1925 / 232 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 03 Oct 1925 18:00:01 GMT) scan diff

verarmten VolkÉTwi-rischaft naturgemäß nicht rsichkich sém können, nicbt“ in Eiskkk Linie iinmér dciijc'nigcn zuguie kommen, dis darailf im [*S- soridrrcn Maße angrwirsen sind, sondern daß man durch EML allzugrrße Sciyrnmtisierung und Bürokratifierung der Wirtschaft Lasten auf- erlrgk, die vielleicht, wenn man hier n-icht das richtége Maß einhält, dazu fübven können, daß der Kreis derer, die der Fürsorge bedürftig sind, sich nur immer mehr dergrdßsri. Das wärs ein Unglück für unser schwer arbeiteudcs Volk.

(Tine andrre Frage, die im Ausschuß und (1in bei drn früheren

Verdandlimgrq eine groß? Rolie «spielt bat, ikst di? Frruge drs Promotionörechts der Handelöickochscht.len. Ick glanbe, daß wir in der Stellungnahme des SiaatSminiftrrium-Z einen Weg grfundrn haben, der die Frage des PromoiidtiSrechtes, insbesondere auri; der Bdrliner Handelshockyschule, so regelt, daß alle Betsiligtsn damit eindrrstcmdsn [sin kdnnrii. Uebrr dirse Frage Hat sich, wie Sir beobachtri habs" werden, in dcr Tagrödrssse eine grwisse Diskussion er- hoben, die zum Teil darauf abgestimmt war, daß für die Beriinrr Handclöhochschule ivgend ein gatiz neuer akademischer Grad geschaffen werden sollie, der dem Wesen des kaufmännischen Berufes ganz fremd sei. Diese Auffassung ist völlig verfshlk Wenn die Berliner HiiiidklÖkWÖskbUlL, die sich in sehr erfrenlichcr Wris-e Miwickr'lt bat, jeyt cmch niitrr gcwissrti Brdingungen das Promotiorisrecht bekommen soil, dann [dll sie damit nicht mehr, sondrin nur JSUÜU dasselbe er- 701([*('11, was die jrxiizxcxi wirischafiswisscnsrixdfilicbkn Fiikuiiätrn Kiiim und Fraiiksitrt mi Rkihtrn erhalirn 535911, dir ja nichts irrscntlick) andcrcs ais -L),iiidsiöl)dchschuien sind. Ick glaube, daß dsr Ldiidiag Obklist) wie dir. Verivaltrmg ailexi Grimd hat, dankbar anzuerkrimen, ddß in drr g€g-rliidärtig€11 Zsii drr wirtsrbwfilichcn Sihwicridkriirn und Nöie di? Brriiner Handelskammer so Erhebliche Mittel für einen kuliitrcllrn Zivi'ck, wie ihn die HaiidriSivri'lx-srkitlr »darsiclli, aalfk-ringt, wir sie das (ill die JAM rmx; aller E(hiriri'igidiisn gktrm Hat.

Die Rrgirrung [sgi !miurgrmäß drm (ilirrxxrdßién Wrrt darauf, daß die Zilsamnidimrdrii mir dem 011|i[i(1)011 BOMfOVCle'ingLN im Hirndsl, im GSWNÖL imd im Handirri'k möglichst innig ist. Wir haben uns dazu EnisÖiOffEU, die BcriÖiL, die wir don dyn Hakidclskammrrn de- kdmmcn, allmonatlici) in znsiininirxdgrfdßtcr Form i_wraiiszugddrn. Ich glaube, d(“lß wir damit einen Weg besckyriiien hcibsn, drr Anrrkcnnung findet; jedenfalls Mischke ich das Mis der vielfaciycn Vrrwrndung schließen, dix? dirsrs Maicrial in dEr Orffenti'ichkeii gefundrn bai.

Die Frage der Zusamnteniesung nnd der Vrrmindrrurg der Zahl ker Haiidi'lsi'ammrrn bat den Au-ssrhuß rbrnfalls ibe-schäftig-k. Ick bande stkwn dort zum Ausdriick gebracht und möchte das hier noch einmal k,-_er*dd1'i)rben, daß ich auf dem StandP-unki stkixk, daß wir in “drr Frage e.:jnrr Znsmnmrnfassung don Kammern einen sciyarfcn, iibereiiien Dru-xk nichr audiiben sollten, son'drrn daß wir zunächst einmal abwarten können, wie sick) die Dinrze aus sick) seixdst Heraus den Noiwendi-gkeiten entsprrckwnd gkstaiirm und wie sich die GrUppirrungen, die inzwisixen eingrtrcien sind, bewähren, Wir balken es gerade in der jeßigen, Wii) immer wirtschaftlich unrndlirh nmwrmairn Zeit für erehii, auf dissem Gebikt etwa zu Experimrntrn ÜÖLi"z'ilgL[)€11.

Was 'die Neuorganisaiidn des Haridwerks an- ka n gt, sd wissrn Sie ja, daß seit grrauimer Zeit im Reiche ü-der den Eninvrxrf rxinrr Handwr:kékmiimerordiiung vOiE-rreiirt wird, wo'bei wir auch GLirg-eiibdii babcn, [[m-irren Einfluß ausziiiiden. Er ist von uns kimmcr wirder in dcr Richiumg eingrsrßi wordrn, “daß die HUUDWWW- ordnung möglickxst bald in der Farm rinrd Gcsrßrniwurfs ddr-chegt Mrden möchte, damit diese Frage en'diici) enl-sckyirdrn werdrn kami. Was “dem Inhalt drr Hmidircrksdrdmmg angehi, so wird darauf Br- dacht zu nedmrn skin, daß die. Organis-aii-ondform, die fich im Hand- korrk alimäblicky durchgescyt und dnrchgchiid€t hai, zum Artsgdngs- punkt grtiommrn wird und 'Oklß man dcr SeWsi-Perwaiiung des Hand- Wers im Rahmen dieser Organisation eine möglichst freie Eni- wickiung Föjiiik. (Bradol links) Das Handwerk ist ein so unetidiirh bedeatungÉwiiér und wichiigcr Teil unseres le-ksiums Wberimupi, daß man in der Organisation des Handwerks dieser Brdruiimg doil enigegeni'ommcn MUß, andererseits rider seidstdrrstéindiiri") nicht aus drm Augen verlierrn darf, daß das Handwrri' tr-oß odcr diciieirhr gerade Wegen dieser séiiiér grdßkn Brdruimig innerbdi'b drr Volksgemem- "schaft immrrdin it-irhi isoliert und Nnabbäng'ig Von den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der ganzen Gesellschaft organisiert und der- wiilict werden darf.

