug. do. Au ./Septbr. 101 Rthlr. Br. Mohnöl 1 Rthlr. Hanföl 13 Rthlr. Yalmöl 13"; a 13'. Rthlr. üdfee-Thran 115,- Rthlr. Br. Spmtus loco ohne Faß 16". a «'; Rthlr. verk.

*-

» » mitFaß,so wiepr.Juli/Au . 167 Rt lr.be . » Aug./'Sept. 162.4 Rthlr. verkg, " h 3

Sept./Oktbr. 161 Rthlr. Br. . Mit allen Getraide- Arten heute flauer. Rüböl etwas besser

bezahlt. Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 30." Juli.

Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 10 Sgr.; Ro gen 1 Rt lr. 7 Sgr. 6 Pff., auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 PE; große erste. 1 Rt lr. 1 Sgr. 3 P .; Hafer 1 Rthlr., auch -22 . 6 Pf.-

Zu Wasser: Weizen 2 Rt lr. 20 gr., auch 2 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf. und 2 Rthlr. 11 Sgr. Pf.; Ro gen 1Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf., aucÉ1 Rthlr. 5Sgr.; große „Gerxe 1 thlr, 2 Sgr. 6 Pf.; „Hafer 25 gr., auch 21 Sgr. 3 Pf.; rbsen 1 Rthlr. 10 Sgr.

Sonnabend, .den 28. Juli. .

Das Schock Stroh 5 Rthlr. 20 Sgr., auch 5 Rt lr. Der

Centner Heu 22 Sgr. 6 Pf., geringere Sorte auch 14 gr.

. ,*_._ _ Druck und Verlag der DeckerschenZGeheimm Ober-"Hofbuchdruckerei- „Beilage

jvei elegante Kaffeehäuser aus der Piazza Colonna wurden von en Franzosen

1 ?

Beilage zum Preußi

1383

schen Staats-Anzeigcr.

Mitéuwch d. 1. August.

Inhalt.

Deutschland

Oesterreich. Wien. Revue vordem Kaiser. _ Nachrichten vom Kriegsschauplaß.

Württemberg. Stuttgart. Verhandlungen der Stände-Vcrsamm- lung. -- GeseH-Entwurf wegen Aufhebung des privilegirten Gerichts- standes.

. A u s l a n d. Schweiz. Solothurn,", Billigung der Maßregel in Betreff der Flücht-

lin e. _ g * Börsen- und Handels-Nacbricbten.

Nichtamtlicher Theil. _ Deutschland.

Oesterreich. Wien, 28, Juli. DerLloyd meldet:,Heute früh um 6 Uhr hat Se. Majestät der Kaiser am Glacis eine Revue über die hiefige Garnison abgehalten. Besonders machte sick) dabei das neu errichtete Baron Weldensche Scharfschützen- Corps, sowohl durch seine zweckmäßige Adjutirung, als durch die kräftige Mannschaft, die es bildet, bemer bar. Feldzeugmeifter Baron Welden wird heute'hicr erwartet.“

