1882 / 81 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 04 Apr 1882 18:00:01 GMT) scan diff

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Königreich Preußen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigft geruht: den bisherigen Gesandten in Washington, Wirklichen Gx

-heimen Rath Or. von Schlözer u Allerböchstihrem

außerordentlichen Gesandten und bevollmä tigten Minister bei dem päpstlichen Stuhle zu ernennen.

S e. M a je st ät d e r K ö n i 9 haben Anergnädigst geruht:

den bisher bei der Ministerial-Vaukommisfion in Berlin angefteüten Bauinspektor Hermann Weber zum Regie- rungs- und Baurath,

den Superintendenturverweser, Metro olitan Schmeißer in Rodenberg zum Superintendenten der iözese Rinteln, und

den bisherigeanarrer Hugo von Schalscha-Ehrep- eld in Oels zum Domherrn bei der Kathedralkirche m

reslau zu ernennen; sowie

dem General : Staatskaffen - Buchhalter, Rechnungs =Rath lTseche d§n Charakter als Geheimer Rechnungs-Rath zu ver- er en; un '

dem Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Hohenstein in Ostpreußen, 1)r. Kühne, die narbgesuchte Entlaffung aus dem preußischen Staatsdienste zu ertheilen.

G e s e ß, enthaltend Bestimmungen über Gerichtskosten und über Gebühren der Gerichtsvollzieher.

Vom 21. März 1882.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c. verordnen, unter Zustimmung der beiden Häuser des Land- tages der Monarchie, was folgt:

§. 1.

Soweit die in dem Ausführungsxzeseße vom 10. März 1879 (GefeH-Samwl. S. 145) in Bezug genommenen Vor- schriften des Gerichtskostengcseßes vom 18. Juni 1878 (Reichs- Geseßbl. S. 141) und der Gebührenordnung für Gerichts- voüzieher vom 24. Juni 1878 (Reichß-Geseßbl. S. 166) durch das Reichßgeseß vom 29. Juni 1881 (Neichs=©eseßbl. S. 178) Abänderungen oder Zusäße erfahren haben, gelten dieselben auch für die Anwendung des (HLeseßes vom 10. März 1879.

§. .

Die Beglaubigungen der Unterschriften unter den zu Ein- tragungen oder Löschungen in einem Grund- oder ypotheken- buche (Stockbucbe, Schuld= und Pfandprotokolle) er orderiichen Anträgen und Urkunden sind stempelfrei.

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§. .

An SteUe des §. 15 des Ausführungsgeseßss vom 10. März 1879 treten die folgenden Bestimmungen:

(“ür die Erledigung der in dem Handelsgeseßbuch und in den inführungsaeseßen zu demselben, sowie in dem Geseve vom 4. Juli 1868, betreffend die privatrechtliche SteÜung der Erwerbs: und Wir;hschafthenoffenichaftem den Gerichten zu- gewresenen, von den deutschen Vrozeßordnungen nicht betroffenen Angelegrnheiten, welche eine Entschsidung des Gerichts erfordern, mit AuMahme der in. den §§. 3, 13, 14 des gegen- wärtigen Geseßes erwähnten, werden drei Zehntheile der Süße des §. _8 des deutschen Gerickztskostengeseßes erßoben.

Wird der Antrag vor Erlaß einer Ent cheidung in der Hauptsache oder über das Verfahren zurückgenommen, so wird ein ehntheil der erwähnten Süße erhoben.

“ür die höhere nstanz finden die §§. 45, 46 und fiir alle. "stanzen die Vor christen der §§. 2, 101 des deutschen Gerickuskostengeseßes entsprechende Anwendung.

Erfol t in den Fällen der Artikel 348, 365, 407 des Handrnge eßbucbes die gerichtliche Vernehmung von Sachver- ständigen, so werden für diesrlde nochmals zweiZehntheile der vollen Säße (§. 8) erhoben.

§. 4. Die Vorschrift des Artikels )(11. 11, Absa 3 des Gesrßes vom 7. März 1870, betreffend die Grrichtskoien im Bezirke

drs AppcÜationSgerichts zu Wiesbaden (Gefeß-Samml. S. 193), wrrd aufgehoben.

§. 5.

Der §. 4 des Geseßrs, betreffend den Axisdß und die Er- hebung der Gcrichiskosten, vom 10. Mai 1851 (Anlage) tritt auch für die Provinz Hannover, das Gebiet der vormaligen freien Stadt Frankiurt und den Bezirk des Ober-Landeögerichts zu Cöln in Kraft.

Die Gebührenfreiheit entbindet nicht von dé!“ Bezahlung der baaren Auslagen (§. 79 des Deutschen Gerichtskosten- gcseßes vom 18. Juni 1878).

Urkundlich unter Unserer Höckisicikzeniwndigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen 0ciisiege.

Gkgeben Berlin, den 21. März 1882.

_ (11.8) Wilhelm. von BWmarck. von Puttkamer. von Kameke.

Maybach. Bitter. Lucius. Friedberg.

von Boetticher. von Goßler.

Auszug

aus dem Geseke, betreffend den Ansatz und die Erhebung der Gerichtskosten,

vom 10. Mai 1851.

H). 4.

Von dcerahlung dcr Gerichtskosten sind befreit:

1) der Fiskus und alle öffentliäie Anstalten und Kassen, welcbe für Reckmung des Staates verwaitct werden oder die: sen gleichgestellt sind;

2) aUe öffentliche Artium, Kranken:, Arbeits: und Besse- rungeanstalten, ferner Waisenhäuser und andere milde Stif- tungen, insofern solche nicht ein eine Familien oder bestimmte Personen betreffen, oder in bio en Studicnsiipendien bestehen, sowie endlich die Gemeinden in den die Verwaltung und Mittel der Armenpflege betreffenden Angelegenheiten;

3) alle ö entliche Volksschulen;

4) al1e ö entliche gelehrte Anstalten und Schulen, Kirchen, Pßarreien, Kaplaneien, Vikarien und Küstereien, jedoch nur in oweit, als die Einnahmen derselben die ctatsmäßige Aus- kabe, einschließlich der Besoldung oder des statt diescr über- affenen Nießbrauchs, nicht überstei en, und dieses durch ein Attest der denselben vorgesisten ebörden oder Oberen be- Yeinigt wird. ?nsoweit aber in Prozessen oder anderen

echtzanßßlegenhx ten derselben solche Ansprüche, welche lediglich : Teitme Interesse derjenigen berühren, welchen die Nu ung des etreffcnden Vermögens für ihre Person zusteht, zug eich mitverhandelt werden, haben leßtere, wenn fie sich

nicht etwa zum Armenrecht ualifiziren, die auf ihren Theil verhältnißmäßig fallenden Ko n zu tragen; .

