[' Maßregeln anzukündigen. n Vezu auf die innere Milk wird das neue Ministeerm ären, daß es die Beschlüsse der Kammer als die Grundlagen der von ihm zu befolgendm Politik betrachte.
Türkei. Konstantinopel, 7. August. (W. T. V.)
In der heutjgen Sisung der Konferenz sagte Said Pascha ord Dufferm ge enüber den Erlaß der Proklamation Yasu Arabi Pascha zu. Auch erklärten die türkischen legirten nochmals, daß fie die von den Mächten in der
Note _vom 15. Juli aufgestellten Bedingungen zur Inter- ventton accepttrten.
Ein _Kaiserlicher Krave ermäcbti t die türkischen Konfe- renzdelxgtrtßn, Said ascha und As nn Pascha,1 der Herstel- lun emes tnternationalen Ueberwachungsdienstes au denz Suezkanal zuzußimmen und die Politik des Sultans_111 Egypten durch eine Proklamation kund zu thun. Vom Munsterrathe wurden für Server Pascha, als den für
l(3Z1_x_1._1)pten bestimmten türkischen Kommissar, Instruktionen er- 11 en.
__ Derwisch Pascha, Kommandant der egyptischen Ex- ped1t1onstruppen, und sein Generalstab, sowie Serv er Pascha, erster, und Lebib Effendi, zweiter außerordentlicher Kommissar für Egypten, sollen heute Abend mit der acht „Stamlxul“ nach Alexandrien abgehen. Die acht „Zzzedd1n“_ begleitet dieselben. „
_ D1e „Köln. Z.“ erhäkt aus Paris, 4. August, den Wortlaut des neuesten türkischen Rundschreibens, welche? (1111 3. d. M. in Paris dem französischen Minister des AuswarUgen überreicht worden sei. Dasselbe lautet in der Uebertragung der „K. Z.“:
Konstantinopel, 2. zYugust. Jn Beantvoortung der Mittheilungen, welcbe Lord Dufferkn _mrr soeben gemacht hat, haben wir, Affim Pascha_ 111111 1ch (Sa1d Pascha) an die Botschafter der Großmächte als Mtxglteder de_r Konferenz folgende Note gerichtet:
„Dre unterze1chneten Bevolkmächtigten der Hohen Pforte haben von den durch Se. ExcelTenz Lord Dufferin an jedes der Mitglieder der Konferenz sowie an fie selbst gerichteten Mittheilungen Kenntniß genommen. Diese Mittheilungen lassen sich in folgende vier Punkte zusammenfassen :
14. Die Regierung Ihrer britischen Majestät sieht fich gezwungen, ihre Truppen nicht zurückzuberufen und ihre Vorbereitungen fortzu- seßen, eine wanqslage, die ihr durch die andauernde Unthätigkeit der Regierung r. Majestät des Sultans gegenüber dcr gegenwärtigen Lage in Egyptewaußrkegt Worden ist.
13. Dre engltsckxe Regierung_verlangt, daß die Sendung türkischer Truppen _nach Egypten in befrtedigender Weise erklärt und daß jede Zwe1deut1gke1t durch eine vorhergehende Erklärung der türkischen Re- g16run außgeschlcxffen Werde. Unter diesen Umständen wird fie das Emtre en dteser 111 Egypten und ihre Mitbülfe annehmen.
0. Das Kabinet vvn_St. JaMes wünscht der Konferenz kund zu 1111111, Haß es, sobald der m Rede_stek)ende militärische Zweck erreicht se_1n 111111), die Hülfe der Großmachte anrufen wird, um Maßregeln fur d1e ukunft und *die gute Regierung Egyptens zu ergreifen.
1). n der K_ynfxrenzüßun vom 26. Juli Haben fich alle fremden KonferenzbevvüxnaÖtrgfen auf ntrag des englischen Bevollmächtigten fur den sofortzgen Erlaß einer Bekanntmachung der hohen Pforte angesprogben, m welchex der Khedive gestüyt und Arabi Pascha, der Gunstbezetgungen und eme hohe Ordensdekoration von Sr. Majestät dem_ Su_ltan empfangen Hatte, zum Deserteur Erklärt werden sollte. Wctterhm fragt Lord Dufferin an, an Welchem Zeitpunkte diese Be- kanntmachung erlassen werden soll. „
Wa? de_n ersten Punkt (4. anbelangt, so glauben die türkischen Bcvoümacht1gten Lagen zu mü en, daß _ ohne irgendwie über die Handlungen aburt erlen zu wollen, welcke die englische Regierung im etgenxn Jntereffe als [s)ouveräner und unabhängiger Staat und seiner Erklarunxx nach_ gqnz _esonders auch im aÜgemeinen Interesse zu unter- nebxnen fu" nu1311ch_ erachtet “bat _, daß die direkte Aktion des le_rrttyrialen Souverans 111 Egypten, dessen Rechte wiederholt und fxterltcb_dur_ch Engkand und dre anderen Mächte anerkannt wvrden suZd, _vtekle1cht emen praktischem und wirksamcrn Erfolg haben wurde, gls Wenn fie von zwei Seiten gleichzeitig ausgeübt würde. Was dre Behauptng der angeblichen U_ntk)ätigkeit der Pforte anbelazmt, so _1ve11en sie die türki1chen Bevollmächtigten nachdruckltxbst zuruck und sind bereit, das Gegentbeil zu beWeisen. Sobal_d dte zur Konferenz vereinigten Mächte durch die identische Note tbrer Y_xrtxeter vom 15. Juli die Kaiserliche Regierung um die Entsendung turk1scher Truppen nach Egypten gebeten haben, Hat sich 1716 hohe P_fqrte„ Welchx ihre guten Gründe Haben konnte, anfänglich tbre Bethetltgung an “016911 Konferenz abzulehnen, nicht nur beeilt, dem Wunsche der Kahmette nachzukommen, um eine schnelle Wieder- bersteÜung der Ruhe m Egvxten zu erreichen und die hierzu nötbigen Maßregeln anzu_ordnen; six Ut noch weiter gegangen 111111 hat gleich 111 der ersten S1sßung erklart, daß fie auch die ihr 110111115 Sendung von Truppey ge_tellte Bttte annäbmc,
Ganz abnltch verhält es sich, die Bevollmächtigten der [1011111 Pforte erlauben fich das vorauszmcbickcn, mit der vorherigen Erklä- rung, welche von dxr Kaiserlichen Regierung Verlangt wird und den Gegen_star_1d des zwetten Pguktes (13,) bildet. Es ist den Herren Be- vollxnachttgtßn der Großmacbte _nicht unbekannt, daß die Kaiserliche Regtcrung, _1ndcm fie fich berctt erklärte, Truppen nach (8111111101 zu !chrcken, dt_e1en _Entschlus; auf Grund des Wortlauts der in Frage txbcpden 1dcnt1schcn Note gefaßt hat, welche in klarer Wein: die Bedingunéen feststellte, unter denen die Sendung und die Aktion der turki chen_Truvpen vor fich geben sollte. Ebenso stellte diese Note das 3111 f??“ Welches die türkischen Truppen
_ _ _ verfolgen soUten 111 Bezug au dte W1ederbcrstel111ng der Ordnung,
dcn regel-
mäßigen Gang der Verwaltung und die Aufrechtbalfgnéx dcs status 111 11
quo, Alles in Getyäßbeit eines später zwischen dem 1 chen Kaiser- reiche 111111 den Machtcn zu_ treffenden Abkommens. (Es ist wohl am Orte, btxr daraxzf btnzuw_e1sen, da die obenerwähnte Zustimmung der hohen Psortx bez den Machten a_ gemeine Befriedigung hervorgerufen hat, was 11_.*1e d1e _Sache beqtc ltegt, gar nicht mit der Bedin ung im z1_1*c1_ten Abjchnitt 1tberetnzust1mmen scheint, welcbe dic Annaßme der turktschen Truppensendung und 1er Mithülfe von der Abgabe der er- wähnten vorherigen Erklarung abhangig machen will. _ Was den dritten Punkt (().) betrifft, _[o bat die türkische Rc- 1crung, was fie anbelan t, niemals die Ab tcbt gehabt, die Hülfe dcr ächte abzulehnen, die Fe im Gegentbcil dringend anruft, um den status quo in Egypten zu sichern. Ihre Zustimmung zu den Dis- pofitionen der identischen Note vom 15._Juli, dic fich gleichfalls mit Bedingungen besÉäftigt, unter denen dte Zukunft dieses Landes ge- sichert wxrden soll, beweist die Richtigkeit dessen, was die türkischen Bevollmacbtigten soeben zu erklären die Ehre hatten. Die Bevon- mäcbtigten verlassen fich also mit Vertrauen auf die hohe Weisheit der Konferenz und hoffen, daß die Erwägungen, die fie soeben vor- getragen haben, aufgeklärter Würdigung begegnen werden.