Vom Kriegsschauplaye berichtet der Soldatenfreund, daß das Hauytquartier des Fürsten Paskrwitsck) am 25sten von Hatvan nach (Hyongyös verlegt wurde. „Das dritte und vierte Armee- Corps“, heißt 95 weiter, „stand bei Miskolz und hat sich zur Theiß auf Tokay gewendet, da Görgcy mit dem Reste setncr Armee von Rima-Szonxl'athz VLM Saxo eUllang, über Miskolz bei Tokay und Tarzal WME DW ThUß passirt haben soll, was um so wahrschein- licher wird, als der bis Losonz ,Joorgedrungc-ne General Grabbe erneuert nach Balaffa-Gyarmall) ?UCkkehrte, sohin die weitere Ver- folgung der Jnsurgenten Fallen lkeß- Dem Banus kommt unser drittes Armee-Corps 'zu Hulfe; Feldzeugmeister Baron Haynau soll dagegen mit zwei Armee-qups den um Czeglcd und Szolnok ste- henden Schaaren Dembinkr's „das Durchdrechen zur Donau zu verhindern und dieselben uber den Theißfluß zu werfen suchen. Hiernach würde die H-auptnracht der RebeUcn- am linken Theiß-Ufcr gezwungen, eine entscheidende Schlacht anzunehmen. Die Kaiserlich russische Division Paniutin wird die Verbindung unseres und des russischen Haupt-Corpé erhalten. Durch das Ueberseyen Görgcy's auf das linke Theiß-Ufer ist ganz Ober-Un- garn, einige Landsturm-Abtheilungen von unbedeutender Stärke abgerechnet, vom Feinde befreit und die gefürchtete Ucber'rumpelung Kaschau's beseitigt. Jedenfalls dürfte es in der Gegend um Großwardein zur Entscheidung kommen„ da auck) die nach Süden gezogenen Jnsurgenten über Szegedin in jene Richtung eilen und sohin der Banus, mit Hülfe des dritten Armee-Corps, den Rück- bleibenden die Stirn mitErfolg bieten kann. Was von der Stärke der Insurgenten seit dem Beginns der neuen Operationen *durcl) Gefangennehmung, Tod und hauptsächlichduréh das Verlaufen dcr überdrüssig gewordenen Hdnved - Bataillone in Abgang gekommen, ist schwer zu sagen; dock) bestand ihre Macht zu jener Zeit in 110 Honvcd-Vatailloncn, dcn neun übergegangcnen _und fünf neu er- richfeten Husaren-, dann zwei polnischcn Lanziers-chimentern nebst Artillerie, zusammen 160,000 Mann mit 250 Geschußcn, den Zand- sturm ungerechnet, und ist dieselbe in vier Hauptmaffen: Gorgey, Demdinski, Bern und Vetter vcrtheilt.“

Württemberg. Stuttgart, 27. Juli. In der be)!- tigcn Sißung der Stände-Vcrsammlzmg wurde der Bericht der Schulden-Verwaltungs-Kommission Über das mur At11ehen abge- statlet, woraus der Schwäd. Merk. Folgcndes mrttherlt: , .

Es war bci Abschließung desselben besonders zu beachten: dre Zett, bis zu welchcr zu Befriedigung des Bedarfs fiir den Stgatdhaushait das Anlehen mußte realifirt sein (es war dies vom chten Jnlt bzs Ende Okto- ber d. Z.) Diese Zeit war um so mehr geboten, als eme schwebende Schuld von 500,000 Fl. in kurzer Frist getilgt Werden muß. Es War fer- ner wünschenSWerih , daß ein Ucues Anlehen, wo immer thnnlich , fich der bisher für Württemberg bestehenden Anlehensform und dxm Ztnsfuß des [eyten Anlshens (45, Prozent) anschließen möchte, Allerdtngs kann- man dem VorWrtrfe ausgeseßt werden, bei einem Anlehen zu mederßrem stfuß und dagegen niedercrer wirklicher Einzahlung gcgen 0011 NommalWerth 'der Obligationen gebe man sich einer gewiffen Täuschung hm. Dagegen, fithrt der Bericht klar und umständlich aus, wie andererseits ein höherer stfusß bei minderem oder gar keinem Verlust am Kapitalwerih eipetr großen nachthet- ligen Einfluß auf den allgemein im Verkehr bestehenden stsuß hat. MrtVe- rücksichtigung aller Gründe für und gegen wnrde daher der stfuß von 4“; pCt. gewählt. Die Dringlichkeit des Bedarfs ließ keine Wahl, das Anlehen in kleinen Summen, wie fie da und dort angeboten wurden, auf: zunehmen, und so mußte man fck dazu entschließen, das ganze Anlefhen ber bedeutenden Bankbänsern auf e nem Posten zu realisiren. Da es mcht gc- lang, unter der Hand ein Anerbieten zu erhalten, so entschloß man fich, den

