auch erst neuerdings dem Museum überwiesene Scheibe, welche in der Sammlung Hulot in Paris als Werk Albrecht Durers galt, und r'venn aucb nicht von diesem Künstler gefertigt, d13ch_ jedenfalls ein Meister,- werk der deutschen Frübrenaiffance von 1525 ist. Die ubrigen, Scher- ben der beiden bunten Fenster, welche erst, vor zwe_r c;Fagen exngefugt find, stammen wie die vielen Hunderte in den ubrtgxn Salen des Museums vcrtheilten Glasmalereien aus dem alten Besiß der Kunst- kammer.
Witterun Sverhältnisse im nördlichen und mitt- leren DFutschland während des Februar 1882.
a der Wärmeüberschuß, der sich in icdcm der drei vorhergegan- enenDMonate November, Dezember 1881 und Januar 1882 an ämmtlicben meteorologiséhen Stationen ergeben'bat, durch die Tem- peratur des Februar nicbt mxsgeglicben worden ist, soridern da, quch der Februar wieder einen Warmeübcrschus; baite, so moge von einigen Stationen die mittlere Temperatur der Zeit vom 1. Novembex"18,81 bis 28. Februar 1882 angegeben Werden, danebcn der langxabrrge
Durchschnitt und die AbMichung.
Grad. Grad Grad. Königsberg . . 1.6 gegen _1.8 im Durchschnitt. Abweichung 3.4 Bromberg . . .6 - .7 2.3 Breslau . . . . _02 .2 Berlin . . . . . 1.5 . Hannover. . . . . Münster . . . . . Cöln ..... 5.0 3.
Was nun den ebruar im Bcsondcrn an1angt, so Wien cs, als ob zu Anfang desseleIFen im Geacnsaße gegen das, ENDE dcs Januar sich winter1iche Witterung einstellßn woÜtZ; alley) unter der vox- wiegenden Herrschaft der äquatoria1§n Windesstromung bob sich die Temperatur mebr 11711) mehr und erreichte _gcgen Ende des" Monats eine ganz ungewöhnliche H„öbe'. Die Mittler? Monatswarmc'des Februar übkrtraf den langjabrigeri Durchschnitx in den cixestltcben Provinzen um 1 bis 2, in den „östlichen um 2 bis 4 Grad ?Frostxage, d. 1). Tage, an denen das Mimnnzm dex Temperatur untez: 00 sinkt, waren im Osten chi Drittbeile sammilicber Monatstage, 11?! Westen kaum die Hälfte; dagenen gab cs Eistage, d. 1). Tage, „an jvßlcben das Maximum unter 00 bleibt, mit Ausna1)me_ der Gebirasstatzonen nur Wenige, in dcn nwstlicben Provinzen gar keine mebr. An Nicder- scblägen feblie es in der ersten Hälfte des Febrnax fast ganz:, daher der niedrige Stand di:]? meisten Fluffe und zum _Tbeil dus Verfiegcn der Queümi; in der_ ziveiicii Morxatsbalfxe 11611- ten fick) zum Tbei1 _reicblrcbe, Niederscblage ein, 10 daß, als zu Ende des1e1ben, die ,bohe Warme Zuftxat, Vegetation auf eineckf?r diefsen Theil des Jahres ganz ungeWobnÜcbc Wei e i u cntwi ? 11 an ing. _
s„DZrÖH'erbrucxr begann mik einem sebr hoben Luftdruck. LLM in der Uebersicht unten aufgeführten Stationen batten (3111 1. Februar ibr barometriscbes Maximum (nur in Aachen" und Heckymg'cn' stand am 20. Februar das Barometer nock) eiwas bober.) An cmxgxn Sia- tionen nahm das Barometer fast den1e1ben ganz qusnabmsweise bobcn Stand ein, wie in dar Mitte des Januar, „3. V. in Breslau, Gorlttz, Torgau, Berlin, Putbus, Hmmober. Bereits am 2. Fxbruar begann der Luftdruck, abzunehmen und das Bawmzxier sank bis zum 6. Fe- bruar, und 31var an den östlichen Stationen xxxebx als aii dcn west1iche11. Zu Anfang des Monats webten nordltcbe Windes- strömmigen; sie gingen mit dem 'FaÜen . des B"»iromcfsrs in äquatorialc Über, Welch im Osten rnit ziemlicher Starke auftraten, wäbrénd im Westen, Wo die baromeiriscch Schwgnkungen ge- ringer waren, leiser Wind oder sc1bst Windsiiüe bexrscbie. Die zwei oder drei ersten Monaisiage War der Himmel'ubcraü beiter, zum Tbeil ganz unbedcckt. Erst als am 4. Februar die feuch- ten Westwinde mehr und mcbr Platz griffen um"?) der Wasserdampf in Dunst sicb kondensirte, trübte fick) die Yimospbare, cs traten starke Nebel und Reif auf, an einzelnen Orten im, Osten auch ggnz leichtes SÖncegestöber; aber kaum aii einer Station fielen in bicsen erste'n Monatstagen meßbars Niederschlägen Mit dcm, barometrtscben Maxi- mum zu Anfang des Monats fiel im AllgerULinen auch das thermo- mctriscbe Minimum zusammen. Auf den GebirgsstaironcnßwFr der 1. Februar der käliestc Monatsiag, dex 2. Februar, zum Zbeil be- dcutsnd mildsr, während in der (Tbane einc Zunabmc ber Kaltcsta_11- fand. In Schreiberbau hatten die beiden ersten Mbnatstngc cine mittlereTemPcraiur von _6,6 Grad und _4,4 Grad, in Wang -7,5 Grad und -6,0 Grad, auf der Schneekoppe _12,4 Grad mid _5,1 Grad, dagegcn in Eichberg _4,1 Gray 11111) _7,4 Grad, in Breslau _2,2 (Grad und _3,0 Grad. DW 'ckstc Pentadzc batte überall die tiefste Temperatur, und es machten Hiervon nur “012 nord- östlicbsten Stationen eine Ausnahme. In Claußen „und Königsberg War die zweite Pentade guck) einms kalter und in ihr der 