1882 / 70 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 22 Mar 1882 18:00:01 GMT) scan diff

Serbien hat nach amtlirben Mittheilungen einen Flächeninhalt von 880 geo r. Qu.-Meilen oder 48 455 qkm und eine Bevölkerung (be- rechnet ür Ende 1880 vo_n „1700 272 Einwohnern, davon 865422 männlichen und 8348 Weiblichen Geschlechts. Auf 1 Qu.-Meile leben 1932 Seelen. Die Bevölkerung gehört der Weitaus größten Mehr- zahl nach zum serbischen Stamme und zur griechisch-orienta1ischen Kirche. Sonst find gezählt worden: 200000 Bulgaren, 130000 Wa- lachen, 100000 Albanesen, 25000 Zigeuner re., 100000 Muha- mcdancr, 5000 römische Katholiken, 500 Protestanten und über 2000 Israeliten. Die Hauptstadt Vrlgrad zählte Ende 1880 26 651 Ein- wohner. _ Die auptnahrungsquelle der Bewohner ist die Land- wirtbschaft. Von 3 bft wird in großem Maßstabe die Pflaume kul- tivirt,_ von Handelsaeiräcbsrn der Hanf und der Taback; der Weinbau beschäftigt auptsächltchwie Bevölkerung in den Donaugegenden. Unter den Haustbicren nimmt das Vorsientbrcr die wichtigste Stelle ein, und es gehört dessen Zucht zu den anseHnlicbsten Erwerszweigen des Landes. Im ngre 1879 wurden gezählt 159 850 Pferde, 963850 Stück Hornvieh, 3480 500 Schafe, 586850 Ziegen und 1678500 Schweine. Serbien ist waldreicb. Der Bergbau, in alten Zeiten von „großer Bedeutung , ist gegenwärtig wenig entwickelt; er ist auf Eisen-, Zink- und Kupfer- erze und Steinkohlen gerichtet. Salz ist im Lande nichr zu finden. _ Die WertHe des auswärtigen Handels Serbiens brltrfrn sich in den Jahren 1873_1875 auf folgende Ziffern, in Francs: Einfuhr 26 675 638 bez. 31788196 und 31219 243; Ausqur 31711207 bez. 35881376 und 35014 874. Eisenbahnen sind in Serbien nock) nicht im Betriebe. Die Länge der Staatstelegraphen- linien betrug Anfang 1881 2180 km. _ Dcr ElementaranterrrcHt, der kein obligatorisch vorgeschriebener ist, wnrde im Jahre 1874 m 520 Schulen ertbeilt, welche 23 278 Kinder besuchten._ Fur den höheren Unierricht sorgen 7 Gymnasien, 11, Real1chulen und 1 böHere Mädchenschule. Zn Be1grad _bcstebew eine Hochschule, 'die fich in 3 Fakuktäten (die-juristi1che, die_ tcchmsrbe mid die 55110- sopbiiche) gliedert, ein theologisches Semmar, cine Kriegs- und eme ArtiÜerieschule. Cnd1ich ist eine Ackerhau- und Forstschule errichtet. Diese Daten Übcr den Unterricht brzieben sick) übrigens auf der Territorialkycstand vor dem Brrliner Fricden von 1878. _, Die griechisch-orienia[ische Kirche Serbiens bildet eine eigene National- kirche mit voÜständiger Selbstverwaltung. An ihrer Spitze befindrt sich der Metropolit in Belgrad, 10816961“, gleich den von THM abhangi- gcn Bischöfen, von drr Synode aus der Zahlder eingrborrnen Kloster- geistlirben grwäblt und vom iirsten bestätigt wird. Die Höchste geist- liche Gewalt wird Von der I aiionalsynode ausgeübt, welche aus* dem Metropoliten, als Vorsißendern, dem ihm bcigegebenen Titularbi1chofe und den 3 Eparchialbischöfen des Landes gebildet ist. Der Berliner Vertrag gewährleistet 110112 Glaubens- und Religionsfreiheit. _ Ser- biens Unabhängigkeit wurde durch den Berliner Vertrag vom 13. Juli 1878 anrrkannt. Die gegenwärtige Verfasxung daiirk vom 29. Juni (11. Juli) 1869. _ Der Fürst muß ich zur griechisch-orienta- lischen Kirche brkennew seine Würde ist erblich in der männ- lichen Nachkommenschaft des jexxt regierenden Königs Milan Obrenowitscb 17. und zwar nach dem chhte drr Erstgeburt urid der Linearsuccession. Bei der Ausübung der gescßgebeuden Gewalt ist der König an die Mitwirkung und Zustimmung der Nationalversammlung (Narodna Skupschtina) gebunden, Welche entweder eine grwöhnliche, oder eine große ist. Die gewöhnliche Nationalversammlung wird regelmäßig 0116 Jahre einberufen und besteht aus vom Fiirstxn er- nannten und aus dem Volke theils direkt, theils indirekx gewahlten Abgeordneten, deren Mandaisdauer auf ZJaHre festgesetxt ift. 1215ge- ordneter 1011 auf 3000 Steuerzahler gewählt wcrden, dock“) wa'hien jeder Kreis und jede Kreisstadt, Wenn in ihnen auch ivcniger_als 3000 Steuerzahler fick; befänden, cinen Abgeordneten. Die Stadt Belgrad wählt 22 Abgeordnete. Auf je 3 Abgeordnete kann der Fürst 1 Mitglied aus solchen Personen ernennen, „Wekcbe sich durch Wissen und durch Erfahrung in den Staats- gescbäften auszeichnen. Dic Wahlberechtigung besitzt jeder großjiibrige Serbe, welcher eine direkte Steuer zaHlt; jeder Wahlberechtigte kann auch zum Wablmanne gewählt Werden; dagegen ist zur Wählbarkeit als Aögeordneter das vollendette 30. Lebens- "jahr nebst der jährlichen Zahlung von mindestens 6 Thalern an direkten Steuern vorgezeichnet. Aktin Soldaten sind weder wahl- berechtigt, noch, gleich den Staatsbeamten und Rechtsanwälten, als Abgeordnete wählbar. Die Abgeordneten zur großen National- versammlung Werden vom Volke selbst gewählt und *ZWar in einrr vierfach größeren Anzahl als für die gewöhnliche Skup]chiina. Die große Nationalversammlung wird einberufen, um den Fürsten zu wählen, die Stellvertretung desielben anzuordnen, die Abändrrung der Verfassung zu beschließen, Fragen von größerer Wichtigkeit zu ent- scheiden oder Wenn es der Fürst für notHWendig erachtet. _ Adel wird nicht Verliehen. _ Jede Gemeinde Hat einen (auf 2 Jahre gc- wählten) Gemeindeausschuß als beschließendes Organ, neben welciyem der Bürgermeister mit den Gemeinderätbcn fÜr die Voi]- ziebnng zu sorgen hat. Die patriarchalische (siidslavische) Institution der Hauskommunionen ist durch die (Geselzgrbung „geregelt. _ Die Staatswcrwaltung wird von dem Ministerrath geleitet, welchen die fiir die Linzrlnen Ressorts (für das Acußere, fiir das Innere, fiir Kultus und Unterricht, für die Justiz, fiir die Finanzen, fiir das Kriegsweien und für die öffentlichen Bauten) ernannten Minister biiden. Neben diesen ist ein StaatSraih errichtet, der, außer koxisul- tativen Befugnissen, über Beschwcrden gegen minisxericÜe Ent1chei- dungen in schwierigen administrativen Fragen, chr Kompetenz- konflikte :e. zu erkennen Hat. Die administrative Eintbcilun dcs Fürstentlwms ist in 21 Kreise, welche wieder in 75 Bezirke zerLaÜen, ge (heben. Die Stadt Brigrad bildet ein selbständiges Verwaltungs- e iet. In jedem Kreise Werden die Verwaltungsgeschäfte Linkl. Finanzsachen) Von einem Kreisamte wahrgenommen, welchem für die Stadt Belgrad die dortige Präfektur gleich- gestellt ist. Den Kreisämtern sind als politische Behörden die Be- zirksämter untergeordnet. An ordentlichen Gerichten bestehen der Kaffationsbof in Belgrad, das Appellationsgericht ebenda, die Ge- schworenengericbte, die Krsisciericbte und das Belgrader Stadtgerickot, die Friedensgcrichte in den Gemeinden. _ Nach dem Budget fiir das Jahr 1881 sind die StaatEeinnabmen mit 25 926 012 und die StaatSausgaben mit 25714 543 Dinarcn (1 Dinar : 1 Frank) fest- gestcilt. _ Die „StaatNchuld beträgt 314 Mill. Dinaren. _ Was das serbische ngßwescn betrifft, so ist zu bemerken: Alle Serben, mit Ausnahme der höchsten Staatsbeamten und der Geistlichen find vom 20. bis zum 50. Lrbcanahre ivehrpflichtig Das Heer ist aus den stehenden Truppen und der Nationalarmcc gebildet. Bei den ersteren, welche den Cadre fiir die Nationalarmee bilden und sich durch die Einreibung von Rekruten nach dem Loose erYnzen, dauert die Dienstzeit 2 Jahre, worauf drr" Ucbcrtritt in die ationalarmce erfolgt, die außerdem alle Waffensahigen der vorgenannten Alters- klassen begreift und welcbr im. Frieden nur zu Uebungen einberufen wird. Die Truppenformatron ist folgendc: im stehenden Heere: 10 Jnfanterie-Bataillone (d- 4 Corppagmen), welche in 3 Regimenter zusammengezogen smd, 4KavaUcr1c-Escadrons, 28 Feld- und 4Gebirgs- Batterien (in 4 Rrgimentern zusammengezogen), 1 Pionirr- und 1 Yonioniers-Bataiilon (d. 3 Compagnten), 1, Trainabtheilung; in der

