1881 / 229 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 30 Sep 1881 18:00:01 GMT) scan diff

Beka nntmachungen auf Grund des Reictheseses vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund des §. 11 des Rengese es vom 21. Oktober 1878 gegen die gemeingefährlichen Vestre ungen der So ial- demokratie wird verboten das im Verlag des Philipp 21 ter- mann in Oßnabrück (Druck von Vanderbilt in Amsterdam) Anfang Juni [. J. erschienene Flugblatt:

„An unsere Parteigenossen!“

mit den Unterschriften: . Auer. A. Bebel. J. W. Fritsche. W. Hafenrlever. 7- Kayser. W. Liebknecht. J. Vahiteich. Ph. Wiemer. Regensburg, den 27. September 1881. niglici) bayerische Regierung der Oberpfalz und von Regensburg.

Kammer des Innern.

In der heutigen HandelSregister-Beilage wird Nr. 39 der Zei euregister-Bekanntmachungen veröffentlicht.

Yichtamtliehes.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 30. September. Se. Majestät der Kaiser und Köni sind am Mittwoch Abend 61/211hr von ffStuttgart wohlbeha ten in Baden-Baden wieder em-

etro en.

9 Gestern Vormittag erledigten Se. Majestät Regierungs- gefchäfte und nahmen die Vorträge des Militär- und des Civilkabinets entgegen.

Nachmittags verweilten Se. Majestät während des Concerts auf der Promenade und unterhielten Sich dabei mit dem französischen Botschafter, Grafen St. Vallier, sowie mit dem Grafen Chreptowitscl) und dem Fürßen MentsthXoff.

Um 4 Uyr traf Se. Königliche Hoheit der Erbgroßherzog, um 53/4 Uhr Ihre Königiiche Hzoheit die Großherzogin von Baden und Abends 71/2 Uhr J re Kaiserlichen und König- lichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, von Constanz kommend, in Baden=Vaden ein, Höchstwelche von den badischen Herrschaften am Bahnhofs empfangen wurden.

21111 heutigen Geburtstage Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin findet bei Sr. Majestät ein Festdiner von 31 Gedecken und Abends Thee statt.

- Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl be- gab Sich heute Mittag 1 Uhr mittelst der Stettiner Bahn zur Abhaltung von JaJden nach Hubertitsstock. “Höchstderselbe gedenkt am Dienstag A end von dort hierher zurückzukeinen.

Ihre Königliche Hoheit die Prinze sin Friedrich Carl begleitet Höchstdenselben dorthin, wird aber die Rückreise schon am heutigen Tage antreten.

- Zur eier des Allerhöchsten Geburtstaßéß

m

eute die 11 lichen und viele Privatgebäude fe be-

ggt. Die VorsteUungen der Theater werden diirch ?sst-

ouvertüren und auf die Bedeutung des Tages bezüg iche Prologe eingeleitet.

hrer Ma'e ät der Kaiserin und Köni in sien! ?ilick)

_- Der hanseatische Minister-Refident [)r. Krüger ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Mission wieder übernommen.

- Der General-Jnspecteur des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens, General-Lieutenant von Strubberg ist von Urlaub hierher zurückgekehrt.

- Der General-Lieutenant Wiebe, Jnspecteur der 1. Fuß-Artiüerie=Inspektion, ist von Inspizirungöreifen hier wie er eingetroffen.

- S. M. S. „Freya“, 8 Geschliße, ist am 24. Sep- tember cr. von Gibraltar nach Plymouth in See gegangen.

Danzig, 28. September. (ng. Ztg.) Auf der Kaiser- lichen Werft wurde heute Vormittag das neu erbaute Dampf- kan onenboot, das als Tender für das Artillerie:Schulschiff ,MarS“ zu fahren bestimmt isi, glücklich zu Wasser gelasjen. Der stellvertretende Ober-Werftdirektor, Korvetten Kapitän von Hippel, vollzog die Taufe unter den üblichen Ceremonien und

b dem Schiffe im Namen des Kaisers den Namen „Hay“. em Yblaufe wohnten außer einer zahlreichen Zuschauer- mmge das Offizier-Corps der Korvette „Nympbe“ bei.

Bayern. München, 29. September. (W. T. B.) Die Abgeordetenkammer ite Baron Ow mit 154 egen 2 Stimmen zum Ersten Präidenten und l)r. Kurz mt 85

egen 70 Stimmen zum , Vize-Präfidenten. Freiherr von tauffenbcrg erhielt 68 Stimmen.

Baden. Karls ruhe, 29. September. W. T. V.) Die Großherzogin reist heute Abend nach aden-Baden, wohin sich bereits Na mittags der Erbgroßberxog be- geben hat. Der Groß e rzog wird durch Unwohl ein hier noch zurückgehalten.

Oeseneich-Ungam. Wien, 29.September. (W.T.B.1 Graf Belcredi : heute sein Amt als Präsident des Ver- waltungSgerichtsho s angetreten und, wie die „Polit. Corresp.“ miuheilt in seiner Antrittsrede hervorgeshoben, daß er es für seine Pflicht halte, das Ansehen, das ich der Verwaltun-s- Fückmhof errun en, zu bewahren und zu kräjtigen. Politi che

ebenen minen neu an dieser Stätte zu schwri en denn nur das 111 Griese sormulirte Re t iel entscheiden iar den Verwaltun ognichndof, der das echt, welches das Staats: und das nxelinteresse schuß, durch treue und richtige Inter- pretation zur Geltung zu bringen ha . est, 29.Septcmber. Der Kai er und König be iebt

iich ute Abends nach Wien und lrifft - wie die ud. Corr.“ erfährt - gc en Mitte Oktober - der Tag ifi“ noch nicht ie esielit - eder in Budapest, resp. Gödöliö ein, um xksibzeitt'r röffnung der Dclegationsicision in Ungarn zu ver- e .

