1882 / 108 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 09 May 1882 18:00:01 GMT) scan diff

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sem Krei c war erin . Von den KikÖle ist nur die zu Gangloff- sönuuerns durcb g Ebgcnmak der Verbaltmffe_ und eme reiß- vollr, beide Tbürme rer indenxe Yrkadengalerte bemerkenszvert „. Bas Profanbautcn betrifft, so itt _ dte Landgrafepbura zu Wnßensee leider zerstört, was um so bedauerltcbcr 1f_t_, als “ene noch vorbaudeyen, auf das 12. Jahrhundert deutenden xomaytjckxm Ueberreste am Schloß- jhore und Schlosse selbst eine zieu_1l1cb reiche Anlage vorausseßen [affen und auch die Befestigunacn, milityriscb betrachtet, wegen ibxer Krexs- form interessant smd. Die gotbi1cken Stadtbrcben von Ktndelbrzxck md Sömmerda gehören_ der späteren Fett an und find [fark veran- dert; ric Wcißcnsec'ck Hauptkirche ge ,ört zwar zum Thul noch dem 14. Iabrkundert an, ist jedoch auch vielfach entstellx. _ Au? dcm Innern der Kircbe'n sind die spätgotkyiscben Sakramentsbgmer m Gangloff- sömmern 11118 in St Nicolai 111 Wcißcnsce erwahnenéwextb. Gut erhaltene Schnixzawäre finden fick) in Sömmexda und We1ßcnsee; :die letzteren sowie der Schrein in Offenhausen „zergen auchuO61m018re1en aus dem 15. Jabrbunth. Aus der Zc1t der Fruh-Renatffgnce ist das 111010130118 von Sömmerda wegen der (1151111131111) m1tge- tbeilten) Skulpturen am Eingange zum _Ratbskeüer mtereffqnt. Das erst im 18. Jabrbundert erbaute Schloß der Commende Grtef- ftedt gehört eigentlich schon nicbt mehr m 0813 Rabxnen des Werks, ift abcr deshalb mit bincingezogen jvorden, M11 88 1111 Renatffancx- styl ajtsaefübrt ist und besondexs der effektvol] dekortrte 111111 m11 vielen Wappen ausgescbmückte schöne Ktrcbcnsaal zur Berglerchung mit anderen Kirchcn des Jobanniter-Ordeqs Anxaß bretet; zahl- reiche Abbildungen der architektonischen szelhetten, Skulptuxen, Wappen Ic. veranschaulichen die Beschretbmxg. Azul) d1e Axt1kel Weißensee und Sömmerda sind besonders, retch mtt Illusfxattonen bedacht, deren das Heft im Ganzen 46 111111111. In dem „016,23th- denkmälcr der Kreisstadt betreffenden Abschmtt find 111111) 15118 w1cht1g- ften politischen Ereignisse erwähnt, Welche den Krels w'ahreny de'r tbüringisÖ-säcbfisckyen Zeit berührt haben. Das Heft schltes31 1018 012 früheren mit dsr kunststatistisÖen Uebersicht'und etner GlockeysÖQU. _VonderSammlungdeutscherRe1chs-undPreußtscher Landesgeseße, (besonderer Abdruck'aus denz DYtsckxn Re1chs- und Königlich Preußischcn Skaats-Anzerger); zwerter „zabrgang 1882, (Berlin, Carl Heymanns Verlag) md exschrenen: Nr. ]„ enthaltend: 1 Verordnung, betreffend dis ercchttgung fremder Flaggen zur ?Zusübung der deutschen Küstensrack)tsal)rt, vom 29. Dezember 1881; 2) Bekan11tmachung, betrcffend die 00111) das Gesch 00111 22. Mar 1881 über die Küstct1frach1fabrt 1111111 berubrten vertragsmaßtgcn Be- stimmungen, vom 29.Dezc*1111*cr 1881; 3) Beka11n1mach11z1g, betreffend die Uebcrcinkunft mit den Niederlanden Wegen geZen1e111g811 Schußes der Waarenzeichen, vom 19. Januax 1882; 4) Bekanyxm0chu11g, bc- treffend die [Übereinkunft mit Rumänien wegen gegensktttJen Marken- schußes, vom 27. J0131'0r 1882; 5) (Gesetz, bcjreffend dre Eerbmgg eincr BeruWstatistif im Zaer 1882, 00111 13. Febr'uarW 1882; 6) Bekanntmachung, Betreffend 81118 Abandcrung des erzetchnt1se§ der geWerblicbkn Anlagen, 10811138 eincr [1010111110611 (Geyehmmurxa bedurfen, vom 31. Januar 1882; 7) Gesetz, betreffend dre Ausfnbxnng des Anschluss?; der freien und Hansestadk Hamburg «„das “0811111118 3011- gebiet, 00111 16. Februar 1882; 8) Vérordnung uber “000 gewerbs- mäßige Verkaufen und Feilbalten von Petro1eum, 00111 24. Februar 1882. (Preis 25 „H.) _ Nr.]1.: Eanxf emos JnrxungxstajutH auf Grund das Rcich§gescxxes vom 18 JUN 1881, 11111 Sachregtster

(Preis 60 -x_1-) , Land: und Forsttvtrthfchqft. _

Vom Westlichen Taunus, 2.5.9191, 10111) der „DcutWen Reichs-Post“ (1811181161: Trotz 1788 1711681111111 echten" APULWLtters: kalte Regenschauer, warme Sonnenblzcke, bssttge S1UkMk,'31_lk Ab- wechslung leichte Schneefälle im betrgc, schauen h_cute Wte1c1x urzd Felder, Weinberge, (Gärten und Waldßr 081111011) focb und gxun zu die Welt hinein. Das Korn schießt 111 dcr Mamebcne 11816118 111 §21810811, 1:11" Weizen steht lückenlos Und wohlbestcsckt" da, und der Raps in 001121 Blüthe.- An . den Fcldgcwachsen haben die Frostnächte vorigen Monat kemen' Schaden „an- gerichtet, dagegen 171111611 dic Blgthen de_r Ktrschen-, _B1r11-, Aprikosen-, Reineclauden- und Mugbcllenbaumc, ngmen111ch 'm den Niederungen bedeutend Noth geltttxn. _, Dte 5180811118 th- terun rvar, wie man fich zu überzeugext offers rm Gebuge eben Ge- legen eit Hat, für die Jagd nicbt ungunft1g. Denn abaxseben davon, daß bereits junge 111811 in Menge bxmerkt 10810811, (31851, 88 auch chon junge Re hübner._ _Da xm Zum e1ne_ zthte Brut Etattfinden wird, sod dürfte dxe nachste Hubncrjagd 05118 1081181 ertragreich wer en. , . 3 Wien, 8. Mai. (W. T. B.) Nach dem 011151811811 Beruht

„über den Saatenstand Ende April ist der Skand der Winter-

saatcn theils 11111, 108118 sogar portrkfflicl), 1501110 im Allgrmeinen

derjenige dcr Sommersaaten.

