' ' 11 alle mö“ lichen Mittel, die Ruhe zu sichern, neuerdeFieZoKYMContreadmigi-al Bruat zwei" neue Dampfschiffe auß(T_Heliote gestellt worden. Die Regierung wurde außerdem alle Maßregeln ergreifen, welche die Depeschen, die nächstens ankom-
men würden, erfordern sollten.s 30 J [ (D Zt ) H t „ S affhau en, . iii. . g. „eue MZUFYFÜizuhr siZd die Hessen aus Bufin rn guf dem nachsten Weqénach Gailingkn abgezogen. Bei ihrem mtrrtt auf das etwa 20 "Minuten fich erstreckende schweizerische Gebiet wurden sie voir schweizerischen Stabs-Offizieren und einem Detasthewept Kavallerie empfangen, fie marschirtcn vor einer ihyen die mtbtatrischen Hon- neurs erweiscndcn Compagnie Scharfschuxen vorbei, welche an der Straße aufgestellt war, und wurden badisöherseits von einer Com- pagnie Hessen, die hart an der Gränze standen, bewillkorximnet. Gleichzeitig befanden sich mehrere Bataillone Infanterie imd je zwei Compägnieen Scharfschiixzen, Kavallerie und Artillerie m der un- mittelbaren Nähe des stattgefundenen Ueberganges. Das Dampf- schiff „Helvetia“, das vorgestern vor acht Tagen die Hessen mich Büsingen ebracht, fuhr sodann ebenfalls unter dem Geleit zweier cidgenösfis en Offiziere von Büsingen ab und nach Konsianz zu“- riick. Somit ist die vielbesprochene Angelegenheit zur Zufriedenheit qridrr Theile beigelegt.
Zürich, 30. Juli.- Gestern sollte hier eine Yersmrimlizng aller namhaften deutschen Flüchtlinge stattfinden, um uber eme m Mqffe projektirte Auswanderung nach Amerika zu berathen. Nur wenige haben sich eingefunden, und die Besprechung_blieb ohne Resultat. Struve hatte sich brieflich entschuldigt und Über die Anstvande- rungs-Frage keine bestimmte Ansicht ausgesprochen. Er selbst scheint die Hoffnung eines Sieges der demokratischen Sa_,che in Europa noch nicht ausgegeben zu haben und blickt mit den ubrigrn Demokraten, nach Ungarn, von wo sie einen großen“ Umsch1vung der Din e auck) für Deutschland erwarten. Andere Fluchtlingc, die seine Z ufionen nicht theilen und ihr Loos gern nach der neuen Welt verpflanzen möchten, besißen nicht die Mittel zur Auswan- derung. So scheint man also vorläufig entschlossen, den Gang der Dinge abzuwarten. Hier und in den Nachbar-Kantonen ist man mit der Aufführung der Flüchtlinge im Ganzen sehr zufrie- den; sie leben ruhig und gcm'i sam. Viele arbeiten in Werkstät- ten und auf dcn Feldern der auern. Bis jest ist uns nur eine einzige Ausweisung bekannt, die dcs Max Spayer, gewesenen Ordonnanz-Offiziers des Generals Mieroslawski. ])r. Steiger hat ihn wegen „Aufheizung der badischen Soldaten“ aus dem Kanton Luzern im Namen der Regierung verbannt. Das rohe Benehmen Spayer's veranlaßte den Söhriftsteller Moriz Wagner, ihn auf Pistolen zu !ordern. Spahcr hat sich nicht gestellt. Hier herrscht seit dem An gebot dcr 24,000 Mann eidgenössischer Truppen eine ziemlich kriegerische Bewegung. Ein Theil des züricher Kontin- gents ist bereits nach der Gränze des badisclen Scekreises aufge- brochen. Die Milizen zeigen frohen Muth; Zerbst in Luzern stellte fich das Aufgebot bereitwillig und vollzählig auf den ersten Ruf des Bundesrathrs.
Italien. Florenz, 26. Juli. (Lloyd.) Eine Deputation dcs hiesigen Gemeinderathes überreichte dem Großherzog von Tos- cana bci deffen Ankunft in Viareggio folgende Adresse: ,
„Dic ersehnic Rückkehr Ew. Kaiserl. Hoheit wird mit der lebhaftcsien Freude von ganz ToScana begrüßt werden, und dieser Tag, welcher den
ur en der Liebe seines Volkes widergiebt, Allen in freudiger und ewiger 'kl nkrung Oi-lb-u, Goßaüon 177“! Guis"! Hohe“ ZUk-ß, da der Ge-
mcindcmth von Florenz vor Allen die Gefühle seiner Ergrbenhci und Zu- neigung im Namen der Stadt auSdriicke, die er zu vertreten die Ehre hat. Die Bevölkerung von Fiorenz, welche mit Wort und That die Herstellung Ihres constitutioneUen Thrones breilte und, kaum fich freiféihlend, in Ihrem Namen das Reich der Ordnung und dcr Wahren Freiheit feierlich einsehte, konnte an diesem Tage hinter keinem zurückbleiben, um Ew. Kaisers. Hoheit zu huldigen, welche durch die Gunst der Vorsehung Allen wiedergege- ben wird, welche das Wahre Gluck dieses Unseres theueren Vateriandes begreifen. Die Gefühle, wclche Ew. Hoheit auf feierliche und liebe- voUe Weise für die florentiner Bevölkerung und gegen uns als deren Ver- treter äußerten, und die fesie Ueberzeugnng von den Bemühungen Ew. Ho-
heit, so viel als möglich die traurigen Folgen der siattgehabtcn Wirren zu
mildern, legte um; die heilige und sehr angenehme Islicht auf, Ew. Hoheit
