1849 / 219 p. 4 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

' s-Ver ammlun einlegxu köniien, nachdem es dieselbe ange- ZxquYeanéeschästsbat, _ach mrmerFruher schon ,aUSgesprochenen An- sicht wäre der ganze Streit mat der Zxrßorung des Stsungssaqles der so- genannten Reichs-Versamm-lung „gar mcht vorgeksmmetxj denn uh hatte fie ar nie hicrher gelassen, ich hatte fie, gar i_11e_thren Otsizngssaal mache): assen. Nachdem aber das geschehen lst, bm tch_ der Meinung„ daß wu- diesen leötén Gegenstand, inwiefern eine Beschadigung angerichtet wor- den i| und inwiefern er überhaupt zu unserer Cogmnon gekom- men ist, !iegen lassen, um so mehr, als auch von dem Herrn Abgeord- neten von Befigheim hier in der Kammer erklärt wurde, daß eme erlklage dagegen anhängig sei; ich glaube, wir sollten diesen Gegenstayd gqnz rit- hen lassen, nicht, weil ich damit die Handlungsweise billigen will; 1ch b!!- lige, daß man die Reichs-Versammlung nie mehr hat Siyungeu halten las- sen, aber nicht, daß man das Sisungs-Lokal hat zusammenteißen lassenz es wäre gerade so ut gewesen, wenn man Truppen davor hingesicllt und Niemand hineingelaFsen hätte. Das Resultat der Abstimmung, Annahme der Kommissions-Anträge, ist bereits mitgetheilt worden.

Baden. Rastatt, 3. Aug, Unter den zu Rastatt gefun- denen Papieren befand sich auch nachfolgender Brief des Professors Tiedemann in Heidelberg an seinen Sohn, den ehemaligen Komman- danten von Rastatt:

„Heidelberg, den 16. Juli 1849. Mein Sohn! Mit wahrer Bettüb- niß, muß ich offen bekennen, habe ich Deine Zeilen vom 13. Juli erhalten, die mir leider die traurige Gewißheit brachten, daß Du Dich in Rastatt befindest. Bisher hielt mich das Vertrauen zu Deiner Ehreuhaftigkeit und Besonnenheit ab, der in öffentlichen Blättern verbreiteten Nachricht, daß Du Kommandant in Rastatt seiest, Glauben zu schenken. Sehr schmerzhaft hast Du mich aus dieser Täuschung gerissen.

„Gleich bei Deiner Ankunft aus Griechenland, da gewissenlose nnd durch Wahnfinn verblendete Demokraten Dich und Deine militairischen Kenntniffe in der revolutionairen Bewegung zu benutzen gedachten, habe ich Dich aufmerksam gemacht, daß es fich dabei nicht um die Aufre'chthaltung und Vertheidigung der deutschen Reichsverfassung und um die Erlangung der Einheit und Macht des theureu deutschen Vaterlandes handle; - es

eite rtelmebr der Durchführung der rothen Republik. Im vorigen ,;Zhre hattest Du den schändlicheu Einfliisierungen des ehrgeiziger! Hecker kraftig widerstanden; ich bestürmte Dich daher mii Biiten, auch jest Wider- siand zu leisten und Deinen Namen und Deine Ehre nicht durch Theil- nahme an einer schlechten Sache zu beflecken. Wenn meine Bitten und vorgebrachken Griinde Dich nicht überzeugt und auf dem rccbtcn Wege zu erhalten vämochten, so wird die Bekanntmachung des kurzffchtigenBrentauo, die ich zur Notiz beilege, Dir gewiß die Augen öffnen. „Buben find es, welche das roße Unheil und die nie zu tilgende Schande iiber das schöne Baden gexbracht haben. Du wirst nun die 11e- berzeug-mg gewinnen, daß Du uicht im Bunde mit ehrenhaften Männern, sondern ,mit-niederträchtigen, ehrsiichtigen, geldgierigen, Verblendrten Men- jcl)en, mit einer Wahren Räuberbande und dem AitSWUtse aller Nationen Europa's eine schlechie und schänvliche Sache verthcidigsf.

„Du gehörst zu den wenigen edlen (Hemüjhern, die in neuester Zeit durch den glühcnden Wunsch, dem deutschen Volke Einheit und Freiheit erringen zu helfen, vom rechten Weg abgelenkt und zum bedenklichen Aeu- ßersirn hingerissen find; das erkenne und bedenke.

„Ich beschwöre Dich nochmals beiAUem, was heilig ist, beidem Glau- ben an Gott , dem ach gerecht Vcrgeltenden, bei der Lehre von Christus, in der Du erzogen biß, bei der Liebe zu Deinen armen Aeltrrn und zum :heuren Vaterlandc, eine Bahn zu berlafsen, die dem Namen, den Du trägst, nur ewige Schande bereiten und Dir unfehlbar den verdienten Tod eines Verbre- chers zuziehen wird. Habe Erbarmen mit Deinen mmm Arltnn, die am Rande des Grabes stehen, schone Deine arme Frau und Dein Söhnchen, und vor Allem gedenke Deiner guten zärtlichen Mann, die Deinen Tod nicht uber- leben wird. Hüte Dich, den Fluch der Mit- und Nachwelt uiid aller der Mitmenschen auf Dich zu ziehen, dercn LebenSglüci Du zu zerstoren begon-

nen hast.

„Mache einen Versuch, Wenn Du es vernmgsi, die irrrgeieiteten und verblendcten Soldaten, welche den Fahneneid gebrochen und im Ransche ihre Fahnen in den Koth geireten haben, unter denen Tausende gesochtcn, gebiuiet nnd gesiegt haben, und darunter auch Dein verstorbener Onkel, der brave Oberst von Haßing, zur Besinnung und zur Pflicht gegxn das Vat !- land zuriickzufiihren. Vertraue auf die Gnade der; Großherzogs, m dessen Brust ein edles Herz schlägt. Die im Mai erschienene Amnestie des Groß- herzogs fiir die zu ihrer Pflicht zuriickkehrcndcn Soldaten !cge ,'ch bn; 'the-ile sie ihnen mit, da ganz Baden von den Reichsnuppew beseßt ist, so isi )e- der Versuch, Rastatt zu vcrihcidigen, nicht nur vergeblich uud tollfnhn, son- dem er ist selbst ein ehrloses, schändlicbes Beginnen. Brdcnkr, daß der Tod jedes in oder vor Rastatt fallenden Kriegers cm Mord is, und daß diescr Dir, als drm Kommandanten, zur Last fällt. Hüte Dich, Dem Genussrn zu bclasten. Es giebt eiu Jenseits.