ÉLVXTe und Handel-„ __ , , Nack) Mittheilungen aus Rom und Florenz so'llcn von Kon1g11ch italienischen Behörden chna'ckyxt folgende Lteferun gen .:11 ' “0 81012 evcrccnwercn: , Sub1n1z11111211 Maigd. J.? MittagsTl Uhr, 0011C'01'r (FOiwknson *cder 'tarkommi 10a der DivisZM 0011 urin, Yia e“6111 rancc co „u YYY Nr. 7,7seine LiefermÖq 0011 12000 Sacken aus Segeltuch tm mmtwert 0011 30000 .: , ' esa2) am 12h. Mai "0. J., Mittags 12 Uhr, von der Bay-Dtreäwn des 2. Sccdcpartcmcnts 111 Ncap0l, Strada Santa Lucm (: Mare, eine Lieferung von Lärchcntan11cnbolz1m Gesammtwertb 0011 116 380 L.: 3) am 15. Mai 1). J., Vormntags 10 Uhr," von'dcr (5101101111: direktion dcr Eisenbahnen im Ministerium dcr_ offeqtlzcbcn 51111301th in Rom: eine Lieferung von Eiscnhabmnatcrml (cmsachc WMW, komplette Signalscheibcn, Waffcrbcbalter, Luftdruckpumpcn, Krabnc, qu eiserne Röbrcn, Drclßscbcibcn und Puffer) 1111 Gesammtbctmgc von 0, . 14 941011118212. Mai 0. J., Mittags 12 Uhr, 0011 dxr Axtillcrie- Direktion in Rom, 710- San Cotimato (Trastevere) cme Bt_cfcrung von Hölzern 111 Rädern, von Bohlen, Balken, Bremern und SLammcn, in Uln1cn-, Sichem, Eschen- und Fichtenholz 1111 Gesammtbetragc 1011 400 L. , „_ __ . __ 13 Ucker dic spezicchnu Vcdincs111lngcn d1escr 8501111111000 111 das . " c 011 Ort und Sie c einzu c)cn. _ Naher“ Das chcbästkcracl'piß kcr Dcut1cl1cn 81111112», Pen: sions- und Renten*Vcrsickycr_1_1nas-Gc_sc_ll1ckaft» ay] Gegenseitigkeit zu Potsdam fur das Gc1chafts1alzr 1881. 111 noch aünstiacr als das dcs Jahres 1880. (78_10.J_rcn „111 crlcdtaen 5054 Anträge mit 10 702 160 „48 3111111111 11111110.13,10„«-.Jahresrente, Davon Wurden angenommen 4413 2111th 111008690560 „18, abge- lebnt odcr zurücknezogcn 533 Anfrage uber 1 143900.“ und auf 1882 übertragen 88 mit einer Antranssmnmc von 258100 „1- „D.“ erzielte Ucbcrscbuse bcläuft ficb auf 90754 „48: der stat11tcn1naßtgc Antbcil witd 11011) Ablauf von 3 Jahren 5111: Agc-thctlyng 011 die mit Gewinnantbcil Vctßcbcrtcn gelangen. Dtc Pra1ntcnc111nak1nxe it auf 1694 910 «16, 'die Zmsencinnabmc auf 155 953,81 „48 11110 dtc esammtcinnakme auf 1887 086 „461 gestiegen. Das (351'1c1m111t- vermögen des Instituts bat ficb ron 5036211 «ik; auf 5661_55_0 „111 gehoben. Dic Prämienrescrvc Wurde im Jahre 1881 um 55581479 .,“ vermehrt unk: bejräat Enke 1881_4_834_347,39 „48 ur Sterbe- äUe wurden im verfloffencn (Ho](bastsjabr 511.130, 9 „47. und Lm Ganzen von 1869 bis 1881 3920 489,27 „16 Vers1che111nx1ssummc lt. _ außgcÉchm .Dtcsd. Jomn.“ cntncbmen wir folgenden vvn1.)_.k, M. datirten Bericht von der Lcip iger Messe: Die abrtkantcn baumwollcner Rock: und ofenstoffc batten dexmal nur wenig Waarc mit ur Messe gcbra_cht, da fie we en dcs 111 dicse_1_n Jahre bei Zeiten eTngctretcnen Frubjabwwctxcrs 111011 vor dcr Meme von Haus aus bedeutende Aufixa e zu effektuzren hatten. (Es ginaxn viele dieser Stoffe nach Ruman en und Sndamcrika. _Daö Met;- gescbäft war daher von geringer Bedcutung, zumal auch „dre deutschen Konsumenten während des ganzxn verfloffc11cn,lauen thteréi wenig 1: cictn genötbiat waren und 1111) soviel vcrdtenen konnten, _mit den 10 Einigen, dabei rccbt cscbmackvoncn Kleidungsstoffen bei thten sicb versehen zu können, edacbte baumwoüene Rock- und „Hostnstoffe scheinen immer mehr und mehr von dem Meßrlav zu verxchwinden,

weil die Reisenden der Fabrikanten die Kundschafx außex den Weisen besucht und desba nur noch wenig Einkaufer fur ge- dachte Artikel zur Meffe kommen. Größere Fabrikanten wollen nur noch mit Musterlagern kommen, wodurch tbnen große_ Spesen Zrsvart bleiben. _ Von wollenen Strumpfwaaxen laßt ßcb 01e8mal nichs berichten, da die Ostermeffxn diesen Artikeln me gzmstrg find und selbst die so beliebten und lctcbten Pbantafiesacbenskeme Nebmer finden. Die Fabrikanten hielten sich daber„auch gar nicht lange auf. _ Von den thüringischen Perlenfabrxkanten'waren _mebrere dieSmal gar nicht zur Meffe gekommen, wetl fie, ketne Vorrathe der so beliebten Besayperlen für Puy zmd Damxnklcndung sammeln mxd noch hier bringen konnten. Diejemgen Fabnkanten, welcbe aber dre Messe besuchten, wurden ihre Besayperlen [chnell los und es konnte der Nachfrage danach nicht vollkommen genugt Werhen. ,

