1882 / 188 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 12 Aug 1882 18:00:01 GMT) scan diff

Antidrithter WeidermJTann in Burg in Foige seiner Ernen-

nun um erungs- La gDzerchthrrküfZéStaatsamitnxi'lt Schöne der Li e der Rechtsanwälte

in Glas ist an das

lberstadt a.S. verse t. nd gelöscht: der Rechts-

anwa t, Justiz-Rath Herders bei dem Ober-LandeSgericht in 11

Köln 11 gericht in Medina.

der RechtSanwalt Willenbücher bei dem Amts-

In die Liste der RechiSanwälte smd eingetra en: der

Kreisrichier a. D. Krische bei dem Landgericht in der RechtSanwalt Willenbücher aus Wehlau

öttingen, bei dem

AmtsZericht' in Labiau, der RechtSanwait Dr. Richter aus Belgard bei dem Amtsgericht in Colberg, der Rechtsanwalt Cardauns aus Köln bei dem Ober=LandeSgericht daselbst,

der Gerichtsaffeffor G r 6 g e r bei dem

Amthericht in Neu-

stadt O. Schl, der Gerichtsasseffor Kolberg bei dem Amts: Zericht in Fiirßenwalde, der Gerichtsaffeffor Vogt bei dem andgericht in Oppeln, der GerichtSaffessor Landolf Mey er bei dem Amtsgericht in Potsdam und der Gerichtsaffeffor Wollmer bei dem Landgericht in Nordhausen.

Dem Notar Dr. Hintze in Bassum

ist die Verlegung

seines Wohnsises nach Nienburg gestattet.

Der Notar Falkenbach in Saarl

ouis ist in den Amts-

gerichtsbezirk Merzig im Landgerichtsbezirk Trier, mit An- weisung seines Wohnsißes in Merzig, versetzt.- Dem Notar, Justiz-Nath Klör in Dt. Crone, ist die nach-

geiucbte Dienßentlassung ertheilt.

Der Landgerichts-Raih Gelpcke in Berlin, der Land-

Michts=Nath Schwiening in Cottbus estphal in Berlin smd gestorben.

und der Rechtsanwa1t

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen

und Forsten.

Der Oberiörster-Kandidat Premier-Lieutenant und Ober- iäger im Reitenden Feldjäger-Corps Albert ist zum Ober- förster ernannt und es ist demselben die durch Verseßung des Oberförsters Krüger erledigte Oberförstersielle zu Ludwigs- berg im Regierungsbezirk Posen Übertragen worden.

Personalverände

rungem

Königlich Preußislbe Armee.

Ernennun en,

Beförderungen, Jm aktiven eere.

Bad Gastein

und Verseyungen. , 1.August. Eicken-

rodt, Haupim. und Comp. Chef vom Inf. Regt. Nr. 66, dem

Regt, unter Beförder. zum überzäbl. Major, aggreqirt. auptm. und Comp. Chef vom Inf. Regt. N

egt. Nr. 66 verseßt.

Nr. 32, zum Comp. Chef ernannt. Junk

Bat. Nr. 6, in das Inf. Regt. Nr. 32 verseßt.

Sec. vom Jäger-Bataiilon Nr. 6,

Ybr. v. Rechenberg, Premier - Lie ataiÜon Nr. 2,

bei der Kriegsschule in

v. Borries, Pr. Lt. vom

unter „Belassung in

Lenz, r. 32, in das Inf.

v. Holizendorff, Hauptm. vom Inf. Regt.

, Pr. Lt. rom Jäger- Sckmundt ]., zum Pr. Lt. befördert. utenant vom Jäger-

s einem Kommando

„otsdam, in das er-Bat. Nr. 3, ager-Bat. Nr. 8, unter

elaff . in s einem

Kommando bei dem (&an Generalstabe, in das Iäger-Bat. Nr. 2

Treumann, “Pr. Lt. Nr. 8, Honig ]., Pr. Lt. vom Drag. Regt,

Train-Bat. Nr. 3, verseßt. SchulY x. tDratzia, S . r er.

Drag. Re t. Nr. 10, zum Pr. Lt. be [in, Pr. 1. vom Gren. Regt.Nr. 110, zum Stor), Sec. Lt. von demi. Regt., zum Fr. Yatent befördert. v. Mü1ler, Sec. 1

vo Jäger-Bat. Nr. 3, in s das Jägex-Bat.

Nr. 10, als ag reg. zum ec. t. vom

_ 3. August. Ender-

Yauvtm. u. Comp. Chef, t., beide vorläufig obne

». ck ]a 811116 des Man.

egts. Nr. 15, zur Dienstleist. bei dem Auswärtigen Amt, zunächst

auf ein Jahr, kommandirt. Abschiedsbewilliqunqen. Gastein, 3. August. mit Pens. der Abschied bewiliigt. Hüneke Haupxm. und Comp. Chef im Inf. Regt. [MHZ sit' ft [lt zur ispo ion ge 6 . Im Beurlaubtcnstande. Molitor v. Müblf

Jm ak

Bad

eld, Hauptm. von der Landw.

tiven Heere. Bad

Diestel, Sec. Lt. vom Gren. Regt. Nr. 3,

, Major a. D., zuleizt Nr. 131, mit drr Er-

ß zum ferneren Tragen der Uniform des gedachten Regiments,

G a ste i 11 , 3. August.

Inf. des

2. Bals. Landw. Regis. Nr. 20, als Major, mit Pension und der

Unif. des Gren. Regts. Nr. 1], der Abschied

bewiÜigt.

U11. (Königliäx WürttembergisckjeS) Armee-Corps.

Ernennun en ,

m aktiven eere. 31.Iuli.

Beförderungen und Versetzungen. Eßel,Pr. Lt.

im Ulanen-

egi. Nr. 20, in das Drag. Regt. Nr. 25 verseyt.

Yithtamtlickjes.

Deutsches Ne Preußen.

ich.

Berlin, 12. August. Se.V1ajeßätder

Kaiser und König trafen gestern früh 81/4 Uhr im besten

Wohlsein auf der Station Großbeeren

ein nnd begaben Sich

von dort zu Wa en nach Babelsberg, woielbst Se. Majestät

von den Königl1 en Prinzen und den

Spiven der Militär-

und Civilbehörden vor dem Schlosse, und von „Ihrer Majestät

der Kaiserin und Königin wurden.

in den Gemächer" empfangen

Se. Majestät iiahrxien im Laufe des Tages den Vortrag ies Chefs der Admiralität, Staats-Ministers von Stosch ent:

gegen.