„Du bist verwundet, sieh die Wunde als einen Wink der 'Vorsehuug “an, damit nicht andere schon gegossene Kugeln Deinem becn cm ehrloses Ende machen. Soiltrst Du taub gegen die Bitten Derne?) 91th Bains sein und gegen das Flehen Deiner beliimmerten Mutter, Deines Wklbts und Deines Sbhnchons, nun dann kann ich nur beklagen, daß die Kugel, die Dich vrrtvundet, Dir nich"t das Leben geraubt hat. Sylltesx Du, durch Gottes Gnade erleuchtet, zur Einsicht kommen, daß Du aus falicinn-Weg-cn wandelst, und solltest Du, meinen Bitten Gehör gebend, sougiuckltch sem, den Kampf um Rastatt zu berndigen, dann hoffe ich und wunsche lch, daß Du Gnade finden mbgcsi. * " .

„Verlasse alsdann Deutschland und Eur__opa so schnell als mogirch und gehe zu Deinem durch Hecker vrrfiihrtcn jungsteeruder nacb Amerika. Die Mittel zur Uebrrsahrt werde ich Dir bei Deinem Onkebm, Bremen anweisen, ernähre Dich als fleißiger Landmann. Es ist der einzige Weg, der Dir im glücklichsten Falle iibrig bleibt. . , ,

„Nochmals beschwörc ich Dich, Dein Ohr mcbt den Bitten und dem Rath Deines alten Vaters, Deiner tiefbenübtrn ,Mutter, zu„ver„schließen. Bedenke, daß alle die mangelhaften Widerwärtigkciten, die Yich im Leben betroffen haben, vorzüglich daraus entsprangen, daß Du fur gutm-Raih taub warst. Von Dir hängt es ab, ob dies die leyten Zeilen stud, die Du von der Hand Deines Vaters zu Gesicht bekommst. Gott erleuchte Dich, das ist jest der einzige Wunsch, den Dein treuer Vater hegt.

Tiedemann.“

Msrsicmd.

Frankreich. , Gescngrbende Versammlung. Sixzung vom 7. August. PräsidentDUpin. Die Sisimg beginnt um “|:; Uhr. Die Versammlung schreitet zur Ernennung einer Kommission von “25 Mitgliedern, die in Gemeinschaft mit dem Biircau der Kammer während der Vertagung beauftragt ist, nöthigenfalls die "Kammer

zusammenzuberufen. Die Urnrn werden in ein Nebenzimmer ge- bracht. Tagesordnung: Interpellation über Rom. I. Favre: „Ick babe Ihnen gestern beweisen wollen, und ick) glaube, es gc- than zu haben, daß es stets die Absicht des französischen Gouver- nentents, wenn wir ihm glauben dürfen, gewesen ist, die römische RLPLZbUk JU Rüben und “nicht sie zu zerstören, und daß, wenn Oudmot' den 30. April die Feindseligkeiten begonnen, cr es ohne Erlaubmß des Gouvernements 'eshan. Die Befehle der Regierung waren stets, Wie die Minister Pagen, dieser Abficht gemäß. Und dennoch sagt der General Bedean, es sei unmö“ lich,_daß Oudinot ohne Anweisung gehandelt, daß ein Armee-Che emen Krieg ohne Erlaubntß beginne. _ Ter Kriegs-Minister erklärte in derselben Stbungx er habe me din Befehl gegeben, die römische Republik anzugreifen. Ick habe Also das Recht, zu sagen, Oudinot hatte seine Voilmwchtlubersciiritten, wenn Sie nicht etwa zugeben wollten, daß ein "PMW“ Wille ihn dazu getrieben. Die Constituanie wurde daruber betroffen„ fie steUte an das Kabinet Anfragen in Der SiYUUg vom 7. Mai. Es wurde festgestellt: Entweder habe Oudinot ohne Befehl gehandelt, und dann hätte er abgeseyt wer-

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den müssen, oder er hätte ge?eime Vorschriften erhalten, und dann wollte die Versammlung, ob okcher That unwillig, daß der Schleier elüftet würde. Sie erklärte, ihre Absicht sei gewesen, der römi- Jckycn Republik znr Hülfe zu kommen, und nicht, um das Krie Srecht zu erklären. DieseErklärung der Constituante geschah insoleb a tenAus- drücken, damit die Minister eine Partei ergreifen oder abdan en sollten.“ O. Barrot: „Ja, das war der Zweck.“ J. Favre: „Das war eine Folge der Debatte. Das Kabinet blieb,; die Feindseligkeiten wurden nicht eingestellt. Die Handlungen ßraften den Worten der Minister LÜÉLU. Woher diese Kraft, dieéer Wille? Ich überlasse Ihnen die eurtheilung. So viel steht eft, der Wille der souve- rainen Versammlung wurde verkannt. Man ,hat-immer den G1"- danken der Constituante in dieser Angelegenheit entstellt und ver- fälscht. Das Ministerium hat das Haupt vor dem Verwcise am 7. Mai gebeugt, rs ertrug ihn, um seinen Willen bcffer durxbzu- seycn. Nie hat man unrechtlicher das heiligste Recht der Volker, das Gesry der Gerechtigkeit, das Grundqesey, die bürgerliche Ehre verleyt. Und weshalb, in wessen Jnterrffc, nach welchem Prinzip? Etwa nach dem Prinzip der Größe, der Moralität, der Myralität der römischen Geistlichkeit?“ Herr von Montalembert: „Was wissen Sie davon?“ Herr J. Favre: „Was 'ich davor) weiß, mein Herr, ich weiß es, indem ich es gesehen, in der Nahe ge- prüft habe. Kommt doch, Ihr Herren, die Ihr mich unterbricht, und verlan t von dieser Tribüne h_erab die Wohltlwt einer Pric- sterherrscha t für Euer Land.“ Herr von Montalemb'ert: „Ja.“ Herr J. Favre stellt eine Prüfung an uiid fragt, welchen Nuan man von einer solchen Regierung ziehen konne. „Ich_- sah“, sagt er, „die Felder unbebaut, die Accker verlassen. Das romische Volk will diese Priesterketten abschütteln, welche das Volk demora- lisiren, Die Anfiehtcn des Herrn Lesseps, daß der Wid'ersi'and der Römer ernst ist, weil er ein nationaler, waren also richtig, und der Minister wußte es und handelte dennoch dageqcn; , Man rückte nach Rom, fesselte die Patrioten, sprengte die Coiixtttuanie, seßte die Kreaturcn des Papstes Pius |K. nicht allein Wieder em, sondern sucht auch die von Gregor )Ml. auf; man duldet sogar die von Pius 1x. beschworene Constitution nicbt; Mißbräuche und Inquisition werden wieder hergestellt. Es bleiben jeyt nur zwei Wege offen, Oesterreich zu brkriegcn oder gegen dcn Papst das Schwerdtzuzirhen.“ HerrvonFalloux: „Das Ministrriummuß auf solchrAngriffe antworten. Ich theile diese Rede in dreiThrile, die ich unglricb behandle: 1) Beleidigungen, 2) rückschaucnde Bc- weise, Z) Beweise aus den Begrbinhein'n seit dem Zusammcnlritt der gcseßgrbendrn Versammlung. Die Beleidigungen haben nur einen Werth im Vergleich der, Höhe, von der sie kommen; Herrn Fabre's Beleidigungen haben häufig ihre Richtung geändcrt; die Politik der Constituante und der gcseixgcbcnden Versammlung sind verschieden. Das Volk hatte durch seine Wahlen seine Zlnsicbt'cn ausgesprochen, indcm es die nicht wieder l)crgcschickt, die fruher hier saßen.“ Falloux cnischuldigt OudiuZt, er habe den Umstanden ge- mäß gehandel „Was Ourinot spgter gethan, hat cr njacl) dcm Rechte, welches die Waffengewalt giebt, gethan. Man wirft 11115 vor, Frankreichs Degcn an Ocsterreich geliehen zu haben. NWT, wir haben ihn Mazzini entzogen.“ Herr Falioux vxriicst die Dr- peschin von Corcrllrs. Der Widerstand in Rom ruhrr iiur „voii den AuEländrrn her. „Der Fiind der Franzosen war kim ronn- cl)er, sondern ein sozialer, die italienischen Provinzen, woPkrine

