Voß 2. |- (Vol. Corr.) Mit der Rückkehr des WWW beginnt das offmtu-he politische Leben wiederein Interessengewinnen. DieVer un , welcheim oßeder runobezxichderxareixyt, dem Ubgeordnetenhause im Herb : zu unterbrei- tenden Gesehentwürfe gepflogen werden geben zu ein- chenden Diskusfionen Anlaß. Die beabfichtigte Ober:
usrekorm wurde von der Preffe erschöpfend besprochen, und d e geplante Art der Liisung dieser Frage stieß fast nir ends auf größere Opposition. Fest wird die überaus withige Angelegenheit der Ablösung der Regalien in den Kreis der Betrachtungetz ezogen und einmüthig konstatirt, daß es ein großes Verdien der . Regierung wäre, diese Ange- legenheit zu ordnen, besonders wenn damit für den Staat keinerlei Belastung verbrmden und dennoch den Grundbefitzern ermöglicht würde, auf einmal eine größere Baarsumme in die Hand zu bekommen und Investitionen und Ameliorationen vorzunehmen.
Das Gesch „über die der vaterländischen In- dustrie zu gewährenden Staatsbegünsti ungen“ vom Jahre 1881 hat _rasch gute Resultate_ erzielt. (Zs ier nur ku angeführt, daß seit Jnslebentreten dieses Gesetzes 22 neue Fa riken errichtet_ wurden, daß ferner 29 schon früher be- itandene, aber früher umgeänderte Etablissements jene Be- giin igungen genießen und daß auch gegenwärtig eine große Zah erst zu err1ch_tender Fabriken s1ch um die vom Staate zu bietenden Vortheile bewerben. Für den kurzen Zeitraum eines Jahres ist dies ein Resultat, das freudig brgriißt wer- deZtffdatrf und auf weiteren Aufschwung erfreuliche Aussicht er ne .
Das Jusiiz=Ministerium hat soeben den Entwurf eines unexzarischen bürgerlichen Gefeßbuches in Druck er- sch nen lassen. Derselbe umfaßt 1412 Paragraphen. Die Publikation hat den Zweck, den Gefeßentwurf jeßt schon in die Hände von Fachgelehrten gelangen zu lassen, um das Urt-heil des Fachpublikums zu vernehmen, bevor der Reichsiag an die Berathung des Geseßes schreitet.
Großbritannien und Irland. London, 3 August. (Al]g. Corr.) Sir Garner Wolseley, der sich von seinem “'Sieberanfalle noch nicht völ11g erhdlt hat, ist gestern auf den Rath seiner Aerzte, die eine Seereise für seine Wiedergenesung als dienlich erachten, an Bord des TranSporidampfers „Ca- labria“, der ein 200 Mann starkes Detachement der berittenen Leibgarde nach Egypten führt, nach Alexandrien abgereist. Ein weiteres Detachement der Garde-Kavallerie ist an Bord des Dampfers „Holland“ nach Egypten abgegangen. Die Kavallerie der Haustruppen hat seit dem Kriege, der mit der Schlacht von Wgterloo endete, keinen Feldzug im Aus- lande mitgemacht, und die Fußtruxxpen der Garde sind seit dem Krimkriege nicht für den auxwiirngen Dienst verwendet wor- den. Als der „Holland“ die Insel Wight passirte, ließ die Königin von OSborne ausdem BefehlSHaber der an Bord befind- lichen Trupperi, Oberst-Lteutenant Milne Horn, folgende Bot- schaft signaliftren: „Ick wünsche Euch Allen glückliche Reife und hoffe von _Euch a_us Gibraltar Nachrichten zu erhalten.“ _ General-Maxor Sir L F. Macpherson, der Höchst- kommandirende des na „ngpten bestimmten indis en Truppenkontingents, wird sich ndeidieser'Woche einschi en. Für die Beförderrxng der Truppen nach Suez smd 30 Transvortschiffe gemiethet worden.
Aus Pietermarißburg wird den „Daily News“ telegrap irt: Ein schnelles Eins reiten ist im Zululande nothwen ig, wenn ernste Ereigni e vermieden werden sollen. Es wird geargwöhtzt, daß die wirklichen Friedenssiörer die- jenigen Häuptlin e smd, welche fich der Nückke hr K et s ch w ay o' s widerseßen und 7ich bestreben, die Partei des Königs dazu zu verleiten, fich zu kompromittiren. Das Zuluvolk fürchtet sich, _dti?) Felder zu bestellen, und es dürfte eine Hunger-Znoth ent-
e en.
_ 4. August. (W. T. B.) Im Unterhause er- klärte heute der UnterStaatssekretär Dilke auf eine An- frage des Deputirten Worms: er erfahre aus Kon- stantinopel daß die Türkei gegen Sicherheit durch die russische Kriegsentschädigung eine Anleihe erhalte“ er habe aber nichts davon gehört daß Rußland die fäuige Rate der KriegSentschädigung der Türkei Überlassen oder sonst Schritte gethan habe, um die türkische Jntervrntion in Egypten vor Erfüllupg der von England gesteaten Be- dingungen zu begünstigen. In Beantwortung einer weiteren Fra e des Deputrrten Worms bestätigte der Staatsse retär des Krieges, Cbilders, daß die Stadt Suez englischer eits beseßt worden sei. _ m weiteren Verlaufe der ißung nahm das Haus die Vor age, betreffend die Einführung der Packetpost in 3. Lesun an; wie verlautet, wird die Vacketpost jedoch erst nach Wei nachien in Betrieb gese t werden.
Der Chef des General abes der egyptischen Ex- pedition, General Adye, hzit fich gestern über Marseilie und Brindisi _nach Alexandrien begeben. eute sollen 5 Truppenschiffe mit 3000 Mann alier ffengattungen nach Egypten abgehen.
Frankreich. Paris, 4. August. (W. T. B.) Die ,Agence avas“meldet: PräsidentGrévy habeheute aufs Neue Vris owku sich berufen und denselben wiederholt auf- Befordert, die V1 dung des neuen KabinetSzu übernehmen,
rissdn habe jedoch den Auftrag entschieden abgelehnt. Die nämliche Aufforderung sei im Laufe des heutigen Tages auch nochmals an Ferry ergangen; Ferry ade jedoch den Auftrag zur BildunH des Kabinets eben ails ni t angenommen.
_ 5. uguß. (W. T. B. Präsident Grévy hatte eiiern Abend mit Ferry abermals eine Unterredun und onferirte heute früh _mit Devöx, dem früheren Präsidenten der Gruppe der „Union républicaine“.