entgegen zu eilcn und Ihnen die uns von dem efiihle der lebhaftesten
Dankbarkeit eingeflößte Hochachtung und Liebe darzubringen. Florenz sehnt
sich nach dcr Gegenwart Ew. Hoheit und Ihrer erlauchten Familie, bietet
Ihnen durch uns die lebhaftcsten allgemeinen Freudenbezei ungen an, indem
wir Sie bitten, fiir jeßt die Wünsche zu genehmigen, wel : der Gemeinde-
rath von Florenz die Ehre hat, im eigenen wie im Namen der von ihm
vertretenen Bevölkerung auszudrücken, die, steh der Hoffnung hingebcnd, an
diesem schon längst ersehnten Tage das Morgenroth ciner fröhlichercn Zu-
kunft begrüßt, cincr Zukunft gegenseitiger ungetrübter Liebe zwischen Volk
nnd Fürst, und einer eben so freien und unabhängigen als starken und ge-
rcchten Regierung.“
Dcr Großherzog erwiederte diese Adreffe ungefähr mit folgen- den Worten:
„In den Augenblicken, wo die Vorsehung will, daß ich neuerdings den wöcanischen Boden betreie, ist mrin Herz sehr bewegt und befriedigt, indem ich vor Allen den Gonfalonicre und die Vcrireter der Stadtgemeinde von Florenz hcrbcicilen sche, nm die Gcfühle der Ergebenhcit, der Liebe und Freude der florentiner Bevölkerung auszudrücken, und ich erkenne um so mehr den liebevollen Gedanken an, der Sie an dieses Gestade gefiihrt hat, als Ihre Gegenwart mir die angenehme und passende Gelegenheit bietet, hier feierlich der Stadt Florenz, dem Magistrate und den guten Bürgern, Welche fich in schwierigen Augenblicken mit demselben in dem ernsten Amte vereinten, zu wiederholen, wie angenehm und dauerhaft mir die Erinnerung an die edle und großmüthige Zuitiativcist und bleiben wird, welche fie ergriffen haben, um die constitutionelle Souverainetät wieder herzußellen, so wie an die mir bei diesem Anlasse gegebenen Beweise von Treue und [ovaler Er- gebrnheit. Möchte dcr Stadt-Magistmt von Florenz fich vcrfichcrt halten, daß unsere Gefühle und Wünsche gleich sind, daß mir nichts mehr als die Ehre und die Wohlfahrt des gemeinsamen Vaterlandes am Herzen liegt, und daß ich nichts sparen Werde, was die Ehrenkränkung und den erlitte- ner) Schaden wieder gut zu machen vermag. Ich danke endlich der Ge- memde von Florenz und für fie ihren Vertretern für die mir angebotenen Freudenbezeigungcn, mit denen sie meinen und meiner Familie Einzug in drxrwchixpistadt feiern wollen, Keine Freudenbezeigung kann mir mtgcneh- |
Bekanntmachungen. [386]
[385] Ediktal-Citation-
Ueber den Nachiaß des verstorbenen Jusiiz-Kommis- sgrius „Neymcznn 1| unterm heutigen Tage der erbschaft- lichÖ Lt urdaitons-PYzeß eröffnet worden.
erk" ermm zur nmeldung alier An ni e e t am 21. November c., Vormittaxps Fl ZFH vbr dem Herrn Obergerichts-Referendariits Löck im Ver- horzimmer, des hiesigen Gerichts an. Wer fich in die- sem Termine mcht meldet, wird aller seiner et'wanigen Vorrechte verlustig erklart und mit seinen Forderungen nur an dasjenige, was nach Befriedigung der sich mel- denden Glaubtger von der Masse noch übrig bleiben
sollte, verwiesen werden.
Calm, den 7. Juli, 1849.
König!. Kretögericht. 1. Abtheilung.
den wird.
1410
mer sein, als jene der ungezwuiigenen Zufriedenheit der ToScaner, denn das Gilßcksdetselben wird stets der größte Trost für mich und meine Fa- mtte cm.“
Der Großherzo war mit seiner Familie unter vielen Freu- denbezeigun en der andleute in Viareggio angelangt. Die Glocken aller benach arten Dörfer läuteten feierlich und verkündeten nebst den Freudenfeuern weithin den Jubel des Landes. In Florenz herrscht über die nun bald zu erwartende Ankunft des GroßherL zogs ebenfalls ?roßer Jubel, dcr fich nicht nur durch Kanonenschüsse und Glockenge äute, sondern durch herzliche Freude äußert. Das diplomatische Corps begiebt sich nach Lucca, um Sr. Kaiserlichen Hoheit die Aufwartung zu machen. Auch eine Deputation aus Lucca mit ihrem Gonfaloniere an der Spiye brachte Sr. Kaiser- lichen Hoheit die Huldigung der Stadt in einer Adresse dar. In diesem Aktenftücke wird die Bereitwilligkeit hervorgehoben, mit wel- cher die Männer dieser Stadt die Wiederherstellung der Ordnung unterstüyen onrn, und sie frruen sich überdies über die Rückkehr des Fürsten, weil se hoffen, daß die Freiheit, die er gewährt, nur durch die Durchführung fester Geseße ins Leben treten werde. Auf diese in ehr urchtsvollcr Weise dargebrachten Wünsche ent- gegnete ihnen der Großherzog, daß er mit Befriedigung und Dank ihre Ergebenheitsversicherungcn hinnehme und auch einzig und allein strebe, die Erfüllung ihrer Wünsche schleunig zu bewirken, da auch “er sich sehne, das Glück des Landes zu gründen.