8, Februar der kaltestc Monqxsiag; seine mittlere WÜTML betrug in Claaßen _82 ©er und inKomgs- berg _5,4 Grad, wäbrcnd weiter Westlich die mtitlere Temperaxur scbon Über den Gefrierpunkt gestiegen War. In elner solchen „Hohe hielt (' sich nun dort bis cttva zum 13.'Februar, nur langsaxzi em Wenig tcigcnd. Auch die Schwankungen tm Luftdritcke nxaren Wahren'd diescr cit nnr unbedeutend. Im Westen war „auch 1th noch Pic Windstärke gering und bis zum 13. Februar fie1cn daselbst kerne Niederschläge; im Osten war die Atmospbaxe bchgter un? es fielen ami) scbon in dcr ersten Monatsbä1ftc vereinzelt Niedcxschlage, Wenn auch nicht in bedeutender Menge, theils als ngczn, Zbcils als Schnce. Einen erbcblichén Umschlag erfubr dre Wittexung' in der Mitte Hes Monais. Bei stark sinkendem Baromstcr „stieg LTU Westen bereits am13., Mitcr östlich am14.Februar die Warme um_ mebrere Grade. Zwar ging fie bei steigendem Lyftdritck cm Paar Grade berab, im Allgemeinen aber blieb sie bis gegen_ _Ende des Monats etwas [1er ibrcr normalen Hohe. An dcn rbcmrschcn Stationen sank vom 13. ?ebruar an'das Tbcrmoxncter 711651 mehr bis zum Gefrierpunkte bera , in den mrtili'rn Prbvmzcn fiel es nur vereiuzc1t des Nachts oder des Morgens ein chna unicr dcmclbcn, und nur im äitßerstcn Osten und an den Gebirgsstati'oncn,gcscbab es öfters. Die zjvsitc Hälfte des Februar war zugleich eine Zeit bäufiaer Niederschläge. Es (mb Stationen, Welche vom 14._ bis 25. Februar täglich oder fast täglich Regcn, aucb Wohl abWech1_e1nd Schneegestöber, Hagel und Graupeln, batiezi. Auch an elektr11chen Erscheinungen febltc es nicht. Bxcslau vcrzerch_neic am 16. Februar, Görlitz (im 19. cbruar ein Gewitter, und spater, am „27. Jcbruar, Wurden in der äbc von Lauenburg Do_nner und 251113 beobachtet. Oft gestalteten sich nach lokalen Verhältnissen an nabc bei einandxr liegenden Orten die Nicderschlaqscrsäoemungen sehr verschieden. "Die Schneeknnvpe, welche bis zum 14. Februar qanz frei voii Ntedcrscblaan gewesen War, batte nur an 6 Tagen in der, Zeit vom 14. bis 21. Februar ein wenig Schnee; äbn1ich war es txittEichbng, wabrend 'die benachbarten Stationen Wang und Schreiberbau m derselben Zeit reich an Niederschlägen warcn. Auf der 'Scbzwekoppe “gaben die? e Niederschläge einc Wafferböbc von 15,8 mm, m Eichberg 12,3 mm, in Wang aber fielen in derselben Zeit 33,6 1th und m Schreibcrbau 42,6 tun]. Auf den andern Stationen ostlich der Elbe xvechse1ten Regen und Schnee, wenn auch [eßierer nur selten und nicht in großer Menge; Westlich der Elbe kam ein ganz Vereinzelt gcrmges ScbncZ- aestbber, zutveilcn aucb Graupelthtcx vox. Bemerkensw'crtbÜnd die häufigen Stürme, welche namentlich im außersten Osten in 5121er Zeit auftraten. Claußxn batte überhaupt , nn „Monat Februar 17 Tage mit Sturm, Königsberg 10. Ber 15 m' der Zeit vom 19. bis 23. ebruar in Königsberg gemachtxn Wmdbeobgchtungen wurde die Windstärke 4mal mit 3, 7ma1 niit 4, 3mal mx? 5 und 1mal mit der höchsten Zahl 6 bezeichnet. Nachdem vbm24. oder 25. Februar an das Barometer bcrangaanaen unix, wo bis jetzt noch polare Strömung geberrscbt hatte, an ihre St_elle aqugtortqle getrxten war, hörten die Niederschläge auf und diz». Warme stieg bis zu einer für diesen Theil dcs Jahrcs ganz ungewohnltchen Hohe. Der 26. und
27. Februar hatten eine 5 bis 7 Grad böhere_ mittlxre Temperatur, als die Tage vorher, und an manchen Ortxn xine Warme„ Wie durch- schnittlich die ersten Tage des Mai. S0 111 in Emden seit 1846 im Monaf Februar eine so hohe Lufttemperatur, wie der 26. Fxbrugr dieses Jahres fie hatte, nicht vorqekommxn. Ganz _daffelbe g11t_lf)ur Berlin. Auch an den Gebirgsstationen stieg die Warme zmgewo n- lich bock); auf der Schneekoppe War der 26. Februar der einzige Tag mit positiver mittlerer Temperatur. Am letzten Monatstage anderte fich namentlich an den östlichen Stationen das Wetter Weder: das Barometer stieg, der Wind ging nach Nord und das Thermometer sank Abends bis zum Gefrierpunkte herab.
Mittlerer Barometerftand im'FebrYax 1882 nebstden Extremen, ausgedrücki in Millimetern.
., Mittl. Scebobe = in Metern. BMOMMT
stand. G-laußkn 114
Maxim. Minim. Tag. Stand. Tag. Stand.
770.6 17 733.9 80.9 17 41.9 82.1 27 40.0 80.5 27 40.4 72.1 27 34.2 52.6 27 16.4
640.9 27 612.4
764.9 27 727.6 76.2 27 36.2 25.7 28 696.1 81.2 27 739.1 79.2 27 35.5 83.8 27 38.3 7 9.6 27 37 „3 85.1 27 39.1 77.9 27 36.6 78.1 27 39.3 64.2 27 27.2
' 66,6 27 31.4
Darmstadt 68.6 27 32.3
Hechingen 32.6 27 03.1
Mittlere Tcmperakur im Februar 1882, nebsi den ab- solutenExtrcmcn, Anzab1dcr Frost- und Eistage.
M1111.Tcm- Maxim. Minim. peratur. Tag.Siand Tag. Stand. tage. “tage.