Türkei. Konfiantinopel,4. August. (W. T. B.) Der Pforte ist die auch schon anderweitig bekannt gewordene Nachruht zugegangen, daß Admiral Seymour trotz des von Lesseps erhobenen Widerspruchs die Maßre eln ergreifen wiirde, die er in Bezug auf den Schuh des uezkanals für erforderlich halte, in Gemäßheit der ihm vom Khedive dazu inen Ermächtigun Von Le eps wird da egen rt, daß dem anal von Seien Arabi scha! keine Ge ahr drohe. Wohl aber werde eine en ische Beseßung es Kanals, statt zum Schu e der Schi ahrt u dienen die Schiffahrt efährden, denn xe
Ara Pa das MYM einer VerXepun der Neutra-
, MF“ Urux Pcßslcsb? 12177“ Fsrxektirt da 11.11 __
_ egen wo en im a 4 an eute ene Sisung der Konferenz statt. _ Lord Jufxerin hat der
Ysorte wiederum eine Note zugestellt, in welcher der rlaß der_Proklamation gegen Arabi verlangt wird. Türkischerseits wird die von Arabi Pascha verbreitete Nachricht, daß die nach Egypten zu sendenden türkischen Trup- Mär?“ Nationalpartei unterstüsen sollten, für unrichtig
_ 5. Auguft. (W. T“. B.) In der letzten Note Lord Dufferin's an die Pforte wegen der Proklamation gegen Arabi Pascha wird abermals darauf hingewiesen, daß die Landun der türkischen Truppen in Egypten von dem vorherigen Erla dieser Proklamation und von dem vor- hFigen_ Y_Y_schluß einer englifckxtürkischen Militärkonvention a ang g .
Rußland und Polen. * St. Petersburg, 4. August. (W. 5315.23.) Durch Befehl des Kaisers ist die Expropriation des fur den _Bau einer Eisenbahn von der Moskau- Brester Eisenbahnstation Schabinka nach Pinsk erfordrrlicben Terrains angeordnet. Die Eisenbahn ist Zu Militarzwecken bestimmt und dem KriegS-Minister unterste t.
Dänemark. Kopenhagen, 1. August. (Hamb. Corr.) It) den ]iingst eingegangenen offiziellen Berichten aus Js land mird konstatirt, daß dort wegen der sehr ungünstigen Witterung, welcher L_!- A. der Viehbestand zum großen Theil zum Opfer gejallen rst, der verheerenden Epidemien und der Eissperre ein wrrklieher Nothstand, wenn nicht gar HungerSnoth bevorsteht. In Dänemark sowie auch in Norwegen haben sich deshalb Comrtés_ gediiéet, um Sammlungen zu Gunsten der noihleiden- de_n Isländer zu veranstalten. Die Anregung zu dieser Hülfe- lerstung hat überall großen Anschluß gefunden. Der Landes- hauptmann (Landeshövding) i'ür- Island, Finsen, wird in dixsen Tagen in Kopenhagen erwartet und, wie „Verl. Tid.“ andeutet, Gelegenheit nehmen, öffentlich iiber die Aus- drhnung der Nothlage und die geeignetsten Mittel zur Ab- hulfe derselben Auskunft zu ertheilen. .
Afrika. Egypten. Y_lexandrien, 4. August. (W. T. B.) General Alison mspizirte heute die Befesti- gungswerke von _Me und traf Vorkehrungen zur Beseßung derselben du_rch eme _ btheilung Marinesoldaten. _ Kleinere Kadallerteabtheriungen Arabi Paschas halten die englischen Vorposten 111 Thätigkeit, doch ist kein Anzeichen vor- handen_fiir_em_e auSgedehntere Bewegung. _ Colvin besuchte h_rute die hiesigen Banken und warnte dieselben, mit der turkischen Regierung Geschäfte abzuschließen.
_ Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureau“ aus Alexandrien von heute, habe sich General Alison bei Ge- legenheit eurer gestern vorgenommenen Rekognoscirung Über- zrugt, daß die in_ der Nähe von Alexandrien befind- lichen _ferndlrcben _Truppen von wenig erheblicher Starxe seien. Zu alarmnenden Gerüchten von einem von Seiten Arabi Paschas z_u beforgenden Handstreich liege keinerlei Grund vor, Arabi Pascha könne die Offensive'nicht ergreifen, ohne Bcwegringen vorzuwehmen, die seine Absichten sofort rxerrathen müßten. _ Weiteren Nachrichten zufolge befindet sich T ulba_ Pascha_in Kafrdowar, in Arabi Paschas Umge- brxng soll sich als einziger Europäer ein Schweizer, Namens Nuret, befinden, der früher Halim ascha als geheimer Agent gedient be. _ „Z.;;- _
_ er _„Agence Hamid“. wird aus Alexandrien gemeldet, es sei dort eine Feststellung der von Europäern bei dem Bomdardemenx' _erlittenen Verluste und die Ernentzuna emrr_Komm1ssron in Vorschlag gebracht, die sich uber die Entschädigungen aussprechen soll.
_ Dem „Daily Telegraph“ wird unterm 2. d. M. Fol- gendes aus Alexandrien berichtet:
„„Heute Morgens fand unter unseren Vorposten eine Art Panik und eiltgst_e Flucht statt, welche, 'auf das Gelindeste außgedrücki, eine ganz sciymablicbe war. Eine Compagnie Jäger auf Vorposten steht nabe einßr BartmgrUÖpe Fm KMF. ___Dieselk_)en_ Wurden vor Tages- grauen on einer * rup e von ra ern 5 i an e ri en. Dic exialiscbezi Vedeiten, offenbar schlecht WÜILUL,chl16fkgngdif)fVl)n und Uffe1_1_ die S_outterz-Cornpagnie mit M)- und alle rannten fast eine en_gli]che Meile _ruciwarts bis zu dem befestigten Wafferwcrkgebäude. Hier forwirten sie sich endlich, allein vier Jäger liefen noch weiter zuruck bis ins Lager, ivo fie die Niedermeßelung aller ihrer Kame- raden und__die Urnzmgelung des kommandirenden Majors meldeten. Sofort ruckte die Compagnie vor, fand jedoch keinen eind. Die Araber batiezi die von den Engländern fortgeworfenen lintcn und Rrservrmumtwn erhcutet. Die Engländer verloren keinen Mann. Die Jager hatten eine Salve vor der Flucht abgc euert, welche ein [eindliches Pferd tödtete. I)as anze Lager ist ffurchtbar indignirt uber das Benebwen der Jager ffenbar bedürften die Truppen einer scharfen Schule im Vorpostendienstc.“