Niederlande, Luxemburg, 30. September. (WTO.) Die Kammer ist auf nächsten Dtensiag urBerathung eurer Vorlage einberufen durch welche die egterung ermächtigt werden'soll, den Beiiß-rn von Noten der Nationalbank den 5prozentigen Betrag vorzustrecken. '

Großbritannien und Irland. London, 28. Sep- tember. (Allg. Corr. Obwohl sich die Meldung des „Stan- dard“, daß der Bo kSraad von Transvaal die mit Groß- britannien geschlossene Konvention verworfen habe, als per- früht erwiesen hat, so scheint sich doch die Lage der Dinge in der südafrikanischen Republik zu einer akuten zuzuspißen. So wird der „Times“ unterm 26. d. aus Durban gemel- det: „Die Mitglieder des Volksvaads bedienten fich in der Erörterung der Konvention einer starkewSpracbe. Em Redner verglich dieselbe mit Bedinaungen, die ein' Eroberer barbarischen und unzuverlässigen Unterthanen diktirte. Ste indossire jede Verleumdung, welche die Boer!) zur Verzwe'isz lung trieb, und verseße sie in eine Lage, die schlimmer set als diejenige war, ehe fie die Waffen zur Pertheidigung ihrer Freiheiten und ihres guten Namens ergriffen. Die Boeren wünschten in Freundschaftmit England zu leben, aber die Konven- tion öffne jede Wunde der Ver angenheii, anstatt sie zu schließen. Es geht ?ier das Gerücht, da die militärischen Arrangements geändert ind, und daß die Behörden die britische Re ierung auf telegraphischem Wege ersuchten, keine TranSports iffe zu senden, da die Regimenter länger in Natal zu bleiben haben würden.“ Der „Daily News“ geht von ihrem Korrespon- denten in Marißburg folgende vom 26. ds. datirte Depesche zu: „Eini e AufregunEg macht sicß hier bemerklicb auf Grund von Befe [en aus ngland, in Folge der Haltung des Volksxaads von Transvaal, allo Truppenbxwegungen zu sistiren. Die DiSkUssiön der Konvention w1rd 110ch fort- gesetzt, aber nach Meldungen von sehr zuverlässiger Seite wird die Konvention von aÜen Rednern, obwohl ihr Ton em gemäßigter ist, energisch beanstandet. Es ist indes; große Besorgnis; vorhanden , ein Dilemma zu vermeiden, iznd meine Ueberzeugung ändert sich nicht, daß die Konvention unter einstimmigem Protest und einem Appel! an die Großmuth Englands, um Zugeständnisse betreffs der bean- standeten Punkte ratifizirt werden wird.“ Der „Standard“ ist ebenfaÜs der Meinung, daß jede Schwierigkeit mit den Boeren in Angelegenheiten der Konvention in freundschaft- licher Weise beigelegt werden würde.

Ein Telegramm aus Adelaide meldet den gänzlichen Untergang des der italienischen Regierung gt;- hörigen TranSportdampfers „Europa“, der mit Gegenständen von der australischen Ausstellung von Australien

“nach Venedig unterwegs war. Die Mannschaft wurde gerettet.

Frankreich. Paris, 29. September. (W. T. B.) Nach einem Telegramm des Generals Saussier an den Kriegs-Minister hat der Oberst Laroque gestern größere Ab- theilungen von Znsurgenten unweit Kef geschlagen.

Italien. Rom 29. September. (W. T. B.1 Ein vom italienischen Konsul in Melbourne bei dem Minister des Auswärtigen eingegangenes Telegramm_gteht keine positiven Aufschlüsse iiber das Schicksal des italieni- schen Transportschifss „Europa“. Der .Konsul meldet: die Nachrichk vom Scheitern der „Europa“ set durch das Packetboot ngcb- Coohown und von dort auf telegra- phischem Wege an*ihn gelangt. - Der zum Protefian- tiswus übergetretene vormalige Kanonikus Graf Campello hat heute eine Selbstbiogra hie veröffentlicht , in welcher er seinen Uebertritt zu recht ertigen sucht und anführt, daß er zum Ergreifen des geistlichen Berufs genöthigt worden, troßdem aber seinen Verpflichtungen immer auf das Genaueste nachgekommen sei; sein Uebertriit sei veranlaßt durch die in der römischen Kirche herrschenden ustände und durch die Weigerun des Papstes, tas Papstt um mit Italien zu ver- söhnen. raf Camper hat an den Papst, an die Kardinäle, Prälaten und Ordensoberen, sowie an die Mitglieder des diplomatischen Corps Exemplare der Biographie gesendet. - In dem Befinden der erkrankten Kardinäle Borromeo und Moretti ist eine Besserung eingetreten.

Griechenland. Athen, 28. September. (Pest. L.) Alle Soldaten derTerritorial-Armee, welche älter als 28 Jahre find, ferner alle einberufenen alten Soldaten, welche nicht der permanenten Armee angehören, im Ganzen 20 000 Mann, find bereits in ihre eimath entlassen worden. - Die Typhus-Epidemie i in Athen gänzlich erloschen.

Türkei. Konstantinopel, 30. September. (W.T.B.) Die Vertreter der Vesi er türkischer Schuldtitel haben fich im Prinzip mt der von der Pforte aUSzu- übenden Kontrole iiber die neue Administration der indirekten Steuern einverstanden erklärt und werden am Montag über die Zusammensesunä des Administrativraths in Berathung treten. Derselbe io e aus zwei Engländern, je einem Franzosen, Deutschen, Oesterreicher, Italiener und einem Vertreter der Bankiers 'von Galata gebildet werden. Das Abkommen mit den Bankiers ist noch nicht perfekt 73e- worden, aber eine Herabminderung der Annuität ist prinzip ell zugestanden.

Bulgarien. Sofia, 23.Septen1bcr. Der „Pol. Corr.“ schreibt man von hier:

„Dcr Alexander-Tag-für Bulgarien ein Doppelfcst wegen der zusannncnfaiicnden Namenötagq ch Landesfürsten und des Kaisers von Rußland - batte cin überwiegend militärisches chräge. Zu dem Umstande, daß die Feldübungen der Truppen jäbrlickz an diesem Tage ibren Abschluß finden, gesellte fick) eben dieses Mal der weitere, daß an die bulgarischen Truppenkörper zugleich die mehrfach erwähnten xicucn Fahnen vertbeilt wurden. Nach Abhaltung cinco Te-Deum tm Lager, dem auch die in Sofia be iaubigtcn Fremden Ver-

treter beiwobnten nahm der Fürst eigeti ändig die abnenver- tbeilung vor. „9 gelangten Fur Vertheilung: cine Standarte an dgs vaaUcrie-Regiment, 24 a nnz an die _Druzincn und je eine an die Krit oscbule und dgs Gen ebatatllon. Furst Alexander bielt mit weithin ?cdallender Stimme vor der ront der in Reih und Glied aufoesteliten T Um eine befeuernde ' nspracbc, worauf sicb dic Ko- lonnen zur Dc lirung in Bewrgun?y sevten. Die Krit Okchul- öglinge, dieDevutationen. die aus einer avaUerie-Eécadron be te ende ürftlicbx EOcorte, sechs Jnfanterie-Druzinen. das Kavallerie-Regiment und drei Baticrien ogen zwei Mal an dem Fürsten vorüber, uerxt compagniewciic in grfcbtempo, dann in Bataillonrformalion im au - sehr:". Die Truppen uberrascbten die kompetenten Bcurtbeiler durch ihre treZliche Haltung und ihre korrekten Bewegungen. Es trat klar ! age. daß die mit Jo vielEifer bexriebencn lichungen und Manöver n der That gewirkt alten, und Furft Alexander durfte mit gutem Gewissen dad Lob spenden, das rr_ dem Offiziers-Corps und der Mannschaft in den wärmsten Ausdrucken sollte. Der Festtag schloß