Claußen _0.2Z_3.5) 28 12.0 8 _12.0 20 2
751.5 Königsberg 22.6 60.4 Lauenburg 29.4 Bromberg 47 Bres1au 147.4 Eichberg 348 Schncekoppe 1600 Görlitz 217 Torgau 102 Breitenbach 630 Bcr1in 50 Putbus 52 Hamburg 26
MSI OUQ"WW©QQ' . „€)*5QÜÄÜQNMWWWWMQPZZ
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annovcr
mden Münster Cö1n
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Königsberg 1.4 _3.4) 27 12.5 _9.0 18 Hela 1.9 _1.1) 26 8.4 2 _4.2 12 Laucuburg 1.7 _1.2) 27 13.0 19 51011113 0,5(_2.8) 26 12.0 21 Brsmberg 1.2('_1.6) 26 14.0 18 Vrcs1au 1.7(-0.6) 26.27 14.1 17 Cichbkrg .6(_11) 26 12.5 21 Wang _ (-2.4) 26 25 Skbncckoppc . 27 ,- 28 Görlixx (_ 0.4) 26.27 14 Torxzau ( .8) 26 15 Brcitcnback) . 12 19 Bürlin 26 16 Pukbus 26 14 „Hamburg 26 11 Haiinovcr 26 8 C1aUsiba1 26 21 Emden 26 11 Miinstcr 26 16 Cb1n 26 11 Aachen 26 10 TriLr 26 13 Darmstadi . ) 26 , . 13 Hcchi11gcn (1.6) 26 15.2 _12.6 21
Hccbingen ist die einzige SiaTion, 1syo die Monqtstxmperafux etwas gegen den mittleren Durchscbxiitt zurnckstmid, sowiesuberbaupt, aucb Wo ein Wärmeübcrsckyuß stattfand, dkrselbc nach Sudrvesteii zu mehr und mehr abnabm.
Höbe dcr Niederschläge im Februar 1882, größte „Höbc
dcrsclben in Millichern, Anzahl der Tage mtiNicder-
schlägen (in Klammern Anzahl bir Sebnectage), Anzahl der bciieren nnd truben Tage.
Höbe der Größte bec
Niedrrsch1ägc. Tag Höhe
Clanßcn 22.5 (26.2) 17 Königsbcrg (32.0) 21 5,5611": 21 Lauenburg (32.5) 16 Konitz, (25.8) 17 Brvmberg (25.8) 16 (27.6) 19 (33.6) 18 (76.4) 16 21
(42.1) 19 (34.6) 19 (97.4) 16 (44.2) 15 WWW (26.7) 15 Hamburg . (25.9) 15 “)mmovkr 20, (28.4) 16 [austbal 91.7 (112.2) 17 (ij1ko 51.1 (41.0) 15 Münster 40.8 (39.6) 17 Cöln 22.3 (36.2) 17 Aachen 59.0 (40.6) 17 Trier 25.7 (39,5) 16 Darmstadt 16.0 (34.6) 28 Hechingen 7.0 (23.6) 16
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Tage mit Heitere Trübe NicdsrsM. Tags Tage. 18 (14) 15 15 14 15 12 19 8 16 16 14 11 19 12 11 8 15 11 * 11 11 10 11 14 11 15 10 17 16 19 11 13 13 9 8 141.
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*) In Bezug auf den Barometerstanb von Aachen, der in den vorhergehenden Monaten immer zu medxig erschien, Werde bemerkt, das;, wie sick) beim Umtausch des Yortigcn Barometers mrt einem neuen durch Vergleichung ergab, das frubcchar'bmctcr um 3.5 mm zu niedrig stand, so daß also zu den Baxometerstanden" von Aachen aus friiheren Uebersichten 3.5 mm binzuaddirt Werden muffen.
Dic )(. Geflügclausstcllung des, unter dem Protektorat Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Cgrl stehendxn Vereins ,Cypria“ wird morgen in deri Raumcn dchaiserga11erie eröffnet Werden. Die Aussteüung, die diesmal 11111: von Mitgßedcrn beschickt werden durfte, überrat, Wenn auch nicht, guqntitativ, , so doch qualitativ die der Vorjahre ganz bedeutend; sic lst m Wirk1icb- keit eine Musterausstellunq geworden„ Welche Exemplare a11five1st,diem alcickv vortrefflickyer Zucht selten gezetgx nwrdon 11110, Auch “0196111111 bat sicb der Hohe Protektor des Vereins, Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl, als Aussteller an der Schau betbeiligt. Atzs den wvbl- renommirten Schlägen Höchstdesselben find Paare buchartscher Trbm- meltauben, englischer Kröpfer, cbtncfiscber Mövchcn,A1monds, Berliner Altstämmiger, sowie ein Kup ertiger zur Ausstellung gxbragbt worden, der auf das respektable [ter von 26 Jahren zuru_ckbltcken kann. Auch Se. Königliche Hoheit dcr „ Prtpz Friebrich Caxl hat einige Exemplare Seiner auf der orsterei Dreilinden gezuchteten Schopfwachteln ausgestellt. JnSge ammt Wetst 'der Katalog 955 Nummern auf, die sich auf 99 Aussteuer vcrtbeilen. Ganz vor-
Frost- Eis- “
trefflich vertreten sind dießmal die Berliner_Altstamm19en, eme Rasse, die nahezu dem Aussterben nabe w'ar,1eyt cxber_ vor AUem Dank der Bemühungen des Vereins, wieder in ganz pxacbtiaen Exem- plaren gezüchtet werden. Feld- und Gartentaube'nfind 1316981ummem vertreten. Vorzüglich ist auch diesmal die Kropsersmpmlung, die etwa 60 Nummern aufweist. Am zahlreichsten smd _ “o_ie Tümmler zur Ausstellung gekommen, neben ihnen verdienen auch dtem theilweise exquisiten Exrmvlaren vor efübrten Mövchen, Pfauentauben, Orientalen und Hübnertauben gebü rende Erwähnung. , Unter den Orientalen zeichnet sich dik6mal die Sammlung der Carrier ganz be- sonders aus. Hübner sind in ca. 180 Nummern zur Schau gestxllt, . Durch vortreffliche Zucht exceÜircn bier vor Allem die C9chinchma. Gänse, Enten und Trutbübner find skbwach vertreten. Cine „beson- dere Abtheilung ist für gemästetes Gefb'igel bestimmt. Auch dteSmal hat man Sing-und Ziervögel nicbt auSaesÖloffen. Mietb, Brune, JF. Schulze u. Bcrgmann-Berlin, Geupel-qunewiß, F0cke1mann-Hamburg u. A. haben Einheimische und fremYländUche Körnkr- und Weicbfutter- freffcr aller Art in zab1reichen Parcbe'n ausgestellt. In der Aus- steÜung der Papageien sind ganz vortreffliche Sprecher von bobcm Werth" zur Scbau gesteUt. Auch Kanarien sirxd nicht unbertreteti geblieben. Se. Majestät der Kaiser haben auch 111 diesem Jabre eine_ goldene Sfaatsmcdaille, der Hohe Protektor eine beezigabe "in Silber. der“ Ausstellung zur Verfügung gk'stellt. Der Ministxr fux Landtvirtb- schaft bat 8 silberne und 9 bronzcné Mcdaiüen xbernnessn. Yitßer- dem gelangen zahlreiche vom Vereine gestiftete Preise zur Vertheilung.
