90000 bis 100000 «16 vorhanden ist, entnommen werden sollte. Der Landtggwünscht das aber nicht; dieser Fonds soll vielmehr für patriotische monumentale Einrichtungen reservirt bleiben. Hierauf wurde die Sitzung, welche am 26. Juni er- öffnet tß, geschlossen.
Großbritannien und Irland. London, 19. Juli. (W. T. B.) Im Unterha use beantwortete der Admiralitäts- Sekretär Campbell Bannerman auf eine Anfrage Gourley's, er könne die Maßnahmen zum Scbuße der Person und. des Eigenthums yon Europäern in Port Said, szailia rxnd Suez nichr im Detail angeben, es werde in dieser Be- xiehung qber nichts vernachlässigt werden. Unter-Staats- exretär Tilke erwidert auf eine Anfrage Arnolds, es sei noch krine Anxwort der Pforte eingetroffen. _Das Haus hat herrte die Spezialberathung der irischen Vachtrückstandsbill beendigt. „
_ 20. Juli. Dem „Reuterschrn Bureau“ wrrd, aus Konstantinopel gemeldet, die Pforte habe die identische Note der Mächte nunmehr beantwortet. In der Ant- wort schlägt die Pforte den Zusammentritt einer neuen Kon- ferenz vor. _ Hiesige Blätter. melden, der Dampfer, welchen Admiral Seymour Dernmsck) Pascha nachgeschickt hatte, habe Derwisch Pascha mehr mehr erreichen können.
_ Ueber Englands Rüstungen schreibt die „Pal] Mall Gazette“ unterm 15. Juli:
„Gestern find die gemeffensterx Befehle an die Magazincure dcs Königltchen Arsenals zu Woolwrcb ergangen, alie Bedürfnisse für eine Armee von 21000 Mann und 5300 Pferden mit ungefähr 100 Geschüßen und der erforderlichen Anzahl don Transport- wagen ,beizunstelien. Die Einschiffung der Truppen und Vor- ratbe wird fur Montag erwartet und 1011 eine Woche Zeit in An- spruch,:rebmrn. Der Herzog von Connaugßt wird das Kommando über die Garde-Brigade in der ersten Division dcs für Egypten be- stimmten Armce-Corps füHren. Die Garde-Kavailerie wird Serge- kittel und weiße indische Helme erhalten. Zwei der Feldbaiterien der schottische11 Division dcr Königlichen Artillerie find am 14. Juli nach Chatham abgegangen, um noch vor der Einschiffung in der Be- dienung der großen Geschütze unkerrichtet zu werden. Die Anzahl der Offiziere, welche sich freiwiÜig fiir den aktivrn Dienst in Egyp- ten melden, ist so groß, daß die Vcamten im Kriegs-Ministerium kaum hinlänglich Zeit finden, den Empfang aller diesfalls einlangen- den Briefe zu Hestätrgen. Das Truppenschiff .Malabar' ist am 13. Juli Nachts in Gibraltar eingetroffen und nach Ausschiffung des 56. und 47. Regiments am nächsten Tage mit dcm 46. Rrgimrnt nach dem Orient abgegangen. Das 79. Regiment erwartet den Befehl der Einschiffung. Die Panzrrscbiffe „Minotaur“, „Azincourk“ und ,Nortburnberland“ smd Von Malxa in Limaso[(Cypern) angekommen. .Der .Mmotaur“, das Flaggensch1ff_des Vize-Admirals Dowelk, mit einem Velagrrungstrain und 20 Ge1chü13en an Bord, sollte am 13. Juli nach Egypten abgehen. Der „Azmcourt“ mit 783 Offizieren und Mannschaft des Schüßencorps und der „Northumberland“ mit
Mann des Regiments Süd-Stafford und einer Genie-Compagnie Werden die Ankunft der Truppenschiffe in Limasol abwcirten.“
Frankreich. V a ri s , 19. Juli. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer seßLe heute die Berathung der Kredit- forderung für die miliTärischen Vorbereitungs- m a ßreg eln fort und genehmigte dieselbe schließlich mit 340 gegen 66 Stimmen. Clemenceau bekämpfte die_gestrigen Ausfüh- rungen Gambetta's und sprach sick) dahin aus, daß man die Wünsche der egyptifchen Nationalpartei nicht unbeachtet lassen dürfe.
_Verlaufe der Sitzung richtete der Deputirte Blancsubéz radikal) eine, Interpellation an die Regierung zu Gunsten der ichtung einer Central-Mairie in Paris, indem er an das
bezügliche Versprechen des Kabinets erinnerte. Die hierauf von dem Minister des Innern beantragte Annahme der ein- fachen Tagesvrdnung wurde mit 278 gegen 172 Stimmen ab- gxlehnt. Dagegen wurde eine Tagesordnung, in welcher sich die'Kamnier gegen die Errichtung einer Central-Mairie aus: spr1cht, mit 278 gegen 176 Stimmen angenommen.
_ In Folge des Votums der Kammer ist sofort hrute Abends 6 Uhr em Ministerrath im Elysécpalastabgehalten
worden.
, _ Abezids, 9 Uhr. (W. T. V.) Das Gerücht von einer Demissidp des Kabinets hat sich bis zur Stunde noch nicht ,bestatigt. Der Mmisterratl) wird niorgon früh imClysse w1xderzusammentreten. Man hält ein Arrangement für wahrscheinlich. , _ 20. 31111. (W. T. B.) Die meisten Journale sehen in, der gestrigen Abstiinniuiia der_Kammer keinen hin- reichenden Grund fxrr cine'Mmisterkrijis und bemerken, die Kammer hab; xine yolche keineswegs hcrvorrufen wollen, nur die opportumslischenJournale sprechen sich für eine Aenderung des Kabmets aus.
_ Ueber die Verhandlungen der kanxmer vom 18. d. M. erhält die Bericht: _ _
In der chatic “uber dc11_11"1r dic Flottcnausrüstung begehrten Kredit von'74/1. M1ll1oncn erhglt z11crst das Wort Lockrov (von der äußersten Linicn). „Derselbe, will die ngtiscbc Frage im Ganzen [*c- bandeln, „cr giebt cinen Abus: dcr (chcvicbtc dcs Lunch scit der alten Moriarcbtc 11111 sagt: Es gab drci politische Wege: Abwarten, eng_liscb-fran10111chc P01111k_11nd (Einvernehmen mit den andern Marbten; aber man _cr1c111n sich noch einen vierten, der dann bcstxbt, all_c_ drei zu „verfolgen. (Lärm.? Er zeichnet sodann die _cngluchc Polink, wclche dcr ranzöfiscbc Con- troleur Bligmércs tnncgebaltcn, und die Politik Gatnbctta's und Frcvcinets. Sodann stclit er die Frage, wie die Intervention bejvcrkichligt _werden sol1__11n_d welcbe Politik die Regierung einschla- gen wird; dieselbe 1n1111e i_hrc Zurückhaltung korb cndlick) aufgeben und der Vylkr-vcrtretung dic rolle Wahrheit sagen. (Beifall auf mehreren Banken.) qurmcs „((Hambettist und ehemaliger Redactcur der .Debatö'). greift die Politik Frcvcincts an und empfiehlt die franzöfiscb-engnsäw Intervention. Nach seiner Anßcbt besteht die gegenseiti e Verpflichtung zwischen England und Frankreich in Be- zug auf gvptcn nch!) immer, trov der Einflüsse, welcbe fie zu tren- nen trachten. Dicie Einflüsse babcn glücklicbmm'ifc wenig Erfolg peetbeabt. Frankreich muß fich mit England vereint vor die Kon-
nz. stellcn_; Europa wird niemals Protestircn, wenn es zwei vereinigte Machte vor sich sieht. und wird ihre Intervention geneh- migen. Frevcinct ergrcift das Wort: die egvrtikcbc Frage war seit langer Z“." akut, s(bon vor dcm Antritt dcs ch gen Kabincts. Die erste Militär-Emcutc fa_nd im Februar 1881 tatt, andere folgten. Die Keime de_r Krifis batte man in dcr aanzen Praris dcr Verwal- tung und tnaiizwirtbscbaft finden können, die schwcre Miß- bräucbe na zich zogen und eine Spannung betbeifübrten wischen Eurovaern und den einen bessern politischen Zu- Éd j?crbeisebnenben Cin eborenen. Dic europaischen Mächte mü cn
?ecbnung tra en, so ald die Ordnung wieder her estcllt ist. Welck): Mittel gie 1 es für die Lage, die so nicbt bleiben ann? Die bewaünete Intervention, die leider nctbtbut, ist ein schmerzliches Mittel.