YU der Gesundheit aller Souveräne und Staatschefs, .die ibm die bre erwiesen, sich bei ihm vertreten zu laffen'. Später trank dann Fuß Alexander an das doppelte Namensfest anknupfend, auf das

o [ seines Kaiserlichen Namensbruders auf dem russischen Throne.“

Schweden und Norwegen. „Stockholm, 29. Sep- tember. (W. T. B.) Der Kronprinz und die; Kron- prinzessin von Schweden und Norwegen md heute auf Schloß Drottningbolm eingetroffen imd wäyrend der, Fahrt von der Bevölkerung fortgeseßt mit_ den freudigsten Kundgebungen begrüßt worden. Dßr König und die Kö- YYY empfingen das Kronprinzliche Paar am Bord des es.

Amerika. Washington, 29. September. (W. TB.) Der Präsident Arthur hat sich heute nach New-York be- geben, um daselbst Privatangelegenheiten zii ordnen.. Eine Aenderung in der Zusammenseßung des Kabinets wrrd vor dem Zusammentreten des Senates nicht erwartet. Der P rozeß gegen Guiteau wird voraussichtlich in Washington geführt werden; als Vertheidiger des Angeklagten wird der Schwager desselben, ein Advokat, fungiren.

Süd-Amerika. Buenos Ayres, 29. August. (Allg. Corr.) Der Kongreß diskutirt in einer geheimen Sißung den Vertrag mit Chile. Die chilenische Regierung wartet das Vorgehen des argentinischen Kongresses ab. - Man glaubt, Oberst Latorre halte sich hierselbst auf. In Betreff seiner Bewegungen herrscht in Montevideo große Unruhe, und man trifft noch immer militärische Vorbereitungen.

Afrika. Egypten. Aus Alexandrien wird von der „Allg. Corr.“ gemeldet, daß der Ministerrath die Vorschläge der mit der Revision der Armeeverordnungxn be- schäftigten Kommission geprüft und dieselben dem Khedwe zur Bestätigung vorgelegt habe. Die neuen Regulirungen zer- fallen in fünf Abschnitte und bilden den Inhalt von fünf Dekreten. Das erste, welches auf die Beurlaubung der Offi- ziere und Gemeinen Bezug hat und aus 18 Artikeln besteht, ist vom Khedioe bereits vollzogen worden und wird mit den Schreiben Sherif Paschaß ohne Zögern veröffentlicht werden.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

München, Freitag, 30. September. Das heute in der Abgeordnetenkammer von dem Finanz:Minister vorgelegte Budget er iebt ein Minus von ca. 5 MiÜionen; zur Deckgng desselben ist eine Steuererhöhung von 20 Proz. in Ausiicht genommen.

Statistische Nachrichten.

Nach Mittheilung des statistischen Bureaus der Stadt B e rl in sind bei den hiesigen S1 „1 nd e s äm te rn in der Woche vom 18. Septbr. bis inkl. 24. Septbr. er. zur Anmeldung gekommen:224 Eheschließungen, 902 Lebendgeborene, 40 Todtgeborene, 518 Sterbefalle.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Neues Archiv der Gesellschaft für älteredeutscbe Geschichtskunde zur Beförderung einer Gesammtauögabe der Quellenschriften deutscher Geschichten des Mittelalters. 711. Band. 1. Heft. Hannover, „O_abnscb'e Buchhandlung. - Das, vorliegende neueste Heft des Archivs bringt an der SP! :e den bereits an dieser Stelle veröffentlichten Bericht über die 7. lcnarversammlung der Centraldirektion der Unnamenta Sotmauiao 1881. Es Wurden da- nach im verflossenen Jahre von dem großen nationalen Werke fol- gende Bände ausgegeben: von der Abtheilung zuotorsa anti- quissiwi: ]) “Domi LU,. X'. 2. sananri Uonori Olomou- riaui korrnuan opera poetica. Ksoevauic ec smouäsyit. ["riäsricua l-e-o; von der Abtheilung Zoriptores: 2) “korona F37; 3) Üinbaräi sito. ](aroii Uaevi. Üäicio quartz. kost, G. H. Perv reeausuic G. Waiv; von der Abtheilung antiquitatea; 4) Loom barini 8271 Carolini. Kecsnaaic Ürvestua 1311111111161". “Domi ]. ])ara

riot; von dem Neuen Archiv der Gesellschaft für ältere Deutsche lÉßescbicbtskunde: 5) Band 171. in 3 Heften. Dazu kowmt als von der Gesellschaft unterstüvt und theilweise aus ihren Sammlungen ber eétellt: 6) 54:18 impetii iuoäita oscuii Ul]. Urkunden und Br e e zur Geschichte das Kaiserreichs und des Königreichs Sicilien in den Jabren1198 bis 1273, brausgcgcbcn von Eduard Winkelmann. - Darauf folgt der dritte Bericht über die zur Herauögabe der älteren deutschen Stadtrechte untcrnonmirncn Vorarbeiten, von F. Frenßdorff' derselbe bezieht sich auf eine im_ Herbst 1880 urxternom- mene Rcie und behandelt die niederrheimsckpcn Studie Duffeldorf, Cölu, Bonn, Siegen, Lechenich, Wipperfürt, Emmerich und Din:- r lakcn, auf Grund des Materials, welches das Staatsarchiv zu Dufim dorf und das Stadtarchiv zu Cöln boten. Weiter folgt ein Bericht über schwäbische Todtenbücher, von F. L. Baumann, und„Studien zu Marino Sanuto dcm Aeltercn, von H. (Simynöfcid, Stipendiat des König Ludwig-Stiyendiums, welcher zugleich die Wiederauffindung des biber noeratornm ü-ielium etuoiz meldet. Daran reiben sub Beiträge über Anselmo (;o-ata epincopornm l-socjianaium, von (55. Waiy, und zu Ia 6'8 Reßcstenxammlung, _ von Zul. v. Pfluak-Hnrttunn; cine Unter ucbung uber ie Herkunft des quaniscbcn Gricbicbtdscbrcibcrs, Dicbtch und Staatßmanns Albertino

usiato, Von Dietrich König, und Mittheilungen uber eine bisher unbenutzte Handschrift. österreichischer Annalen, von W. Wattenbacb. Besonders interessant ist der Reiseberiwt von S. Lßwciifeld _über die von ihm untermcvtcn Papsturfunden in denFamer Bibltoibekcn, nebst eincheibc bisher un edruckter Brickc von äpsten. Endlich theilt W. Wattenbacb quo dcm acblaß von Pb lippIaffé ein Verzeichnis; von Fndscbrifnxn acikbiÖUiÖc-i c'inhaitkz in der Fürstlich Octtingen-

