1881 / 237 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 10 Oct 1881 18:00:01 GMT) scan diff

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und zwei Ortseingesessenen bestehende Kommission fich ledig- lich auf die Feststeüung des Schadenumfanges und event. auf die Entgegennahme der Forderimg des Yeschädigten zu beschränken, in Verhandlungen m1t_ den Betheiligtxn über die Höhe lI)er Entschädigung§summe sich dagegen nicht einzu- la en at.

ff Wenn ferner im Passus 8 zu §. 14 der vorerwähnten Instruktion angeordnet ist, daß eine Abschätzung nur da ein- treten sol], wo von den Beschädigten keine distinimten 0er zu hohe Forderungen gestellt worden sind, so mird m_ den Fall_en, in welchen die Kommission darüber zweifelhaft ist, ob_ eiiie Forderung als angemessen oder zu hoch zu erachten_ sei, die Vornahme einer Schäßung zwar ebenfalls geboren sem. Die- selbe wird jedoch nur insoweit vorzunehmen sein, um festzu- ßelien, ob die betreffende Entschädi ungSforderung ais nicht zu hoch anzuerkennen und demgema zu bewrliigen sem mird. Die von den einzelnen Beschädigten angemeldeten Vergütungen für durch Truppenübungen herbeigeführtr Flurschaden im Wege der Abschäßung zu erhöhen, sind die nach den Instruktionen zur Ausführung des Naturallerstungßgeseßes vom 13. Februar 1875 §. 14 besteliten Flurabschäßungs- Kommissionen nicht befugt. _ __ _

Ew. Hochwohlgeboren ersuche 1ch ergebenst, gefalligft zu veranlassen, daß nach diesen Grundsäßen fortan verfahren werde.

Berlin, den 31. August 1881.

Der Minister des Innern. Im Auftrage. Herrfurth.

An die Königlichen Herren RegierungS-Vräsidenien bezw. Regierungs-Präsidien in den Pro- vinzen Ostpreußen, Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien, Sachsen und den Hohen: zoliernschen Landen, sowie an die Königlichen Regierungen und Landdrosteien in den iibri- gen Provinzen.

Bekanntmachungen auf Grund desNeichSJefeßes vom 21. Oktober 1878

Die Druckschrift mit den Eingangsworten: „Zur Reichstagswahl! Arbeiter, Bürger! Am 27. Oktober cr.“ wird auf Grund der §§. 11 und 12 des Reichsgeseßes vom 21. Oktober 1878 hiermit verboten.

Karlsruhe, den 7. Oktober 1881.

Der Großherzoglich badische Landeskommissär. E i s e n lo h r.

Bekanntmachung.

Da die Bestimmung im §. 7a. des ReichH=Stempelgeseßes vom 1. Juli d. ZH., wonach zu Schlußnoten 2c. gesiempelte Formulare zu verwenden sind, in den detheiligten Kreisen verschiedentlich eine unrichtige Auslegung gefunden zu haben scheint, so mache ich hiermit darauf aufmerksam, daß nach der erwähnten Geseßesftelle in Verbindung mit der Bestimmung im leßten Absaß des §. 7 die Versteuerung von Schlußnoten, Schlußzetteln, Schlußscheinen, "Sei)lußbriefen ausschließlich durch Verwendung gestempelter Formulare zu erfolgen hat, und eine Verwendung von Reichsstempelmarken zu den e- nannten Schriftstücken nur in dem Falle zulässig ist, we11_n die Schlußnote 2c. iiber 111ei1rere stempeipflichtige Ge- schäste lautet Und aus diesem Grunde auf dem gestempelten Formulare behufs Erfüllung dcs ganzen tarifmäßigen Éteiicrbetrages noch eine oder mehrere Stempelmarken ver- wendet werden müssen, daß aber in allen anderen Fällen die Verwendung von Stempelmarken zu Schlußnoten, Schluß- zcttein, Schluß1chcinen oder Schlußbriefen als Nichterfül- lung drr Verpflichtung zur Entrichtung der Ab: gabe bestraft werden wird.

Berlin, den 4. Oktober 1881.

Der Provinzial-Steuer-Dircktor. Hellwig.

Yickjlamtliehes.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 10. Oktober. Se. Majestät der Kaiser 11 nd König empfingen, wie „W.T.B.“ aus Baden“- Vadcn berichtet, am Freitag den Bischof Raes; von Straßburg nebst zwei Domkapitularen von Straßburg und Meß in hald: stündiger Audienz.

91111 Sonnabend dejcnnirten Se, Majestät im Groß- lerzoglnhen Schloffe, machten am Naannittage cine Spazier- ahrt und folgten 11111 5 Uhr einer Einladung des Fürsten von Fürstenberg 311111 Diner.

Gestcrn liaben Ze. Majestät der Kaiser in Folge einer leichten Erkältung das Zimmer nicht veriaffcn und waren auch beim Miiitärkonzcrt sowie 1111 Konversationohause, welches Jdre Königliche Hohcit dic Großherzogin besuchte, nicht ZrixlÜenen. Heute befinden Sich Sc. Majestät jedoch erheblich

ener.

Das Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin ist zusehends besser. Allcrhöcbsidieselve promcnirt täglich Vormittags und Nachmittags im Walde.

_ _Zhre Kaiicrlicben und Königlichen Hoheiten die Kronprinzlicben Herrschaften trafen am Saum abend, vom Neuen Palais bei Potsdam kommend, kurz nach H1 _U_i)r Vormittags in Berlin ein und bcgai*c11Sich nach dem

a ais.

Se. Kaiserliche _Yheit der Kronprinz? besichtigte die Aus- eilung der Königli _11 Akademie der imste und empfing _111a 1'/-_- Uhr mit Ihrer Kaiserlichen JLU der Kron-

prinzÄnn den bisherigen niederländischen eandten Herrn von ochussen und Gemahlin i_n Abschiedsaudienz.

Demnächst nahm_ Se. Kaiwrliche oheit der Kronprinz

die_Meldung der zu einem Informations uksus zur Königlichen Militär-Schießschule kommandirten Regimenu-Commandeure und von dem Qberstrn von Stocken, Commandeur des 3. Garde-Grenadier-Negtments Königin Elisabeth, und dem Obersten von Behr, Commandcur des 3. Vrandendurgischen Infanterie-Regiment Nr. 20,_die Fortsetzung der Regiments- geschichten der betreffenden duden Regimenter entgegen.