Trr Herr Bcricßierstaticr hai mit einem Worr unser Verhäiinis zur ReiÖSBaHngesellsÖaft und zum Reichverkehrs- m i n i ste riu m gestreift. Der Landtag hat fick) ja schon bei anderer Gekegrnheik mit diesen deieHungen ausfiihrlich beschäftigt. Wir dürfen bei dieser Frage nicht übersehen, daß “durch die Schaffung drr Dcrwes-Gescße, insbesondere auch des Eisenbahngeseizes, und durch die Zustimmung der L-än'drr, alio auch Preußens, zu diesen Ersetzen sich die Länder eines großen Toiles ihres früheren Einflusses begeben baden. Es wäre falsch, wenn wir glauden woÜten, daß wir ähnlich wie früher unsere Wünq'che “durchsetzen könnten. Ich nehme an, daß auch die Herren, 'die die großen Anfragen und Anträge auf diesem Gebiet Vorgelegt ha-ben, sich Vor Augen haiken, daß leidrr unser Ein- Fluß von vornherein durch diese Geseke und durch die Ve'r-adredurigen, die aus Anlaß der Neugestakiung der Eisendaßderbälinisse getroffen Wurden sind, begrenzi ist. Sie wissen, daß wir einen Einfluß dark!) Ernennung eines sogenannten preußischen Direktors, einrs Mitgiisdes der Gereraldirckiion, eingeräumi erhalten haben; Sie wissen fCMLk, daß wir einen Einfluß auf die Ernennung eines preußischen Mit- gliedes im Verwaliungérat “eingeräumt erhalten haben. Gerade abcr,

. wril unser Cinfiuß gegenwärtig durch die Entwicklung so begrenzt ist, müsseri wir erwarten, daß ali: Beteiligten, sowohl die Reicixsbabn- verwaltung wie das Reich, diese Reste don Einfluß den Läxrdern, ins- besondere aucb Preußen, urigescißmälert ziikommen lassen. (Sehr richtig!) Ich glaude, daß auf allen Seiten der gute Wille besteht, in dieser Art zusammenzuavbeiien, Es wäre jedenfalls ganz unerträglich, wenn das Reich die Abreden, die getroffen worden find, nun noch ganz besonders eng auslegen wollte, um den Einfluß, den Preußen noch bat, nun noch darü'ber hinaus zu schmälern. Das würde um so unerträg- licher sein, als mich das Reich nicht übersehen kann bei diesen Dingen, daß es für “die Länder sebr schmerzlich ist. zu sehen, daß sie ihr wert- vollstes Objekt, ibre Eisenbahnen, nahezu kosterolos dem Reich zur Verfügung gestellt haben (sehr richtig! links), so daß das Reich jetzt einen wesentlichen Teil der Reparationslasten daraus ziehen kann. Ick hoffe, das Reich und die anderen beteiligten Steuer: werden sich die psychologische Einstellung, die sich aus dieser Tatsache im preußischen Volke endwickelt bat, vor Augen halten, wenn wir zu _ weiteren Verhandlungen und Be-sprechungen über diese oder jene organisatorische Frage gelangen. '

Ein Wort über die Elektrizitätspolitik und die

bdlirn, wrnn LM der Staat seine Mifgake darin sehen wriiie, in isn Gsbirkcn, in drm]. er jcxii eine Art I)irnrxrisisiiiixxi in dsr Ciekir25itäl§drridr9ung erhalteii Hai, dicse Siréiiixig JUÉZUUUYLT], indsm er 'der Wirtscixift durÖ erhe Siromdreisr iédbc Unkdstrii aixf- erirgt. (Srbr richtig!) Tann wiirde die ganz? staaiiéiize Elekrrizxäis- politik keinsn Sinn babsn, wrnn dsr Swat etwa 111 die Siri]? eines Pridximdndpois, das za befürrbjéii war, mm srinersrits kilkkWP-I- listxsck)? Brsti'rixiwwii irrisn lassen woiiir Tir Lénk'? "drr staaiiddßn Clxktrizitäidpdliiik mus; dieimrbr diiixin ()(-brd, der Wikisrbaft im “In- télkssL ibisr (,Z'iiiwiriiiiiig Uiid Brfruchiung drr] errm sd biliig irie wögliÖ zu lichrn. (Srdr giti!) Dabei düifrn aber die Verbrawker n1cht iibrrsebrn, daß auch die stddilick)? EiriiriziiäiSdeiwaltung eine Wirtschaftseinrichiung ist,und keins ÜZohliäi-igkCiisanstait, (Sehr richtig!) Es smd Bedenken erhoben words", Vik) 'die Preiöpolitik drr staailickén Eirktriziiäiswrrie immer rirhiig gdwesen sei. Die Zabirn, die anrn da génanni wordrn smd _ sie habkn a-uri) in

. Erwerbslosen in der JnflationSzeit, im Jahre 1921 und 1923, damals,

einer Anika»? oder in einem Anirag ihren Niedrricdl'ag gesundem _, irefferx nicht zu. Es ist nicht rirkxtig, daß die staatlickx-e Verwaltung besomdxrs ieurr arbriiri; dadon karm keine Red? skin. Es darf bei den Zahlen aucb nicbt vergessen werden, das; wir uns im Aufbau befindi'n, daß die Eiskiriziiätsgeseilscbaftrn nicht eingéarbeitei Und eniwickeit, sondern im Aufbau sind, und das: es. WEM] wir wriirr voraiikdmmen, aiich möglich sein wird, wiriirkafiiickrr zu ardkiien ais brake. Ick ainube. das; in dieser B-ezirbimg insbridndere 11er miri) eiiie Criciiiitrrmm kommt durch die Angiirdsrimgrn, die wir, wie Sie Wissen, in den letzten Monaten Vorgendmmen haben. Es wird ins- desdiidrre möglici; ssin, die einzelnen Stromquellen mehr auEzugi-Licken Und sicli rrxiiinzrn zu lassen., 11-111 dadnrrh zu einer grösxsrrxi Wilki- scha-ftiichkeit zu gelangen.

“Wenn ick) mir über die aikgemeine Wirtschaftslage eimge Brmerkun-gen gest-aiisii darf, so mördir iii) gleich VOWLls-skkÜCkLU, daß quei) für die näcixste Zukunft die wirtschaftlicken Entw-ickiungrn so wenig durciysirdtig siiid, daf; ick) es, soweit wäqbarx Taisaiiirii überhaupt vorhandsn find, fiir ebenso bedrnklirk) halten würde, wenn man sick) einem asrkgraurii, düsteren Pessimisinus bingrden woiiir, ais W'Cim man sick) einem OPiimismUs hianLN wollte, dsr in aUen möglichen Illusionen fick) ergeht. Ick wiki Versucken, einige wirt- schaftlickze Tatsachen anen vorzutragen, um Ihnen sekdst Geiegkn- Zeit zu geben, daraus die erforderlichen Schlüsse zu ziehen.