Was den _vierten Punkt (13,) anbelan t, so _eben 635 die türki- schen_Beyollmachti ten die Ehre, darauf inzuw !cn, daß, wenn ihr Gedachtmß sie 111 t täuscht, die tage der nach Egypten zu erlassen- den Bekanntmachung, _die im 9 rigen dem Programm ihrer Regie- rung entsvticbt, aüerdmgs im Schoße der Konferenz angeregt, aber nicht zum Beschlussc nebracht worden ist. Es ist klar, da _dic mili- täusche Aktion, _ zu der die bob: Pforte auf Bitte der achte vor- geben wird, eme Bekanntmachung nötbi macht, um die egyp- tische Bevölkerung über den Zweck die er Aktion genau auf- uklären. Die Kaiserliche Regierung ist aber der Ansicht _ und I'le boffl darin die Billigung der ebrenwertben Mitglieder der Kon- erenz zu erlangen _, daß der Erlaß dieser Bekanntmachung, wenn fie einen fiebern und wirksamen Erfolg haben soll, mit der An-
die gleirbzeitig die Sachlage erläutern und einen Untertban Sr. Majestät des Sultans in dem Augenblicke auflagen oll, wo er sein Treue egen seinen Souverän betbeuert und_ glei andern egyy- tiscben eamten GUM einer OrdepSauSzntbnung gewvrden i , ihre Macht in der un ttelbaren Mitwtrkung der materiellen Maébt schöpfen muß, deren Abwesenheit im Nu enblicke der Veröffent- lichung die Anordnungen der Bekanntma ung fruchtlos machen und vielleicht sogar dazu beitragen könnte, dte ohnehin schon so kompromittirte La e des Landes zu verschltmmern. Die türkischen BevoUmäcbtigten en die Hoffnung, daß Ihre Excellenzen, die Zerren bevollmächxkgten Mitglieder der _Konferenz, in diesen uSeinanderseyungen der türkischen Regterung nur den auf- richtigen Wunsch -erkennen werden, _zur Wiederbersteüung der Ruhe zu gelangen. Sie haben offen thre Ansichten außeinander- gese 1, um Maßregeln zu verhüten, welche den Gan der Beruhißung auf alten könnten, wobei es ihnen am Herxetz lag, ?ch in Ausü ung der SouveränetätSrechte in Egypten auf em loyales und frucht- brinqendes Einvernehmen zu stüßen, welches ztyiscben der türkischen Regierung und den Mächten zu erre1chen sein wxrd. gez. Smd. gez. Asfim.“ Wollen Sie das vorstehende Aktenjtuc? dem Minister der aus- wärtigen Angelegenheiten mittheilen und Zle1chzeitig Sr. Excellenz die Hoffnung aussprechen, daß er mit uns 1116 dargelegten Anschquungen theilen möge. gez. Sard.
Rußland und Polen. St. P etersburg, 8. August. (W. T. B.) Durch Kaiserlichen _Tagesbefehl von _gestern ist der hiesige Ober-Polizeime1ster Kosloff 111 gleicher Eigenschaft nach Moskau verseßt worden. 2111 seme SteÜe tritt der Gouverneur von Charkow, General-Maxor Gresser.
Amerika. Washington, 4. August. (Al]g. Corr.) Präs ident Arthur hat den Geseßentwurf unterzeichnet, welcher die Dampfergesellschaften zur Zahlung eines Kopfgeldes für jeden Auswanderer an Bord ihrer Schiffe verpflichtet. _ Mr. Aster aus New-York ist zum Gesandten der Vereinigten Staaten in Rom ernannt worden.
Der Kongreß hat die _G-seßvoxlage genehmigt, welche diplomatische Beziehungen m1t Versten hersteÜt.
Afrika. quPten. Alexandrien, 7. August. (W. T. B.) Die Truppen Argbi Paschas sind mit der Errichtung von Verschanzxmgen zunschen Abuktr und Naw- lel) und an d6m westl1ch_en Ufer des Kanals befchaft1gt. Heute näherte sxch ein m1t Truppen _Arabi _Pascha1_3 und Feüahs beseßter Eisenbahnzug de_r _Statton Mtüahcx 111 de_r offenbaren Absicht, die Eisenbalxnlmw dort zu zerstqren, d1e englischen Gesxhüße nöth1g_ten dte Egypter, dtese Absteht auf- zugeben und s1ch zurückzqztehen. _
Der Khedive hat em Schxznben _arx Naghel Pascha ge- richtet, in welchem das egythche thstermm _aufgefordsxt wird, sich unter s einer Zeit näher festzustelLendxn Bedmgungen, 111 gerechter Weise, und unter Rücks1cht mz_f _d16 Hülfsquellen 1166 Landes bereit zu erklären zur Entschad1_g11_ng Aller, dre durch die Massakres und durch d1e E1nascherung von Alexandrien zu Schaden gekymmzxn _smd. _Raghel Pascha wird aufgefordert, dem Khedwe d1e dzesbezi'zgltch vor- zuschlagenden Maßregeln mitzuxheilen 11nd 1116 Abs1chten des Khedive zur öffentlichen Kenntmß zu brmgen. _
_ Ein Europäer, welcher nach dem Bombardementwwder nach Alexandria zurückgekeh1t 1s1, schretbt der „Pol. Corr.“ aus dieser Stadt vom 27. Jul1:
„Es ist eine schwierige Aufgabe, alle Gräuel der Verwüstung in Alexandria wieder Wegzuwischen, doch hat dte Stadx heute schon ein viel besseres Aussehen., “Dis Scbiffßgesexlschqften, hte Konsuln, Post- ämter und Banken fungiren wieder tb_e1(s 111 axm1ethete'11, theils in den alten, rasch rekonstruirtcn Lokalitatcn. Dre österreichische Post speziell hat ihr früheres Gebäude bczogsn, an welchem nur_ geringfügige Ausbesserungen vorzunehmen waren, auch das österreichi1ch=ungarische Konsulat hat seine bisherigen Bureauxim Hause Carlo Cesare inne.D'1e Straßen wimmcln wieder von Arabern, jedes Schiff S_ringt ciniac zurück- kebrcnde Europäer. Die fick) begegnenden Bekannten drucken fick) die Hände, erkundigen ficb um Den und Ionen, und nicht selten sieht man dqbei Thränen der Rührung fließen. Mit dem Eintritte der Nacht jedoch erhält die Stadt wieder ein unheimliches Gepräge Dic GaLgescÜschast hat 11011) eine gewaltige Arbeit vor fick), che sie im Stande sein wird,1l)re Wcrke 11111511 in Betrieb zu schen. Eine Vom thdive eingescßte Spezial-Kommisfion für Affamrung Hat bishcr, was die Entfernung der zahlrcichcn Menschcn- und Tbicrleichcn, Vernichtung vieler Hunderter berrcnloscr und aus- gebungertcr Hunke, Ueberwachung der Beerdigung der 111 den Spitälcrxt Verstorbenen Personen, Bcspritzung der Straßcu mit Meerwaßcr und sonstige Desinfektious-Maßregcln betrifft, wirk- lich Außcrordentlichcs geleistet. Der Platz der Konsuln, welcher acht Tage lang den 9111111111013 und die Beerdigungsstättc für die etngcbxacbten Plünderer und Brandstifter ab*ab, hat heute wieder cm rcjpcktables Aussehen. Die offenen Grä cr mitten (1111 Maße wurdcn zugeschüttet und so Weit als möglich desinfizirt. Eine Baukommission befaßt ficb _xnit kcm chräumcn dcs Schultes und der Wiederberstellung dcr Panagc in allen Gassen. Jm Reaierungs- gebäude ist eine Unzahl von gefundenen Gegenständen aufgebäuft, Wclcbe ibrcr Eigentbümcr harren. _Auch die unter dem cncrgisÖcn Marc reorganisirte und aus ebcnmlmcn europäischen Garden, vielen Tür_kcn und einer Anzahl vcrxäßlicber Mgstapbaüns bestehende Yoltzei ist ibrcr mühseligcn AuHaabe (111111115101, Leider sind auch