Die Rückkehr der Höchsten Herrschaften nach Potsdam erfolgte um YH Uhr Nachmittags. _ _ __ _ Gestern ormiitag wohnten Ihre Ka1serl1chen_ und Konig- lichen Hoheiten die Kronprinzlichen Herrschastrn mit den Prin- zessinnen Victoria, Sophie und Margarethe m Bornstedt dem Gottesdienste und der Einsegnungsfeterlichkeit bei. _ _ Später nahm Se. Kaiserliche Hoheit im Neuen Palais einige militärische Meldungen entgegen.

_ In verschiedenen Blättern findet sich die Mitiheilung, ddß zu dem bevorstehenden Geburtstage Sr. inser- lichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen besondere Vorbereitungen getroffen und daß zu demselben namentlich Deputationen al1er derjenigen Regimenter erwattyt würden, deren Chef Sc. Kaiserlich; und Königliche Hoheit der Kronprinz ist. Diese Angabe entbehrt jeder Begründung. Se Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wird den 18. Oktober, wie alljährlich so auch diLSmal, in ländiichcr Zurückgezogenhrit und im Kreise Höchstseiner Familie verleben.

_ Das EnteignungSrecht ist AÜerhöchst verliehen worden: 1) unter dem 12. Auaust 1881 der Gemeinde Wormback) im Kreise Meschede, Regierungsbezirk Arnsberg, behufs Erwerbung der zum Ausbau des Weges von Worm- bach nach Ebbinghof erforderlichen Grundstücke; 2) unter dem 5. September 1881 ur Erwerbung derjenigen Grundstücke nebst etwaigem Zube ör, welche für die Anlage eines Bau- hdfes bei der Wafferbau-Jnsvektion zu Eberswalde, Re- gierungsbezirk Potsdam, zu dauernder oder vorübergehender Benutzung in Anspruch zu n'ehmen sind“ 3) unter dem 20. September 1881 dem kommunalftändischen Ver- bande des Regierungsbezirks Wiesbaden fiir die zum Bau der Straße von Esch im Untertaunuskreise nach der Weilsiraße bei dem unweit der Landsteiner Mühle belegenen neuen Hammer nothwendigen Grundstücke; 4) unter demsslden Datum dem Kreise Drambnrg, Regierungsbezirk Cöslin, welcher den Bau zweier Chauffeen: 8. von Falkenburg bis zur Kreisgrenze . auf Märkisch Friedland, i). von Dramburg nach Collies beschlossen hat für die Grundstücke, welche zu diesen Chauffeen gebraucht werden. Zugleich ist AÜechöchst bestimmt worden, daß die dem Chausseegeldtarife vom 29. Fr- bruar 1840 angehängten Bestimmungen wegen der Chaussee- Volizeivergehen auf die gedachten Straßen zu Anwen- dung kommen sollen; 5) unter dem 26. September 1881 dem Kreise Süderdilhmarschen, Provinz Schleswig-Holstein, welcher beschloffen hat, die bisher noch nicht fertiggestellten Nebenlandsiraßen-Strecken im Kreise und zwar: 11. von Burg nach Hochdonn, b_. von NlberSdorf über Oesterrade, Süder- rade, Lexfähre bis an die Grenze des Kreises Norderdith- marschen, o. von der Marne:St. Michaelisdonner Straße nach dem Vahnhofe St. Mickzaelisdonn und weiter über West- dorf, Quickborn, Großenrade, Eastedt, Schaafstedt bis an die Straße Heide-Grünthal vor Albersdorf, 6. von Eddelak Über Bahnstation Eddelak, Kuden, Buchholz 11ach Burg, 8. von Wöhrden nacb Wesselburen, t". von Volsemen- husen über Süderwisch, Rahnhusen, Weftsrbelmhusen nach Brunsbüttel. g. Kronprinzenkoogs : Längsweg, 11. Kronprinzenkoog-Neuendeich-Neufeldcr Hafen, 1. Kronprinzen- koog-Trennewurth und ]c. Kronprinzenkoog:Kaisc1“:Wilhelms- koog kunstmiißig auszubauen, fiir die zum Ambau dieser Straßenstrecken erforderlichen Grundstücke; 6) unter demselben Datum der Gemeinde Oberbauerschaft im Kreise Lübbecke des Regierun sbezirks Minden, welche den Bau einer von dem Treffpun te der Schnathorst-Hiilihorster und dcr Lübbecke: Zerforder Chaussee ab quer durch den Gemeindebezirk bis zur

renze der Kreise Lübbecke und Herford in der Riwtung auf Bünde fiihrxnden Chaussee unternommen hat, fiir die zn der leßtcren nothwendigen Grundstücke. Zugleich ist Allerhöcbst genehmigt worden, daß die dem Chauffeegeldtariw vom 29. “Februar 1840 angehängten Bestimmungen wegen der Chaussec- T].xoliz-Zivergehen auf die gedachte Straße zur Anwendung kommen.

Die Abgaben: 1) für Benutzung des von der verwitt- wetén Gasthofsbesißerin Knebel, ged. Zernickow, zu Zerpen- schleus e im Kreise Niedcr-Varni'it, Regierungsbezirk Pots- dam, erbauten Bollwerks; 2) für das Aufziehen der Zug- klappen der sogenannten breiten Brücke iibcr die Lühe bei Steinkirchen im Marschkrcise Stade, Landdrosteibczirks Stade, smd durch Tarife geregelt, welche unter dem 12. be: zichusngHweije 24. August 1881 Allerhöchst vollzogen wor: den 111 .

_ Zu dem Uebereinkommen zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark wogen wechsel: scitiger Unterstüsung Hiilfsbediirftiger 2c. vom 11. Dezember 1873 ist nachstehende Zusaß-Deklaration vereinbart worden:

Zur Regelung der Ausführung der deutsclxdänisclwn De- klaration vo1_n 11. Dezember 1873, betreffend die Uebernahme Hülfsbcdürfttger und AUSzuweisender, ist Nachstchendes ver: emdart worden:

1) 11 allen_denje11iaen Fällen, in welchen es sich um die Ueberna me Hülssbedürftiger handelt, hat die vorherige Fest: ste_liung und Anerkennung der Uebernahnicpflicht im Cor- rejpoxidenzwe e zu erfolgen. Die bcziiglichcn Ver11a11dl11111e11 smd 111 der ' eael direkt zwischen der die Heimschaffung an- ordiicndcn Behörde und der zur Anerkennung der Staatsange- hörigkxit zuständigen Heimatvsbehörde des 511 Ucbernehmen: den 311 fiihren. Eine diplomatische Vermittelung hat nur dann einzutreten, wenn entweder bcwndcreGründe die direkte Corrcspondenz unthunlich erscheinen lassen _ beispiels- weise wenn über die Heimathsbchörde Ungewissheit besteht oder in sprachlicher Hinsicht der gegenseitigen Ver- ständigung Hindernisse fich entgegenstellen _ oder aber. wenn durch die direkte Correspondenz die Anerkennung der Ueber: nahmepflicbt nicht erreicht ist und der ausweisende Theil fich hierbei nicht beruhigen will.