Der wiirisikyafilicbe Pessimisiims, der sirb vielerorts in Deuiscky-

land in den [eiiien Monaten gezeigt hat, ging von “der Koblen- wirtscbaft aus. Ick) will auf diese Eniwickiuna n'icbk näher ein- 'geben. Es ist «Wgemein bekannt, das; die Haidendestände im Früh- jahr dieses Jcrbres immer mehr zugenommen halben, nicht so sehr Wegen eines wesentlichen absoluten Rückgangs des Kobienderbraucks. sondern Wegen einer zunehmenden Fördermig, Die Haidenbestände sind subließiicb so angewaÖsen, das; Wierte don MM 150 Miiiionen auf den Haiden im Wrsien Deutsoblan-ds laden. (Hört, hört!) Was das bedeuten mußie fiir einen so wichiigen Artsscbniti unserer Wirt- schaft, wie es die thldnwiriscbaft ist, kann jeder ermessrn, der sich vor Augen Hält, wie sehr die flüssigen B-eiriedsmiiiel ohnehin auch in der Montanindustrie in der Jmflaiionözeii dahinqrscbmolzrn sind. Das mußte die Lage der Kohlrnwirtschafi auf das derH-än-gnisvdiists beeinflussen, wenn Werte von 150 Millian Mark nußlos zunächst der Wiristbaft entzogen waren, eing-efrorev. verlorsngegangrri warsn. Sie wissen, das; die Kobienwiriscbafk versuchr bar, diese Enr- wirkiuna uszbiegrii und auf eine Vrfferun-g der w-irisckxaftiiÖLn Vrr- hältnisse binzuarbriiexi, indem eine Reihe von Skillegungen erfolgt smd. Diese Siiilerxungen sind vom sozialen Sianddniikr _ darüber Brauche ich kein Wort xn derliéren _ außrrordrntlich sciymer3- [ich, aber es ist zu hoffrn, daß damit der Tirfstand niciyi mtr rrr€ichi isi, sondern daß wir dieiirichr jeßk schon ein ganz klein weiiig der V-esssrung enigrqsxmebrn. Die allerneuesten Zahlen, die ich iiber dis Laar im Kobienbergbnu bekommrn badr _ sir sind dom Sedtrmbrr _ sind sr», das; in Odersckyicsien die Fördrrumi nickcki nur ganz er- beiiiiri) gesteigert Wurden konnte, sondern ami; die Haid-LU iiaHSzU rrstids geräumt sind. Erfrruiirkrrwcise bar fick) (ruck) in Nidder- schlcsirn, einem Eddieir, das; ja in besonderrm Maße iinmrr die Sorge der Verwaltung und auch „dieses hoben H&usrs war, der Um- stand, das; die monaiiicix 500000 1 poinischer Kohle jetzt nicht mrbr bereiiikdmmrii, angewirki, In Nirderscblksien ist man zu einer? Er- böh-rmg der Förderung iibrrqegangrn, dir nicht nur abaeseßt isi, sondrrn man har aucb dyn den Haidrn nichi unwrsentlirb abgefahren. An der Ruhr ist die durch die Stiiirgimqen Verminderie Pro- duktion j-eßt abgeseßr worden und darüber hinaus, wenn auch leider vdriäufig nur in bes-cdrätiktem Umfange auch eine Verladung von der Halde möglicö gewesen. (Zuruf) Gewiss. nicbt ücberail, aber doch jedenfalls, wie von kompetenter Steile miigeieiii worden ist, in Höhe don etwa 500000 t. Das ist nicht allzu viel, aber jedenfalls ein kleiner Anfang zum Besseren.

Während nun die Arbeiter und Angcste-Uien, die durcb die Still- legungen an der Ruhr arbeitslos geworden waren, bis etwa zum Juli in anderen Berufszwsigen Aufnahme fanden. ist im Juii und August eine Verscbleciyterung eingetreten, und es 'ist bedaurrlich-er- weise damit zu rechnsn, das; ein Teil der entlassenen Arbeiter und Anaésteiiien nicht gleich in andersn Berufen Unterkommen finden wird. Ich brauche wok)! nichi besonders beriwrziiiwben, das; es die Sorge alier beteiligth Verwaitimgen sein muß, hier hrlfend ein- zugreifen, WEM] sicb Schwiérigkeiien zeigrn nnd noch mchr auswirken. als dies bisher sciwn der Fall ist.

Usher die Lage des "Arbeitsmarktes in Deutsch- [and darf ich folgendes sagen. Wir habcn am 1. Septem-ber d. J. an untersbüisten Erwerbslosen in Deutschland in-s-gesamrt 2-32 727 ge- bcébt. (Zuruf bei den- Kdmmunirste-n.) Zum Vergieirh darf ich darauf hin- weisen, daß diese Zahl noch nicht einmal halb so hoch ist wie im Jahre 1924 zur gleichen Zdit, und daß auch die Zahl der unterstüßtén

als unsere Industrie, wie JBnen ja allen bekatmt ist, in weitsm Um- Fange beschäftigt war. am 1. September immer noch etwas größer war als gegenwärtig, (Zuruf bei den Kommunisten: Jeßt bekom-mt ja die Hälfte überhaupt keine Arbeitslosenwnterstüßung!) -- Das ist selbst- Verstäwdl-ick). Ick babe ja ausvrückiicb berdorgdbosben, daß es fich bei den von mir «gegebenen Zahlen nur um die unterstützten Arbeits- losen handelt. Wie groß die Zahl der nicht umtsrstüßten sein mag, das zu [M, ist außerordent-licb schwer, Jedenfälls muß man noch mit einer erbebiichen Zahl“ rrcbnen, die dazu kommt, Im-merbin war das Verhälrnis so, daß wir am 1. Septem-ber v. I, 588000 Arbeits“ lose batten W in diesem Jahre zur gleichen Zeit 232000 gehabt haben, so daß man gleichwohl zu dem von mir angeführten Ergebnis

Elei'trizitätsverwaltuns Ick) würde es für ganz falsch

Svkoiik'a einwarf. Die Zahlen sind nichi besonders ungünstig. Aikrr- dmgdlift damit 3-11 rsidcxrxi, daß die Zwirn sich VLisÖÄZÖTEM.