Weg der Oeffentlichkeit zu betreten und ein Ausschreiben zur Submisfion *

zu erlassen. Die zur Submission anberaumte Stunde verlief, ohne daß ein Submittent erschien; es wurde jedoch von Seiten der Königlichen Hofbank mitgetheilt, daß fie einen ihrer An ehörige-n nach Frankfurt geschickt hahe, Um srch zu bemühen, eine GesellschnZ znr Uebernahme des Anlchens zu 011- den, es sei dies aber mißlun en„ Weil keines der größeren Banqmcrhau- ser LußILehabt habe, darauf e nzugehen, ohne die Theilnahme des Bank- hauseß othschild. Der Abgesandte der Königlichen Hofbank wandte fich an dteses, es habe Anfangs geschicnen, dasselbe stoße fich an dem stfuß von 49 pCt., aach sei es selbst noch im Befiße großer Summen in 4Zpro- zeytigen Pdpreren. Die Schwierigkeiten wurden jedoch besei:igt und dte Be- rertwilligkm zur Unterkandlung Wurde erklärt. Am 11. Juli trafHerr Va- tou M. C. von Roth child, als Vertreter des Hauses Rothschild in Frank- fart, in Stuttgart ein und sprach fich gegen den Chefdcs Finanzdepnrtements dahm ans, daß das Anlehen zu höchstens 85-90pCt. übernommen Werden könne. Es wurde nun unterhandelt, es führte aber zu keinem entsprechenden Ziel. Man lud nun den Herrn Baron von Rothschild mit dem ihn begleitxnden Herrn BrUdék, auch den Herrn Hofbank-Direktor Kiderlen in die Sjsung der Kommission ein. In dieser äußerte fich der Herr Baron, wegen der,

_ höheren politischen Wirren iu Vezie7ung auf Rom, Ungarn, Dänemark, der

deutschen kaum erreichbaren Einhet u. s. w. sei roße Mißstimmung ")"" .hgndenz die großen mit vielen Kosten verknüpten Truppenbewegungen Uökbigen viele Staaten,“ Anlehen zu machen, er habe bei der schwieri en La et bekuahe Bedenken getragen," Offerte zu machen, es seien mit dem e- s?) fiesgkvßeGefahr-en verbunden, wobei er auf das Anlehen von 1847 KWD", - d." Zahlungs-Termwe seien kurz, die Obligationen noch nicht ge- km , wunzer diexin Umßänden seien die Vankhäuser sthr ängst- rch “e, o; en. ner_*_Hindeutun auf den verhältnißmäßig höhe“ "" an der ZYprozentigen brigen deutschen Staaten begegnete