5) Militärpersonen chtlich der von ihxnxn bei der Mobilmachung erri teten einseitigen und wechselseitigen Testa- mente, sowie deren rücknahme und Publikatiqn. Auch,find die Provokationen auf Todeserklärun der im Kriege vermtßten Militärpersonen koftenfrei zu bearb txn; _ '

6) dem Finanz-Minister wird dre Befugmß eingeräumt, in Uebereinstimmung mit dem betreffenden Ressort-Min'ister aucb solchen Privatunternehmungen, welche nicht auf emen besonderen Geldgewinn der Unternehmer gerichtet find, sondern einen gemeinnü igen nicht auf einzelne Familien oder Kor- porationen bes ränéten weck haben, eine Gebührenfreiheit vorbehaltlich Unserer in ebereinstimmung mit den bei ihrem nächsten Zusammeütreten darüber zu hörenden Kammern zu ertheilenden Genehmigung zu bewilligen.

Was die bisher solchen Unternehmungen, z. B. Pensions- und Verficberungsanstalten, Bürger-Rettungsinstituten u. s. w. bereits bewilLigten Befreiungen betrifft, so behält es im Ange- meinen dabri sein waenden; wenn aber in einzelnen Fäuxn die Befreiung zweifelhaft ist, so ist darüber gemeinschaftlich von den Ministern der Finayzen und der Justiz zu entscheiden.

Jm Uebrigen werden alle, gewissen Ständen und den nur zum Vortheil einzelner Klassen der Staatsbürger errich- teten Instituten, z. B. den ritterschaftlichen Kreditinstituten, bewilligte Befreiungen aufgehobrn.

Die einer Partei bewrlligie Befreiung fol] in keinem FaÜ'e der anderen Partei zum Nachtheil gereichen; insbeson- dere wird die dem Fiskus zugestandene Brfreiung von einem verhältnißmäßigen Beitrage zu den Kommunkosten im Kon- kurse (Allgemeine Gerichtsordnung Th. 1. Tit. 50 §. 531) aufgehoben.

Ministerium der geistlichen, Untrrrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Der Gymnasial-Direktor Heß in Rendsburg ist in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium Christianrum in Altona ver- seßt worden. _

Der bisherige ordentiicbe Lebrer Gustav Vieluf am Gymnasium in Hirschberg ist zum Oberlehrer befördert worden.

Bei dem Ministerium der geistlichrn, Uyterrichts-„und Medizinal-Angelegenheiten ist der Geheime Negiitratur-Assrftent

Gustav Emil Johannes Rogge als Geheimer Re:

gistrator angestellt worden.

Ministeriä-"m der öffentlichen Arbeiten.

Der Regierungs- und Vaurail) Kirchhoff in Marien- werder ist der Königlichen Regierung in Cdblcnz und der Re- gierungs- und Baurath Weber der Könislicben Rrgierung in Marienwerder überwiesen worden.

Bekanntmachung. * Nack) Vorschrift des Geseßes vom 10.AVril 1872(GesriZ-Samm1. S. 357) find bekannt gemacht:

1) der Alierböchste ErlcÉß dom 7. Dezember 1881, betreffend die Verleihung des Rechts zur rh buaig dcs Chausfregeldes nach dem 111 fachen Betrage der Säße dk.; Cbauffeegeldtarifs vom 29. Februar 1840 an die Gemeinden Dorstf'c b, Marten, Oespel, Kley und Lütgen- dortmund im Landkreise Dortmund auf der von ihnen erbauten Chaussee von Dorstfeld über Bahnhof Marten und Lütgendortmund nach der Witten-Castroper Provinzialckyauffcr, durcb dad Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Arnsberg, Jahrgang 1882 Nr. 1 S. 3, («uMcgcben den 7. Januar 1882;

2) der Alicrböcbstc Erlaß vom 25. Januar 1882, betreffend die Vrrlcibung dcs Enteignungsrccbts cm dcn Kreis Wongrowir» für die zum Yan ciner Cbausiec von Kalidka an der Wonxirowixx-Erincr Cbaunce iiber Lekno, Bogdxrkn, Elcmbdiro bis zur Srbubiner Kreis- grenze in der Richtung auonin erfordcrlirben Grundstücke, sowie des Rechts zur Erhebung des tarifmäfiigcn Cbausiregclch auf dieser Stra e, durib das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Brom- berg r. 10 S. 69, QUOKMLÖU den 10. März 1882;

3) das untrrm 0. Februar 1882 Allcrböcbft vollzogene Statut fiir den DLichVi'kbüiid der Watcrncrcrsdorf-Ncudorfer Niederung im Kreise Plön durch das Amtsblatt der Könixilicbrn Regierung zu Schleswm Nr. 11 S. 97 bis 103, ausgegeben den 9. Yiärz 18821;

4) das unterm 6. Februar 1882 Allcrböcbst voliioactic Staiut für den Dcicbvrrband dcr Fnblciiscc-Nicderung im Kreise (Fricrnfiirde durcb das_Atntsblatt dcr Königlirch Regierung zu Schleswig Nr. 11 S. 103 bis 105, aiisaegeben den 9. Mär; 1882;

5.) der Allcrdöcbstc Erlaß vom 8. Februar 1882, betreffend die Verleihung dcs Rechts zur Erbrbuna dcs tarifmäßigcn Cbaussccxirldcö an den Kreis Teltow auf der von dcmsclbcn crbauicn Cbanisrc von Miitciiwaldc iiach chiiiziclbcn bis znr Bcrlin-(Zilason'rr (Zbauffcc sowie auf der das_Dorf Wafimannsdorf mit der „Hauptlinie rcrbin- dcndcn Ziveigrbausice, durcb das Amtsbiait drr Kötitalicbcn .“icgicrimg zu Potsdam Nr. 12 S. 99, aitsacacbcn den ".?-1. März 1882:

_ 0) das miicrm ]. Mä". 1782 Allerbbirst vollzogene Statut Zn“ die Entwäiierungdgcnoiieniwait dcr Ilmcnan-Nicdcruim dnrib dad mtsblatt sur „Hannover Nr. 12 S. 207 bis 27:1, aus.",rxrcbcn den 17. März 1882.

Yicijtamtlichc“. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 4. April, J'lii'e Majestiitcn der Kaiser und die Kiiiscrix- knipfjngen [)?1116 dcn Besuch Sr. Königlichen Hohsit dcs (öroszbcrzogs von Hessen mit den Prinzessinnen Viciotia und Elisabeth, Holieitcri.

“H„e. Majestät der Kaiser und Konig nahmen den Vortrag des Gcncral-Adjutantm, Generai-Licmcimnts von Albedyu entgegen.

Ihre Majestät die Kaiserin1111d§iönigi11bcsuchie gestern mit Sr. Kaiserlichen und König!?(benHodeit dem Kron- prinzen das Kunstaewerbe-Museum.