“Ius den gegenwäriigen Zablén ergibt ich jrdrn'alls ei irm i brher Beschäftigungsgrad der dexitschexns Wirriszchalfé Zu dcinsekiwn Ergxbnis gelangt man, wriin man die Gksamimcngr drs E_nergiev€rbrauchs in Deutsikiawd betrachtet. Es ist immerhin inirr- esjant, daß der EiirrgirMbraUch in Trurschiand iin erstsn Haidjcibr 1.112.) unJrfäir dcm Vor dem Kriege Mispriéht. Auch dirs spricivr da- W W M BCiÖÜfKiJU-ngsiimd Unssrer Wirtsckéair nichi uncrßcbiäck; ist, Ick möchte «der davor warnrn, aus diesen Tatsaciyrii mm etwa auf eine.Proiperität der Wirtschast in Deu-tscdlan-d schii€ß€n zu WOÜM. Es ist keineswegs Fesagt, daß die immerhin in großrm Umfang VOL"- h-aiidenen Aufträge &erde smd und daß ein MJCMLssLUEr Ert»; dsr Wirtschaft vorhandc ist. Es ist ferner zu bedenken, daß dieserhdrr- dalimdm-(ißig boi)? BesÖäfiign-ngögrad unserer d-Liiisch€11 Wirtsrdast 11chLkilch Wesentlick; VEMUiQßt und (*scinfluszt wdrdrn ist durch die K r Sd ite, dic dis dLUTsÖE Wirtscd-aff d () A Us [ a n d e brkdm-men bai Mid die vielfach in Form von Rohstoffen urid Haidfabrikatrn ge- geaben worden smd oder fich jedewfaiis in RoHst-offe und Ha-lbfadrikate irm-g-eseßt haben. Dafür, daß das in erhebiickzsm NUÖUL-Cße gesckrden isi, spricht iiberzeagend misere Handelsbilanz. Umsere Huddels- biianz siebi leider außerordentlich niirrfrruliié) aus. Im Jahre 1924 betrug die Passivität umserer deutschen Handelsbilanz ohne Gold und Silber 2,6 Miliiarden Mark, in den ersten acht Monaten des [diier-den Ja-bres, also bis einsch1i€ßiich August "d. J., betrrdg die Paf- srvit-äi rrn-skrer Hawdeleii-amz _wiederwm ohne Gold und Silder _ 3,12 Milliarden Mark (hört, hörté), eine unendlich hohe Zdhl! (Abg. Dr. Lridi-g: Daddi sind aber die Auslandskrediie zu berücksichiig-en!) _ Ich habe ja bereits dadon gesprockyen, daß sie sich in Wareneinfubr umgeseßr h-cubrn.

, *Diese Zahlen wär€n rioch außrrordrniiick) vir! ÖSÖ'LUXÜÖU, als sie sind, wenn nichr eine gewisse Hoffnung aufBesserung mtfkdirsdm Gebieie vorhanden wäre. Zimächft giawbe ich zu dikser Hd-xfiimig brrechtigt zu sein, weil sich in den hohen Zahlen für die Einfiihr in den vsr-gangenen M-onaten sicherlich die Vord-Lr'sdrgrmg craerwwkr hat, die an drei verschiedene Termine in diesem Jahre grkn-Üpfr war: erstens an den 10. Januar, an dem die aÜg-emrine emseitigd Mei-siihegün-stig-ung amsbörie, die wir auf Grimd des Frxedenöderirags der Feind'ssiie einzuräumen hait-ew, zwriirns am den 1. Septemdrr, an dem die [andwirk- schriftlicheii Zölke eingefiibrk morden sind u-nd sich auf diesrm Grbieie eine gdwifse V-orversorgmwg geltend gem-acht hdi, und e'n-diici'y, cm den 1. Oktober, an dem die erhiihien Zöiie aiigrm-rin emgefubrf worden sind und naturgemäß, wie immrr bei sdich€n Ge- legenheiieir, eine gewisse Vorversorgung sbaitgefunden haben mrug. L'Oazii kommt, daß wir im Vergängeneti Wirtschaftsjahre _ VdS]: richtiger: Ernährungsjahre _ eine ganz besonders hohe Einfudr don Nahrungömitikin gehabt [)(AÖM, Wril die Ernte im dorigen J-adre sci): unbcfviedigeud war. Es ist zu hoffen, daß wir bei der diesjährigew Ernie, die jedenfalls besser ist als die erc'idrige, im Verlaafd drs ]SBT beginnrnden Erniewirtschafisjabres nicht mehr einrn so starkcn Import don LebenSmitteln brauchen werrden wie bisher.

Es ist ferner damir zu rechnen, daß durch die Einfiihrung der (Zuruf rechts: Südfrüchie!) _ ja, ich bin irbr damit eindrrstanden, dciß die Einfuhr Von Südfrüchten geringrr wird, _ Ich wollte eben dadon spreaden, daß die Einfuhr auch durch die Handelsverträge, die wir zu schlirßen haben, und durch die Tcotsache berinflußt wird, daß jeßt Zölle eingdfiibri worden smd und fick) besonders auswirken, solange die HMdEiSeriräge noch nicht abgeschlossén sind.

Das ficherst€ Mittel, um unsere Handelsdilanz zu derbsssern _ darüber Werden wir uns wohl alle einig ssin, meim? Dame'n und Hrrrrn _ wäre dine Herabseßung des PreiÉnideaus in Deutschlamd, (Lebhafte ZUstiMMUUJ.) Das würds die Mögiichkeir geben, die Ein- fiihr zu drosseln und gieichzcirig die Ausfuhr anzuregrri. Die Mrinungcn dariidrr, wie imm eine Sriikung des PreiSnirdeaus in- D€111schla1id b-erdrifiidren könnte, JCHZU frriiick) sebr weir auseinandrr. Es gibi gewisse eriss _ sir sind glückiich€rwris€ nichi ailzu zal)!- r81ch _, die einfari) sagen, daß das Lohnnidecin [)dra'd-grseßi wsrdcw muß. Ich glaube, in dirsem HÜUsL wird jédrr mii mir dariibrr Eikl- stimmen, daß eine Hßrabseizung des Lobnnidcaus nur dann möglich wäre, wenn gleichzeitig und in demsrlbeii AuÖnmße eine allgémeine Preissenkung in Deutsrdland Play griffe (lebhafte Zustimmung [inks), damit der Reakkohn, der sichrr1ich in Deutschland nicht übertrir'brn Hoch ist, einigermrißen aufrechierhalirn werdkn kann.