_ DcrHeringsfang bei JZland hat nach ememm der „Offs.- Ztg.“ mitgetheilten Ausweise im Jahre 1881 wieder erbebltch zu- genommen. Es find yon Norwegen dazu ausgezogen: von Mandal 5, von Stavanger 35, von Haugesund 160, 13011 Bergen 41, von Aqle- fund 3, von Molde ], von Namsos 2 Scbtffe', zusammen 187 Sch1ffe von 16 827 Reg.-T0ns, welcbe 167 705 !; Hemng,fischten. Der Rexto- verdienst, welchen die Fahrzeuge erzielten, war cm sehr großer, nam- lich durchschnittlich 1500 Kronen per Schiff oder 16 Kxonen per Register-Ton. ??ur Ausbeutung 018181 günsttaen Cbancxn btlderz 71ch augenblicklich in openbagen zwei Aktrengesellschgstcn mrt erbebltchem Kapital, welche den Heringsfang bei Island 1111 Großen bxtmben wollen. Der bei Island gefangene Hering wird als größtenthecks groß und fett, dem norwegisckyen ähnlich, 911811111811. ,

St. Petersburg, 9. Mai. (W. T. B.) Das Börsencoeré macht bekannt, daß der Eröffnungstag der dtcsjahxigen Schtffabrt m kommerziel'er Beziehung auf den 2. Mai (20, Aprtl) angenommen ift.

Verkehrs-Anstalten.

Plymouth. 8.Mc11. (W.T. B.) Der Hamburger P-ost- dampfer „Gellert' ist hier etngetroffen.

New-York, 8. Mai. (W. T. 'B.) Der Hamburger Postdampfer .Bohemia" ist hier emgetroffen.

Berlin, 9. Mai 1882.

Das Königliche Botanisckhe Museum ist gcstern in dem imposanten Nsubau des Botanischen Garkens eröffnet Wordcn. Das Museum, das vor AÜcm diejenigen Gegenstände (1118 dem Pflqnzen- reich umfaßt, die. wie (Früchte und Samen, Hölzsr, Wurzeln, Rmden, Fasern und 1010111105 0011100111711), durch ihr? praktisch? Anwendung ein allgemeinerks Jn1ereffe gewähren, nimmt die ganze z1veite Etage dcs Prachtbaues ein, wäbrend im ersten Stock 0115 Herbarium 1111th- gebracbt ist. Di? Objekte sind in sechs Säle 0011118111, 0011 “0811811 018 beiden im Mittelbau des Gebäudes liegenden mit Galericn 0011811011 sind, Welche 1111185301110 Aukstellungssackyen bergen. Das Meiste ist 111 großen, die Wandflächen bedeckcnden Schränken (1117519116111, deren wir 107 gczählt haben, andere Objekte befinden sick) in Tourniquefs. Zwei große Tafclkästen im Mittelsaal enthalten eine Sammlnng 0011 Abbikdunasn der verschiedensten Pflanzen, systematisch geordnet. 2111111 das Museum selbst ist so eingerichtet, daß man im AÜgcmcmen 0011 den niedrigsten Pflanzkn 111 einer Stufenrciße aufwärts zu den Höchst entwickeltsn gelangt. Saak ]„ 1861118 00111 Trcppenbaux, ent- Öält somit die ](1'37111-0Z'8Ü181), Saal 11. die (;)-1000808111108 und 11000001371888 (untcr ihnen den größten Weil der Sammlungen SÖWeinfurjs und Hildebrandts), Saal 111. im Anschluß (111 dem ], Saal die Gefäß-Kryptogamen, außerdem (1581: eine Sammlung aßtwrmer Holzstrukturcn, wie UeberWallungen, Ver- wachsungen, Vcrbänderungen, Drehungen u. dgl., Und die nach dem Wilmersdorfer WSJ zu belegenen Säse in drei Abtheilungcn die große Klasse der ])100KF1630. Wo die Natur die Darstellung nicht gestattet, [ind Aöbildungen und Modeüe zu Hülfe gezogen worden. Die Korr dore enthalten Hölzersammlungen aus allen Theilen der Erde; der Vorplak, zu dem man 0011 der Treppe aus zunächst «elangt, birgt Stücke von Baumfarncn, Cykadeen, Palmen, größere Früchte wie MalkdiNnnüffc, AffenbrodFrüMe, Riesenhülsen, Frucht- stände 0011 Sangopalmen, Blütbeystande vom ampasgras und dgl. Ein Katalog, der für 50 „3 kauflick) ist, enthalt etwa 1000 der wichtigsten Objekte und giebt namentlich über die praktische Ver- wendung drs AUSgeste-Üten die erforderlichen Mittheilungen.

Zn Angelegenheitcn dcr vairniscben Ausstellung sind der K. K._,österreichiscke Major Fischcr 0011 Sce, Kommandant das Feld- Sanitats-Depots des Dkutscben Rittcr-Ordcns, und der K. K*. österreichische Regimentsarzt 131". Myrdacz 0118 W190 Hier ein- gctroffcn.

Wie man dcr „Polit. Corr.“ aus Arbon 11101101, 1101 am 4. d. M., um 2 Uhr Nachmittags, in fcicrlicber Weise_ zu Kala- 1110kia11fdc111Jstbmus von Kori11tbdi_c Eröffnung dccr Arbsiten zum Ziveckc dcs Durchstich .[tattacf1111dc11.__,Drct- zehn Fahrzeuge, theils Krisgsscbiffc dcr_ (1110101181111 und 1111111111811 Marine, theils Privatgescllsckmftcn gcbörme Dampfer, [*kfördcrtcn dtc Königliche Familie, den Großfürsten Constantin 11110 mehr als 3000 311 der Feierlichkeit geladene Bewohner Athens 1111 den Schauplaß der letzteren. Könia GOM] 111111 11111 eincr filbcr- nen Schaufel den ersten Spatenstich 11110 füllte cigcnlyändig mit der c111§acbcbcncn Erde cinen silberncn Schicbkarrcn, tvclcbcn dcr Ministerpräfidcnt Trikupis ins Mccr auslccrjc, Es folgte unter Führung des Ingenieurs Bela Ecrstcr di: Vcficbtignng dcr 1111011 vollendeten und noch zu vollendcnden Arbeiten, 1001111711 5101110111 cine Dvnamit- und Pulvcrminc entzündete, durcb 10c1ckc cin 11111chtigcr Felkvvrsprung achsvrengt Wurde. Das Fest, bci dcm (chcral Turk und Gemahlin die Honnenrs machten, endete mit einem Vankgt in cinem cigcns bcmcstclltcn 111117 mit großchrackvt ansgestattctcn Kwk-k.