__Dem „Reuterschen Bureau“ meldet man aus Kairo:
_ „Dic Vorposten dcr Egyptcr machten unweit Abukir cinen Mid- sbipman von der „Alerandra', Namens Dudley de Chair zum Gefangenen. Der Kommandant von Abukir sandte den Gefan- Jenen zu Pferde an Arabi Palscba, der sich mit ihm eine albe Stunde _lang sebr freund ich unterhielt und ihn als- dann nach Kairo mit der Weisung schickte, daß er dort gut behandelt werden solle. Dcr Gefangene, welchem jede Aufmerksam- keit _erzeigt wird, befindet sich zur Zeit in einem angenehmen Quartier. wei eingeborene Offiziere, die der englischen Sprache mächtig smd, haken dendiBÉe?l Fthten,ckde sCcFir Gefcsllschast iu leisten, Leßterer a um e rau m na eu , an eme „ utter in n schreiben zu dürfen, welcbe V tte gewährt wurde.“ E gland
_ Der 21. „Allgem. Ztg.“ entnehmen wir fol ende Be- trachtung über die Bedeutung des Suez-Kanali? für den Welt andel und iiber die Entwicklung seines Tranfitverkehrs:
er Suezkanal bat eine Länge von 16014711, seine Breite beträgt am Meeresspiegel 58__100 m, an der Sohle 22 m, das Minimum seiner Tiefe 8 m. Die kleine, sehr alte Stadt Suez, welche der Landenge und dem Kanal den Namen gegeben bat, ist weniger als die anderen Kanalstadte in Folge der Gründung de elben aufgeblübt; außerdem hat e in allerle ter Zeit durch d e in ihrer Nähe, am Rothen eer, ge rün ete Konkurrenzsiadt Port Tewfick, welches sich in der eise amerikanischer Städte entwickelt bat, eine gefährlicheNe_benbublerin bekommen. Ebenso wie diese Neu- gründu_n§_ist Port Said, am Nordende des Kanals, eine vollständig europärs e Stadt von fast 50000 Einwohnern. Le teres hat sich be- deutend gehoben und _ist _zu einem wahren Stapelp av emporgebliibt, deffen Jmportbandei tm cvten Jahre auf 464000 Tonnen gcsiie en ist; Dazu kommt der bedeutende Transitverkehr des Kanals. 29er dritte Ort, JSmailia, liegt zwÉchen den genannten Endstationen etwa in der Mitte. Ebenso wie uez bat IOmailia die Hoffnun en an !eine bedeutende ukunjt bisher nur zum kleinsten Theil llt“ne- chen Die Unge chickltchke1t und die Feindseli keit der egyptiscben Re- gierung bat dre Entwickelung dieser Central tadt we entlich beein- träcbti t. Aus den tägli en Nachrichten, welche der legra [) uns überm ttelt, ist bekannt 11 welcher Bcsorgniß die Stadt felt dem Be inn der Feindseligkeiten hinsichtlich ihrer Versor ung mit Süß- wa er schwebt. Bekanntlich hat der Kanal nur Öalzwaffer. Is- m lia, wel es ganz razr! dem Wüstenboden liegt, wird durch einen eigenen Kana , der den il mit dem Suezkanal verbindet. mit Trink- wasser verxorgt. Die meisten Sebiffe nehmen bier Wasser ein. Von die em Sü wafferkanal sollten nach dem ursprünglichen vonderRegierung
komesfionirten lan zweiSeitenkanäle aus??!)en, welcbe dazu bestimmt waren, rt d und Suez mit Süßwa ec __Tu versorgen. Nur de,; le tere st anagJetbrt, der erstere aber_vroviso fcb durch eine Röhren. [ g ers i. _ r Hauptarm_ des Sußwafferkanals ist im Befi der egyotiscben egierrrng, und_ die sog. Nationalen (die Partei rabi Ya ch9s) haben die Ausfuhrung des Waffewersorgungskanals von
Hmailia nach Port Said bisher stets zu vereiteln ewußt. Die mittlere Fahrzeit durch den Kanal hat im Jahre 1881 etwa 181 Stunden betragen; dazu kommt nock) der Taa- und Nachtaufentbalt so daß die Schiffe sick) durchschnittlich je 45 Stunden 53 Minuteniui Kanal aufgehalten haben. Diese bobe DurchschnittSzahl ergibt fich aus dZn häufigen Fallen von Störun en durcb Auflaufen und aus dem fu [baren Mangel an Ausbiegeste en. Doch wird diesem Uebel. ftgnde ald abgeholfen sein, denn die Generalversammlung der Aktio- nare hat bekanntlich _bescbioffen mit einem aufzunehmenden Kapitas von 25 _Millionen eine Verbe _erung und Erweiterung des Kanals durchzufrzbren, welche eine Ermaßigung der Fahrzeit auf die Hälfte selbst bei dyppelt so großer Frequenz ermöglichen soll. Im letzten Jahre ist die Durchftht auch _durch die rigorosen Quarantänebe- stimmungen der egyptrfchen Regierung, die häufig zu Protesten und Klagen Veranlassung gegeben haben, Wesentlich verzögert worden. _ Der Transitverkehr des Suezkanals wird für die 12 Jahre seines Bestehens aus folgender Tabelle ersichtlich: E __ __
r :) ene
. Brutto-Tonnen- Jahre Zahl der Schiffe Gehalt SchiffSgebübren
1870 486 435 911 5 159 327 Fr, 1871 765 761 467 8 993 732 1872 1082 1 439 169 16 407 591 1873 1173 2 085 972 22 897 319 1874 1264 2 423 672 24 859 785 1875 1494 2 940 708 28 886 302 1876 1457 3 072 107 29 974 998 1877 1663 3 418 949 „32 774 344 1878 1593 3 291 535 31 098 229 1879 1477 3 236 942 29 686 060 1880 2026 4 344 519 39 840 487 1881 2727 5 794 401 51 274 352
O_iese Zahlen zeigen,_ ak esxben von einer vorübergehenden Zeit des Ruckganges 1878/79 _eine tettge rapide Steigerung. Die englische Handelsdepression und ein iurzes Aufblühen der Segelschiffabrt, eine Folge der Kohlexi- und Eisenkalamität jener Jahre, werden für die Ursache dieses Ruckganges gehalten. Auch das laufende Jahr zeigt schon wieder ein bedeutendes Plus gegen das vergangene. Vom Januar bis _Ende Mai sind 1501 Schiffe durch den Kanal ge anden, gegen 1147 in den ersten in_nf Monaten des Vorjahres; der uni c. zeigt xbenfalis 200/0 Mchremnabme, und das erste Halbjahr schließt _mrt einer Mehreimxabme Von 7 MiÜionen Fr. gegen das des Vor- jahres ab. Trdß dieser Steigerung glaubt und hofft man, daß der Verkehr noch ein qngleich [ebdafterer werden wird, indem man nament- lich auf den Transit vyn Australien rechnet, der allerdings cht ent- weder 111138 Kap_oder uber Panama geht und, über die Landenge Von S_urz dirigrrt, seinen Weg nur wenig (etiva um 4 Tage) abkürzen Wurde. _ Im _Jahre 1881 vertheilte fich der Seeverkehr folgender- maßen: vvm Mittelmeer aus haben 1406 Fahrzeug?, vom Rothen Meer aus 1321 den Kanal pasfirt. Davon waren 2010 beladene Kayffabrieidampfer, 155 dergleichen mit BalLast, 442 Postdampfer; an Kriegsschiffen ferner 42 Transportdampfcr, 9 Korvetten, 18 Avisos, 3 Panzerschiffe, 14_Kanonenb_oote, 8 Yachten, 8 Kreuzer, zusammen 104 de_r Kriegßmarinc verschiedenxr Staaten angehörige Fahrzeuge, unier ihnen die koioffalcn engiiichen TranSportscbiffe .Malabar', „Serapis', „Crocodil', „_Jumna“ :c., welche gegen 4_5000 r hal- txn; _da_zu kommen noch einige Remorqueurs, Seebagger 2c. und _ em einziges Se elschiff. Nicht blos jede Gattung von Waaren, son- dern auch alie rte_n von Passagieren machen die Kayalreisc: Ge- icxafts- und Yergnugungßreisende, Pilger, AUSWanderer, Deportirte, Soldaten; die leßteren bilden das größte Kontinaenk Von den
-86 807 Passagieren gehörten 43163 Pesonen dem Militärstand an,
7222 waren_ Pilger, 480 Dxportirte, 337 Auswanderer, die nach Austraircn gingen." Alle _engiischen Truppen, die für Indien, die französzichen, die _fur_Cochinchina, spani1cke, die für die Philippinen, mederlandiscix, die fur Jgda und Sumatra rc. bestimmt sind, werden durch den Suezkanal dmgirt. Auch türkische Truppen smd über S_uez nacb Dscheddab und russische auf diesem Wear nach denAmur- [andern und Kamtschatka befördert ivordcn. So ist der Kanal für Rußland nicbt 11108 kommerziell, sondern auch strategisib wichtig, _ Welckoen Anibxil die verschiedenen Nationen an dem Transitverkehr de_rckxxxxn drei Jahre genommen haken, ist aus folgender Tabelle eri 1 :
L_ändcr : Amerika
Brutto-Tonnengebalt. 187 9 1880 1 616
1881 1 225 -_ Egypxen 9 746 13 955 14 064 Belgiexi 3 445 1 654 22 874 Brasilien _ 909 _
4 901
China _ _ Dänemark 7 729 13 679 15 772 Deutschland 21 548 52 551 59 515 England 2 508 524 3 446 431 4 792 117 rankrerch 262 017 271 598 289 324 talien 94 162 104 567 113 252 Japan 2 121 986 _ Liberia _ 1 357 590 Ntrderlande 159 024 174 485 187 900 Norwcgen" 9184 11037 17 817 Ocsterrcich-Ungarn 71 400 103 030 115 776 Portugal 7 166 5 252 3 253 Rußland 8 799 45 899 42 765 Sarawak Borneo _ _ 118 Serbien 1 920 _ Siam _ .. 142 361
Schweden _ _ Spanien 64 468 84 517 103 500 Türkei 4 034 9 858 10 703 Zan ibar _ _ 1 124 _ _ Cs 1) en fich mribin 24 Nationen an der Kanalschiffabrt bc- ibciligt. Von diesen steht die englische weitaus obcnan. Von der Gesammtionncnzabl (3236000) _gingen im Jahre 1879 allein 2508000, also 77 0/9, von 4344 000, m Jahre 1880 nicht weniger als 3446431, also 79 0/0 und von 5794000 im Jahre 1881 endlich 4792 000, also_ 82 0/4, unter englischer Flagge. Wenn sicb nun noch der australische Fandel mehr der Suez-Route zuwendet, so ist anzunehmen, daß in ukunft die englische Handelsflotte nicbt blos 4/5, sondern 9/10 _oder ***/so der Zesammien den Kanal pasfirenden Güter befördern wurde. Frankrei steht in der Reihe an weiter Stelle, wird aber _sast von Holland erreicht. Dieser enorme, [stets wachsende Verkehr wurde sich noch bedeutend steigern, wenn die VeiZicberu-rgs- [ummem welcbe je 1 die Schiffe zu zahlen haben und die , 3, 4, ja elbft 5 0/0 des crtbes der Fahrzeuge und der Ladung betra en, nach Ausführung der geplanten Verbesserungen, welche eine qröZere Sicherheit _gegen das Scheitern gewähren sollen, bedeutend dem ge- mindert sem Werden. _ Seit Be inn der gegenwärti en egvvtiscben Wirren ist die Frage na der icberbeit des Suez anals vielfach erörtert worden, und ängtliche Gemütber baben geglaubt derklbe könne durch einige Torpedos ernstlich gefährdet oder durch Versen ng eines Schiffes unfabrbar gemacht werden. Das ist ein Irrtbum, und es würde ganz anderer Mittel bedürfen, um dieses Riesenwerk zn zer- xtören oder auch" nur eine vorüber ebende Verkehrsstockung auf dem- elben berbeizufubren. Die Kana gesellschaft verfügt zudem über be- deutende me aniscbe Krä : (DampfbaYer re) und über ein vortreff- lich geübtes ersonal. D : Fälle, das; cbi e qué den Sand gerietben, sind nicht selten, aber niemals ist der erke r dadur auch nur Tw“ Tage unterbrochen worden. Die seit lange befür tete Unter- recbun der Ski ffer-Kanals würde war die Station ort Said ebe belästh und s digen, a r noch nicht ins er- derben bringen. e Schiffa rt würde aber gar nicht darunter
- Die nach den asiatischen Gewäffern bestimmten Fahrzeuge YFM 717, ebenso gut in Mglta mit Trinkwasser versorgen können, und die eutxxegengesevter Richtung fahrenden erreichen diese Insel ebenfalls in 2 is 3 Taéen. Port Said, welches, wie gesagt, etwa WM Einwohner hat öm_1te durch ein emziZes Schiff bequem mit der ausreichenden Wasierration von 500000 itern täglich versorgt werden- wobei 10 Lit_er auf den Kopf der BevölkerunÉzkämen. So wenig mithin die' Ngttonalen von Caypten das ganze erk schädigen können- so verhangmßvoll kön_nte i_br anattßmus für die Beamten des Kanals werden, Welche meist, wie die Stationsvorfteber und Tele-