ationalarmee (im Frieden 22 Territorialkommanden formirend) 114 Jnfanteric-Bataillonc 1. und ebensq Viele 11..Kl_affe, 40 Kaval- lerir-Escadrons, 22 ArtiÜerie-Compagmen,„22 Piqntcr-Cmnpagnien und 22 Sanitäts-, Train- und Arbeiterzuge. Die organisations- mäßige Stärke beträgt: Infanterie Friedensstand 6285 Mann, Krie Istand 197 428 Mann, KavaÜerte 473" bez. 7652 Mann, Arti erie (96 GeschiYe im Frieden, 184 Geschuye im Kriege) 2608 bez. 4192 Mann, enietruppe 764 bez. 4938,“ Kommandcn und sonstige Branchen 511 bez. 5790, zusammen Friedensstand 1064], Kricgsstand 220000 Mann.

Gewerbe und Handel. .

Nach einer Veröffentlichung in der Beilage der italienischen „Gazzetta Ufficiale“ vom 10. März d. J. sollen von den Militär- Kommissariats-Direktionen der Divisioncn zu Rom und szlorenz hedeutende Lieferun en von Militärtucben und Leinwand- stoffen im SubmiFsionswege vergeben werden, und zwar:

1) von der Divifion zu Rom unter Anderem: ,

zwei Posten blaues Militärtuck), von 1,30 m Breite, un Werthe von 135000 bez. 105000 Lire,

ein POskeMraues Militärtuch, von 1,30 m Breite, im Werthe von 127 Lire,

ein Posten blaues Militärtuch, von 1,40 m Breite, im Werthe von 60000 Lire,

cin Posten grauer baumwollener Futterstoff, von 0,62 m Breite, im Werthe von 60000 Lire,

ein Posten Leinwand, yon 0,74 111 Breite, im Werthe von 165000 Lire,

verschiedene Posten rotbes, gelbes und schwarzes Tuch zu Auf- schlägen, Baumwollen- und Lcinengewebe zu Decken, Zelten, Leibwäsche und dergl.;

2 von der Division zu Florenz unter Anderem:' ,

zwei Posten blaues Militärtuch, von 1,30 m Breite, im Werthe von 315000 bez. 262 500 Lire, , , *

ein Posten graues Militärtucb, von 1,30 m Breite, im Werthe von 212500 Lire,

ein Posten Leinwand, von 0,74 m Breite, im Werthe von 275000 Lire, ,

ein Posten grauer Futterstoff, von 0,62 m Breite, im Werthe von 90000 Lire, , _

ein Posten bkaues Militäriuch, von 1,40 m Breite, im Werthe von 84 000 Lire, _ ,

versehiedene Posten Tuch zu Aufschlägen, Baumwollcn- und Leinen- gewrbe zu Decken, Ze1ten, Leibwäschc und dergl. .

Die Submission findet am 30. März um 1 Uhr Nachmittags in den Direktionen der Militär-Kommiffariate zu Rom_ bez. zu

lorenz statt. Ueber die spezieüen Bedingungen ist das Nahere an rt und SteÜe zu erfahren. ' . '

_ Die Blattern-Epidemie auf Hartr*)„1si,neucrenNach- richten zufolge, immer noch nicht im Abnehmen begriffen.

Die SterblichkeitSziffer war zu Anfatzg Voriger: Monats, Wohl in Folge des Niedergangs don chengüffen, bis auf 17 pro Tag gesunken, und [erden während der 3 Regentage nur 11 neue Erkrankungen gerne et.

Mit dem Wiedereintritt der Trockenkxeii trat die Kragrkhcii jedoch mit vermehrter Heftigkeit auf, so daß sich die Todesfalle am 10., 11. und 12. v. Mrs. auf 103, 114 bezw. 108 beliefrn, und in der Zeit vom 13. bis 20. v. Mis. täglich durckichnittlich 46 TodesfaÜe vorkamen.