Die bczüalicbe Uebernahn1e:Erkiärung ist bei Ausführung des Trqnsporn dem Transyortzettcl im Original oder in beglaubigter Abschrift bei usügen und der Grenzübernahme: Behörde zu übergeben. er testeten ist rechtzeitig vor er von dem bevorstehenden Transporte der hülfsvedürftigen l?Yerson entsprechende Mittheilung zu machen, und zwar unter gleich: zeitiger Uebersendung eines ärztlichen Zeugnisses des Inhalts, daß die Rückkehr des Zuzuweisenden in die Heimat!) ohne Nachtheil ihr seine und Anderer Gesundheit geschehen kann.

2) Bei Personen, welche nicht wegen Hülfsbedüritigkeit, sondern aus anderen, rein polizeilichen Gründen (Art.?! [ester Saß der Deklaration vom 11.DeTember 1873) über die Lan- dedgrenze gewiesen worden, ist, m e folgt, zu unterscheiden:

.4. Entweder handelt es fich um Personen, deren Staats: resp. ReichMngehörigkeit nicht auf Grund unverdächtiger, noch nicht abgelaufener, in ihrem Befiße befindlicher Ausweis- papiere außer Zweifel steht.

In diesem FaÜe ist dasselbe Verfahren, wie dies zu 1 bezüglich der hülfsbedürfii en Personen bestimmt ist, einzu- halten. Auch bei Ausfüßrung des_ TranSports derartiger nicht hülfsbedürftiger Personen ist die, die Uebernahmepfticht anerkennende Erklärung der betreffenden Heimathsbebörde im Original oder in beglaubigter Abschrift der Grenz-Uebernahme= Behörde zu übergeben. .Bei Ausweisungen mittelst Zwangs- paffes ist die betreffende Uedernahme-Erklärung derjenigen Gxeanehörde, an welche der Auszuweisende dirigirt wird, ein- zu en en.

13. Oder die Ausweisung betriffi Personen, deren An: gehörigkeit zu dem anderen Lande auf Grund unverdächtiger, noch nicht abgelaufener und in ihrem Besiße befindlicher Yus- weißpapiere außer Zweifel steht. In diesem Falie bedarf es Behufs Ausführung der Außweisung der unter 1 und 2 5. bestimmten Formalitäten nicht.

3) Verzeichnisse derjenigen Behörden, welche in den deut- schen BundeeZstaaten einerseits und im Königreiche Dänemark andererseits berufen sind, über die Frage der Staatsangehörig- kxit eine Entscheidnng und ausländischen Behörden gegenüber em Anerkenntniß abzugeben, haben beide Theile sich gegen- seitig mitgetheilt.

4) Fiir die aus Dänemark heimgesandten deutschen Reichs: angehörigen sind als Uebernahmestellen Hadersleben, und faÜs der TranSport Über die Grenze bei Foldingbro geführt wird," Rödding bestimmt.

Für die aus Deutschiand [)eimgesandtcn dänischen Staats: angehörigen sind als Uebernahmestellen Kolding, Holstedt oder Ribe bestimmt.

J" allen geeigneten Fälien ist indessen die Rücksendung heimzufchaffender Personen auf dem Wasserwege gestattet.

5 Das Uebereinkommen wird vorläufig auf die Dauer 111111 2 Jahren abgeschlossen, sofern nicht vor Ablauf dieses Zeitraums die Uebereinkunst vom 11. Dezember 1873 außer Kraft tritt. .

Geschieht leßtereß, so gelten die Ausführungsbesiimmrm- gen nur 10 lange, als die gedachte Uedereinkunft in Wirksam- keit bleibt.

_ Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, hierzu ge- hörig ermächtigt, die gegenwärtige Erklärung in doppelter Ausfertigung vollzogen.

Kopenhagen, den 25. August 1881.

11. 8.) (Holtz. ([.. 8.) Bar. Rosendrn-Lehn.

_ _ Der Kaiserliche Botschafter Prinz Reuß hat Wien Mit Urlaub verlassen. Während seiner Abwesenheit fungirt

ales interimisiischer Geschäftsträger der Legations-Rath Graf von Berchem.

_ Der Kaiserliche Gesandte Graf zu Solms-Sonne: walde l)a_t Madrid mit Urlaub verlassen. Wiihrend seiner Abwesenheit fungirt als interimistischer Geschäftsiräaer der channs-Sekretär Freiherr von Plessen.

___Der Gesandte der Schweizerischen Eidgenossenschaft am hiesige_n Allerhöchsten Hofe, Oberst=Lieutena11t Roth, ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandt- schaft w1eder übernommen.

_Als Aerzte haben sich nicdergclaffen dieHerren 001“. _Arendt,_Berg1u§z, Brö1e, Goldschmidt, Günther und Meyer in Berlin, Dr. Gröscher in Romkau, Kreises Nimptsch.

S_achfeit. _Drrsdcn, _8. Oktober. Wie dem „Dresd. J.“ nntgethrilt Wird, 1st fiir die Wiedereinberufung der Kammern der 3. November 111 Aussicht genommen.