. Abends waren Se. questät der König von Griechenland mit Gefolge sowie die Königlichen Prinzen und Prinzessinnen

eladen. ormittag hörten Se. Majestä

zum Thee Heute

1 der Kaiser den Vor-

trag des General-Lieutenants von Alvedyli, begaben Sich mit

dem 12 Uhr-Zuge nach Berlin und dem Könige von Griechenland im ot uch ab. Demnächst nahmen Se.

statteten Sr. Majestät el du Nord einen Be-

ajestät im Palais den

ortrag des Vize=Präfidenten des Staats-Minisieriums, von

utxkcimer, entgegen olizei-Präfidenten, Ober-Regierungs:

und empfin en

den Vertreter des

ath von Heppe, sowie“

den Kommandanten, General-Major von Winterfeld. Um 3 Uhr kehrten Se. Majestät der Kaiser nach Babels-

berg zurück.

_ Nach amtlichen Nachrichten aus

so rlan alle ankommenden Personen, welche nickt im eines Passes fich befinden, an der Ausschi fun? ver- Von dieser Maßreael wird nur n

indert werden. alle Abkand genommen,

Alexandrien ollen esitze

dem

die betreffenden Personen vor

da der Konsularbehörde ihres Landes über ihre Person und

Verhältnisse fich genügend ausweisen

nnen.

_ Der hiesige Köni li sächsische Gesandte Räckiilkée um Vundesriithc,h Wirkliche Geheime o 1 -

und Bevoll- Rath von

allwis hat Berlin mit mehrwöchentlichem Urlaub

verlassen. Während seiner Abwesenheit iungirt als interi- mißischer Geschäftsträger der Legations-Sekretär Graf von

Hoxhenthal und Bergen.

Oesterreicthgarn. Wien, 11. August.

(W. T. B.)

Der König Milan von Serbien traf heute Nachmittag hier ein und empfinézy den Besuch des Ministers des Auswär- ,

tigen, Grafen Kalno

welcher eine volXe Stun Könige verweilte.

de bei dem

_ _ Der „Polit. Corresp.“ wird über die gestrige Kon- ferenzsi ung aus Konstantinopel gemeldet, die tür- kischen De eZirten hätten den Wunsch ausZesprochen, daß über

den Befchln betreffs des Antrags Italiens des Suezkanals ein Protokoll aufgenommen

bezüglich und unter-

zeichnet werde, der bezüglicheAntrag sei angenommen worden,

die wenn

noch

Unterzeichnung sol1e der französische fehlenden Instruktionen

nächsten Montag

erhalten

erfolgen,

Boischafter bis dahin die ihm habß

Von

den türkischen Deligirten sei mitgetheilt worden, daß die

Pforte eine Militärkonvention mit En

gland ab-

schließen werde und daß über die Stärke des iürkischen Expe- ditionscorps sowie darüber, daß die Landung der türkischen Truppen nicht vor der Ankunft des türkischen Oberbefehls-

habers und des türkischen Kommissars erfolgen so die türkischen Truppen Egypten wieder zu verla zielt sei.

Großbritannien und Irland. L o n d o n ,

[le und daß

ugleich mit den englischen Truppen en hätten, bereits eine Einigung er-

11. August.

(W. T. B.)" Jannterhause antwortete heute der Unter- Staatssekxetar Dilke auf eine an ihn gerichtete Anfrage: die französische Regierung, habe das Protektorat, das die franJöstschen Behörden in Tahiti über die Insel Ra-

jatea ü tion vom

ernommen hätten, als eine Verlesung der Deklara- ahre 1847 involvirend, desavouirt, gleichzeitig aber

Unterband ungen wegen Aufhebung der gedachten Deklaration

angeknüpft, wobei ausreichende Zugeständnisse schwebenden Fragen in Aussicht gesteÜt worden land liabe darein gewilLigt, daß die französische zum 31. Dezember d. I. auf Rajatea bleibe. werde, wenn kein anderes Abkommen komme, der status' quo antes wieder er unter der Deklaration vom Jahre 1847 habe, Auf eine Anfrage des Deputirten

widerte Dilke: die unter dem egyptiichen L

seien.

in anderen Eng- lagge bis on da ab

zu Stande eintreten ,

wie bestanden

Molloy er-

iquidations-

geseß getroffenen Arrangements seien internationaler

Natur; England sei nicht befugt, dieselben zu

modifiziren.

Bartlett gegeniiber erklärte Dilke: die Militärkonvention

mit der Türkei sei bis jetzt noch nicht zu gelangt. _ Gladstone theilte mit, daß, wie er Vertagung des Hauses vom 18. d. M. ab bis z 26. Oktober werde eintreten können,

in Abschluß hoffe, eine um 24.odcr

Fiir die Reform der

Geschäftsordnung Werde er die Priorität beantragen.

,_ 12. ulglust. LW T. B.

wenii die Reb, ion _ werde England die europäij en Mächte einladen,

* Die „Times“ schreibt, »n-E ypten niedergeworfen sei, dann

von einem

fait 110001111311 Akt zu nehmen und die Handlungen der Macht gut zu heißen, welche dre Rechion unterdrückt und die Ord-

nung und eine stabile Regierung wiederhergestellt

„Frankreich. Paris, 10. August. offrciel“ veröffexnlicht die Ernennunge'i des Hérisson zum Mimster der öffentlichen Arbeiten,

hab&

Das ournal

eputirten des Depu-

tirien DeveUe zum Ynter-Stantssckretär im Ministerium des Innern, des Deputirten Varambon zum Unter:Staatssekre:är

im Iustiz-Ministerium, des Deputirten Labuze

zum Unter-

Staatssekretär im Finanz-Ministerium, des Deputirtcn Logerotte

zum Unter-Staatssekrelär im Unterrichts-Ministeri

um und des

Deputirten Ba'ihaut zum Unter-Staatssekretär im Ministerium

der öffentlichen Arbeiten.

.Der Minister des Innern wird kein Rundschreiben

an die Präfekten erlassen, Reihe nach zu mit ihnen zu konferiren. Bis welchem Tage die Session der werden auf diese Weise a11e Präfekten die besonderen Verhältnisse ihres Departements politischer als in administrativer Hinsicht Instruktionen erhalten haben. sämmtlich in der

sich nach Paris zu zum 21.

sondern er gedenkt, dieselben der bescheiden

und

August , an Generalräthe

beginnt, für die

sowohl in

geeigneten

. Diese InFiruktionen werden ausdrücklichen Aufforderung gipfeln,

die Präfckten' sollten die verschiedenen Fraktionen der republi- kanischen Maxorität mit einander zuversöhnen suchen undmit

aÜcn Kräften an diesem patriotischen Werke arbeiten,

welches

gegenwärtig für die Interessen der Republik das wichtigstesei.