_ Nach dem R€chnungschsckckluß der BerlinisÖen Ferrer- versicherungs-Anstalt für das (Hesclxafisjabr 1881 hat dieses Jnstiwt im verflossenen Jahre indgesammt 251147274 eingenommen (inkl. 700 342 «M Prämienübertrag Vom vorigen Jahre). Arisgegeben wurden im Jahre 1881 2211472 „44 (inkl. 703348 „46 Prämien- iibertrag auf 1882), und es verblieb mithin ein Gewinn yon 300 0071.26 Drrvon Wurden drm Ertrareservcfonds 22 800 «. Überwicsen, zu'Tan- tiémen 25 200 „44 verwendet und 252000 „46. als Zins und Dividende mit 126 916. pro Aktie oder 21% des Baareinschuffes an die'A'ktionäre vertheilt. Fiir Feuerschäden im Jahre 1881 wurden [murdirt rind bezahlt (abzüglich“ des auf Riickversichcrungen gefailenen 52111159119) 505 459 „44, noch nicht [iquidiri sind 106000 «44 Fiir Feuerschaden aus den Vorjahren waren 145 700 „44 reservirt; davon sind liquidirt und bezahlt worden 89 981 „46, noch nicht liquidirt 5720 „Fi, mithin hierbei 49 998 „45. erspart worden. Das Vermögen der Anstalt bestand ulrimo Dezember 1881 aus dem Grundkapitai von 6 000 000 ““., dem Reservefonds von 600 000 «74, dem ExtrarcserVLfonds Von 25800 „44 und den ReserVe-Prämien für laufende Versicherungen im Betrage von 703 348 „M

_ Dem Gesckxästsberichte der Rheinischen Hypotheken- bank in Mannheim pro 1881 entnebmcu wir Folgendes: Der Bruttogewinn wurde erzieit durch den Ueberschuß dcr Aktivzinsen iiber die Pasfivzinsen mit 337 447 „46, durch die Provifionen und die von den Schuldnern zu entrichtenden Verwiiltungsgebühren mit 54 811 «46, auf den Wechsel- und Effektenkonti mit 18715 „M, zu- sammen 510 974 „76 Von diesem Gewinn sind in Abzug zu bringen: die Unkosten mit 125 266 „is; auf dem Indeniarkonto 3889 „44 (so daß dasselbe noc!) 6000 „M beträgf) und das bei der Begehung der Pfandbriefe cntstandc-ne, dem Jahre 1881 zur Last faÜende DiSagio im Betrage von 27 067 „45. Von dem Reingewinn im Betrage von 354 752 21 (1880 361804 ckck) entfallen gemäß den Statuten dem Reserdefonds 5%, den Aktionären als erste Dividende 5 0/0 mit 150 000 „14 Aus dem verbleibenden Reste smd die statuten- und Vertragsmäßigen Tantiémen zu entrichten mit 48 623 „46 Zur Verfiigung der Generalversammluna bleibt demnach die Summe Von 138 390 „M und der Saldo aus dem Jahre 1880 mit 9507 „ckck, zu- sammen 147 898 „M '

_ In der Gcneralwersamrnlung der Vereinigten Bautzner Papierfabriken fand der GoschaftsberiÖt einstimmig Geneh- migung; ferner wurde dem Vorstands Decharge cribcrlt und die Ver- theilung der Dividende mit 10 % beschlossen.

Essen, 21. März. (Eff. Ztg.) Die Chinesische Regie- rung beabsichtigt drm Vrrnebmen nach, nach dem Vorgange von Japan, die einer neueren Konstruktion „angehörigcn Schiffe der chinesiscbrn Flotte durchgehends und ausschließlich mit Kruppschen (Hes (büßen zu armiren. , In Betreff der zu _Grabow bei Stettin auf der Werft des .Vulkan' erbauten chine1i1chen Panzerkorvette „Ting-Yuen' ist dies bereits geschehen, und_01)ne Zweifel wird auch die zweite dort in Besieilung gegebene gleichartige cbincfiskhe Korvette die gleiche Geschüßausriistung erhaltrn. Von dyn fiinf Panzer chiffen der ja anischen Flotte smd die vier Panzer .Rijodjo Kan“, , oo-Soo', , on-Go“, „Hi Ye'i“ bereits mit Kruppschen Geschützen armirt, und zur Zeit führt nur noch der Panzer-Wtdder „Aclsuma Kan“ seine ursprüngliche Geschüßaußrüstung von Armstrorxg-Gricdüßen.

Breslau, 21. März. (W. T. B.) Die Dividende der Aktien der Rechten Odcr-Ufcrbabn rst aui 90/9 festgesetzt jvordcn.

Pest, 22. März. (W. B. B.) Die Gencralversammlung der ungarischen Kreditbank genebmrgte einstimmig den Bericht der Direktion und ertbeiltc derselben Dxcbarge i_mtcr gleichzeitiger Votirung ihrer Anerkennung für die ersprießltche Tbatrgkeit. Die Bilanz weist unter denAktiven auf: Effekten 621953, Debitoren 9520470, unter den Passiven: Reservefonds 775 476, Kreditoren 3209129, Saldo- gewinn 1253 891 F1.

London, 21. März. (W. T. B.) In der gestrigen W011- auktion ivarcn Prcise unverändert. '

Lidcrpool, 21. März. (W. T. B.) Bei der Heute eröffneten Wollauktion wurden 13500 B.NFeboten uriddav011300k.)B. ver- kauft. Das Geschäft war ziemlich leb aft, Preise underändcrt.

GlaSgow, 21. März. (W. TV.) Die Verschiffnngen von Roheisen während der letzten Woche betrugen 17 544 gegen 7893 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres.

New-York, 20. März. . . B.) Wefizenderschif- fungen der letzten Woche von dexi atlantischen Häfen der Ver- einigten Staaten nach Großbritannien 44 000, do. nach Frank- reich 45 000, do. nach anderen Häfen des Kontinents 20 000, do. von Kalifornien und Oregon nach Großbritannien 75 000, do. do. nach Frankreich 12000 Ortrs.

VerkehrS-Anftalten.

Lugano 19. März. (N. Zürck). Ztg.) Heute ist zum ersten Male die Monte-Éenerebalm befahren Worden.„ Der Zug ging Mor- gens von Bellinzona ab und traf uni 1FUbr in Lugano em. Unter- wöcle wie in Lugano überall festlicher Empfang durch die Be- v erun .

TrJest, 2]. März. (W. T. B.) Der Lloyddampier .Marß“ ist heute mit der ostindrscb-chmefischen Ueberlandpost aus Alexandrien hier eingetroffen.

Southampton, 21. März. JW. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd .Matn“1stbier eingetroffen.

New - York, 21. März. . T. .) Der Dampfer , England“ von der National-Dampfscbiffs - (Compagnie (C. Messingscbe Linie) ist hier eingetroffen.

") (xfx. ,R.-A.“ Nr. 44 d. J.

Berlin, 22. März 1882.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daßBücherzettel (offene gedruckte BesteUungen auf Bücher, Zeitschriften, Bilder und Mqfikalien, in denen die verlangten Werke handschrift- lich bezeichnet smd bezw., der Vordruck ganz oder theilweise durchstrichen oder unterstrichen ist) außer im innern Druischen Postverkehr nur noch im Verkehr mit Oesterreich-Unaarn nach der Taxe für Drucksachen befördert werden, im Verkehr mit anderen Ländertz aber eine Portovergünstigung niche genießen, sondem wie Briefe behandelt und demgemäß taxirt werden.