usschrxitungen betrunkener Rot jacken und vcrkommcncr Griccbcn
zu verzetchnen. _ Mit erbebendctn Bcjvußtscin läßt fick) konstatircn, daß die aller- ar_astc11Tage, als die blutrünstige Maffe fich "5111111 die Straßen wczlztc. aucb glänzende ZüKze wahrer Humqnität zu verzeichnen batten. Dtc Ba_rmbcrzigcn Schwe tern _ im curoYätschcn Spitals, die Väter des heil1gcn Landes, die griccbijcbc, koptijche und israelitiscbe Kultus- ncmctndc w_cttcifcrten in Rettung 1111_d Bergung unschuldig Vcrfolgtcr. Jm arabi1chc11 Viertel nahm cm Türke eine große christ- liche Familie in sein Haus_ guf und verpflegte dieselbe durch einige Tage. Der damjcbc Gcncral-Konsul Dum- rcichcr rcttcte mit Aufopferung 150 Personen. Der Richter Oman Bev _Orvbi trat dcn _Mcutercrn, welcbe gcaen 100 Juden verfolgten, _1111t_ seiner Autoritat e_ntgcgcn und es gelang ihm, die Verfolgten 1n dre Synagoge zu brtnaxn, Wo er auf eigene Kosten Lebensmittel unter fie vertbeilte. E_1n junger Grieche brachte, 1116 Araber ver_klcidct, seine Mutter mit funf Geschwistern in die s1chcrc11 Mauern el_ncs Klosters. Ein alter arabtscbcr Boah (Haudbesorger) au_f dem _Kncbcnvlaye sperrte das Thor 111111 als die Menne betan- _dranqte,_1chwur er bei Allem, was ihm betlig ist, das; kein Nusscrani tm Hau1e sei. D_-r tobende Volköbaufe zog ab und die christlichen Insassen dcs Hames waren gerettet."
__ _ Das enlei cbe Corps, das bis 9. August England ver: lauen haben so , besteht, der „211111. C.“ zufolge, aus folgen- den Truppen: Obcr-Kommando: General Sir Garnet Josef Wolseley. Chef des Generalstabes: General -Lieutenant Sir ngn Advl. General - Adjutant: Oberst Dormer. _ 1. Di- 11111on: General-Lieutcnant Willis. 1. Brigade. 3 Bataillone Infanterie der Garde: 1 Bataillon der Grenadier-Gardcn, 1 Bataillon der Coldstream-Garden, 1 Bataillon der schottischen Garden. _ 2. Bri ade. 5 Bataillone: 1 Bataillon Wet-Stent-Regiment, 2 Bata llone des königlichen irischen Re iments, 2 taillonedeö' ork- und Lancaster-Regiments._Ferner:2 ataillone des Herzog von orn- nZle-Re imeniß, eine EScadron des 19. Husaren-Regiments. _ Di- vmons- rtillerte: Die Batterien 4. und 1). der Brigade der reiten-
wesenbeit der Kaiserlichen Truppen an Ort und Steüe zusammen- fallen muß. Man muß also glauben, daß eine Bekanntmachung,
den Artillerie. _ 11. Division: General-Licutenant Hamlet). 3. Bri-
Hochländer_ Ligbt-Jnfanterie-Regiment, 1 Bataillon Gordon-Hoch. lander-Regnuent, 1 Bataillon Cameron-Hocbländer-Regiment. „ 4. Brigade. 4 Batatllone_: 1 Batatllon des Suffev-Re ents. 1 Ba- taillon des Stopshire-Remments. ] Bataillon des Ver ire-Reaiments Ferner: 3 Batatllone Kings-Roval-Rifle-Reaiment, eine Eskradron' des 19. Husaren-Regiments. _ Divifions-Artillerie: Die Batterien .). 1_1nd 11. der zweiten Brigade der reitenden Artillerie. _ Kavallerie, Brzgade: Generaleqjor Drary-Lowl. Ein Regiment, formirt aus drei EScadtonen; 1e eme_von den Garde-Regimentern, die 4. und 7, der _Gaxde-Dragoner. Dre Batterie U. der Brigade 4. der reitenden ArttlleUe. Dem_Corps sind außerdem zugetheilt: 2 EScadronen des 19. Husaren-Regzments, 3 Batterien reitender Artillerie, 4 Batterien Festunas-Arttllerte, 6 Compagnien Geni1truppen mit sechs AbtheilUn. aen (Geniepark und Feldtelegraph), Train- und Sanitätstruppen Jntendarxtur. '
Jndtsche Truppen werden circa 10 060 Mann unter Kommando des _Generals Macpherson nach Egypten befördert, und zwar Von engltschen _Truppen: 2 Bataillone Infanterie und 3 Batterien Festqußarttllerie; Von Eingeborenen-Truppen: 9 Bataillone In- farztcrte, 1 Regtment Lanciers, 4 Compagnien Sappeurs-Mineurs_ Dtesx Truppen werden aus drei Provinzen entnommen, konzentriren s1ch m_Bombay und werden daselbst eingeschifft.
Em Batatllon Jnfantyrie ist 740 bis 800 Mann stark, eine Compagnie Genie_ oder Mmeurs 90 Mann. Nack) Gibraltar und Malta find beretts 8 Bataiüone Infanterie, ] Compagnie Genie. UWYH? ein Belagerungspark und 1000 Mann Marinetruppen ein- ge 1 .
§Y_ußerdezn ist der Befehl ertbeilt, 111 Woolwich einen sch1veren ynd emen le_tchten Belggerungspark zu mobilifiren; beide bestehen aus je 36 Geschußen versch1edenen Kalibers, ersterer hat einen Train von 96, letzterer_ von 83 verschiedenen Fahrzeugen. Für jedesGeschütZ find 480, 490 1116 500 Sckmß bestimm_t. Die Batterie ist stark: 4 Offx. 31ere und 138 Mann, welcbe tmt Martinigewehren und 20 Stück Patronen Per Mann angerüstet smd.
Zeitungsstimmen.
Das „W1eskzadener Sonntagsblatt“ enthält folgenden „d1e Getretde ölle“ überschriebenen Artikel:
_ Mit der Zollreform at Deutschland die Abfiéht verfolgt, dem natwnalen Geyerbe, auf Welchem hohe Abgaben im Innern [iegen, Schulz angederben zu lassen gegen die Uebermacht ausländischer Pro- dukte, welche, obne von 1rgend Welchen Abgaben belastet zu sein, auf dem deukschen Markt den Erzeugnissen unserer Gewerbe sébwere Kon- kurrenz_mache11._ Das war auch der Zweck der Getreidezöüe.