allerstcinjcbry Bibliothek in Mai ingen mit. Ayo den dann olgenden Midccilen verdienen zwci unacdru e. vonE. Dummler vcrö entlicbte Briefe, cine Kollektion lateinischer Verse auf König Rudolf. uiit- actbctlt von W. Meyer, und „4an nicara- munition, von Julius von Pfiuak-Harttung Erwähnung. '“ n den „Nachrichten“ wird an* gezeigt, das: die zweite . älftc dcr koeln latini assi 0ato|mi (“kam. 1.) von C. Dümm er, auécxestamt mit Registern, Glossar und 3 pbotvlitogra bischen Tafeln, sow e ferner von den Geschichtsscbreibcrn der deutichcn otzcit erschienen sind: die Chronik des Otto von St. Blasien, uberscyt von Ur.Ho tKobi, die Chronik von St. Feier zu Erfurt (1100-1215 und die brbucber von Marbach. über: 1 von (5). Grandaucr, die abrbücher von St. Jacob in Lüttiib, ne st den Fabrbucbern Lamberts des Kleinen und Reiners, übrrse t von [)|-.

„Plain.er._ Endlich wird mitgetheilt, das; S. Löwenfeld n der Pa- riser Bibliothek (Coileklion Valuze) an zwei er ameniblättern, die als Einband acdient haben, einen Brief von im 11 entdeckt [Yk- der sich frencn die Lehre des Biscbo o Feli von Urgel wendet, mb den Brix en von Ayril bis Juni 79 anreiöt und wabricbeinlicb an Tbeoduls gerichtet iit.

Lande und Fotßvirtbsthast.

Das Ackerbau-Dcpartement zu Washington hat bis zum 1. September reichende Erntebericbte vcröffentli t:

mit einem vom Fürsten im Lagcr vcranYitctcn Banker, zu dem auch die fremden Vertreter geladen waren. r erste Toast Sr. Hoheit

Was Baumwolle anbetrifft, so [asien die be; glichen Berichte einen sebr weicntlicbcn Rückgang der Pilanze im Vergleich mit den

rüberen Berichten ersehen, eine Folge der anbaltendc'n Dürre, von welcher alle Theile der Brzumonstaateri beiuzgesucbt worden sind. In Zahlen angedrückt istdte Beschaffenheit 72, eme A'bnabme'rxon 16 0/9 verglichen mit dem Monat August und von 19% zur gleichen Zeittm Vorjahre. Berichte von 330 Counties in deri BaymwoÜ-Staaien geben folgende DurchsÖnittSzablen: Nord-Caryltiza m 42 Cyunites 72; Süd-Carolina in 22 Counties 68;„ Georgia m_ 55 Constties. 71;

lorida in 14 Counties 87: Alabama m 33 Couyttes 80; Misstsfipr F1 37 Counties 74; Louisiana in 15 Counites 76; Texas in 60 Counties 65; Arkansas in 31 Counties 55, und Tennessee m 21 Counties 62. ' .

Mais. Der aligemeine Durchschnitt der Matseriite fteiTte sich am 1. September auf 60, oder 17% niedriger als im Monat August und um 31% niedriger, als um dieselhe Zeit im Vorjahre. Die Ursache dieses Rückganges ist ebenfalls die' ast überall statt- gehabte anhaltende Dürre„ New-England hat "Nicht so schwer unter derselben zu leiden gehabt ww andere LandeStbezle ostiich vo,m Mississippi, und liefert einen Durchschnitt von 90. Auch in Bröcyns 111,ancs ota, s owie in den meisten Territorien herrschte etwas gunstigeres Weiter, so das; die Beschaffenheit der Ernte dort'dementjprecher'id besser '.st' Aus Illinois, Missouri und Kansas ltegqn Klagen uber Ungezte er oder anhaltende Dürre vor, und fiir_den hierdurch angerishieieix chade'n spreckicn Wohl am deutlichsten die folgendeix Dyrchscbnttikizxffern, die sich fürsdilel beiden erstgenannten auf 58 reipektwc 42 und “(ur Kamas au 55 te en. _

f Ta bak. Die Berichte [affen eine Abnahme drr ErnteayßfiÖien ersehen und zwar, mit Ausnahme von Delaware und WrSconsm, eine folixe von 20 0/0. Allgemein geklagt wird über anhaltetide Dürre. Kentucii und Jüinois [*cricbixn mir weniq melir ais'eine halbe Ernie, während Tennessee und Misiouri „weniger als eine Drittel- Ernte in Aussicht sielien. Der Durchschnitt fiir das ganze Land stellt sich auf nur 65 gegen 85 im vorigen Monat und 84 zur selben Zeit im Vorjahre.

Gewerbe und Handel.

Leipzig, 29, September. (Lpz. Ztg.) Die Michaelismeffe War in allen Gattungen vorrTu' chex1 und Bu (ks- kins ziemlich stark befahren, auch Käufer in ziemlicher Anzahl am Maße, wie es bei einer Michaelismeffe sonst selten der Fall, ist; nur ist zu bedauern, daß auch diese Messe wieder vor) außerordeytirch kurzer Daurr war. In glatten Tuchen, Solms, Crorsés 2c., 11111 und, o_yne Glanz, wir solche Bischofsivcrda, Göriiy, Sagan, Sorau, Schwwbii§, Finsterwalde, Guben, Lengenfesd 2c. erzeugen, war das (Heschaft nicht sehr lebhaft, die erzielten Preise wenig beirtedtgend, und konnten größere Geschäfte nur zu Verlust bringenden Preisen (11?- geschloffen Werden, dagegen erfreute sich geringere .Waare, ww Kirchberg arbeitet, flotten AbsaYZes zu ziemiici) zufriedezistcilenden Preisen. In Buckskins nnd Pale otsstoffen, ww Großenhain, Lucken- walde, Cottbus, Peiß, Crimmitschau, Werdau, Forst, Spremberg 2c. fabrizirt, War das Geschäft, soweit es sich um gute Waarc und'aus- gesprochene Neuheiten in den Dessins für die Hevorsiebryde Winter- saison handelte, ki'cht lebhaft, imd die dafiir erzieltenPrxije'zusriedrxi- stellend, während weniger gute Waaren nur zu sehr niedrigen, Em- Ltand lange nicht deckenden Preisen Nehmer finden konxiten. Haypt- äufer waren Grossisten fürs Inland und außerordentltäpe zabiretche, bessere Detailkundschaft, während der Export fick) nur Wenig am Einkauf betbeiligte. ,

Wien, 29. September. (W. T. V.) Nach einer Meldunsz der „Wiener Allg. Ztg.“ hätte das Konsortium „Rothschi'ld- Kreditanstalt heute Mittag dem. ungarischen Fmanz-Mmister egenüber die Option auf einen weiteren Betrag der 4prozent.

oldrente erklärt. .