In Berlin wird in der Zeit vom 1. Juni bis 1. September eine große Sport-Ausstellung Veranstaltet werden, welche zuvörderst das Interesse des großen Publikums für Sport erivecken soll, und dann eine kleine permanente Ausstellung vom 1. September 1882 ab, gewissermaßen eine Sport- Akadrmie für, den wirklichen Sportsman. Die kleinere permanente Ausstellung wird Versuckzen, cin Centralpunkt für aÜen kleinen Sport zu werden, die zerstreuten Jagd, Ruder-, Srge[-, Vekociped-, Turm, Athletik- xc. Vereine zu centralisiren und denselben nützlich zu sein; fix wird. aus den eventuellen Erträgen der großen Ausstellung reise fur Preissuchen, HundeaussteÜungen, Steeple-chase, Segel- und Uder- regatten, internationales Preisturnen u. s. w., Velociped- und Athletikmeetings aussetzen und daran mitarbeiten, in die professionelle Küstenbevölkerung durcb Segel- und Ruderpreise einen regen Wett- eifer zu vrrpflanzen; sie wiriF Überhaupt den deutschen Sport nach jeder Richtung hin zu beleben und zu fördern suchen. Hierneben wird die AussteÜung dem SportSrnan durch eine große Bibliothek, durch das Auslegen einer großen Anzahl Sportjournalc, durch Modelle Zn“? Zrichnungen Gelegenheit zu Studien nach jeder Richtung hin

ie en,

Die große Sport-Aussteliung zerfäÜt in fdlgendr Abjbeilungen Abtheilung 1. Jagd- und Schießsport. 1) Hohe und niedere Jagd. 2) Hundr-ZUÖT, -Dreffnr und -Wartung. 3) Tauhen- und Bogardus- sport. Büchsen- und Pistolenschicßen. ArmbrustWicßen. 4) Forst- kuliur. 5) Bekleidung und Aquüstung für Feld und Wald. Ab- theilung 11. Pferdesport. ]) Pferdezucht. 2) Turf. 3 Trabrrspori. 4) Trainiren, Pferdepflege und -Wartung. 5) Steeple- ase,Parf0rce- jagd, Schlepp- und Sckznilzrljagd, Dauerreitcn. 6) Fahrsport. 7) HML, Windbundrenncn. 8) Thierarzneikundc. Hufbescblgg. 9) Riiskzeug und Apparate fiir Reiter und Pferd. 10) chnpreise. Abtheilung 111. Wassersport. ]) Segeln und Dampfen. 2) Rudern. 3) Fischen und Angeln. Fiskbzucbt. 4) Schwimmen. 5) Ers- sport. 6) Bekleidung und Aquiistnng für Mann und Boot. Abtheilung 17. Vcrscbieder Sport. 1)Frchten, Turnen. 2) Vrlociped. 3) Athletik (Geben, Laufrn, Springen, Werfen u. a. m,) 4) Skqten. 5) Luftsport (BaÜon, Tauben, Falken). 6) Spirlsport (Cricket, FootbaÜ, BiÜard, Schack), chrl. Lawn tennis, Hockey, (Golf, Feder- ball). 7) Entdeckungsreisen. Grbirgsbrsteiaung. 8) Gefliigclziicbi. (Luxus und Praxis.) 9) Das Landhaus. Der Park. Der Garten. 10) Lady's Home. Abtheilung ?. Neue Erfindungen auf alien Ge- bieten des Sport und ch Militärwesens. Abtheilung 171. orf, Kunst, Luxus und Komfort in der Trrii[-, Leder-, Holz-, Porze an:, Glas-, Metallindustric. Abibeiluna 1711. Bibliothek und Lesehaile. Eine möglichst vollständige Ausstellung der Sporilitrratur und Journalistik aÜer Länder. Modellc, Zeichnungrn und Bilder. Ab- theilung 17111. Bureau fiir Auökrmfieribciiung über alle sportlichen Angelegenheiten.

Anmeldungen Werden Blunirntbalstraßc 10 im Bureau der Sportausstellung angenommen.

Die Gedenkfeier zum fünfzigjiibrigen Todesfolge Goethe's in Weimar am Heutigen Tage verspricht einesrbr würdige zu werden. Die Feier wird eine dreitägige sein. Gestern Abend sollte im Weimarisckyen Hoftheater „Torquato Taffo" als Festvvrstel- lung in Scene geben Und heute friih dann am Sarge Goethe's in der Fiirstengrufi eins ernste Feier stattfinden, bci welch€r Hofrath Dr. Keil, Gcnrralinicndant von 80611 und der Präfident des Allac- meinen Schriftsteilerverbandes, Hr. Dr. Fr. Friedrich aus Leipzig, untcr Darbringung von Kränzrn Redcn zu Halten gedachten. Da der übrige Theil dieses Tages der Gcburtstagsfeier Sr. Majestät des Kaisers gilt, so findet das Arrangement drs Künstlcrfestabends erst morgrn, Donnerstag, im Stadthaus? statt. Dieser 3. Theil dcr Gedenkfeier ift deklamaiori](!)-musikalischen Charakters. Als Druk- schrift zu der Festfeier wird im Verlage von Edwin Schloemp in Leipzig cine don dcn Gebr. Keil in Wrimar sorgfältig vvrbrreitete Schrift: „Goethe, Weimar und Jena im Jahre 1806“ er- srbeincn. Diese nach den Privatakten Goethe's zusamrnengestcllfe, dem Historiker GLH. Rath Professor L. von Ranke gewidmete Schrift wird einen wichtigen Beitrag zur Goeti)e-Literatur_und zugleich einen Beitrag zur Geschichte jener für Deutschland veröängnißvollen Kata- strophe bilden. Die DarsteÜung zeigt uns Goethe, den großen Dichter und Denker, in einem ganz neuen Lichte als Staatsmann und wird bei aiien Liieraiurfreunden und Kulturforscbern durch eine Anzabi bisber ungedruxkter Historischer Aktenstücke und Briefe Goethe's sicher großes Interesic erregen.

Das G oetbedenkmal War heute, am 50jä17rigen Todestage des Dichters, von der Thieraartcmwrwaltung gärtnerisch geschmückt wordcn. Man hat mit ireffiiciycm Verständnis; eine ernste, xinigrde, Icrade dcirum aber um so wirksamerc Dekorationsart gewahlt Laubgewindr aus rosxbrauncn Mabonien umscblingcn das Gittrr,

'deffen 6 Ecken bochstämmige Lorbeerbäume markiren. Im Innern

des Gitters stehen prächtige Yucca, dercn dunkelcs, tief saftiges Grün von trefflicher Wirkung ist. .