In Piave di Sono Wurden fünf Individuen zum Tode durch Pulver und Blei verurthrilt, weil sie zwei Barkcn mit Lebensmit- teln und Briefen an die Insurgenten nach Chioggia brin en Woll- ,tden FUD vor der Ausführung ihres Vorhabens verha tet wor- en nd. *
Türkei. Von der bosnischen (Hränze, 22» Juli, Abends. (AJram. Z.) Die aufständischen Krajner-Türkcn stnd in der Stäre von 5_6000 Mann am 19th in Zsazic und Klokot angelangt, haben am 1861: die Unna-Uebrrgänge bei Ostro- cac, Krupa und Ottaka bescht und sick) mit den angränzrnden gleichfalls aufständischen Nahicn in Vrrbindung gefrbt. Am 20|en und 21|en rückte eine andere Abtheilung iiber Krupa am rechten Ufer der Unna aufwärts gcgen Bihac, [angie am 21sten Nachmit- tags im bihacer Thale bci Vinica an, drängte da die Vorposten des Pascha gegrn Bihac und befehle die AusZänge dcs Gcbirgcs eregar. Am 22sten friih forcirtcn die Jnsurgcntcn den Uebergang iiber die vom Pascha abgetragcne Brücke, Welche über den Bach Klokot fiihrt, „Agyalin Most“ genannt, Verdrängtcn die am rcchtcn Ufer des Kl'okot aufgestellte Wache und rückten gr- gcn Mittag längs des linken Ufers “der Unna von Bihac. Gleichzeitig wurde von ihnen eine Abtheilung nach Gol- lubic südlich von Bihac entsendet, welche diesen Ort nahm, aufs linke Ufer der Unna übersehte und gleichfalls von Bihac die süd- liche Seite umgebend, anlangte. Auf diese Art wurde die Ein- schließung des Pascha in der Festung bezweckt. Das Geplänkel zwischen den Hecken und Gärten im bihacer Thale dauert heute den ganzen Tag fort. Die Anhänger des Pascha, welche sich lang- sam seit 10 Uhr Morgens ge cn die Festungsmauern zurückzogcn, wurden von dem robcn Ge chüiz aus der Festung, aber wie es sich zcigte, ohne Cr?olg unterstüét; gegen Abend wurdcn sie endlich auch aus den Vorstädten gewor en und in die Stadt oder eigent- liche Festung zurückgedrängt, Kleingewchr- und Kanonenfeucr War ziemlich lebhaft. Die Jnsurgenicn cntwickrlten viel Ka- vallerie. Dcr wechselseitige Verlust ist noch unbekannt, wird aber nicht bedeutend sein, indem beiderseitig auf sehr Weite Distanzen geschoffen wurde. _ Den „23. Juli, Morgens. Skit Tagesanbruch hört man aus Bihac fortwährend Kleitige- wehrfruer und zeitweise, doch seltener als gestern, Kanonenschusse. Die Schüsse der Aufständischen Werden aus den nächsten Häusern dcr Vorstädte vorzugsweise gegen die stark befestigte Wohnung des Pascha gerichtet. Es werdcn bereits Leitern zum Stürmen ge- macht, und wenn die Bihacrr die „Thore nicht öffnenund dcnPascha ausliefcrn, wollen die Kraincr-Tiirken zum Siurme schreiten. Dcr Pascha entscndete [ester Tage täglich einen Boten zum Vesir nach Travnik, ihm seine Lage vorstellend und um Hülfe bittend; allein da ganz Bosnien sich drrnrm'n Steuereinführungwiderseiztundmehroder weniger im Aufstandebegriffrn ist, so getrautfich derVefirvorder Hand nicht, mit der ihm zu Gebote stehmdcn geringen Trnppenzahl Travnik zu vrrlassen. Indessen soll der Pascha von Saragcvo, Miistaj-Pascha Babic, wclcher stets mit den aufständischen Krainer- Tiirkcn unter einer Dcckc steckte, wenn cs seinem Vortheile ait, den Auftrag crthcilt haben, nach Vihac zu eilen, die Aufständijgchcn zu bcruhigcn und zum Auseinandcrgchcn zu bewegen. _ Dcn 24. Juli. . Die unter den Anführern Kcrich ans Buzim, Dizdar aus der Feste Wranograda und Allaga Risvich aus Großkladußa zusammcngcrotteten Türken, an 12,000, habcn Posvizd verlassen und sind nach Bihac gczogcn. Dort angelangt, forderten solche den bihachcr Pascha Bischcvich auf, sich cntwcder zu ergeben oder aber abzuzieZen. Pascha Biszcvich verständigte sich aber zu kei- ner diescr orderung, verschloß die Festung nnd antwortete, daß er so lange dort Bcfehlshabcr blcibcn ivcrde, bis ihn der Statthalter von Bosnien abrufc oder ihm dcn Auftrag er- theike, ihrer Fordcrung Genüge zu leisten. Mit dieser Antwort nicht zufrieden, griffen die Jnsurgenien die Festung an; der Pa- scha mit seinem Anhangc vou beiläufig 800 Mann erwiederte ihren Angriff mit Gegenwehr, und seit drei Tagen, d. i. vom 21sten bis zum gestrigen, wird, so wie die Türken versichern, beiderseitig hef- tig geschossen, ja aus der Festung Werden sogar Kanonen abge- feuert, um die Insurgenten in Schach zu halten; der Pascha Bis- cevich, der diesen Fall nach Travnik berichtete, erwartet von dort Hiilfe. Obwohl alle Zugänge der Festung gesperrt, die Brücke an der Unna abgetragen und akte Fahrzeuge durch den Pascha ver- senkt Wurden, so fürchtet doch immer der Pascha, daß er sick) mit
['
Statthalter von Bosnien dürfte nach Aussage der Vertrauten nicht sobald dem Pascha u Hülfe kommen, denn er soll diesfalls nach Konstantinopel beri tet haben und von dort die weiteren Befehle abwarten. Vorzubeugen, daß die Jnsurgenten die Oberhand ge- -winnen, oll Tahir Pascha von Travnik an Ersteren mehrere von seinem efolge zugesendet und dieselben aufgefordert haben, Ein- halt zu thun, indem ihnen Gerechtigkeit widerfahren und Erleich- terung der Abgaben verschafft wer e, denn die Abgaben sollen nicht so drückcnd sein, daß solche einen Aufstand herbeiführen sol- len; er wolle übrigens glauben, daß die, Muteselims und Capi- taine die Beschlüsse mit mannigfaltigen Erschwernissen zu eigcnen Gunsten verlautbart hätten, woran jedoch weder er, noch die Re- gierung Schuld trage. Die besireviche Mohamedbeg und Efendi- beg haben sich nach Ostrochack) geflüchtet, die Feste abgesperrt_und sollen die Jnsurgenten erwarten, die allgemein verlautbarten, daß sic sogleich, wie sie Bihac bezwungen haben, sich dahin und von dort nach Buchim begeben ivcrden, um auch solchenzu bc- zwin en. Man ist allgemein dafür, daß die Jnsurgentcn fur eine ere te Sache kämpfen, ja, wie die Türken versicherten, so Werden Zch nach Einfcchsung der Acrndte alle Waffcxzfähige an solche a„n- schließen, um das Joch, das man ihnen aufburden will, gbzuschut- tcln. Mutesclim Arnaulovick) soll noch im Zweifel sein, welche Partei er crgreifen soil. Pascha Biscevich hai auf den Kopf des Kcrick) 100 Stück Dukaten geseyt, es fanden sich auch vier Turken aus Jzacirel, die dieses Untcrnchmen wagten und ins Lager sich begaben; in der Meinung, daß solche dcn Kerich erschossen, der mit mehreren Anderen um ein Feuer saß, erschossen sie cinen von seinem Anhangs, blessirten einen zweiten Türken und ein„Pf'erd und ergriffen dann ciligst die Flucht; durch die Nacht begiinstigt, entkamen sie der Wuth der Jnsurgentcn.