Literarische Neuigkeiten und periodische Schriften.
von Dänemark, geb.
Caroline Amalie, Königin _ Eine
Prinzessin von Schleswig:.Holsixin-Sonderbura-Augustenburg. Lebensskizze. Lübeck 1882, Furdmand Grautoff.
Monatschrift für Deutsche Beamte». Organ des ynter dcm Protektorat Sr. Majestät 1388 Kaisc-„rs siebenbkn Preußischen BeamtexWereins, redigirt Von L. Jacobi, Königltcber- Gehetmxr Regiernngs-Ratb. (Grünberg i. Schl., Vcr1ag von Friedr. Weiß“ Nachfolger.) 6. Jabrgang. 1882. 3. Hcft. _ Inhalt: Ange1eaen- beiicn des Vereins. Bekanntmachungen der Direktion des Prcußtskhen Beamtcnvercins. -- Rechtswerbältniffe der Beamten. 4. Gesetz- gebung; Verordnungen; Erkenntnisse. _ 13. Abbandlunaen und RaÖ- richten über Fragsn dcs Beamtenthms: Zur Gehaltsfrage dex Be- amien. _ König Wilbk1111-Stif1ung für erwacbsene Beamtenköghter. _ Dar1ebns-Kaffenverein der Kontrolbeamten zu Straßburg 1. E. Rkä)kt*lsl1)asts1*krick)1 pro 1881. _ Dic Spar- und Vorschußkaffs der Vcamfenvereiniaung fiir Halberstadt „und Unigxgend. _ Deutséhe Beamte in türkischen Diensten. _ Eine ,PLUUOU der "Stacitspent sionäre. _ Wob1fabrtscinrichiungen (Stiftungen xc.) fUr Bea'mte und deren Hinterbliebene. _ Abbandbmgen und Auf1a13e allgemeinen analis. Nekrolog dcs Geheimen Ober-chisrmigs-Raibs 1)r, Knerk zu Berlin. _ Unbcfmiaene Bciracbimmen Übex die dcntxcben erzchts- kostcnacséxe Mid die Noche Vom 29. Juni 1881 O_om praktischen SiaUdpunktc. 11. _ Die Umwandclung des VCLÖTEÖLUsÖLU Willens, _ cixi sozialks Kapita1. (Fortsetzung.) _ Bildkx aus dem Sc13waxz- waldk, _ POstWcie-n. _ Vcrmiskbtcs. Aufkwrung, _ Die vier' Fabrcszcitcn. _ Für scbriftstcüeriskbe Bcamic. _ Vcsirafnnsi d'es Wucbe'rs. _ Beamte als Börsenspeknlanten. _ Prozesse a]s Zett- vertreib. _ Sprecbsaal. Rangircn der Beamten der Zoll- und Steuer- erbcbnng und Kontrole durch den aa11zen_Staat. _ Zur Gehalts- aufbkfferung. _ Büchcrschau. _ Vakanzcnlistc. _ Jnsexate.
Deutsches Literaturblati, begriindet von Wilbelchrbsi, forigefiibrt von Hcinrich Keck. Nr. 24. pralt: Ruckblnk des Herausgebers. _ Das "cue Münchener DiÖfcxbUä)._„(-H_. Keck.)- _ Weitbrecht, 9101171101 Schn*6bagschichta. (Dr. H. A. Kostüm). _ v. Najn15ier, Ein? Schjvcdenkbnigin. (K. Sckratt€ntba1.)v_ Sta- nislas, Wandervögel. (Dr. H. Zurborg.) _ Storck, Linz de Ca- moens' sämmtliche Gedicbtc. (Dr. P. Foerstxr.) - r.',Leixnrr, Illu- strirte GcMiäÜe dsr fremden Literaturen m „volkstbumlicber Dar- steslung. (F. Zimmermann.) _ Piscbon, Dcr'Einfluß des Islam auf das bäuslicbe, soziale und politiscbe chan séiner Vckcnner. ([)r. Weitbrecbi.) _ Duboc, Der Opiimismus (116 WcltgnsÖaumig und seine religiös-utbisÖL Bcdcutung für die Gegxnwart'. (Lic. Tb.,Forster.) _ Häupt, Die Kiribc und die tbcolqgiscbc Lebrfxyhott. (v. Brocck'er) _ Kübel, Ucbxr den Unterscbicd zwisbun dcr pothcn und der libe- ralcn Nick,)timg in der modcrncn Tbcologic. (v. Brocckcr) _ Kurze literariscbs Umschau: „Missionsbildcr“; Wackerimgcl, Reibnungsbmb dcr Frobcn Und Episcopius.
Mi1ch-Zeitung. Organ für die gcsammthicbbaltung uyd das MolkereiWcscn. Begründet von Benmx Martini), untkr Mit- wirkung von Fackymännern berauögcgsbcn" von C. Petersen, Ockonomie-Ratb, in Eutin (Fürstentbum Lubeck“), Vexlag von M. Heinsms in Bremen. Nr. 11. _ Jubali: Zur Kcnntntß de': deut- scbcn Vicbraffc'n, Schläac und :Stamme Von E. Peteryen. _ Der Nutxcn der Molkcrci für VicbzuÖT und Lanb1vtrtb1chafk Vyn Ab- leitäcr. (Scb111ß) _ Verscbicdcnc Mittheilungcn. Deytublqnd. Berlin: Molkenbrod. _ (Cöln: Stjerbaltung. _ Sckxleswm: Viel)- ciniubr aus Dänemark. _ Akxstcckcndc Haustbicrkranklmten. Deuistb- 1and: Jmpfvsrsucbc gcgen Milzbrand. __Yitsstcllungcn. Oxsterre'ich- Ungarn: Judustricllc und landwirtbschastligbc Aqsstcllung m Trnxst. _ Frankreich: Zitcbtviebankstcklung in Parts 1883. _ Internatio- nale AusstkUung von Uskolkcrciacrätbcn :c. 311 Saint Lz). _ Allge- mcine Bcricbtc. MilcbkMsumvcrcin in Biel (SÖWUZ). _ R11. Jahresbericbt der ersten uxmarichn Borsicnvicb-Mastanstg1t und VorWuFAksicngescÜschft. (Sckyluß) _ Kontrolc' rey Milch. _ Erfabrungcn in der Praxis. Vergiftung von zwei Pierdcn dizrch icbimmliges Brod. _ Dic Verivertbung dcr achral)1ntcn_Mtlch bezw. Molkcn. Von D. Gäbcl. (Schsuß) _ Geratbe-, Mqrchin'cn- und Vaukundc. Die Kleinmowren und der dcut1che Molkereibetrteb. _ Literatur. „1-8. fabrication 611 fromaxxs (16 8718.“ -- Sprech- saal. Eine amerikanisOe Stimme über Magermxlcb a]s,Nabrqus- mittel. _ Fabrlässige detuna durch Verkauf tricbinenbaltzaer Schinken. _ Zur Torfstreu. _ Beriibtxgungi. _ An- und Verkaufc von Zucbtvicl). Marktberichte. _ Anzeigen.