einigen Wochen konnte man siib fragen, ob das Recht zur Inter-
Deputirte 11- „Köln. Ztg.“ folgenden
leizte beängstigt und einige ermordet worden find, aiebt uns der Stand der Dinge das Recht zur bewaffneten Intervention. Wir haben Beschwerden
cliend zu machen und stehen vor einer Regierung, die keine Ent- chadigung gewährt. (Paul Caffagnac, der den Redner unterbricht, wird vom Präfidenten zur Ordnung gerufen.) Die Allianz mit Eng- land war nie erschüttert, die Regierung hat aber Ileichzeitig das Ein- vernebmen mit Europa suchen wollen. Englapd at die Initiave zur Berufung an das europäische Konzert ergriffen. Die franzöfiscbe Regierung hat sich sofort einer Maßregel angeschloffen, die mit ihren eigenen Ansichten übereinstimmte. da es immer angenommen worden war, daß, wenn ZwangSrnaßregeln nötbig würden, man fich auf das curopaische Einverständnis; mit der seit vier Monaten befolgten Politik berufen würde. Egypteri befißt eine wirkliche Auto- nomie, und Alles, was seine Verfassung in Frage stellt, berührt die orientalische Frage; jedeßmal, wenn man die Schwierigkeiten ohne die Mitwirkung Europas lösen Wollte, ging ein großer Krieg daraus hervor. Mit dem Tage, als Arabi den Kbedive einahe abgesetzt bajte, bat die Frage einen enropäiscben Charakter angenommen; man müßte fick) also mit den großen Mächten verständigen. Um uns Her stehen ungeheurc Gewalten, deren Richtung man beständig im Auge behalten muß. Indem man die Konferenz berief, hat man eine That der Vorsichk und des Patriotismus gethan. Die Konferenz ist zu dem Vorschlage einer türkischen Intervention gelangt und die Wirk- samkeit unseres Gesandten war darauf gerichtet, die Türkei zurn Man- datar Europas zu machen. Ick) weiß 11011) nicht, wvzu die Pforte sich entschließen wird; Wenn sie annimmt, werden wir strenge Aufsicht führen. Die Unterbandlung war ein wahrhafter Triumph für unsere Diplomatie. Dank derselben ist die Konferenz zusammengetreten troiz des Ausbleibens der Türkei, und wir Haben darin unsere Idee durcb- gesetzt, indem wir die nöthigen Garantien erlanaten,den Aufenthalt der türki1ch€n Truppcn zu beschränken und ihre Einmischung in die innern An- elegenheiten von Egyptrn zu Verhindern. Wenn die Türkei nicht ein- Lchreitet, wird die Konferenz aufgefordert, die europäische Intervention zu prüfen, imd wenn wir zu den Mächten gehören, die zur Inter- dentwn bestimmt werden, so sind wir bereit, den Auftrag zu über- nehmen. Der Suezkanal kann 1111111 aufhören, frei zu sein, und wenn andere Natwnen fick) darin festsetzen wollen, um ihn zu Mützen, sd muß, Frankreich dabei sein. Auch für den Suezkanal wünlscht die Regierung den Rgtk) der Konferenz, indem fie iich die Frei1ei1 des «Handelns vdrbehalt. Gestern ist mit dem englischen Kabinet ein Vertrag dartiber abgeschlossen worden. Die Allianz mit England und"da§ Einvernehmen mit Europa sind die briden Mittel, an drnen bestandig festgehaltc'n worden ist, und wenn dabei auch keine glänzen- deri Lorberrz zu gewinnen sind, so wird Wenigstens dem Lande ein Dienst erwtesen und die Kammrr wird ihm ihre Anerkennmig nicbt versagen können. (Lebhafter Beifali.) Auf Vrrlangen wird die weitere Berathung um 7 Uhr Abends auf morgen vertagt.
_ Türkei. Konstantinopel, 19.Juli,Abends. (W.T.V.) Dre Konferenz trat heute in Therapia zu einer Sißung zu- sammen, wxlche 3 Stunden dauerte. _ Wie aus Smyrna gemeldet mird, hat gestern daselbst eins Feuersbrunst das ]iidische und das 1ürkische Stadtviertel zerstört.
_ Aus Philippopel, (1. (1. 8. Juli, wird der „Pol. Corr.“ geschrieben:
„Die Pforte hat das vom ständigen Comité der Provinzial- vrrsammlung promulgirte Forstgeseiz nicht sanktionirt, da es gegen _begriindetc Kommunal- und Privatrrehtc verstoße. Ucbcrdirs wird 111 Konstantinopel die These aufgcsirllt, daß die GesetZe und Ver- ordn11ngen für Ostrumelien mit den im Reiche bestehenden nach Mög- lichkeit übereinstimmen müßten. Der Direktor des Innern sal) iich dchr veranlaßt, das Forstgeseß dem ständigen Comité mit dem Be-
merken zurückzusenden, es möge gewisse Modifikationen an demselben Vornebmen.
Mit dem Bau von Kasernen für die Druzinas ist endlich begon- nen'worden'. Jn Hermanly wird der Bau eifrig betrieben, da die dort1gen EinWohner sich entschieden weigern, dcn Milizen, deren Dis-
ziplin rzicht über aklen Tadc'l e1haben sein soll, fernerhin Quartiere zu gewahren.
Der Rückkehr Aleko Paschas nach Pbilippopel wird gegen den 17. d. entgrgengescben. Der GcncraigouWrneur soll mit den Re- sultgten seines dicsjäbriacn Besuches in Konstantinopel sebr un- zuFrieden sein und starke Neigung verratben, dcm Sultan seine De- rmsfion zu übersenden. Es gilt als nicht unmöglich, daß man noch dor Ablauf des fünfjährigcn Tcrmincs, für wclchen Aleks zum Ge- ncxalgouvcrneur ernannt wurde, an seine Erseßung Werde denken mussen. Ju diesern FaÜc diirfte, einer stark verbreiteten Annahme zu- folge, Hr. Krcstowtch, dcr" gcgemvärtigc Direktor ch Dcrartcmcnts des Innern, nicht zu untcr1cha15cndc Chancen für dicse11Postc111wbc11."
_ Serviert“. Belgrad, 19. Juli. (W. T. B.) Der Finanz- Mmister Mixatovic hat seine Entlassung eingereicht. Wie es heißt, soll der König mehreren Vertretern fremder Mächte gegenüber geäyßert haben, er beabsichtige nicht, die Demission des Finanz:?)imisters anzunehmen, er werde demselben viel: mehr nur einen mehrwöchentlichen Urlaub bewilligen.
Bulgarien. Sofia, 16. Juli. Dcr „Pol. Corr.“ meldet man, daß in einer unter Vorsiß des Fürsten Alexander von Bulgarien abgehaltenen Ministcrkonferenz die Auf- lösung_des Gensd'armericcorpsbeschlossen worden sei, dessen Osfiziere und Mitglieder nunmehr als Dragonercorps unter militärischer Verwaltung organisirt würden.
, Rußland und Polen. St. Petersburg, 18. Juli. Dieser'Tage hat dem „Golos“ zufolge die erste Sißunq der Redaktionskommission zur AuSarbeitung eines neuen Civil- Zeesesbuchs stattgefunden. Von dem ihr zugestandenen
echte Gebrauch machend, hat dieselbe beschlossen, auch den vereidigten Rechtsanwalt Richter zu ihren Arbeiten hinzu: zuziehen, der aus_di(scm Grunde wahrscheinlich als Beamter fiir besondere Amträae des Iustininisters in den Staats: dienst treten w1rd. Er wird mit der Ausarbe1t1111g des Erb- rcchts betragt werden; Senator Pacbnmnn hat den aUge: memen Thezl und einen Theil des Obliaationenrcchtes 1111er- 11ommen, mit dem sich auch die Senatoren Knierim und Luk: ]anoff beschäftigen werden; die Airsarbcitung des Sachen- rechts ist Professor Golewinski und dem Ober:Prokurators: gehülfen'ßarmzkt iibertragen worden, und mit der Redaktion des Fam111enrcchts ist Senator Golubrff betraut worden.