London, 29. September. (_W. T. B.) In der gestrigen

Wollauktion waren Preise unverandert. ' London, 28. September. Josenpl) Armstrong u. Co., Schienen - Fabrikanten und Ei enthumer der Brinsworth Ironworks in Sheffield, ba en mit Passiven tm Betrage von 25000 Pfund Stekl. ihre Zahlungen eingestellt. "- Die Spinnereibesißer von York hire haben bxlschldffen, fich der Bewegung in Lancashire, welche den tber weisen Still- stand der Spinnereien bezweckt, anzuschließen. In einem axsieru in Manchester abgehaltenen Meeting waren 900000 orkjhtrer Spindeln vertreten, und es gelangte der Beschluß zur 5Yuna mc, emen Monat lang nur 4Tage per Woche zu arbeitet) und diese Anordnqu sofort in Ausführung zu bringen. -- Die Hudsons -_ Bat- Compagnie hat von einer ihrer Stationen am Eingange der Hudsons-Bai eine kleine Ladung von gcfro- “renem Lachs ki))er Dampfer „Diana“, der mit BeU-Colmans Gefrierpro'zeß verse en [worden erhalten. Der Lachs befindet ck in auSgezetchneter Be- sehaffenßeit und wird in Kurzem auf em Londoner Markt zum Verkauf angeboten werden. ,

Havre 29. September. (W. T. B.) Wollauktion wemger Zelebt, aber fest. 1846 Ballen angeboten, 1098 B. verkauft.

Verkehrs-Auftalten.

Zürich, 29. September. Dqs schweizerische Post- und Eisen- babndevartement hqt, laut „Schwetz. Gren p,“, den Beginn der amt- lichen Vorkollaudatwn der Gotthardba n auf den 10. Mai und der Lan tkollaudation auf den 22. Mai 1882 fcstaeseXit.

r est, 29. September. (W.T.B.) Dcr L ovddampfer .Narente“ ist heute Nachmittag von Konstantinopel hier ein-

getroffen. ork, 29.Se tember. (W. T. B.) Der Hamburger

diesjäßrigc

New- Poftdamp er .Westp alia“ ist hier eingetroffen.

Berlin, 30. September 1881.

Nachdem am Mittwvcb chnd im Ccntral-Skatin Mink der im Fest- Vrogramm vorgesehene Begrußungs-Coiximcrs in s cbön ter Weise verlaufen war, fandogestern Vormittag der os telle Festaktus der Mjäbrigen Jubclfeter dcs Friedrtcbs- erderschen Gymnasiums in der Aula rxs Gymnasiums statt. Um das Katbcdcr war im Haltbkrcrß eme and von boclzstämmiacn Blatt- pflgnzcn gmpviri, btntcr der die erste Gcsangklaffc dcs Gmu- najiums und vor Welcher an beiden Seiten des Kathcdctö das Lehrerkollegium Plai genommen hatte. Im Auditorium kcmrrktc man auf den vordersten ankcn dichrtrcter dcr Staatörcaicrung: dcn Siaats-Ministcr von Goßler, dcn Unter-Staatöickrctair Lucanuo. den Mmistcrial-Dircitor Grciff, dic Gebcimcn Ober-chirrunqs-Rätbe Dr; Schneider und Vr. S_cböne. von der Provinzialrrairrunn dcn Ober- Prafidcntcn, Staats-Minijtcr 1)r. Axbcnbacb und den Provinzial-Scbul- ratb [)|-. Klix; in der zweiten Rabe die Vertreter der Stadt.

Noacbdem die Feier durch einen Gcmnnvortraa und ein von dem Superintendenten Pgnk gesprochen“! Gebet cin cicitct und der Psalm 103 (komromrt von Rußland) mit Mu iibcglcitung vor- getragcn worden, crariff Hr. Direktor Pro essor Vr. Bücvsmscbüv das Wort zur cstrcde. Er cntrolltc ein B id des vor 200 Jahren unter dem S uo des Großen Kurfürsten ncgründctm Gym- nasiums der damaligen Residenz riedricbo-Werdcr. Die Residenz war Klbst now ein junges cmcinwcscn lc te zwar dem e im . cktor große Pflichten aus, oab_ ibm er er n cbt dic nötbigcn

ttcl an die Hand. Ein ganzes Sakulum wurde denn auch da! Amt des Rektors als ein Nebenamt betrachtet, wvlcbcs Geixtlicbc ncl*cn ibrem Amt oder zur Erlangun cines folcben Amtes versa cn. Dabei eblte es an Allem,_ was zur Hebung der Anstalt, oder ricbtiqcr zum nlockxn von Schulern nötbm war, namentlich an Stipendien und Lehrkraitcn; Der erste Rektor batte nur ritzen cinzi en LcFrer unter sich., S ter wurde durch bedeutende Manner d e An talt zeit- weilig qc oben, Faak aber bald dann auch_wicdcr von der kurz behaup- teten Höhe zuruck. Ein dauernder Aufnbwung erfolgte erst in den lesten 50 Jahren.

_ Nach der Festrede hielt der Staats-Minister ron Goßler folgende Anjprache:

.Die Ehretxiage der Unterrichtsanstalten find Freudmiage für die Verivaliyngsbßhordcn.' Wenn wir bcute_ die herrlichen Räume dieses Hauses uberblrckcn, die Dank der Fürjorge des Staates und durkb dre stcxs beWahrie Mixmfizenz der städtischen Vcbördcn ausgestattet smd mrt„dex1 ricuesten HülfSrnitteln und das verglcirben mit der Ver- gangenheit in ihrer oft elenden Notßdürftigkeit, so wi[[ uns der Glanz des heutigen Jubelfestes fast als xin Wunder erscheinen. Als ich m dcn "letzten Tagen die Geschichte des Friedrichs-Werderschen GLZUinaUUMÖZ las, dci drängte sich mir der Vergleich mit der Ge- sciyrchtc nrYercY _ Landes auf. Ich gedachte der Zeit des Großen Kurfnrsten, der 1ein Land vom Sattel seines SÖlachtroffrs_ cms rrgicrie und Glück und Wohlstand zu Verbreiten ivußir, der aber angesichts seines Endes doch nur der Hoff- nung_ §Il'usdruck geben, mußte, daß das Angestrebte später vielleickyi verwirklicht 1verdc;_ 1ch gedachte aucb Friedrichs U., des gewaltigen Mongrcheii, dem dre Geschichte den Namen des Großen gegeben, der mx 'Krtcgc'wre Frieden Großes ge'scbaffen. Aber auch dieser große Konig schied mrt dcm Bewußtsein, daß die Staatsmasckyine müh- sam undichwer arbeite„ .chtc sehen wir de'n glorreichen Kaiisr, scbcn ivir„dtc Verwirklichung der- großen Ideen, für Welche die Vor- fahren grkmnpst und goarßeitct Jahrhunderte lang. Dankbar Wollen nnr [)ciiic crkcnuxn, daß Gro es im Staate, daß Großks namcntitkh auch" in dieser An talt gelristet ist. Fragen wir nach dxn Grunden liierfür, so finden wir die bcivrgcndc Krasi m iliiii'ki'ii xii'oßcn Monarchen, die es vrrsimiden ba- den, ihr Land zu beben und neue Bildungsstätten zu gründen. Sisis hdi O_m Hoixeiizoilcr dcm andern die Liebe zur Schuic als Vermächt- [)iiiieriizsikn. und als cinen Ausfluß diescr Lich und als Aner- kenmzng fur erworißene Verdienste habe ich beute einen Gnaden- bewersWSr. Majcstat zu verkünden. Unser Allcrgnädigster Kaiser und Koma [)at Herrn Dirrktor Professor Dr. BÜÖsenscßütZ dcn Notizen" Ydicrordcn viertrr Kiaffe, Herrn Professor 131». Worpilziy dcn Komgltchcn Kroncn-Ordcn und den Herren Oberlehrern Müller und Paul Patrnic Zis Profrfforcn vrriicben. Indem ich Hiermit die Ordcn nnd Paiexiic Ubexrciclic,1ageich aufrichtigen Dank aiicn Mitgliedern des LehrerfoÜEgiuwis fiir ihr pflichtgetreues und segensreiches Wirken. Wenn iiach ivciicrcn 50 Iabrcn die Austali auf ein Vierteljahr- tauscnd ihres Bestcbrns zurückblicken kann, dann wird von uns Aelteren wohl keiner mehr duf seinxni Platze sein, aber von unsern jugend- lickch Freuydcn wird _drr Einzelne vielleicht THeil nrbmen an der Feicrzmd 11ch scmrr ]cxigcn Lehrer dankbar erinnern. Wenn dann sic!) cm ncnxs Geschle 1 nm die dann Alten scbaart, befreit von deznselbcn Geiste, der uns brate beseelt, so wird es um diese Anstalt, wre um das_Vaterland gut _1tcbcn!“

Hr. Direktor Biicißicnjz'isiiz dankte für die Beweise Königlicher Huld mid Gnade und fur die) freundlichen Wünsche, Welche der Mi- ntster fur das “fernere Gedciben der Anstalt zum Ausdruck gebracht habe. Hierauf rich'tete der Erlicime Regierungs-Ratk) Dr.Klix als Ver- treter des Provrnzrgl-Sehuliollegiums Worte wärmster Anerkennung (m"das_L-cl)rcrkollcchiium, imd alsdann brachte der Stadt-Schulratk) Pro- 1cnor Or. Bertram die Glückwünsche der Stadt cntgeaen.

Nunmehrxrfolgtc die Ucbcrgabe der Geschenke. Jetzige Schüler dcr _Anstalt stifteten eine'Marmorbüste des (Großen Kurfürsten, alte Schuler urid Frerxnde die Büste Sr. Majestät des Kaisers Liir die Aula. Beide Buiten Lind aus dem Atelier des Professor ürffen heryorgcgangen. Au ex em wurde von Gönnern der Anstalt ein Zuichu zur Bonne [ttftunii zu Gunsten unverbeiratbeter Töchter verstor ener Lehrer ubergebcn. Em feierliches „Tedeum“ bildete den Schluß des Festes.

Die Landschaftsmalerei ist und bleibt, troizdem ihr das Genre den Razig streitig zu machen sucht, das Favoritfa der modernen Mglerei, und in keinem anderen auch ist die Zak) der über das Mittelmaß hinaußragenden, Bilder _auf der diesjährigen Kunst- ausstellung größer als in diesem. Aber freilich hat man die Ursache davvn nicht sowohl in einer größeren Summe künst- lerischen Verdienstes als in der außerordentlich verfeinerten Naturbeobachtung und der damit Hand in Hand gegangenen Ver- voilkomrqnung der technischen„Ausdrucksmittel_zu suchen. Was mit Hiilfe'dteser sich erreichen laßt das bewciit OIwald Achenbach m_1t_seincmnroßcn Gemälde. welches einen Blick auf die Inseln J1ch1§1, Procida und Nifida und das Kap Misene zur Linken gewährt, und in _dem die morgenlicben, vom Meere aufsteigenden, die Aussicht strubwcisc leicht verdeckenden Nebel Wunderbar getreu der Natur ab- gesehen und mit dem Pinsel festgehalten erscheinen. Die groß-stylisirte Ideal-Latidschaft aber ist leider sehr vernachlässigt: nur die schon er- wahnte biblische Landschaft von Erdmann ferner Albert Hertels mit nefen satten arben gemalter .Früßling in der Provence“ und desselben Lan schaft mit der „Ruhe auf der lucbt“ als Staffage gehören hierher. Von dramatischer Kraft und ewcgtbeit und her- _vorragendcm malerischen Können zeugen die Bilder von Carl Salix- mann und Ludwig Willroider (München); der Letztere schildert die Schrecken eines Waldbrandes, während des ersteren Künstlers präch- tige Marine dadurch noch ein großes aktuelles Interesse erhält, weil sie eme Episode aus der Weltumsegelung Sr. Königlichen Hoheit des Priiizen Heinrich zum Gegenstande hat und die Korvette „Prinz Adalbert“ in 'enem Zurcbtbaren Kampfe mit dem Taifun zeigt welcher as S iff am_ 14. September 1879 an der japanischen Küste überfiel. Im Ucbrt cn pravalirt dic Vedute oder das künstlerisch arrangirte Moiiv. ie jedoch aucb die e sicb großartig behandeln lassen, das bcwcncn die Hochgebirgslands aftcn von Graf Kalkreutb, Otto von Kamele, Karl Ludwig, AuLust Leu (Düffeldorf), Louis Spangenberg G. Engel- bar i. August Becker (Düsxcldorf), Theodor H;:„gen éWeinmr) u. A.