Die Bricftaubcn-Gcsellscbaft „Bcrclina' [111111111 am 13.51.1101 il*r1'dic§jäbrigc11 Wctt- und kciöflügc für Tauben. Für alte Tauben 111d1k1T011ren,00n Fricdcnan, cblcnd00.2338nnsceGroß-Kreuy, GroßYnstctwiß, Burg, (Eilsleben, “ecscn, Altenbeken und 0011 Cöln aus Projektirt; für junge Tauben, dercn Wcttflüac 0111 5. August bc_- ainnen, 130111111119 Touren, von Friedenau, Steglitz, Zcblcndyrs, Wannfcc, Wcrdcr, (51r0ß-Krc111:, Grosx-Wustcrwix, Burg und (7116- 180111 in Ausficbt genommen. Zur Vertbciluna sollcn gelang?" a1111§r Vcrcipsprciscn cine goldene Staatsmcdaillc, welchc 0011 Er. Majestat dem Kaiser crbctcn ist, und 7 filbcrnc sowie 7 bronzene Staatß- 1111111111011, die man vom Kricgs-Ministcr sowie 0011 dem Minister fur Landwirtbscbaft crbcfft.

Im Krollscbcn Etablissement wurde .1111 Sonnabcnx1 die Sommcrorcr mit der Aufführung des „Troubadour: eröffnet; Dx: neu gebildete Gesellschaft bcfiyt mehrere durcb ibrc 0101111101000 Zytc durcb darstellerische Begabung hervorragende Kräne. An d1c1c1n ersten Abende zeichneten ficb namcnjlicb “Frl. dx Lido (“38011011"), Fr_au Dcsta (Azuccna), Hr. Okcrlänkcr und Pr. Scbntte-Harxnjen aus und errangen fich reichen und woblrcrdicntcn Bctfa_ll. _ Gestern Abend wcbntcn wir der krittcn Vorstellung bci,_1.*1e, wohl 086 unqünjtigcn Wetters wegen, leider nur schwach bcxucbt war. Zur Ausfuhrung kam .Das Nachtlager von Granaxa' von Conradin Ktcuhcr. Die weibliche Hauptrolle der .Gabrtcle' wurde von rl. Kauer gegeben, die über ciz1klangvollxs, schönes Organ verfügt. J rc Stimme ist zwar nicbt bc!ondch_ kraftjg. reicht aber für das Krollscbe Theater vollkommen aus; mtt gefalltgem Spiel

enüatc die „Künstlerin allen Anforderungen, dte man zu stellen bcrcchtiat tft, und brachte ibrc lyrisch angehauchte Partie_cindruchövoll zu Gehör. Zu dem Bawton der Geseüscbaft Hrn. Schutte- armsen, bat Hr.

irektor Engel, dcr bewährte Öciter des Etabli ements und der Opetnvorstellungen, eine sehr tüchtige Kraft acwonney. (Fc entfaltete anncnebmc, wvblklmaenre und auch sehr kräftige Sttmmmittel. Sein eindrucksvones Organ würde aber noch ncwinnem wenn er das immer wiederkebrcnrc Tremolo ablegen möchte. Besonders gelang dem

Künstler die Arie beim Beginn des dritten Akts, die das Publikum zu reichem Beifall veranlaßte. Der Tenor Hr. Marion fand wenig Gelegenheit zur Entfaltung seiner Begabung, so daß wir das Urtbeil über ihn noch aus*,seßcn. _Jm Ganzen fand die Aufführung bei dem anwesenden Publikum eme wohlwollende Ausnahme, die fich durcb anerkennenden Bkifaa kund aab.

Mor en trjtt Mlle._ Maria de Lido als .Nacbtwandlerin' auf. Das E11 euzble wird. dteSmal ein völlig einheitliches sein, da die Künstlerm tbre Partte ebenfalls deutsch singt. Nur ihre Antritts- rolle im .Troubadour“ batte fie ausnahmsweise, da sie diese Partie überhaupt „zum e_rsten Viale vorführte, talienisch gesungen.

_ Dre Mtzncbener Gesellschaft vom Königlichen Tb8a_ter a_m Gar'tnerpl_ay_. hrachte am Sonnabend «(13 erste Novttat wghrend 1bxes dtesjabrtgen Gastspiels im Wallner“- Tbeater e111 _Volksstuck vqn Arthur Müller: „Johannisfeuer oder“ dc'r Gamskymg' und erztelte damit vor auSyerkauftem Hause“ wre'xzerum e111en_ Erfokg, der um so schwerer wiegt, als das Stuck m_it fernen stark auf pathetische Rührung berechneten Scenxn Vielfach) im geradenGegensat; zu dem steht, was man sonst 911 dzescr Statte des lachenden Huuxors zu hören gewöhnt ist. Es 1st eme recht aufregende und. bluttg verlaufende Wilderergeschichte, 10811118 demselben zu Grunde ltegt, und die uns in den einander fe1nd11chen„Hquptchaxakleren, einem braven Förster, den Hr. Albert ggnz vorzuglrcb sptelt, und „dem Jocbbauern, gen. der Gams- kontg, den Hr. Neuert glnetchfaus ergreifend darsteüt, äußerst sYannend , vor Augen gefuhrt wird. Noch intricater wird 018 Vervnckelung d11rch em LiebeSverbältniß zwischen dem Sohne de"s Jochbauexn, Vmcenz (Hr. O. Beck) und der Tochter des Forsters, „Letzt (Frl. Bach,. Daß es neben den Hochernsten Scenex ntckzt 417111 komrschxn _ tguren und Episoden fehlt, ist selbstver- st"an1311ch. 30181 der ergoßltcbsten sind der Sternwirtk) Anderl, vor- zugltch gesYtelt 0011 Hrn. Hofpguer, dem Leiter der GcseÜschaf1, und Ursch1„_sem Werl) und zuglmck) in Worten und Werken energischere Ehehalste,„ aus ,wechsr Frl. Schönchen wieder ein wahres Kabtr'etsstnck komrsch8r Darsteüungskunst geschaffen hat; dann aber ,auch dex Hetgerdgmcrl des Hrn. Seelus, eine an Ostadensche thurcn ermnexnde, Höchst realistische Leistung. Auch fur (Gesaxgs- und Tanzemlagen tst Sorge getragen; namentlich muß der 1trxvuchfige „Schubplattler“ allabendlich 118 08110 getanzt" Werden. “Bet, der Beglemmg des Gesanges vermißt man jedoch ungsrn dre Erkher, welche das lokale Kolorit erst vervoklständigen würde. Ausstaxtung' und scemsxhes Arrangcment sind zwar wieder außer- ordentl1ch „nnrkunasvoÜ, 1111 Ganzen genommen aber ist das Verdienst (11111) [*..U dresem Erfolge em ausschließlich künstlerisches, auf 1081ches 018 (Haste stolz sem können.