Was die Senkung der Prriönideaus anlangt, so bin ich der Meinung, daß man fie am ehrsten erreichen wird, Wenn man drn auf- gebiäbten Produkbions- und Verieilungßapparat, dén wir in Deutsch- land haben, wieder etrvas komprimirrr. Ich habe das Gefühl, daß in- Deuischland viel zu viel auf allgemeine Rergiie- und Generalunkosten entfällt. Der Apparai ist zu groß. Wir haben zu viele Menschen, die Generaldirektoren spielen Wollen. (Sehr richtig!) Meine Damen und Herren, Über das AuZma'sz dieses Produktionsapparaies und seiner, Aufblähung ist von den dersciyiedsnsten Sditen Zahlenmaterial dor- gebracbi worden. Ich selbst hab? im Ausschuß schon darauf Hin- gewiesrn, daß die Zahl der eingetragenen Firmen in der Stadl; Berlin fiai) nach dem Angaben der Rrgisterbehörden gegeiiübcr drr Vor.- kriegszeit derdopprlf, die Zahl der Akfiengeseiischaften vervierfacht Und die Zahl der Bankcén sich girichfalls vrrdoppslt hat. Ich möcht? cms- drücklich bemrrken, das; diese Zablezn mir «iirrgrößier Vorsicht zu beiracht€n smd; denn es kann gar kriii Zwsifel dadin desteöeri, daß diese Statistik nicht absolut klar ist, weil z. B. unter den Gesrilschafien, die jelsi im HälidéiskL-gistékr cn- getvagen sind, eine ganze Reihe von Bsirie-ben sich brfinkdsn, die gleich- zeitig noch im Einsklkaufmannsregiiier stehen, SBM dort, wo 'der Einzrlka-uf'manxn eingétrd-gen war, der sich dann in der wasationszcik zu einer (G. m. [),-H. ausgewachsen hat. Die frühere Firma ist darm sicherlich häufig noch im Register verzeichnet, während die G. m. l). H. den Betrieb fortseßt, den der Einzelkaufmann friiher hatte. Es ist schwer zu schätzen, in welchem Umßange das der Fall ist. Aber Sari)- kun-dig-e sind der Meinung, daß die Zahlen über die wirkliche Betrieds- vermebrurig bei diesen und ähnlichen Korrekruren sehr zusammen- scbrumpfen werden, Sie dürfen oben nicht vergessen, das; innerhalb der Geichäftswelt eine starke Verschiebung eingetreten ist. Es werden sebr viele Fälle dorgekdmmen sein, in denen irgendein Minder- kaufmann bei der Art, wie man Größenkategorien in “der Inflations- zeit zu schäßen sicb gewöhnt hatte, sich allmählich für einen Groß- kaufmann hielt, jedenfalls für einen Kaufmann, der eine Firma ein- tragen lassen konnte, so daß anzundbmen ist. daß aus der Zahl der Minderkrmfieuie die Zahl der eingetragenen chufleute sicb vermebri: bat. ohne daß die Betriebe in enisprecbendem Außmaße

kommen muß, auch warm man berücksichtigt, was der Herr Abgeordnete

zugenommen haben. Es ij: interessant, ein paar Zahlen über

_ beiiragen könnten.

5

die Zunahme “der Haiideisdefriede zu geben, die ich aller- dings mxr ans wsnigrn Siädiri: ziir Vsrfiignrig habe. Ick habe hier die Zahlen aus der Skadi Elderfeid, die ergeben, daß die Zahl der Firmen, offendar der eingetragenen Firmen, yon 1914 bis 1924 in der Industrie um 29 vH zugenommen hat, im Großhandel um 117 vH (hört, hörix), im Einzelhandel um 13 vH. (Hört, hört!) Aber gerade hierfiir, vermute ick), gilt das, was ich vorhin sagte es mögen in der JnflationSzeit viele Einzklbändler in den Großhandel übergegangen sein, so daß sich dadarch disse Um- schichtung ergibt. In der Stadt Barmen hat sich die Zahl bei der Industrie um 40 vH vermehrt, i-m Großban-drl um 80 vH imd im Einzeihandel um 16 vH. UEÖeraschend wird für Sie j-Sdenfiills sein, daß die Zunahme des KleinH-and-eis in den beiden Städten gar nicht 70 erheblich ist. Ick) betone d&b-ei nochmais, daß Sie diese Zadlen selbstderstäwdkich nicht als endgültigés Material ansehen diirfen. Ferner mördie ich noch eine Zahl ['i-drr die ZrmaHm-e der F leiscke- tei-betriebe geben, die ich gestrrn noch habe fLststLULi'i könnrn. Sie wissen, daß angrsichts der anßerordentiich€n Steigerung der Fleischpreise im KleinHandel darauf hingewiesen wird, daß die Fkkisckxereibririebe so unendlich zugenorninen hätten, und sich daraus in etwas *die Steigerung der Fieischpreisy Erklärte. Nach den Mittei- ku-ngen der Brrliner Handwerkskarmiier haben in Berlin die Laden- fieischer gegerrüdrr der VorkrirgSzeik nichr zugenommen. Zugenommen haben, aber auch war in bescheidenem Umifan-ge, die Marktfleischer, und WM dadurch, daß alte ehemalige Fleischer, die sich zur Ru-be ge- scht und in der InflatioiisZeit idr Vermögen verloren hatten, nacli- dem sii: wieder avbeiten müssen, keinen neuen Laden animachen können, sondern au-f den Markt gehen und dort Fleischhandel treiben müffen, „Aber auch wemi dieie Zaißlen absolur nicht stark xugeno-mcmen haben, dürfen Sie nicht vergessen, daß der Fleischkonsum der Bevölkkerung gegeniiber der Vorkrisgözeit erbebiiié) abge-nom-men bai, nämlick; von 58 auf gegenwärtig etwa 42 Kilo pro Kopf, so daß die Zadl der Be- triebe auf diesem Eddiet immerhin sehr hoch ist.

Ick glaube, daß man damit rechnen kann, daß dieser aufgebläbt Advarat der Wirischast sich auf ganz natürlichem Wege allmähliii) vermindert. Die in ihrer Leitung oder ihrer wirtschaftlichen Fun- dierung unzulänglicben Betriebe werden im Konkurrenzkampf erliegen. Dafür sprechen jedenfalls die Konkurßzahlen, die vorliegen. Wir haben eine erheblicheZunaHm“: der Konkuröziffern in dem eiiien Halbjahr 1925 gegenüber derselben Zeit im“ vorigen Jahr. Gegenwärtig kann man damit rechnen, daß die Zahl der Konkurse monatlich ebenso hoch ist wie vor dem Krieg, wobei Sie bedenken müssen, daß die absolut gieiche Zahl der Vorkriegszeit in Wirklichkeit eine Erhöhung, eine Zunahme in dem Aussckyeidungsprozeß der Firmen bedeuten würde, weil sicherlich in der gegenwärtigen Zeit die Zunahme der Betriebe nicht gleich groß isi wie die Zunahme in der Vorkriegszkit, und weil sicherlich gegenwärtig die! mehr Betriebe obne KdnknrsNrfabren im Wege eines Vergieichs unter den Gläubigern oder aus Mangel an Masse geschlossen werden, als dies Vor dem Kriege: der Fail gewesen ist. Ick) glaube also, daß hier ein Aus- scheidungsprdzeß im Gange ist, der, so ichmerzlich er für den betroffenen Einzelnen isi, hoffentlich bald wieder dahin führt, daß sick) der alte Grundsatz: Großer Umsaß, kleiner Nußen, in der deutschen Wiriichiift wiedrr durchseßcn kann. (Sehr gut!)