Königliches Schauspielhaus. (Den 31. Juli.) , , Fräulein Vilatta ab im weiteren Verfolg ihrcs-„Ggsisptels an) Mitt- woch die Auguste in Fanemfeld's Lustspiel „Großjghng“ und die Base in dem Huttschcn dramatischen Gcnrrbild „Das war :ck“. Recht gelungen war die zweite Rolle und durch Herrn lela, (Pachter), Frqu von La- valladc (Pächterin), Frau Birch (Nachbarin) und Herr Hilkl- (Knecht) gut unterstützt, so daß nile am Schluß gerufen wurdrn. Frl. Vllatxa s Spiel war natürlich, munter, keck, ohne die Gränzcn der Dczxnz 331 "Fr“ schreiten oder in läppiscbe AuSgelassenheit zu fallin. Auch „Ubkk ihre e- handlung der Vaucrnfcldschen Auguste läßt sich mt Weskyklkchk," nur “*“er kcnnend sprechen. Landmädchcn, die durch Unézrzwnngcnhett, H„klkkkakz ha unbewußte kleine Kokettcrieen, natiirlichen Vertand und Hkkzkchkkkt einneh- men, weiß unser (Hasi recht ansprechend zu geben, Oh11k„_d“ß MrFredoch ("s cht glaubten, auch höhere Anforderungen machfn (S" durfen. (meaangc- nehme Ueberraschung bereitete uns deshalb hkl"? JW Vila"?! “ks «orie ' t tadt.“ , m „errFFLnLYgéeit, die aus dieser licblichstcn Gestalt Ayerbach's spricht, eine Gestalt, die selbst die geschäst-ch Hexade, der Frau Btrcb-Pfxtffer pas- firte, ohne allzuviel von ihrer Ursprunglichkcit zixruckzuiaffen, wurde durch Frl. Viiatia recht glücklich wiedergegeben. Nach cko bisherigen Leisturigen ließ fich kaum erwarten, daß es ihr in dem Maße gelmßen wtirde, dieses Lorle über ihre andere, aus gröberem Stoffe geformten &gndnwdchen em- porzuhcbcn desto erfreulicher war es deshalb, so manchen individuellen Zug im besten Lichte zu erblicken. Wenn auch die frühere Darstellung des Lorle dnrch Mad. Hoppé außer einem noch zarteren Kolorit dxn Vorzug hatte, daß fie so manches Verfehlte oder Gewagte in der dichterischen AU- lage des Charakters dem Blicke mehr oder minder zn entzichcn wußtr, soisi doch nicht zu leugnen,baß auch Frl.Vilatta's Talent darin manchen glncklichjen Griff that. So 3. V. bei der Katastrophe. Ju Auerbach's Novelle befriedigt die- selbe ebensowenig, als in der Birchschen Bearbeitung, denn dort glauben wir es dem Dichter mcht, daß dieses „marinehasie“ Wesen den Mann, den fie liebt und von dem sie fich geliebt weiß, verlaffen konnte, wenn er ihr auch bitteren Kummcr machte _ hier können wir es der Frau Birch nicht ver- geben, daß fie das unglückliche Paar urplöslich auf einen Wagen packt nnd zuriick in den Schwarzwald schickt, Wo doch offenbar der arme Maler nicht aushalten odcr dnrch sein Unglück die Frau noch elender machen würde. Man begreift nicht, warum der verständige „Kohlcbratcr“ seinem Freunde nicht räth, mit drr Gattin nach Florenz odcr Rom zu gehen und dort nur dcr Kunst und der Erziehi'ng seiner Frau zu leben; dieselbe würde sehr bald italienisch ohne schwäbische Accente gesprochen, die ccnvcntionellen Formen angenommen und keine Schulkameraden auf der Hauptwache ge- troffen haben. Bei Frl. Vilatta glaubte man in dcn [chien Scenen durchschimmrrn zu sehen, daß nur auf einen Augenblick einestheils die Autorität des Vaters ihr Herz zum Schmeigen brachte, sodann das ge- ängstégte Weib sich selbst cinzureden suchtc, daß ihre Entsagung zu Rein- hard's Glück nöthig sei, und so wurde der übereilte Entschluß Lorle's eini- germaßen glaubhaft; leider fiel der Vorhang zu rasch, sonst Würden wir geschen haben, wie die Frau Professorin _ aus dem Opfer ihres Mannes dessen noch immer lcbcndige Liebe fiir fie crkennrnd _ bald dahin gekom- men wäre", ihre klcinen schwäbischen Dorfgeschichten zu vergessen und sich an Reinhard's Kiinstlematur hinaufzuranken. Daß dieses zarte Epheu bis- her unter allerhand Gemüse, Kiichcn- nnd Futterkräntem am Boden hin- kroch, War lediglich die Schuld Rcinhard's. Mochte diese Eiche auch in ei- niger Entfernung in einem engen Hofe wurzeln, dcr stolze Baum durfte nur einen Ast iiber die Gartenmauer hmübcrstrrcken, um die Schnsiichtige zu empfangen und mit ihr bcrciiit dcn höheren Nrgioncn cntgegenznstreben. Der schwarzwaldcr Dialekt War nicht ganz rein, Und man be- merkte hier und da unlegitimirtc Streifzüße auf österrcichischcs Gebiet, was an Ort und Stelle leicht hätte mit der Polizei in Konflikt bringen können; unsere unkundigcn norddeutschen Ohren nehmen's damit halt nicht so genau. _ Fran Thomas war als Gräfin Fclscck _in rühmlicher Weise bemüht, die frühere Leidenschaft und die späteren Rückfälle des Malers zn motivircn und kam damit so weit zu Stande, als es das von der Versaffcrin iiber- lieferte Material nur immer gestattete. Herr Müller wußte dcn Hirois- mus, mit dem fie diesem Freter die Hand reichte (einen Heroismus, iiber den selbst der Onkel der Gräfin, Herr Franz, ein feines Lächeln nicht un- terdriicken konnte), ins hellste Licht zu sehen. Herr Müller hat in der leh- ten Zeit das dankenstvcrthe Streben erkennen lassen, seine polterndc Sprache und sein barschrs Wesen möglichst zu mildern, dabei gerieth er aber heute cinigemale in einen anderen ihm sonst fern liegenden Fehler, indem er näm- lich ganz unverständlich sprach. _ Herr Commenz, K'ammerjunker, schien bii seiner ersten Erzählung im Tone Herrn Hendrickw kopircn zu wollen, was ihm zwar nicht ebcn völlig gelang, jedoch immerhin keinen üblen Ein- druck machte und für seinen Geschmack ein günstiges Zeugniß ablegt. Dic
seinem kleinen Anhankze nicht lange wird halten können, denn un- ter seinem Anhangs snd auch Viele, die dem Unternehmen der In-
Oeffentliche Vorladung.