Württemberg. Stuttgart, 8. Oktober. Aus Anlaß dcs Schlusscs der Landcs-Gewerbe-Ausstellung hat der König, wie der „Staats:Anzeiger fiir Württemberg“ meldet, 11n_t_er111_ 5. d. M. von Schloß Friedrichshafen aus folgendes Schreiben an den Minister des Innern von Sick gerichtet:

Mein lieber Staats-Minister dcs Jnncrn 111". von Sick! Dank dem ei111111'itbige11 1111d aufopfcrndcn 3usat11111c111rirkc11 aiicr Verhei- ligtcn, insbewnderc dcr Stadiacmcindc Stuttgart und der Staats- bcbördcn, Mickie dcr 1i*iiritc111bcr11isci)c11 *.“.111ch-Gc11'crbc-Auditcilung cine würdige Stättg bcrcitct, des Präsidenten 1111? der Mitglieder des Er_ck111ivauss_ck1111c5, sowic dcr Ausstellungsko111111i11'1on, wclibe in 1111c1gcn111'ivi111tcr 1111d 111117'icdtigstcr Wci1c ibrc Kraft 311111 Besten dcs Wrrch eingesetzt, insbesondere abcr dcr so zablrciöp erschienenen Aussteller aus Württemberg 1111dHolicnzollc-r11, die säM1111- licb_da§ Bcstc, 11n1§ sic rcrnwcbt, mit Gcscbick und Geschmack zur Ericbci111111x1 zu bringen bestrebt Waren, hat unsere Landesausstcliung einen Erfolg err111111611, der alle zuvor gebcxiten Erwartungen über- trifft. Es drängt Miä) daber._je1:t bei dem Sibluiic derselben allen, wclche 1.11dc1111'c1111nc11Ergebnisw bcigetrazcn, cbcnio wic aucb dcn Mitgiicdcrn dcs PWiIslkkiÖts, dic sicb il1rcr mükicvollcn und schwic- ri11c11 “.'11111111be mit (?ifcr und Hinacbuna entledigt, Mcinen König- iicbcii Tank und “Meine rolle 'Ilncrkennuna auszusprechen. Ich 11*1"1111ch*c ron Haris", 12.11“; dic '!lu-x-stciinng, ric cin io befriedigendes Bild dcr Lcistungcxiäiiafcit Unseres Volks c'ci'oten, durch die Eröff- nung wcitcrcr 'Ub1.111acl*irtc "1"1r da:“- (Jckcibcn Unserer Industrie von xiacbbalxiiicm Vort[*_cil 11111“ 1111111 die Belehrung und Anregung, die 111) gcwabi't, ron x_cicbcancgcn für die fcr11crc Entwicklung derselben so_m MMC. 311.111'1111 [“Me Ich aber auch, cs werde die ?lncrkennung, dic d_c111 ("iclcittcten 311Tlieil,icwordc11,fürchcin S1*c*r111"ei11,aufdc1n c111,1c1cb[.1.1c11c11 W_c.1c _1v_citer 111 schreiten, auf das: wir eine würdige Stelle lielxaurten 11n trtcdliiben Wettkampic der Völker zum Heile l_jnk zur (*lirc der schwäbischen Heimatb und 111111 Rubme dcs deut- 1cl*c11 Vaterlandes! Indem Ick Sic beauftrage, von Vorstehendcm alle_n Bcideilizitcn Kcnntniü „111 geben, drück- Jcb Ihnen, der Sie von 5311111111 an mit unverdroffcncr Hingcbung fiir das Gelingen des Unter- nebmcnd acarbcitct, Meinen besonderen Dank aus und verbleibe, Mein lieber Staat:?!Minister des Innern l)r. von Sick, Ihr gnä- digcr König

Karl.

QeskerreiäpFUngarn. Wien, 8. Oktober. (W. T. B.) In e111e1_n “S m_ben an den Bürgermeister von Wien theilt der M1111ster= räzident Graf Taaffe mit, daß auf speziellen Wunsch deo_Ka1sers die Fortseßung der Donaureguli- ruyg aufwärts bis zum Fluie bbs, abwärts bis zur un: gariscben Grenze 111 kürzester , ri: in Angriff genommen wer- den folie. Die Ko11en nien auf 24 Mill. Gulden veranschlagt und seien in 24 Annuitäten zu veram aben.

__ Ge enüber den heutigen Mitt ilunnen der „Neuen Freien Pre e“ in Betreff einer EisenbabnxAnieihe von 200 Mill. Gulden bemerkt die „Wiener Abcndpoß“, da die. selben theils allgemein Bekanntes, theils willkürlich Er unde: nes enthalten, das; jedoch Legteres überwiegt.,

- Die Beraihungen der österreichisch:ungarischen ollkonferenz find, wie die „W. Z.“ meldet, nachdem die beiderseitigen Regierungßvertreter mehrere Anträge refsrenäum genommen halten, für einige Tage unterbrochen den. "M .- 10. Oktober. (W.T.V.) Die hiesigen Morgenblätter melden: Der Vertreter Oesterreich-Ungams in Cettinje, Oberst Thömmel, machte der Regierung von Montenegrd Vorsteüun: gen wegen Unterlassung von Maßnahmen zur Verhinderung der AuswanderunglandwehrpflichtigerVocchesen nach M ontenegro und ersuchte um deren Auslieferung. Senais- Präsident Bozo Petrovics erwiderte, die Regierung habe die Kreie- vorstände angewiesen, die. _auSgewanderten Boccheien in gütlicher Weise zur Affennrung zu überreden. Die Aus- weisung dieser Flüchtlinge könne aber nicht_ veranlaßt werden, weil die Bevöikerung von Montencaro ihre docchß- fischen Verwandten nicht festnehmen _ lassen, und _ die gewalsame Rückbeförderupg der Flüchtlmge_ Blutvergirßen provoziren würde, da die Bevölkerung Widerstand leisten würde und weil endlich eine Art?:lieicrungskonvention bezüg- lich Militärpflichtiqer nicht bestehe. Veirovics sagte die mög- lichste moralische Einfluß11ah111e der Regierung auf die Flücht- linge behufs ihrer Rückkehr in die Yoccha zu.

Pest, 8. Oktober. In der Heutigen Sißung des Unter: hauses legte der Justiz=Mi11ister einen (Heseßrntwurf, [1e- treffend die Schließung von Eden zwischrn Christen und Israeliten, vor.

Agram, 7. Oktober. Der Landtag hat den Adreß- e11twurf, nachdem noch der Referent gesprochen, in namont- licher Abstimmung mit 52 gegen 16 Stimmen apgenommen und auch gleich in der Spezialdebatte erledigt. Der Schlufz ch Landtages erfolgt Sonntag.