Weimar, 22. März. (W. T. B.) Anläßlich _des 50jährigen T :) destagfes Goetlve'sifand in dcr Fürstengrufteme Gedächtnis;- fcicr statt. An dem Grabe Goethe's wurden Lorbeerkränze nieder- gelegt: Namens der Stadt Weimar und des Wcimarscbeß Theaters, des deutschen SchriftsteUerVerbandcs, der Concordia zu Wien, der deutschen Schiüerstiftung, des Vereins Berliner Profis, des Sym- posion zu Leipzig, der deutschen Frauen Prags und der Cotta'1chen Verlagsbuchhandlung.

Zu dem am 26. d. im Victoria - Theater stattfindenden cin- maligrn Gastspiel dcr Fr. Niemann-Raabe, bci Welcher Grlcgrnhcit die Künstlerin in einer ihrer Glanzrollcn, und zWar als „Lorle“ in „Dorf und Stadt' auftreten wird, findet schon von morgen ab an der Kaffe des Theaters der Vorderkauf der Billcts statt.

Am Freitag, den 24. März, Abends 71 Uhr, findet im Arnim- schcn Saale (Unter den Linden 44 ein Wohltbätigkeits- Concert statt, welches Frl. Jenny cycr, unter Mitwirkung des Kgl. Kammermufikers Hrn. Posse, mit den Gesangsklasjen ihres Kon- servatoriums veranstaltet. Hr. Hof-Kapellrncister Radecke bai die Direk- tion übernommen. Billers zu 2-,4i, ohne der Wobltbäiigkeit Schran- kcn zu seren, sind bei Jenny Mover, Wilhelmstraße 36, und m der Musikban lung des Hrn. Weinbolz, Kokbstraßc 62, zu haben. An der Abendkasse ist der Eintrittspreis auf 3.451 angesetzt.

Nedacteur: Riedel.

Verlag der Expedition 7137-sses), Druck: W. ElSner.

Sechs Beilagen (einsöbließlich Vörsen-Bcklaae).

Berlin:

„&?7U.

Erste Beilage

zum Drmschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Mittwoch, den 22. März

iSIS.

Y1chtamtltche5.

Preußen. „Berlin,422. März. Im weiteren Ver- laufe der grstrrgen (39) Siizung setzte das Haus der Ab- geordneten die 37006“ Berathung des Entwurfs des Staars[x_akuslz'altßEtats für 605 Etatsjahr 1882/83 mit der Diskusion uber den Etat der Eisenbahnverwaltung (Einnahme Kap. ]2) 1011. Bei Kap. 12, Eisenbahndirektion zii Bromhrrg, 42100000 «16, kam der Aba. Büchtemann auf die Arisfuhrungen des Regierunngc-mmissars zuriick, durch m_e feine (drs, Reimers,) Byhauvtungen kcinechgs widerlegt "seien. 2111er0111ch vgde die Ostbahn im letzten Jahre eine Erhohung der Empatxmen erfahren; diese seien aber da- durch begriindet, daß die lrßte Ernte in Rußland besser aus- ngallrn sgi, „016 m dxn Jahren 187911111) 1880; uncl) die h_olyercn „Ertrage dcr Hambnrger und der Anhalter Bahn liriirn „1110 auf finanzielle Maßnahmen der Verwaltungen Zuruckfuhren. 'ULÖNJLUZ ssi der Regierungskommissar auf die Hauptpunkxs semrr (des Redners) AnLeinanderseßungen gar nicht emgegangon, 1015 wenn "d.“r ADJ. von Wedell-Malchom in der Verstaailichung drr Eisrnbahnen nerade für die Landwirth- schaft rmcn sr) großen Vorthcil sehe, so sollte derselbe doch wissen,_d0_ß die Ostbahn, wclche hauptsächiick) landwirthschaft- kirche Distrikte durchschneide, immer Staatsbahn gewrsen sei, DLL, Erfahrungen des, Aixg. von Wsdell im Eisenbahnwesen schLEUEU überhaupt nur mangelhaft zu sein.

Der Abg. von WedeU-Malchow erklärte, der Abg. Büchte- mann hai)? diyselbe'Yede ichon einmal gehalten, und wenn drrselbsiage, dre Dixfxrenzialtarife, über die die Landwirthe sich Orschwrrisn, betraten hauptsächlich die Ostbahn, so erkläre er dem 2159. Bizcbtqmann, daß er als Vorsißrndrr des deut- schen Landwrrth]chaxrsrathes die Intereffsn der ganzen deut: schrn Landwxrthsckmxt vsrtrrte. Was srinen Mangel an Kcnntmß im „Eis-anahnwrsen anbetreffe, so bedanere er, wie er sch_0n vorhin gesagt habe, Uiélit Eisenbahndirektor gewesen 31; sem; wcnn dcr Abg. Büchtemann ihm aber über diesen Mangel BS_NVÜUS mache, so sei das eine Urherhsbung, dir er sick) nicht gsialien (affe.

Der Abg. Büchtemann bemerkte.», ihm läge jede Urber- Hebung frrnxarick) ])ads er dem Abg. von Wedel] au?) seinem Mange'l 0,11 Umhrungew im Eisenbahnwesrn keinen Vorwurf gemacht, orglstck) derselbe rich „sslbst als Kampfrichter in den Streit zwrschsn iimi und dem Minister aufgrworfen habe, wobei der- selbe den Kampfpreis natiirlich drm Leßtercn zuerkannt habe.

Drr Abg. von 'Wedrll-Malchow brmrrktr, wenn er , n 0611! _ Wettstreri zwrschen dem Abg. Bjichxemann und dem Mimfter Lsßtsrem drn Kaufpreis zurrkannt habe, so habs er das nach briter Uebrrzcugung gethan; dagegen erkläre er den Abg. Vüäztsmanrt fiir einrn nur mäßigen Kenner des ganzrn Eisenbahnwesrns.

Hisrauf wrirde Kap. 11 bewiÜigt; dosgleirhen Kap. 12: Eisenbahndirektion zu Hannover 66 450000 „44, ebenso Kap. 13: Eisendahndirekkion zu Frankfurt a. M. 66 450 000 „46

Vsi Kap. 14: Eisenbahndirrktion zu Magdeburg 51000 000 Mark, hat der :k'lbg._von Ludwig den Minister um Auskunft dariiber, od 1112 Tarike von Böhmen nach Hamburg nisdrigcr seien, als; von Sachsen nach Hamburg.

Der Regierungskommissar Geheime RegierungH-Rath Fleck konstatirte, daß die Einheitssäße von Sachsen nach Hamburg wegen der Konkurrenz der_Schiffahrt auf der Elbe ganz er- heblich nirdrigcr'angcsrßt wien, 018 von Böhmen auß.