xaphisten ganz isolirt m _der Wuste stationirt sind. Aüein es find ßekanntlicß schon Kriegsschiffe zum Schizße dieser Beamten von der europäischen Flotte detacbirt worden. Die Feindseligkeiten der gegen- wärtigen Machthaber Eghdtcns gxgen das Kanalunternebmen ist ja leider offenkundig genug; dieselbe ist ebenso groß wie das Wohlwollen, welches Said und JEMael dem Werk entgegengebracht Haben. _Ueber die Ziele, welche hinsichtlich des Kanals _die_europäischePolitik zu ver- folgen haben wird, sagt Paul L_eroy-Beaulieu tm „Economiste frandais' : Es sind Maßregeln nothwendig, Welchedaraufbinwirken, daß der Süß- wa erkanal wieder in die Hande der Geseliscbastkommt, daß der Süß- wa erkanal nach Port Said ausgeführt wird, und daß endlick) diese Stadt, sowie JSmailia, welche beide vöUig neue europäische Grün- dungen auf dem Wüstenboden sind, wo vorher nicht eine Hüttestand. den Chikanen und Uebergriffen der egyvtischen Behörden entzogen werden. Beide Städte müssen, Wenn sie fich ferner einer gesunden Cnlwickeiung erfreuen sollen, für eine Art freier Städte erklärr wer- den, in denen kein Pascha, kein Bey etivas zu sagen hat, und m_ der kein egyptischer Soldat garnifoniren darf. Hat doch Egypten langst alle seine Finanzansprüche auf den Kanal veräußert. Auch hier haben die Engländer wieder am schlauesten operirt, und es war ein Höchst «schickter Coup des Lord Beaconsfield, daß er dem Kbedive J6mazl seine 176000 Akiien (sammt den Coupons bis zum Jahre 1894) fÜr Rechnung Englands abkaufte. Ein Konsortium Pariser Bankiers hat sodann die 15 % Taniidme, welche der erxte Kbedive vom Retri- gewinne zu beanspruchen hatte, an sich qe racht. Damit find die letzten Ansprüche des Landes, auf dessen Boden der Kanal angelegt ist, an die Europäer übergegangen. Man hat daran gedach1,_den Kanal zu neuiralisiren, aber dieses Projekt wird stets an dem_Wrder- stande Englands scheitern, welches jährlich iiber 30 Kriegsschiffe und etwa 30 000 Mann Truppen durch den Kanal sendet,_ und welches mithin empfindlich geschädigt werden würde, wenn im Falle Liner kriegerischen Verwicklung ihm die Durchfahrt verwehrt werder) wurde. Nicht geringere Schwierigkeiten, finanzielie wie po_litiiche, _wurde eine Verstaatlichung des Werkes haben. Natürlich mußte in diesem Fall_e die Verwaltung eine internationale werden, und man _WUrde somit einen ali bekommen, gegen den die Donauangelegenbeit _e_m reines Kinder pirl wäre. Aus diesen und anderen Gründen p_[aidirt Paul Leroy-Beaulieu lebhaft dafiir, daß die absolute Aut-Zrionxte der Gesell- schaft aufrecht erhalten werde, indem er dieselbe fur die ani mrisien unparteiische Und opferfreudiga Verwaltung _des Kanals erklart._ Es sei daher im allgemeinen Interesse, daß derielbe unter der Herr1chaft einer Privatgesellschaft bleibe."
Zeiturtgsstimmert.
Der ,Neichsbote“ meldet: _
Der Bauernverein von_Minden-Ravensberg bat an den Reichs- kanzier folgende Adreise gerichxet: _
Durchlauchtrgster Furst und Retchskanzler1
Der- Haut zu seiner ersten Gencralversammlung vereinte Minden- Nawnßbergische Bauernverein erachtet cs_als einen würdigen Beginn seiner Thätigkeit, Ew. Durchlaucht zu bitten, Sr. Majestät unserm Aliergnädigsten Kaiser und Könige, die Bezcugung der unverbrüch-
lichsten Untertbänigkeit und treuer Anbänglichkeit der Minden- "
Ravensberger Bauern übermitteln zu Wollen. Seit Jabr- bunderten fest zusammengewachsen mit ihrem angestammten Hirrsckyerbause bis in die innersten Fasern des" Herzens hinein, versteht es sich für sie g_anz vori i_elbst, daß fie _nacdst ihrem himmlischen Könige, vor aliem ihrem irdisrlwn _He_rrn die Ehre _und den willigen Gehorsam entgegenbringen, die sie ihm schuldig sind. Sie find fich beWu t, daß nirgends so, als am Throne des Königs, 1veichem von (Gott er Schutz ihres ReckJts und ihres_ Glaubens an- vertraut ist, ein fester Grund zu finden ist für al18_dle unschätzbaren Güter, Welche das flutbende Völkermeer binwegzuspulen droht.
Wer könnte des; gedenken und des Manncs vergessen, der mit starkem Arme und klarem Blicke das Steuer des Staates lenkt und in den heißesten Kämpfen und größten Gefahren unserem geliebten Könige getreu zur Seite stand und _stebx. _ _
Auf Ew. Durchlaucht setzen wir die beste Zuversicht, daß Sie, unbeirrt durcb alles Geschrei und Getobe derer, die nur sich, nicht des Vaterlands Wohl,“ meinen, Ihren Weg weiter gehen, die außeren Feinde fern halten, und im Inneren jedem zu seinem Rechte dcr- belfen, den Schwachen gegen den Starken zu schützen und dem Ueber- gewicbte der Kapitalisten ein Ende machen, die Steuerlast in Staat und Gemeinde durch weise Sparsamkeit ermäßigen und gerechter ver- ibeiien und im Frieden mit der Kirche Altar und Thron schirmen und festigen werdcn. _ _ _ _ _ _
Ew. Durchlaucht geben ww bternzit die fetcritcbe Versicherung, daß wir in all diesen Bestrebungen gleich allen übrigen woblgcfinntcn Männern im ganzen Volke getreu zu Ihnen stehen und Gott bitten, daß Er es Ihnen wobl gelingen lasse.
Bielefeld, 17. Juli 1882. __ _
Der Minden-Ravcnsberatiche Bauernvcrem. Im Namen und Auftrage desselben. Der Vorstand.
(Folgen die Namen.)
hat der Vorfißende des Bauernvereins, Freiherr v. d. Rcck-Obern elde, vom Reichskanzler nachstehende Antwort erhalten:
Varzin, 31. Juli 1882. Sr. Hochwoblgeboren Hrn. Freiherrn v. d. RecxMHEmearschall im Fürstcnihum 11 en. __ Die Adrcffe des Minden-Ravenöbergcr Baucrnvcreins vom 14._ d. M. babe ich, Ihrem Wunsche gemäß, Sr. Majestät dem Kaiser und Könige vorgelegt, und fre_ue mich,_ Ihnen mitrbeilen zu konnen, daß Sc. Majestät in einem ergenbändtgen an mich gerichte- terx Schrei en die Allerböchtc Genugtbuung und die Hoffnung aud- eiprocben hat, daß die estrebungen des Minden-Ravcnsbcrger _auernvereins im anzcn Lande Anklang und Nachahmung finden mochten. Sc. Majetät hat mir dabei befohlen, den Unterzeichnern der Adresse den herzlichen Dank für den AuSdruck ihrer patriotischen esinnung zugehen zu lassen.
Daran;
von Viamarck.