Abends wohnte Ihre Majestät der [iiurgischen Andacht der Charwoche im Dome bci. *

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit ier Kronprinz nahm gc'sicrn Vormittan 111/2 militäriscke Meldungen entgegen und rmpfing von 12 Uhr ab den Ober- Vräsidenten von Schlicckmann, den Ober-Vräfidenten von Bardeleben, dcn RegierungsWräfidentcn Rasse und den Ober: Postdircktor Schiffmann in Audiem.

' lim 3 Uhr besuchte Höchstdersclbe mit Ihrer Majestät der Kaiserin das Kunstgewerbe:*1)kuscum und begab Sich Abends um 91/, Uhr zum Empfange Sr. ziönigiickvm Hoheit des Groß- herzog? von Hessen und Ihrer Hoheiten der Prinzessinnen Victoria und Elisabeth von Hessen nach dcmPowdamer Bahnhoi.

_ Nachdem nach erfolgter Zustimmung der Staats- regierung durch päpstliches Breve vom 10. Februar d. I. der seitherige Domherr, Kapitular-Vikar Dr. Bernhard Höiing in OSnabrück zum Bischof von OSnabrück ernannt und von dem- selben die zur Uebernahme seines Amts erforderliche An- erkennung Sr. Majestät des Königs nachaesurht worden ist, hat die Aushändigung der vom 24. März d. J. datirten Landesherrlichen Anerkenmmgé-Urkunde an den Bischof Dr. Höting am 3. April d. I. durch den Ober-Präsidenten der Provinz Hannover stattgefunden.

_ Amtlichen Nachrichten zufolge hat der inter- nationale Gesundheitßrath in Alexandrien mit Rücksicht darauf, daß die Cholera in Bombay jeden epidemi- schen Charakter verloren hat, die Quarantäne für die Bombay und Aden berührenden Schiffe unter der Bedingung aufgehoben, daß bei der ärztlichen Untersuchung auf den: selben kein unterwegs vorgekommener choleraverdächtiger Fall konstaiirt wird. Dir. Übrigen indischen Häfen sind bereits vor einigen Wochen außer Kontumaz erklärt worden.

Ebenso ist Seitens des Gesundheitsmthes den noch in El-Wisch und Tor in Quarantäne liegenden Mekkapilgern freie Pratik gegeben und, da die Vilgerzeit vorüber ist, auch keine Cbolerafällc im Hedjas mehr vorgekommen sind, das auf die Pilger bezügliche Reglement vom 15. November d. J. außer Kraft gesetzt worden.

_ Nach einem Spezialeriaß des Ministers des Innern vom 9. o. M. sind durch die Vorschrift des zweiten Adsaßes des §. 42 des Zuständigkeitsgestßes vom 26. Juli 1876 wir der Vefngniß, über Beschwerden gegen die nach Nr. 1 bis 4 a. a. O. vom Kreißaussckmffe gefaßten Beschlüsse zu befinden, nicht auch die sonstigen Aufsichtsbefugnisse in den frag: lichen Kommunalangdlegeiiheiten auf den Provinzialrath Über- geganZen. _

ic erwähnte Voricbrift enthält eine AUZnabme von der im §. 24 dt??- Zuständigkeitsgrssßes gcgrbenen, jetzt in den §. 55 des Organisationsxiefrßes vom 26. Juli 1880 über: gegangenen Regel, wonach die Beschwerden gegen Beschlüsie des KreiSauSschussLs 0.11 den Bezirksrath iéattfindet, und ist als solche strikrs zu interprrtiren.

Dem Vorbrhaits im §. 60 des Zuständigkeitsgesrßes ist dabrr nur die Vydeutung beizulrgen, das; da:.“- Recbt, iiber Be- schwerdrn der fraglichen Art zu beschließen, dem VrzirkSraihe nicht zuitrhe. Jm Uebrigen aber sind die aus dem Aufsichts- rrchte fließenden Befuziniffc, insbesondere das Recht der Initiative gegeniiber den KreiSauSsckiüffsn auch in den in §. 42 des Zusiändigkeithgrseich brzeicbneten ländlichen Kom: munalanßrlegenhcitrn in höherer Instanz dem BezirkSrathe übertragen und stehen dem Vrovinzialrathe um so wenigerzu, als der Bézirksratix nacb §. 60 «jr. dir lcßte Aufsichtsinstanz in Angelegenheiten drr Landgemeindrn 2c. bildet.

Dabei bleibt es iclbstdersiiindlick) dem Provinziairalh unbenommrn, den KrciSaussckiiiffen entstehenden Funes An- rrgungen in Bezug aiif die Rrgclung der im §. 42 des Zu- ständigkeitsgesrßes dehandrltrri Kommunalvarhälfniffe zu geben.

SoUten indessen die KreiSaussckziiffe s0lch811 Anregungen dicht cntsprccbrn und sollte der Pror-inzialrath auch nicht seine Ansicht bci Gelegcnhdit der Beschlußfassung über die nach §. 42 Abs. 2 1. 0. an ihn gelangenden Beschwerden durch Ab: änderung der angefochtenen Beschlüsse des KreiSausscbusses ur Geltung bringen können, dann bleibt nach Lage der Geiers- gebnna nur übrig, dem Bezirksrathe von der Sache Kenntniß zn gcbrn, und ibm, als der gesetzlich zuständigen Aufsichts- behörde, das Weitere zu Überlassen.

_ Jm Laufe der letzten “(ck18 ist wiederholt dée Frage zur Erörterung gelangt, ob ie Gemeindekirchcnräthe und die Kirchenvorstände als öffentliche Behörden im Sinne der die Befugnis; zur Wiederincourrseßung von Pa: pic'rrn auf Jr.habcr drtriffendrn gesi-Ylicbrn Vorschriften und des §, 35 der (Hrnndbuckzordnung anzusehen seien. Die alriche Frage hat hinsichtiick) der Vermiiltnnucn dsr städtischen Sparkassen Und der Kreissparkasson schon früher zu Nie111lliig§V€ksch1Wkii[)(kikéil Anlaß gegeben. Bei den iibrr den Gegenstand in neuerer Zrit zwischen dem Justiz:?)iinisier und den iibrigen beibriligten Rcffori-Ministern sowie, in Vrirkff drr Befugnis; der G.moindckirchcnrdtbe nnd der Kirchenvor: stände zur WicderincdnrsseHung, mit der Haiiptderwaltmig der StaatHfchuldrn statt,.i-sundcnrn Verhandéungen ist nach der Allgemeimn Verfiigung dcs Justiz-Miiiistcrs vom 21. U. M. eine uliscilige Urbcreinsiimmmm dahin fx'itgxstcllc wordcn, daß die Frage sowohl fiir die Geme'inrrkircbcnriitbc nnd die Kiribr'n: vorständc, wie auch, soiern nicbt briondere Bestimmungen des Statuts der Kasse in ".“-cm i111511111'11FÜll eine andere Auf- fwssung brgriindcn, fiir die städtisohen Sparkassen und die Krrissparkasscn 511.bejdhen sci.