Dre freißandlerischx Partei fiebt nun in dex Belastung der Lebens11111121_e1ne Schädtgung 11a111cntlick der arbeiténken Klassen und sucht _dte W1rkung dteses ZoÜes ms Ungemeffene zu übertreiben. Der Getretdezoß hat aber auf den Getreidepreis so Wenig Einfluß, daß dtescr 5131616 1111 0110118111111), z. B. in Hamburg, ebenso Hoch oder Höher _1st wre 111 Nuxnberg. Fernsr unterliegt schon an fich der Getretdeprets den erbebltchsten_Schtvankungen auf dem Weltmarkt, so daß der YOU dabei_ 1ven1g m Betracht kommt, Der Brodpreis aber chwan t vie_[ 1111111011 1119“ de_r Getreidkpreis; mit einer Ermäßi- gung des Getretdchei1es 1st ketneSWegs in demselben Maße ein FTÜZnt des Brodpretses verbunden, und so verhält es fick) auch um- ge e r .
Im Ganzen nimmt Deutschland jährlich 14 Millionen Mark an qunzoll em. Es kommt also 1 «16. Zoll auf 3 Einwobner, au_f 6111111 Einwohner durchschnittliä) 30 «3 jährlich. So hoch wurd_e "_dte Mehrbelastung sein, wenn Deutschland Mein von dem auslandtschcn Getretdx lebt: und an der eingxfübrten Msnge von etwa 20_30 Mtllionen (Zentner genug Hätte. Cs produzirt und verbxaucht, außerdem aber noch _ wir 111011611 einfache Dgrckschnrttspre1se nehmen _ etwa 200 Millionen Gentner (He- Zretde. Diese sind keineswegs abgabenfrei und sehr würde man fick) 1rren, Wenn man glaubte, daß man, indem man Brod ißt, hiermit keinerlei _direkfe Abgabxn entrichtet. Die Landwirthscbaft ist etwa mit 200 M11]. Mark dtrckter Abgaben belastkt; dieselbe kann diese Suxnme 11111" bezab1en, 11161111 sie beim Verkauf ihrer Produkte dcn Prets um 516 nötl)1gc Symtnc aufschlägt,_ fie wird alfounaefäbr mit 1 914 den Ccntncr Getreide belasten 1111171611, um die 200 Millionen Mark Stmzerrz ausbringen zu können. Von den 200 MiÜionen Centncr inlandlschcn Getredes, Welche jährlich in Deutschland Ver- zehrt Werden, kommep aus den Kopf mehr als 4 Ccntner, mithin mehr als 4 916 der dtrckten Stonern, 111111116 dcr Landmann zu be- zablen bat, wahrrndgnat) nur 30 „1 für dcn Konsum des ausländi- schen Getxeidxs 011 1911161111111 Abgaben bezahlt.
Es 111 111111101 sttl11ch11121gcnd zugegeben oder vorausgescßt worden, daß das J11lqnd_dc11 Z011_trag1 11115 nich das Auéland. Aber auch Wenn 11119 11111010) 10 warez, 1pr1cht die verschiedcnartigc Belastung 13913 in- und auslaydtsxben (Hetrcidcs dafür, daf; die dirckten Steuern, dte auf der Laqdm1rtb1ckaft lastcn, eber erniedrigt Werden 1111117111, als daß der kaum 111 Betracht kommende Getreidezoü abgcschafft wird.
Dex arme Mann, welckwx durch den Zoll in seiner Existcnz [*c- d_robt fem soll, 1111113 vcr111u11ckl1ch nicht 11111111 von dem ausländisckocn Gctreide leben und so den ganzen 31111 tragen. Viel richtigcr ist es anzunehmcq, 5111111", indem _er sein Brod 1111361111, bicrmit jährlich 4 „46 der etnbctmtjchen Landwtrthschaft ur Bezahlung der direkten dS1e1ZZrndzun1e11dct. thsc allein vcrtßencrn dcm armcn Manne as ro .
_ Einém Artikel der „Norddeutschen Allgemei-
nen Zeitung“ enxyehmen wir folgenre Ausführunn:
Dic Haupteracbnine dcr _Waarcnvc'xkcbrs-Statistik dcs deutschen ZoÜgcbicts im Jahre 1881 smd vom Kaiserlichen statistischen Amte nunmehr nacb Mengen u11d_ Wertben systematisch zusammenaestcüt und vcröffentlicbt worden (111 der Statistik 1719 Deutschen Reichs, Junibeft der Monatshefte 111_1d Band 19.) nachdem schon früher (Märzbcft dcr Monatshefte) c111c Uebcrficbt dcr cin- und ausgeführ- ten Mengen für die cmzclncn Nummern des statistischen Waarcn- vcrzcicbniffcs gegeben wordcn_1rar.
Hiernach ergehen sub 1111 Vergleich mit dcm Vorjabrc für die Einfuhr in den fretcn Vcrkcbr und die Ausfuhr aus demselben, d. i. den Waarcnvcrkcbr obne Einrccbnuna dcr unmittclbarcn, zollamtlicb kontrvlirtcn Durchfuhr und der Waarcnmengen, welcbe deutsche Zoll- nicderlagcn _b'crübrten, ohne in den innern Verkehr zu treten, sowie ohne Vcrückficsüiaung des Vercdelunasverkcbrs, folgende Zahlen:
Einfuhr in das deutsche ZoUgcbict: Tonnen zu 1000 [:x Werthe in 1000 „46
im Nabre 1880: 14171035 2859 928
im Jabra 1881: 14 848 290 2990251, mithin eine Steigerung der Gesammteinfubr gegen das Vorjahr um 707 255 1 und um 130 323000 «16- Werth,
Ausfuhr aus dem deutschen ZoUgebiet:
Tonnen zu 1000 kg Werthe in 1000 „44 im Fabre 1880: 16401211 2946180 1:11 abre 1881: 16672 249 3040196, mithin cine Stcigeruna der Gcsammtausfuhr gegen das„Vorjabr um 271038 1 und 94 016000 .“ Werth.