Es ist nun die Frage aufznivrrfen, wie etiva staatlicher- seits bei der Senkung des Preisniveaus in der deutscben Wirtschaft mitgewirkt Werden kann. Sie wissen, daß die Rcichregierung auf diesem Gebiete vorangegangen ist, daß sie ins- besondere durch einen Druck ,auf die Kartelle versuciöt, die Preise zu senken. (Lebhafte Zurufe.) Wenn der Reichsregierung ein Erfolg auf diesem Gebiete beschieden ist, so wird er von allen Seiten sicherlich freudig begrüßt werden. Wir müssen adidarten, wie Weii dieser Versuch und die Bemühungen der ReiÖSregirriing auf diesem Gebiet gelingen. Ich bin überzsugt, daß wir am ehesten staatlicherseits zu einer vernünftigen Gestaltung unserer; Preisniveaus Wenn wir uns mehr als bisher entschiöffen, die unerwünscht bobs Steuerlast der deutschen Wirtschaft abzubauen. (Sehr richtig 1) Ick) habe in meinem Ministerium kürzlich Nack)- forscbungen über die Erhöhung der Steuern einzelner normaler Wittichaftsbetriebe in den verschiedensten Gegenden und aus den ver- schiedensien Berufszwägen anstelien laffen. Da hat sich gezeigt, daß die Erhöhung der Gesamtstruern, die die dxutsÖe Wirtschaft belasten, mindestens das fünffache im Durchschnitt gegenüber der Vorkriegszeit ausmacht. (Hört, hört!) Daß sick) das im Preisniveau auswirken muß, daran kann unmöglich gezweifelt Werden. (Sehr richtig!)

Nati bat die deutsche Reichregierung einen bisher freilich sebr besÖeid-znen Anfang bei der Senkung der Steuern unter- nommen. Ich glaube, daß man ein klein wenig Weiter wobl hätte gehen können, als es im Reiä) geschehen ist. Dafür spricht die Zahl. die über das Jsi-Aufkommen der Steuern im Reich innerhalb der ersten vier Monate des Etatsjabreo vorliegt. Innerhalb der ersten vier Monate hat das Reich über den Voranschlag hinaus einen Ueberschuß von 882 Millionen Mark. (Hört, hört !) Ich glaube, daraus ergibt sich. daß die Kritik, die sich aus der Wirtschaft heraus bei der Verabichiedung der Reichssieuern geltend gemacht hat, nicht unberechtigt war. '

Ich hätte ferner lebhaft gewünsÖt, daß die Frage des Ab- baues d er U msaß ste n er in energischerer Weise in die Hand genommen worden wäre. Es liegen Anträge dem hohen Haufe gerade zur Regelung dieser Frage Vor, und ich möchte zum Ausdruck bring-In, was ich bereits im Aus1chuf3 angedeutet habe, daß ick) der Meidung hin, daß im Interesse nicht nur der Wirtschaft, sondern des gesamten deutschen Volkes, also insbesondere auch der Verbraucher, der Konsumenten, ein entschloffener Abbau der Umiaßsteuer viel wichtiger isi, als die kleinen Aenderungen an der Einkommensteuer. Ick bin überzeugt, daß auch den VerbraucHern auf diesem Gebiete viel mobr geholfen Werden kann, als wenn man das sogenannte Exisienzminimum bei der Einkommensteuer ein Wenig mehr oder weniger hoch gestaltet. Von den Ländersieuern kommt“ auf diesem Gebiete besonders die Gewerbesteuer in Betracht. Einzelne Kommunen haben versucht, die Gewerbesteuer in einer Weise zu er- böben. wie es schlechterdings schon für eine normale Wirtschaft un- erträgkick) ist (sehr richtig 1), gar nicht zu reden von einer kranken und verarmten Wirtschaft. Wenn Lobusummensteuern von 17 vH des Lohnbetrags beschlossen werden, so ist das für keine Wirtschaft er- träglich, am allerwenigsten für die deurscbe. Deshalb möchte ich zum Ausdruck bringen, daß die Reform, die jetzt bei der Gewerbesteuer angebahnt und in Arbeit genommen wird, auch darauf geliebtet werden muß, die Gewerbesteuer in irgendeine Relation

Sfeuer zu„bringen. Es wird ferner notwendig sein, die einzelnen" Arten der (Hewerdssikner, Lohnsummenstener, Kavitaiftkuer, Gewerbe- einkommensteuer in ein sesistebendes Berbäitnid zueinander zu bringen,4 damit die Wirtschaft nicht dauernd durch Veränderungen der Veran- lagunqsgrundlage beunruhigt wird. Ich möchte besonders deutlich zum AuZdruck bringen, das; derartige Stkuerausscbreitunqen, wie sie vorgekommen sind, in manchen Gebieten zwangsläufig dazu führen müssen, daß die Notlage der Arbeitnehmer in den Gebieten zunimmt. (Sehr wahr!) Sie können unmöglich daran vorbeikommen. daß im Endeffekt niemand anders die Last zu tragen hat als der Arbeit- nehmer, der nicht mehr beschäftigt werden kann, weil die Wirtschaft, durch derartige Steuern erdrückt, zur StiÜegung kommt. (Zuruf) Sie wissen, dai“; die Regierung bemüht ist, diese Zu1chläge nach Möglichkeit zu senken, und ich will gleich ausführen, in welcher Be- ziehung ick) annehme, daß in Zukunft eine Besserung auch auf dieiem Gebiete eintreten könnte. Es ist dringend notwendig. daß auch im Lande Preußen der innere Finanzaußgleicb ander- weitig gerege lt wird als bisher. Wir haben doch die Entwicklung unbestreitbar vor uns, daß gewisse Wirtsabasthebiete. die vor dem Kriege blühend und mächtig waren, Ueberschußgebiete auch in Bezug auf die Steuern und Finanzen, beute in be- sonderem Maße notleidend sind. "“ Deswegen müßte der innere Aus- gleich zwisckxcn Land und Gemeinden. zwischen den Gegenden inner- halb des Landes ein anderer werden. als er bisher gewesen ist- Es ist zu hoffen, daß in dieser Beziehung demnächst Besserungen er- reicht Werden Die Regierung isi dabei, einen besseren Angeicb in der Richtung, wie ich sie eben angedeutet habe, zu finden. Speziel] möchte ici) auch vom Standpunkt der Wirtschaft und meiner Ver- waltung darauf hinweisen, wie unendlich dringend notwendig dem Lande Preußen eine wirklich entscbloffene V e r w (: lt u n g s r e f o r m ist. Es hat gar keinen Zweck, immer davvn zu sprechen, man folie sparen, wenn man nicht die Vorausseßungen für die Sparsamkeit 1chafft. (Sehr richtig !) Ich möchte deshalb auch yon dieser Stelie aus einen Appell an Sie alie richten, meine Damen und Herren: untersiüßen Sie die Regierung, Wenn sie eine Verwaltungßrefvrm vorlegt, so daß sie sich wirklich entschlossen auf dem Gebiete der größeren Sparsamksit und Vereinfachung durcbseßen kann. (Sehr richtig! bei den Deutschen Demokraten. _ Zuruf rechts.) _ Diejenigen Mitglieder, die schon länger bier im Hause sind wissen, daß die Fraktion, der ich angeböre, gerade auf diesem Gebiete von jeher beionders gedrängt hat. Was ich früher bier als Mitgiied meiner Fraktion vertreten habe, das werde ich selbstverständlich auch als Mitglied des Kabinetts weiter vertreten. Ich möchte hierbei nur auf folgendes hinweisen: So sebr man in den Wirtschaftskreisen immer wieder dieje Gedanken ausgesprochen hört, _ wenn es sich darum handelt, sie nachher auch mit Entschiedenheit durchzuseßen- dann kommen von allen Seiten die großen Widerstände, dann kommt jede Gemeinde und behauptet: es sei völlig unmöglich, daß die Kreis- grenze'geändert wird. Es sei völlig unmöglich, die Liliputkreise, die wir zum Teil haben, nun zu größeren, der heutigen Zeit ent- spreciyenden leistungsfähigen VerwaltungSgebieten zusammenzufassen. Es ist ferner sebr erschwert, Eingemeindungsiragrn, die im Interesse einer erhöhten Sparsamkeit z. B. im Ruhrgebiet eine besonders große Rolie spielen, großzügig zu erledigen, weil eben die Inter- essententen kommen und das zu hindern versuchen. Ich wäre sebr dankbar, wenn die deutsche Wirtschaft wie vor 100 Jahren vor Er- reicbnng des Zollvereins sich auf diesem Gebiete wirklich zur Führerin einer Vernünitigen Entwicklung aufscbwingen würde und ihrerseits dafiir sorgte, daß die politischen Widerstände und diese kleinen Wider- stände der Interessenten überwunden werden könnrn.