_ Tie landcxgesrßlichcn Vorschriften über die Zwangs: vollstreckniig wegen Geldforderungen gigen den Fiskus, Gemcixideii und andere Kommunal: verbände (Proviitzial:Kreis: und Amtsverdiinde) sowie gegen solche Kdi'poratioitcii, deren Vermögen von Staatsbchrdcn verwaltet wird, siiid, nach einer allgemeinen Vcrsiignpg des Kiistiz:2111iiiisteis, vom 24. 0. “Z., insoweit 1kicht dindlicbe Rcchte orrfolgt wcrden, durcli xis Trittsche Civiiprozeßordmmn niclit bciiihrt (§. 15 Nr. 4 O'". (55. zur C. P. O.). Nack) den Norsck-riitcn ici" ÜUÜkniliiikU Gericitr-ordiiung (§. 33 1. 35 und §§. 153 urd 242 ch Animixgß) sind solche Zwangßvolb iircckuitarn ren (k»icrichtcn zugewiesen imd dürfen daher von Gerichtsvolliicbcrn im Auftrage ch Glijubigers nicht kewirkt werden (I'. 674 Vids. ] C. V. T.)

_ In einer UtUél'slii'liliiixt widrr cinen Hiilfsscknriber bei dem Sekretariat cincr Staatsanwalticht menen eii-xs Amts: vergebens mrncirte dic Strafkanm'ir die Beamtenquali- tät des Hiilfsscbrcibers, obwohl der Angeklagte fiir seine Dicnstobiiegcnbeitrn iiisiruktioxiszicmäs; eidlich vcrrflicixtit war, Die dagegen vom Siantöanmalt eingelegte Revision wurdc rom Rcicizsacria'n, 1. Strafseuai, durch Urtheil vom 10. Januar d. J., verworfen, indem der (Hericblshof bc- griindrnd ansfübrtc: „Wenn auch dcr „H. 359 Strafgcscsbuchs eine Definition des Beamten nicbt ausstellt, so ist doch der bestritténe, dem Urtheile dcr Strafkammer u Grunde gelegte Satz, das; als Beamter nur eine solche Pcrßon angesrdinwcr- ien könne. wclche mitir öffentlicher Autorität für Zwecke des Staates thiitia werde, iiir richtiq zn ballen. Wer ohne cinene Ver0n2wortlichkeit Dienste in staatlichen Zwecken leistet, wird regeln'äßig als Brauner nicbt nimcsehen werdcn können. Ob er ca sei, wird im Eiiizclfai-“u aus der Anstellung und der Art der ihm oblicgindcn Dicnsie festzusicUen sein.“

_ Zur Absolvirimsi ciner medrwöckienilichen Uebung sind auch in diesem Jahre bei den hiesigen Garde-Jiifanterie:21iegi-

mentern sowie beim Eiseiibahn-Regiment Offiziere des Beurlaubtenstandes embedrdert worden und zum großen Theil bereits am 1. d. Mts. hier eingetroffen.

_ Der Standesbeamte darf nach einem Urthcil des Reichsgerichts, 11. Straisenats, vom 20. Januar d. Z„ im Geltungsbereich des yreußtschen aligemeinen Landreckxs die vom Vormunde geruhmrgte _Ehe s chlie ßu n g eines M ü n d els nicht vornehmen, wenn die Genehmigung des vormun d- schaftlichen Gerichts fehlt.

S' M* Kanonsvioot „Wolf“, 4 Geicbüße, Kom- mandant Korvrtten-Kavitän Strauch, ist am 19. Februar d. J. in Shanghai eingetroffen.

Bayern. Miinchen, 3. April. (W, T. B.) Die Abgeordnetenkammer nahm anläßlich der heute fort: geseßie'n Berathuna dad Kulinßetats den Antrag an, die Krone zu bitten, dds bisher simultane Lehrerieminar zu Bam: berg in ein konfessionell katholisches umzuwandeln. _ Auf eine Anfrage des Abg. Haus wegen des Beitritts von Lehrern zu Freimaurerlogen aiitwortete dcr Kultus-Miuister von Lutz: die Freimaurer in Bayern untrrwiirfen sich dem Ver: einsgeseßo, meldeien ihre Vorstände an und legten ihre Mit- gliederliste vor; dieselben ierexi daher nicht als goheimsr Verein *zu betrachten, dcm Bear:;te nicbt beitri'ien diirften.

Oefterreich-Ungarn. Wien, 4. April. Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht die Ernrnnung des Frhrn. von Kraus *zum Statthalter von Böhmen und die Außfiihrun«verordmmg zu dem Geseße vom 20. Dezembxr 1879, beircffcnd die Zuiqffung der östsrrsichisch-ungariichen Aktiengesellirhaiten, Versicherungngsellschasten und Erwerngenossenschaiten zum Geschäftsbetriebe in Banien und der Herzegowrna.

_ Feidmarsckrali - Lieutenant Dahlen mrldete am “26. v. M.:

Nack) Beendigung drr Operation in dcr Zagorie sind nunmehr geniißcnde Kräfte verfiigbar, um das rechte Drinaui er 311 i1chen Foca und Gorazda bis zur Grenze qutcnegros und bis zur Grenze des Sandschaks griindlich zu durcbstrriscn und bat Gcnerak-Maior Obadick) den bezüglich Bcfcbk erbalten. Am 29. v. Mrs. bericbicte FMI. Dablxn, nach einer in Foca eingelangten Meidung bäxtrn stärkere Jniurarnienbandrn arts der Geaend von Psruiica, auf dercn Narbbut von uxisercn Truppen Feuer ge- geben worden sei, dir Abircbi _grzeigt, entlang drr monirncariniscben Grenze Foca zu erreichen. Unicrm ]. April zeigte FML. Dabien 011, rine Abtheilung ieincr_ TrUpprii sei am 28. b. Mis. bri szar Karaula (mf Jiisurgdriirn ariibßeii, dir angkblick) untcr drr Führung Jbrabim Beds, Jrrtaitxas, Juiiuf Brvs, Cengics imd Gacnnins aus Gacko gesiandcn batten, dre Jusuraenirn seien nach kurzem Fcucrgefecbt zum klcinerrn Tbeil gcgen die Grenze des Sandschaks, zum größeren Tbei1 in der Richtung von Vikoc zurüc'kargangcn. _ Die Vorbut der österreichischen Trizpbcnabibrilung unter Oberst Zambaucr traf am 28. Mär:. friih aus drm Mélksch8 nacb chcvoglova auf 50 Jnsurgenien, die nach kurzem Frurrsiriccbtc fiobrn, cinen Todten und eine Partbie Lebrnsmittci znrircklicßcn und 2 Verwundete mit fick) schleppten. Am Fuße dcs Piesbcrgrs traf die Truppenabtbeilung abermals (ruf Jiisnrgenicn, Welch unirr Zurückiaffuva zivcier mit Lebrnömitieln brladsncn Lasiibiere dre Flucbt ergriffen. Die Truppenabtbeilung lagert mit ibrcm Groxs auf dem Piesbcra und auf dem Zcrcvoglodaberg, eineAbtbcrlung dericlbcn bat Bastuci besetzt, es bcrrscdr starker Nebel und Schncefall. Dic _nus Cemcrno entsandte Kolonne traf bci Kolicilwn und Kreiovi 300 Jniur- acntcn an und warf dieselben in nordwestlicher Richtung zuriick. (Heizeralz Major Obadirb rückte am 29. v. M. aus Foca iiber Karaula Nabaftc auf Kublai. Nacb Passirung von Rndaglavica erhielt die Vorhut Mit- 1008 von den Insurgenten Fruer, dicsrlbcn wurdcn ind-xi; mitsHulfe dcr gleiwzritig eintreffenden Seiiriikolonnc nacb balbstiindiaem (Hefcrbt ziiriicigi'ivorfcn. Beide Kolonnen lagerten bei Palizi, iriibrcnd das Gros Obadicbs iibcr Vakup und Boris imd mit einer Sritenkoldnnc iibrr Vrbica und Hoccvo gegen Cclcbic maricbirtr. Die Seiten- kolonnc wurde bei Vrbica um 8 Ubr Morgens angegriffen, beitricb indes; die Jusurgcnten, welcbe bci .Hdcebo nochmals in (Hruppcn von (70 bis 80 Mann cinr außgedebnte Stellung nabmcn. Das Gefecht, in 1021er auch das Gros mit der Artillerie cinakiff, dagerxc bis ]] Ubr Vormittags. Dic Jusurgenicn fiobrn mit Hititcrlaiiung dcr Lebendmiitrl. Gcgcn Mittaß traf dir aus (Faiiiica VOWMQUNWL Kolonne mit General-Major Obadich bridal)? glcirbiciiig in (Triebic kiki. Dic crstrrc batte nördlich von drmOrie rin kurzer FcucrgcieM. Eine itäri'crc Abibcilnna verfolgte die Jniurgciitcn _gcgcii Vclcmc; ivo sicb dicsclbcn tiocbnmls stelltcn. Ed crfdigtc cin [*kiiisii'I Frucracixiiii, irrlcbr-Z bis zum Anbrucb der Ndrbt daucric. Dic Koldiiiic aus* ',»;rca war an diesem Taxi? in Hum eingetroffen ni:d 17.110 ibre Verbindung mit dem Corrs Obndickxs brmcsdlii, iiur di- (1116 Ab- ibeilnr-„i in Grdicric und dir anders in Basiaci drtmbiit. Dcr lcixtcrr Ori ninrdc obne Erfola von dcn Iiisnrgcnicn brsiidiscii. Ticiidlbnnr Obadickv fand auf dem Wege iicbcn frisciye Gräber mit Lenden Wii JiisllkMUt'CU, dic am 29. b, M. gefallen w.!rcn. (?inc Kdldiiiic, errbc iiäir Hanombovim gras" Osanica gerückt war, irriidrig irrb nacb Krcci, ivo Insurgcntcn si,]imlisirt irordq'n nnrrrn. Nacbrtrbtrii Wil derselben feblcn. Auf Uiiicrrr “Seite irtrm re'r Zicrluit am ".'9. b. M. bei Nildanlavica vom 14. I(igrr-LiaiailiOii cii'. Cxi-ivcr- dcrwniidctrr nnd cin *.“eicbtverwundrirr, am 30.1", M bci Vcirixic boni 77.7)ieaimcni 1Mann todi, '.!Mann vcrwniidci, vom 14. Iäxicr- Bataillon ? Stbwcrvcrwunkcte und ".' Leib!i'crivniidetc. FMBTabZ irn bericbtet unterm ?. d. Abends: Nmbdcyxi diirxb r.:d (“cieä'i bci Veloxiic firbcrgcstclit war, d.1s;“«*.«;:1r,i.;7*;- *.111111U'11 dcm VZIL'CML uiid der Tara stmidci:, entsciidi-i 0ü;:.-1.:1-“),1i.1j0r Obadiw am Zi]. Märi zwci Kolonnen gegen Visorb. Nack“ cinem kili'ii'li 'Frurr- chmbt gingcn dir Jnfurqcnten gear" Vcicnic zuriick, von den rrrk 011111th Kolonnen amc" dcn Roost - Bora r*:ri'olai. Wab- rciid ciniac Abtbcilunarn dic Kup]? kcffe*1[*;n cisrimcn, [*c- ordcrtc Major Przcdak einc *Jlbtbrilm'a ,icacn Etanicdobtdo. Als lcxtrrc sick) 11111 9 Uhr Niorgciiß am Hdbctirandc rcd Smnxxrojcni- ivrckclid, ivnrdc in dcr Tbalsrblnibt ch “Tara cine mii iivci Pldiicn iibcrii'lxctidc Virbbectdcn durcb danlnf; trci'xcrdc In'suraiiitrii-Abtb: 11mm ?xblickk. Dic Trnrpcn cröffncteki das Frucr auf die Urkurkubr; iammtiicbr Abtheilunacn und 01111“ thtcrie ciltcn mt dyn Rudd dcs S'tanicvobrcdo mid [*csrboiscn die Insurgcnicn niit 1110117171 (?ridiac. Viele dcr 1c1_:tcrcn stüriicn in rie Tara, einc Märk.“ deiiiiif. und die Uibcrfeyima des Flusses wnrde cimcitcilt. ("*in-91 “300 Insuracnicn diirften das jensciiix.) 11m- crrciibt babe". “O:.“ enormen Srbiriciiakiitcn dcs Abstims ron dcm “Felix:; ";.)-bien ik- ynmöulicb, dir flussaufwärts Flicbendcn zn crrcicbcxi. ;;!)scmliqm Zn- 1uqracnicn irurrcn ansncfundcp, die Zabl dcr Ekikikiikciii'ii ist 111.14 cr- mtitclt worden. Tic Truw'cn 1*.11:cn kciiicn Vrilmt *Jti dcr KkZlWicic balken sicli "orb cKusurs-rntrn an cinigrn Punkten in der Nabe dcr nwntcncnrinisiiwn ecmc ans imd bcumubichn dic Trul'l'rn. “" Am 20. Miirz i.".nd cin vck|nstloses Gcrlänkcl bci Poliorac statt. “'Am ]. Avril Wurde ein Jäger des 10. Bataillons des Tiroler- rcgnncnts bci Grkovac durcb eincn Fcrnfrbuf: leicbt rcrirundct. _

_ Aus Ragusa, 27. März brrichtct man rem „Vcitcr Lloyd“:

Unmittelbar nach der vor vicrzcbn Tach trivialenVcrkimdigxmz der Audiiabmegcscch für Süd-Dalmaticn wurde auf den Zirkeln nnd dcm Fcstiandc dic Entwaffnnna dcr chölkc'runa zum "_wßcn Theile durwnefübrt. Static Gcn-F-d'armcric-Ai*ti*cilunc_icn,_.m Vielen Orten verstärkt durch Militärniiistcni, erfibicncn alci-Ozcitia und überraschend an verschiedenen Otta", ric dic Entimffnuna [ci- tkndk" Politisch“! Beamten forderten die Bcvölkcrung zur Abgabe

aller Arten von Waffen und Munition ausund stellten derselben ein- dringlicbst die schweren Folgen vor, welche 2!" Vexstecken von _Waffen bei dcn heutigen Außnabmegeseßen nach. "ck 100! Alle Raumlicb- keiren und die Unigrbuna cines jeden rtnzkinen QIUWI wurden von den Gensd'armen gründlich durchsucht. _D'le Bevplkcrunci seit jeber gewöhnt, selbst bei der friedlichsten Beschaftigung xm Özluie und am Felde mit einem kleinen Arsenale beruxnzugeben,„zetgte sicb durcb diese Maßregel zwar sehr ernst gestimmt, widerseyte 11ch1Ldoch nirgends, so daß _ wenigstens bisher _ die Entwaffnung obne Zwischenfall vor sich gegangen. Die Waffen wurden von "denanieln nach dem Fest- land tranéportirt und nebst den der iestiandiiiben Bevölkerung abge- nommenen, in den Zeugbäusern vsn Ragusa, Castelnuovo und Cattaro deponirt. Es befanden sich darunter auch sebr viele kost- bare, wartbvoüe Gcgensiände. In Morinje Wurden sogar zwei kleine Kanonen gefunden. Die Bebördcn steilen übrigens verläßlichen Personen von guter (Heiinnungwbne Weiteres Waffenpäise aus. Ja in einigen Theilen SÜD“DÜ[WQT[CU§„sO z. B. im Concili- Thale, Haben die Vrbörden selbst cm die,Geweinden Wänzl-Gewebre nebst Patronen drrtbeilt, damit die sich freiwillig biezu meldende Bevölkerung befähigt Werde, die Gensd'armerie im Sicherheitsdienste zu unterstützen. _ Am 8, März, an Welchrxn dic Opcrationcn gegen die Kriboécrc eröffnet Wurden, batte siib glitcklicber Wrise freundliches Wettrr cingcstciit, weiches nicht nur die Bewegungen der Truppen während der dreitägigen Oberation begunsttgre, sondern auch die Bcirstigimgsarbeiten in den besexzten Steliuzigcn erleichterte. Na- riiiliib sind diese Befestigungen nur flüchtige, provisorische. Die dauernden Befestigungen, welcbe sicb auf AÜW beberrscbendrn Punkicn, und zwar nicht nur der Krivo'Lcic, sondern in allen Tbeiien Süd-Dalmaiicns entlang der montenegrmisMn Grenze erheben sollen, Werden _rrst später in Angriff genommen. _ Der von Wien gekom- mrnc Genrral-GNiie-Jnspekwr Freiherr von Salis rekognoszirt seit boriqcn Donnerstag, 23. März, die Krivoscie, wie auch alie an- deren Tbeile der Bocca, um endgültig die Punkte festzusteilen, auf Welchen Wachttdürme (Kalos), Sperrforts, Defensivkascrnen u. 1". w. erriibict Werden sollrn. _ Seit vier Tacirri [)errsÖt rrgneriscbes Writer, und daI istdui, nirbt nur für die Felder, sondcrn auch für di? Truppen in der Krivor-cie und auf dem Kordon von Zubci, denn die Cistrrnen nwrdcn mit Wasser gefiikli, und Menschen und Thiere können sich wieder laben.

Großbritannien und Irland. London, 1. April. (Allg. Corr.) Gestern ist das Finanzjahr 1881/82 abge- laufen, und die Berichte Über das StadtSeinkommen und die StaatÉaUMaben [irgeii nun vor. Das Einkommen geht nm 722 000 Pfd. Stekl. iibcr die Voranschläge hinans. ES bat 85 822 000 Pfd. Stsrl. brtraxien und war veranschlaat auf 85100000 Vid. Sterl. Die Zölle (19 287 000 Pfd. Sterk.) ixabxn 107 000 Pfd. Sierl. mehr eingebracht als veranschlagt, die Vcciss (27 240 000 Pfd. Stéri.) 200 000 Pfd. Strrl weniger, und die Stemprlsteuer blieb auch um 30 0110Pid. Sterl. zuriick. Sie beträgt 12 260 000 Pfd. Strrl. Vermögen: und Einkommensteuer hat 405 000 Pfd. Sieri. ( im GQUFSU 9945 000 Pfd. Sterl.) mehr ge- bracht, als von ihr erwartet wurde, und die übrigen Einnahmequellen haben zusammen mit 17 000 000 Pfd. Sterl. den Voranschlag Um 440000 Pfd. Sterl. übertroffen. Auf der anderrn Seite stebt die GesammtauSgade mit 85 511000 Vid. Sterk, so daß ein Ueberschuß von 311 000 Pfd. Sterl. blxibt, drr in den'iVoranfchlage auf 295 000 Pfd. Sterl. ange- srßt war. Wie Mr. Gladstone angekündigt hat, wird er am 24. April das Budget vorlrgen.

Frankreich. Paris, 2. April. (Cöin. Ztg.) Das „Journal officiel“ meldet die Ernennung Laliemands zum Befehlshaber des 1. und die Beibehaltung Dumonts im Kommando der- 117111. Armee-Corps. Für zwei andere Befehlshaber ist die gesetzliche Friit ihres Kommandos auch bereits abgelaufen: General Saussier, Kommandant des Kix. Corps in Algerien, wurde am 31. März 1879 ernannt' der zweite ist General Avprrt, Kommandant in Tonlouie, der Ende Mai die Alterr-grcnze erwirbt. _ Dic „Corr. Harms“ meldet: „Die gestrigen Er: klärnngen dec'z Hrn. deFreycinet auf die *rage, die ibm Hr. de Broaiie bezüglich der tunesiscbcn zyrage sieUte, wrlcber ziifolqe er die Reorganisation Tunesiens anf diploma: tiscbemWege vornehmen wil], giebt der Nachricht von der bevor: stehenden Abreise des Hrn. Marquis de Noaiiiis nacb Kon: slantinopcl eine gewisse Bedeutung. Seit einiger Zeit herrschte eben der tunesischen Yiigcleaenbcit wegen eine gewisse Span- nmig zwischdii Frankreich und der Türkei, dic jeßt naiimilaffen hat. Die Gegenwart dos Hrn. dc 91000106 111 Konstanti- Wpci wird die Annäherung ndck) nichr fördern. Was das aniickzichen dcr frdnzösisciwn Truppen aus Tunesien betrifft, so [)äiigl es von vielen Umständen und namentlich von der Wcinbaftinkcit der einheimischen Truppen ab. Es ist Anf: gabe des General L*xmdcri, die Reorganisation der Armee der- Biys vorzunei)mi-n. Erst Wenn die reoraanisirte Armie im Stand: sein wird, die Ordnung in der chrntsckwst aufrecht 311 rrbaltcn, wird man daran denken können, die französischen Truppen zllsi'lckZUZÉLlMii.“