remden sind, “blieben“theilnahmlos. Der Einzug der franzostscben Armee wurde mit Beifall aufgenommen. Diese Thatsachen smd nicht zu widerlegen. Rom ist durch uns befreit worden, und es war dieser Befreiung würdig. Sie wollen eine ronnsche Republik dem Einfluß der sie umgebenden Nationen unterwerfen, so wie dcr Staaten, die ihr gebieten, Sie wollen sie Piemoni, Toscazm, Nea- pel, Oesterreich gegeniiber, lassen, wir wollen, daß fie dre Haupt- stadt der allgemeinen und christlichen Republik sci.“ (Links: Und der jcsuitiscl;c11.) Herr von Falloux: „Ihr habt aus Rom die Hauptstadt ciner ckimärischenchublik machen wollen, wir,wo,l- len ein zweites Vaterland Enropa's daraus machen.. Rom ist 1.11 Knccbtscbaft, wmn der Papst nicht daselbst ist. Die Abwescnhert drs Papstes ist für Rom die babylonische (Hefangrnschaft. Als 1807 der Papst nack) Frankreich geführt wurde, , fiel Roms Ein- wohnerschaft auf 68,000; nach seiner Rückkehr zählt? es 168,000, (Gelächter) Frankreichs Aufgabe war es, den wreder anf'dcri Thron zu seizen, der während zwei Jahre der Urhcbcr der Freiheit gewesen, der allgemein gepriesen war.“ Herr von Falloux, wirft den Regierungen, die fich unter der Republik folgten, vor,_die ita- lienische Frage nicht vom wahren Gesichtspunkte aitsxgingesehen zu haben; man hätte Piemont fallen lassen, weil ein „Konig rs, Ver- iheidigte. „Die Prinzipien der Republiken iind unvereinbar mit de- nen der Königreiche; die Republik wirft das Land in denZlbgrund, indem sie Chimärcn verfolgt, die den Geist und die Wunsche be- trügen. Das Gonvcrncmrnt behält die Traditionen des Landes bei, und indem es die Allianzrn beibebält und seine Hulfsmittcl bennyt, will, es den Fortscbriit verbreitin und Licht ausstrcucn.“ Viele Mitglieder nmgebcn Herrn von Falloux. .Hcrr von Mon- talcmbcrt bcgliickwiinscht ihn wegen seines Sieges auf der Tri- büne. Der Präsidrnt verliest die Namen der Kommission der 25. Es sind Victor Lefranc, Vavaur, Banchari, de Braune, J.Lastcyrie, deKrrmarec, Bochcr, Gasc, Berryer, Collas, Malhicu de la erortc, GcneralHnsson, Pecoul, Véchard, Pisraioiy, Prud- hommc, General Cbangarnier, Molé, St, Priest, Lucien Murat, de Niamey, Collar, Chambolle, Boinvillirrs de la Vrugrriöre. J. Favre: „Ter Minister muß durch die Oeffentlichkeit beweisen, was er über meine politische Führung gesagt, oder_er hat mir ver- lrumdet. Ick) habe mich nie geändert, ich habe stets die Freiheit vertreten.“ Herr Segur d'Agursseau: „Und das Bulletin vom 16. März?“ J. Favre: „Ich weiß, daß, während der Mi- nister für die Restauration arbeitete, ich das Reéht der freien Be- sprechung vcrthridigtr; ich habe meineAnsichtrn nir einem Ministe- rium untergeordnet, ich habe nie die Kokarde geändert, ich habe mich nie dcs heimlichen Vorbrhalis bedient, um Dicnste zu leisten.“ Herr von Falloux: „Ick habe nie die Ehre gehabt, der Legiti- mität zu dienen. Ick) bin zu jung dazu. Hätte ich rs gethan, so würde ich es mir zur Ehre rechnen; der Vorwurf des Ehrgeizrs ist nicht neu, er wurde stets den Ministern, von denen, die es nicht sind, gemacht.“ Herr Quinet verlheidigt die italienische Unab- “hängigkeit und sucht Herrn von Torqueville und Herrn von Jal- loux zu widerlegen. Der Schluß der Debatte wird ausgesprschrn. Mehrere motivirte Tagesordnungen werden vorgeschlagen, aber die einfache mit 428 gegen 176 Stimmen angenommen.

P aris, 7. Aug. Die Repräsentanten des Seine-Departcments waren gestern versammelt, um über die Theaterfrage definitiv zubcschlie- ßen. Der von ihnen eingeladene Minister des Innern erklärte, daß er Bedenken trage, selbst die Zuschuß-(Hewährung vorzuschlagen, welche die Schließun der pariser Theater verhindern solle; er halte aber diesen ZuschuY fiir nothwwidi und völlig gerechtfertigt durch die gewichtigsten politischen Rückßchten. Wenn daher der Vorschlag von den Repräsentanten gemacht werde, so sei auf seine Unter- siüßung zu rechnen. Mehrere Mitglieder äußerten die Befürch- tung, daß die Majorität einem Subsidien-Vorschlage, wenn der-

selbe nicht von der-Regierun aus e e, ihre Zustimmung versagen werde“ auf das kräftige AFdringYnhjedoch von V. Hugo, Ducos und ac entchied sich die Versammlung für die Vorlegung des Dckretentwur s, der den pariser Theatern den in Berücksichti ung der Finanzlage, auf 600,000 Fr. ermäßigten Zuschuß bewi igen soil. 'Der Entwurf wird morgen ur Vorlage kommen und die Dringlichkeit beantragt werden. as der Rechten angenehmste Fiitgflied, Maleville, wurde mit Auseinanderseyung der Motive eau tragt.

Dcr Moniteur meldet jeßt die Ernennung Blondel's zum Direktor der algerischen Angelegenheiten im KriegSministerium, an Germain's Sthr.

Ein neues nlira-dr:nokratisches Blatt zu Lyon ist nach dem Erscheinen der ersten Nummer suspendirt worden.