_ antralZSkaxing-Rink. Dir; italieniscbeOperbereitet D011tzett1s „11110111? 11111 Sarg, Malvezzi und S01.Aran1bur0 in den' Haupxrollen vor. Dre erste Ausfuhrung des „Maskenball“ findet bestimmt am 11a„chsten, S01111tag' statt 1101) werden Billetbesteüungen zu dieset: Oper schon ]th 1m Dtrcktwysbureau dcs Skating-Rink entgegen genommen.

London, 9. Mar.. (W. T. B;) Die gestrige Vorstellung von Wagners „Stegfried“ 111 Her Majcstys Theatre War abcrmals sebr zghlrerch besucht; von Fürstlikhcn Psrsonen Wohn- ten de'rselbkn dxr Prmz uyd die Prinzessin 0011 Wakes und der Herzog und “018 Herzogm von Edmbnrsck) bei. Unter den Darstellern Wurden Vogl als Loge und Frau Vogl als Brunhilde durch fast ununter- br0chet1e BetfaÜsspMden 11ng0381176081.

"778888158110111; 70111 9. U811882, 8 11111" Uorgaus.

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1181187810111 1181 Witterung

121118 Ospresgion, 1118 gogtorn 1101g811 111181“ Ilitto1118nt5011181111, 8111 Nachmittage! 11081" Oesterreich 1811, ist mit, 21108111080681 '1'181'8 110111178118 08011 0881118118880 formescbkitrxn, 80 (1883 im 8111111011811 (IJTILLJLbikts (118 (1181118111811 erheblich 8838011011080 1185811 111111 8111" 111111811 111111 811 (12! 08101111111011g 8111110180118 MÜNZE) 8118 110111- 1101181' Richtumx stattgefunäen 11811811. [18er (7801181881008, «8101188 811 (]Lk Westseite. (iet Depression ]iogt, ist, 1181 meist 8811178011811 bis frischen 1161111101180 1711111811 (188 1781181 1111111, 7011718881111 trübe, 1718118011 regnerisch. Rot 1111 18011117 11th ist (118 1181761110011 in 5508111118 118111117811 beim 1181800811811 811188 tiefen 1110111181119 16981." 11011 700 «Um 118111111811, 178161168 8111' 1181' Roräwsaebämo (18! britischen 111881n 8181118 111111110118 11111] uuäs881110118 7710118 1181701- 11111, «1111181111 (181- 110118 [1111011 311111011101 118011 81111178111881008 :n- 111011K81011t. R81881818uten1, 381111111118 11011 Ztealnu 11814811 gosteto Facbmittng (1818111812

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Redacteur: Riedel,

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elener.

Sieben Beilagen (einsQließlicb Böksm-Beilage).

Berlin:

zum Deutschen Reichs-Llnzei

.DE? 10S-

Yiehtamtlich ez.

Preußen. Berlin, 9, Mai. Im weiteren Ver- Taufe der gestrigen (5.)S“13ungseste der Reichstag die erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung fort. Der Abg. "Munckel erklärte, die Vorlage kündige fich an als hervorge- rufen durch allerlei Mißbräucbe, auch durch solche, die noch nicht einmal hervorgetreten seien, sondern erst _gefürchtet. würden; "denn in den Motiven zu §. 35 werde gejagt, daß man mit den Turn- und Schwimm1ehrern zwar bis jeßt schlechte Erfahrungen noch nicht gemacht habe, wenigstens keine bedeutenderen, aber dieselben könnten doch noch kommen und deShalb WLW? gegen diese Möglichkeit gleich vorgegangen. Aber es sei zu erwägen, ob die Heilmittel nicht schlimmer “181211, 1118 das Uebel, 0.1). der üble Gebrauch der übermäßigen Freiheiten, _ 88 gebe ja angeblich so furchtbar 0181 Freiheiten! Mißbrauch sei vom Gebrauch bekanntlich unzer- trennlich und an die SteUe des ersteren solle nun das Er- messen und 81118 Machtvoükmnmenheit der Polizei treten, die, “wie man wiffs, unter Umständen auch 181111 stark gemißbraucht “werden könne. Nun sage man: warum dieser (Zegensaß von Polizsi und Justiz; es seien doch beides Behördén und beide verdienten Zutrauen. Wer diesen Gegensatz noch nicht be- greife, der verstehe eben den Gégenfaß von Recht§= und Polizeistaat nicht, die sich nicht blos durch die Persön1ichkeiten untcrschi€den, die zu urtlxeilen hättsn _'im einzelnen Fal! könne ja vieUeicht der Landratk) schö11erurtheilen als der Richter _ sondern wesentlich durch die Formen, in denen geurtheilt werden 10118: der Richter 111111) GefeH-en, wobei jede W1Uk1'1r aux:- gescbloffen sei, der Verwaltungsbeamte nack) Rücksichten, die demselben al»?- erkwblich erscheinen mögen, Rückstchten des all- gemeinen Wohlbefindens, wobei Wohl- oder UobelwolXen ein- tretsn und 010 Gerechtigkeit schlecht wegkommen könne.. Die Einführung polizcilichcr Machtvollkommenhcit sei die Tendenz der Vorlage, unpolitischer Natur seien nur einige Seiten- bLstimmungen, z. B. betreffs der Gewerbe der Hufschmiede, das 100111 nur aus alphabetischen, nicht aus ästhetischen Gründen mit dem der Hebeammen zusammengestellt sei. Auch auf die Möglichkeit, daß man Aerzton, die Ver- brechen begangen hätten, ihre Approbation 10118 absprechen dürfen, 10118 hier kein Gewicht gelegt werden, obwohl die Motive sick) Über das Vorhandensein solcher Aerzte wohl etwas deutlicher hätten aussprechen sol1en. Der ärzt11che Stand werde das an unk) für sich nicht zugeben 10011811. Einer der Herren _ abe gesagt, 0118919111211th habe ganz offenbar bei dieser Vor- age an politische Motive nicht gedacht. Das sei sehr un- schuldig und darum 1110118 er es glauben. Wenn die Vorlage aber nicht daran gedacht habe, so sei das ein Grund mehr, daß das Haus sehr lebhaft daran denken müsse, denn inzwischen sei es ficherlich dcr Re- gierung eingefallen; die Kommissarien hättsn ja Alles mit angshört. Und daß man die Vorlage politisch brauchen könne, und daß der politische Hintergrund die Hauptsache sei, das finde man deutlich, wenn man den ganzen Kreis Über- schaue, der von dieser Vorlage in Mitleidenschast gezogen werde. Zunächst die Tanzlustbarkeiten. die Schausteuungen oder sonstich Lustbarkeiten, bei denen ein höhsres künstlerisches odcr wissenschaftLichecZ Interesse nicht obmalte. Beiläufig bemerke er einem der Vorredner, beim Ballet malte ja immer ein höheres Interesse der Kunst vor; das faUe also nicht unter diese Bestimmung. Sonst aber sei jede Lnstbarkoit darunter verstanden, die man in größeren Lokalen aquen [affen wolle, dazu 10118 die Genehmigung der Polizeibehörde erforderlich sein. Nnn seien solche Lustbarkeiten mit erheb- lichen Geldkostcn verknüpft, und das Interesse an der polizeilichen Erlaubnis; sei für den Lokalbesißer von großer Wichtigkeit. Das werde aber ganz und gar dem Er- messen der Polizei untergeordnet, mit Ausschluß des Verwal- tungsstreitwoch, den sonst die Gewerbeordnung zulasse. Der Regierungskommiffar habe vorhin zwar von dem Kroiöaus- schuß als von einer zweiten Instanz gesprochen; derselbe befinde sich aber hierin im Jrrtbum. In diesem Falle sei auch dieser bescheidene Rechtsweg außgeschloffen. 2280 sollten z. B. Yzolitische Versammlungen stattfinden wenn es, wie es zur