_ 11. August. (W. T. B.) Der „Temp

6“ schreibt

unter Hinweis auf die küngsien diplomatischen Vor-

Hauptthat ache Lebenskraft Europa daran

sei , und . seiner erinnert

ä_11 (; c : die , eichen feiner gegeben und

deijonferenz seien Politik hervorgetreten, mit Frankreich gesucht

von denen eine

habe. Das ]üngste

habe, es eine Macht sei, mit der man rechnen müsse.

das; England ein

Initiative daß Auf

zwei Richtungen ,der europäischen zede eine Allianz

Kammer-

votum habe dem französischen Kabinet die volle Aktionsfreihcit

zurückgegeben. n a le in im

_ Dr? Sprache der französischen Jour- Aligememen eme England giinstige. Das

neue französische Kabinet wird von den Journalen nicht als ein gambettistisches oder antigambettistisches, sondern vielmehr vorwiegend als ein Kabinet der Versöhnung zwischen den verschiedenen parlamentarischen Gruppen beurtheilt.

Türkei. Konstantinopel, 11. August. In. Bezug auf den Abschluß der englixch-t Militärkonvention verlautet, daf; die

(W. T. B)

ürkischeii

P orte gegen das

Verlangen, ihre Truppen unter englischen Oberbefehl zu stellen,

noch immer Einwendun en erhebt. _ (W. T. V.)

ie in der gestrigen Sisung der

Konferenz zu dem Antrag Italiens bezüglich des Suez: kanals von Lord Tufferin gemachten Vorbehalte beziehen sich auf die Aktionsfreiheit Englands für die gegenwärtigen militärischen Operationen und darauf, daß die Wirkungen

des italienischen Antrags mit dem Ende der anarchischen Situation in Egypten gleichfa s und daß der italienische Antrag keine Macht Kindern können, im Falle der

franzdiche Botschafter behielt sich wegen

Nothwendigkeit chinun en von Truppenmannscbaften vorzunehmen.

egenwärtigen

aufhören werde ver: Aus- Der mangelnder

Instruktionen die ngabe seiner Erklärung auf den italienischen ntrag por. Smd Pascha kündigte für heute den Abgan der türkischen Expeditionstruppen an und erwiderte auf eine Bemerkung Lord Dufferins, die türkischen Truppen würden in Egypten erst landen, wenn Derwisch Pascha Und Server Pascha daselbst angekommen seien. Der russische Geschäfts- träger' Onou wünschte ?lufklärungen über die Landau,; englischer Truppen rn Suez, Lord Dufferin erwiderte die Landung sei von dem Admiral Seymour zum Schuße dei Stadt angeordnet worden und thue dem Charakter des Kanals keinerlei Eintrag.

Bulgarien. Varna, 3. August. Der „Pol. Corr,“ wird berichtet: Seit länger als einer Woche weilt Für Alexander in der Nähe von Varna in dem Kloster, welches er von dem griechischen Klerus angekauft hat. Auf der Fahrt nach Varna war es namentlich die Stadt Nustsckmk, welche dem Fürsten einen sehr schönen Empfang bereitete. Die Einwohner von Sistowo sendeten dem Fürsten einen Dampfer entgegen; Se. Hoheit nahm jedoch in der Stadt keinen Aufenthalt. Vor dcr Abreise des Fürsten au?- Sofia ergingen Befehle an die Truppen: Abibeilungen, über welche der Fürst die Revue zu halten be- absrchtigte. Selbst die nationa e Opoltschenie war auf den Frldstrqßen, welche der Fürst zu pasfiren hatte, erschienen und zeigte em gutes Aussehen; die Bauern, bewaffnet mit Flinten des Systems Kruka nahmen sich fast wie wohldiszipiinirtes Militär aus. Auf dem Felde bei Varna hält der Fürst un- aUSgesi-Ht Truppenrevuen ab; die vorgestern stattgefundene nahm schon um 4 Uhr Morgens ihren Anfang.

Rußland und Polen. St. P eteerurg, 11. August,

'(W. T. B.) Die Geseßsammlung publizirt die für den

Gehiilfexi des Ministers des nnern als Verweser der Reichs- polizei erlassrne Jnstru tion. Nack) derselben hat der (Hrhülfe des Ministers des Innern unter der oberen Leitung des Leßteren, ]edoch unter persönlicher Verantwortlichkeit, alle zur Verhütung von Staatßverbrechen geeigneten Maß: nahmen zu treffen und werden ihm zu diesem Zwecke das Departement der StaatsPolizei und der St. Peter-Zburger Ober-Polizeimeister direkt untergeordnet, ebenso auch die Po- lizeibehörden anderer Städte, fowrit dies für den oben ange: gebenen Zweck nothwendig erscheint. Der Gehülfe des Mini: stets des Innern ist gleichzeitig Chef des Gensd'armerie-Corps.

Der bisheri e (Hehülfe des Chefs des Hof-Medizinal: wesens, Geheim:? athObermüller, ist nunmehr zum Chcf des Hof-Medizinalwesens ernannt worden.

, _ 12. August. (W. T. B.) Das „Journal de St. Votersbqiirg“ schreibt: Die Konferenz stelt auf dem Pimkie, ihre Sißunge'n auszuseßsn. Die §iifdrte ist mit__il)rer Ehre verpFlrchtei, daß ihren Befehlen Folge geleniet werde, _ „selbst gegen Leute, mit denen die Türken sympathtsiren. Das einzige Ziel, um das es sich handelt , kann nur die Wiederherstelluna der Ordnung in Egypten sein. Die Reorganisation des Landes wird dann wiederum Sache der Diplomatie sein und die Konferenz alsdann weiter tagen. Bis dahin wissen die Pforte Und England, daß auf die egyptiicbe Autonomie keinerlei Angriffe gemacht werden dürfen, und daß Europa die aus den Verträgen hervorgehenden Rechte wahrt und nicht ÜLLLUZM “ist, s1ch derselben zu Gunsten irgend Jemandes zu on an ern.

Schweden und Norwegen. Christiania, 7. August. (Hamb. C.)_ Der Großherzog von Sachsen und die Prinzessin Elisabeth trafen am Donnerstag Abend hier ein und wurden am Bahnhof von dem König Oskar und srinrn Söhnen einpfangen, Der Großherzog besai) am Freitag das Vikingerschifs im Museum und machte spater mit der Königlichen Familie eine Promenadenfahrt. Am Sonnabend nahm der Großherzog die Sehenswiirdigkeiten der Hauptstadt in _Augenschein. Heute werden der Großherzog und die Prin- zes1in Elisabeth mit der Bahn von hier Über Bencrsborg nach Stockholm abreisen.

Afrika. Egypten. Alexandrien, 11. Augnst. (W. T.'B.) _Der Herzog, von Connaught besichtigte heute die englischen Linien der Ramleh.

_ Aus Malta „12.21ugust,meldet„W. T. V.“ : Heute früh ist das Tran§portich1fs . „Calabria“, mit dem General Wol- seley an Bord, hier eingetroffen.