Deutsche Landwirtbsrbaftlicbc"Presse. Nr. 20. _'Jn- bali: Mittel und Wege, die Rentabilitat unserer Viehzucht wieder herzustellen. Von Schäfereidirekwr R. Miillxr. _ Pumpen und SpriYen. _ Veraleicbendc Anbau-Ver1uche Mit verschiedenen Kar- toffelsxortcn. Von F. Heine. _ Der nötbige Luftbedarf als _Grund- bedingung gesunder Wohnungen. _ Mergelun „"Von J. Ftttbogen. _ Braunbcn. Von Wiarda. _ Künstlicher ungcr „u Kartoffeln. Von Kraus u. a. m.
Die Direktion des Wilhelm-Tbcaters batndcrx „beliebten Komiker Hrn. Eduard Weiß vom Krollicbcn Tbegteyfur einige Gast- spiele gewonnen. Derselbe wird am Sonntag in ciner seiner besten Partien auftreten.
Redacteur: Riedel.
Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Einen. Fünf Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
Berlin:
x
“ E r | e B e i l a g e zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„W165.
Berlin, Donnerstag, den 16. März
1Z82.
Yiehtamtlishez.
Preußen. Berlin, 16. März. Im weiteren Ver- laufe der gestrigen (35) Sißung seßte das Haus der Abgeordneten die zweite Berathung des Entwurfs des S'taatshaushcxlts-Etats für das Etatsjahr 1882/83 m1t box Diskussion des Etats des Ministerin ms der geistlichen ,2c. Angelegenheiten (dauernde AUEgaben Kap. 119 Universitäten, Tit. 1, Zuschuß für die Universität Königsberg 742 189 915) fort, Dor Abg. 1)» Windthorst er- klärte, er habe natürlich erwartet, daß seine gestrigen Ausfüh- rungen Widerspruch erfahren würden; auch heute könne er nichts davon znriicknehnicn. Gerade sein großes Inter- esse an dem glanzvoüen Fortblühen der preußischen Universitäten habe seine Aeußerungen provozirt, da er pine Degeneration befürchte und dieser nach bestem Können vor- beugen wolle. Die Antwort des Ministers befriedigs ihn weniger, aks sie die Professoren und Studenten befrisdigen werde; der Minister habe für lange Ferien plädirt, und da- für werde selbstredend der „urkräfiige Salamander“ nicht ausbleiben. Das Verlangen der SVUOÖLU, bei der Ernennung der Theologie-Professoren mitzuwirken, müsse nach wie vor unterstüßt werden, dem Minister fehlees gewiß nicht an gutem WiÜen, aber an dem richtigen Organ, das die Bedürfnisse der Kirchengemeinden zu beurtheilen verstehe. Der Abg. Virchow sei sehr empfindlich geworden über seine (des Redners) gestrigen Ausführungen bezüglich der Privat- dozenten und des Professorenringes. Es sei ihm psychologisch höchst intereffant, daß der verehrte Abgeordnete einen Angriff auf die Institution, der_derselbe angehöre, so empfindlich auf- nehmen könne. Wie empfindlich müsse es aber für einen Minister 1ein, wenn derselbe vom Nbg. Virchow in hkstiger Weise angegriffen werde. Das sei dann natürlich etwas An- deres. Der Abg. Virchow habe es ganz in der Ord- nung gefunden, was der Minister in Bezug auf die Privatdozenten und deren Beförderung gesagt habe. Er begreife, daß der Abg. Virchow die Dinge jetzt in einem rosi- gerenLichte ansehe wie zur Zeit, als derselbe Privatdozent gewesen sei. Man kenne ja auch den ng des Abg. Virchow und es mache demselben und seinem Talent Ehre, daß der- selbe die Stufe, die er jth bekleide, erreicht habe. Derselbe sollte aber doch etwas milder urtheilen Über diejenigen Kräfte, die hinter ihm heranwüchsen, welche dafür hielten, daß mehr für ste geschehen könnte, das; man bei den Beförderungen objektiver urthsilen könnte, als es ]“th der Fall zu sein scheine. Er habe ausdrücklich erklärt, daß die Spezialitäten, welche 81: angeführt habe, 110) seiner eigenen Wahrnehmung entzögen, abxr aus zuverlässiger Quelle stammten. Er halte auch 1th noch aufrecht, daß die Fakultäten bei dcr Beföiderung der Privatdozenten den bisherigen Einfluß nicht beha1ten dürften. Die Herren kämpften überall gegen die Limite, könne man indeß eine beredtere Vertheidigung des
unftwesens höre]: als die Rede _kes Abg. Virchow? Das sei nicht der Bolzen srxier Wissenschaft, sondern Zünftelei. Dieses Zunftmesen ziehe slck) durch a1le Universitäten hindurch; das zu beweisen würdthm veranlassen, eine Reihe von Persön- lichkeiten „hereinzuziehen, was _er vorläufig unterlasse, aber dabei bleibe er stehen, daß aus der Universität ein Ring be- stehe, welcher purchbrochen werden müsse. Es habe ihm fern gelßgen, mit diesem Ausdruck zu verletzen. An amerikanische Zuxtände habe er dabei nicht gedacht. Er hätte ja, was sonst Üblich gewesen sei, von Cliquenwesen imd Kameraderien sprechen können. Man habe dafür jeßt den Ausdruck Ring. Diejenigen Männer, welche einen Einftuß auf die Ernennung ausijbten, habe er nicht angreifen wollen. Wenn sie ein- ander'befürwqrteten, 10 mache sich das eben ganz von selbst ohne'zrgend 9111 bewußtes Vorgehen und geradeihreExklusivität bew'cne ihm, ww st'ark diese GeseUschast seinmüffe. Die Herren sprächqir_ohiie „Zweifel nach ihi'er Ueberzeugung, aber durch die Exklusiyität sei es schwer, außerhalb des Kreises, in dem man sich befmdc, etwas (Gutes zu entdecken. Dic Enquete müsse klarstellen, welchen Einfluß Bekanntschaften, Freundschaften, Vbrwandtschasten qufdie Beförderungen gehabt hätten. Dieser Einfluß z_e1ge fick) 1a im ganzen Beamtenthuni, Wenn einer nach Berlin befördert werde, so heiße es, der sei mit dem unk) dxm Geheimratk) bekannt. Zur Bearbeiiung von Umversitätssachen„ würde er nie einen Professor nehmen. Wenn der Minister glaube, in der Zuziehung von Pro- fessoren zum 1uristischen Examen etwas besonders Gutes gethaxi zu haben, so irre derselbe. Das führe nur dazu, daß die Studenten nur bei den Professoren hören würden, die bei, dym Examen zugegen seien. Wo bleibe da die Freiheit dxr Wissenschaft? Er wiederhole also, auch die Pro- fefforen konnten sich vom aÜgemein Menschlichen nicht be- freien, und er sage von ihnen bumauj 1111111 ajjsnum u "0615 (3886 [)1110. An Geheimrath Hübler habe er nicht gedacht. Was dem Vorrczdner unverständlich gewesen, sei an der Stelle, we'lcher seme_W9rte gegolten hätten, verstanden worden. Er wolle 1est auf diesen Punkt dem Minister gegeniiber nicht eingehen, abcr dex verehrte Herr möge versichert sein, nach- lassen werde er,n1cht, bis Remedur geschaffen sei.