Niederlande. Haag, 8. Oktober. (W. T. B.) Die internationale Konferenz zur Regelung_ der Fischerei in der Nordsee wurde heizte von dem Finanz- Minister van Lynden, welcher als Mmister des Ae_11ßern die Initiative zu dieser Konferenz ergriffen batte, erdffner. An der Konferenz nehmen ferner der Waterftaats-Mimster Klenk und folgende Delegirte Theil: fiir die Niederlgnde 'Rahusen und Buys, für Belgien Léon Orban und Michel, für Deutschland Donner, Fürbringer und Steengrafe, für Frankreich Begville und Mangel, für England Kennedy, Trevor und Nicole, für Schweden Smitt, für Norwegen Britteviüe und für Dänemark Brunn. Die Versammlung Ernannte den Minister van Lynden zum EbrrnWräsidenten, Rahusen zum Präsidrnten, Kennedy 511111 V159-Prä11den1911, sowie den Baron Rengers, Beamten im WaterstaatS-Mnn- sterium, zum Sekretär. Am Montag Vormittag 101/2 Uhr findet die nächste Sihung statt.

Großbritannien und Irland. London, 7. Oktober. ( Allg. Corr.) Die Regierung fährt fort, fasttäglich von den weniger kompromittirten irischen Staatßgefangetxen einen oder den andern zu entlassen, so _daß n_ach_ einer Angabe der „Dublin Gazette“ die Zahl derjenigen, die in Ge- mäßheit des (Heseßes für den besseren Schuß der Person_und des Eigentbums in Irland hinter Schloß und R1egel_sißen, jetzt auf 133 herabgesunken ist. __Der 11e11e Land_ger1chts- hof wird am 20. d. seine erste Sißuiig 1n Dublin halter). _ Am Montag Abend wurde der Ver1uch gemacht, den unweit Erris, Grafschaft Mayo, ansässigen Gutsherrti Arthur Bingham zu ermorden. _ Das Parlamentsmitglied T. P. O'Connor sowie mehrere andere hervorragende Mitglieder der irischen Landliga traten vorgestern an Bord des Dampfers „City of Brussels“ die Reise nach den Vereinigten Staaten an, um dort Propaganda fiir die Liga zu machrn.

LeedS, 8. Oktober. (W. T. W.) Auf emrm [191112 hier abgehaltenen großen Meeting hielt der Premier Glad- stone eine Rede, in welcher er die liberale Partei begiück- wünschte, zur An sführung des Berliner Vertrages hinsicht: licht Montenegros und Griechenlands beigetragen zu baden, und die englische Invasion in A fg h a n 1 st 11 11 einer verurtlieilen- den Kritik unterzog. Dieselbe habe lediglich den Eriolg ge- habt, die Afghanen aus Freunden England zu dessen Feinden zu machen und so das moralische Hindernis; 511111111911 Indien und dem russischen Reiche hinwegzuräumen. Wir haben uns, erklärte Gladstone weiter, nunmehr fast voll- ständig von dieser thörichten und verbrecher1s_chen Unterneh- mung zurückgezogen und einige der unglückitchsten Er_mnr- rungen und der ikandalösesten Aufzeichnungen 111 den Blättern unserer Geschichte auszutilgen vermocht. Bezüguck) Egyptens bemerkte der Premier: die Politik der liberalen Partei werde darauf gerichtet sein, siren im Einvernehmen mit der ver- bündeten und befreundeten anzöfischcn Regierung zu handeln, um die Wohlfahrt Egyptens sicher zu stelicii. Wir werden zu verhindern suchen, daß Schwierigkeiten zw'schrn Egypten und dem Sultan auftauchen, und ich hoffe, daß wir es mit Erfolg thun werden. Be üglic!) der Verhältniss 11111de111_Tra116- vaallande äußerte Gladstone: Wir smd c111aclade11 worden die Verhandlungen betreffs unserer Konvention m1_t dem Transvaallande wieder zu eröffnen; es ist möglich, daß in einzelnen Detailfragen die Bedingungen der Konvention abgeändert werden können. Ich weiß nicht, was da_6_9_ics11ltat sein wird; wir hoffen, daß die Konvention bald ratmzm wer- den wird, aber wir werden immer die Jntcreffen der zahl- reichen eingeborenen Bevölkerung des Transvaallizndes 11111) die Würde Englands vor An en haben und gewinenhatt hoch- halten. Der Premier schlo seine Rede mit der Erklärung, daß die Politik der liberalen Partei die Politik des Friedens und der Gerechtigkeit sei.

* rankreich. Paris, 7._ Oktober._ (Fr. Corr.) Ter Vrä ident der Republik ist mit seiner Familie gestern Abend um 11 Uhr von Mont-sous-Vaudrey 1m Elysé-c Wieder eingetroffen.

General Minister: _ _

„Tunis, 0. Oktober, Abends. Das Belvedere keine nördlich von Tunis clcgene Ankéde. welche die Stadt und dic Rhede Lollkvmmxn beberrs t) ist heute früh von einem Vaioiüon und mier zxcldbatterte beseW worden. Mot en wird die Benvuna der betdcn Forts von Tuniö folgcn. (Dams sind die südlich von der Stadt gelegenen Joris El Manuba und Sidi-bcn-Ha ar gemeint.) Die fliegende

olonne von Medjcz cl Bab hat auf btem Zuge nach_Tcstzxr _cinc_n unbcdcuttnkcn An tiff zu bestehen ebabt, den fit mit Leichtigkeit urückwieö. Sie nmmt evt eine teilung in der Nabe deo_tu11e- ischen Lagers cin. Ali - cv ist von seiner Regierung auedrucklicb angewiesen wordcn, mit und Hand in Hand 111 gcbcn.“

Um die Mitte dieses Monats soll eine französische Expedition gegen Kairuan_ aufbrechen, uni dort den Mittelpunkt der arabischen Rebellion in dem südlichen Theile der Regentschaft zu brechen.

L o g e r ot telegravhirt an den Kriegs-

_ Die Stadt gilt in den Augen aller Muselmänner des we'ftlichen Afrikas in hohem Grade als eine heilige, und nicht nur Wegen der Legenden, die sich an die Stadt knüpfen, wegen der Heiligen des Islams, die dort gelebt und begraben sind, 1“ ondern auch wegen der geschichtlichen Erinnerungen und ihres Ursprungs. Kairuan wurde Wahrscheinlich auf der Stelle der römischen Niederlaffung 1710113 sugnsti erbaut, um als Mittel- punkt für die Verbreitung des Islams im westlichen Nordafrika zu dienen. Okba Ben Nase, ein Schüler des Propheten, hatte im Jahre 46 einen großen Theil von Tripolis und Fezza unterrvorfen, und zahl- reiche Bekehrungen zum Islam folgten; um diese zu sichern, wurde eine Schule in Kaiman angelegt. Die Stadt ist bis jetzt niemals in die Hände der Ungläubigen gefallen, aber fie hat man- nigfache Schicksale erlebt und ist von ihrer einstigen Blütbe zur Zeit der T1111asiic der Aghlabiten sehr [)eruntrr- gekommen. Damals soll Kairuan 30 Quartiere umfaßt Haben, deren jedes so groß irar wie die jeYige Stadt. Der Rückgang da_tirt schon aus dem 12. Jahrhundert. etzt iii die Stadt nicth Weniger als glänzend, und die Umgegend isi iiberaus steril. Der Markt von Kairuan wird von Hammamet versorgt, der 70 11111 entfernt ist. _ Der Zug der Franzosen gegen diese Heilige Stadt diirfte d_en_Fana- iismus der Araber steigern. Der Fall von Kaiman ist natiirlich un- vermeidlich, Wenn das Klima und der Mangel an Proviant nicht das Schicksal abnwndet. _