_ für je

der Herrn Baron mit der Bemerkung , „_map könne nicht einen

Bären mit einem Löwen, nicht einen Strauß mrt emem Wiedhopf verglei-

chen: die ZZproz. werden von Spekulanten gekauft, die ;ck,er seien keine a

Speculationspnpierc.“ Nach längerer Erörterung ließ fich ron Noth- schild zu einem Anerbieten zu ZZZ herbei, was aber die Kommisfion nicht annahm. Es wurde nun weiter unterhandelt, und Alles reiflich besprochen und erwogen und endlich beschlossen, das Anlehen Zum Course von 90 pCt., Zinsengenuß vom 1. Juni 1849 an, dem Bankhau e Rothschild, der Königl. Hofbank und Gebrüder Benedict, zuzuschlagen, wclcb' lcßteres Haus, Wenn auch nicht unmittelbar mit ihm unterhandelt. doch stets als Mitinterefsent für das Anlehen genannt wurde. Unlerm- 14. Juli wurde eudlich der Ver- trag iiber das Anlehen abgeschlossen, aus dem wir hier die wichtig- sfen Punkte geben. *Die zu Vollziehung des Gescßes vom 20. Juni 1849 , betreffend die Aufnahme eines Staats - Anlehens von drei MiUioneu Gulden, bcrufene ständische Schulden - Verwaltung.- Behörde hat unter NrfassungSmäßigc-r Mitwtrknng des_ Königlichen Finanz-Ministeriums mit den Bankhäusern: 1) K. Hofbank 111 Stuttgart, 2) M. A. von Rothschild und Söhne in Frankfurt a. M., 3) Gebrüder Benedict in Stuttgart, am 13, Juli 1849 über ein Staats-Anlehen, wel- ches als Theil der Württembergischen Staatsschuld nach den §§. 119 und 120 der Verfassungs-Urknnde unter Gewährleistung und Verwaltung der Stände steht, folgenden Vertrag abgeschlossen: §. 1. Die genannten Bank- hänser derpftichten fick), an die württembergische Staatsfthulden-Zahlungs- kaffe zn Stuttgart den Betrag 2,999,970 Fl. in folgenden Terminen, und zwar am 31. Juli 1849 750,000 Fl., am 31.August 750,000 Fl„ am 30. September 750,000 Fl., am 31.0ktobcr 749,970F1., im Ganzen,2,999,970 Fl., baar und kostenfrei zu bezahlen und dagegen 1880 4'5prozcnttge aufden Inhaber lautende Obligationen ;. 1000 Fl. Nominal-Kapital1,880,000F1., 2500 =*. 500 F1. Nominal-Kapital*1,250,000 Fl., 2033 Z. 100 F1. Nommal- Kapital 203,300 Fl., im Ganzen Nominal-Kapital 3,333,300 F1, zu dem überein ckommcnen Preise von 90 Prozrt, Miß Wortxn Neuuztg Gulden 'inhundert Gulden Nomina'l-Kap'ttal fest zu ühe'rnehmrt). Den Ve- fißern der zu diesem Anlehcn gehöri en Schuldverschretbungen 117 das Nccht eingeräumt, dieselben bei der Staats?chnlden-Zahlu0gsxase auf ihrey Namen einschreiben zu lassen. Die Bezahlung der Zinsen mitjährlrch 42, J!. aus je 100 F1. Kapital nach dem Nennwerthe geschieht halbjährltch am, 1. Zum und 1. Dezember. Die Schuld-Verschreibungen werden mit Zmßcoupons auf 15 Jahre und Talons versehen, und es können die Zinsen bet der Smats- schuldcn-Zahlungskasse oder in Frankfurt a. M. bei dem Bankhause M. A. von Rothschild und Söhne, oder in Augsburg bei dem Vazrk'hause Erzberger und Söhne erhoben Werden. Als eine besondere quschadxgung fiir die mit dem gegenwärtigen AnlchenSgcschäfte vcrbnndenfe Muhewaltmrg, Kursverluste, Spesen, Unkosten xc. werden die den Bankhérusery „auszude- fernden Obligationen mit am ersten Dezember 1849 erstmals falltgeu halb- jährigen Coupons versehen, und es darf hierfür keine Aufbcffcrung des Preises für Stückzinse eintreten. Mit der 21115336100an des,Ve-trages derje- nigen Zins-Coupons nnd rückzahlbaren 412 prozentrqcn Odlrganonen, Welche die Inhaber in Frankfurt am Main erheben woÜen, rst das Vaykhaus M. A. von Rothschild und Söhne beauftragt, _ Das Anlebrn rst von Seiten der Gläubiger unaufküudbar uud wrrd, Was die Besirmmnngen iiber Tilgung dcffclben anbetrifft, ganz mat- dcm 4ck2prozen11gen An- lehen vom 1. März 1847 verbunden. Dre ordentliche Trlgun er- folgt demnach zusammen mit dem 7,111th genanntrw Anlehxn iunerha b 50 Jahren vom 1. März 1847 an gerechnet. _ Dtcxcmgcn Schuldverschret- dungen, welche in Folge der ordentlichen Tilgung zur Einlösung kommen, so wie auch dicjenigen, welche in FoLge citrcr besonderen Veradschtedung zwischen der Königlich württembergischen Regrerung und den Standen gu- ßerordcntlicher Werse zu tilgen sein sourcu, Werden durch das 539993 dezelch- net und die gezogenen Nummern alsbald nach der Vcrloosung m Warnem- bergischen und frankfurter Blättern und in einem augsburger Blatte o.,ffent- lich bekannt gemacht. Außerordemliche Tilgungen dieses Anlehens konnen erst vom 1. März 1852 an eintreten. _ Die Rückzahlung der d1trch_ das Loos hierzu bestimmten Schuldvcrschreibungen geschieht bei der Staatsrchnl- den-Zahlungskasse in Stuttgart oder bei dem Bankhause M. A. von Roth- schild und Söhne in Frankfurt a. M. innerhalb dm Monaten nach er- folgter Bekanrtmachun . Nach Ablauf dieser dm Monate 1017- den keine weiteren insen bezahlt. _ Die von den Bankhau- sern fest übernommenen Obligationen im Betrage von 3833300 F1. No- minal-Kapim! smd unter dikselben wie folgt venhrilt: die Königl. wurttcm- bergische Hofbank 1,156,300 Fl., M.?1.' v.;RotYschjld und Söhne 1,600,000 Fl., Gebrüder Benedict 577,000 F1, Tie dresgenannten Bankhänxer haf- ten für di“? rücksichtlich der Einzahlü'itg dcr iiberüommenervObligationen ein- gegangenen Verpflichtungen solidarisch. Die ständische Schuldenvcrwaltyngs- Bchörde vcrpflfchtet fich unter Zustimmung des König!. Finanz-Ministcrmms, vor dem 31. Oktober d. I. eine neue“Staatsschuld nicht aufzunehmen, l:)Oilestr Punkt bleibt der Genehmigung der Stände-Vcrsammlung vorbe- 0 ten.