Nachdem em Schlußantrag abgelehnt war, bemerkts der Abg. O!“. V1r_chow, der Vo_rredner habe mit der Geschicklichkeit, die man an ihm kenne, sick) auf allgemeine Erfahrungssäse
estüßt und dieselben auf_ spezielle Fäl1e angewendet. Der
bg. Windthorst habe damit gezeigt, daß derselbe feine Lauf- bahn verfehlt habe. Derselbe hätte eigentlich Profeffor werden sollen! (Abg. Windthoxst: Er werde pas am Ende noch.) Der Abg. Windthorst habe'die Fakulxätxn Mit den Zünften zusammen- ?estellt. Ein unglücklicheres Beispiel häite derselbe mchtwählen önnen. Der Staat mache glso bestimmte Lebxkörper und sage zu den Männern der Wissenschaft, sie vertänden mehr von den Fähigkeiten der Lehrer als der_Staat, sie wüßten demselben Vorschlä e zu machen, wenn eme Vakanz eintrete. Solche Lehrkörper ätten genax: fo en begrenzte Aufgaben wie alle anderen Staatsinstitutionen. an kömie doch nicht in die Fakultät Jeden aufnehmqn, der das Zeug'm fich fühle, zum Le ren. Eine solche Expansion würde gar nicht im Sinne des Abg. Windthorft sein. Es würdx dann wahrscheinlich recht viel gepredigt werden, was weder ihm noch seinen Freunden
angenehm sein tyürde. Daß der Abg. Windthorst aber als Champion der freien Wissenschaft auftrete, sei sonderbar in dem- selben Augenblick, wo derselbe die theologischen Fakultäten 1111161: Synodbn und päpstliche Dekrete steÜen wolle. Keine einzige preußische Universität würde eine Enquete über die Beforder'ungen zu scheuen haben. Die Profefforen hätten am aÜeriwenzgsten Ursache zur gegenseitigen Eifersucht. Jeder Ordinarius habe, seine besondere Domäne, innerhalb deren perselbe' von seinen Kollegen nicht beunruhigt werde und ]eber'Emzelne habe das Interesse, daß sein Nachbar der mbglichst aUngzeichnete Mann sei. Neue Vorschläge kynncen „doch nicht anders gemacht werden, als daß man slch" bei " verschiedenen Personen , die für befähigte Manner ga1ten „ exkundige. Es sei ganz natürlich, daß eine Fakultat bei einer Berufung nach auswärts gefragt werde, Pas sie 15011 dem Mann halte? Daß irgend ein verwandtschaft- [10386 Yerhxiltmß eme NVU? gespielt habe, dafür liege auch nicht die leiseste Andeutung vor. Er könne sich sehr täuschen, aber ex g1aube, Tias; zwischen den Mitgliedern der msdizinischen nguligt m Berlin nicht die allerleisefte Verwandtschaft weder märinlicher- iioch weiblicherseits bestehe. Den Angriff auf die „Heimux“ musse xr als unbegründet zurückweisen, in ihr sei weder die Mawxität der Mitgkieder der Fakultät noch irgend eme andere Majorität enthalten.
, Die Debatte wurde hiernach geschlossen und nach persöm 11che1x Bemerkxxngen 'der Nbg . 1)r. Neichensperger und Dr. Seelig der Tit. 1, Zuschuß ür die Universität Königsberg 742 189 «16., bewiUigt.
Bei Tit.2 „Zuschuß fiir die Universität Berlin 1 447 835 915“, bemerkte der_Abg. Schmidt (Stettin), von den deutschen Uni- versitäten sei die Berliner hinsichtlich der Zahl ihrer Hörer und Professoren die bedeutendste. Daraus entwickelten sich bßdeutende Schattenseiten. Es reichten die Auditorien nicht mehr aus, sq daß sogar ein Varackenauditorium hinter der „Universität hätte gebaut werden müssen, Er möchte sich nun die Frage erlauben, ob gemäß einem Beschluss des Herrenhauses die Vorarbeiten für ein besonderes naturwissenscbaftliches Museum im Gange seien.
Der Regierungskommiffar Geheime Ober-Regierungs-Rath „Or. Göpperx entgegnete, ein naturhistorifches Museum würde in hoffentlich nicht zn langer Zeit aufgeführt und vielXeicbt schon in nächster Sessiqn dem Landtage eine bezügliche Vorlage gemacht werden. anrmsehen solle das freiwerdende Gebäude der gynäkologischen Klinik in der Dorotheenstraße für Auditorien- zwecke mit herangezogen werden.