_ 8. Oktober. (Cöln. Ztg.) Nach einer amtlichen Depesche aus Manuda haben die Araber am 7. d._ das fran_- zösisckie Lager dri Tesiur angegriffen, sind aber mit einem Verlust von 302111111111 zurückgeschlagen worden, während die Franzosen nur 2 Vrrwundete hatten. Die Truppen Ali Veys waren au-chriickt und unterstützten die Franzosen, was der Befehlé-haber mit großer Genugthuung anerkannte. _Jn dem Ministerrath, der gesisrn Abend abgehalten wurdr, ersiaiteie der K r i e g s : M i n 1 st 2 r Bericht iiber die leßten Vorberei- tungen gegen Ka 1) i ru a 11. Saussier führt die Kolonne auf Susa, 11ichtau1Zaghuam we1cheSabattier führen wird. Die Kolonne der Tunesier acht nur biS (Haza, welches 170 km von_Kal)_1: ruati ist. Sie soll den Aufständischen den _Rückzug 111 die Sahara verlegen, so daß sie sick) ins Gebiet von Tripolis werxen müssen, wo sie auf die Truppen vo_n Gabes stoßen. Der nächste Ministerrath findet erst am Dienstag statt. _ Die große von den Kommunarden veranstalrete Volks- versammlung, in welcher über die Erhebzmg einer Ayklage gegen die Minister beratden werden sol], findet am nachsten Sonntag in Tiooli-Vauxball statt. _

_ 8. Oktober. (W. T. B.) Heute fgnd in St. Quentin die Einweihung des zur Erinnerung _an die Schlacht bei St. Quentin am 19. Januar 1871 _errtch- teten Denkmals statt. Die bei dieser Gelegenheit von dem Kriegs-Minister Farre gehaltene Rede hdd rüHmend dcn Muth 111111 die Seldstvcrleugnung der improvisirten Armre hervor und lobte dcn PatriotiSmus Gambetta's.

Spanien. Madrid, 8. Oktober. (W. T. B.) Die Könige von Spanien und Portugal hatte_11 heute an der Grenze eine Begegn 1111 g, dejeunirten mit einander und begaben sich heute Abend nach Caceres. _ Aus der Pro- vinz Murcia werden erheiliche Ueberichwemmungsn gemeldet. An 200 Gehöfte sind durch Wasser von Wer Kommunikation abgeschnitten. _ _

_ 9, Oktober. (W. T. B,) Als Ergebnis; der _m Caceres staitgedabten Zusammenkunft des Königs Alfons mit dem Könige von Portugal bezeichnet man die Ein- leitung von Besprechungen zum Zweck der Verkniipfiing der materiellen Interessen beider Länder durch eine qulveremigung oder gegenseitige ?ugeständniffe auf dem Zollgeb1ete_ und die Herstellung einer ehr iimigcn Verbindung in den internatio- nalen Fragen.

Türkei. Konstantinopel, 8. Oktober. Der „Polit. Corrsp.“ wird von hier gemeldet, daß nebewjormclier Wai)- rung der türkischen Oberhoheit und Yaraimrung der e11ro- päischen Einflüsse die türkische Misiion nacb Egyptcn auch die Einberufung der egyptischen Notabelnkamnier zu ver- eitcln oder doch zu verzögern dcn Austrag habe, indem drr Sultan beiorge, das; dann auch die_E1nbcru1ung _dcs Parlq- ments in Konstantinopel nothwendig werden würde. Die Mission sei mit vielen Orden und Geschenken audgerüsict und habe den geheimen Auftrag erhalten, eme eg?p11s_che Liga m_s Leben zu rufen, welche zu den leitenden Krei en 111Konsta11n- nopel in enge Fühlung treten solle.

Serbien. Belgrad, 7. Oktober. (Wie11_. Ztg.) Fiirsi Milan dürfte seine längst projektirte Rundreise _111 das 311: nere des Landes sofort nach Eintritt einer günstigeren Wit: terung antreten. _ n Regierungskrcisenöverlautet,_ daß die Eröffnung der diesjä rigen Session der Okupschtina erst gegen Ende des Jahres st'attfinden werde.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 8. Ok: tober. (W. T. B.) Durch einen Kaiserlichen Ufa? pom 4. d. M. an den Finanz-Minisier wird eine neue Emi1s1011 5prozent. Staatbillets im Betrage von 100 Millionen Rudel angeordnet. Dieselben sollen zur Rückzahlung der während des letzten Krieges kontrahirten Schuld vo11_ 50 M1l: lionen Rubel an die Staatsbank sowie zur Kompleinung der Mittel der StaatSrcntei dienen. Die Billers fi1id m112'-- pro: zentiaen Coupons versehen, welcbx am 1. Aprtl und 1. 111): der jeden Jahres adlbar sind. Die Prozeytbercchnung beamnt mit dem 1. Otto er 11.3 Der Verkauf der Billcts findet in der Staatsbank und in der Bank für Polen 115111, sow1c in den Filialen zu 921-4 Ndl. von je 100 Ndl. nominell.

Schweden und Norwegen. Christiania,__8. Ok: tober. (W. T. B.) Der König von Schweden 111 heute Mittag hier angekommen.

Amerika. Washington, 8. Oktober. (W. T. V.) Die Senatoren der republikanischen sowohl wie der demo: kratischen Partei haben Versammlungen abaxhalten und darin Comité-o gewählt, wclche mit einander bezüglich der Or- ganisation des Senats in Berat ung treten sdllten. Die Berathung verlief resultatlos, da die mokraten am dem Rechte, den Präfidentcn des Senats u ernennen, bestanden. Dieselben nominitten den Senator a_ard dazu, während die Republikanerden Senator Anthony aui eUten.- Co nk 1111 g ist hier angekommen und hat dem PräfidentenArthur emen Besuch abgestattet.