Im Jahre 1880 batte Cub nach Menge wie nacb Werth cin Ucbcrscbuf; unserer Ausfuhr ü er die Einfuhr ergeben, und dies ist im Jahre 1881 wickcrum der Fall gewesen, und zwar [*etrug der
Ausfubr-Ucberscbuß Tonnen Werthe zu UU) kg in 1000-.“ im abte1880: 2230176 86252 im ahre 1881: ' 1 823 959 49 945
Die gegen das Vorjabr_bedeutend erböbten Ziffern der Einfuhr und Ausfukör sin_d_ein unzwetdeutiges Zeichen der gesteinerten Erwerbs- und Verke retbangkeit und eine unanfechtbare Widerlegun jener
gabe. 4 Bataiüone: 1 Königliches Hochländer-Regiment, 2 Bataiaon
freibändleriscben Propheten, _welcbe mit einer Hartn (tigkeit, die einer besseren Sache wuedig wäre, von der Zollreform
„ Bankhause-
m xnausbleiblicben Niedergang von Handel und Verkehr ableiten. Wir sind neugierig, was diefe_ Schwarzseher jetzt_ erfinden wer_den, mn dte Bedeuan der_Ergebmffe der Handelsstattstik abzuschwacheu und zu verdunkeln. Wtr fubrten schon neulich aus, daß fie durcb exne Reform der Wertbermittelungen geringere Ausfubnvertbe und eme Unterbilanz des Ausfubrwertbs zu erzielen hoffen; aber weryen fie auch die Na_c_bweise über die Mengen in das ihnen günstige L1cht zu wi en
stBenDasTf der Uebersckmß der Ausfuhr über die Einfuhr im letzten Jahre fich geringer steÜte als im Vorjahre. kann Niemanden Wynder nehmen oder überraschen. Das Jahr 1880 mußte in den Arttkeln, welcbe von den 1879 beschlossenen Zollerböhungen betroffen wu_rden, eine besonders geringe Einfuhr haben, weil vor der ZoUerbdbung senzstverständlicb besonders starke Waarenbezüge gemacht worden waren, und dadurch mußte die Ausfuhr 1880 vergleichsweise stark Hervor- tretenDie Ein- und Ausfubrwertbe find mit Hülfe der Hamburger und Bremer Handelsstatistik unk; der Guxachten zahlreicher Handels- kammern von einer Sachverständ1genkomm1sfion festgestellt, deren _Zu- sammensetzung jeden Verdacht tendenziöser AufsteUunaen a1rssch11_ef;_t, :und wir haben bei der Sorgfalt, mit der unsere Waaren-Verkebrssxattsttk egenwärtlg behandelt wird, keinerlei Grund anzunehmen, daß “_dreselbe an Güte hinter derjenigen irgend eines anderen LandeH zurückstebe, v161mehr verdient dieselbe durchaus das_ ertrayen, YZ“ s1e_ em zuverlasfigßs Bild der tbatsächlichen Verhaltmffe g1ebt. rr durfxn demyach dre vorgelegten Hauptzablen als erfreulicbZZ Sympton] 6111er krafttgeren Entwickelung der deutschen ErWerbstlmtigkUt begrußßn. _
- Das „Elsässer Journal“ _begmnt 1111t _ der Veröffentlichung des Resultats der von 1hm angekünkngten Untersuchungen über die Lage der Straßburger Manufaktur. Das Blatt legt die Gründe des Nähereq dar, wslche es zu diesen Publikationen veranlaßten und führt zur Sache Fol- gendes aus: _ _ _ _ _
Der schMrWregendste dtcser Angrtffe tst wohs der, dgß dre Ma- nufaktur über 2700 000 919 Schulden 501, Sch111den, fur 1116165689 keine andere Deckung gebe, als ca, 60M11110nen, bezw. 60000 Mtlle Cigarren, die sick) in den Magazmen der Manufaktur angehguft "haben. Selbstverständlich fragt man 7111) [111111 Vernehmen emer solchen Botschaft, bei Wem diese Schuld wv_l)[ kontrghtrt wurde. Ist vieÜeicht die Manufaktur den Rohtaöackhaqdsern 11111111) welche Summe schuldig gebliebkn? Oder hat fte fich be_1 emem etwa beim Boden- und Kommunalkred11 07911 bei der Reichsbank einen Kredi_t eröfftzen lasse11?_ Ode_r 1101 1111 'die Landeshauptkaffe, trotzdem dteselbe Über kemen gbcrflussmen Ve- 11iebsfonds Verfügt, Vorscbüffe gemacht? Oder hat dte LandexZVerwaY- tung aus den Mitteln des Budgets Uebertragungen aus Kredtten, dre zu anderen Zwecken bestimmt find, gestattet, um der Mamcfaktur aus einer momentanen Verlegenheit zu helfer]. Sobald es 11111 daxa_uf ankam, der Manufaktur Schulden anzud1chten, _so War xede “0111er Modalitäten 01111601, 11161111 auch gleich 171e 511161 letztgenagntcp 11011 110111 herein aus jeder Hypo1hcse auSzu1ck111eßen Waren, Wetl 118 11111 einem geregelten Gang dcr allgemeinen StaatsverWaltung unverem- bar ind. _
sDie von uns eingezogénen Erknndtgungen Haben _aucb daraethan, 'das; solche Manipulationen schon aus dem "ganz emfacben Grunde nicht stattgefundkn 1105111, 113111 fie ganz uzmuZ und z1vecklos gewejen “wären, indem die Manufaktur den_ ihr 1111 tat zugewtefenen dres- jäbrigen A11§gabekredit noch lang; mcbt ersckxdpft hat. *) _
Ebenso vsrhält es 7111) M11 den 311161 ersten_HypoTbesen_. DW Manufaktur schuldet keinem Banhause auch nur emen P_fe11mg_; ste hat sich überhaupt nirgends emen Contxxcorrcnt 01761 emen Kredtt eröffnen lassen, und Was die Robtabackankaufe anbetrtfft, so (161111811611 'diese1ben jeweilen 911 60111 19111, “0. 11. (1111811 Vaarzablung, Wydurch dre Manufaktur bei ihren An äufen von ausländischsm Taback 1111611 Gx- winn von 3% 6131111, indem die Handelsusanz auf_ 6Monate Tsrmm mit ciner monatlichen Remise von 6% 521 a11ttz1p1rter Bezahlung lautet _ _
Davon also, daß die Manufaktur Schulden Hat, 111 10111 Wort wahr. Nicht nur schuldet sie keine 2700 000 «16, sondern s1e schuldet überhaupt Nichks.
*) (Anm. des Els. Journ.) Indessen woüen wir 1111111 1111116111611 _ denn 11: ist uns um voUe Objektivität zu thun _, paß 1111 Jahre 1878/79 die Manufaktur gez1vu11gcn war, emen Tbe1l_1k11_er AnIgaben vorschuszweise decken zu lassen. Damals bat 1111111110.) die 'Verlcgnng dcs Etatsjabres stattgefunden. Das Etatßxahr sollte 1111111116111 mit dem 12111111 begmnen. Es wurde zwar 6111 besonderer Nachtragsctat für das erste Q1xartal “O_es Jahres 1879 aufgcsteklt, 10111 gewährte derselbe der Mgnumktur fur ihre Auk-gabcn nnr eine 1361 Zcit nacb aritbtnetiscb enthecbcndc Rate, d. 1). den 111111111 Tbcil cincr Jabrksrate obne Rückcht daranf, daß die 91011- tabackankäufe jeweilen in den ersten Monaten des Jahres gemacht wer- den, und so war eigentlich die Manufaktur in dcrscblimmcn Lage, 11116 den Mitteln eines einzigen Etatsjabrcs den Ankquf cincr “(111111111th Tabackcrntc zu bejvcrkstellißen, während dock) dicwlbcn blos fur de_n Ankauf einer einzigen Ernte bemessen waren. Dadurch wyxdx “me Manufaktur gezwungen, gcwiffc Ausgaben zu (1111131911111. Dcr Rückschlaa auf die folgenden Jahrgänge war unvermeidlich, 890.) ist jetzt die Antizipiruna __die der M01111faktur_durch Vcrbalmmc, *die außerhalb ihrer Willenswbärc lagen und dte quasi als 11011112 Macvt zu betrachten sind, aufgedrungcn wurdc _ eingeholt, und es ist die gegenwärtige Lage der Manufaktur derart und ihre Vc_rpro- viantiruna mit Rohmaterial eine so reichliche, daß von Antizimrung 611111 111151 die Rede sein kann.
Centralblatt für das Deutsche Reich. Nr. 31. _ Inhalt: Konsulatwesen: Excquatur-Ertbeilung. _ ZolL- und_ Steuer- wesen: Veränderungen in dem Bestande und den Vefugmffen der Zollstellew _ Verzcickoniß dcr_ in Bayern zur Erhebung von Ueber- gannsabgaßcn, sowie zur Außsertigung und Erledtgung von Ueber- gannsscbeinen crmäcbtigten Zoll- und Steusrstcüxn. _ Polizeiwescn: 2111§wcisung von Ausländern aus dem Reichsgebtete.
Amtsblatt des Reichs-Postamts. Nr. 50._ _ Inhalt: Verfügungen: Vom 2. August1882. Eröffnung der Ei1e11baanübcck- Travcmündc. _ Vom 4. August 1882. Fortfall der Ucberganas- scheine zu den im Durchgange durch Bayern befördertcn Parfümerien
Statistische Nachrichten.