_ Von einem Innungs-Obermeister aus der Provinz Hannover hat die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ folgende Zuschrift erhalten:
,Die ortschrittlichen sowohl wie die liberalen Blätter berichten, daß es der Regierung, trotzdem das JnnunasaesekZ nun bereits länger als ein Jahr in Kraft ist nicht gelin en wolle, nnungen ins Leben 111 rufen. Wie gewöhnliw haben die?: Blätter nichts davon gehört oder onen es wenigstens nicktwiffen, wie man sich nun an alien Ecken und Enden in Deutschland in Handwerkerkreisen tubrt um Innungen zu bilden. Ebensowenig bat jene resse aber auch eine Ahnung davon, wie schwer es ist, nach dem Ge ck von 1881, in Leiner durtb die Liberalen abäeschwäcbten Gestalt, Innungen lebensf big ku gestalten.
brigens i es nur nötbig, auf die zahlreichen in d esem abre abgehaltenen Verfammlungen von andwerkern sin uweisen, d e u dem bauptsächlichen Zwecke einberu en waren. das nnungöwefew n Flu zu bringen, um jenes forkkchrittlicbe Gespött über das Maß- ngen der Jnnungsbildung gegenüanddlos u machen."
_ Demselden Blaue wird aus temen geschrieben:
Die hiesige Zoaanschlußpattei, denn eine solche exifiirt schon seit
einer langen Reibe von Jahren, hat alles das, was jekt aucb von anderer Seite, wie es den Anschein hat, empfunden wird, längst vorauögeieben und voraußgesagt; allem iir bat stets auch mit dxm Widerstande desjenigen Theils der Kgufmannscbaft __zu kampfen gehabt, der es verstand, fixb die politischen Machtmrtkel und inshesondere den Einfluß der Preffe zu sichern, und dessen Führer einige fanatische Köpfe der extremsten manchesterlicben Rieb- tung wurden, die in der Geschichte unserer Stadt eine traurige Rolle spielen. Wie dem aber auch sei, wir woÜen es mit Freuden be- grußen und das Geschehene vergeffen, wenn jetzt endlich in der für uns so wichtigen Zollansiblußfrage Einmütbigkeit herbeigeführt wird; denn es handelt fich um nichts mehr oder weniger als um die ganze Zukunft Bremens, das akiein durch den raschen Anschluß an das
oligebiet sich vor nock) größeren Schäden als es durcb sein Zögern schon erlitten, bewahren kann. Nicht mit _Hamburg, sondern „sofort und ohne Säumen“ muß für uns dabei die Losung sein' jeder Vor- sprung, den wir Hamburg abgewinnen. ist ein Vortheil für Bremen, deffen Handels- und Verkehrsverbältniffe aus einem solchen direkten Nußen für sich ziehen werden. In diesem Sinne hat, wie wir hören, neuerdings auch die hiesige Gewerbekammer wieder in einer Eingabe an den Senat sicb geäußert, und wir wollen nur wünschen, daß_unsere Nothlacie an maßge ender Stelie wohlwollende Berück- sichtigung finden möchte.
_ In den „Berl. Pol. Nachr.“ lesen wir:
Zu den Hauptargumenten für die vermeintlichenschädlichen Folgen der gegenwärtigen Zoll- und Handelspolitik gehört der Hinweis auf den Rückgang des andels- und SchiffSVerebrs in de_n preu- ßisckxen Seehäfen. an schob den Rückgang dieser Plätze, m derzen der Gxtreidebandel die auptrolle spielt, auf die Kornziilie, Wab- rend in Wirkliäykeit in erster Linie die Erntederhaltrnffe _Ruß- lands und in zweiter die weit vor 1879 zuruckdatirende systematisä)? Begünstigung der russischen Ausfuhrhafen durch die russischen Bahnen die Ursachen der Erscheinung Waren. In Danzig ist die Krifis mit der besseren Ernte Rußlands im vorigen Jahre längst überwunden, der Verkehr bewegt sich, wie dies auch aus „den steigenden Einnahmen der Hauptzufuhrbahn aus_ Rus;- land erbelli, in sietia aufsteigender Linie, Aber auch in Königsberg ist ein Wesentlicher Umschwung zum Besseren zu verzeichnen,_owa1_hl Hier die kiinstlich versrhärfie Konkurrenz der russischen_Ostseel)afen 1Lch am wirksamsten geltend macht. So erreichte in Pillau dem nyr- hafen Königsbergs, der Schiffsverkehr, Welcher yon 1119 Schiffen im ersten Halbjahr 1879 auf 889 im gleichen Zeitraum des fol- genden und auf 681 im vorigen Jahr gesunken war, vom 1. Januar bis zum 30. Juni wiederum die Zahl von 1288 Schiffen, betrug mithin 169 Schiffe oder 15 0/0 mehr als in denz letzten Halbjahr_vor dcr Tarifreform. Der Verkehr in den Ostseehafen wird eine weitere Steigerung erfahren, ivenn erst der vorgeschiagene Rhein-EmE-Kanal fertig und so die Gelegenheit zu einem lebhafieren Aristczusck) zivrsckyen den Erzeugnissen des rheinisch-westsä[ischen Mo_niandistrikts und den in Getreide und Holz bestehenden Ausfubrartikeln der preußischen Häfen sicb eröffnet. _ "
Nachdem je 't seit kurzer Zeit der Aquxahmetarif fur den T_rans- port oberschlesis cr Stcinkohlcn von Stcxtwnen der Hberstblesiichen Eisenbahn nach Sietiin iransiw seewarxs und fur uberseeisthe Erze von Stettin nach dem oberschlesischrn Moniangebrei in Kraft getreten ist, ist mit Wahrschetriltchkeit vyrauSzusetzcn, daß die oberschlesischen Kohlen denjenigen englischer Pro- venienz in den schwedischen und russischen Gebieten des baltiichc'n Meeres erfolgreiche Konkurrenz bereiten werdeii; namentlich verdient darauf aufmerksaxn gemacht zu werdxn, _daß die Aussichten für das schWedische Geschaxt deshalb sehr gunstige; find, weii die Schiffe, welche Kohlen dortb n verfraciyten, Gelegenhert fin- den, schwedische Eiscnerze als Rückfracbt anzunehmen und damit zu- aleici) der oberschlesischen Industrie das dort mangelnde Rohmaterial fiir Bessemer- und Gießereieisen zuzuführen.