_ Wie die Londoner „Allg. Corr.“1nittl)eilt, hat der Khedtvq folgende Proklamation an das egyptische Volk gerichtet;

.Wir," der Kbedive Von Egyptcn, gcbcn dem cavptiscbon Volke innd und zu wiffcn, das; Achmed Arabi Pasiipa gcbäsfiae und dem Lande irie der Bevölkerung [)leädücbe Handlungen begangen hat, _ Handlungen, Weiche von den - ächten mit Entsevcn bctrachtetwcrdcn, und ivclcbc dic1e1bcn veranlaßt haben, das Land als cin wildes und dcffen Bewohner als Barbaren anzusehen. Durch scincn Unge orsam und ' seine Jntriguen bat Arabi zucrst das Bliit ad. und _ d1e Ermordungcn in Alexandrien verursaibt, sowre die Ereignisse, welche in Tantal) und an anderen Orten'siattgcfundxn haben,!vodurcbdcn kmnnicrzieüen und dcn landirirti" schaftlichen Verhaltnissen großcr Nachtbcil zugefügt worden ist. Er ba't de11_Bcfcblen dÉZ Sultans, die Brfesiigungswerke bci Alcran- dricn einzustellen, nicht Gclzormm geleistet, durcb Welchen Unge- borsaiit „dcren Zerstörung, sowie das Opfer von Menschcnlcbcn bcrbcigxsubrt wvrdcy ist. Er bat die Stadt geplündert und die- sclhe 111 Brand gciieckt; cr hat sich mit seinen Truppen ohn? ynjern Beicbi nacb Kafr Dowar zurückgezogen und dort rer- 1chanzt, was die Landung englischer Truppen zur Löschung des Feuers, zur Verhinderung der Plündereicn und zur Bewachung der Stadt durcb dicsclbcn nothwendig gemacht hat. Er hat außerdem das Volk abgehalten, zurückkukebren und allen Verkehr mit demselben gehindert und bat obendre 11 noch das Waffcr abgeschnitten. Tbatsäcblich sind seine Insolenz und seine Vcrleumdunacn notorisch geworden. Aus allen diesen Ursachen wird derselbe hiermit als Rebell erklärt. kik sowohl nach den bürgerlichen wie nach den Reli ionsgeseßen stretjßk Strafe verdient. Ungeachtet alles dessen at derselbe mne Schurkereien nicht eingestellt und er wingt von den Sol“ daten, welcbe ibm gefolgt md, Beisitand zu scinem Thun- Er bat die Summe der uSgaben, irelcbe von dem Staais- schaße hcwiliigt worden waren, überschritten. (Ez Folgt bret cine Lijtc der diesbezüglichen Beschwerden.) Aus Mtleid fur ngpten und die Egypter und aus Besorgnis; für die Uebel, welcbe dieselben bcfniien möaen, wiederholen wir die Warnun an das Volk wie auch an die Armee da[; ein Jeder, der diesem Reßelicn fois]t und seine Rebellion untcritu t und an derselben Theil nimmt- trafbar vor Gott sein wird. einer wird in unsrem Augen entschuld- ar sein, denn wir betrachten einen Jeden ebenso als einen Rebellen, wie Arabi selber. Er und seine Nachkommen werden aller Rans- stufen, Etnolumente, Pensionen und jedes ?rivilegiums enthoben wer- den, so daß das Volk Kenntniß davon cr ält, daß wir der Herrscbck sind, und daß es uns nicht ungehorsam sein darf. Demnach muß ein Jeder, der an diesen Rebellen oder dessen Genossen irgend etwas bezahlt hat, das von Rechtswesen der Regierung gehört, sei es unter

„zu beschädigen. Da

welchem Vonvande, den es nur giebt, allein den Schaden dessen tragen, was von ihm _bezahlt wurde. Es steht ihm kein Recht zu, zu verlangen, daß er dafur kreditirtv werden soll.“

- Aus Alexandrien w1rd_den11 „Reuterschen Bureau“ Unterm 7.d. gemeldet: Ter Khedive hat an den Minister- Präsidenten Ragheb Pascha fülgendes Schreiben ge-

" tet:

Mh „Herr Präsident!, Die pcixilicl'e Lage, in welcher der größere Theil der Personen, die durch die Maffenznorde und du1ch die Plün- derung und,N1eder'brennung von Alexandrien lijten, sick) jetzt befindet, “bat einen tiefen ElndeCk auf Mick), gemacht und bildet den (Hegen- stand meiner ernstesten Agfmerksamkext. Ick) erachte es als eine meiner Regierung obliegende Pflicht'gegen dle Menskxhlichkeit, die OpJer dieser Katastrophe zu herubigen und ihre Bes orgmffe fur die Zukunft zu eschwich- Figen, indem ketxie Zett verloren wird, pm denselben zu zeigen, daß solch große Mißaeschickenmeiner Sorgfalt nxchk entschlüpfen. Durchdrungen von dieser sz'e Wunsche ici), daß meme Regierung von jexzt ab ihre BereitwiÜigkett geltend m'ache," innerhalb iestzufteÜender Bedingungen und zu einer gelegenen Zrit samxntltcbe Opfer ohne Unterschied der Nationalität in einer billizzexi, mri den Hiilfs nellen des Landes ver- iräglichen Weise zu, eptschadrgen.„ Ick .xrsuche c-ie, diese Gefühle und Weisungen dem Ministerrathe mrtzutheilen, die Frage der Mittel und Wege vorbehaltend", und Zwick) von den Maßregeln, welche Sie für Nüßlick) erachten durften, 11) Kenntnis; zu setzen, damit denselben mit so Wenig Verzug als möglich die erforderliche Oeffentlichkeit gegeben werden diirfte. Tewfik“.

_ Die Pforte hat von dem Central:Verti)eidi- gungSauNchusse in 'Kairo ein langes Telegramm empfangeii, aus welchem die Londoner „211143. Corr.“ frlgenden AUSng girbt: "