New-York, 6. Oktober. (Allg. Corr.) Die repu- blikanische Konvention des Staates New-York trat heute hier in der Academy of Music zusammen. Bundessektetär Miller, der Anti:Conk1insche Kandidat für das Amt des Vorsisenden, wurde mit ener Mehrheit von 108 Stimmen Lum Vorsitzenden gewählt _ eine Probex abnimmung, we den Mißerfolg von M1". Contlings Versuchen, sein politisches Uebergewicbt mederzugcwm: nen, andeutet. Senator Miller zollte in einer versöhn- lichen Rede dem Charakter des Präsidenten Garfield

einen Tribut der Achtung und beklagte seinen Tod. Nachdem er fich in lobenden Ausdrücken über den Präsidenten Arthur ge- äußert u11dsich verpflichtet hatte, denselben zu unterstüßen, ermahnte er die Konvention, ihr Aeußerstes zu thun, um dem Parteihader ein Ende zu machen, Die heutige „TribUne“, sagt, es verlaute auf das bestimmtesie, daß Mr. Confling nicht in das Kabinet des Präsidenten Arihur eintreten wsrde. _ Mr. Nelson Aldricb wurde heute zum Bundessenator für RhodZ_Jsland an Stelle des verstorbenen Generals Burnside gewä 1.

Zu dem Garfield-Denkmal, welchss in einem Hospital bestehen wird, find die ersten einleitendeii Schritte geschehen. Es hat eine großs Versammlung stattgemnden, in welcher zustimmende Zuschriften einer Anzahl hervorragender Männer verlesen wurden. Man hat die Absicht, das Bahn- hofsgebäude, in welchem Garfield den tödtlichen Schuß eaning, anzukaufen und an der “Stelie das Hospital zu er: ri ten.

Afrika. Egypten. Kairo, 10. Oktober. (W. TV.) Die englischen und französischen Kontroleure_ der Fin anzk 0111 mission machten den Mitgliedern der türki1chen Mission Besuche, nder die Konsuln der Mächt-e halten sick1fern. Die türkischen Kommissarien hatten mit Cherif Pajcha eine _längere Konsersnz, wobei sie bestätigten, daß ihreMif1ion ein Zeugnis; der Sympathie des Sultans für den Khedive sei, Und sick) brziialick) rer Militäremeute und der Zusammen- derufung der Noiadelnversammlung erkundigten.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Von der Tellskapelle meidet die „N Zürci). Ztg.“, daß 111111 auck) das dritte Wandgemälde Siückcibergs: „Tells Sprung aus dem Schiff“, g(ücklick) vollendet ist, und der Maler sich anschickt, nach dem Wiiiierquariisr Basel adzureisen. Die Einweihung der Kadeile soli in drn ersten Sepiemberiagcn 1882 siaiifindcn.