Dcr Abg. D1richlet erklärte, er sei nicht Eisenbahndirektor, nicht Rittergutsbcsißer, sondern nur Landwirth. ES möge ihm aber dor ?)kittergutsbrsißrr von Wedrll-Malchow gestatten . . . (der Präsident Erklärtes, hier im Hause heiße es nur „der Arg. von Wedsll-Machow, auch Hr. von WedeU-Malchow lasse er sich gefaUen, aber der Aur-druck; „Herr Ritterguts- besitzer“ von Wrch-Malchow sei hier nicht statthaft.) Also, der Abg. von Wrdell-Malchow habe dem Hause die Mitthei- lung gemacht, das; der Abg. Biichtemann seine heritige Rede schon einmal im Reichstage gehalten habe. Sie hätte dem Abg. von“ Wedel! also Veranlassung geben sollen, sick) damit zu veschäirigeii, deShalb könne der 2100. von Wedel! sick) dock) nicht;1 damir entschuldigen, daß die Ausführungen des Abg. Büchtemann ihn unvordereitet gefunden hätten.

Der Abg. von Wedell-Malchow erklärte, er werde seinem System, das er dem Abg.Dirichlet gegeniiber vertreten habe, treu bleiben und _ schweigen!

Bei Kapitci15, Eisenbabndirektion zu Cöln(linksrk)einisch) 44220 000 «16, klagte der Abg. Frhr. von Fürth iiber den scizlrchten Anschluß der Züge in Euskirckwn. Er sei eines Tages mit der'Bahttx1/2 runde später in Euskirchen ange- kommen, als einer seiner Freunde, der die gleiche Strecke mit einemePrivcitfuhrwerk zurückgelegt habe. Auch sei dort für die_S1ch_er1)e1t'der Pqffagiere so schlecht gesorgt, daß die Sicher- hertßpolzzei c1nfchre1ten würde, wenn die Bahn eine Privat- bahn wäre.“ Redner wiinschte sodann, daß die Eisenbahnstrecke Bonn-Euskirchen möglichst bald dem Vollbetrieb übergeben werden möchtx, und daß man mit dem ':Baue der Strecke Sinzi =Al)rwcilrr _nock) in diesem Sommer beginne, wie es dem „anner Comité“; versprochen worden sei.

Hierauf ergriff der Minister der öffentlichen Arbeiten Maybach das Wort:

In Bezu anf _die „beiden. Linien, welche der Herr Vorredner erwähnt bat, ?oweit ich 1511 her der nicht großen Ruhe des Hauses babe verstehen kimncn, habe ich zu bemerken, daß der Vollbctrieb auf _der Bahn _von Bonn nach Euskirchen eingerichtet werden wird, s!- bald das Bedürfnis; dazu vvrliegt. Wir haben die Sckundärbam von Euskirchen, konzeswnirx als Sekundärbabn, Von der rheinischen Bahn übernommen. Ami) in Bezug auf die Linie von Sinzig nacb Ahrweiler, deren der Herr Vorredner gedacht hat, ist der Staat lediglich in die Erbschait getreten, die die rheinische Balm hinter- laffen hat, und es War bereits vor Eintritt der Staatövenvaltung die Frage, ob von Sinzig nacb Remagen aus die Bahn nach Abr- wéiler zu fiihren sei, zu Gunsten des letzteren Ortes entschieden. Ob auf die Dauer cs Bedürfnis; sein wird, von der Linie von Remagen nach Ahrweiler einc Aszignng zu Werfen nach Sinzig, vicchicbt nicht von Ahrweiler aus, _ es könnte auch ein Zwilxckzenpunkt sein -- so wollen wir der Zukunft die Entscheidung vor cbalten. Bis jetzt ist ein derartigcs Bedürfnis; nicht anerkannt worden.

Kap. 15, sowie Kap. 16_18 (Eisenbahndirektion? zu Cöln (rechtSrheinisch) 71 285 000 „44, Main - Neckarbahn

d 373 192 «14 und Oldenburg-Wilhelmshavener Bahn 268 110 «ja) wurden , genehmigt.

B'ei Kap. 20, Privateisenbahnen, bei welchen der Staat bethetligt lst, Tit. 1, Oberschlefische Eisenbahn 4 572 798 „46, bemerkte drr Referent Abg. Dr. Hammacher (Essen), innerhalb der Kommtsfirrn ser eine Reihe yon Beschwerden zur Sprache gekommxn, die sich gegen die Höhe der Kohlen: und Kokstarife im Lokalverkehr der Oberschlesischen und Rechte Oder-Ufer-Eisenbahn richteten. Die Regierung habe erklart, „emen Druck auf Herabfeßung der Tarife nicht ausuberi zu können, da Art. 45 des ReichH-Eisenbahn- geseßeE gesetzlich? Handhahen fiir diesen Zweck nicht biete und fie iiberdies y,ertrags'maßrg bei Herabseßung der Tarife jener Bahnen an die Zustnpmring des AufsichtSrathecZ gebunden sei. Derselbe 5056 sich 51-3 1th gegen jedé Herabminderung der Tarife gestraubt, imd erst in lther Zeit sei die Zusage er- theilt, _7,u_m 1. Juli 1). I. eine solche eintreten zu laffrn. Die Komrriissron herbe geglaubt, s1ch mit dieser Erklärung begnügen zii mussen, drücke indessen den Wunsch aus, daß es die Re- gierung an nichts fehlen lassen werde, in loyaler Weise einen Druck auszuüben, um eine weitere Herabsetzung der Tarifs zu erlarigen, und zwar 111 der Weise, daß sie Bahnen, die gegen Tgrifhrrgbsrßungen seren, Vortheile vorenthalte, deren Ver- leihung M ihrer Hemd liege.

_ Der Abg. Graf von Saurma erkannte an, daß zwar für die Strecke K_atiowißBre-Zlau eine Herabseßung der Kohlen- Und Kokstarise eingetreten sei, aber nicht für die Zwischen- stattonen, und doch drücke die Schlesier hier gerade der Schah. (Zr glaube, dgß die Regierung recht gut helfend eingreifen kojnneQ da, eH ihr gelungen sei, durch Herabseßung der Tarife fÜr Stettin 11110 Ost- und Westpreußen die englische Kohle vqn dem dortigen Markt zu verdrängen. Versage Preußen seine Hiilfe, so. bleibe ihm nur übrig, sich an das Reich zu wenden, dem 'die Kontrole über das Tarifwesen zustehe, Die Verdwnste, die sich der Minister Maybach um den Verkehr Schlesiens durch die Oderregulierung erworben habe, seien dankbar anzuerkennen, um so mehr fei jest eine persönliche Erklärung von dem Minister wünschenSwerth, daß die Regie- rung auf Grund des Art. 45 nicht?- zu Gunsten einer Herab: seßung der Tarife thun köm-ie.

W tDemnächst nahm der Staats-Minifter Maybach das or :

Der Herr Referent Hat schon ganz richtig ausgeführt, daß der

'

Staatsregierung ziir Hcröeiführuna einer Ermäßigung der Tarife arif derJOHerschlefiickyen undRechte-Oder-Ufer-Eisen ahn Zwangßmitte'l mrbt zzisteben. Die preußische Geskygebung läßt uns dabei im Stick), auch die Konzxssion 'der betreffendenGeseÜ1chaft giebt keine Handhabe dazu. Dort [md nnr gehnnden an die Zustimmung des Verwaltungs- rathes und dieser Hiri bis _vor ganz kurzer Zeit fich nicht geneigi finden laffen, (ruf eme Ermqßcgung der Turi e, wie wir fie in an- deren Landestheilen Haben, fiir die internen Bezirke Oberschlefiens ernzuchen. ' , .