„In einer fruheren teiegrapchhen Depesche berichteten wir, daß *die Engländer Befixz von Suez ergriffen, und daß die arabishe Bevölkerung des Lakes ausgewandert sei. Dcm Kommandantsn der Stadt war der eie [ ertheilt ivorden, sich zurückzuziehen, damit nicht die Engländer in Anbetracht der strategischen Wichtig- keit des Plaßes denkxelbcn bombardircn dürften, wie sie Alexan- drien bombardirt atten. Die Engländer nahmen auch Besitz von Ismailia, ohne den Schriftwchsel, Welcher betreffs der Neutra- lität des Kanals gepfiogcn Worden, irgend Welche Bcachtimg 'zu schenken, und sie eriießen eine Proklamation, worin sie die Em- wohncr crmaHnten, ihren iiblichen Bcschäftigungen nachzugchn und dem Khedive zu gehorchen, da drrselbe in Uebereinstimmung mit England sei. Seitdem sind englische Kriegsschiffe in Suez, Isinailia und Port Said geblieben. Englijche Truppen sind an *dem wcstiikhrn Ufer des Kanals gelandet, und in dem Kanal bm- und berfaHrende kleine Boote machen Dcmonsiraiionen mit Mitrgilieuien und elektrischem Licht. Trotzdem der Sultan der Souvexan oon “Egypten ist, hat der Khediv: sich den Engländern angeschlosien imd dadurch Katastrophen hervorgerufen, die wieder gut zu machen viele Jahre in Anspruch nehmen dürften. Da die geheimen Absichten, Eng- lands jetzt sichtbar sind, ist es die Pflicht der Kaiserlichen Rrgierunß, die SÜacmcinew Interessen des Reiches Wahrzunehmen, wahrend xs "unsere Pflicht iji, die inneren Interessen Egyptens zu scbüiéen und die Uebel des Krieges und der Bedriickung, Welche krine Y_arallele m der Geschichte liaben, abzutrenden. Da sie (die _Eriglander) rer- sucben, in das Innere vorzudringcn , ist Raschid Hum: Paschq, Be- fehlshaber der 3.Divis10n, angewiesen wvrden, fie daran zu verhindern,

“und zu diesrm Zwecke bat er die notHWendige sirategischeSiellung be-

setzt. Der Kanal ist bislang als eine kommerzielie Hochstraße betrachtet wvrden, und die Egyyter, Welche es für ihre Pflicht hielten, „kiefer Annahme Achtung zu ichenken, stellten keine Befestiqunczen an ihrkm Ufer her. Wir find erstaunt zu schu, daß die' Englandcr in einer Weise vorgehen, die dazu angetban ist, dissen Hoc!)- wi'g, Welchen sie als die Straße nach Indien bezxtchnei lyabscn, es 'die heilige Pflicht einer eden Naiwn ist, alien Arten fremder An riffc bis zum Aeußxrsten idrrsiand zu leisten, kann die Verantwvrtltchkeit für irgend eine dem Kgnal, 1m Folge irgend welcher getroffenen Defensiv-Maßrcgrln, zuacfugte Bc- scbädigung gerechternxrise nicht auf _die Egyvter gewalzt Werden.“ '

_ Der „Köln. Ztg.“ berichtet man aus Alexandrien vom 3]. Juli: _

Die Lage in Alexandricn Hat sich nur inwferti" ncandrrt, (115 sich die Stadt zusehends mit Europäern und Arabern fullt.„V1§1_c wohnen noch auf dcn Schiffen. Das deutsche Hospitäl soll zgrtrvcilig aufge- löst n'erden. Nock) immer harrt einc Wacirc von siebciz deiiiscben Marinesoldaten zum Schutze aus. Seit cinigmr Tagen wird die Er- schießung überführtcr Miffctbäicr durcb cgyptiickde Soldgten unter Kommando eines cn; lischen Offiziers vollzogen. Die Missetlmter Werden stundenlang durcb (; e Straßen geführt und, Wenn der nachfolgende arabische Volksbaufrn zur Genüge angewaclqen ist, an,_der ersten besten Stelle erschossen. Hierdurch wird dem hiesigen cgvvtljcbrn „Soldatey, der dem Kbedive Treue geschworen, jeder Rückweg abgeschmtxen. Die in Kairo und in Kasrdowar Werden von ibncn 109211: „Sir biibcn auf die Unserigcn aeschoffcn", und das wird für Alle, dic lnex'smd, Geltung haben. In dem benachbarten Ramlcir, dcr citropczijchcn Villcnstadt am Morro, treiben plündernde Bedumrn nacb, ww_ror und dcn englisckycn Patrouillen und Wachposten zum Tro!) ihr nacht- liches Unrvcscn. , ' .

_ (111 der „Kölnischen Zeitung“ [rien wrr weiter:

Die .ngländcr babcn sicb bekanntlich nicht Wenig von chr maink- aeinäßen llebcrlcacnbcit ver1prochen, welche die tcch111sckcn Hulfsyuticl dcr fortgeschrittenen Wissenschaft ihnen über den robcn chd sichern würdcn. Namentlich faßten sie große Hoffnunacn aus das ele,k- Frische Licht, dessen Vcrivendbarfcit durcb Schlag auf Schlag cin- mider folgende Entdeckungen fick) immer mehr gcstc1a_ert hat, In der That War 3. B der psvcbologische Eindruck, auf die Aralxcr cm ge- waltiger, als zum ersten Mal aus tiefer Nacht eine mamsibe Helle aufblivte und einen Punkt nacb dem anderer) grell delruchtetc. Doch die Gewohnheit nahm der seltsamenEr1chc111ungiaiurlich bald ibre Schrecken; e-Z blieben also die Vortheilc, welcbe die Beleuchtung derfcindiicben Stcklungcn dem Feldherrn in die Hand 'gab. Das; dicxer weiße Licbistrabl unter Umständen aber auch den cmcnrn Soi- dgtcn verderblicb werden kann, zeigt die Erfahrung, wclche die Ena- [ander bei Ramlcb gemacht. Werden nämlich, w1c cs dort gescl'gb, englische Schildwacbcn von dem blendenden Licht gctxoffcp, _so _wird es den Leuten unmöglich, in die umgebende Dunkelheit bikieiiizuiclxen, während sie selbst, weithin sichtbar, eine ircffiicbe Zielscheibe bilden. Die Engländer wollen deshalb versuchen, die Lichtquellkcso aufzustellen, daß der Strahl über die Köpfe ihrer S_(bildwachen _bmwcgaebt.

_ Ueber Christenmorde mird der „Times“ aus M a- halla vom 22. Juli gemeldet: _

Zehn Europäer, darunter 2 Italiener, 1 Frqnzosc, 5 Grtcchen, ? Syrier, sind getödtet worden, alle von den E111wobner11._ Exner wurde mit dem Messer, 9 mit Knütteln ermordet. Em Turi'e Namens Acbmet ch Chakib rettete mehrere mit großer Gefahr fur sein eigenes Leben. Eine iFlünderung hat nicht stattgefunden und die ?abrich sind sicher. D e Koblenvorrätbc werden von Soldaten

ewa t.

_ Ueber Konstantinopel geign 1 nun auch ein egypti- scher Bericht über das viel esprochene Rekognos- zirunJSgefecht bei Ramleh an die Oeffentlichkeit. Der- selbe lautet: .