Zu Lyon hat General Grmeau kraft des Belagemngs-Zu- standes die sofortige Schließung der von der Gesellschaft der ver- cinigtrn Arbciter eröffneten Magazine befohlen, die zu demeecke begründet worden waren, den Verrins-Mitgliedern die nöthigsten Lebensbrdürfnisse zu den billigsten Preisen zu liefern. Fünf sol- cher Magazine hatte die Gesellschaft schon errichtet und verkaufte täglich für 1200 bis 1300 Fr, Brod, Wein, Fleisch und Spezerei- Waaren. Der Censeur tadelt die Maßregel des Generals, die Rbrséeiniich auf Betreiben der “konkurrirenden Gewerbsleute er- s gt ei, -

Großbritanien und Irland. London, 7. An . Lord Shaftesbury wird die einträgliche und cinflußreiche Ste e als Präßdent drr Ausschuß-Siizungen im Oberhause vor dem Wie- derzusamntentrilt des Parlamentes aufgeben. Wahrscheinlick) wird dieselbe Lord Beaumont iibertragen iverdrn. '

Ju cinem Rückblick auf die Arbeiten der jest geschlossenen Srsfion bedauert dir Times vor Allem, daß dicEisenbahnkontroll- Bill noch nicht Gessi) geworden , eine Bill, die leicht durchgeseßt worden wäre, hätte die Re ierung zeitig genug sie eingebracht. So aber hättcn die Eisenbahn- irektorcn und alle Betheiligte sie wie- drr hinzuziehen gewußt, wobei man sich schlimmer Gedanken nicht erwehren könne, erwäge man, daß vor zwei Ia?rrn der jetzt ge- fallene Eisenbahn-König Hudson es gerade gewe en, der damals die Sache vercitrlte, sonst hätte er gewiß nicbt fortwirthschafkkn können, wie er es gethan. Ueber die äußeren Andeutungen der Schlußrede der Krone läßt fich die Times also aus: „Unsere aus- wäriige Politik bietet mehr als jemals, mehr Aylaß zur Rcsigna- tion, als zu Stolz. Wie Ihre Majestät uns erinnert, wir stehen im Frieden mit anderen Mächten, vielmehr sieht Euroda dcm Frie- den einen Schritt näher, als es gestanden, uiid wir haben das Vergnügen, zu denken, das; England etwas dafur gethan. Zwar sind unsere Jniirventionkn und Vermittelungen nicht gleichmäßig erfolgreich gewesen, noch gleichmäßig verständig, konsequent und klar. In diesem Momente steht es nicht in unserer Macht, in Ab- rede zu stellen, daß die britische Regierung die Sicilianer in ihrer Empörung untrrstüizte und sie dann €sßtrckrn ließ. Wir kb'nncn nicht zur Befriedigung eines politischen orschers beschreiben, welcher Art die Beziehungen sind, die mit dem deutschen Reiche eingeführt wurden, oder welche Stellung wir angeblich einnehmen in den Re: vvlutionskämpfen, die cht das Innere des Kontinents zerreißen. Was wir gewiß wissen, ist nur, daß wir nicht im wirklichen Kriege uns befinden, und wir meinen, wir müßten unseren Regierenden, können wir es gewissenhafter oder möglicherweise, für diese Seg- nungen so lange danken, als sie dauern und als sie reichen.“

In London fand am Zten, im Gebäude des literarischer: In- stituts, eine Versammlung italienischer „Patrioten“ statt, zu dem Zwecke, die Vcrdammung der Lehren und Gebräuche drr katholi- schen Kirche auszusprechen und ihre Landsleute einzuladen, zum Protestantismus überzutreten. Folgender Beschluß wurde ange- nommen: „Die Versammlung, welche die ruchloscn Handlungen Pjus' 1x. als tyramiisck), frrvclhaft nnd unevangelisib verdammt, fordert alle Italiener auf, der wahren Hinterlassenscbaft Christi zu folgin und die päpstliche Kirche zu vcrwcrfen, die eine Falle und eine Verschwörung gcgen die Freiheit der Völker isi.“ Herr Vig- nati präsidirte, und Rech wurdcn gehalten Von den Herren Ma- pei, Rossetti, Bucalossi, Lusanna und dem bekannten Geistlichen Pater (Havazzi. Im Ganzen herrschte große Einmüthigkeit; einer der Anwesenden jedoch, welcher sicb erlaubte, von den Ansichten der Mehrheit abzuweichrn, wurde, nachdem es ihm mit großer Mühe gelungcn war, fiel) Gehör zu verschaffcn, schmachvoll ans dem Ver- sammlungs-Lokal. hinausgcirctcn.

_, Die Sklavcn-Frage dcr Westküste von Afrika ist ein Gegen- stand, den die Times nicht fallen läßt. Lächerlickseit dar, wie man an drm jcizigrn Ucberwachmigs-System hallen könne, nachdem doch die Erfahrnnq gezeigt, daß es nicht allein nicht gcnüizt, sondern vielmehr drm Sklavenhandel nur Vor- schub geleistet. Aus offiziellen Dokumcnten gehe hervor, "daß die SklaVcn-Ausfuhr scit1840 sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Während sie im Jahre 1840 sich auf 64,000 belaufen, habe sie 1847 etwa 84,000 und im Jahre 1848|ungefähr 100,000 betragen, von denen höchstens 6-7000 von den Wachischiffen weggenommen worden. Rechne man nun dazu die ungeheurenKostcn, welche das afrikanische Geschwader verzehre, da es jährlich 650,000Pfd. koste, so sei das Verlangen wohl gerechtfertigt, daß man das bisherige System aufgebe und andere Mittel zur Errcichung jenes phiian- lhropisckwn Zweckes aufsuche.

Aus einem Berichte des Gouverneurs der von England in Vesiy genommenen Fglklands-Inseln ergiebt sich, daß dieselben fiir die Zukunft wichtig und selbst Anfiedlern schr empfohlen zu werden verdienen. Ihre geographische Lage ist von Vedcutung und kann fiir den amerikanischen Kontinent die Wichtigkeit erlan- ge'n, welche das Cap der guten Hoffnung fiir Afrika und Asten bat., Insbesondere werden die Inseln als Stationsort-„fiir die Handelsverbindung mit der Südsee sehr wirbtig werden, besonders aber wird ihre Wichtigkeit sick) um so fiihlbarer machen, jemehr die australisck)rn und neuseeländischen Koloniccn sick) heben werden. Viehzucht und die Kultur von Vegetabilien aller Art scheinen vor- nehmlich dcn topographischen und klimatischen Eigenschaften der Inseln zuzusagen. Auswanderer mit kleinen Kapitalien können sich vortheilhaft dort ansiedeln. -