' Afrika. Ethen. Alexandrien, 19. uli, Vor- mittags 11 11 r. ( . T. B.) Kurze Zeit "W „verwiscb Paschas Abrei e 11achKonstantinopel ging eine wichtige Depesche aus Konstantinopel für denselben hier ein. Admiral Seymour hat dxshalb einen Dampfer abgesandt, 11111 Derwisch Pascha (1111 s iner Fahrt womöglich noch einzuholen und demselben dre für ihn eingegangene Depesche zu über-
bringen. N ck
_ a mittags 1 U r 30 Minuten. Derwi a «: kehrt nach Alexandrien zurls)1ck. sch P sch , _ Nach aus Kairo hierher gelangten Mittheilungen soll die Aufregung dort im Zunehmen sein, von der Polizei würden aber energische Maßregeln ergriffen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Zur Steigerung der Aufregun wird
das Gerücht verbreitet, daß auch in Kafrez-Zaivat walt- thaten gegen Europäer vorgekommen seien.
vention vorhanden sei. Wir banen Beschwerden und Bcsorgniffe wc en blau? derSchu1d,abcr das rechtfertigte nicbt die Anwendung von Ge-
. Sci den Ereignissen von Alexandrien, wobei mehrere unserer Lands-
Zeitungsftiuuueu.
Jm „Reichsboten“ findet fich ein Artikel „Wer trä t die HUM“, In demselben heißt es: g " 1e freihändlerxscbe Preffe behauptet bekanntlich stets keck und kuhn, daß 11)!!! Deut1chxn die Zöile, welcbe wir an unseren Grenzen vpn der Einfuhr auslandrschxr Waaren erheben, selbst aus unseren. eigenen Taschen bezahlen myßtru und das Ausland davon nichts. zu tragen . brauche. Ware diese Anficht, daß das Land Welches dre Zölle erhebt, dieselben auch selbst durch“ PreiZerhöhung _der Waarexi tragen müsse, richtig, dann brauchten wir uns 1eyt garcntcht „uber die neue Zollerböhung der Russen zu grämen, Drnn nach diesZx liberalen Theorie müßten ja die Russen selbst diese ZoUe, welcbe 1xe auf fremde Waaren legen, bezahlen und unsere deutsche Industrie brauchte deshalb ihre Waaren keinen Pfennig bil- liger zu geben. . .. Wahrschrtnltch aber werden die russischen Kaufleute ern deutschen Ybrxkanten 1th biÜigere Preise fordern, und so haben wir eine neu'e estatigung unserer Ansicht, daß das Ausland den grdßxen Theil der Zölle tragen muß. Deshalb sind wir immer für um tge Schn§zöl1ezum Schutze unserer deutschen Industrie einge-
treten, weil es nicht zu rechtfertigen ist, daß der Staat von unserer Industrie hohe Steuern erhebt und dann der auswärtigen Industrie gestaltet", steuerfrei der deutschen Industrie den deutschen Markten Konkurrenz zu machen. Der Schuß- 1011 muß wenigstens dem Betrag der deutschen (Gewerbe- steuer gieichkommcn und auch einen Angleick) der Verschiedenheit der Produxttonskdstcn, herzustellen s11cken; denn wcnn in Deutschland die Landwirthe ern mel höheres Kapital in ihrem Acker, ihrem Hofgeräthe urid threm Vrebstande zu verzinsen und viel höhere Steuern und Ldkme zu zahlen haben, als der, russische und ungarische Bauer, 11) hieße es dri] deutschcn Baurr rmnirrn, wenn man ihm dic russische und ungarrkcbe Konkurrenz struerfrri auf den Huis setzen wollte. . . .
Wie falsch aber auch die Benbauptungen der liberalen Blätter, daß der Srhußzoll den Export „schadigrn Werde, waren, geht aus fol- genden MiktHcilrmgen hervor, die wir der freibändlerischen ,Nat.-Ztg.“ entnehmen. Ww sehen daraus, daß der gemäßigte Schutzzol] Amerikas den Exyort nach diesem Laridr nicht hindert und daß unsere deutsche Industrie durch urzßre gemaßrgten Schutzzöüe nicht in ihre Wände eingekeili Wordeir Ut, sondern daß fiL unter dem wohlihätigen Schutze erstarkt ist und'ibr Export sick) von JaHr zu Jahr bebt, wie denn auch aus verschiedenen (Hegrnden, namentlich aus dem industriereichcn Westfalen, Nachrichten von dem großen Aufschwung der Jndustrir kommen. In drr „N.-Zig.“ [csrn wir niimlich:
„Der 101211611 frrtig gesteÜYe Bericht drs hiesigcn amerikanischen Generalkonsukfats _fnr das 31111 dem 1. Juli endende zweite Viertel- ]abr 1882 „1261| wirdcrum'mne sehr bedeutende Zunah111e des Exports nach,?lmcrtka 1111 Vcrgietch zu dem entsprechendcn Zritraume drs Vor1ahre€1 auf. Der Bez1rk Berlin [1111 allein seit dr11131.Märzd.J. Waaren 11,11 Werthe von 4567123 914 exportirr, Um 2764 953 „;ck mehr “ald; tm szitcn Vierteljahr von 1881, und alle libri en Kon- sulatsbrzirke 111111611, eine _ Verhältnißmäßig gieich starke [1110171116 auf. An der „Spitze scht Crefrld mit einer Steigerung von 3060219914,_10da11n folgt Barmen mit 1742 659 „;ck; Lcipzig schlirßt sick) 11111 1092 861 «161 an; Chcmniß folgt mit einer Zunahme von 928 747 „16, Hamburg 907428 “161, Bremen 703 662 „FC:, Nürn- berg 119 630 „16 und in entsprechender Abstufung nehmrn Sonnebera, Augsburg, Stuttgart, Dresden 11. s. w. ihre SieUung ein. Dic ge- smnrnte ZunaHme dcs Exports gegen das entsprechende Quartal des- Vorxabres bclcmft sick) auf rirca 1ech§zcl1n Millionen Mark.“
Das find „höchst erfreuliche Nachrichten; fie zeigen nicht blos, daß unsere Industrie wirder BcsteUungcn Hat, sondern auch, daß sie unter dcm Schutz, der ngtidnalcn Zollpolitik crstarkt. . . .
_ _ Dir„Wiesbadenrr Zeitung“ äußert sick) iiber „die Wrißschastlrchen Verhaltnisse des Jahres 1881“ in folgender
61 e:
' Die Bericht; der Handeiskammern und Kaufmannschaften über die wirthichaftltxhen' Ergebnisse des Vorjahres konstatiren durcb- gebrnds„ emen, gunsttgen Verlauf und AufschWUng von Handel und Industrie. „Einige Handelskammern erkennen dies auch in ihrem Gc- sammturtbcrl an, wenngleich sis sich bemühen, die Ursache des Auf- schwungs auf 51us;e_r11en*öl)11[ichc Verhältnisse zuriickzufiihren, start dcr Zdll- urid W1rtb1chaftspolitik das ihr gebührende Vcrdicnst [)irran beizumcßen.
Unter den od11*a[tcn_dcnVcrbältniffcn wird man aber [)irrin skbon cine Wendling 311111Brs1crc11 erblicken, wcnn 1111111 sic!) crinnrrt, wie die eräbrraczi Brrichtc, welcbe iiber die im Ailgcmcincn ungün- stigcrcn Verhaltninc ch Jahres 1880 sich nnslicßcn, rimc WkiskkcÖ aUc. Ucdrlständx und Marhtixcilc cbcn jc11cr Zoll: und Wirtbscdafrd- Politik zur 21111 [raten. Zu derartigen Schl11sxfdlzcr1111x1cn [3111 111111 dad Jabr 1881 wenig Gcleacnbcit gcbotcn, wcdlmlb nbsprcckcndc Ur- tbcilc_ii[*cxr jc11c_„Politik wcnigcr zu bemerken sind.