„Gemäß den Veröffentliämngen des Kaiserlichen Gesund- [11119 amts mdin 51130.Iabreswochevonje1000 Bewohnern guf den Iabreßdurchs nitt berechnet als gestorbxn gemeldet: in_Berlm 38,7, in Breslau 43,2, in Köniasberg 49,5, m Köln_36,5, 111 Frankfurt a. M. 18,9, in Hannover 29,7, in Cassel 16,3, 111 ngdcburg 25,2, in Stettin 40,1, in Altona 24,9, in Straßburg 23,3, m Mey 22,7, in München 23,8, in Nürnber 31,1, in 2111 Iburg 25,6, 111 Dres- den_29,8, in Lcwzig 21,7, in tuttgart 21,7, 11 Bt_aunschwetg 38,8, in Karlörubc 17,0, 111 Hamburg 26,4, in W1e11 25,0, m Buda est _, in Pr 28,8, in Triest 30,6, in Krakau 21,4, in Baek 21,2, in Brussel 28,9 in Paris 21,6, in Amsterdam 22,0, 111 Kopen- hagen 26,2, in Stockholm 26,8, in Christiania 23,0 111 St. Peters- burg 37,2, in Warschau 35,6, in Odessa 47,9, in Bukarest 30,5, in Rom 25,3, in Turin 23,7, in Madrid 45,4, in London 17,7, in Glas- va 22,3,111 Liverpool 22,7, in Dublin 21,9, in Edinbur 17,2, in
lexandrien (EgvkztenH _. _ Ferner aus früheren ockken: in New-York 29,2 11 bilade bia 16,7, in Chicago 22,5 11 St. Louis _, in Cincinnati 28 , in San Franzisko 23,3, 111 Kalkutta 27.1. in Bombay 21,9. in Madras _. _ _ _ Während der Berichtswocbe bertstbten an den o 111 en deutjcbcn Veobacbtungßorten nördliche, um die Mixte 'der o : bis nach Nordost laufende Windrichtungen. An dcn ubrtgen Stationen waren
,/
südwestliche, in Berlin und Köln auf!) südliche und südöstlich in München östliche Luftströmungen an den_erste11 Tagen der Woche übenvtegend, die gegen Ende der Woche 111 Muxuben, Heiligenstadt und Bremen nacb Nord, an den anderen Stanoncn nacb Nordost umgingen. Die Temperatur der Luft nahm_ 1111 Laufe der Woche ab und entsprach nur in Heili enstadt dety vielzahrigm MonatSmittel. In den Oststationen und 11 Berlin ubexstteg dte Luftwärme die normale, während fie an den übrigen Stattonen unter derselben [ag. Niederschläge waren häufig. Der Druck der Luft war an den meisten Stationen ein niedriger, in Berlin, Bremen, Köln ein mäßig bober. Am 27. und 28. Juli stieg er allgemein, nahm aber am Schluß der Wockoe an allen Stationen erheblich ab. __
Die Sterblichkeit War in den menten Großstädten Europas, namentlich in Berlin, eine etwas aeringere. Die allgemxine Sterb- lichkeitSverbältnißzabl für die deutschen Städte sank auf 29,8 von 31,1 der Vorwoche (Pro MiÜe und Jahr). Die Tbeilnabme des Säuglingsaltcrs an der Sterblichkeit War eine etwas geringere. Von 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, 153 Kinder unter 1 Jahr, gegen 156 der vorhergegangenen Wockxe (in Berlin _230 Legen 251). Die Sterblichkeit in der höheren Altersklasse (11er 0 Jahre) war sehr erheblich vermindert.
Unter den Todesursachen erfuhren Darmkatarrbe und Brexck11urchr fälle der Kinder eine noch weitere Steigerung der Todesfalle auf 1192 und blieb auch diese Zahl weit Hinter derjenigen der ent- svreckyendcn Woche des Vorjahres (1314) znrück. Besonders find es die größeren Städte Berlin, München, Danzig, Straßbyrg, Prag, London, Paris 11. a., in denen die Zahl der TodesfäÜe Ltne_wesent- lich geringere als in dem Vorjahre ist. Auch mehrfache Faüe 111111 Cbolerine Wurden aus Hamburg und Witten gemeldet. _Ansebnlzck) gesteigerk Waren Todesfälle an Ruhr, besonders m Berlm, doch 011112 (116 Epidemie größere Ausdehnuyg zu gxwwney. Die Infektionskrankheiten zsigten meist Nachläs1e, nur D_1Pbtber1e eine größere Steigerung der Todesfälle. Masern herrschten 111 Elber- feld, Worms, Paris und London. Todesfälle an Scharlachßebkk Haben in Landsberg a. W., Dresden, Leipzig, Zwickau, Mechburg, Trier, Wien zu-, in Berlin und Posen abgenommen. owtherte for; derte in Schrverin 1. M., Dresden, HannoVLr, Barmen, Düsseldorf, Elberfc'lh mehr, in Berlin, Elbing, Königsberg weniger Opfer. _ Sferbefäüe an K111chH11stet1 kamen nur in Ratibor, Breslag, Braunschweig, (111 Unjerleibstyphus in Posen und BraunsÖWetg msbrfack) zur Meldung. _ An Flecktypbus wurde aus deuxscben Städten nur 1 (aus Posen) beriÖtet. Außer in den größeren span11chen Städten zeigten sich Flecktvpben selten und Vereinzeltin Triest,.Krgkau, St.Petersburg. _ Todesfälle an Pocken kamen aus dcntséhen Stakxten 3111116 Königshütte ], aus Köln 2) zur Anzeige. Auch aus W1en, Brüssel, Paris, London Werden Weniger, aus St.Petersburg und 28111- 1chau mehr Sterbefälle an Pocken gemeldet. (Einzelne Pockentodesfakle kamen aus Manchester und Stockhokm, mehrfache aus Rokterdam und Granada zur BeriÖterstatfung. __ _ _
_ N00) der bereits crwäbnten Stati1t1k der See1ch1ffahrt gelangtkn zur amtlichen Kennfniß im Jahre 1881 dre Verun- glückungen (Totalverluste) 11011 246 registrirtsn deutschen _See- schiffen mit 51918 Reaistertons, Davon entfaücn auf frubcre Jahrgänge 21 mit 3316 Registertons, so daß die _Zahl der zur Anzsige gelangten, im Jahre 1881 vcrungluckten deutschen Skesckyiffe 225 mit einem Nettoraumgebalt 11011 48602 Registertons 116111111. Von den 246 zur Anzeige gelangten Sch1ff1n waren 11 ausOstprcußen, 6 aus Westpreußen, 59 aus Pommkrn, 35 aus Schleswig-Holstein, 66 aus Hannover, 24 aus Mecklenburg, 17 aus Oldenburg, 1 aus Lübeck, 12 aus Bremen und 17 aus Ham- burg. _ Nach 1111er Vergleichenden Zusammenstellung des Bestaqdes der Seeschiffe in den [exten Jahren betrug die Zahl der Seesch1ffe, Welébe die Pwvinz Oßpreußen besaß, den 1. Januar 1873: 125, den 1. Januar 1881: 101, den 1. Januar 1882: 90; die Zahl der See- sebiffe, welche die Provinz Wesfpreußen besaß, je 134, 115 111111 114; die Zahl der Scescbiffe, welcbe die YrovinzPommcrn besaß, ]? 1051, 942 und 900; die Zahl der Seeschi 9, Welche Mecklenbgrg-SchWerm bcsaß, je 405, 381 und 353, die Zahl der Seeschiffe, Welche Lübeck besaß,_1e 48,42 11111) 43; die Zahl der Skefcbiffe, welche die Provinz'Sckzleswxg! Zolstein (Ostscegebiet) besaß, je 346, 330 und 323, zu1a_mmc11 tm