erdmand Bellermaun rt uns an dic.Kustc von Terraciua,

duard Pape nach der Riviera diLevante,Frredri-b Prcücr (Dresden) nach icvc di Cadore, der Heimatb Tiziano, Louis Spangenberg an den trand der Ostsee, indem er uns die eigentbümlicb eformte, weit ins Mover bmeinragendc Kuriscbc_Nebrung mit ihrem ?cbmalcn, sandigen kicfcrbcstandencn Hügelruckeiz schildert; dann fol- gen wir Hermann Eschke an die Kürten von Wales, wäbrcnd uns Albert lamm in die Campagna vcrscvt, dercn ancnde Sonnciiiiwtc ekte er mctsicrbaft wiederzu eben wci .

er durch seine brillanten Mondsebemiandsckpaftcn brannte Loms Douzctte fehlt auch die.";nml nicht ebenso wenig wie A. Lutterotb (Hamburg) mit !cinen klaren far enls)attr|1 italienischen Landschaften, die Maler dcs deutschen Waldes, C ristian Kröner (Düffcldorf) und Eduard Ockc! dcr Schilden: der nordischer: Meere, Hans Gude, Edmond de Écbamvbelccr, der Maler der niederländischen “Tiefebene und „ihrer Flüsse, und Carl Schenck, der Schildern unseres melan- cholijcben, reaneriscbcn, nc_[*!igen Herbstes. Mar Sibmidt (Königs- bera), Valentin Rut!» (.:mnbura), Johannes Dunpe(Düffc1dori), Baron von Gleicbcn-Rusnvurm (Weimar) imd Marie von Kcudcii End wie auf früheren Ausstellungen durcb tucbttae Leistungen rcvräsentirt. „ngen Bracht (Karlsruhe) schildert in cbacaktervollcn, groß angelegten Landschaften dcn Sinai, die Wüste und das todte Meer. andere valastincnfiscbx Gegenden (zT. Schirm (Karlörube); die Feliengräber von Beni-Hanan in Egvptcn malte in entsprechender, charakteristisw düsterer Abenddämmerung ErnstKöc-ier, und BerningcriMüncben1den Strand von Algier und die Trümmer Von Carthago. Auch die Perga- meni (ben Ansichten voanristian Milberg gehören bictber. Nicht jedem Land (hafter erreichbar sind die Objekte. welcbe Magnus von Bange und Thomas Somerscaleö (Valparaiso? gewählt haben. Jener malte dic prachtvolle Mittenrawtosonne, wic nb dieses Phänomen in ciner Juli- nacht zwischen 12 und 1 Uhr am Andk- iörd in Norwmcn cincn Außen darbot, der Andere einen Blick an die Cordillera im e*st'dcn Cb le'o bei Abendstimmung, mit dem mxigtiaen Vulkan Antuco mr Linke_n. Sehr interessant und cbataktrrtsttseb smd endlikb auch die tussiicbcn Landschaften von Julius von Klever (St. Pcicrdburai ivw'ic das an ariscbe Motiv, welches (Eduard von LichtenfclöiWic10 an seinem mälde stimmungsvoll i'cbandelte.

Jm Btldmßsach kommt die_smal die seit längerer Zeit durch die blen- dende: Ma_chc der moderner) Richtung in dcn Hintergrund gedrängt aeinene altere Schule wieder zu Ebern. Dies gilt namentlich von Julia? Sci'raders Portrat Ihrer Königlichen Hoheit der Erbgroß- herchgm von Mecklenburg-Strelttz, _welches sich durch gediegene, un- verkunsteitc' Behazidlung und frijcbe, gesunde Farbe von der in neuerer Zeit beliebt geirwrdenen koloristischen Effekthascherei in wdblthuender Weise fern halt, und dann auch von Plockborsis Bildnis; Ihrer Hoheit der Herzogin von Sachsen-Altcnburg sowie von den) sprechend lebenswabren Porträt einer alten munteren DFW". von Biermann. Dagegen ist das Porträt Ihrer Majestät der Komgzn von Sgchsen,"von Lron Poixle, bei allen sonstigen Vorzügen, von einer „geivtiicn crknnsielten Ungeiuchtbeit der Pose nicht ganz frei. Gusiqv Richter vermag m_ den beiden ausgestellten Damenbildniffen, obgixicl) dgs eme davozi semxn vollendetsten Schöpfungen binzuzuzäb- len ist, keine neuerx Selten scmer hinlänglich beirunderten Meisterschaft zu" enxfalten, nighrend sich Anton von Werner in einem mannlichen Portart, „wa? Feinheit der Charakteristik , [ebenstreue Erfassung der Personlichkert und Subtilität der Pinselfübrung betrifft, ibm cbenhurtig an die Seite stelli. Carl Guffow hält sick) in dLZi eingesandten.Brustbildern cines Ebedaares von die Natur uberkurisieinder Mamer' nicht fern, Weiß akcr in dem Damenbildniß durch em stupcndnitrklichkeitsgetreu gemaltes iÖWarzes Atlaskleid in Eritaiinen zit verirch. Mit viel einfacheren Mitteln erreicht dagegen em hier _xbiler unbekannter Künstler, Carl Stauffer (Bern;)ß eine markrge Kraft der Charakteristik, Welche ibm icidnei]. cinen . amen gemacht hat; Cyiirad Dieliiz malte Se. ?obeii den Fürsten Alexander Von Buigaxieir m _großcr Gala, hat a er im Gegrnsaiz zu der in alien DOMUS. wrgfglngst wiedergegebenen Uniform, Orden 2c., auf den Kopf Weit weniger Fleiß verwandt. Von Biirck ist ein sehr an- ziehender Wclbilsbel: Studienkopf, Von Max Kruicnmrk (Rom) ein [tedevqll gemaltes, miereffant behandelies Damenbiidniß zu erwähnen, Bcr Vielen andern großtenthsils in dieiem Fache wohlbcrufenenKünst- lr'rn, welcbe Wrrke zurKAussteUung gebracht haben, dürfte die An- Ztiiruna dcr Nam'en genauen: es sind Oanr Vegas, Hugo Crola, errr Lucke (Paris), „Gustav Graef, Friodrich Kaulbach (Hannover), Adolf F§e[*811§*,__L-. Kolrtz (Caffrl), Karl Lasch (Düffeidorf: Portrait des Burgermctiiers Von Hamburg, Petersen, in der Amtstracbt der Senatoren), Otto Hcyden, J. .Hcydxrk (Königsberg), Karl Lehmann (Londozi) und Anton Weber. (Zinc besondere Erwähnung ver- dient ]edqÖ "das von „Conrad Freiiberg im AÜcrböchstcxi Auftrage Sr. Majestat des Katiers aquefiihrte Gruppenbild einer Hof- ]agd m der Forst, Von Letzlingen, in Welchem dic! Aufgabe der zwannglosen Gruyptriing der darzusteiienden Perionrn neben getreuer Porlrat-Abrzltchkett ungeachtet des kleinen Maßstabes recht glücklich gelost erschcm't.