Einige Worte zur Frachtenp olitikl Die Klagsn darüber, daß die Frachten der Eisenbahnen zu boch sind. sind allgemein. Wir haben lelbsiVersiändlicb nicht erst in jüngster Zeit. sondern Von jeher versucht, Einfluß darauf auszuüben, daß die Frachten so niedrig wie möglich gehalten Werden. Wir sind dabei immsr wieder auf die Schwierigkeit gestoßen, daß die Lage der Reichsbahn dock) außerordeni“ lick) ungünstig dadurch beeinflußt wird, daß die Zahl der aktiv tätigen Beamten zur Zahl der im Ruhestand befindlichen Beamten der Reichsbahn keine gesunde Relation darsteiit, Wenn wir in der (Eisen- bahnderwaliung bei 339 000 aktiven Beamten nicht weniger als 230 000 Beamte im Ruhestand haben _- (bört, hört !) kann man sich dann wundern, wenn die Finanzen der Reichsbahn nicht besonders glänzend sind? Die Ursachen dafür stammen ja aus der inflatorischen Entwicklung. die Deutschlanddurcbgemacbt bat. (Zuruf bei der Sozialdemokratifcben Partei: Man Hätte eben nicht abbauen sollen!) _ Dann würden die Gehälter noch mehr betragen. (Erneute Zurufe. Abg.Heidenreich: Man hat eben alle ins Bsamtenverbältnis bineingesteckt!) _ Herr Abgeordneter Heidenreich, Sie werden mir dock) wobl darin zustimmen, daß die Regierung nach dem Kriege die Pflicht batte, denen, die von der Front nach der Heimat zurückkehrten, Arbeit zu vermitteln. Das mußte 1ein. Deshalb ist in allen Ve- trieben, auch in der Privatwirtschaft, mehr an Arbeitskraft einge- stellt worden, *als unbedingt notWendig war, weil man gerade die- jenigen. die draußen an der Front gewesen waren, am aller- wenigsten als Arbeitslose im deutschen Vaterlandes baden wolite. Das sind die Gründe, weshalb diese Zahl so aufgebläht worden ist. Es ist doch beute noch jo. daß auch in der Privat- wirtschaft immer noch eine erhebliche personeUe Uebersetzung in vielen Betrieben vorhanden ist, die aus der Jnfiations- zeit herrübrt und die man aus sozialen Erwägungen beute noch nicht voÜsiändig hat aus der Welt schaffen können. Ick) will gegen die Eisenbahn gar keinen Vorwurf erheben, wenn ich diese Zahlen nenne, sondern nur zum AuSdruck bringen, daß es vom Stand- punkt der Wirtschaft besser gewesen wäre, Wenn man die1e für einen wirtschaftlichen Betrieb _ und das sol] doch die deutsche Reichsbahn jest sein _ unerträgliche Last mehr,“ als es geschehen ist, aus die Kosten der Allgemeinheit'und den Reichssäckel übernommen“ hätte. als daß man diese Lasten der neu gegründeten Geseliichaft aufge- bürdet hat. Wenn nämlich die Reichsbahn auf 100 .“ Besoldung im Jahre 1913 nur 17 „“ Ruhegehalt zu zahlen batte. Während sie gegenwärtig auf 100 .“ 37 .“ Ruhegehalt zu zahlen bat. so muß das natürlich die wirtsäyaftlicbe Lage der Eisenbahn stark beeinflussen Ick) spreche das nur aus* um Ihnen zu sagen. daß Sie nicht ver- wundert sein können, wenn es bei dieser Sachlage nicht gelingt, die Tarife so zu senken. wie es an sich im Interesse der Wirtschaft not-

!

bali) ganz andkrs aus, weil wir eine ganz andere Staffelung der Tarife haben als vor dem Krisge, DeStvegen, glaube ich, ntüffkn wir bei unieien VL11Uch€U, die Tarifpolitik der Reichsbahn in unserm Sinne günstig zu gestalten und zu beeinfluffen, dor aUem Gewicht darauf legen, das; man. wenn eine allgemeine Tarissenkung zurzeit nicht möglich ist, dann wenigstens wieder mehr mit Soukertarifen arbeitet als jetzt und daß man auch die Staffelung einer Revision unterzieht und Besserung im (Einzelfall schafft, wo jest allzu große Härien vorhanden sind.

Als eine der Ursachen dafür, daß unsere Preise? in Deutschland eine.unerfreuliche Höhe erfahren haben, wird endlich genannt werden müssen, daß die Schuldzinsen in Deutschland, wie Sie wissen, sebr hoch sind. wodurch die Wirtschaft gegenüber der Vergleichbaren Wirtschaft des Au51ands stark vorbelasiet ist. Nun wird aus vikie-n

Wirtschaftskreisen der Ruf laut, daß die Schuldzinsen möglrchst schnell abgebaut werden müssen. Ja, Wenn das so leicht wäre, dann wäre es kiar, daß die Verwaltungen, besonders die Reichs- regierung, einen sehr starken Druck in diefer Richtung geltend machen

müßten. Aber leider liegen die Dinge Hier nicht so einfach. Sie

dürfen bei der . Beurteilung dieser Frage nicht vergessen, daß

die deutschen Großbanken. die deutschen Banken überhaupt, viel mehr als früher die Aufgabe haben, Geld zu Kreditzwecken aus dem Auslande zu vermitteln. Das uns für den Kredit zur Verfügung stehende Geld im Julande isi, wie Sie wissen, knapp

„geworden, wir müssen viel mehr Geld vom Auslande bereinnehmen.

Diese Hereiiinabme gelingt nur in bescheidenem Umfange den Be- trieben selbst. Die Hereinnahme von Geld erfolgt in größerem Um-

fange durch die Banken, und 'die Banken haben deshalb den: Aus-

lande, dem Geldgeber gegenüber bestimmte Verpflichtungen über-

nehmen müssen, die sie nicht von heute auf morgen ändern können.