eschränkung des Schankgewerbes gefordert wcrde, die Poltzei jedem Gastwirthe das Hergobcu seiner Lokalität verbieten könne? Durch die Noche werde das Politische Ermessen sogar über das richterliche gestellt, ein Umstand, der das Ansehen des Richterstandes entschieden schädigen müsse. Die Nolhwen- digkeit einer größeren Einschränkung des Haustrgcwerbes ver- kßnne ssine Partei nicht, aber die höheren Behörden könnten knerbei beser einwirken, als die Polizeiorgane, zumal in kleinen Provinzialstädten oder auf dem platten Lande. Sei vielleicht unter den Mitgliedern der Rechten ( emand, der seinen Stand so unter polizeiliche Vormundscha 1 zu stellen wünsche, wie man es mit den Hausirern thun wolle? Glaube m_an nur_ nicht, daß man auf diesem Wege den Klagen, du: man ]eßt im Volke so vielfach höre, den Boden entziehen werdx; 1111 Gegenlheil, die Unzufriedenheit werde man 11111 der emen Seite vergrößern, ohne auf der anderen Seite s1ch Freunde zu erwerben. Wte ferner untergeordnete Polizxiorgane sollten unterscheiden können, welche Bücher pa,- triotijch scten, und welche nicht, sei ihm unverständlich; ver- ßehe man hier auf der Linken doch unter Patriotiswus ganz etwas Anderes als auf der Rechten. Welcher Patriotißmus solle denn nun gelten; der derLinkcn oder der Rechten ?dcr sächsische oder der preußische? oder etwa der des Regierungsvertreters? Hinter dieser Vorlage stecke ein politis er Hintergrund, und wenn derselbe nicht beabfichtiqt sein ollte, was er kaum lauben könne, werde derselbe jedenfalls benust werden, wenn lese Vorlage erst Gsse sein werde. Sympathisch sei ihm Art. 14, und eimgerma en erfreut sei er au_ch über Art. 13, dxnn er glaube, daß die Giiltigkeit dicses Geseßes noch in dtescm Sommer kommen solle wegen der bevorstehenden Landtagswahlen. Es lie e eine gemi eGenüasamkeitin diesem Artikel; es werde fich auß) manches ndere staben [assemwas man dann, wenn man die Einzelheiten be prcche, gaY3 gut werde annehmcn können, aber den Glauben an das oh!- wollen und die Allmacht der Polizeibehörde werde man auf

?

Erste Beilage

Berlin, Dienstag, den 9. Mai

der linken Seite des Hauses wahrscheinlich ver ebli 11 en, uxtd nach dieser_ Richtun hin werde, seine PartZi di?) Vßréage memal8 gut hetßen. O dann in einer Kommisfionsberathung, wenn „du: Ideen der Linken die herrschenden sein sollten, viel von dtxser Vorlage bleiben werde bezweifle er. Aber jeden- fa118 konye Axt. 14 bleiben. Die Annahme dieser Vorlage würd? für 1118 Entwicklung des deutschen Vaterlandes die trczurtgften Folgen haben; er und seine politischen Freunde wurden daher gegen die Vorlage stimmen.

Der Abg. von Kökler freute sich, daß heute schon einige Punkte des Geseßes den Herren von links annehmbar erschienen sezen. Nehme man auf der Linken die Parteibrille einmal 0011- 116111011; ab, und betrachte man die Vorlage von rein praktischem GestchtsPynkte aus, dann werde man auf der Linken noch viel an- deres Wunschenswerthe darin finden, was gute Sitte, Ord- nung und Gesundheit fördere. Der Abg. Lasker habe 88 ver- standen, gerade das Material von zweifelhaftem Werthe an?: dem 618128 herauszuareifen, habe es aber vermieden, das aÜgemezn als gut Anerkannte zu erwähnen. Er wolle nun 1318 Pgnkte berühren, in welchen das Prinzip der GewerbefrUhett nach der Meinung der Linken geschädigt w8ryen 10118. In Bezug „auf das Hausirgemerbe se1n1m (88188 fczst mchts gegen 018 bisherigen Bestimmungen aeqndert, nne “könne man da sagen, daß damit der polizeilichen W1kafxr Thür nnd Thor geöffnet werde. Ob die Polizeiver- waltun'g itberalL so wenig Ansehen genieße, wie bsim Abg. Mupckel, lasse er dahingesteUt, Jedenfalls sei die Polizei für 118101118 Maßrxge1n nothwendig, nämlick) ÜberaÜ da, wo die JysUz mch't emgreifen könne. Die Bestimmungen Über Handel Unt Arznetmitteln sollten einem lebhaften Bedürfnisse abhelfsn, exnxm „Arzt,:- oder Apotheker müsse bei konstatirter Unzuver- lasstgkett 018 Konzession entzogen werden können. Die Auf- rechterhalnxng der Sitte und Ordnung, Beschränkung der 1chädl1chenf Gewerbe, des Auktionirens seien die Haupxzweckz», Weser Novelle. Ueber die „Zuverlässigkeit der_rtchtsrkchxn Und administrativen Entschsidungen lasse sich strextetx. Auf ihrem Felde hätten Beide ihren Vorzug. WolLte man m so praknschen Fragen die Gerichte allein eutscheiden lassen, so würde dWS dem Gewerbe nicht dienlich fein, und man würde schließlich zu dem Grundsaßekommen, 11:11 ]0311113, 061881. 111111111115.' Uebrigens beruhten die Entscheidungen der VerwaltunJZOeztrksgerichte auf denselben gerichtlichen Bestim- mungen, wie dre der ordentlichen (Hexichte. Ueber eine P011ZL1= verfügung des Amtsvorstehers stehe dem Benachthciligfen das Recht der Beschwerde beim Landrath, oder die Klage an 0911 Kxexsaussch11ß 311. Das Hqusirgewerbe wolle seine Partei kemeswegs fetxzdltck) oder geringschäßig behandeln. Im Norden Deutschlands konne_man es auch am wenigsten entbehr0n. Seine Parterwolle 11111 018 arbeitSsch'euen Elemente aus diesem Stande eytfernerx. Jn dresem Streben werde seine Partei durch die öffent- 11che Metxmng unt_erstüßt. Der Jahresbericht der Handsch- kammer m Frgnknxxt a. M. verurtheile die Mißstände des Haustrerthym-Zmscharffter Weise, beklage, daß es den Charakter deerttele1angenommen habe, und sich als eine wahre Land: p[_age erwe1se. Dem_Stande dcr Handlungsreisenden glaube seme Partet geraye emen Dienst zu erweisen, wenn fie eine scharfe_ _Grenze zwxschext Reisenden und Hausirern ziehe. Eine Defizntzon dss Begx1ffs „PatriotiSnxu-Z“ sei 111181011198 schr schw1er1g. Dany moge man doch diese ganze Bestimmung aus dem Geskße strxtchen. Ihm wäre es am Liebsten, wenn „die KoZportage 1111t solchen Schriften überhaupt verboten würde. Brmge das Haus das Geseß zu Stande, dann würden dem- selben 0118 Parteien danken.