Schwüz. Bern, 2. Aug. (Deutsche Ztg.) In dem Bericht des Bundesraths, wo er von seinén Bemühungen spricht, den Flüchtlingen Amnestie auszuwirken, heißt es: „Un- serer Bemühungen ungeachtet, ist die Angelegenheit der Am- nestie noch wenig vorgerückt. Von badischer Seite haben Wir blos die Erklärung erhalten ,daß tie Volkswehr jeyt schon ohne Gefahr zurückkehren könnt', mit Ausnahme solcher Prisoner, welche in be- sondrrem Maße kompromittirt seien. Es soll dies wohl Bezug haben auf besondere Exzesse und gemeine Verbrechen, , Eine Am- nestie für einen Theil der badischen Soldaten ist lediglrck) in Aus- sicht estellt. Bei dieser Sachlage haben wir uns'wiederholt an die (Zroßherzoglich badische Regierung gewendet mit besonderer Hinficht auf die große Unbestimmtheit der emachten Ausnahmen. Die Königl. bayerische Re ierung hat uns ni„ dieser Angelegenheit erwiedert, daß eine AmneétJie verfassungsgemäß nicht in ihrer Beal

Sir stellt es als eine '

u u lie e, ondern der Mitwirkuu der „Kammern bedürfe, wes- i?er Lans eilen ugsxrem (Ye uch ftziicbt ent prochcn werden könne. Hinwieder ma t die Komgl. wurt *mbergische egierung die Mitthei- lung, daß, wenn unter den in der chwciz befindlichanlüchtlingen sich auch Angehörige des württembergischen Staats befinden sollen, diesen die Heimkehr in ihr Vaterland nichtverboten sei. Dagegen könne eine Am- nestie in der Allgemeinheit, wie sie vom Bundesrath empfohlen worden sei, um so wenigér in Aussicht gestellt Werden, als zur Zeit noch gar nicht bekannt sei, welche württembergische Angehö- rige sich in der Schweiz befinden. Die Regierung müsse es viel- mehr den einzelnen Flüchtlingen überlasen, unter Darßellung der ihre Person betreffenden näherm Verhaltniffc die Gnade des Kö- nigs anzurufen, worauf die Frage, welche Entschließung auf ein solches Gnadengesuch zu fasser; sei, je von der Beschaffenheit der betreffenden näheren Umstände abhängen werde. Von den andcrrn Staaten, an die wir uns ebenfalis gewendet haben, ist noch keine Antwort eingegangen. Wir werden jedenfalls nicht crmangrin, unsere Thätigkeit in dieser Richtung fortzuseizrn.“

In Neuenburg herrscht große Unzufriedenheit, weilkrineTrup- pen von dorther fiir die Rhein-Armee aufgeboten worden seien. Während fie dies als eine Hintanseßung betrachten, wollte der Bundesrat!) durch diese Maßregel jeder allfälligen Kollision mit Preußen vorbeugen.

Bern, 4. August. Die heutige Siizung des National- rathes dauerte nur eine Stunde und wurde ausgefüllt durch die Verlesung drs Berichtes des Bundesrathcs iiber das den Flücht- lingen abgenommene Kriegsmaterial, Nach demselbrn sexzen die Eige11thümer_ dieses K'riegsmaterials dessen Herausgabe als etwas sich von selbst verstehendrs voraus und bereits sind verschiedene Reclamationcn darüber Eingegangen, nämlich von der bayerischen und der badischan Gesandtschaft, von einem besonderen Abgeordne- ten des deutschen Reichs - Ministeriums, Herrn Gcneral - Major Eberle, ferner von einem mecklenburgischrn Truppen-Kommando und endlich von der Stadt Hanau. Von badischer Seite war wie- derholt der Wunsch ausgesprochen worden, daß alles Kriegs-Ma- terial ohne Unterschied der badischen Behörde möchte Übergeben und ihr überlassen Werden, die Ausscheidung des Ei- Rnihums vorzunehmen. Auf die Bedenken des Bundes-

athes und. nach Eingang der verschiedenen Reclamatio- xren wird jedoch nach, der neuesten Eröffnung der badi- schen Regirryng auf 'die em Begehren nicht beharrt. Der Birndesrath hat nun dir nventarisirung des sämmtlichen Ma- terials angeordne't und keinen! Anstand genommen, eincm badischen Beamten auf sem Gesuck) „Einsicht in dessen Bestand zu gestatten. Eine besondere Verfugung 1| bercits getroffen über 36 Stück ba- dische“ Eisenbahn-Obli aiioncn, die der Apotheker Rebmann aus Offenburg dem „eidgen fyschn Kommissär-Stehlin in Basel iibcr- geben halte. Die badische egirrung hat die Herausgabe derselben verlangt, und der Buudxsmth hat beschlossen, diesem Verlangen zu ent- sprechen. Der Bericht fahrt fort: „Was nun die Frage der Herausgabe des Kriegsmaterials betrifft, so halten wir vor Allem aus dafür, daß die Eidgenossenschafi erklären soll, keine Eigmthums-Ansprücbe getend zu machen und daß sie grundsäleich die Vereitwiiligkeit zur Aushingabe aussprechen soll. Dieser rechtliche Standpunkt muß die Grundlage der Entschließungen bilden und scheint auch bei den Berathungen der Tagsaßung vom 11. September 1848 iiber das sardinische Krie smaterial vorgewaltet ,zu haben. Hier- vvn ausgegangen, frägt fi im Weiteren, ob die Eidgenossenschaft aus zulässigen, rechtlichen oder politischen Gründen dieses Kriegs- matcrial zurückbehalten kb'nnr. Es ist die Ansicht vielfach ver- nommen worden, daß man dasselbe zur Deckung der großen Kosten, welche der Schweiz durch die Flüchtlinge erwachsen, in Anspruch nrhmen solle. Allein diese Ansicht dürfte weder mit dem Recht:“, noch mit der Ehre der Schweiz vereinbar sein. Wenn diese den Flüchtlingen aus Rücksicbtcn der Humanität ein Asyl gewährt und Unterstüyung verabreicht, so kann sie sich unmöglich durch fremdes Eigmthum eigenmächtig bezahlt machen; fie kann nicht auf fremde“ Rechnung, und zwar gegen den Willen der Eigenthümer, Wohl- tl)ätigkeit ausüben; sie wurde den Lehicrcn rechtlich verantwortlich und gäbe zudem die ganze moralische Bedeutung des Asyls Preis. Der Bundesratb kann daher nicht beantragen, daß wegen der durch die Aufnahme der Flüchtlinge für die schweizerische Be- völkerung entstehenden Lasten irgend ein Anspruch an das fremde Kriegsmaterial gemacht, oder deshalb eine Retention ausgeübt werde. Mehr getbeilt werden die Ansichten dariiber sein, ob die Eidgenossenscbafr gegen Auslicfcrung des Kriegs- materials die Abnahme dir Flüchtlinge verlangen, oder mit an- dern Worten, ob sie die „nngefährdete Rückkehr der Flüchtlinge, die Amnestirung derselben, ais förmliche Bedingung der Ausliefe- rung erklären kb'nue. Man kann einen gewissen inneren Zusam- menhang beider Momente nichi in Abrede stellen. Die Flüchtlinge haben das Kriegsmaterial herübergebracht. Will man dieses zu- rückhaben, so nehme man auch jene wieder in ihre Heimatl) auf und zwar ohne die große Masse derselbenVerfolgungenauszuseyen, welche die öffentliche Meinung als inhuman und zugleich als zwcckwidrig verurlheilt. So spricht ein allgemeines Gefühl der Billigkeit, und diese Sprache wird dadurch noch viel populärer, daß der materielle Bort eil der Eidgenosscnscbaft damit einig geht. Man hegt nämli die Besorgniß, daß die_brtrrffcnden Staaten noch lange zögern diirften, eine umfaßcudere Am- nestie zu crtheilrn und daß inzwischen die Schweiz in der Lage bleiben würde, wenigstens eine sehr bedeutende Anzahl der Flüchtlinge bei sich zu behalten. Diese Bcsorgniß beruht nun freilich auf keiner sicheren Grundlage und cs läßt sich dagegen die Vermuthung aussprrchen, die eben so viel für sich hat, daß jcne Staaten, und namentlich Baden, ein hohes Interesse haben, ihre Zustände zu ordnen, was nur durch die Beruhigung der Gemü- 1her möglich ist, daß viele hundert Familien an dem Schicksale der Flüchtlinge betxeiligt sind, und daß eine Vollziehung irgend welcher schweren Stra e gegen Tausende nicht gcdenkbar ist. Vom eigenen Interesse dieser Staaten ausgehend, darf man daher annehmen, daß beförderlick) cine Amnestie oder eine derselben nahe kommende Maßregel wenigstens in einem gewissen Umfange dekrelirt werde, wenn auch vielleicht einstwälen noch eine bedeutende Anzahl von Personen davon ausgeschlossen wird.“ Auch die weiter entstehende Frage: Ist die Schweiz berechtigt, eine bestimmte Amnestie, zu sor- dern und, bis diese ertheilt ist, das fremde Eigenthum zurückzuhal- ten? 'wird von dem Bundcs-Rathe entschieden Verneint, indem die Ertheilung einer Amnestie auf der Landeshoheit eines jeden Staa- tes beruhe, ein freiwilliger Akt desselben sei. Dieses Rechk- das kein Land entschiedener und durchgreifender vertheidige- als „di? Schweiz, müsse sie daher auch dem benachbart'en Baden nici)t schmalem wollen. Aus diesen Gründen kann dir Bundes -Ratl) mcht beantragen, daß das badische Kriegs - Material bis zur Er- lassung, eines besiimmten Amnestie-Dekrets zurückbehalten wcrde. Ein drittes Bedenken gegen die sofortige Herausgabe des Kriegs- materials hält da e en der Bundesrat!) 'für begründeter: „Das Großherzogthum FaLen richtet verschiedene Begehren an uns, uber deren Begründetheit uns ein rechtlicher Entscheid zusteht;