„So 1ci)r 1111) aber auch einige Handelskmnmcrn [*cmübcn, für freibandlscrijcbc (Hrund1c'1151' einzutrctcn und dir giinstigen Verhältnisse, dte,fic 1111111 leugnen könnrn, auf die Gesetze dcr Naturnotbwc"digkeit zur1ick511111brc11, dc11c11 aemaf; dcr Ebbe auch im 11*irtlcksch11ftlichc11 chen _ durcb keinerleiEinwirkurig begiinstigt _ cine Fluri) folgen soll, so sprccivcxid0chfastd1xrch1rcgdic1[)at1ä1i*li1“1*1'11Angaben für die Haltldsiakcit cincr 10101611 2111151011110; riclmclyr sind dieselben accianrt, jedem u11bcf111_1_ch11'11 Trnkcndcn daß? [11.111111 (11151111111111111'11, dax"; dcr opcratirc Eingriff dcs'Staatcs in die w1rth1chaftliche11 Vcrbältniffe von einem Segen bcglcttci 111ar,§_11*cl11*cr nicht nur rcicblicbcrc Einnabmcn dcr Rcickyökasic mfnl'rtc, 1_d11dcr11 aucb andcl 1111d Jndnstric 1111 sich i'c- lebte und dic_11111 dcr1clbc11 lange ' eit licgcndc Stagnation 111 wrl*l- thätigcr Wci1c'störtc_ und [*cfcitigtc. ,
_ _ Der 111 Hirschberg erschcmende „Bote“ theilt mit, da1; der fiir das JUN 1881 erstattete Jahresbericht der Han: delskmnmer fiir d1e _Kre1se Hirschberg und Schönau soeben auMegeben wordert ici, nachdem derselbe vor vier Wochen dem Handel&Mintjtrrtnm Eingereicht gewesen wäre. Dasselbe habe Ausnellurmen _an de111_Verichte nicht gemacht. In der das Gefamml-(Hcschästscrgebmß betreffenden Emleitung bemerke die Handelskammer:
„Auf (“rund drr_111qtsäcb1icbc11 Mittbcilunarn iibcr dic ci111c111111 industrieUc11_und acjcbmtlnbcn Branchen können wir, unscrcn Bericht über die Rc1ultatc des, Jahres 1881 cinlcitcnd, der Wahrnehmung Außdruck aebcn, das: cmc, wenn auch nicht bcdcutcndc Zunahme des Vrrkcbrd_in dcn meistm 5711111181tionözwciaen, und «var 311111 größcrcn Tl*cilc_n*a17rcnd dcr lc1_:1611_.Halstc des Jahres, cinactrctcn ist, krclcbc aucb, wwcrt nicbt dad gunstigcrx Erntccracbnis; 1*1*11Ei111'1uf3gcwcse11icin mag, aufdtc allarmmyciiGchaftsrcrbältnisfc bclcbcnd cinwirktr. Eine Ausbesserung dcr Pchg 111 jedoch nur in einzelnen Fällen, und «ua) da nur in geringem Masse crwlat, kö forderte vielmehr die übergroße Kon- kurrctii 11111 fait 1111111 mdustricllcn Gebieten weitere Prcisrcduktirncn. und 1st dies w9_1_11 als Grund anzusehen, wenn die etwas günstiacrcn Gcsqm1111craeb11111c drs abgelaufenen Xabrcs auf die Lohnvcrbéltniffc der 1nd111tr1cllc11__Arbcncr kcinc aufbeffcrndc Wirkung haben konnten. D1e Lolmsaxc 1111d 111it_ geringen Ll116nab1nc11 denen ch Vorjahres gleich nebliwen dock) 111 es immerhin 1116 Fortschritt m bezeichnen,
daß es im Aügcmcincn an ausrcichcndcr Bcschäftigung nicbt gc- mangelt bat."
Statiftistbe Nachrichten.
, In chn auf das Theaterwcsen in Berlin enthält der „Verwaltungd'crickvt des Königlichen Polizci-Präfidimno von Berlin für die Jahre 1871-4880" einen Abschnitt, dem wir folgende Daten entnehmen: In ken Jahren 1871-1880 hat das Polizeipräsidium zu Berlin auf."“,rund dcr Reicbö-(chcrbcordnung an 146 Personen (darunter 8 weibltebc) Konzc“1onen aw Schauspielunterncbmer er- tbetlen mussen._ Dcr cbema ac Stand „dieser Fersonen dürfte be- weisen. daß in' Mehrzahl dicser Konmsionsin aber mit der Kunst
wenig oder 1111th zu schaffen baden. Von den 146 Per-
en nämlich: Schauspieler 54, Musiker 6, Theater- YlMcErtitean,r Schankwirthe, Restaurateure 45, Kaufleute 13, Maler 3, C?xzarrenfabrikanten, Rentiers, ehemalige Beginte, Sckyriftßeller je 2, Zimmermeistek- Handichubrnackpcr, Weber'txierster, Feldmxner, Buch- binder. Landwirtb, Maschmenmrstcr, T11chler, ])00101' 111138, Lxhrer und Maurer je 1; zwei Schamptelunternebmer bgtten fruher uvex- bauPZ keinen bestimmtetx Beruf. _ Mit dem Reichsaesetz vom 1.1.
uli 1880 ist hierin msyiern c1ne Aenderuzzg emrzetrefen, _al_s der Antragsteller vor Erthetlung der Konzxi um seine“ Befabigung jn moralischer, arxrsttscher und finanzie er Beziehuyg nachzu- weisen bat. _ B1? zum Jahre 1870 brstandrn in EBerl1n,
außer den Königlichen Theatxrn, 13 offeniltche &brater,
u welchen in den Jahren 1870 bis 1880 noch weitere 13 hrrrzu- 1 treten sind. In den Jahren 1876-1880 smd 2662 Theaterstucke ZTP 2116 Couplets bez. einzelne Lieder der polizeilichen Prufung unterzogen worden, wovon (ils zur Auffubrung ungeeigner 69 Theurer- sti'rcke und 54 Couplet's zuruckacwzesen worden Und„ Dre (Zuruck- weisung erfolgte, weil d1e_ Stucke theils unmoralischen «znhalt's, theils Tendenzen 111 denjelbcn vcriretxn warm), . welrhe 11111
den bestehenden staatlichen rind soztalen_ Einrichtungen " im krassen Gegensane standen, theils aucb, werk 111 den Stricken
Tagesstagcn beßagdclt wurden," welche [M der _Auffubrung nothwendiger W102, zu Ruhestorungen und Erzesirn _batteri
führen müssen. _ Die A'rxznbl derLiedbabxr-Tk)ea1er-Vrretne, 11) weit
dercn Dasein zur Kenntmx; der Poltzetbekwrde gelangt ist, betrug 1111
Jahre 1871 393, Ende 1880 aber'889, so daß also innrrbalb zehn
Jahren etiva 500 biyzugekommen smd. Als „Grund fur diese erheb-
1jche Zunahme der Liebbaber-THcater-Vrrcine ist nac!) den Erfahrungxn des Polizei-Präsidiums vorwiegrnd crnzujehcn: drr Dram] 1111rerser und ungebildcter junger Lcrrte beiderlei Gc1chlechts nacb Brtbaimung eines eingebildeten dra11111111chen Talenis und die Sucht, fich offent- 1jch zn zsigen, öffentlich arnami'k und ' wol)! gar 1111051 und bekfatsck)t zu werde". „Die chrmaßrge Veriti-ZHrur-g 1olci1er Lirbbaber-Theatcr“, [1810111 drr Verwaltungsberich drs Pd- [izei-Präsidiums, „isi, dcmnack) gar nichr unbrdeuklick), , da 116 111181 nur zu UUUÖÜUÜLU 21113131sz vcrlctten, wnderrt die jungen Lrutc auch Von ibrrm Gesxbmt, ihrem Handwerk, und 11)rcr Berufs- thätigkeit abzicbcn und zrr!trrr1111_,„1k)r Sireben m falicbr Bahnen linken und sie mit Jdrrn und Planen erfnul1211, derrrr'VJrfolgu'11g sir (11155 drm Kreise ibrcr 11_ewdi)ntc11 und 11a111r11chc11 Thairgicit 811111119- 518111 und sie in den salscdrn (Mauden n11rg1,_z11 rtwa? Anderrm, Höherem geboren und destimmtuzu sein.. Schließlich 111101130611010101, an kleinen [)erumziebenden Byhnen zi)re vrrmrmtl1chen Qaiente zii verwertben, Und gewöhnen sich 10 (111 em „ungebuzidcnes, ungrrrcxelrrs, umdrrsrbwcifcndcs Leben, das iki'tRi d1rnC§rfUÜungii1rcr Wunsche und Hoffnungen bringt, wol)! abcr 11111611 Haufig schwere Entbehrungen auferlegt und fie oft geistig und korpkrliri) dor der ZW 511 Grunde UchK1tlcbrr das Auswariderunaswcsrn eninrbrr1e11 wirmdelm oben ciiirten Berichte folgende Mittbcilungrx'»: D'as PVLILUPMUÖUÜU rr- tl)ciltc auf Grund des Geseßcß, betreffcxjd'drr Beforderung 11011 Aus- wanderern vom 7. Mai 1853, 111 drm 3311111111112 von 1810 bis 111111 Jahre 1880 im Gémzcn 14 Konzrsfionexi 311111 Absrickus; undxzur Yer- mittrlung don Befördrrungsvcrtragen 11111 Airsivandcrern. Von diesen Konzessionen betreffen 2 _ Au'swgnd'erungs:Untcrncbmcr, 12 _ Agenten und zwar 3 _ Agentrn 1nlc111dischcr und 9 _ Aacuten 11116- wärtigcr A11§wandcr1111gs-11*11c_r11eh111rr. Zn 10 „Fachn konnte dern Anfrage auf Ertbrilung dcr 3111118111011"nicbtrntiprockwn "wrrdcn. Die ertbeiltrn Konzrssionen bezogen TÜ) sa111111111ch „auf. Befordcrung 111111 Ariswandcrcrn narf) iibcrsccischcn Landerri. Ste crmacht111re11zu111'11111ck91us1, bezw. zur Vermittelung 11011VcrträgewmiiAuéwandcrrrn z11111chckdere11 Befördrrung nach Amerika (aussrlerßlrrb Brasilirn 111112 Brnczucla), nach Australien und Afrika und uber folgende Emirhtftunasz bezw. wischcndcifen1 Bremen mit Brenwrhafen, (Grestennzndc, W1lickr1ms- Faden, Hamburg mit Glückstadt, Da11z1g, 81011011 rnit Warncmundc, Stettin, K'önichrg, Antwerpen, Havre, Vliesmngrn, Hull, "GlaWow, Liverpool, Hartlcpool. Dcr Erlaß dcs Hcr'rn M1111stch filr Hmidel 1c, vom 3. Novrmbcr 1859, durch wrlchmi dic Ertbmlnng neger Kori- 1csfionc11 zum Abschluß, bezw. zur Vcrnnxtzlung von Vcriragrn 11111 Auswanderern zum Zwecke dcrcn Bcsordcrung 111111) _Brafiltcn untersagt worden war, gciangir nicht zur tbat1§1ch11chcn An- 1vcnd1111g, da die Ershrilnng derartiger Ko11ze1s10nc11 111cht beantragt wurdc. Seitens sämmtlirbcr A11swander1111a§u11tcr11cixmcr und Agenten wurdc nacb Maßgabe der Bcstirnnzungxn dcs chlemcnts vom 6. chtcmbcr 1853, bctrrffrnd dir 0581cl*aft_§111[)ru11g drr zur Bc- förderung ro112111§1vm1dcrcr11 konzemiomrten erwncn :c. e_111cK11utio11 bestellt. Die von den Unternehmern bcstclltc 311111111111 __bctrua 30 000 „161, hatte also die 111 den brzcicbnctcn Rrglcmcnts i'c1111111111c Höhe und fand eine Erinäfziaung dcr Kantion 1111111 statt. D1c1*011 dcn Agcntcn bestellte 511111111111 betrug 3000 “161, 11111 21115111111119911115 Falles, in wclcbcm fie auf 900 «16 bcrabgcwßt war. "_2111 trtncm Falle ist das Polizri-Präsidium 11c11§tl1ich1t (11,1vc1c11,_ arma); „ck12 ch Rralcmcnw Ansprüche (111 die K'a11twt1dbc1tcllcr 11115" dcr bestellten Kaution 311 berichtigen. Vc1ördcrt wurch 11T11*_rc11d dcs Zcitraumcs vom Jahre 1870 bis zum Jahre 1880 6511th bicfigcr A1151111111dcruuch1§u11tcr11cb111cr und Agc11tc11_11ack “2111511106 drr von ihnen cingcrcicbtrn Vchcickmissc: im Jahrs 1810 :. 8080 Perioncn, 1871 : 1:1, 1872 ; 110511, 1873 : 11.1117, 1574 : :101, 1.515 : 3070, 1576 : 5016, 1877 :: 3196, 1878 : 3155, 1519 -__; 4119, 1880 :: 14,997, 5111111011011 53,041 Pcrsoncn. “_Oic vcrba1tmmnas1111 acrinar Amabl dcr in dcn Jahren 1871 und 1811 1115 [*cfordcr't 1111- (11gcd111c11 Pcrsoncn erklärt siä) daraus, das: in dic1c11 Jahren dre cm- acrcicdtcn Vcrzciämiffc nicht vollständig warrzr. 'Jnncrbalh dcnclbcn Zcitramns traten 11 Seitens des Poli11*i-Pr1111d111111-5 crtbciltc 311111- zcssioncn auswr Kraft, und zwar 4 i11F111,1c 111611, 1'11/[11'1111'r Ver- längerung dcriclbcn. (91111' Entziehung der 1111111cs11011 Ccttcns drs Polizci-Präsidiums fand in keinem Falle 0.111. In den Iabrcn 1811 biki 1880 find rom Polizci-Präsidium 65-1 2111_§1randcr1111,12§-_ (_(7111- laffunas-) Urkunden ausgefertigt wordcn, kcncn 114 Naturaltmttoncn gegeniiber stehen.
Kunß, Wissenschaft und Literatur.
Von dem Jabrbucb der Königlich Preußischcn Ku 11 11111111 1111u11ac11 ist der dritte Band (111. Heft der .11111l11b1'11 Mittelunßcn. 111. und ]K'. Heft der Studien und F1*r1ci*1111,1c11) cr- icbicncn. (Berlin 1882. Wcidmannicl'c Bucbbandlung. Pro"? 30 “411 für den Jabraana). Hcft 111. und 11'. dcr S_tndicn'und Foricbunacn babcn frlgcndcn Inhalt: Dcr italicniscbc wlzicbnitt 1111 1.'1.Jadrb11.11- dert. 111. 131111 F. Lippmann mit acht olncbnittcn. _ Dtc 11.111c- 11ische11 Schau1nün1c11 dcs fünfzehnten Jahrhunderts. 1430-1530. )(. (Schluß.) Von Jnlinr1 Friedlaendcr. Mit sechs Ja1c111_1'i11*1d111ck und 1wci Hol1sck11ittcn von Y. Friscb. _ Dic K11r1crsticbm1111nluna der Stadt Breslau. Von Mar Lebrs. Mit .111*ci Holzschniitcn. _ Rubcnß' Nil-Bildcr, Von A. von Sallct. Mit zwci Hrliscbnittcn. _ Das Knvfcrsticb- 1111d HolKscbniitwcrk dcs „Hane! “Sebald Beba"). (E(blufi.) Von W. rrn Ecidliu. 11. Das Hol1sc1111ittwcrk. Mit vicr Holzschnitten. _ Die italienischen Skulvturcn der Renaissance in den fönialia'cn Musccn. Von W. Bode. 11. Bildwerke des An- drca del VcrrocÖio. (Schluß.) Mit einem K'uvfcrlicbtdruck. eincr Zinkäyung und fünfcszräzsänntten. _ 311 Raphael. Von Hermari (“rimnu 111. Die . (* ebändigcr auf Monte Cavallo. M11 drci Holzschnitten. ,
_ Die in Leipzig (1111 22, Juli d, J. crscbctncnkc Nr. 2038 der Illustrirtcn Zeitung enthält fqlaendx Abbildirn cn: Die Krisis in Egv*tc11. 2 Abbildungen: 1) (711111111an _curovai tber Fliickxtlinae im aim von Alexandria. Nach der Stine cines Augen- zeugen. 2) An cbt dar Yasenstakt Alexandria vor dem Bombarde- ment. _ Derwisch Pas a, der türkische Kommissar 1_11 Egvvtcn. _ Deutsche Kriegsmarine: (5111 neuer! Torvcdoboot. Origixialzeicbnung von . Penner. _ ur Frick dcs . äbrigcn llriivcriitawiubiläumo in ürzburg: 5 Ans cbten aus der Fc tftakt. Ori inalzcicbnuna von
til Stoltenbcr : 1) Die Mainbrücke und die Fctun Mari-cnbcrxi. “!?? ie Domstra e mit dem Ratbbaus und_ dem " om. .; De arienkavellc. 4) Die Univcrfität. 5) Nördliche Amicbt der Stadt.