Der abwescnde Schäferknecht Johann Friedrich Span- nagcl wird auf Ansuchen seiner Ehefrau Marie Doro- thee, geborenen Leu, zu Eichstedi, welcbe behauptet, von seinem Aufenthalte aller angewandten Mühe ungeachtet “ keine Nachricht erhalten zu haben, hierdurch aufgefor- dert, fich binnen drei Monaten und spätestens in dem auf
den 5.„November c., Vormitt. 10 Uhr, im Krengxrtchte hierselbst angeseßten Termine zu gestei- 1en*_und die wegen böslicher Verlassung an cstcllte Ehe- scheidungsktage zu beantworten, widrigenfa s die bös- liche Verlassung fu'r dargethan angenommen und auf die Trennirpg der Ehe erkannt und der ausbleibende Ehegatte fur den allein schuldigen Theil erklärt wer-
Spandau, den 25. Juli 1849. Das Ehegericbt des Königl. Preuß. Kreisgerichts.
fyxgenten G11ch_.yx1?é,_e_ixxx1„_syxxx1,„_?bxégétxg__xv_ix1xs_ch21:_ Der
[332]
Vormittags 10 Uhr,
übrigexxépsxsyxxxxl ?,ÉIYÉYLSZWMW117x115„stÉjh“,k„191415742145,
Aachcn-Diiffeldorfrr Eislnbahn- Gkskllsckmst. '
Vchxlfs Mittheilung des Ergebnisses der seit der au- ßekgewohnlichcn, am 25. April 6. stattgehabten Gene- ral-Yersammlung bei den Staatsbehörden fortgesesten Antrags auf Uebernahme, resp. Unterstüzung des Un- ternehmens, so wie wegen der dieserhalb erforderlichen Beschlußnahme_mzd eventUell behufs Vollmachts-Er- theilung zur definitiven VerträgC-Abschließung mit der Sinats-Regterung, resp. Vornahme der fich demnächft durch diesen Vrrtrag ergebenden Abänderung der Sia- tuten, laden wir die Actionaire der Gesellschaft zu einer
andertveiten außergt'Wö-hnliclM Ge- ncral-Versammlung auf
Freitag den 10. August d.Z.,
Scene mit der Frau Professorin spielte er nicht ohne Geivandtheit. _ Alle
nach Aachen in den Theater-Saal hierdurch ein.
Der im Art. 29 des Statuts vorgesehene Nachiveis iiber" den Besiß der Actien erfolgt an den beiden lesten Tagen vor der Generai-Versammlung, Vormittags von 9 bis 1 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, auf unserem Büreau in Aachen am Burtscheider Verbin- dungswege cntWeder durch Vorzeignng der Reisen oder durch Beibrin ung eines genügenden Zeugnisses über den Besiß dersgelben. Diese Zeugnisse. können _ außer von- inländischen Noiarien und kompetenten Bchordcn_ in Berlirr von den Herren Anhalt und Wagener, in Giadbach vom Herrn Kommcr iZn-Rdth Q. Crbon und an denjenigen Orten, wo irecnons-Mttgliedcr wohnen, von diesen ausgestellxwerden.
Gegen Vorzeigung der Actjen oder der BrsiH-Bc- scheinigung derselben erfolgt an den obigen beiden Ta- gen zu der angegebenen Zeit die Ertheilung der Ein- trittskarten zum Besuch der General-Versammlung.
Aachen, den 4. Juli 1849.
Die Direction,
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_2 xxx“. für ? Fax:. 4 e . a k. 8 Rt “. . 1 a r-
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Preußischer
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Behren-Srraße Nr. 57,
NL)“ 214.
“Berlin, Dien|ag d'en 7. August
I n h a l t Amtlicher Theil.
Deutschland.
Pkeußen. Berlin. Wahlen. _ Breslau. Ankunft des Generals *
- Lamoriciére. _ Erfurt. Aufhebung des BelagerungNustandeE.
Oesterreich, Wien. Hofnnchrichi._Nachrichten ans Haynau's Haupt- quartier. _ Einrücken des Nugéntschen Corps in Kaposvar. _ Temes- “var. _ Gefechte bei Hetenb. -
Sachsen. Dreöden. Ankunft Ihrer Majestät der Königin von Preußen in Pillnis nnd des Herzogs von Parma in Dresden._ Abreise der Prinzessin Amalie nach Wien.
Württemberg. Stuttgart. Stände-Verhandlungen.
Baden. Ka r 1 s r u h e. Kinkel nach Rastatt abgeführt. _ R a st at 1. *
Die Gefangenen. _ Freiburg. Rückkehr der nach Rastatt gesandien
Deputation, _ Der MMZ von Preußen nach Donaueschingen. Säjleswig-Holstein. ie]. Truppen-Aushebuug. _ Flensburg.
Verlust in Folge des Kampfes bei Friedericia. _ Friedrichstadt. Der
Ueber ang der Reichstruppen über die Eider. “ O_ldxn urg. Oldenburg. Rede bei Eröffnung des Landtages. Ltppe=Detmold. Lemgo, Neue religiöse Sekte,
Ausland.