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auch wissen wir nicht, ob und welche weitere Be ehren noch qe- stsellt werden. Dazu kommt, daß die badischen Zntercssrn durch rmx bedeutende deutsche Armee unterstüßt werden, Welche großen- iberlslängs der Schweizergränze aufgestellt wurde, ohne daß uns hier- uber irgend welche Anzeige zukam. Unter solchen Umständen kann uns wohl nicht zugemuthet werden, das Krieqsmaterial herauszugeben, ehe allfällige Anstände gelöst und Maßregeln getroffen wiirden, weiche dcr Eidgenossenschaft genügende Beruhigung gewähren. Wir bcantragcn daher: Es sei das von den Behörden abgenom- mene fremde Kriegsmaterial und die übrigin damit in Verbindung stehenden Gegenstände unter der oben erwähnten Bedingung, nacb vorgenommrner Ausschcidung und gegen Entrichtung der darauf verwendeten Kosten, den betreffenden Staaten herauszuqcbcn.“ Bitrcffend die Pferde, beantragt der Bundesrats): 1) Tié Sache als dringlich sogleich zu behandcln, da die Verpflegung der Pferde dcren Werthe beriits gleichkommr, sodann 2) die' Pferde nach Abzng der Kosten aushinzugeben, Aber auch dieser Gegenstand rvird der Kommission Überwirsen. Nächsten Montag werden die Debatten beginnen, Simon von Trier ist in Bern angrkommcn.

Bern, 4. Aug. (O. P. A. Z.) General Dufour bat biute Bjcrn mri folgrnden Offizieren seines Stabes Verlassen und sich in sem Hauptquartier nach Aarau begeben: von Orelli, Kommandant der Artillerie; Oberst- Lieutenant Gatschei, Kommandant dcs (539- iiies; _drn Oberst - Lieutrnants Pfander, Frei und Juni; den Ma- jors Herose und Arschmann; den Hauptleuten F. und E. von Wattenwyl und den Ordonnanz-Offizirren Lax; und Schärer.

Bern, 5, Yug. (D. Z.) Ailgemcin erwartete man, rs werde drr Bundesrat!) uber die Gründe, welche ihn zur Aufstellung einer Arnica an der Rheingränze vermocht, den Raithi'n vollständige und g'enugende Aufschlüsse crthciirn, da iveder drr büsingrr Handel noch die Anbmifung deutscher Truppen an der Schweizcrgränze jene an- ßerordeniliche Maßrcgrl rechtfertigen konnte. Allein man täuschte sich.. Der Bundesraih führte in srincm ziemlich kurz gehaltenen Berichte keine einzige neue Thatsache an, welche geeignet wäre, die Aufsxrliung einer Armee von mehr als 25,000 Mann genügend zu begriindenz im , Grgentheil ist seither noch das plansibrlstr Motiv, die Gränz - Berleizung bci Büsingen, so unbedeutend aiich der Vorfall an sick) war, auf eine Weise beseitigt worden, Wie sie bet gutem Willen von beiden Seiten gleich von An- faiig an, auch ohneAufstrUung ciner schweizerisäycn „Rhein-Armee“, betgclegt werden konnte, zumal da man dicffeits auf der Entwaff- nung der Hessen nicht weiter bestand. Es ist daher nicht zu vcr- wundern, wenn man jenes vom BundeNalbe angeordnete Truppen- Aufgcbot mehr unseren inneren Zuständen bcizumcffcn anfängt, als den äußeren Verhältnissen, In der That ist die Gefahr, wclche dcm Vunchrathe von Seiten der radikalen, durch die zahlrcicbén repnblikanischen Flüchtlinge vrrstärktm Partei bevorsteht, weit grö“- ßer als diejenige, welche ihm durch diplomatische Verwickelungcn mit dcm Auslande "bcrcitet werdcn kann, Wirklich war die Auf- regung dcr Radikrn über die vom Bundesrathc beschlossene Aus- weisung dcr Häupter des badischen Aufstandes solcher Art, daß man in der „Bundesstadt“ an allen Ortrn öffentlich sagen hörte, „man. müsse den Bundesrats) ausjagen.“ Studrnicn und Volksbereine protestirtcn auf eine wirklich unerhörte Weise gegen den Beschlriß des BundeSratbes, imd gerade diejenigru Kan- tone, wclche friiher stets auf die Noshwendigkcit eincr kräftigcn Centralgewalt hingewiesen hattcn, Zürich, Aargau, Bern 11. s. w., waren cht die ersten, Welche rrklärtc'n, nur ungern oder gar nicht zur Vollziehung dcs Auswcisungsbcscblussrs die Hand bietcn zn