_ Kornblumen. Gemälde ron Cb. Landellr. Natch einer Photo- nrapbie aus dem Verlag von Braun__u. Co. 111 Dornach. _ Sbetlandstute mit Fohlen im, ZoologUchen Garten zu Dres- den. Nach der Natur gezeichnet von. Albert Rickyxer, _ Scenen aus dem oberbayerischen Bauernsviel „Der Schmred von Kochel“. 4 Abbildungen. Nach der Auffahrung tm Bade Kockrl ge- zeichnet von W. Gröglcr: 1) Die Schm1ede des Sckm1eds von Kochel. 2) Gebet der Bauern am Sendlinger Friedhof während des Schlacht. 3) Spielplatz. 4) Zug der bewaffneten Bauern durch das_Dorf ziim Spielplatz. _ Die durch A. Tondeur erganzten pergameni1chen Bild- werke der Königlichen Museen zu Berlm; 4 Abbtldungerr: 1) Dte Zeiisgruppe aus drr Gigantomachie. 2 detldungen. 2) Die Athene- gruppe aus der Gigantomachie. 2 Abbildungen. _ Moden: Morgen- anzug. _ Reisstrodbut, _ Hut aus grobem "Strobgeflecht. _ Him- messerschcinunaen: Venusbeobßchtungen '1111 Frubxahr1881. 3 Figuren. _ Polytechnisckr Mittdeilungen: _Ttmmermanns Signalforpedd- Sicherung für Thürschiöffer 4 Fiakuren. _ Kontrolavparat fur Fabrbiilets. 4 Figuren. _ Neuer leanzensammler. 2 Figuren. _ Rcise- oder Pickenicktisck). 2 Figuren. _
_ Anzeiger für Kunde der drutschen Vorzeit. Neue Folge. 29. Jabra. Organ des germanischen Muie'rrms. (Heraus- gegeben Von ])1'. Effenwrin und Dr. Frommann in Nurnberg.) 1882. Nr. 6 und 7, Juni und Juli. _ Zw diesem Doppelbeffe bringt zunächstA.Effc11wei11 in einem mit meien Abbildrmgen"braicrteten Aufsatze Beiträae aus dem germanischen Museum 111 Nurnberc; zur Gcschichie dcr Bewaffnung im Mittelalter. _ H. Lgnge „berichte? sodann iiber das Ergebniß der Auögrabungen bei Dietersdorf (1 chstunde südöstlich von Fürstrnfeld, uyfern der rrngartschen Grrnze), Bei Oeffnung der dort befindlichrn" 1111111111 wUrden Aschrnurneri, schalenäbnliche Gefßße, Thrancnflaschcherl, Scha1en, Bronzefibcln, kndpfäbniiÖe Eisenstuckckyen u. dgl. m,. „darm gefundex. _ 1)1.Fr.v. Wreck) thrilr dcn Wappenbrief König Wenzris fur die Brüder Hans und Claus Conczmann von Staffurt in' der MarkgrafsÖast Baden Vom 14. _Februgr 1392 seniem Wortiante nach mit. _ K. Hartfrlder . liefert ein Schrift- stück, das das Indenkar der unwrrt " Altbreisacb ernst belcgrnen Barg HöHingrn vom Jahre 1424 611181111. _ (E.ON. Blaas giebt den analf von drei aus dern 14._und 15. Jahrhundert Liam- 111enden Urkunden, die auf das damalige Profanbau1vrsen Brzug 111111611, (111. _ Wernicke Theilt sodarxn den Kontrakt 'Mit, den der 811111) der Stadt Löwenberg i. Schl. 1ammr den dorkigcn KtrÖrn- Vätern mit dem Glasrr Scbrrmniener wegen Verglasung dcr Fcnstrr drr Pfklkkkikck)? daseibsi im JaHre 1511 „Mchloffen. :Daranf Folgt ein Bcrichr von Tk). Diestrl über eine Rev111on desk FlrisÖergewtchts, die zu Leip1ia im Jahre 1518 stattgefunden. Endlich fUhriWermcke (1119 drm Testamente dcs Pfarrers Radrmann i11 Giersddrf (dci Löwrnberg i. Schl.) vom Jahre 1508 mehrere Stellen (111, in dener der genannte Geistliche aÜerband Kunstgegryständc vrrmacht. _ Die Beilage zu Nr. 6 und 7 enthält die Chronik des germaniscbrn M11- srnms, dic Angabs des Inhaltes 11011 Schriften dcr Akadenucn, Museen und historischen Vereinen, Miche drr eraktion zugrgaqgcn, sowic vermischte Nachrichten (77_97) aus vrrsch1edenen Zeitjchriften Und Zeitungen iiber die Ergebnisse 11011"A11§gr11bung211, Mumien 11011 Schlössern, über einen Miinzfund, uber dir Vrraußcrung emer Kunstsammlung u. dgl. 111.
Gewerbe und Handel.