DerAbg. 01“. Weber (Erfurt) bedauerte, daß seit 7 Jah: ren in dieser_ Sache ,nichts geschehen sei. Schon vor 7 Jahren habe man die erste Rate bewilligt, 160 000 915, und noch immer sei kein einwandsfreies Vaapx'ojekt vorhanden, während es an einem Maße keineswegs ina'ngele'; daß man in 7 Jah- ren nicht weiter gekommen, sei wahrhaft kläglich. Im vorigen Jahre hätte der Kommiffar der Regierung im Herrenhause mitgetheilt, daß das neueste Projekt der Akademie des Bauwesens zur Prüfung, vorgelegt worden sei. Von dieser Prüfung könne er stck) nicht viel versprechen, da das Maß des Verständnisses, welches diese Akademie auf praktische und finanziells Bedürfnisse in den speziellen FälXen verwendet habe, nicht Überall ausreiche. Die rein kritische Thätigkeit dieser Akademie habe an sich etwas gefährliches, Für eine Fußgängerbrücke Über den Landwehrkanal habe sie ein monu- mentales Bauwerk verlangt.
Hierauf ergriff der Minister der geistlichen 2c. Angelegen- heiten von Goßler das Wort:
Ick) würdc das Woxt nicbt ergriffen Haben, Wenn nicht die Be- hörde eines anderen Rcsjorts de_r Gegenstand eines meines Erachtens ungerechtfertiitbn barten Angriffs geWCsen wäre. Die Erklärung, tvelche der Herr Vorredner in scincn Ausführungen gegeben bat, daß er exemplifizirc auxlcine Fußgängerbrucke, habe mir allerdings das Motiv für seine usfiibrungen naher gebracht. Im vorliegenden FaÜe meines Rofforts ist in keiner Weise. der Angriff gegen die Thätigkeit_ der Akadxmre dss BauWescns be- griindet. Ick kenne die Sache seit ungefähr 2? Jahren und kann verfiibern, daß niemand lebhafter wünschen kann, wie der Cbef der UnterrichtsverWaltung, daß das ProFkt endlich zur Ausführung gelangt. Die Schwierigkeiten liegen bor _ [Tem in dem Projekt selbst. Es handelt sich darum, in cincmfbcscbrankten Raum zwischen zwei große Baumaffeii drciMuseen hineinzubaucn in einer Farm und Aus- gestaltung, wie wir sie noch gar nicht kxnnen, für Sammlungen, wie wir sie zum Theil noch nicht txt neuen Gebäuden unter- gebracht haben. Durch Anstellung eines beéonderen Baubeamten ist es möglich gewesen, die Sache so zu ördern, daß jetzt ein generelles Projekt aufgestellt Werden konnte. Dieses Projekt ist in nicht mehr als ungefähr 14 Tagen von_der Akademie des Vauxvesenö durcbberatbcn wvrdexn, gllerdings nicht „tn „allen Punkten gebiUigf, aber die gemachten V0r1ch1age sind so wrchttg" und eingehend, daß man daraus erkennen kann, daß ein vosles Verstandniß bei dieser Behörde für die Anfgaben des diesseitigen Reffbrts besteht, und ich bin dankbar dafür, daß, wenn auch die Arbeiten fux mxch wieder wachsen ich hin- gewiesen wvrden bin auf neue Mittel, gufxneue Kons ruktions= weisen, um den vorhandenen Raum ' nußltchcr zu verwertben. Also davon kann überhaupt keine "Rede sein, „daß die Akademie des Bauwesens meinem Ressort gegenuber _als eme Behörde hingestellt Werden kann, welche alle Projekte bchabt,'obne praktisches Bedürfnis; handelt und auf finanzielle Vcrbältntße keine Rücksicht nehmen wird. Sorbeit die gemachte Bemerkung auf das vorliegende Projekt gebt, halte ich sie nicht für begründet, -
Der Abg. Dr. Weber nahm mit Bekriedigung Kenntniß von der endlichen Erledigung diejer Ange egenheit.
Tit. 2 wurde bewilligt. Bei Tit. 3 (Universität Greifs- wald 136 744 35) brachte der „Abg. Dr. Bierling eine Reihe von Beschwerden vor über die nnvexhältnißmäßig fchlechte Dotirung der Universität gegenüber Kiel, welches die gleiche Frequenz habe.
Der Regierungskommiffar machte dgrauf aufmerk am, daß die „Dotirung Greifswalos allerdings hinter der der Kieler Universität zurückftehe, daß dies? aber eine Sternwarte habe, welche Greifswald nicht besitze; mdeß babe sick) Greifswald in Bezug auf Aufwendungen nicht zu „beYla en; den Spezial- wünschen des Vorredners wxrde er möglicht entgegenkommen. Der Titel wurde bewilligt, deSgleichen Tit. 4 (Breslau 692 794 (M)
Zu Tit. 5 (Halle 467 702 555) lag ein Antrag der
Vudgetkommission vor, 5460 «ck für einen ordentlichen Pro- fessor der Zoologie abzuseßen.
Dex sterent Abg. 1)1-. Virchow theilte mit, daß die Ab- seßung im'Einversiändniß mit der Regierung erfolgt sei , da der bisherige Inhaber der Professur inzwis en verstorben und nunmehr _die Kreirung einer zweiten Profe ur überflüssig ge- worden sei.
_ DermAbg. 1)r. Majunke kam bei dieser Gelegenheit auf 111€ Schrist „1131718111118 1661717118“ zurück und kritisirte dieselbe nychmals abfällig. Der Minister habe gesagt, das Thema: die Vergleichung GraßmuZ' mit DöUinger, sei den Katholiken vereicht unangenehm, aber voklständig zulässig. Dem gegen- über, müsse er bemerken, dgß zur Zeit des EraSmus das tri- dentimsche Konzil noch nicht abgeschlossen gewesen sei und dßshalb vollständige Diskussionsfreiheit bestanden habe. Döl- linger habe sich gegen einen Beschluß des ökumenischen Kon: zils aufgelehnt, EraSmus würde sick) jedeniaUs dem Beschluß dW Konzils, sowie derselbe publizirtworden wäre, unterworfen haben. Redner berief sick) zum Bsweise dessen auf die Schrift DöÜingers über EraSmus, in welcher derselbe den theolo- gischen EntwickelungSgang desselben bespreche.