Dem „Temps“ wird 011€- Tunis vom 1. April, 911191116, telegrapbirt:

Iii) [*die genaue Erkundimmgcn eingezogen und kann versichern, dai; dic (Hcrücbie binsirdtlirb cines neue:! Aufstandes unter den Mist“ [icbcn Stämmen nnbegriindci sind. Die größte Rabe bcrrirbt in jenen Regionen, aber es fanden in der letzten Zeit zicmlicl) zablrciibe' (öiarnisomvcibscl und Ucbunadmärscbe statt, aus denen dann eine auf- stäitdisrbc Bcivegung acmarbt wurdc. Gicncral Forgcnwl ist bcuic .:,u cincr Trupdciisibau nacb churbar abgegangen, um die Bataillone zu iliiPiiilkik, dic iibcrmorgrn den Marsch nacb Matcur und ivcitcr em- trcten sollen. Morgrn wird der neue Miiiistcr-Resident, Hr. (Tambon, mit dcm Grncral-Konsnl («Tballet an Bord dcs Avisodamvscrs ,Hirondeii:* bier erwartet. Der General Forgemdl bat chcbl crtbeiit, da!“; die “Truppen moracn bcreit sein ioiicn, Hrn, (Tambon dic militärisibcn Ebro" in k11Vkiscn.*“ Dir nmlicfiscbc Kolonie [(mit in der neuen Kaibcdmlc !iir die Königin Victoria cin Techn! iinacn. Die Kathedrale" wird ;irxicmräijig Kum Empfang der römiirbrn Ab.“.csa-xdtcn, ireicbc nää'stcxis dcm Kardinal Laviaeric die Insignien seiner ncucn Würde iibcrbrinac-1 sx-llcir, icstliéb gcicbmiirkt. _ 'Und dem Süden werden einige uribcdcntcnrc Bcircmmacn dcr (?iiibeimisibcn gemeldet. _ Tkr Jabrcitna dcr sizilianisrbrn Vcdrcr ist bidbcr rubin verlaufen. Zubi- rciiin' Patrouillen dnribkrcmcn die' Stadt in allcn ?)iickptunacn, um Zusanimcnftöüc ziriicbcn Italienern imd Franzosen zu verhindern.

Rußland und Polen. St. Vorersdura, 3. April. (W. T. V.) Das „Journal de St. Pétersbourg“ er: klärt die Nachricht für absurd, daß die_Naturalisirung dcrjenincn “.'1 usländcr, welcbe 5 Jahre in Rußland wohnen, verlangt werde; von einem der_«irtigen Projekte sei keine Uicdc. In Wahrheit handele es iich darum, da den fremd: ländischen ländlichen Arbeitrrn, welche nach blanf ihrer „iiontrattc cine Landkonzefsion __imcbsuchten, der Bescheid crtheilt wurdc, derartige Konzcmoncn könnten nur russi- schen Unterthancn gemacht werdcn. _ Die ebenso unbegrün- dete Nachricht, daß die Londoner Ztack-Txcbungo daran denke, die russischen Fonds von der ofnziellen Cotirung auszuschließen, hat, dem „Journal de St. Potersboura“ zu- folge, hier nur wenig Eindruck gemacht. Der russische Kredit

sei ein solider und werde ein solcher bleiben; die regelmäßig ringehxnden Steuern und die Hülmeittel des Staatsschases seien geniigend, um allen Anforderungen zu entsprechen. _ Der „Neuen Zeit“ zufolge soll der Posten des St. Peters- burger Ober-Polizeimeisters mit demjenigen des Stabschefs des GenSd'armerie-Corps vereinigt werden.

_ 4. April. (W. T. B.) Laut Meldung des „Re- gierungs-Anzeigers“ ist das Todeßurtbeil des Kriequerichts gegen die Mörder des Generals Strelnikoif gestern Morgen mittelst Strauch vollzogen worden. Die autixentischen Namen derselben sind noch unbekannt, da sie in dieser Beziehung falsche Angaben ge- macht haben.

Amerika. New=York, 31. März. (Allg. Corr.) Das Repräsentantenhaus diskutirt die Tarifdill. 168 Redner

haben sich zum Worte gemeldet. Die Diskussion wird mehrere Wochen dauern.

Zrirungsstimmen.

Zn Brantwortung der HZ. mitgrtheilten aus Jugenheim (bei Bergzabern in der bayerischen Rheinpfalz) von 75 tadack- bauenden (Hemeindei-ürgern eingegangenen Adresse hat der Reichskanzler, wie die Augsburger „Allgemeine Ztg.“ mit- theilt, an einen dortigen Tabackbauer folgendes Schreiben gerichtet:

„Ew. Woblgeborsn, sowie allen an der Adreffe vom 15. d. Be- tbeiligten, danke ich verbindlichst. Die Bevölkerung der Pfalz ist: wegen ihrer Sachkunde auf dem Gebiete des Tabackbaues Vor anderen dazu berufen, iiber das Monopol ein Urtbeil abzugeben, und es gereicht mir daher zur Ermutbigung, von dorther eine Zustimmung gerade zu der Zeit zu rrbalten, wo die Frage des Tabackmonopols den gesetzgebenden Körperschasten zur Entickyließung vorgelegt werden foil. v. Bisinarck.“

_,Die „Elsaß-Lothringiscbe Zeitung“ widmet dem Reichskanzler zu seinem 68. Geburtstag einen Artikel, der wie folgt icdlreßt:

Seit 1871 hat die druische Politik es verstanden, Deutschland den Frirden zu erhalten. Darauf ist unablässig ihre Arbeit gerichtet, während ebenso unermüdlich die Heeresleitung bemüht ist, allen An- forderungen, welche eine plö lich eintretende Lage an fie stellen könnte, gewacbien zu bleiben. eber W[em Wacht in trener Pflicht- erfiiUung und Sorge _Kaiier Wilhelms Königéauge. Und diesen Frieden, Welchen Deuticblands Politik und Bereitschaft, vor Allem Kaiser Wilhelms Ansehen und Einfluß dem Weltibeile auferkegt _ der Kanzler 11th ihn, die mühsam errungene Ruhepause, aus, um das wirthichaftlicbe chen der Nation, wie vordem das politische und militärische, auf "eine eigene nationale Basis zu steÜen. Dies _ und daneben die Starkung des monarchiichen Staathedankens und der Macht der Staathcwalt _ ist die Bedeutung der inriern Kämpfe, Welche wir durchleben und deren Zeugen wir sind.