' Auch dchrÖHverfcÜung hi1ft uns nicht weiter. Sie giebt das Direktiv, dahin zu Wirien unter Anmendung der gesetzlichen Mittel, _daxz der Tgrif auf, das Niveau des Einpfennigschs bergbgese tivixrde. „Dre organische Durchführung des Art. 45 der Reichsver afftxng bcmßen tmr noch nicht. Gesetzliche Miticl, nur das Zwl des Art. 45 311 verwirklichen, haben wir zur Zeit noch nicht rind auch 1111 Reiche ist bei verschiedenen Verhandlungen anrriannt chrdcxi, daß keine grseßlicben Mittel ror- l)anden smd, um „eme Gesriljrbast wider ihren Willen zu einer Herab- scßung ihrer Tczrife zu zwingen. „Nun Hai abrr auf mein Andringcn, daß dieje rxzeixtwnellrn ;Zizftande m Oberichlesien, narnentsick) beidem blubenden Zustande drr E11enbabnuntcrnchunxien zu berechtigten Be- schwerden 5lenlaf; gebe 11er es gerecht sei, das Zick, Welches dicReicbs- VerfasJimg 1116210907016, qnzustreöen, die Gesellschaft zugestanden, daß eine T_arxsrrmaßrgung eintreten sol] und zwar vom 1. Juli ab. Zugleick) Ut zugestgnden worden, eine weitere ErmäFigunq für. die- zxnigrn Kyblrn, dre in Breslau auf die Oder überge en können. Es Ut ggnz ricihitg, Wie der Herr Vorredner bemerkte, daß diese Ober- schle11schen Bahnen Kohlenxarife haben, wie wir fie sonst kaum im Derrisrben Reick) [icfiizcm wahrend wir sonst den 1-Piennigtarif bach, ist bis ]cxt dort sogar aiif große Entfernungen der 18 Pfennigtarif 011- gewan t worden. Wir zniiffen also, um dem Ucbelstand, der gerade in Oßcrschleficn sehr drücken?) sich heraussteÜt, wril der Vcrkcßr nach der siidltkbcr) und östlichen Grenze keineswe s die förderung findet _ oline unjcre Schuld _ wie. wir fie wünf cn ten _ ich sage (100, ich kann 119ch,Lage der Gcseßacbuxtg nicht Versprechen, die (Ge- sellickzaxten zu nothtgcn, _auf eme Ermaßigung der Tarife einzugeben. Ick mochie aucb dcis Mittel, von dem vorhin die Rede gewesen ist, an Konze!fionßertbcilungexi eine solche Bedingung zu knüpfen, nicht gerade empfrhlrn, dann die Entwickelung des Eisenbahnnchs in Obor- srblcsicn, wir m den andcrcn Landestbeilen, die von dcr Oberschlesi- scbxn Bahn drtrchickmitten werden, wird Wesentlich von dem guten WlUM der beiden Gefellsckyaften abHängen. Es giebt aber dort wenige Linien, von denewman von vornherein sagen kann, daß sie rentabel seien„ und auch '11'131 noch ist_ es von großem Interesse für die oder- schleiischen notbleidenden Kreije, dic Oberschlesische GcscUscbast zu be- stimmen noch Weitere Bauten zu überncbmen, von denen man keines- wegs behaupten Yaxm, da; fie sich von vornherein als rentabel darstellen werdcn. Also dzeie Ge egenheit zu benußen, um Konzcsfionen in Be- zug auf die Tartferm'a'ßigung zu erlangen, würde ich nicht in Vor- schlag bringen. Aber 1ch wiederhole, soweit mir sonst Mittel zu Ge- byte stehen, soweit znein Einfluß reicht, werde ich in voller Erkennt- mß, „daß Oberschlesien _in dieser Beziehung zurückgeblieben ist, Alles aufbreicn,_um die Ermaßigung herbeizuführen, die nach den gegebenen TxeriFichnzisiten notHwendig und auch, wie ich glaube, recht gut an* ;; ngr ! .

Der Abg. von Lyskowski führte aus, wie seine Partei schon seit Jahrßn auf eine Herabsetzung der Tarife hinge- arbeitet habe, die er um so mehr fiir berechtigt halte, als sie emen Verlust für die betreffenden Eisenbahnen in keiner Weise zur Folge habe.

„Der_Abg. von 11echtriß hob hervor, daß bezüglich der Tarife die Stantßregierung durch Verträge gebunden sei, die a,uch das Reich nichr brechen ne. Nur ein Mittel ebe es, eine Nemedur herbeizuschaffen: ie Verstaatlichung der oYlen- bahnen. Redner machte noch auf 8111611 anderen Uebeltand aufmerksam.. Jede Herabseßuug der Eisenbalntarife habe in früherer Zett eine Steigerung der Kohlenpreiée bei der Grube zursFolge gehabt. Eine g_escsliche Regelung dieser Gruben- prerse sei deshalb nothwendr , wenn nicht die Wohlthat, die m der Herabminderung der ZZretse für das Land liege, il1uso- risch gemacht werden sol1te.

Die Einnahmen der Oberjchlefischen, der Stargard- Posener und der Westholsteimschen Eisenbahn wurden

genehmigt, sowie die der Sekundärbahmn von Alt- Damm nach Colberg und von Stargard nach Cüstrin. Bei der letzteren Bahn ersuchte der Abg. Schmidt (“SWM") um Veschlerrmgung des Bgues der Bahn (mit Trajekcoerbindung) nqch Rugen. Der Minister, sowie der Abg. von Lattorf er: wrdßrte, daß an dieser Bahn mit allen Kräften gearbeitet WEB 8.

. K_cxp. 21, „Sonstige Errinahmen 114850 ck14“ wurde ohne Diskumon brwrlltgt. Dannt war die Berathrmg der Ein- nahmen erledigt.

' Das Ordinarmm drr AuéZgaben enthält in Kap. 23 die_Sun1me „mm 33310000 „46 für BetriebSanSgaben im Bezirke der Eisenbahndirektion zu Berlin.