Wo es möglicip isi, bat Staat und Reich versucht. eine gewisse Besserung zu !chaffen. Sie wissen, daß wir bei den öffentlichen Geldern zu einer. Wenn auch bescheidenen, Senkung der-Zinsen ge- kommeii sind. Sie wissen. daß wir versucht haben, dort Kredite zu

eröffnen, wo sie aus besonderen Ursachen besonders notwendig Waren.

Wir haben nicht nur der Landwirjjchaft im Rahmen des Möglichen

Kredit zur Verfügung gestellt, wir haben dem Mittelstands Kredite

eröffnet. Kredite, die freilich den einzelnen draußen nicbt befriedigen

konnten. weil die Hoffnungen, die sich daran anknüpften, viel zu

groß waren. Wie soll der Staat in der Lage sein. in einem solchen

Maße Kredit zur Verfügung zu sielien, daß wirklich jedem einzelnen

draußen geholfen werden kann.

Es ist nun sehr beachtenswert, daß auf dem Gebiete der Kauf-

lichen Kreditaftion die Stimmungen in den mittelsiändisckpen Kreisen

offenbar keineswegs einheitlich sind. Sie haben vielleicht erfahren,

daß der Genossenschaftstag in Freudenstadt sich jüngst dagegen aus-

gesprochen hat, daß auf diesem Wege weiikr dem Mittelsiand€ ge-

boiien wird, Weil es ein verfehlter Weg sei. Wir wrrden die Dinge

weiter prüfen und beobachten. ob das, was wir bisder getan haben,

günstig wirkt, und werden danach unsere Entscheidungen treffen.

Auf dem Gebiete der Herabseßung der Zinssäize, der Verbiliiguxig

des Kredits, die an sich durchaus notwendig und wünschenswert ist,

sind die Banken ia jest einen Schritt entgegengekdtninén, indem sie

die Kreditprovision um 20 0/0 herabgesexzt baden.,

Bei der Frage der Besirrung der Kreditderhältnisie wird man immer daran denken müssen, daß eine entscheidende Besserung nur möglich ist, wenn der Spartrieb in unserem Volke sich weiter günstig entwickelt. Was bisbkr an Sparkapital zur Verfügung steht, ist noch unendlich gering, wenn ich auch aussprechen möchte, daß erfreu- liche Anzeichen dafür vorhanden sind, daß der _Spartrieb in unserem deutschen Volke noch lebendig ist und sich weiter entwickelt. Es wird Sie vielieicht überraschen, Wenn ich Ihnen mitteile. daß die Neu- einlagen bei dan Sparkach: in Deutschland pro Kopf der Bevölke- rung zurzeit höher sind als vor dem Kriege. Das ist eine Zahl. die ermutigt und die hoffen läßt, daß wir auch auf diesem Gebiete weiter voranschreiten. (Zuruf rechts: Einscbiießlich Giro?) _ Nein, obne Giro. Ich darf Sie auf die Ausführungen verweisen, die die Reickpskreditgeseilschast in dieser Hinsicht gemacht Hat bei ihrem Ueber- blick über die Wirtschaft des ersten halben Jadrxs 1925. Da finden Sie näheres darüber. *

Ich möchte zusammenfassen, meine Dimcn imd Hrircn. Jab srße gewisse Anzeichen dafür, daß sich eine allmähliche Gesundung durchsetzen wird. Ich bin der Hoffnung, daß diese Anzeichen für eine Gesundung sich deutlicher abheben werden, wenn be“. den Verhand- lungen, die jest in Locarno beginnen, Ergebnisse erzielt werden, die zu einer wirklichen Befriedung Europas und zu einer Befreiung Deutschlands endliri) führen. (Sehr richtig!) Ich glaube deshalb- meine Damen und Herren. daß sich troß alier Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen haben, in unserem Vaterlande die allmähliche Entwickelung zu Befferem weiter durchsetzen wird. (Leb-

hafter Beifall.)

74. Sißung vom 2. Oktober 1925, Vormittags 11 Uhr. (Bericht des Nacioricbtenbüros des Vereins deutsckoer Zeitungöderieger').)

Nach einem Antrag des OstaussthuYes wird im Anschluß an Anträge des Zentrums und der eutschnatwnaleiz be- schw1en,zur Behebung der Notiage Oberschlesiens das taatsminifterium um eine Reihe don Abhilfsmaßnahinen u ersuchen. Fiir die dUr das Schadenseuer m Kreuzdurg getroffenen Einwvhner soll r geWahrte Staatskredit m emen

langfristigen umgeWandelt und die Gewä rung einer außer- ovdentlrchen einmaligen Beihilfe in Beira t gezogen Werden.

Darauf setzt das Haus die allgemeine Y_ussprache iiber den Haus?a1tdes Ministeriums fur Handels-

g e w e r b e ort.

Abg. Dr. Pinkerneii (D. Bp.) _hebx hervor, da der Ruf nach Hil e für die Wirtschaft der eindringlicZLdn den Faux" und das Rei erichtet wird, die Stimmen in der _irtschaft nicbt uber- tönen dür e, die nach Selbstbestnnun m_id Einkehr rufen. Die Wirtschaft muß wieder lernen, zu ka kultxren und muß den Mut ur Rationalisierung finden. Das reich? Deutschlazid at den Yfenm'g geeKrt, _ das arm ewordene mtßaéhtet melfa den

roschen. ationali-[ierung ißt Anxaquiig der Produktion an den Verbrauch, Verzicht auf Ei nbrode et Norrxzung und Aus- chalrung überlüssiger Zwischeng-ieder. Wx [chupen mit aller. cht den [eld tändigen Kaufmann, Industriellen „imd HandWerker„ aber das riß: nicht, daß jede Selbstqndi keit gesehn : werden xnuß. Gerade a ?- liberale Partei sind wir ur dre eiligung iiber-

wendig und erwünscht wäre. ,

Nach den angestellten Berechnungrn kann man wohl davon aus- geben, daß die (Erhöhung der Eisenbahntarite ungefähr der Geldent- wertung entspricht. Für den einzelnen Wirkscbajtsbetrieb, für den

*" u'sxendrimx'.“ anderen von der gesamten Bevölkerung getragenen

einzelnen Wirtschaftsbezirk wirken sich vielfach die Dinge freilich des-

chatet, nicht der Kaufmann Yeechtbin, wird von uns

“lüsiger Zwischenglieder. Der Kauxmann, der vernunftig wirt- Hiißt. Ohne grundlegende form der Banken- und

“sei

") Mit AuSnahme der durch Sverrdrirck hervor ebobxnen Reden der Herren Minister, die im Wotilaute Widder-gege en smd.

("**-, * s:“

i;?“Ö-“T'J „. »- “,x-., ... F*au-„d-„s

.“ -7' 7“ ?“va 973 * *