Zu Tvucmorrib bci Nervcastie-on-Tync wird _am 6. Sep- fembcr d. I. eine Ausstellung von Gegenstand'cr dcr? Sciyiffs- und SchiffsmasÖincnbancs, der F1_1chcre1 sowie des Rettnnch- und Küstenbe1cucht1111118111131c_11s er- öffnet wcrden. Anmeldungen zur Tßeilnahme (111 dieser Audiiciiung sind bis zum 1. August d. J. an das Biireauder Ü0kdb-ÜQIQ 001151 1411111111111011 01" 189.111] Yraxjcearnrs etc:. 111 Ncwcastic-on-Tynr, 21 Collin wood Street, zu ri ten. . '
Ngiirnbcrg, 19. Juli. (Allg. Br. 11. “Hopf. Ztg.) Dic, Wit- tcrung bat fick) seit acht Tagen für die Getreideernte, weiche 111 un- serer Gcgcnd sciwn theilweise ibrcn „Anfang genornmncn,'1owic zur Er- bdltmg und Besserung dcr Hopfenpflanzc gunstiger gestaltet. Wenn auch im Allgemeinen aiigcnommcn werden darf, das; der letzte, (1111 Sonntag niedergegangcnc starke Gcwiitcrregcn in Folge Abki'111- lung der allzu beißcn Tcmprratur fich_ 11111? vonugutcm'(811181171,an das Hopfenacwäckvs crwirs, 11) Wrcchen 116) die Berichte aus den Distrikten unscrcr Umgebuyg doch 1111r imoscrnc aiinstiarr 11116, als nur schöne und 1'011st_ gcjund stehende Pflanzungen 1111) weiter criwlcn konnten, während 1cbwachcs, durch die 119_r111a[c Witterung geschädigtcs Gcwäcbs keine Spur von 9111er Bc11cr111111 zeige. Wir wissen aus friiheren Jahren, daf; ich vor dem E111tr1tt dcr Bliithc aufgestelltc Crntcsciyäxxnna rcrfriibt und dcsbald 11115111111- 11117111 ist, weil der Hopfen oft 11011) 1111 1915th StZdium scizirr (“nt- wickclung 1111) einer übcrraschcndcn Bcncruna fabW gezeigt [*at; 11112111, 11111111 aucb erst in etwa vier Wochen ein annaberndcr Ucker- blick iibcr dcn (?rntrcrtraa (11111111 wurden kann, so vici ist 111143 15:11 Bcriävtcn drr 1110111111 Länder schon jetzt „111 entnehmen, daßdas Erme- UMLÖUis? _ 1111111 cs 110111 ricl [*cffcr audfallcn, 1116 1111111 icöt 111 [wffcn wagt _ drci) 1111r_ cin mäßiges. werde!) 1r)1_rd. Die ersten Friilslwrfcn wird in dicxrm Jabrc wrcdcr dic 1_11d- ]icbc Steiermark, ron wo das erste Bällcbcn an u111crn Markt [*crcits al*1111111_1icfcr11, während in dcn 111cistr11a11dcrn Horfcnländcrn dcs Ko111i11111ts 11911) 1111111 ci11c Spur 151111 2111111111 511 findrn ist, 1.1 111 sebr vielen Distrikten dic Ranke crst die Stangen- 111ittc crrcicbt [*at. _ 311 Folgc ungünstiger Nachrirbtc11_11us den 241": zirkcn sind in Amerika die Prciig 111111) von 20-22 (116. 1111] 33-456 (Its. und 111 0111111111“ 1.111 111 dcm gleichen Vcrk*al111_11; aisticgcn: 11111 bissigen Markt 1111 dcr Vcrkcbr auch 111 d11'1cr Winde wicdcr cinen *Ilniicbwuna crfabrcn, soweit einen solchen 1'['1'11 die Vorrätbc aus dcn Vorjahren 1111111 acstaticn. Seit 211101111] [***111111 dcr Umsatz in 1881 cr Hrixkcn k-WB11llcr1,ii181_)rr 1111d altrrcr "1831111101." 100021101111. Gertimnc Sorten _wurdcn 11111 110-118146, I)iittcllwkÜn iwiscbcn 120 und 130 116, bene 11111“ Sicacllwpscn 11111 1401121150114, 1880er 11140_.*'1."-.16 1111d 11011) ältere Horicn 111*ii11*c11 10 11111“ 24 „111 bcmi'lt. 211121 diesen Notirungcn x_rgicbt 11111 auch 1'1'1r dic crstc Hälfte diescr Woche wicdcr ci11 Prc1§a1111ch1ag 1'r11 0-10 „16, während der rorwöwcntliä'c 20 .li- bctrug. Dic1c111 bc- rcutcndcn 11111111151' stcbt cim“ Zufnbr an ca, 250 Ballen 1111111111115 Seit gestern blieb das_(IcsOäit 111 1191111 gcrtngcn An.",cbotr; 111 staigcndcr Preisriwtunz 11111.
Verkehrs-Aufkalten.
Harke, 19. Juli. (W. T. L*.) WollnuFtirn. 2-15!) V, verkauft 523 B. Preise .'1- 10 Cent. niedriger.
Angeboten
Berlin, 20. Juli 1882.
(Nordd. Alla. 31.1.) Am 16. (31111 fand auf der _Maina 11 wicdcrnm cines 'cncr Festsviclc statt, mit denen das O_ifiiic'rcorvs ch “Jmfm1tcric-11ieaimcnts Nr. 114 in K_vtzstanz dic Amrcicnbcit „Or. Majestät des Kaisers auf der Mainay- [ett einigen Jahren zu feiern rilcat. Hervorgegangen find dicse Fcniytcle aus dcm_W11gsch_e_, dem Kaiserlichen Herrn und den Gro berwaltcbcrx Herrschaf_tcn 111_11nn1,1cr Form cinc Huldigung dakiub ngen. *Tucbtigc, kunstlcrncb und poetiscb bcmbtc Kräfte innerhalb des _1.,_f 1icrcorvs wußten mit ge- ringen Mitteln die biobcrigen Festausfu rungen rcc_bt aelungcn zu gestalten. Sämmtlicbc Ofüzicrc Damm und die altem) Kinder von Offizieren des Negimcnw, iowcit sie nicht durch Retsen odcr Krankheiten verhindert waren, nahmen an dem Spiele Theil _ etwa 70 Personcn. Das “Spiel fand Abends nach 9 Uhr auf dem
oft kes Mainan-Scblosico statt. In der Mitte desselben waren aus
annen und laukbedecktcn Rahmen cin Hintergrund und bmealicbc (Fouliffcn geschaffen wotkcn. Dic léoi'cn Hcrrschafttn und eine Anzahl
geladener Gäste waren in dem unteren Saale des Schlosses versam- melt, durch dessen breite geöffnetr Glastixüren dieselben wie aus Logen dem Spielx zuschauten. Die Beleuchtung wurde durch elektrisches Liebt bcrgestcilt, welches aus einem Fenster des obkren Stockwerkes die Szene tagbeU erieucbtcte. Dem Festspiel lag die Idee zu Grunde, Kindheit und Jünglingsalter des Kaisers, dann die Zeiten der für die Thronfolge bedeutendstrn Ercigniffe drr Geburjen Seines Sohnes und Enkels durch Scenen aus jexien Epochen, die Geburt eines Urenkels durch ein, Gegenwart und Zukunst verbindendes aUegorisckxeS Bild dem AÜer- höchsten Herrn vvrzuführen._ Ein hundert Jahre umfassendes Vier-Kaifer- Bild, hundert Jahre per1önlicher Geschichte unserrs Kaisers! Clio, die Muse der Geschichte, leitete ein und begleitete mit verbindenden Worten die Bilder. Die hinter der Szene pla1irte Musik füllte die Pausen mit Motiven_ aus von Märschrn und Liedern, die der Zeit und Gelegenheit ent1prachen. Nack) cinrr kurzen Jutroduktion der Musik trat Clio im wrißen Gcwande dcr griechische11 Priesterin in edler Haltung wor den Kaiser 1111d leitete das Spiel durch feierlichen Prolog ein. Das erste Bild, Jahr 1803, Kindheit des Kaisers, stellte die drei klrinen Prinzen Frirdrich Wilhelm (nachmaliger König Frirdrick) Wilbrlm 117), Prinz Wilhelm (der jeßige Kaiser), Prinz Carl dar, wie dieselben von einem mach- 1ig€n Unteroffizier des ersten Bataillons Garde crerzirt werden. Ein; Gouvernante hält die kleine Prinzessin Charlotte (nachmalige Kai1erin vori Rußland) auf dem Arm. Die drei Prinzen in den da- maligen Uniwrmen der Gardes du Corps, dcr Husaren und Dragoner machten ,iHre Ererzitien 1111d Honneurs rnit vieler Anmutk). Das zweitr'Bxld, Jahr 1814, Jünglingsaltrr dcs Kaisrrs, zeigt uns eine Famrl1cn1zrné. Die Gattin eines als Offizier im Felde in Frank- reich befindlicbcn