Von den Chefs der Ministerien der Justiz, des Innern, des Kirchen- und Schulwesens, des Kriegs und der Finanzen ist ge- stern Der Entwurf eines Geseyrs in Betreff dc1'„Aufl)ebung der privilegirten Gerichtsstände dem Präsidium der Stande mitgethcrlt worden, wel er lautet: _

Art. 1. ie befreiten Gerichtsftände, wclche bisher für Personen, Körperschaften, Anstalten, Güter und dingliche Rech-e bestanden haben, find unter den hiernach in den Art, 3- 6 bcmcrktcn Ausjmhmen in Veziehrmg auf streitige und nicht streitige PrivatrechtSsachen- so Wie auf get1ch111che und Vchaltungsstrafsachcn anmit aufgehoben.. Art. 2. An die Stege dieser befreiten Gerichtsstäude tritt diejenige Behörde, Welche nach aUgemer- nen Grundsäßen als die zuständige erseheint. Art, 3. In Betreff des Ge- richtsstandes der Königin , des Kronprinzen und dessen Gcmnhlm und der in häuslicher Verbindung mit den _ Königlichen Aeltern lcbxnden Prinzen und Prinzesfinnen bleiben dle seitherigen, grief)- lichen Bestimmungen in Kraft. Art. 4. .Was die miljtmrrscbe Strafgerichtsbarkeit betrifft, so hört die „Zuständtgkeix der Militairgerrchte aus: 1) in Absicht auf alle zum Beurlaubtenstande zahlenden Militairper- sonen, vorbehaltlich der dem Militairgerichtsstande verbleibenden militairt- schen Verbrechen oder Vergehen, welche auch während des Urlaubs began- gen werden; 2) bezüglich der penfionirten oder iq Qmescenzstand versexzten Offiziere. Att. 5. In Ansehung der Strafgerichtsbarkeit über die zum Dienststande gehörigen Militairpersonen find die naheren Bestimmungen auf die demnäckzst erfolgende Revision der militairischen Strafgesetze aUSgesxtzt. Folgende Aenderungen der bestehenden Geseygebung sollen jedoch schon 1131 eintreten: 1) Von der Militairgcrichtsbarkeit sind au6geschlossem «) Zuwi- derhandlungcn gegen die Finanzgeseye; b) Uebertretungen der olizeigescse und Verordnaugen, Welche nur mit Geldbuße bedroht find. 2) ie Untersuchung und Entscheidung der vor dem Eintritte in den Militairdienst begangenen und erst nach dem Eintritte zur Sprache kommenden Verbrechen und Vergehen fällt den bür etlichen Gerichten zu. 3) Sind Civil- und Militairpersouen beschuldigt, Ych an der nämlichen strafbaren Handlung betheiligt zu haben, so gehört in Ansehung aller Beschuldigten das Verfahren und die Entschei- dung vor das zuständige bürgerliche Gericht. Erne Anönahme findet bei solchen strafbaren Handlungen statt, welche das, Geses als militairische Vcr- brechen oder Vergehen bezeichnet. Art. 6. Hmfichtlich der zu der willkür- lichen Gerichtsbarkeit gehörigen Privatrechtssachen verbleibt es bis auf tvei- tere gesesliche Anordnung bei dem bestehenden Rechte. Art. 7. Das gegen- wärttge Gesetz tritt mit dem 1. September dteses Jahres in Kraft. 'Die vor diesem Tage rechtshängig gewordenen Privatrechts- und Strafsachen find bei derjenigen Stelle, bei welcher fie angebracht worden, fortzuführen und zu beendigen. Die Ministerien der Justiz, des Innern, des Kirchen- und Schulwesens, des Kriegswesens und der Jmanzen find mit Vollziehung dieses Geseßes beauftragt.