_ Jm Anschlusse an dieses Kapitel hatte dir Bridgetkommis- [1011 folgende Anträge gesteÜt:

Das Hau's der Abgeordneten WoUe beschließrn:

&'Kömglrcbe Stqatsregierung aufzufordern, mii drm nächsten Etat eiiie? Uebersikat iiber die in jeder Beamtenkatrgorir angestellten etaismaßxg und diatarisckp beschäftigtrn Ciscnbahnbrwnien zu geben,

b._ "uber die_ Petitionen der Weichenstekler drr Magdeburg- Halberjtadter Eijenbahn zur Tagesordnung überzugrlwn,

, 0. mri Rüchficht auf die Erklärungen der Königliwwn Staats- rerxierung, daß sie mit einer tbeilweisen Revision drr_©ebä[ier der EiictißaHnbcqnzten bescOäfligi sei, die auf GehalisaMÖCÜLkUUJ 9?“ richteten Petitionen drr Eisenbahnbeamten der K511iglichrn Staats- regtcrmig als Material zu Übertreisen. ,

' Der Abg. Dr. Vüchtrmann hatte folgende drei Anträge eingebracht:

Das Haus der Abgeordneten woÜe beschlirßen:

_ ]) die StaatSregierung zu ersuchen, die Srcllen derjenigen Hobcren Baudeamien, velkhe im Staats-Eisenbahndienst dauernd erforderliciZ smd, als rtathäszige in den Etat einznsirilrn;

'2) Koniglirhe Staatsregierung aufzufordern, die Stellen drr WciÖYnsteUer, 'BZHU“ und Brückenmeister, Poriich, Heizrr und Bremier, sowM 110 unter dem Titel der diätarisäzrn Besoldungen auxgrnommen smd, im nachsten Jahre als etatsmäßigr in den Eiat aufzunehmen ;

_ 3) die Bemerkung „ZW S_rat, daß die WCrksiäitanroriieber knuffig, nicht mchr etaismaZi-g, Mudern diätarisci) anzustellen srien, zu sirrichen. '

' „Der Abg. Rickert bean_tragte zu dem Antragc e:) der Kom- mis_swn, dre Regierng auizufordern, dem Landtage in nächster Se1sron eme Nachweisung der Gehaltöverhältni'ffr der Eisen- bahnbegmteri zugleieh vorzulegen.

Die Diskussion wurde zrrn_ächst über den Titel und den Antrag Birchtßmann m] 1 eröffnet.

Der „Abg. Biichtemann bsfürwortete seinen Antrag und beklagts sich dariiber), daß ziir Zeit die höhersn Baubsamten sehr lange nur 111 diätarjjchen Verhältnissen sich beftinden; er“ glaube, daß diesem Urbeijtande am besten dadurch abgrhoifen werden" kynnte, daß die dauernd erforderlichen Beamtensteüen etcxthaßi'g besetzt würden. Er empfehle demgemäß die An- nahme seinés Antrages.

Der Regierungskommiffar Ministerial-Direktor Schnei- der bezeichnete die Annahme, daß die Regierung dauernd er- forderliche Stqllen nur diätarisch wahrnehmen laffe, als irrig. Daß eine gewrffe Zghx von RegierungS-Vaumeistern zunächst nur diatarrsch hrsch07tmr werden könnten, liege auf der Hand. Der Antrag sei Überfkiijfig.

Der Abg. Berger begrüßte den Antrag mit Freuden. Auel) ihm scheme eme Verringerung der etatSmiißigen Stellen innerhakb der Bauvrrwaltung „vorzuliegen. 1876 seien 276, ]cßt nur wenig mehr, nämlich 290 festangestlete technische Bxaniir "vorhanden, obwohl das Staatsbahnneß sich unver- 1101tmßmaßig stärker ausgedehnt habe. Es sri kein gesunder Ziistand, wein) die Beamten 12 Jahre lang und mehr auf ihre etatSmäßigr AnjteUung warten müßten. Dic: Juristen wnrdrn auch hier den techmschen Bramtsn brdeutend vor- gezogen.

TL tHierauf ergriff der Staats - Minister Maybach das kor : Cs i!i_ja richtig, daß eine große 21nzab1 von Baumeistern aus altereit Jahr_en noch der etqtsmäßigrn AnsteÜung [)arrt, aÜein w:?lchen Umjtanden irt das zuzuschreiben? Ich habe das nruiick) schon ange- deutet: es ist die außerordentliche Ueberproduktion (mf diesemGebiet. YigZabl Derjenigen, die auf Beschäftigung und AnstrUung warten, Ut eme so überaus große, daß wir, ich wüßte nicht, wie viele Stellen sibaffcn müßten, um Allen ctatsmäßige Stellen zu geben. Bei der Justiz und bei dcr Verwaltfixngistdas Vcrbältnißin etwas ein anderes, die Menge der Eripcktanten Ut da nicht so groß, und in olga dessen. erreicben sic rajcher das Zirl, das sie anstreben. Das ann sich in einigen Jahren ändern. “Nimmt der Zudrang zu dem Baufacb ab, wiZ das ja in neuerer Zeit der Fail zg sein scheint, so diirfen wir boston, „daf; [*effxre Ziijtande aus dieiem Gebiet eintreten Werden. Wird die Bauil7atigkctt,' zu deren Hebung und Belebung wir das unsrige nrzcb Kräften beitragen, _wieder lebhafter, so wird sick) aucb (Helegenberdnubt 13108 zur Beschaftigung, sondern aucb, soweit der i?Stacrt'thabei bcthciltgt 1st, zur Anstellung finden, allein so rasch geht

(:S m .

' Wenn der Herr Abgeordxicie dann sagt _ ick) babe seiner Rechnung nicht folgen konne_n _ eZ sei in früheren Jahren die Zahl der ange- siellteichamten 10 und 10 groß Newesen, und verhältmßmäßig müßte src qlso 1?th so groß sein, so „arm ich das Exempel doch nicht als richtig'zuxzebcn. Es handelt sich doch immer darum, daß wir für das wirkliche, dauernde Bedürfnis; eine etatmäßige Stelle schaffen; wir können aber nicht die Stelle fiir den Mann suchen, sondern immer nur den Mann für die SteÜe.

ck) erinnere Sie daran, daß 1879 das Hohe Haus einen Beschxuß gefaßt bat, durcb welchen die Regierung aufgefordert Wurde, auf eme Vereinfachung des Geschäftsganges und eine Verminderung der Beamten im Jntereffc der Staatsfinanzen hinzuwirken. Nun, den Beschluß haben Sie noch nicht zurückgenornmen;- „e StaatSrcgtcrung [mt ibn beherzigt und deshalb wollen wir auch überall nur da, wo ein dauerndes Bedürfniß vorliegt, einc etatschßigc Stelle." Insoweit könnte ich mich also mit dern Anfrage einverstanden erklaran nicbt abcr, wo ein solches Bedürfnis; nicbt erkenn'bar ist. Das Wurde zu einer Bexastuna der Staatskaffe führen, die durch nichts gerecht- fertigt ware. ,

Dann ist vorhin noch erwähnt woxdcn, da die11nterbcamten zu festen Stellen iibcrgefübrt werden mußten. «ownx dasodauernde Bedürfnis; in Frage kommt, kann man _cm sicb damit ja einverstan- den sein, aber auch da cum grano sans. Deni), „sollten Sie eine solche feste Ansteüuna für alle Unterbeqmtcn notbig finden, dann brechen Sie damit über eine groLeRmhe von Privatbahnen den Stab. Ich könnte Iwrchertrags ormularc rorlegen, nach welchen die Unterbeamten dort_ lcdtgitcbftn der Hand ibrxr Vorgesetzten sind. Ich glaube also, es liegt wirklich kerne Veranlanung vor, dem An-

......- .- .„-

...*-“q

.- *, .... „..

IZM)" « »“ “**-

V.“";