Gutsbesitzers theilt Kindern und Eltern jnbelnd cincnnsoeben crHaltcnen Brief dcs (Haften mit, der rom Einzug der VerbundrtNi in Paris, von Verwundung und OrdenSauszeichnung des Gatten brrrrbtex, dir dieser gkrichzcitig mii dem Prinzen Wilhelm erbalicn. Die alteste Tochtrr kränzr die Büsten drs Königs Friedrick) WilbeimU]. und der damals bereits beimgegangrnen Königianse. Das Bild, stimmungsvoll gruppirt, derseytr den Bescbauer in jene Jugrnd- zeit unsrrrr Groß- und Urgroßrlrcrn. Das dritte Biid, JaHr 1831, Zeit der (Geburt des jetZigen Kronprinzen, vcrielzk uns nach dem Brandenburger Thor in Berlin. Ein Trupp Landirute aus dem Sprrrwaldr i1t nach Berlin gekommen, geführt von einem vor Kurzem entlassenen Reservisten, um sich die Tauffeierlirhkeiten drs _ji'mgst geborenen Prinzen anzusehen. Der Sprecher animirte seine Genosien wie die Zuhörer durch seine soldatisrhe Frische und Lebendigkeit. Dre scinnuckcn Spreewaldkostüme hoben dic zierliche11 DamengestaUen WirkUNJZVOU Hervor, Das vierte Bild, Jahr 1861, führte eine Gruppe Veterancn (1118 den Befreiungskrirgcn vdr, 1111311136 die in Königsberg statjfindrnde Krönung Königs Wilhclm zu fcierri zusammengekommen sind. Der Sprecher erzählte in markigen Worten, auf 1814 zurück- grbcnd, die erste Waffentbat des Pridzcn Wilhrlm bci Bar-snr- Aube. In den Schlußworten wurde auf die vor Karzem Erfolgte Gcburi des dritten Kaisersproffen, drs jeßigen Prinzen Wilhelm, bingedeuiet. Im fünften Bilde, Jahr 1871, erfcbirn eine Gruppe Schwarzwäider Lmidlcuie und nach dem Kriege entlassencr Soldaten. Ein Landuer-Offizirr krbrt vom Felds. und SiegeScinzuge dcr Trup- pen in Bcrlinin die Arme der Srinigrn zurück und rrzäblt 111 frischer Weise seine Erlebniiir. Maleriick) und schmuck präsentirten sich die Schwarzwäldrr Bäuerinnen, (111 Zirrliöhkeit mit den Damen des Sprccwalch wetteifernd. DaF sechste und letzte Bild endlich verseßi 11116 in die Gegenwart und deuter in die Zukunft. Um die mit PUrPngewänch bedeckte Wiege des jüngst gcborcnrn Kaiserlicben Urcnkrls ist cine Schaar kleiner Hrrolde gruppirt, welche in mittel- a1rrrlichcm Kostüm in Farben und Wappenscbiidcrn die rcrscbiedenen dcutsrbcn Länder darstcllcn. Ucber die Wiege brcitck1chii15e11d ein Genius cinen Pabnenzweig. Dir lieblirben Kindergesiäoter in den farrcnpräcbtigcn Kostiimrn. Unter den Strahlen des elektrischen Lichtes gewährten cinen entzückenden Anblick. Aus dem Bilde heraus, dem Kaiser entgegen, schritt ein Herold in n1aleri1chem Kostüm des Mittelalters, in schwarz-weiß-rotb dic deutsckyen Farben darstellend. M11 _ wcilbin schallender, ron wqrmer Empfindung getragener Rede Wrack) dcr Herold dcn Kai1er persönlich an, ihm die Gedanken drs Festspieles darleaend, als einer Huldigung, cines Außdruckcs dcr Freuds, den Hobrn Herrn 111 schon, eines Glück- wunscbcs zur Grburt des jüngsten Kaisersprdffcn. Anf dir Kinder- grrwpc weiscnd, 1cblof; er mit folaendcn Worten:
Schr Hirr JungdeutsÖland, seine chincn (1112
Sic stehn geschaart um Eures Enkcls Wiege",
Verschieden zwar 111111) Wesen und (552111111,
Wie Eurcs Volkes Stämm' in Brguck) und Art,
Gccint indcß 111 Licb' zu ihrem Fürstrn.
Und wcnn dereinst dir Stunde der Gcfabr
Don Sobn, dcn Enkel sich bcwaffnen heißt,
Wie beute wir, fie wcrdcn rufen Alle dann:
.Hcil unserm Kaiser, unserm Kaiser 110111! „
Ze. Maicstätwic dic (Broßbcrzogiiwcn Herrschachn warm 11111
sirdtlirbcm Jntcrcsic dcm Spiele gefolgt. Tic gcmmmtcn Mit- wirkenden witrdrn 311111 Tbcc 111 danan 112111111611. Die Hohen Herrschaften ließcnSicb i11 anädigstcr Weise jcdcn Ei111clnc11ror'tcilcn, danktcn ftir die Aufmerksamkeit Und bcglücktc11Grof1u11d Kleiwkurcb inrldrdllc Untcrkaltung. Dic Schaar dcr lieblichen Kindergmtaltcn crrc11tcsichtlicl1_dic meiste Freude. Sc. Majestät r111zücktc11 lAch durtb Sein fri1rbcs Audicbcn und die Hritcrkcit Scincr Rede. Nach 11 Uhr zogen Sich dic Hohen Herrscdachn 1111“1"1ck,_1111d das "Tana“!- irbiff fiibrtc dic Konstanzcr chimcntdacscllicbast in gluckliwstcr Stimmung 111111) “rer 1111an Garnison zurück.
Das Kunstgcwcrbc-5.1.7k111"c11111 hat cinen schr i11tcrc1“1.1ntc11 Z1111*.111*§ crbaltcn durcb daI rolständigc Modell eines jada- 11is1bc11 Hauscs, wclcbcs 11111 allcm Haudratb in 1icrlici*stcr Aud- iül*r1111«_1 angefüllt ist. Dasselbe ist cin anzicbcndcs Scitcnstück zu dem Pnri'cnbans, wc11i*c§ die Wohnung riiic-I Nürnbrracr Patrizicrs 1111 211111111111" de.:- 17, Jabrbundcrts darstellt. _ Scbr bcrcirbckt ist dir Sämmluna pcriisckzcr Piajvlikcn besonders dur111 kik Schknna deri "Ilnbitcftcn Hauschild in Dresden, sowic- duréb 11c11cr|icbc dircktc Zuscnduna «11111 Persian. In der oberen Galeric 11613111111de ist vorübergehend cine Rcibc interessanter modsrncr Stickcrcicn ron Hermine Wcrnigk in Köln, die eine origincch Yer- bindung [*crscbicdcncr chbnik nnd [*rcitc dekoratirc Wirkung 1111111111111. irwie eine zweite Kollektion alciri'falls moderner Stickercicn aus dem eigenen 21811: des Museums zur Aussthung gelangt. Die lcr-trrcn entstammen dcr 1205111 801100] 01" arr-nsetllev'arx m L'1*11do1111111*11'i,1c11 dic ci11cnti*1'1111lickc gewandte TcÖnik, wclrbc_1111t ge- ringem Aufwand von Material leicht stilisirtc Blütbcnzwetgc ron rortrcfflicbcr Wirkung herstellt. Auch die architckton11ch1*_?lu§- schmückuna dc-z Hamw nimmt ihren Fortgnni. Am (Fm ana sind «ck Kandelaber 1111-5 acbranntcm bon aumc ellt, ci11 E*cü'bcnk deo rortbcilbaft bcknnntcn Hauses ron March i11 Cbarlottcnbnra, mit zicrlicbcn kuyfcrncn Latcxncn, welcbe ron Pctcrs acstiftct sind. Im rrrdcrcn Trcrkrnlzayir werden,die Wändc in ibrcm unteren Tbcil mit farbigenMajolikaslimn bekleidet, wclche ron chdel in Mcificn anacfcrtigt sind und cm'fchr reiches Terricbmustcr darstellen. Das Hauvttrcvvcnbauo wird eine ahnliche, abcr noch weit rcicberc Dekoration erkalten, welcbe thierov u. Boch in Mettlach dcm.Muscum zum Gcscbcnk machen und welche auch noch im Lauic dicses Iabrco zur Voücndung kommen wird.
Bellc-Alliancc-Tbcatcr. Tic Auffühqu dcs Xnttiauer- Lustspiel! .Die 3 Staatorcrbrccbcr' von J. .von cbweiyer, welcbe für Sonnabend anaescm war, muß um einige Tage'binage- «schoben werden, da „Onkel Gro?“ noch nichts an Zugkraft eingebußt iat und am Sonntag erst 1111 angcmcines Verlangen noch eine Wiederholung des Lustspiels .Die Mönche“, oder ,Die Q Miete im Nonncnklostcr' von M. Tenclli. welches bei der Mittwoch“ otftellung außerordentlich gcfaücn bat, stattfinden soll.