_ Ausland. Schweiz. Solothurn, 25.Juli. (E. .) Während man bis dahin nur von solchen Antwortschreiben * der antons-Regierungen

* lung sein.

an den Bundesrat!) hörte, Welche die Maßregeln dieses leßteren mehr oder Weniger tadelten und ihre Vollziehung beanstandeten, hat dagegen die Regierung von Solothurn mrrBezug ach den Beschluß vom 16ten d. an den Bundesmth geschrreben: „Na mr- serer Ansicht können die Nachbarstaaten mit Rxcht von der Schwerz fordern, daß sie nicht solche offenkundige Zustände dulde,„ wodurch massenhafte Ueberfälle wahrscheinlich werden. Ob denn uderhaupt solche Gefahren drohen, wird nach den jedesmali en Umstanden zu beurtheilen sein. Hätten Sie den Beschluß ni t„erlaffen, oder würde er nicht Vollzogen, so wären solche Ueberfxrlle im hößstm Grade wahrscheinlich. Die große Menge der Fluchtlinge konnte durch ihre nahen Häupter und Führer so zu sa_gen jeden Augen- blick in Haufen geordnet und an die Gränze gefuhrt werden. Bei dem lockeren Zustande jenseits dss Rheins dürfte der Wrderstand, chn nicht zahlreiche fremde Besatzung dort ist, nicht Von Bedeu- Die Versuchung zu solchen fast efahrlosen 11nterneh- men wäre zu stark, als daß etwa das Ver prechen ruhrgen Vrr- haltens c-t'n hinlängliches Gegengewicht sein könnte. Andere Hm- derungsmittcl, als die Abnahme solcher Versprechen, stehen der Schroeiz nicht zu Gebot, rs wäre denn, daß sie eine bleibende Ar- mee aufstellen wollte.“

Verzeichnis;

der den Schülern der Kunst- und Gewerkschulen zuer- kannten Medaillen und Prämien.

Di? Pölitisck)? Aufregung des vorigen und der ersten Monate dieses Jahres hat auch auf die für die Hebung und den vortßerlhaften Bctrieb der edleren Gewerke so wichtigen Kunstschulen'fur Hand- rverker einen sehr nachtheiligen Einfluß aus eübt. Dre Zahl der Schüler in denselben hat gegen 1847 um 6“ .; abgenommen. Da- mals "betrug deren Gcsammtzahl 2769, dieSmal 2134, wovvn auf, Berlin allein ein Verlust von 424 kommt. Statt der 1364. im Jahre 1847 die Kunst - und Gewerkschule hter besuchendcn Gesellen und Lehrlinge waren ihrer im vorrgen und diesem Jahre nur 940. Zugleich zeigte sick), besonders bei den jiingeren Schülern, ein Nachlassen des Jleißes, so daß rm Wieder- spruch qegen das frühere Verhältniß den Schulen der Provinzrql- Hauptstädte diesmal mehr Prämien bewilligt wurden, als der hre- sigen. Wenn auc!) in jenem ebenfalls einige Verminderung der Schülerzahl eintrat, so war diese doch unbedeutender, während Flerß und Leistungen sich auf gewohnfer Höhe erhielten. In Berlin ver- minderte sich die Zahl der Prämien gegen voriges Jahr von 70 auf 43. In der öffentliéhen Sitzung der Königlichen Akademie der Künste am 7ten d. M. wurden dieselben zugleich mit denen der Provinzial-Kunstschulen publizirt und seitdem den derreffenden Königlichen Regierungen und Schul -Direktorien zur Vertheilung an die Prämiirten übersandt.