stseegebiet je 2109, 1911 und 1823; die Zahl der Secschtffe, Welche Schle6wig-Holstein (Nordseegebiet) besaß, je 459, 461 und 441; 1116 Zahl dcr Scefcbiffe, Welche Hamburg besaß, je 399, 488 und 486; die Zahl dsr Seeschiffe, Welche die Provtnz HannoVLr (Elb- _und Wesergabiet) besaß, je 207, 474 und 463; die Zahl der Sccßbxffe, 1116111)? Bremen besaß, je 252, 325 und 327; die Zahl der See1ch1ffe, 111111116 Mdenbura besaß, je 439, 345 und 345“ die Zabl de_r Sce- schiffe, Welch die Provinz Hannover (EmSgebtet mit Ostfrtcsland und preußischem Jadcgebiet) besaß, je 662, 656 und 624, _zu- sammen im Nordseeaekicx je 2418, 2749 und 2686. Zur rich11gcn Schätzung des Vcrbältnißes ist aber nicht die Zahl der Schiffe, 1011- dcrn die der chistertons maßgebend. Diese betrug im Ostseegebwt 1873 454916, 1874 464478, 1875 470914, 1876 470868, 1877 470 507, 1878 458 397, 1879 456 058, 1880 447 556, 1881 443 265, 1882 427496, 1111 Nordseeacbikt 1873 544 242, 1874 569 247, 1875 597 469, 1876 614 014, 1877 633143, 1878 659 538, 1879 673 071, 1880 723 730, 1881 738260, 1882 766 91]. Die Zahl der Re- (1111111011516 also seit1873 1111 Ostsccgebiet bcruntcrgegangxn von 454 916 auf 427 496, ebenso die Zahl der regelmäßigen Bemxung von 18504 Mann auf 15 621 Mann, 1111 Nordseegcbtct 111111111111 bin- aufgegangcn die Zahl der Registertons von 544 242 auf 766911, die Zahl der rcgclmäßigcn Besatzung von 21735 auf 23488 Mann. Der Niedergang dcr Schiffszabl im Ostsccgebikt bxtrifft jedoch nur die Sogelschiffe, wäbrcnd die Zabl dcr Dampfschiffe aucb dor_t guf 1111111 als das Doppelte sicb crböbt 11111. Die Zahl der Segeljchtffe im Ostsceacbiet betrug 1873 2007, 1882 1599, die Zahl der Dampf- schiffe 1873 102, 1882 224; im Nordjccnebiet die Zahl der Skarl- schiffe 1873 2304, 1882 2452, die Zahl drr Dampfjcbiffe 1873 114, 1882 234. _ __ _ _ _
_ Einer statistisch Ucbcr11ckt ub_cr dte englifcbep Grug- dungcn in den lcßten zwanztg Jahren cntmmmt “516 W. .Pr.“ folgende Daten: Bis 111111 31. Dezember 1880 wurden 111 den Vercinigtcn Königreichen von G_1oßbr_11annien auf Grund der Com- vanies-Akte vom Jahre 1862 (Gem: fur_Aktiengescllschaftcn) 18 201 Aktiengesellscbaften mit einem qumnalkapitalc von 214929 Millionen Pfund Sterling _1cg1ttrirt. Die größte _An- zahl von Gründungen fielen 1n dcm Zeitraumc von etnem Jahre in die Jahre 1881 und 1861 und zwar wurden im Jahre 1881 1581 Aktienacscllscbaftcn mit e_inem Nominalkapitalc von 210,71 Miüionen Pfd. Strl. registrirt, wahrend die Zahl der_ re- aistrirtcn Aktienacsellscbaftcn im Jahre 1861997, mit einem Nommal. kapitale von 237,23 Millionen Psd. Strl. war. Zur Charakteristik der englischen Gründungen wird unter Anderm er_wabnt,_ daß im Jahre 1869 eine Company mit dem koloffalen No_m1na1kav1talc _von 100 Millionen Pfd. Strl. aegründet Wurde, das emgezablte Kapttal betrug jedoch nur _ 200 Pfd. Strl.
Kunß, Wissenschaft und Literatur.
Esaias Tegnérs Wcrkc. Auswahl in 7 Bänden, über- sevt und herausgegeben von Gottfrted von Leinburg. Leipzig, Verla von Oskar Leiner. _ Am 13. _November 11. I. _bchbt das scbwcd _jche Volk und mit ibm die Weltltteratur dav 100ia11r1_ge_Ge- burtsfet Esaias Tcanérs, des Sängers der ,Frttbwfs- sage“, eines [tterarischen Denkmals, welches dem ehemaligen Bischof von Wexiö cinen würdiaen Platz unter d_en größten Dtcbtern der Neuzeit anweift. Nachdem schon fruher und in mehr- acben Auflagen die 23111 iofssage wie aucb die kleineren eptschen
ichtungen Tegnérs m erlage der Leinerscben Buchhandlung in Lei zi erschienen find, gedenkt dieselbe als literarische Festgabe und ale cb am als Huldigung, welcbe aucb Deutschland bei die em Anlass: dem ihm stamm- und geistcöverwandtcn _!owie durch Ue ersevungen wenigstens seines Haulotwuko längst eingeb rgerten Genius darbringt, demnächst zum et"'ten Male einc Auögabe von Teguézrs
oetiscben und vrosaiscben Werken in deutscher S rache und n einer sorgsam getroffenen Auswahl zu veran alten. _
Diese AUSgabe, deren deutscher Bearbeiter sich für seine poetmbe Uebertragung der Frithjofssage vieler Anerkennung 11115 Aus nung von Seiten der schwedischen Kniik zu erfreuen batte, wud an jene!!! Zauptwerk folgende Dichtungen Tegnérs enthalten: ]. Ban .' Du
ritbiofs-Sagx. Dreizehnte Auflage. _ 11. Band. Du kleineren epischen Ged1chte: L_lxel, Abendmablskinder, Gerda, Kronbrant- Henri 17. Zweite, mtt zwei DedikationSgedicbten Teqnzrs vermehrte Auflage. __ 111. Band. Lyrisckoe Gedichte. Erster Theil. Jugend- gedichte, btstortscholitische Gedichte, religiöse Gedichte 22. (Der 3. Band bringt außer dem Portrait in Stahlstiscb auch eine bio- graphische Silhouette und eine literarische Charakteristik E. Tegnérs). _ 17. Band. Lyrische _Gedichte. Zweiter Theil. Natur, Welt 11117) Leben, Kunst und Wtssenschaft. __ 7. Band. Schriften m Prosa. Erster Theil: Akademi1che Reden, Schulreden, kirchliche Reden. __ 71. Band. Schriften in Prosa. Zweiter Theil: Univerfitätsvorle1ungen, wissenschaftlicbe und literarische Aufsäße 2c. _ 711. Band. Schriften in Prosa, Dritter Theil: Briefe aus dem Nachlaß des Dichters, Maximen und Reflexionen 2c. 2c. _ Die Aus- gabe 1011 mit den lyrischen Gedjchfen beginnen, in ca. 36 Lieferungen von 4, bezw. 3 Bogen in Oktavformat und elegantester Ausstattung zum Preise von 50 „3 für die Lieferunqxn erfolgen und binnen Jahres- frist das Werk voÜständig in den Händen der Subskribenten sein. Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen entgegen und find im Stande, das erste Heft zur Anficht vorzulegen.
_ Am 4. August waren es 10 Jahre, daß eine den Berlinern zugebörende und AÜen sick) für Militärmusik Jntereffircnden wohl- bekannxe Persönlichkeit, Wilhekm Wiwrecbt, sein tbatenreicbes Leben KLFchlOUCU Hat. Nicht nur in der Geschichte der Militärmusik leuchtet sem Nanxe bei], sondern jeder Berliner erinnert fick) auch gern des _alten Me1sters. Deshalß sei noch einmal auf das bereits früher erwäbnje, 1111 _Verlage 111111 Emrl Pragers Buchhandlung erschienene Werk. ,W1ll1elm Wtepxecht, sein Leben und Wirken von A. Kalkbremex, mrt Vildniß W. und Facstmile von 81631, Meyer- becr, Spon11m, Ole-BUÜ“ aufmerksam gemacht, Welches dUrcb jede Bt_xchhandlung 11115 die Expedifion der „Deutschcn Militär-Mufiker- Zettung“ (_Berlrn ZW., Friedrichstraße 216) gegen Einsendung von 1 916 zu bez1ehen ist.