Die Diskusfion wurde geschlossen.

Persönlich bemerkte der Abg. 111. Lasker,wo[1!e er 0118 Irr- thümcr des Abg. Günther über seine Rede und die Vorlage, 01: er sich notirt habe, korrigirxn, so würde er eine halbe Stunde sprechen müssen. Mit sack)1_ischer Höflichkeit habe dexfclbe seine Rede getadelt. Er nehme 111r seine Reden in Anspruch, daß sie nicht leere Phrasen, sondern Ideen und thatsächliches Material enthielten, dadurch sei ihre Länge bedingt. Nach diesem Grundsatz würde auch der Abg. Günther längste Reden halten können, wenn derselbe nicht glaube, daß der Vorrath seiner Ideen schon erschöpft sei. Selbst an des Abg. Günther kurzen Reden würde er eine Kritik üben können, er sei aber zu höflich. Dann ha_be der Abg. Günther mit sächsischer Höf11c111eit ihm vorgeworfen, er wüßte nicht viel von Praxis. Es sei Sachc des Volksvertreters, die 181118: lativen Aufgaben nicht unter dem beschränkten Gcfichtswinkel eines bestimmten Kreises zu betrachten, sondern die Theorie mit der Praxis zu verbinden.

Der Aba. Sonnemann erklärte, der Bericht, von dem der Abg. von KöUer gesprochen habe, enthalte nur die Ansichten und Wünsche einzelner Kaufleute, nicht aber der Handels: kammer in Frankfurt a. M. Auf Sette L ßebe auSdrücklich, daß die Handel-zkammer Fragebogen herausgegeben habe, 11110 nachhihnen die Anfichten und Wünsche der Kaufleute objektiv mitt eile."

Dcr Abg.G11nther bemerkte, er habe nur den Wunsch anSgcsprochen, die langen Reden „des Abg. Lasker möchten mehr mit dem praktischen Leben 1m Zusammenhang stehen; ;itäe Kränkung für den Abg. Lasker habe darin nicht liegen 0 en.

Auf Antra des Abg. Vr. Haxtmann wurde die Vorlage an eine Kommi sion von 21 Mttgltedcrn verwiesen.

Es folgte_ die erste Berathung des Konsularver: trages zwischen dem Deutschen Reich und Bra- s ilien vom 10. Januar 0. Z.

Der Abg. l)r. Kapp begrüßte den Vertrag als die Be: friedigunq eines schon seit la:)gex Yu bestandenen Bedürf- nisses. Besonders erfreulich set dle estimmung, welche die Rechtsverhältni e der Deutschen in Braßlien in wirksamerer Weise als bis er regulire. Troß verschtedencr Einzelmängel bitte er, nichts an dem Vertrage zu ändern. Seine Aus- steaungen be 11 en fich im Wejentlichen auf die Ausdehnung der den K0n111n zustehenden r1chterlichen Vefu niffe. An der Form des Vertrages tadele er den deutschen St 1, mit welchem man bei den Fremden keine Ehre, einle-Sen würde.

Das Haus beschloß, die zwute Le ung im Plenum vor- zunehmen.

ger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. ““ * 1ZZ2.“

In der zweite_n Beraxhung wurden nach kurzer Debatte, an welcher sul) dre Bundeskommissare Geh. Legations-Rath vqn Vuddenbrocx unh Wirkliche Legations=Nath 01. Frhr. von Rxchthofcn, 101018 dre ngg. 01. Kapp, ])1'. Perrot 11110 131'. Ytrchow bethetttgten, d1e sämmtlichen Paragraphen und schließ- ltch das ganze Gesetz in zweiter Lesung angenommen,

11 U.Jierauf vertagte sich um 31/4 Uhr das Haus auf Dienstag r.

_ Im weiteren Verlaufe der gestrigen (W.) Sißung des Her1'enha'us88 foLgte als zweiter Gegenstand der Tages- ordnupg Der mimdltche Bericht der Eisenbahnkommission Über 0811 (HZfeßentwurf, betreffend die Erweiterung, Vervoll- standtgung und hessere AUSrÜstung des StaatSeisen- bahnneße's und d1e dazu eingegangenen PetitioneU. Der RLWWUZ Fürst zu Putbus beantragte Nam0ns der Kommission, dkm Gexeßentwurf in der vom Abgeordnetenhause 08schloffenen 1 „assung 018 verfaffungsmäßige Zustimmung zu 8111121180 und Über 018 Vetttton dex: Ober=VürgermeistErs 082301111.“ 111650111 9101118118 081 Stadt Cöln wegen Um- bezw. Neubau der dortigen Bahnhofs- 111111113811 m1t Rückstcht darauf,. daß nach den Exklärungen der 1100113116180 Staatsregierung im Abgeordncanhause dieselbe gemengt se1, 111 weitere Erwägungen des Gégenstandes ein- z11trete11 und demnächst eine neue Vorlage zu 111ach811, zur Tagesoxdnung überzuge_he_n.-

_ In der Gemeraldiskuffion bat Graf 0011 Dönhoff-Frisdrickx

stem 11111 den Bau einer Sekundärbahn von Königsberg nach Cranz 111 2110111101"; an 018 Sekundärbahn nach Labiau. , Dex M1mster der öfscntéichsn Arbeiten Maybach legte die VUUZLPLSU dar, naoh welch2n die Regierung bei der Anlage von Sekundärbahnen verfahre. Einen Bau von Königsberg 11achCranz könne er nicht in Aussicht stellen. Für den Zweck des, Besuche?- 088 Seebades würde eine Pferdebahn genügen. „SM. Ja111zar 1880 sei der Bau von 1956 11111 Sekundärbahnen m Anngs genommen resp. beschlossen, und mit einer Aus- nahmeihätten 018 Kreise und Vrivatintereffenten 018 dazu er- fordsrlrchen Terrains unentgelttich hergegeben.