„Zwei englische Bataillone und zwei Schwadronen _Kavallerie erschienen unweit Ramleb und bemühten ck, auf eincr_1500 m von drm Lager Arabi aschas gelegenen Anhö : zwei (Hescbuve in Posi- tion zu bringen. rabi entsandte zwci Bataillone Infanterie und Yeni Schwadroncn Kavallerie, um die Stellung zu vxttbeidigcn.

ucbid Tahir Pascha, der Kommandant von Abukir , begab cb, nachdem er von der Begebenheit in Kcnntniß ae- evt worden , mit drci Schwadronen Kavallerie nach dem am chauplaße, aber in Folge der unebenen und sandigen Natur des odens war er außer Stande, die enaliscbe Infanterie an 11- greifen, welch letztere gezwungen wurde, sicb hinter dieAnböbe zur ck-

1uzieben. Auf arabischer Seite wurde ein Pferd getödtet, nrcbdem das Gefecht 3-1 Stunden gedauert. Dec engl1s_che Verlust ist unbe- kannt, da die Todten und Veuvundeten unvxrzuglicb vom Felde ge- traaxn Wurden. Ein weiteres Grfert fand in Fiekdoab stätt- Die englische Streitmacht rückte in drei Kolorznen por. Der linke Flügel bestand aus drei Schwadronen Kavallerie mit vier (Hescbü en und der, r(chte, welcher unweit Ramleb, neben dem Mabmudie -Kanal stationirt war, aus drei Batarllonen Infanterie und einer Batterie, während das Centrum em, Regtmeni Kavallerie bildet. In der Richtung der Eisenbahn vordrmxzend, _griffen die Engländer die egyptisckyen Truppen unweit der Brucke uber den Mabmudieb- Kanal an. Arabi Pascha entsandte em Bataillon Infanterie gcgen de"n ezigliscben linken Flügel und das_ Centrizm, Nach einem fünf- stundtgen blutigen Kampfe wurden die Epgiander zum Rückzug ge- zimmgen und ven den Arabern bis zum Einbruch der Nacht verfolgt. Der Verlust auf Seiten der Araber belief sich auf 31 Verwundete, worunter 9 Offiziere. ' Der englische Verlust rvar sebr beiräch11ich, allem die genaue Ziffer ist unbekannt. Das Schlachtfeld zcigt indeß Spuren, daß viele Leichen weggetragen Worden,

, _ Der Alexandriner Correspondent der berichtet:

Die Gcsammizabl der von uns am Sonnabend gemachten Ge- fangrnen ist 15. Ich begab mich Heute (Sonntag) naci; dem Militär- Hospital und sah 5 verWUndete Soldaten. Sie schirnsn mehr er- staunt als dankbar über ihre Behandlung zu sem und sagten, dczß, als fie Verwundet worden, sie fich zu Verbergen Zuchten, da fix keine Hülfe von den Engländern erwarteten. Alsffie anden, daß six! ent- deckt worden, hielten sie sich für verloren. Dre Offisze sagiexi 1811er), iie möchten sich nicht fürchten, und fie erstaunten daruber, daß'die engii- schen Soldaten sie in „DivanS“ Wegtrugewund langsam sclxrttten, um ihnen keine Schmerzen zu verursacberx. Die, Englandcr hatten ihnen Nahrung und Wasser gereicht und ihnen ein'en Arzt gesandt. Nur Eines vermißien sie _ Taback. Wiwgaben ihnen welchen, und dann verwandelte sich die Ueberraschung m 'Dankbarkeit. Dchaback machte die Grfangenen mitthrilsam. Sie sagten, daß die in „dem Gefecht engagirten Streitkräfte 2000 qun betrugen. 'Em Bataiilyn Alexandrincr Mustaphezin und ein Bataillon Jnfanierie Wurdxn om einem Babnzuge auf das Gefechksfe'kd JLÖMÖT- UÜUZT, der Vlskzlgx piiinde'r derbindcrie sie, sick) an dem Kampfe zu bethetiigrrx. Arabis Streitkräfte unweit Kafrdorvar' bestehen ' aus pier Regi- menter Infanterie, einem Regiment , Arttlierie, cinem Regi- mcnt Kavallerie und 4-5000 Bedmnen. Es „herrscht „viel Unzufriedenheit im Lager, allein Offiziere, Mlche Arabi betreffs ihrer ich1ießiichen Aussichten Befragen, werden als Gefangene nach der CitadeUe in Kairo gesandt. Ein Sergeanx unter den G'efa'ngenen sagte, er sei wider seinen Willen bet Arabi, ,und Vieie, die in der- selben Lage wie er seien, wiirden gerne deserxlren, Wenn fie „Gelegen- beit dazu hätten. Der Serßeant sagte, er hatte Rationen fur 16000 Personen Vertheilt, welcbe Unzahl, selbst die Nichtkowbartanten in Arabi's Lager umfasse. Die egyptischen RTJUULUT'k-r smd im Durch- sckmitt 2300 Mann stark. An Mundvorraihen Ui im Lager kein Mangel. Die Gefangenen schlagen den'egyptisckycn Verlust a'm Sonn- abend auf 200 Mann an. Als ick) intel) eritfernte, fragte ich sie, 013 sik, wenn sie wieder bergesteUt seien, WunsÖen wurden, zu Arabi znrückzukebren. Sie erwiderien mtt Nachdruck „„Niemals". Nach- richten aus dem Innern melden, daß Makiama, eme Stadt zwischen Jsinailia und Zagaziz, stark Verschanzt, durch 12 Kruppjcbe Kaiionrzi befestigt und eine Besatzung von 5000 Mann Infanterie, 'em Regi- ment Kavalierie und 4000 Beduinen “hat. In Tel Ei Kebir soll, wie es heißt, eine Division von 10000 Mann unter Alt Fehmy stehen. In Damietta soll Abdelal 10000 Mann zzisammengczogen Haben. Er bat den Gonderneur J§mail Pascha Segdi, der Von den Solda- ten btsrhimpst worden, abgesetzt und den „Gonderneursposien selber übernommen. In Marini smd etlva 2000 Beduinen brisammeri, und in drei Orten Namens Zawata, Sidi Malhai und Sidi Ghazi steht Kavalleric, unterstützt von Beduinen.

„Times“

Zeitungsstimmen.

Das „Dentsche Tageblatt“ sagt in einem Artikel über „unsere Handelsbilanz für 1881“, welche_r cm die in dem neuesten Monatsheft der„Statistik des DCUUck)?11NLichS“ ver- öffentlichten Hauptergehmsie der Waarenverkehrs-Statisiik des deutschen Zoügebietes im Jahre 1881“ ankniipft:

Nur in bedingter Weise erlaubten wir uns nach dem Schluß drs leisten Quartals des vorigen Jahres die Annahme ÜUZÜUHPKÖW- auch das Jahr 1881 werde eine Ueberbilanz ergeben, d. . alw cinen Mehrwerti) der Ausfuhr iiber die Einfuhr.