_ Gegenüber den Ausführungen des Jahresberichts der Stralsunder Handelskammer, welcher die ungünstige Lage der Mehlindustrie der „oÜgeseßgebung zur Last legt, bringt die „Stralsunder “ eitung“ eine Correspondenz aus Wol- gast, die von dem „RiigenschewKreisz und Anzeige- blatt“ reproduzirt wrrd und worm es heißt;
Zur RichtigsteUung der vielfach im Puhltkum verbreiteten Meinung, daß lediglich die Einführung des Getreidezdlies die Schuld an dem Ruine des Mühlenbetriebes babe, _können wrr nur anfahren, daß der (Grund der schlechten Ge cbäfte m den letzten Jahren vor- zugsweise und hauptsächlich in der onkurrenz des Ausiandes zu suchen ist. Das Ausland und namentlich Schweden,_Oesterre_ich_und Ungarn, war gcwabr geworden, daß die deutschen Mahlen nur einem erkleck- lichen Gewinne arbeiteten, und War in Foige dessen darauf bedacht, selber Mühlen zu bauen und diesen Gewinn selber emzubermsen. Dem Vernehmen nach sollen in je_nen Landern größere Mahlen- Unterncl)men gegründet worden sein, zum großen Theile m_tf Aktien. In ihrem eigensten Sonderintereffe haben dann die cinflufzreichen Unternehmer in Schweden __ von den andern vorgenannten Ländern ist uns bieru_ber nichts bekgnnt __ es dahin zu bringen Ywußt, daß die dortige Regierung _etnen nicht unerheblichen chuizzoll auf Muhlenxabxikate _emfuhrte, dagegen das rohe Getreide selber zollfrei enfubren ließ. Bei diesem Schußzolle des Auslandes, _ den unser_ deutsches Mehl zu tragen hatte, konnte [e*teres mit den auslandischen Mahlen. wclche überdies große usirengungen wachten, _ das deutsche Mehl vom einheimischen Markte zu verdrangen, nicht mehr kon- kurriren. Eine Geschäftöverbindung nach der_andern ging verloren und in Folge dessen Wurde unseren Mublen-Etabliffements, zumal selbige hauptsächlich auf die Geschäfte mit den) Auslande anc_;_ewicsen waren, der Lebenönerv unterbunden und abgeschrzitten. _Dcr Zo , welchen Deutsch- land auf das Getreide gele t bat, spielte hierbei gar kein_e 51915, denn unsere Mühlen haben tbat7ächlich von demjenigen auslandUcbcn Ge- treide, aus welchem Mehl fabrizirt Wurde, das wieder in_s Außland angefübrt worden, keinen Zoll gezahlt. ierzu waren die Mublen durch die Bewilligung von eigenen Prwat- ransitlagern m der Lage.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Der unter dem Protektorat Ihrer Kaiserlichen und König- lichen obeit dcr Kronprin essm stehende Verein fur das Museum (die ischer Altertb mer in Breslau hat soeben den 50. Liner Berichte audgegeben, welcbe bekanntlich den Titel „S lesiens orzcit in Bild und Schrift" führen. Unter den dannentbaltenrn eiträ- en verdienen Hervorhebung: eine Beschreibung der Reste miitelalter- ?iibcr Wandmalereien in der ProviFialbauvtstadt, von Paul Knofel (mit 4 Tafeln Abbildungen na eigenen ufxiabmen des Ver assets, worgnixr eine böchst intercffante, eider sebr ladirte Darstellung der Verkundt- gung als Jagd dcs Engxls Gabriel auf das Einhorn, welches in den Schoof; der Maria fiucbtet) und der Bericht über einm bemer- kenßwertben Bronzefund in dem wusten Dorfe Ko-[Fn oder Kunzen zwischen Mondscbüß und Kreide! von . von Köck s auf Mond- chüv, welcher selbst die erfolgrei en Na grabun en veranstaltet bat. Daran reibt sicb, als erster einer Serie kleiner B träge zur schlesischen Kün tlergeschi te von Dr. E. Wernicke in Bunzlau, ein Aufsatz über die alerfam lie Landsberger m Löwenberg, und den Schluß der Nummer bildet, wie sonst, das Verzeichnis; der neuen Erwerbungen des_Museums, welcbe dieOmal besonders reich, und umfänglich er- e nen. fck _ Geschichte der Kunst iMltertbum, von Geox es errot und Charles Chi ie. utorisirte deutsche Au a e. gypten. Mit un efäbr Abbildungen im Text, 5 far igen und 9 schwa en Taft n. Bearbeitet von Dr. Richard Pietschmann. Beipzi , Ver ag von F. A. Brockhaus.) 3. Lieferung. (Preis 1 .“ “.Z- _ 21" dieser neuesten LiefemW des _Wetkk wird zuvördetsi die kunstgestb Ötiiche Bedeutung der enkmaler des Memvbiti cbm
Zeitraums cbarakterisirt und dann im zweiten Kapitel die Prinz im
und :.1gemeitxen Kennzeichen der egyptiscben Baukunst d und zwar zuerst_die allgexneinen orm- uund Konstruktiousprinztpien dann das Material und die Ausf mückung der Bauten. Dieses
ist mit besonders zahlreichen, sorgfältigen und iusiruktiven Abbüduukx yerieben. Das dritte Kapitel wird von den Gcäberbauteu, altesten architekiomichen Penkmalen Egyptens überhaupt, handeln. Dasselbe wird in der vorliegenden Lieferung durch einen interessanten Excurs über den UYerblichkeithlauben der alten Cgiypter und seine Bedeutung für den räberbau angeleitet.
_ Dem soeben_ erschienenen lateinischen Index der Vor- lesungen, welche im Wintersemester 1882/83 an der Univer- sität Jena werden gehalten werden, ist ein Fragment aus der „Politik“ des Aristoteles vorangescbickt. Es it jene interessante Untersuchung, welche sich mit der Ueberordnung und Unterordnung im Staatswesen beschaftigt, und hier in einer von dem Professor Morixz Schmidt kritisch emendirten Form erscheint. Eine sorg- fältige Uebersetzung begleitet den Text. Der lateinische Index wie das deutsche Verzeichniß sind auch durch die Buchhandlung von A. Neuenbabn in Jena zu beziehen.
Land- und Forstivirthfrhaft. Tilsit, 1. August. Der ,Danz. Z.“ schreibt man: Der Juli hat uns das schönste Erntewetter gebracht ohne Hagel und Wafferfiutben. Heu und Roggen sind gut eingebracht, und den Kar- toffelfeldern kommt der gelinde Regen der letzten Tage ganz gelegen.
Gewerbe und Handel.