wollen. Auf diese Weise wurde der Bundesrat!) gerade bei drm ersten Anlaß, wo er seine Kraft entwickeln sollir, in seiner Wirk- samkeit gelähmt, ja in scincr Existenz gefährdet. Es liegt daher kcincsweges außer dem Rcichc dcr Méiglichkcit, daß er das Trup- pcnaufgebot mit Rücksicht auf dicse nichts wrnigrr als beruhigen: den Zustände und zur Abwendung dcr drohenden (Irfahr ciner, nerien Bundrs-Rkvoiution beschlossen hat, jrdrnfalis wären wir gc“- ncigter, diesen Grund anzunehmen, als km von manchen vri'mu- thetcn, dcr Bundesrath habe damit der radikalrn Partei «*im' Kon: zession machen wollen.

Bern, 6 Aug, (D. Z.) Nack) der N. Z. Z, sollte bekannt- lich der franzosische Gesandte dcm Bmides-Präsidrnirn von Sritcn seiner Regierung eröffnet baby: 1) Er rathc zn ciner schnellen Ausgleichung der Konflikte mit Deutschland, und zwar :) mne prix. 2) Die Schweiz habe keinerlei Untrrstiiizung Von Frankreich zu er- wartcn. 3) Frankreich sehe die angeordnete Bewaffnung Ungarn, indem dieselbe nur unnötbig anfrcgr und dem «.,-prix !*(770]l|1,i011- naire neue Nahrung und Hoffnung gebr. Diese Nachricht wird nun vom Bundes - Präsident Furrer als auf Entstcllung beruhend und der vorgeblic'he Rath zur Ausgleichung Tx tout prix insbeson- dere als Erfindung bezeichnet. *

Italien.Von der italienischen (Hränzr,5.Aug.(Wan- derer.) Wie aufKommando erheben die lurinrr Blätier gemeinschaft- lich mit dem genurser Corriere Mercantile wieder ihr altes Kriegsgeschrei. Voran schreitet BianchiGiovini in cincm Leitarti- krl seiner Opinione, der also beginnt: „Seit Picmont sich an die Spiye der italienischen Unabhängigkeit stellte, konnte dir Streit- frage mit Oesterreich nur durck) vollständigen Sieg entschiedcn Mr- dcn; siegen oder unterliegen, eincn Mittelivcg konnte rs nicht geben. Wenn die Majoritiit der Nation den Krieg wollte, so gab es eine Minorität, welchc dagegen war, und da- her mtstand die Katastrophe von Novara.“ Darauf wird auf die Unbilden hingewiesen, welcbe Italien und besonders Pic“: mont von den Ocsterreichrrn, Franzosen und Spaniern zu dulden hatte, und weiter auf die gegenwärtige Stellung Ocstcrrricbs, zu:- irst in Ungarn, dann in Italien aufmerksam grmacbt. Die Armee drsFUdmarschalls Rachky sci nicbt zahlreich, und die Truppen, "„jkistkns aus Rekruten und Ungarn bestehend, nicht vrrläß: lich.“ Troy des Druckes, in dcm sick) das Land be- findZ, “sei, es dennoch das Piedestal der italienischen Un- abhangtgkrit. Waffen und Menschen seien noch genug bor- l)anden u. s. w. Zum Schlusse heißt [E: IN diesem Augenblicke karnr man nicht mehr einlcnken, oder sich allen Forderungen Oester- rc1chs unierwcrfeii u. s. w. odcr „cl)renvoll nntergehcn.“ Dies die Sprache der Opinionr. Die Concordia geht diplomatischer zit Werke; sie, stellt die europäische Bewegung als rein nationale bm und klassifizirt die Völker in zivci Parteien, die nationale und antinattonale; zu ersterer qehiiren die Kämpfer in Ungarn, in Be- nedig, in der Lombardei, Sicilien, Rom und Bologna, zur ande- rcn die „Gegner derselben, welche die Jrcmdenberrschaft herzusteilen beabsichti en. _ Das genannte genueser Blatt betrachtet den Taq, an wel )em die Opposition aus den Händen des Ministé- riums, als einen der ganzen Nation gebotenen bitteren Kelch“, dZn “Friedens-Vertrag mit Oesterreich empfängt, als den unglucklichsten, als einen nationalen Trauertag. Und was sagt zu diesem Allen die offizielle Gazette Piemontesr?

Sie schweigt. Wenn wir auch dem Lärmrn der Oppofitiomö-Jour-

nale kein Gewicht beilegen wollen, so müssen wir es um so mehr diesem Schweigen des Regierungsbiattes, in Welchem die Rubrik „Intrrno“ gänzlick) verschwunden ist. _ _ Das sardinischr Parlament war bis ert noch mit drr Prü- fung der Vollmachten beschäftigt. Es fehlen übrigens noch die Drputirtrn der Insel Sardinien fiberhaupt, der größte Theil aus Savoyen und mehrere aus Ligurien. Alters:Präsident ist Advokat ' Fraschini. In der ersten Siizung waren die Bänke der Linken so- ZFUW beseyt, einige Dcputirte saßen im Centrum, wenige auf der r ) rn.

Schr auffallend ist eine Anzeige in der turinrr Presse, wiki)? sick) bci'cis durch mehrere Tage wiederholt, nämlich jene von Gcwalrthätigicitrn, Rii'nbcreicn und Diebstählen, wclche theils auf (fffrntlicbcr Straße, theils heimlich veriibt werdcn.

Zn Turin hatte man Nacbr'ichicn aus Genf, denen zufolge Mazzini sich mit einem cngliscbrn Passe 2 Tagi dasc-lbt aufgibal- tm hätte, abcr unter einem anderen Ramm, In (Hrn soll er mit drin Konsul der Vereinigten Staaten zu Rom, drr sich eben daselbst "brsand, eine Konferenz gcl)abt und dann nach Lausanne und Bern abgrrrist sein. Abri" auch mit den Häuptrrn dcr Emigration soll er dick) besprochen und mit den Resolutionsméinnrrn der Schweiz in„Yci'bindung gitrrtrn sein, und den Leytcrcn hätte er scine Halse angeboten, um den Bundesratl) zu stürzen. Wie viel Wal)- rcs bicran, sicht dahin. Bcfrrmdend ist nur, daß man so lange Zcit gar nichts bon Mazzini biirt.

Lucca, 31. Juli. (Fr. Bl.) Savcili, péipstlicbrrKommiffar zu Ancona, hat, ohne den Widci'stand dcr österreichischen Behörden, die liberal sind, reactionaire Maßregeln ergriffen. Tir Zriiung von Lucca meldrt aus Ancona auch, die rep11blikanischcn Scheins vcriiiren so sehr an Wirth, daß sie bald Niemand srlbst um den halbcn Preis kaufen wcrdr.