[. Kunst- und (Hewerkschule in Berlin. 1) Klasse der freien Handzeichnung 574 Schüler in acht Abthei- lungen (1847: 853). 3) Die große silberne Medaille für Handwerker erhielten: 1) Emil Fried. Schellhas aus Berlin, Gravrur. 2) Emil Israel aus Berlin, Weber. 3) Georg Wild aus Berlin, Tischler, 4) Albert Hesius aus Berlin, Graveur. 5) Gustav Nestler aus Berlin, Formstkcher. 6) Wilhelm Werder aus Berlin, Scidenwirker. 13) Die kleine silberne Medaille für Handtverker erhielten: . 1) Karl Bornemann aus Berlin, Graveur. 2) Dietrich Eggenstein aus Braam, Tischler. 3) Theodor Haßlingerazus Berlin, Graveur, 4) Karl Fröde aus Berlin, Cisrleur. ' 5) Eduard B orel aus Berlin, Graveur. 6) Otto Louis Franz Meißner aus Berlin, Tischler. 7) Otto Keßler aus Berlin, Ciscleur. 8) Oskar Röm er aus Berlin, Graveur. 9) Julius Adolph Weißhuhn aus Berlin, Musterzeichner. Julius Lörvel aus Berlin, Gürtler. c) Außerordentliche Anerkennung erhielten: 1) Ferdinand Jährig aus Berlin, Stubenmaler. 2) Gustav Gorig aus Berlin, Porzellanmaler. 3) Heinrich Redlin aus Berlin, Tischler. 4) Gustav Hochhaus aus Berlin, Ti chler. 5) Z,?ril Albert Emil Vogler aus erlin, Modelleur und * r e eur. 6) Heinrich Hoffmeister aus Berlin, Tischler. 7) Gottfried Eisolt aus Magdeburg, Graveur. x]) Mit Lob wurde erwähnt: Heinrich Karl Schulze aus Tremme bei Brandenburg, (Holdarbeiter,

2) Klasse des Modellirens 56 Schüler in drei Abthei- lungen. (1847: 146.) ' 3) Die große silberne Medaille für Handwerker er- I?ielten: 1) Paul Richter aus otsdam, GraVeur. 2) Theodor Blaumann aus Berlin, Töpfer. 3) Louis Schwedler aus Lauban, Steinhauer.

b) Die kleine silberne Medaille für Handwerker erhielten: 1) Paul March aus Charlottenburg, Töpfer, 2) Gustav Putsch aus Berlin, Töpfer. 3) Eduard Bohte aus Berlin, Ciseleur. c) Mit Lob Wurde erwähnt: Friedrich Berlich aus Berlin, Galleriediener.

3) Klasse des geometrischen und architektonischen Zeichnens (sogenannte Reißklasse), 310 Schüler in Abtheilungen (1847 : 365).

a) Die große silberne Medaille für Handwerker erhielten:

1) Paul Eduard Fried. Hansen aus Berlin, Tischler.

2) Adolph Körner aus Spandau, Mühlenbauer.

3) Theodor Christian aus Berlin/Zimmermann.

4) Emil Karl Ferdinand Eunicke aus Berlin, Maurer-

b) Die kleine silberne Medaille für Handwerker erhielten:

1) Jol) ann Karl Heinrich Melchert aus Berlin, Tiskhlkk-

2) Karl Rudolph,Daniel Raue aus Berlrn, Zunmlr-

mann.