_ Internationale WissrnsckyafiiiÖe Bibiiotbek. 50. Band. „Der Selbstmord.“ Ein Kapitel aus der Moral- staiisiik, von Heinrich Morselli, Prof. der Psrckyoiogie an der Universität Turin und erstem Arzt der R'öniglicbrn Irrenanstalt da- selbst. Mit einer [irbographirten Karte. Autorifirte Ausgabe. Leipzig, “. A. Brockhaus, 1881. _ Die voriicgende Publikation ist eine ibci s gekürzte, theils mit Zusäßen verschene britische Brarbcitung des von dem Reale Istituto Lombardo prrikzgekrönion italienischen Originalnwrks, Weiches ähnlich wie Adolf Wagners im Fabre 1804 erschienene Arbeit über „dir Gesetzmäßigkeit in den schcinbar wiÜkür- lichen menschlichen Handlungen“ die statistische Methode auf 111116131)- [ogischeErscheinungen anzu1venden und dem modernen Determinismus durch erkerimcnielle Br1vsise Stützen zu geben sicb angelegcn scinläßt. Jm ]. Abschnitt wird die Zunahme und Regelmäßigkeit des Selbst- mords in den zivilisirtcn Staaten erörteri Und durch statistische Ta- bellen iiiusirirt. Dann folgen im 2. Abschnitt interessante Aprrdus iiber die Einflüsse der äußeren Natur (Klima, telluriscbe Einfliiffe iibcrbanri, JabreSzeiicn und Monate, Wiitcrung und Mondphasen, Tach- imd Nachtstunden) auf die Häufigkeit der Se[dsimordc. Ein noch größeres, 1vc1111 5111111 keineswegs crfrculicbes Interesse 11er ge- währt das folgende Kapitel, welches dea Einiiuß der Bevölkerungs- cigentbümlicbkeitcn (Rasse, Stamm und Nationalität) zum Gegenstande bat. Die Höchsten Sclbftmordziffern liefern nach diesem, durch eine Karte illustrirten Abschnitt, die Länder germanisckicr Rasse, und zwar stehen unter diesen die Dcuiscbcn Und die Skandinavier voran. In der rrstcrcn zeigt der urdeutscbe Stamm der Sachsen (Königreich und Provinz) die größte Selbstmordbäufigkeii, und ebenso bock) ist sie bei der fast rein deutsckxcn Bevölkerung in Nicdcröstcrreick) und Salzs burg. ferner auch in den deutschen Kantonen der Schweiz, und ent- sprechend bock) ist dic Ziffer iibcraU, nw dcutsckics Element vorwiegt. Unter den Skandinaviern trktcn die Dänen mit grokcn Selbstmordzablcn bcsonders bcrvor, während Skbwedcn und Norwegen zwar auch bobe Durciyscbniitsziffcrn aufweisen, abcr korb dnrch die sehr nördlicbc_Lage ilirer Länder, wclche, wie im vorlwraciwndcn Abschnitt ausgeführt wird, rcrmindcrnd einwirkt, [*ceinilaixt wcrden. SOM crbcblick» geringer ist die Neigung bei dem angelsäciiiiscbcn Stamme, dcr fick) ja soit vielen Jabriundertcn als ein besonderes Glied der 1111151211 1121111111111'0'111 *Liiilkcrfmnilie konstituirt und mit vielen fremdcn Ele- 111c1111'11 vcr111i11111 bat. Tic etwas niedrigere Zcidstnwrdfrcquenz _bci dcn Engländcrn mag auch durcb andere Ursachen, insbesondere 1_i*rc wirtbfcbaftiicbc1111d geistige Kultur bedingt icin, 116115113 abcr 1r1rft bier aucb dic Beimischung ch celw-ronmniswen Elcmcnts cin. Mtt im großen 0311115111 11011) Weiter [*einibgcbcndcn Ziffern foigcii d.11111 dic dnrck) *Iil*1't.1111111111111, Srracbc 1111d Gcfcikikbtc 10 en,; verbundcucn Vösxr im Süden (711101115: erstens Italien, der Ausamms- 1111d Mittclrunft dcr ronmniscbcn „Kultur.. und dic iberisWc Halbinicl, beide den italiicb-c1*lti1ci*c11__ Hmmm in dcr ;1e,1c111ri1r1111 r*olik0111111c111'1c11 Ncinbcid 1"_c1*r.1*cn1irc11d. Sic stckcn auf derselben Ztnfc und sind mit ihren .Z'Mcrn 11*ctt c11_t- fernt von rcncn dcricniacn Länder, in 11*clcbc11 bid in die NC_UiQik 1111 3111116111111 acr111.111isckcr (Elemente stattgefunden [*.11. Von k11'1c11 [)e- riiiircn Bcigicn 11111“ Frankrciii) i11 ii*rc11 Ziffern sub ci11cr1cit-x- 1111 Norden mit den gennanisii'cn, andeicrscits im Siidcn 11111 dcn (_clto- it.1lisci*c11 Völfcrn. Tic lcktc 316111" der Scala 11eb111c11 dic 1111111111111'11 Volker und die Anaciiérigen dcr 11ral-altaiicbc11Vélkcrsmnilic,11_*ic dic Magraren und Finnen und die Bewohner Norriiiqvedcnx- c11_1. Vcnwrkcnc-n'crtb ist auch 111-111111111111 ccf*ärtctc Bcrl*.11111111111,d.1n, n'y ri.- Germanen [*ingckrungcn iind, 111it kc1“_1_1[cick*iciti_'.c11 ;;1111.1i*111_c dcr 31611'1'1'111111“ .111ci* cim soliin' dcr Scli*11111crrc c11111_c11c1c11 1_c1. 'Ilcl*11lich crgici'tiiibfür J1.1lic11,i:.1";kic H."111fi,1kcit kc-Z Zcik'tywrr-Z 1111 Liligcmcincn i111 xicrakcn Vcrbalmis: mr Mrwüe dcr Statur 1tci11,_u11d rns; dg" Neigung 111111 Selbstmorde ron Süden 11.111.“ 21191119 11*.111*_'t, gieiiiqric ric:1 .11111* mit dcr Ztainr der Fall ist. “.'111111 111 111111111111) bndcn ric Dcmrtcmcnts 111it (imi'riski'cr, aroüniniiigcr L*cvolt_cr1111,1 dic [*Ni'stc „Fißcr, welcbe 111 den anderen Tcpartcnnnts i11 rc1111cl_l;c11 M*.U'Ic abnimmt, „118 kicic mcs'k kcitiüiu' chdlkcruna [*.*-bc". __ 1x! 4.*.'ll*1"11*11itt [*ci*.111kclt ric iozialcn (Fiiiiiiiiie 1111? z11*:1r:1_111.1.b'1d1c (Tirilisatirn 1111 'Illlgc111ci111'11 und dann Religion 1111? K_vn'c'WNi. Ju lcljtcrcr L*czicbung wird die ,irct":ctc 3.11“! der Sclkitnwx'c.“ 111 deri rrctcitanjiicl'cn zicgcmül'cr dcn k.111*1*[i'*11*c11 Landern ci*c11_'1*_11*_1c_bc1 dcn Jnkcn die im Allxcmcincn 11cri111e *)irimim 111111 1rc11r1lii_1c11 “Zinspcl'cn kes ".'ck'cnx- bcrrvraciwkcn, 11'."1l*1c111* lc15111'c 111ci*r aid [cnc Eciétckfmnkbciten 11111cnrcric11 11111“. Die '"olacndcn _UntcraiMi'ntttc bctrmbtcu rie Vciici*11n,1c11 111'11'11w11 *."11111-1 1111?Ccih1t111ork1rcnucni. kc11(?1111'1111'1 der Sittli.i*kcit, ric .*.1171'111c111c11 11*ir!l**1i*.1'1lick*c11 Vc- ki1111111111c12, dcn (711151111: dcr Nairurgömittcl, dcr L*kl*klIrU'111Öri1btiÜ* keit, srn'ic dic Vcrscbiedcnl'cit rer Vcrlniltnisic in der 31.111 und auf dcm Landi“. _ Dcr 11111511 Ai'ÜiNitt [*.*-"keit von dem (Einfluß der i*irl1*.1ischc11 nnd iriialcn Ei.]e'ndbaftcn dr..“ Individuums und der (Ke- icblccbtkrcrswicdcnbeit. Was ric lcxitcrc betrifft. so wird daß Vcr- iniltnii: dcr 1rciklickc11 zu ren männlichen Sclbstmcrdctn «1117 ] 111 3 bis 4 a::aeacben (1:1 Franic" stcilici) | 111 ".',-“11, In L*ciux auf das Lckcnkaltcr [.'-iim snb, dcm Verfasicr zufclae, zwci _Lcl'cns- verirren als solche eincr svciifiiciécn Sclbstmrrquucm odcr Neigung ctkcnncn: dic ctstc sci dic dcs Ucbrmanacil vdr) _dcr Jugend zur rollständiacn Rcife. in dcr die Neigung sicb igt Amitmgcn itim, die zweite ric kct vollständigen Nciic und erstreckt mb _l*1c_ 1115 böbetc Alter binein. PM] [ich des (kirilstanch wird der ungnnfttacte (5111511171 res chitiwct: cscbicdcn- und *.“cdigscins ivivic anderer- icitk- dcr günstigere dcs Ebestandek xiffcnnäüia 11.1cvacw1c_1cn. Was dic VcruWart betrißt, so ist für Italien die icbr actingc Anzahl der Sclkstmmdc bei den Gciitliwcn und knccb _ acrmaer) dcn Nonnen l'emcrkcnrn'etti', bci mieren K.11c,1o11c11 och chifcl der religiöse Sinn und die __vc11_ dcn _Aut- rcgungen dcr Welt zurüägczcgcnc Lebcnowcnc ihre Wirkung