Dessau, 4. August. Mit der HerauSgabe seiner gelegentlich des 8. Verbandssestes der provinzial-sächfischen Kriegerkameradstbafr gehaltenen eldpredigt hat, wie sich 11131 ergiebt, Hr. 2117111113111- konus Hes 6 den Wünschen Weiter Kreise ent1prochen._ Dr_e erste Auflage von 1000 Exemplaren war in kurzer Zeit vkrgrrffen, 10 daxß fich eine zweite Auflage nunmehr nöthig mach_te. Auch dex E1109 0119 dieser zweiten Auflage (Pr. 20 „Z), welche 111 gleicher Starke e_r- scheir11, soll demselben guten Zw»? dienen wie “016 erste. Jn Berlm ist die ,Feldpredigf“ zu baden in der Nicolai'1chen Buchhandlung, Brüderstraße 13, und im Buchladen Oranienstraße 105. Auch kann dieselbe direkt vom Verfasser bezogen werden.
Land- und ForstWirthfckaft.
Ueber den Einfluß der gkgenwärtigen Witterungsverbästniffe auf die Ernte in Ost- und Westvreußen äußert fich das Organ des Centralvcreins Westpreußischer Landwirtbe, die ,Westpr. Landw. Mittb.“ wie folgt: Das seit einiger Zeit eingetretene Regenwetter bat die Exntearbeiten nicbt alkein gestört, sondern auch die ernstesten Bssorgniße für die Ernte selbst hervorgerufen. In den Weichsel- kreisen ist der Roggen größtentbeils geborgen, doch stth dort dEr noch mehr empßndlicbe Weizen in Hocken, während in den Hochgelegeyen und kälteren Kreisen noch der meiste Roggen auf dem Felde tft. Dabei ist sämmt1iches Getreide sehr rasch gereift und harrt der Sense. Bis jetzt hört man auch in “11611 Gegenden unsxrer Provinz, in denen besonders starke Regengüße niedergegangen _s11_1d, wenig Klagen über Auswuchs im Getreide, doch könnten jetzt exmße Tage mit starkem Regen leicht die Hoffnungen unserer Landwnt e auf eine gute Ernte wiederum zerstören. Schon die eingetretene Ver- zögerung in den Erntearßeiten trifft in djesetn Jahre _unserx Land- wirtbe um so empfindlicher, als großeMaßen zu bewälttgen sxnd und das Mähen des stark gelagerten Getreides ohnehin längere 3211 bean- sprucht. Die Kartoffeln haben schon jest durchweg sehr stark_durch die feuchte Witterung gelitten; seltcn noch ficht man voklständxg gx- sundes Kraut, und (111111 _an den Knoücn, deren Ansayyhnebzn cm weit JFrixgerer als im Wagen Jahre ist, zeigt sick) schon 161,11 vrclfach Krank ei .
_Aus Mecklenburg, 30. Juli, melden die „Mecklenburg. 211136111211“, daß sicb der Saatenstand bezw. das Erntecrgebniß in_ verfchte- denen Theilen des Landes (Wenn man 100 als DurchschmttSertrag 8111er Mittelerntc annimmt) wie folgt angeben lasse: In der Gegend nordöstlich von Schwerin: Wkizen Stroh 90, Korn 110, Roggen Stroh 120, Korn 110, Gerste Stroh 100, Korn 100, Hafer Stroh 80, Korn 100. SommerWeizcn Stryb 110, Korn 110. Erbsen Stroh 90, Korn 60. Fnttcracwäcbje: Runkelrüben sehr üppig. Obst: Ertrag sehr gering. _ In der Gegend von Malchin: Roggen Stroh 110, 310111 ungcwiß, Weizen Stroh 100, Korn un- gewiß. Rübsen Stroh 100, Korn 100. Gcrstex 110, Korn ungcwiß. Hafer Stroh 105 , Korn ungew1ß. Kartoffeln 100. che 80, Heu 100. uckcrrübcn bisher _normal. Obst: Birnen und Aepfel giebt es fat gar nicht, Stcmobxt wenig. _ In der Gegend von Darann: Roggen 125 an _Strob wie 011 Korn. Weizen reichlich 125 _1111 Stroh 11316 an Korn. So1n111erroagen100. Gerste, früh e1aetc nacb Hackfrucbten 125; später gesäete nach Winterkorn 100. afet' 100. Erbsen 110. Wickcn 40. Kartoffeln vorsprechen cine starke Ernte. Futterrunke_ln und Zuckerrüben sehr gut. K'ec und Wiesenbcu gut 125. Obst: kein Extraa. Die ganze Ernte darf in biefi er Gegend als eine große und 1111111 betrachtet werden, _ n der Gegend südlich von Parchim: Roggen sehr gut in Löbnung_und Stroh. Weizen stcbt üppig. Erbsen gut, zum Theil von Blattlausgn befallen. Mcngekorn gut, aber Hafer vorherrschend. Bohnen gut. Wtcken bqun durcb Läuse gelitten. Hafer gut. Kartoffeln_gut. che, Qualttat gut, Quantität geringe. Heu, Vormatl), rcichltch und gut gewvrden. Kernobst giebt es F1" nicht, Kirschen eintacrmaßen. In der Gegend ron Dobbertin: * übsen mittelmäßig. Roggen etwcxs schartm, docb anscheinend gut lohnend. Weizen sebr schön, auf_lc1chtercm Boden Windlhalm. Hafer außac eicbnct. Erbsen mittelmaßig. Mcnakozn aut. Wicken sebr scblc t. Kartoffeln _aut. Runkcln sghr schon. Lupincn sebr schön. Bucbnwizen gut. Klee schlecht, Wtcfen ut. Gärten: Acpfel sehr wenig. Birnen Lak nicbt. Pfiaumen ge ng. Kirschen nicbt. Stachel- und Johannis eercn sebr viel. Erdbeeren gut. Gartencrbsen und Bohnen gut, ebenso alle Kohlarten_.
Aus der Pfalz, 1. August. (Kar191.Z_.Z Dte Frubli_ngs- Heuernte, die ziemlich reichlich außgefallen tt und_dic bcgrundete Ausficbt auf eine reiche Spätjabré-Heucrnte crmutht en dcn Land- wirtb. fick) wieder einen ordentliÖcn Viebstanx aufzmxe en, was als Zeichen zunehmenden Wohlstandes erkannt 111115, worm aber auch die zu Tage tretcnde EteigcrunLT der F1111chp1111e ibre Erklärunf; findet. Die Frucbtcrntc, wie orn, Ernte und Spelz, ist o reich- lick) auögefallen, da fich ältere Landlcute kaum emer solchen cntfinnen können. ic Körner smd voll und gro ömig, _das Stroh ist lang und stark. Der Hafer, als letztes almgewaxbs, steht noch auf dem Felde, versvrubt aher ebenfags einen ketch- licbcn Ertrag. Die Kartoffeln bab_e11 mctstens verblubt und stellen, oweit 111) 'e t [_cbon überschauen laßt, _ein reiches Er ebniß 111 Aus-
cht. ic ckmben stehen, wie sicb bet der feuchten itterung nicht anders erwarten läßt, sebr üppig. Der Taback, der nur in wenig Strichen durcb iHa elwetter Schaden erlitten hat, entwickelt fich, wenn auch etwas ung ei , doch recht ut. Die allgemeinen Klagen über den Stand der Hopfen sind nur zu se r berechtigt. Die anzen sind durcb- cbnittlicb rostig, von Regen und Wind mzausi und m tUngeziefer bedeckt. anß sich noch em Nachwuchs einstellen werde, ist kaum zu erwarten. In Folge dessen sehen die P anzer kaum einer Dri_ttels- oder gar Vier- telöerntekent egen. Die irftbenbäume haben dteses abr, da ost in die Blütßezcit fiel, nicht viel getragen; dagegen 1 1 das 9 tige Steinobst, namentlich Zwei «_bgen emen reichen _ 1111 erwarten. Das Kernobst, Aepfel- wie trnbäume, versprüht eme überaus reiche
Ernie. Die meisten Bäume bedürfen einer Stüve, damit dieselbu