Oesterreich. Pesth- Gefechte bei Miskolc; uud Kis-Telek. _ Bacska. Bewegungen der verschiedenen Armeen, _ Aßram. Knicjauin's Opera- tionen. _, Semliu. Bewegungen der Magyaren im Banat. _ Kra- kau. Ankunft Puchner's. _ Treviso. Laguneufieber.
Franertck). Paris." Das neue Yreßgesey. „- Deutsche und polnische Flüchtlinge. “- Vkmnschtes. _ traßburg. Mittheilung über M.
. Weil's Tod. * Großbritanien und Irland.. London, Karl Albert +. ' Eidessormnlar und Besiallungs - Klausel.
Dänenxark. Kopenhageic.
Schwetz. Bern. Genehmigung des Truppen-Aufgebots durch die Bun- des-Versammlung, _ Vermiychtes.
Italien. Turin. Eröffnung der Legislatur und Nachrichten vom Frie- densabschluß mit Oesterreich. _ Pisa. Durchreise des Großherzogs. _ “Arezzo. Verfolgung der Garibaldischen Schaarcn. _ Sinigaglia.
Verhaftungen. _ Bologxna, Erlaß gegen Wucher.
Börsen- und Handels = Nachrichten. V e i l a g e.
„Amtlicher Theil.
Sanssouci, den 6. August. Seine Majestät der'König sind von Swinemünde, wo- selbst Allerhöchstdieselben die Vertheidigungswerke in Augenschein genommen haben, heute auf Schloß Sanssouci zurückgekehrt.
Se. Majestät der König haben Aller nädigst geruht:
Dem Obrrften bon Stegmans y, Mitglied der General- Ordens-Kommission und der Direction der allgemeinen Kriegsschule, den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub zu ver- leihen.
Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl ist von Swinemünde zurückgekehrt.
Finanz - Mtinisterinm. Monats-Uebersicht der preußischen Bank, gemäß §. 99 der Bank- Ordnung vom 5. Oktober 1846.
A k t i v a. 1) Ge rägtes Geld und Barren ............... 16,722,Z00 Rthlr. 2) KaFen-Anwäsungen und Darlehns-Kassen- scheme ..... - ................................ 4,430,900 » 3) Wechsel-Bestände ................... 10,955,100 „ Z) LSombard-Bestände .............. F .......... 1 0,217,400 » ) taats- a iere ver iedene orderun en und thiéa.p....“ ...... sch ................ ?.. 13,187,800 „ P a s s i v a. 6) Banknoten im Umlauf ...................... 17,888,Zl)0 :- 7) Depositen-Kapitalien . .................... 20,990,500 „
8) Darlehn des Staats in Kassen-Anweisungen (nach Rückzahlung bon 4,900,000 Rihlr., cir. §. 29 der BaUk-Ordnung Vom 5.
Oktober 1846) ....................... 1,100,000 )* 9) Grithaben der StaatskcÉsen, Insitute nnd anat-Personen, mit inschlu'ß des Giro- erkehrs ................................... 2,816,400 »
Berlin, den 31. Juli 1849. _ Königl. preuß. Haupt- Bank '- Direktorium. _ (gez.) von Lamprecht. Witt. Reichenbach. Meyen. W o h w o d.
Ministerium der geistlichen :c. Angelegenheiten. “ Die KoniZliche Akademie der Künste hat den naturhistorischen Kupferstecher arl Traugott Haas hierselbst, nach Anficht der
von ykmselbrn vor ele ten roben einer Arbeit. 11 i rem akade- mifchen Künsi g g P s 3 h
heutigem Datum ausgefertigt. - Berlin, den 4. August 1849. Direktorium und Senat der Königlichen Akademie der Künste. (gez.) ])1'. (H. Schadow, Direktor.
Angekommen." Se Excellen - . . . zder General-Lieutenant und COMMANDER der 4ten Division, von Wedell, von Bromberg,
ler ernannt und das Patent für denselben unter '
y, Se. Excellenz der Ober-Burggraf im Königreich Preußen,
; von Brünneck, vori Trebniß,
] Se. Excellenz der Herzoglich naffauische Minister-Präsidrnt ! Vollpracht, von Wiesbßden,
; Abgereist: Se, Excellenz der Oberschenk von Arnim, F nach Brüssel.
! Se. Excellenz der Königl. sächsische Staats-Minister von ] Zeschau, nach Dresden.
, Der französische General Lamoriciére, nach St. Pe- tersburg.
. Liichtamtlichcr Theil. _D eutschland.
Preußen, Berlin, 6. Aug. Von den Wahlen zur zweiten Kamm er sind uns ferner folgende bekannt geworden: ReßierungséB-s zirk Köslin. Zter Wahlbezirk: Landrath v on K [ eist- R e xz o w, Regierungs- und vortragende Rath im Mini- FeZimZ des Jnnem, Freiherr v o n Meu- e a , Gutsbesiizer S tettin zu Luckniy. Regierungs-Bezirk Merseburg. " 2ter Wahlbezirk: Landrat von Kleist zu Collochau, Landrat v on J agow zu Wittenberg.
Breslau, 4. Aug. (Brest. Ztg.) Der General Lamo- riciiére, Gesandter „der französischen Republik am petersburger Hose, ist gestern Abend hier eingetroffen. Er begiebt fich mit dem mor- genden Frühzuge nack) Krakau und von da nach Warschau.
Erfurt, 4. Aug, (Erf. Ztg.) Der, erste Kommandant, General - Lieutenant von Voß, und der Regierungs - Präsident du Vignau, veröffentlichen folgenden Beféhluß des Staats-Ministeriums: „Auf den Antrag der betreffenden Militair- und Civil-Behörden vom 14ten d. M. beschlie t das KönZYiche Staats-Ministerium hierdurch, den am 24. ovember v._'_' . über die Stadt und Fe- stung Erfurt und deren Umkreis «verhängten Belagerungszustand aufzuheben und diesen Bcsxhluß den Ministern des'iJnncrn und des Krieges zur weiteren Veranlassung zuzustellen. "* *
Berlin, den „26. Juli 1849.