Die nunmehr vorliegende amtliche Statistik liefert den erfreu- lichen Beweis dafür, daß unsere Annahme eine richtige gcivesen; das Jahr 1881 schließt danach ab mit einer Ueberbiianz von rund 50 Miliioncn Mark im Ganzen, oder von rund 14 Millionen Mark, Wenn man die Werthe dcr cin- und ausgeführten Gold- und Silber- barren und Münzen in Abzug bringt. was besser zu gescbcben bat, wcnn man den Jahresgewinn oder Verlust an Nationalvermögcn kennen lernen will. _ _

Es istdicscs Resultat cincbcnw erfreuliches wiebock) interessantes, wcnn nian bcrücksichii t, daf; das vergangene Jahr als das erste nach Erlaß unserer ncurn oligcsexacbuyg untcr ziemlich normalen Vcr- bältniffcn veriaufene zu betta ten ist, und wenn man damit die Er- gebnisse des von durchaus anormalen Verhaltnissen beherrschten Jahres 1880 zusammen hält. _ Als vor nunmehr Jahresfrist dcr Ab1chluß für 1880 _ der erste nach den neuen e_rakicn Bestimmungen und auf lxcfferer Grundlage zu Stande gekommene _ zur Vcröffcntlichun ge- langte und als Ergebnis; eine Urberbilanz von 223 Miüionen . ark brachte, War die Ueberraschung cine allgemeine und auch völlig he- rccbiigte, da bislang die Annabxnc „Geltung gehabt, daß unsere Ein- fubr die Ausfuhr sebr beträwtliiiz ubcrrage und überragen_1111iffc, cine Unicrbilanz fiir unsere Verhältninc somit das Natürliche 1e_i;, es war deshalb lcicbt crklärlicb, daß fich_ zunachvon den vcr1ch1cdenéten Seiten chifcl an der Ricbiizikcit_der ilan überhaupt erbo en, Kwrifei, welche noch bis in_dic j'un st_e Zeit incin nicht haben zur z*ube kommen könncn und, wie wir. pater zeigen werden, auch eine gcwiffe Bcrrcbiigung gehabt babcn, immer aber doch nur um Dinge von verbältnißmaßig geringcr Rcledanz sicb bewegten; in der Haupt- sacbc selbst konnte ein Zweifel schließlich ni t mehr bestehen bleiben, und so fand man sich denn ach) mit der T tsacbe ab, unter Be- tufung auf die durch die Vomangc des Jahres 1879 für 1880 noth- wendig gcgcbcnen Bedingungen: außergewöhnlich geringe Einfuhr. izn- vcrbältmßmäßig gro? Auöfubr, woraus dann aus von selbst eine Uckerbilanz ais vorü ergebende Erscbcimnx result ren konnte.

Daß dicse Erscheinung nur tmr vorn ergebende sei und unter normalen Verhältnissen sicb nicht wiederholen werde, darüber waren sich Alle einig; cine entgegenstehende Anncht gelangte unseres Wissens wenigstens nirgends zum AUOdruck.

Und erade deshalb ist es von [o bobcm Jntereffe, das jevt vor- lie ende esultat für 1881, das w ederum in einer Ueberbilani be- ste t, mit dem des vorhergehenden Jahres zu ver leichen, u sehen, aus wie verschiedenen Grundbedingungen heraus da elbe Reiultat er- reicht worden ist und daraus den Beweis dafür Éu entnehmen, eine wie bedeutende und all emeine Bcfferun der erbältniffe stattge- funden haben muß, um ?olcbes zu crmögl eben. _

Die Ueberbilanz des Jahres 1880 war eine aus üierzpanntcn, unnatürlichen Verhältnissen entstandene, während die des Ja :ck 1881 auf normaler, esunder Grandiose rubt _ darin besteht die ewal- tige VerHchiedm eit und darin l1egt zugleich eine große Beru igung für die ukunft.

Dadurch, daß wir in 1881 troß einer wesentlich gesteigerten Em- ubr Dank unserer Ausfuhr dennoch zu einer Ueberbilanz elanat

nd, ist klar erwiesen, daß die Konsumtionsfäbigkeit der Bevö kerung nicbt abgenommen haben kanzi, und daß neues Leben und frischer Aufschwung in unsere Industrie gekommen sein muß; das Gegentbeil

not!?) ferner behaupten zu “wollen, dürfte nachgerade doch etrvas schwer wer en.

_ In der Deutschen Reichs-Vost“ lesen mir:

Von der Generalversammlung des Centralvereins der Schorn- steinfegermeister des Deutschen Reichs, Welche dieser Tage in rank- furtdstattgefunden hat, sind folgende Anträge zum Beschluß er oben ivor en: *

1) „Seitens des Centralvereins sind die obligatorischen Gesellen- und Meisterprüfungen anzustreben; dZe PrüfungSgrundsäße md auf Grund des Ministeriairejkripts vom 14. Mai 1880 -anzu treben.“ 2) „Um das seit Aufhebung des Paßzwanges überhand _ge- nommene Vagabondentbum zu beseitigen , find Arbeits- bücber für GeseÜen jeden Aliers obligatorisch einzuführen und das Legitimationswese11_ durch Gesetz anderweit zu regeln. Insbesondere haben Handwerksgejeüen sicb durch eine von der Landbebörde außzu- steliende Legitimation auf Verlangen der Behörde und der Innung zu leaititrxiren." 3) .Der Centralverein der Schornsteinfegermeister des Deutxchrn Reichs schließt sich unter seiner Firma dem allge- meinen deutschen Handwerkcrbunde als; Mitglied an. Damit ver- pflichteten fick) die dem Centralvercin angehörenden Innungen und Vereine, den Ansxhluß an den genannten §«)Zund Herbeizufübren.“

Auch der gleichzeitig in Nürnberg versammelte „deutsche ärber- tag", von ca. 40 Interessenten aus Gesammtdeut1chland esucbi, braÖtc zu Tag?, was durch den „deutschen Färberbund“ in Betreff der Ordnung des Lehrlings- und Gesellenwesens, biÜiger Beschaffung gizier Farbwaarsn u. dgl. schon Ersprie liches erreicht wordenist und Wie nur das mnungHmäßige, einige usammengehen aUer Fach- genoffrn und dcr Verwandten GeWerbetreibenden dem Geiverbe eine erfreuliche ukunft sicher:: könne.

Mit renden wird man in Deutschland an diesen „Tagen“ wahrnehmen, daß es doch endlich auch auf diesem Gebiete des Handiverks, das unter so schwerem Druck lag, tagt, daß die Senhaden, an Welchen es krankte, erkannt Werden und daß dxe_ Manyer des Handiverks endlich entschieden Hand anlegen, dteie Schadexi a'uszubeffern und abzustellen. _ Die so lange trium- pbirend verkundtgtxn Behauptun en der fortschrittlichen Blätter, daß in Ha11drverkerkrei1en gar kein ediirfniß nach Innungen empfunden Werde, können jetzt doch wohl nichi mehr aufrecht erhalten werden.