Wenn_ww der Miniaxurwaler_Wisnieski und Ebrentraut gedacht hczberx, bierbt UVS 110ck ubrig, dle Spezialfächer kurz zu berühren, natiiltch die Architekturmalerei, in welcher Gracb jun., A. C. Mayer (Nurnberg), Hermayn Dietrichs, Heinrich Heger (München) 11. A.

ervorragendrs geleistet haben; die Tbiermaierei, in Welcher Albert 5 rendei (Weimar) 'mit einem Lämmerstail nach wie vor in seiner Spezmlttat unerreicht bleibt, während Carl Deiker zwei volkendet „naturWabre Bernhardinerporträts aussteiiie und Georg Korb sowie E. Hakigxi als P_ferdemaler cxzeiliren; endlich das Strüieben, brillant glanzend reprasentirt durch ein Bild der Baroneffe Hermnie von Preuschen (z. Z. in Paris), Welches das mit allen Reizen dekoratWer Einzelbetten farhcnprächtig geschmückte „Lager der Cleo- patra“ darstellt, durch trefflrche Bilder von Albert Hertel u. v. A.

Hirschberg,.25. Sept. In unserem Hochgebirge ist in der Nacht zum vorigen Sonnabend der erste Schnee Hall erfokgt, und am Sonyabend früh waren der Kamm und die Ab änge von SÖrei- berha_u bis zur Koppe in ein weißes Gewand gehüllt. Nachmittags war mdeffen der Schnee zum Theil wieder forigeschmolzen,

Boloßna, 30, Septixmbcr. (W. T. B.) Der Geologische Kongreß at beschlossen, 1:1,Beriin eine Generalkarie durch 5Geo- iogexx aus England, rani'reich, Italien, Oesterreich und Rußland ausfahren zu laffen. «xoriitzexider dicser Kommission wird ein deut- «rr Geologe sem. Der Präses des Kongresses machte außerdem

tttbcilung von der Gründung einer Italien ischen G eo lo g isch c 11 Gesellschaft.

Im Naiional-Tbeatcr, Welches durch die koniraktlicben Vereinbarungen mit Fr. Franziska (Ellmenreicb genötbigf war, die Ausfuhrungen dcs ,Sturm“ zu unterbrechen, smdcx am Sonnabend auf Vielseitiges Verlangen eine Wiederholung desielbcn statt. Am Sonntag tritt dann Fr. Franziska Ellntcnrcicb wicdcr in der „.Be- zähmtcn Widerspänsttgcn“ auf; am Montag werdcn die „Er- zählungen der Königin von Navarra“ mit Fr. Ellmcnreicl) als Prin- zcß Margaretha gegeben worden.

Literarische Nettigkeiten und periodische Schriften.

Vcrbandiuxiacn des Vereins zur Beförderung des (Bewerbslcißcs 1881. Rcdactcur: Dr. Hermann Wed- ding. Berlin. VerlagvonLcNibardSimion. 1'11. Heft (Fcricnbcfi). _ Inhalt: 11. Abhandlungen. „4. Sachliche Würdigung dcrin Deutsch- land ertbctltcn' Patente. )(171. Die Plomben, Von H Hoefing- hoff, ,JligNLU'Uk und _itlfsarbciter im Kaisers. Patentamt. li. Vcricb'tc uizcr dic wirt 1chaftlickc Lage der deutschen Industrie. 711. Vcrnbt uber die Lage der Epiritus-Jndustric in Deutschland im Jahrg 1880. Von [)|-. L. Locwcniicrz, Kaisers. Regierunas-Ratb. 0. Vcrnnscbte Abbandlunnen. Tipeorctiscbc Untersuchung cinixcr in der Praris angewandter kincmatiscbcr Zvlindcr-Kcttcn. Von . uguft Ramiscb, Lehrer der Matbcmatik urid Meibanik in Treucnbricycn. 11], Amtliche Mittheilungen. Zur Hebung des dcutscbcn Ausfuhr- handels. 17. Kleinere Mittiscilxmgcn. Fehlen. ,

Da;i Schiff, Wochenschrift für die gesammten Jntcrcsicn der Binncnicbiffahrt, bcrauöacgcbcn untcr Mitwirkung von Artbur von Studniy, Dresden. (Victiäbrl. 2 .“) Nr. 78. - anait: An unsere Leser! - Dic Pearl[*col*mi»t*.umcn in Prcußcn. - Dic böb- mischen chkcrlrandportc. - Vcrsicbcrunaökartcll._ - Von der öster- reici*isii*c-1 (?lbc. -* Dic Trace dc; .*iiixcin-Wcirr-Kanal. - Die Wasserstraßen Scbwcdcns. -- Bukarest_nnd Fiume. -- Wasser- bau. _ Häfen. „- Schiffbau. -- S.i*iff»3brt§bctrac_i_*. _ Personen- scbiffabrt. -- Güterscbiffabrt. » Ildxctct. _, Unmiic. _ Strom- Poliiri. _ Sion, -- Pcrsonaligxi. Gerichtliibcs. - Frachten- markt. - (Yes äftobericbt. - Waiicritand, - Course. -- Brief- kasten. - Inserate. . _

“eitscbrift für das Jdtqtciiivcjcn. Organ dchonfcrenz für xdiotcn-Hcilvflcae. linter '))thirfmig vton Acrztcn und Päda- go cn. Heransgcgcbcii_vo11 _W. Schröter. Direktor der (irzicbungs- an mit fur geistig Ziirnciaxhlwbcne zn Drcddcan., und E. ?ikcikbelt, chrcr an der Zonml. mM. ErzrcbunLF-anstait für Blödsinniac in .Hubcrtnoburn. Ccpirmbcr 1881. nhalt: Dcr Krctiuiöums im neupreu;isciicn'Antbcti dcs Tbyrinacr Waldes. (])-'. A, Iiiriivboff.) - Daz idiotifcbc K_md und icinc Erziehung. (W. Schrötcr.) -- ?macbogen fiir Ikwtcnanstaltcn. - Mittheilungen: Besuch in Zdiothqnstaltcy. - ,Das Katiycdcr in Zdiotcnscbulen - Schulen für „einig Zuruckncl*itcbcnc. - Praacr Jdiotcnanstalt. - Seelisch- kran e Kinder. - Zur Ucdiirdmm-Ifraqc. -- Literatur und Lehr- miitcl: Bariiwld. (T., Der erstc Unterricht für Scbn*ach* und Blöd- finnixic. - Riemer, W.. Dali SMN": Huber:"öiura sonst und jcpt.

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_MnLnns, 111". H., "Lic !nctlwkifci'c (*rzicinng dcs Farbcnsmnco. -- Briefka tcn. _ Anzeinc.