Bei aÜsu Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage besteht doch kein ereifel, daß sie zum Heile Deutschlands nach dcn Plänen des Kanzlers enden werden, und in nicht ailzuferncr Zeit wird die Nation dcn AufWand von Kraft uiid Zcit und Bitterkeit bedauern, welcher in diesen Kämpfen so unnötbig verschwendet Worden ist. Umsomebr, als der Reichskanzler für sich, für seine Amistbätigkcit, kaum noch die Vortheile genicßen wird, Welche er für das Reich anstrebt. Gerade desbalb wiki cr cs aber noch auf feste Füße gestellt sehen für den Fall, daß seinen Nachfolgcrn vielleicht nicht die Muße bleiben solite, in Frieden an der innxcrn Grfiaitung weiter zu bauen.

Möge es dem Kanzler vergönnt sein, die Vollendung seinos Werkes zu schauen und ihm die Kraft aus der Höhe noch für eine lange Reibe von Jahren, als die für ihn wie für Deutschland werth- dbÜste Gabe, zu diesem 1. April brirbeert werden. Müßte er sein Werk unvollendet verlassen _ gar Viele von denen, die ihn heute anfeindcn, würden drreinst mit bitterer Reue das Steuerrudcr in seine Hand znriickwiinscben.

Wir bier im S'isafx, dcnrn boi dem Blick auf das alte DcutsÖ- land die Partcigrgcniäyc nur um so kleiner und unverständlicher, ja unvrrständigcr cricbriixcn, cmpfindcn schr wobi, nur?; für Deutschland wie fiir das Ausland der Name BiSmarck an der Spitze der Ge- srbiiftc dcs Rcicbes bedeutet; wir empfinden bicr, mehr als es drüben jenscii dcs Rbcincs der Fall zu sein scheint, wie und worauf im AUS" lande gerechnet wird. Möge Dcntscblaiid 110ch oft am 1. AOril den Fürsten Bisinarck 511 seinem Geburtsmge nis Rcicbdkanzler, als Kanzler Kaiscr Wilbclms, beglückwünschen könnrn!

_ Das:- „Deutsche Tageblatt“ gelangt am Schluffe ilirer neuesten veraleirbcnden Monatsiidcrsicht über Ein: und Auzfuhr der wichtigsten Wagrcnariifrl, fiir den Monat Februar 1882 brzw. 1881, zu folgenden Eracbiiiffen:

Den guten A11fa::;„, 11.*c1chen dcr Januar armaibi, setzt der Fc- bruar mit bestem (Erfolge fort; daz Gcsammtbild gestaltete si-„b sogar nord bedeutend giiiis1iger„ da auch auf dcn bidbcr mcbr oder minder zuriirkgcbliebcncn Jiidustrirgrbictrn nunmehr die crfrriiiiib': (507.06- nung cincr si-xigciidcn Anrfubr, in mancbrn Fäilcn ami) begleitet von cincr .ibiwbmcndM Einfubr zu Tage tritt.

Ju rimdcii Zablcn ausgedriickt, brtrua die Zunabnic in der Aus- fiibr argen drii cxxisprrMiircn Zeitraum des Voriabrcs fiir Robcisen 4500 t, iür (*"'ise*ns.1brii.110 8500 r, fiir Baumwbilcnwaarcn 040 !, fiir Wdiicnirxmrc.1 3701. isn“ Scidcnwanren 170 t, fiir Leinenivaarcn 100 i.

(Reradc in den brrrorragendstcn Industriezweigen zeigt sicb also eine ebenso crbeblicbc wir erfrculicbe Steigerung. _ Ein Gleiibcs gilt für :'cdrr und Lcdcrwanrcn und seit iange amv zuin crstm M.:! :ricdcr fiir Holz und Holiwaarcn: bci erstcrrm betruxi dic Zitimbmc. ".ind Kwak namentlich durib dic fcincrcn Lcdcrn'narcn bcrbcigcfiibit. 320 t„ bcim Holz 9200 t, imd bci Holrivanrcn, (mib [*in wieder den fciiicrcn 'Ilrtcn 470 t; mr weitxrm Vsrd'llstäi1diaung icirit auch noch einige andere, nicbt i:! u-ik'i'ri'r [".cbcriicbt enthaltene Artikel aimcfübrt, welcbe ebenso eine Zumi'mc i.: d:! 'iiusfubr aufzuweisen bach: 1.511,15 [md (“iiaswaarcn 1."1.'x0_x, Darier und i_PxiPwarcn 3800 t, Maschine" „111.37 Art .';401) t, :;1::1i- kaliicvc Jiistrumcnic 440 t, Tbonwmrcii 7001, ["an (iin'mikalikn allein Kali 6500 t, (Fenicnt 8000 !, chi! 1500 i, (Kjscncrzx „3401-11 [.

Ueber dir in dcr Ein- und Ausfuhr der rcriibicdencn wictrctdc- arirn sicb ;rixcndcn Verbältniffe wird cjm- xirbtigc Bcrrtdeiimm rxst ini ivciirrcn Vcrlauf ch Jabrcs sirb crgcbxn können. _ Aixdcts liegt die Sorbo in Bctrrff *cer Mcbl-(k'in- umd Audfnbr, m wclche wir dieses Mal, abwi'iibend argen sonst, an!“:cr dmr cmcnt- lirbcn Mobi aucb nncb Stärke, K!.111111ck'] mid iixirbroici'e odcr acskbälic Körner mil cinarirbloffm bach; bicr crciicbt "ck mir" eine *Iiudfubrzunabmc ['on 7000 t, xiicicbicitia ride Erziinlrrabnabmc von 5500 t„ mithin ein recht erfreulichRciultai, rctntnimer wcitrte nnd noci» bcsicrc Folge hoffentlich nicbt fcblcn irtkd. "* B" Dkk (5111' und Ausfuhr vonkVicb alicr Art march Berandcrungcn von crbcb: licbcr Bedeutung sich nicht bemerkbar, dic Gcminmtbcwcgung aus diesem Gebiet:" bleibt eine lebhafte.

Koloniai- und Matcrialwaarcn allrr L_ltt craabcn abermals bc- träcbtliibs: Einfubrzunabme, was aux!» 1elb_1t_'c.cr nbnciagtesie Gksi'jkk der jc :igcn Wirtbsibaitsroiitik gls em unaunitiacb Zeichen 511 dcurcn nicbt flertia achrncbt bat; eine Zuriabmc, dcr Ausfuhr zeigt mb beim Wein mit 520 t„ beim Branntwein mit dem gcwaliiaen Quavtum von 10300 t. und wir »rrr, um auch de_n Dritten im Bunde nicht m vergessen, noch l'iiiiiifiiarn n*ollen,_ beim L*irr 11111251!) t.. _ Dic Zuckcrausfubr blcibt bid [cdi,um „circa 15000 : bintec der des_Vo_r- jahres zurück, wcirbc bckqpntlich einen ganz “abnormen, nahezu angit- licbcn Umfang kkkkikbtk. ubertrifft abcr dabei korb noch um mehr als das Doppelte die des Jahres 1880.