_ In einem Artikel der gestrigen Abendnummer der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ heißt es:

Noch immer quält fich unsere Manchesterpreffe qi), da fie natür- lickZ den Praktisch gelieferten Beiveis des Gegentbetls nicht gelten [asien will, theoretisch darzutbun, daß den Zoll das Inland trage, denn nach ihrer Theorie muß es ja so sein.

In den uns nun in so vieler Hinficbr stets als Muster yorge- bakterien Vereinigten Staaten Nordamerikas haben die retbandler es auch wieder versucht, an dem bewährten System zu rutteln; der Kongreß bat eine Tarifkommission eingesetzt, schon läßt fich aber übersehen, daß elyer (1868 Andere als der Uebergang zum Freihandel das Resultat ihrer Arbeiten sein wird.

Natürlich tobt auch dort in der Preffeivicdcr der Kampf“ (bara?- ??Jsttiftb'iiit es, wie verschiedenartig von beiden Seiten derielbe ge- u 1: wir . .

Die „N. 21. Z.“ citirt dann Stellen aus dem freihiiydle- rischen „Anzeiger drs Westens“ und der schußzöliernchen „Amerika“, sowie folgende .Stslie aus der über die Aus- lassungen der „genannten beiden amerikanischen Blatter re- fiektirenden „Cincinnati Freie Presse“:

„Hier haben wir ein demokratisches Freihandels- und ein demo- kratisches Schußzollblati, d. h., das eine begnügt fich, mit aus der Luft geariffenen Behauptungen um fick) zu werfen, das andere vex- öffentlicht Thatsachen. Es ist eine Täuschung, zu glauben, daß die gegenwärtigen hohen Preise der Lebensmittel durch den Schu§zoll her- beigcführt werden, denn der 3011 bestand auch 1879 und 1 80, als die Preise die niedrigste Stufe erreicht batten. Was foÜte aus unserer Eisen:, Wolle-, Baumwollc-, Weber“, Schubmacher-, Uhr- macher-Industrie Werden ohne Sckvußzoll? Awerika machx die besten und biUigsten Uhren der Welt, und diese Jndustrre ist nur unter dem Schu „31111 entstanden. Amerikas Kattune verdrangen die englischen «Ümä [ich vom Weltmarkte, trois dem, Schußzoll, amerikanische Stabiwerkzcuge find in allen Ländern ein, gesuchter Artikel, trotz dem Schuixzoll. Hebt dir Zölle auf, und em Drittel der Bevölkerung hat Mit dcn Hungrrlcidcrn der alten Welt und den Kulis Asiens ums Dasein zu kämpfen“.

„Norddeutsche

Zu diesen Ausfiihrungen bemerkt die Allgemeine Zeitung“ zum Schluß: _

Ist das nicht ein Beweis, daß (11111) in diesem Puzikte der Fret- Handel i1.tcrnaiional ist, auch in Amerikwkämpft er nnt'der Phrase, während seinen Gcgncrn die Thatsachen die Argumente liefern; tour 001111116 01162 110115.

_ Die „Elberfelder Zeitung“ theilt die Einleitung des Jahresberichts der Handelskammer zu Elberfeld mit, deren Anfang folgendermaßen lautet:

Die Anzeickxcn einer langsam sich entwickelnden Vermehrung ,der gcschäftlichcn Thätigkcit in unserem Bezirk, welcbe bereits 1111 vorigen Bericht Erwähnung fanden, haben sich im Jahre 1881 verstarkt.

Die Griinde dafür finden wir zur Hauptjacbcin _dcr Hebung des allgsmeinen Bedarfs, die zum Theil Folge der Einjchrankung der_Kon- sumcntcn in srübcrcn Jahren, zum Tbcil Folge dcr etwas beneren vorigjäbrigcn deutschen Ernte sein dürfte. ,

Nicht zu unterschäycn ist ferner der Einfluß, welchen die sicb bckcnden Zustände in den Vereinigten Staaten von _Nordamerika auch der dcuischcn Industrie gaben, sowie die Unterstußung, welcbe die industricllcn Schu 135111: geboten liaben. , .

Muß es auch vie eicbt noch einer späteren Zcit „vorbehalxen blei- ben, das Gesammircsultat dsr durch die lcxteren erzielten Wirkungen zu überschauen, so können wir doch kontatiren _ und halten uns für verpflichtet dazu _ daß Schädigungen der Hauptzweige unserer Industrie nick)! zu Tage getreten sind und die Ueberzeugunß vorherr- schend ist, daß wir ohne die Sckyuxzölle in den Jahren der a gxmctnen Konxumbcscbrankung dic ausländichc Konkurrenz ungleicb druxkender emp unden haben würden und der Entwickelungsgang dcr Vencrung ein noch langsamerer gewesen sein würde. __ , __

Jedenfalls ist durch den Zolltarif von 18-_9 eme großxre Aus- gleichung in den Zkollsäyen mit unseren Pachdarlandcrn xtabltrx wvr- den, welcbe bewir t bot. das; die misland'kcbgProduktion _bct ihrer Neigung, ibre Ucberscbüffc obne Nußcn odcr imt Schade)! ins Aus- land _ also aucb in das Zoligebict dcs Dcutschexi Reiches _ Qu werfen, um ihre eigenen Markchrtbc nicbt'zu schadtgen. nicbt me r wir früher im Stande war, unsere Produktion durch solche lecgen- beits escbäftc wesentlich, aucb beiügiich der Preise„ zu becgtfluncn _ ein " ortbeil, den früher unscre Nachbarlander allem genonen.

.tatißistbe KW

D.CW Po?;ik- und Telegravbenwesen in Deuxscbland Deutsches eicbs-Postacbiet, Bayern und Wurttem- e rg im Jahre 1880Je136 dem „Archiv _fur Post und Telegtavbie'.)

ZOcr Flächeninhalt tscblands betragt nach neueren Angaben 538 424,96 qkm (ausfcbl. 5455 km Wasserfläche .

Die Einwohnerzahl bcläi'Est ich nach der [un ain ]. Dezem- ber 1880 auf 45 233 061. o entfallen somt an ein Quadrat- kilometer 84 Einwo ner.

„4. Postwesen. 1. Or ane und Mittel des osibettiebcs.

Die abl der Postan alten ist von 9273 111 Jahre 1879 auf 9533 im abre 1880, mithin um 260 oder 2,8 % vermehrt worden. Es entfällt eine Postansiait auf 56.5 qkm und auf 4745 Einwohner.

Die Zahl der zur Bemaßung7 des Publikums aufgesuntm - biiefkaéen bezifferte sich auf 57 82 ge.en 55030 Ende 1878.

b:?" Ilsa eine Vermehrung um 2752 riefkaften oder 5%; statt-

9 11 en.