In der Svezialdiskussion wurden die einzelnen Para-

graphen der Vorlage ohne crhsblickze Diskussion genohmigt. 21111 dsr Debatxe bethLiligten sich dio Herrsn Brüning, Adams, 2881191? 1381 penxenigcn Posttionen, welche sich aufdie betreffenden Stadte '(Ö11086h811n, Coblenz und Düssleorf) bezogen, und 11011811 11181081 der StaalSrsgiErung ihre Wünsche zn erkenncn, 011112 deftmtive Anträge zu stellen. Schließlickz wurde das 1311108058183 nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses gc: 1111111111111 11:11) auch der Antrag der Kommission in „Bezug auf 018 'Vetxnon der Stadt Cöln angenommen, nachdem Herr 211180111211 diese letztere befürwortet hatte. . Es folgte der mündliche Bericht derselben Kommission über „den Gesetzentwurf, betreffend den Erwerb des Berltn-Anhaltischen Eisenbahnunternehmens für den Staat.

Der Berichterstatter Herr Brüning beantragte, dem Ge- sgßentwurf m der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung 018 verfassungsmäßigc Zustimmung zu erxheilen und das Haus trat diesem Anfrage ohne Debatte bei.

_ Lcßt-sr Gegenstand der Tagesordnung war der münd- 11che Bericht der Vudaetkommission über den Nachtrags-Etat pro 188283.

Der Referent Graf von Zieten-Schmeriq [WÜUÜWZW un- veränderte Genehmigung der Vorlage; das Haus acceptirte 11101811 Antrag ohne Disknsfion. (Schluf; der Sißung 4 Uhr 20 Minuten.)

. __ Wir tragen heute die Rede nach, mit welcher 1111: Mnustcr fürLa11dw1rtl)schaft, Domänen und Forsten, Lucins, 111 der 18. S1ßung dcs Hexrenhauscs am 6. d. M. folgende 0011 dem Grajen von Sch11eben an die Königliche Staats- rcgwrung gertchLete Frage beantwortet hat:

1_) Ist es der Königlichen Staatßrcgicrung [*ckannt, das; in den ("1701111111 Provinzen des Staates die Parzellirunacn _ soge- na111118 A11§1chlacbtungcn _ 0011 Baucrngrundstücch in cincr, die (81111013 des Bauernstandcs gefährdcndcn Aqucbnnng 111 den letzten Jahren 31111e1wmmcn haben? und 2) grdcnkt die K011iglichc Staats- rcgicrzmg hiergegen einzuscvreiten?

Dte Rede hat folgenden Wortlaut:

Meinc Herren! Der Herr Graf von SÖlixkcn 11:11 der Be- aründnng scincr Interpellation einen so weiten R.K[UUCU (1010111811111; 10 in der That schwierig sein Würde, auf alle 00:1 111111 erörterten Punkte svczicll einzugeben. Ick) glaube aber dock 1181111101011 zu kön- 111'11,_1*.1'; das Bild, 10elchcs er im Allacmcincn 0011 den landwirth- 111181111111en Vcrbältnisten in Preußen entworfen 17.11, in vielen Punkten zu schwarz gemalt ist.

Ick «laude, daß wir im eigentlichen Sinne 0011 cincr fortscbrei- tenden 2191011111101] in den landwirtbschaftliMn Krcijen 111 keixtcr Weise rcdcn 101111811.

Wir 11111111 vielleicht nicht so viclc 111121 so 1111111111: 101111111118 gemacht, wie wir fie wün1chcn können, aber direkte 9111111111111". (11.111111' ick), kann man vielleicht in ganz vcrci111citcn kcfcbränktcn Landcötbcilen nur kcnstntircn, wofür aber die Bckingunßen schr wahrscheinlich in den veränderten VerkebröverbältniXen in erster Linie liegen. Jeb möchte dagegen behaupten, dak: 11118 die lcvten Jahre Weniger Rückfchrittcxin dem einen odcr anderen Gebiete ge- bracht haben, als im Oegen_tbcil sebr 1111111111iévc und große Fortschritte. Ick deute einsach auf die (Entwickelung bin, die unser Kommunikationswescn genommen, die es mit jedem Jahre in weiterem Maße nimmt, und in welchem i11 allrrcrstcr Linie ein brfrucbtcndes Element auch für den landwirtbsckénftlicben Wohl- stand liegt. Ich babe in mcincr dreijährigen Amtszeit acradc Veran- lassung gclxabt, Notbstankßgcgenden, Gegenden, die in erster Linie als Notbstandöacaenden bezeichnet werden, zu bereisen, und da kann ich doch konstanten, das; mir, wenn ich in den Unterredun en mit den Ortskundigen und Orwan cbörigen frame: ist es denn cblccbtcr ge- worden, wie (0 vor zwanzg Jahren war? dies 1111111 in einem Falle bejabcnd beantwortet ist, jondcrn daß in jedem Falle gesagt wurde, das; man allrrdinas vor zwanzi Jahren einen Uhr mel eringeren Viebstand qualitativ und quan tativ gehabt hat, und 086 die (Er- träaniffe mcbt böbrr, sondem meist niedriger aen'escn seien. Ich köxmtc das aus den verschiedenen Provinzen svezialiürcn. Ich kann (1110 nach meinen am111chen Erfahrungen nicht zugeben, das; in einem größeren MaßYin landwirtbschaftlicben Kreifcn ein Rückgang det landwinbxcbaftltÖcq Wohlstandes stattgefunden hätte.

Ferner glaube 111) auch darauf hinweisen zu können, DZ 111 den lcßten Jahren für die Kultivitun aller landwirtbscbaftlicben strick“!- zweige Seitens der Königlichen taanregicrung schr viel und Wesent-