N_ach der_n Semestralöericbt der Preußischen Boden- Credtt-Aktren-Bank für das erste Halbjahr 1882 betrug der Bestand an Hypotheken, abzüglich der amortisirten Beträge Ende 1881 97 586 969 „46: Es traten im 1. September c. hinzu5 111 850,“- ' Die _RuchablungM und Amortisation betrugen 4365178 „14 Der effektive Zugang belief fick) also auf 746 671 „44, so das; Ende Juni 1882 98 323641 914 Hypotheken im Besitz der Bank sicb befanden. Von den 1319th ausgeführten 4851 Hypotheken-Geschäften waren der 111151110 Juni 1882 noch 2737 mit 99 023 952 „174 inkl, der Amortisationsbeträge in Kraft. Hiervon faUen auf die Provinz Okt- preußen 355, Westpreußen 607, Brandenburg 674, Posen 614, Sch e- firm 425, Pommern 56, Hannovrr , Sachsexi 2, Heffen-Naffau 1, Westfalen 2. Von den 5% Hypothekenbriesen 1. und 11. Serie mit 10 0/) Amortisationsentscbädigung rückzahlbar, waren Ende Juni 1882 im Umlauf 19 746 900 «16, von 5% Hypothekenbriefen 111, 7. und 171. Serie, welche von 1882 resp. 1886 ab 9.1 pati auSJeloost werden 49740100 „M im Verkehr. Von 430/0_Hypotk)eken riefen 17. Serie mit 15 % Amortisationsentschadigung rückzahl- bar, waren Ende Juni cr. 5484400 „44 und von den 4% Hypotbekenbriefen 711. Serie, al ati rückzahlbar, 15000000 ckck: in Cirkulation, somit beziffert fich u timo Juni 1882 der Gesammt- umiauf an Hypothekenbriefen aus" 89971400 „14 Der Nettogewinn pro 1. Semester 1882 beziffert fick) auf 1 325 979 444 und seist sich zusammen aus: Hypoibekenzinsen und Annuitaten 2626 284 „ki, Zinsen auf [ombardirte Hypotheken 95 982 „14, Provisionen bei neuen Erwerbungen, Prolongationen, Rückzahlungen, Umschrei- bungen rc. 53 605 „74, Beiträgen zu den GeschäftSunkosten im Hypothekengescbäft 158 359 .“, Kontokorrentprovision 18784 „sé, Zinsen aus dem Kontokorreni, aus den durch Effekten _be- deckten Guthaben bei Bankiers, aus Effekten und Gewmn bei den Letzteren 499 744 446, Diskonto auf Wechsel 94 226 „46, di- vrrsen Gewinnen 13 961 „jk, zusammen 3563 949 „M, wovon ab- gehen: Zinsen auf emittirte Hypothekenbriefe 2 122 965 „ja, Anferti- gung von Hy othekenbriefewund Stempelkosten 3193 “16, Kommunal- und GeWerbe teuer 20 250 „FQ, Geschäftßunkosten 91 562 „14, zusam- men 2237 970 „jk; es bleibt somit ein Nettogewinn pro„1.Semester von 1 325 979 „46 ierzu tritt der Gewinnrwrtrag von 1881 mit 124 830 „114, so da ich der Netto-Ueberschuß pro 1. Semester 1882 auf 1 450 809 „14 eläuft.
_ Nach der ersten Jabreöbiiarrz der Panama-Kanai- Gesellschaft beträgt das Aktienkapital 300000000 FW,; die Gesellschaft bat 8172 518 Frs. Schulden wovon die Zinseinnahmen mit 1080 293 Frs. abgeben. Für die Konzession des Kanals ind 10000000 Frs. bezahlt wvrdcn; _750000 Frs. wurden bei der e- gierung von Kolumbia aks Kaution hinterlegt. Ferner betragen die Kosten der Emission und der Vorbereitungen _25 393 606 RS.; an die Aktionäre sind 1875000 Frs. Intertmszinsen gezahlt worden. Die Bauvrrwaltung bat 1306972 Frs. im ersten Jahre gekostet. Für Arbeiten sind 1032 976 Frs. auöqeaeben worden; das Haus der Gesellschaft in Paris steht mit 1156250 Frs. zu Buch, das Arheits- material in Panama mit 1153744 Frs. An disponiblen Mitteln besitzt die GeseÜschaft nock) 266160448 Frs, _
Antwerpen, 4. August. (W. T. B.) Wollauktiozi. 2312 Bauen angeboten, 1167 B. verkauft; Stimmung und Preise unverändert. _
New-York, 4. August. (W. T. B;) Baumwolltu- Wochenbericbt. Zufubren in allen Unionshafen 4000 B., _Aus- fubr nach Großbritannien 9000 B., Ausfuhr nach dem Kontinent 3000 B., Vorrath 180000 B.
Berlin, 5. August 1882.
Nach Mittheilungen aus Neapel befindet fick) seit geraumer Zeit am dortigen Plaße eine _Anzahl von n- dustrierittern, welche unter wechselnder Firma, auf die L cht-
läubigkeit fremder Fabrikanten spekulirend, fich durch ge- chäftswößig abgefaßte Cirkulare und Offerten Waaren zu verschaffen suchen, dieselben aber gleich nach Empfang, wenn auch zu Schleuderpreisen, versilbern, ohne an die Be ahlung der unvorfichtigen Absender zu denken. 2119 Versuch eld für ihre Schwindeleien soilen diese Jndustrierrtter auch Deutsch- land auSgewählt haben.
Den deutschen ahrikanten ist daher bei der Ein- leitung und dem Abs lune von Geschäften dorthin Vorsicht zu empfehlen. Die erste Post von London vom 4. Au ust or ens hat in Köln den Anschluß an der! Zug nach erlin an Hamburg, 11 Uhr 40 Minutexr Nachmittags, nicht erreicht. Grund: Zugverspätung in Belgien.
Indem wir auf den im Jnseratentbeil dieser Nummer befind- lieben Aufruf zur Betbeiligunq an_ der vaiene-Aus- stelluna aufmerksam machen, bemerken wir. daß es nach authen- tischer Mittheilung in der That im Interesse Aller. die sich als Aus- xtleller betbeiligen wollen, liegt, daß sie so bgld als wöZlickZ ihre
nmeldu 11 en einreichen, da der obnebm durch die usfubnm? des Hauptge6|äudes in Glas und Eisen beschränkter: Raum nich überschritten werden kann. Aus bester Quelle wird uns mitgetheilt, daß alle läne und Vorbereitungen zum Bau der AussteUung soweit edieben nd daß schon jetzt mit Sicherheit auf ihre Eröffnung Aa- 7ang Ma 1 83 gerechnet werden kann.
(TeleÜamm)
Theodor Wachtel ist Bftem in Berlin eingetroffen. um dem- nächst in der Krollschen per sein Gastspiel zu beginnen, wel
wie immer der Glan nkt der Saison zu werden verspricht. e in jedem beten Ia re, so wird der berühmte Sänger auch diesmal eine Vor teilung dem Untetstü ungofonds des Vereins „Berliner Fresse“ 1: Gute kommen la en. Dieses Benepz ist an den 2. An Hangesevt, während das cißentlicbe Gast _1 am a ß:- Gonna d, den 16. Angus. beginn, __ Die den Guß: m Münchener und Weimarer Hofoper, Mane Basta und Max Kluth.
verabschieden sich in den nächsten Tagen.