Demnächst nahm der StaatS-Minister von Goßler, wie folgt, das Wort:
„ Aus den Ausfübrungen des Herrn Vorredners ist mir endliéh klax gejvorden, Weshalb der Sch1ottmannschen Angelegenheii dieser breite Raum bei der Etatsberatbung bat gegeben Werden 1011611. Ick bm dankbar für die erhaltene Andsutung; ich babe fie wohl ber- standen; icb wxrde auf die Andeutung zur Zeit nicht antwvrten. Ich Habe neulich, wie der Herr Abgeordnete aus dem stem;- grapbischen Bericht, der mir noch nicht vorliegt, vorgelesen bai, gesagt, es sei das Tbema: Zrasmus reäiyjyus, die Parallele zrbi1chen Erasmusund Döxlinger den Katholiken wwbl kein erwünschtes, keinesWegs aber'ein ixnzulasfiges. Ich bin heute belehrt wvrden, daß 1799 den Katholiken em erwünschies Thema sei: es sprickzt das sicher- [ich zu Gunsten dex: Anschauung des Hrn. Abg. Majunke; jedenfalls aber kann man mrr_1;araus, daß ich aus einer gewiffen Höf- lichkeit arxfnabm, _dieies Thema sei vieÜeicht nicht ganz takt- vo11 gejvab1t, einen VorWUrf nicht machen. Ich muß mxn sagen: die Frage, ob Erasmus und DöUinger miteinander vsr- glichen Werden können oder weshalb nicht, aÜe die AbsÖWeifungen des H„errnVorredners auf hiesige evangelische Kirchen und Prediger spielen fur niich absolut gar keine RolTe. Es ist mir nicht im Traum ein- gefallen, guf den materieÜen Inhalt des Buches einzugeben. Ick babe Hrn. Freiherrn von Fürth damals auch nicht so verstanden, daß er den matxrieÜen Jubalf des Buches zur Diskussion stellen Wollte. Warum 1chreibt der „Abg. Majunke nicht eine Gegknbrocbüre? ich habe nichts dagegen,; g1eich§Waffen auf dem Gebiet der Wissenschaft! „Das„ was 9116111 mich micresfirt, war die Frage der Disziplin und 111 dieser Hinsicht babe ich" erklärt und kann es wieder erklären: ich bedagre, daß 1191che Ausdrucke, wie geschehen, gewählt wvrden find; sie bgtten Vexm16den werden können, und ich hätte gewünscht, daß sie verrxiiebeti ivaxen. Das möchte ich, wiederholt erk1ären und tbue es bexeitWilligZ ich„1)abe a'ucb versprochen, nach dieser Richtung hin- keinen Zweifel uber meine“ Anschauung an der betreffenden Stelle ayfkommen zy 1a119n. Aber das geht doch weit über alles Mögliche hinaus. daß ich mn: zumutben lassen muß, ich sollte in den WYM- sckzaftlrcben Inhalt des Buches hineinsteigen; und daß ich mir or- Mtrfe gefakleti lassen muß darüber, daß aus einer mangelhaften Ju- formatwn msmerseits dEr Hr.Sch1ottmann etwas gesagt hat, was er auch W" materieÜen Standpunkt nicht hätte sagen so11en. Es 'Wird mir nicht einfallen, auf diesem Gebiet einen Ge1chichtsf0rscher, cinen Tbeo1ogen zu rektifiziren, sondern ich Werde ,tbm nur vorkommenden Falls eröffnen, er 1011e im Interesse des Friedens unter den Konfesionen, des Friedens an der Univer- fikat derartige formxll anfecbt are_ Publikationen Vermeiden. Ick babe ferner, darauf hingewiesen, da[; das Buch an und für sich schon bcchégen nicht dic BedeutunZ Verdient, Weil es latcinisck) geschrieben ist, auch tiny zu einem ganz cstimmten Zweck verfaßt ist. Wenn es in dsn BibliotbeFM ganz ruhig liegen gcbliebcn wäre, hätte es Weni- ger Schaden gestiftet Jeb 1ebe jetzt aber aUerdings, daß es aus dem Dunkel gezogen ist 311 einem gewissen Zweck und den ZWeck babe ich verstandsn,
Der Abg. Sombart bat den Minister, die Mittel nicht zu vxrsagep, die von HaUe zur Errichtung einer besonderen Vete- kJnärk11111k,de1t1näck)st würden gefordert werden. Die Forderung hege lediglich 1m_Jnteresse ,der Wissenschaft„denn es sollten in )enem Institut Wissenschaftliche Versuche init der Pasteurschen Schußlymphs gegen Milzbrand angestellt werden.
. Der, Abg. [)1'. Majunke dankte dem Minister, daß derselbe die Schr1jt des Prof. Schlottmann eine Taktlosigkeit genannt habe. Eine solcye Rüge werde genügen, andere Professoren vor 0131111111811 Unternehmungen zu bewahren.
Dex Tit. 5 wurde darauf iiach dem Anfrage der Budget- koxnmrssion genehmigt, ebenso die Tit. 6, Kiel 489 189 „46 und Tit. 7,'Göttingen 282 675 916 ohne Diskussion.
Bci Tit. 8 , (Marburg 473 219 915) erstrebte der Abg. Schreiber den Minister, der, mobernßn Philologie etwas mehr WohlwyUen zu erweise'n, die bis 1281 in Marburg zu stief- mütterlich behandelt sei. „Zu den drei vorgenannten Vro- fefforen der klasnschen Philologie sollten jeßt noch zwei hinzu- kommen. „Da wäre es bZÜiJ- wenn auch noch ein zweiter Pxoseffor für moderne Philo ogie oder zwei Lektoren bestellt wüxden, die dem Professor nach Analogie der medizinischen Assistenten unterzuordnen seien.
T11. 8 wurde bewilligt, ebenso Tit. 9, Bonn 761137 «15
Bei Tit; 10 (Akademie in Münster 119 763 35) mies dex Abg. Sarrazin auf die Un uträglichkeiten hin, die durch die Bestalbzng nichtkatbolischer rofessoxen an der rein katbo1ts, en Akademie Münster entstanden seien. Unter dem Mini er von Puttkamer hätten sich die Zustände etwas gebessert„ auch das Wohlonen des jetzigen Kult1:§-Ministers fei mcht zu verkennen. Aber volle Heilung werde erst kommen, wenn _der Zulturkgmpf beseitigt sei. „Anerkennenswerth sei es, daß jest ein:;Privatdozent nach 251ährigem Harten zum außerorden- 11chen Professor ernannt sei“ hoffeniltch werde maxi ihm init dem _Titel auch das Gehakt gewährt haben. Em zweiter Wunxch betreffe den Studienfontxs der Akademie, ver.durch Verwendun zu Bauzwecken wxherrechtltch alterirt sei,. Er hpffe vom ohlwollen des Ministers, daß durch Positionen, die in das Extraordinarium des nächsten Etats einzureihen seien, dieser onds aclniählich restaurirt werde. Durch den Kulturkampf ei die Mitwirkung des Bischo? bei der Be- söxun der Professuren verhindert, um so me r* bitte er den
ini ter als Centralinstanz, auf diese Beseßungen zu achten.
Tit. 10 wurde bewilligt.