Königliches Staats-Ministerium. Graf von Brandenburg. von Ladenberg. von Man- teuffel. von Strotha. bon Rabe. Simons.“
Oesterreich. Wien, 4. Aug. Ihre Majestät die Kaiserin Mutter hat am 1. August Innsbruck verlassen und sich wieder nach Salzburg begeben. ?
Der Lloyd meldet: „Die neuesten Privatberichte aus Pesth von vorgestern melden, daß Feldzeugmeister Haynau am 1sten mit seinem Hauptquartier nach Szegedin aufbrechen wollte. Die ma- gyarischen Chess Meßawsz- Kiss und Desö'ffy hatten mit ihren Schaaren die Verschanzungen verlassen.“ Die Wien. Z tg. berichtet: „Nach einer Meldung des Feldzeugmeisters Baron Haynau vom 31. Juli aus Felegyhaza mußte er noch den folgenden Tag dort verweilen, um dem am 80. Juli in Theresiopel cingerückten dritten Corps einen Rasttag zu gönnen. Der Feind hatte diesen Ort am Morgen desselben Tages verlassen und sich gegen Szegedin zuriick- gezogen. Der Feldzeugmeister bereitete Alles zum Angriffe auf Sze- gedin vor. Nach Csongard, wo einige Mann eines Streif-Corps ermordet worden waren, wurde eine Brigade entsendet, bei deren Ankunft sich bereits Alles geflüchtet hatte und an fünf Stellen des Ortes Feuer ausbrach, dessen -. Veranlassung jedoch Unbe- - kannt ist, da es von unserm Truppen nicht angezündet wurde. Leute, die von Gyula kamen, sagten aus, daß in dieser Gegend die Nationalgarde die Geivehre weggeworfen hätte und überall auseinander elaufen sei, dann, daß die ungarische Regie- rung fich nach Gro wardein geflüchtet habe. Nachrichten, Welche aus dem Hauptquarticre des Feldmarschalls Fürstén Paskewitsch anlangten, ließen vermuthen, daß derselbe bereits in Debreczin ein: gerückt war.“
Aus glaubwürdiger Quelle ist der Grazer Zeitung die Nachricht zugegangen, daß der Feldzeugmeister Graf Nugcnt mit seinem Corps am 30, Juli zu Kaposvar,-in der Nähe von Fünf- kirc'hen,„eingeriickt ist. Nirgends, wird berichtet, sind unsere Trup- pen "bisher auf einen Widerstand gestoßen, die Bevölkerung be- grüßte sie im Gegentheile als ihre ersehnten Befreier. In und bei Kaposvar sollen vor kurzem noch 12,000 Landstürmler, 1500 Honveds und 90 Husaren mit mehreren kleinen Kanonen konzentrirt gewesen sein. Der Landsturm hat sich am 26.Juli auf- gelöst, die Honvedsund Husaren aber zogen, wie man wissen wollte, gegen die Donau. Weder im baranyer noch im tolnauer Komitate besteht, dem Vernehmen nach, eine Schiffbrücke über die Donau; im leytercn ist überdies der Landsturm auseinandergegangen. Ma- jor Dondorf befindet sich mit seiner Kolonne bereits beim Corps des Feldzeugmeisters, Welches am 1. August seineOperationen fort- geseyt haben dürfte. Auch langte im Hauptquartier des komman- direnden Herrn Generals die Nachricht ein, da bei Baja den In- furgenten vier Dampfschiffe nebst der pesiher chiffbrücke von den - K. K. Truppen abgenommen wurden.“
Soldatenfreund meldet, die erfreuliche Nachricht, daß das noch
cernirte Temeswar bis lebten Juli entseyt sein diirfte.
_ Der Soldatenfreund enthält folgende Nachrichten: „Am 30. Juli um halb fünf Uhr Morgens warde die Brigade Pott in
der Cernirun sstellung bei Heteny vom Feinde in drei Kolonnen mit vier bis ?ünf Bataillonen Infanterie, vier DiVisionen Kavallerie
Unsere neuesten Berichte der Südarmee bringen, wie der“
und vier Batteriecn zu acht Piecen heftig angegriffen, dem der General-Major Polt leider nur sechs sechspfündige Geschühe und" eine sehr schwache Division Ulanen nebst vier Bataillonen entgegen- stellen konnte. Troß des ruhmvollsten Widerstandes, in dreimal genommener Stellung, wurde doch die Brigade zum Ruchuge ge- zwungen, den sie über Bajts nach Neuhäusel nahm, ]tets Vom Feinde verfolgt; erst hinter diesem Orte und der Neutra faßtc General - Major Pott Posto, aus welcher Strlxung jedoch derselbe wieder auf das Plateau von Heteny rucktr, da ihm Verstärkungen zukamen. Der Verlust dieser Bri- gade ist ziemlich bedeutend; an dreißig bis vierzig Todte und Verwundete sind zu beklagen, leider aber ist die Zahl der mit Cholera Befallenen und aus gänzlicher Ermattung Niedergesunke- nen mehr als doppelt so groß; der Verlust des Feindes ist unbekannt. Um dicsen Angriff zu demonstriren, wurde am selben Tage um halb sieben Uhr Morgens die Brigade Liebler, bestehend aus drei Bataillons Step an mit neun Grschühen, in der Stellung auf der Schütt an- gegri en. Um den Feind in das Geschiihfeuer dcr Vcrschanzungen zu "locken, wurde der Rückzug hinter dieselben befohlen; da jedoch der Feind das weitere Vorrücken nicht wagte, Wurde er aus seiner Stellung bei St. Pal durch einc Vorrückung vom linken Flügel in Staffeln vorwärts geworfen und bis über Nemes-Oers verfolgt, Dabei wirkte Gcneral-Major Barco durch einige wohlaugebrachte Schüsse aus Zwölfpfündcrn vom rechten Ufer mit gutem Erfolge mir, und der Feind verlor zwölf Todte und Verwundete, worunter ein Offizierz unser Verlust ist ein Todtcr und zwei Verwundete. Eben so wurde an diesem Tage der Beobachtungsposten zu P.Kava und Markos mit Uebermacht angegriffen, ersterer Weiler verbranni. Diese Posten zogen fich nach Kößegfalva zurück, wo sich eine Kriegs- brücke über die Waag befindet. Am 31. Juli wurde um halb zehn Uhr Nachts die Kriegsbrücke mit Geschüiz angegriffen, jedoch im Feuer abgetragen und in Sicherheit gebracht, Wobei vier Com- pagnieen des dritten Batailions Stephan cifrigst mitwirkicn; der Feind zog sich nach Komorn zurück.“
Saehfen. Dresden, 5. Aug, (Leipz. Ztg.) Gestern Nachmittag ist Ihre Majestät die Königin von Prcußcn in Pillniiz und heute St.Kbnigliche Hoheit der regierende Herzog von Parma hier eingetroffen.
Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Amalie ist heute früh über Prag und Wien nach Baden gereist.
Württemberg. Stuttgart, 2. Aug. (O. P. A. Z.) Die Ständr-Vcrsammlung beschäftigte sich heute mit drr Wieder- berathung cinzclncr Bestimmungen der Gcsxy-Entwürfe iiber das Jagdwesen, das Pensionswescn, das Ablösungsgcscy, wobei die Stände grgt'nübcr der abweichenden Ansicht der Staatsregierung theils nachgaben, theils auf den früheren Brsckiiüsscn brharrtcn.
Den Ammg des Abg.Schodcr auf Versetzung der Dcpartemrnts-Chess in Ankla eßand bei dein Staatsgerichtshof hat die staatsrechtliche Kommis- sion der Ständeversammlung folgendermaßen gewürdigt. Dcr Gkgcnsiand der Anklage vor dem Staatsgerichishof kann nur eine Verchung der würt- tembergischen Verfassung von Seiten der Minister sein; indem aber der Antragsteller in einer Handlung des Ministeriums gegen die National-Ver- sammlung den Grund zur Klage findet. scheint er jedenfalls iiber die Kom- petenzbesiimmung der Verfassung hinauszugehcn. Auch kann ein württem- bergisches Gericht für Verbrechen wider dic Rcichchrfassung damm nicht zuständig sein, Weil die Fälle des Hochderraths wider das Reich in §. 126 der Reichs-Verfassung zur Strafgerichtsbarkeit des Reichs- Gerichts Überwieseu find. Uebrigens handelt es sich hier nicht Von einem Unternehmen wider die verkündigte Reichs-Verfassung nnd die darin einge- seste Gewalt, sondern von einem Angriff auf die vcrsassunßgebende Natio- nal-Versammlung. Diese aber hat zu ihrem Schutze das Reichsgeseß vom 10. Oktober 1848 beschlossen, Worauf sich auch der Präsident LJWe Ziik Abivendung der Militairmacht berufen Wollir. Aber anch dicses Gesrß (namentlich sein hierher gehöriger Art. 1) gibt für die Frage von der Kont- petenz keine entsprechende Lösung. Ein besonderes Gericht ist nämlich für die Verbrechen an der National-Versammlimg in dem genannten Gesche nicht eingesest, Es tritt daher die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte ein .und nicht die finguläre Einrichtung des Staats-Gerichts- hoses. Damit fällt aber nicht blos drr cine Theii dcs Schoberschen Antrags, die Departementschcfs vor den Siaatsgerichisbof zn ziehen, son- dern auch der andere Theil, daß von der Kammer eine Anklage wider die- selben erhoben werden möge, welche nur bci eincm Staatsgcrichtshofe ange- stellt Werden könnte. Dennoch könnte Von einem Standpunkte aus der _Schoderscbe Antrag formell fich rechtfertigen lassen. Die württembergi- jche Verfassungs-Urkunde berührt nämlich die Theilnahme Württembergs an dem deutschen Bunde. In gleicher Weise wie hier das Königreich Würt- i_embcrg als Bestandtheii dcs dmtschen Bundes erklärt ist, erscheint das- jelbe nach §. 1 der in Württemberg anerkannten Reichswerfaffung als ein Gebietsthcil des deutschen Reiches, und man wird demnach anzunehmen be- fugt sein, daß eine Verletzung dicses Verbandes die württembergische Verfassung nicht minder bcrühre, wie die Verletzung irgend eines anderen Punktes derselben. Es würde also eine gctvaltsame Auf- lösung der National - Versammlung oder auch nur ein Versuch der Sprengung derselben allerdings als Hochverrat!) anzusehen sein. Es ist hier dix Frage. von dem Fortbestand der National-Versamm- lun m ErwägunÉz zu ziehen. War es wirklich die verfassunggcbende deutlgche National- ersammlnug, Welche in den Mauern Sttiitgarts tagte, so hat das Ministerium , Welches diese an ihrer Zusannncnkuust nnd Thä- tigkeit bivderte, allerdings einen Staatsstreich verübt, den man juristisch mit dem Namen des Hochverraths bezeichnen kann und muß. War aber jener Verein von Mitgliedern der National-Versammiung einstweilen ohne offi- ziellen Charakter, eine Privatgesellschaft, die ihre Zusammenkunft hal- ten wollte, bis fich die zu Recht bestehende National - Vrrsammlnng wieder zu einem Ganzen versammelte, so war das Hindernis; ihres Zusammentritts am 18. Juni nichts Anderes, als eine polizeiliche Maßregel, vielleicht eine Ueberschrcitung der Amtsgcwalt, wogrgen die gewöhnlichen Mittcl der Beschwerde, nicht aber sofort eine Anklage wcgrn Berfaffungö-Verlevung oder gar die Klage auf Hochverrath bcgriirxdet wa- ren. Jm Gcsammt-Minisicrium herrschte, wir es scheint, über dir Fragr von der Rechtsbesiändigkeit der siuttgarter Versammlung cine Mrznuugs- Verschiedenheit. Staatsrath Römer z. B. äußerte: „Die FMI? uber die' Gültigkeit der Beschlüsse des bis auf 100 Stimmen hcrgbgt'dkuckkln Par- laments ist nach meiner Ueberzeugung nicht nach dem jurtßlschk') 947913179?“ zu beurtheilrn, sondern nach dem politischen.“ Welches mm die WMW!" (ben An achten der einzelnen Departements-Chefs waxep, „so fragt “5 sie?) vor 91 em, ob die Handlungen des Ministeriums an s')