Ein Brief aus Mailand vom 21. Juli zeigt der Zeitung von Lucca an, daß am 28sicn dcr Fricdc zwischen Oesterreich und Pic; mont gc-scblossrn worden sri. Am 20th ging dir Baron bon Misburg nach Wien, um die Raiification zu erhalten.

Türkei. Von der bosnisci)c*n Gränzc, 1. Aug. (Agr. Ztg.) Bibac ist noch immer bon dcn aufständischen Tiirkcn 11m- geben, und der größte Theil bat sici) bereits unter die Festungs- mauern gelagert, von wo aus solche die Belagcrtrn nicht fÜrClitLU. Leitern zum Stürmen wcrden bereits vrrfcrtigi, und falls in kur- dcr Zcit die Bihacrr dcn Pascha nicbt ausliefern oder die Thore nicht öffnen, wird zum Sturm grschrittrn, Zn Bibac selbst unter zer Bcsaixung war ein Verratb; denn ein großer Theil der bibaccr Türken, die mit einigen Arnautcn das nördlich angebrachte iliinc Thor beim Angriff der Insurgcnien Vcriiwidigtrn, hat auf dic“ Belagcrcr blind geschossen. Als dies die aiidort mitwirkenden Arnauicn wahr- nabmcn, sollin an 50 ihren Platz Verlassen und beim iirincu Thor entflohen sein, wo sie dann iiber die Unna setzten und sie;!) gegen Travnik brgabcn. Zu den aufständischen Türken, die Bibac bria- gcrn, sind ami) viele Türken aus Banialuka nnd Sarajewo gcfonx: men, die sie zur Fbrjdanri', znr (Mmeinscbafi mit ihnen aufmun- trrn, denn sie wollen cl)cr alle untergehen, als die ncuc Steuer- cinfiihrung dulden. Wir Einige vrrsicbcrn, sollen von den Insur- genten bis cht sclyon 11 Mann todi sein, der Verlust in Bibac selbst ist jedoch noch nicht bekannt. Mutcsrlim Arnauwbicb ist mii scincn Söhnen noch zu Vuzim; den 28., 20. und 530. Juli hat derselbe mehrere Kanoncn abfincrn lasst", «*in Zeichen, das; er seinen Anhang znsmmnrnrufe und dann in gcbb'rigcr Brrsassnng

dic Insurgrntrn crwaricn wridr. Wir einige Vertraute bcrsicbi'rn, istzwar nocl) nicht bekannt, zu wricbcharici dri"MntcsrkimAi'nauwvici) sich wenden wirin- Einigr brhauptcn, daß rrsich vcrtbridigcn wcrdr, doch der _qriißci'c Theil will wissen, daß das Abfeuern drrKanoncn nnr rin Kunsigriff von ihm sci, Mil Ai'nautovirb rincuprrséiniich Haß grgcn dcn Stadthaitcr von Bosnian hcgi, „dcr ihm vor im": zi*i*_Zrit wrgcn Bcdrr'ickungcn ("inc ())cldbußr von 50.) Zwanziqrr nustricgic, dir Amantovich aucb zabicn mußir. Aus drin Kabi:

tänate dcs Arnautovich sind neuerdings viele Türken nach Bihac

abgcgangcn,_und wir bereits berichtet, wcrden nach der Arrndtczcii ailc Waffcnsäl)igrn sich zu den Znsurgcntcn brgrbcn uud Thcil an diesem Kgmpfr nehmen. Der Anführer K*cdicl) verspricht sicb dcn bcste'n Erfolg, und soiiic cr widir Vrrboffcn sammt seiner Partei eincn schiimnn'n Ausgang Vorausschcn, so soli er sich rrklärtbabcn, daß fick) alle unter den Schuß unseres allgemein geliebten und bocb- Vrrcbrtcn Van begeben und gleich den Gränzcrn von jcdrr Haus: 11ummr1' cinen Mann als Soldatin striirn werden, nur ivoilc man dich Riligion dulden und solche zur Annahme cincr andcrn Rc- ligion nicht zwingen. Bis jcizt vcrpflrgrn sic!) dirInsurqrntrn vom Hause, bon wo ihnen die chinsmittcl zngcschick'i ivrrdcii.

Eisenbahn = Verkehr.

QBicn-Gloggnißer und VJicn-Rruck'er Eisenbahn.

Bririebs-Ergrbnissc drs Jahrcs1848 und Uebersicht derselben im ersten Semester 1840.

Daß die Betriebs-Ergc'bnissc diescr Vabnstrcckcn im Jahre 1848 keine zufricdrnstcilcndcn sein konntcn, war Vorausznsci)en, da nicht nur dic allgcmeinr Stockung dcr Geschäfte lähmcnd auf den Ver- kchr wi1*kic_n, sondern auch mehrfache Untcrbrccbungcn dcs Betrie- bes statigrzundcu haben. Der Betrieb auf der Wicn-(Hloqqnißcr Bahn mußte am 12. Oktober bon Wien bis *))ib'dlina, mn13.Ök- tbbcr bis Baden und am 14. Okiobrr duribgrlwndsxbis Gloqqniix eingestellt werdcn. 2111123. Oktober wurde die Strecke zwifcbeikr *))ib'dlmg mid Gloggnitz und erst am 15. Nobimbcr dic qanzr Babu zwrschcn Wien und Gloggnitz wieder eröffnet. Die Scikcnbabn von Mödling naci) Laxenburg war Vom 12. Oktober bis 15. Noricmber und jene bon Ncnstadt naci) Katzelsdorf vom 13. Oktober bis 28. Dezember gesperrt.

In dem Betriebsjahr? 1848, d. h. Dom 1.Trzcmbcr 1847 bis ult. Nobcmbrr 1848 wurden befördert *1,022,Z22 Personen, chen “],-[28,023 Personen im Jahre 1848; es fuhrcn in crstcr Wäqi'n- ilaffe 27,367, in zwcitrrK'lassc221,580 und indrittcr Klasse 77:3,“375 Prrsbncn. Es wurden sonack) im Jahre 1818 weniger bcföi'dcrt 105,781 Personen. Zu der angeführten beförderten Anzahl kom- men jedoch noch 85,205 Mann Militair und 42,000 Personen, Welche unentgeltlich auf der Bahn befördert wurdcn. Dir Gc- sammtzabl der Personen war sonaci) 1,150,127. Tir gl'l'ißkk F***“ quenz in beiden Jahren war im Monat August und zwar 1848 mit 160,579 und im Jahre 1847 mit 198,300, dic _qcringskk 77" sIanuar und zivar 1848 mit 87,009 und 18471110 35,48] PU"-

onen. Die Einnahmen vom Betrieb der Wicn-nggnércr ""V W Sritrnbahm'n von Laxenburg und K*ayclsdorf bctrugkni