1882 / 274 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 21 Nov 1882 18:00:01 GMT) scan diff

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der Sektion Bitb- Theile des R bezirk! Trier. ? ", OWM und des KöMs zur Der eine! edelattesbeträgt1ck5043und kanndas- jede Buch-1 und Landkarteubandlun b den. Der - i ns-Debit ist der Simon Échxoppscben Hof-Land- kartenbandlung u Berlin, Charlottenstraße 61, ubertragm. Berlin, den 20. November 1882. * Königliche Land es-Aufnahme. Ka rapbiscbe Abtheilung.

t ein b a u s e n , Oberst-Lieutenant und Abtheilungs-Cbef.

Yiehtamtliehez. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 21. November. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag die Vor- träge des Chefs der Admiralität und des Chefs des Militär- Kabinets sowie um 12 Uhr militärische Meldungen entgegen und begaben Sich um 11/2 Uhr nach dem Neuen Palais, um Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzesfin zuHöchßihrem heutigen Geburtstage zu beglückwünschen.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz kam im Laufe des gestrigen Nachmittags von Potsdam nach Berlin und empfing hierselbst um 7 Uhr Abends den Kaiserlich Nusfischen Minister der Auswärtigen Angelegenheiten, von Giers. _

Vor der Rückkehr nach Potsdam, welche gegen 8 Uhr erfolgte, nahm Se. Kaiserliche und Königliche theit auf dem PoLSdamer Bahnhof hierselbft verschiedene militärische Mel- dungen entgegen.

, Um 8 Uhr 48 Minuten empfing Höchstderselbe I re Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin beim E n- treffen auf der Wildparkftation.

_ Nack) Mittheilungen aus Italien sind von italieni- )(!)ei;1 Behörden folgende Submissionen auSgeschrieben wor en:

1) von der Artillerie-Direktion der Gießerei

* in Turin fiir dm 25. November 1). I. eine Submission

auf die Lieferung von Kupfer zum Taxwerthe von 103 687,50 Lire und .

2) von der Artillerie-Direktion der Gießerei in Neapel für den 30. November 5. I., bis 10 Uhr Vor- mittaas, eine Submissi on auf die Lieferung von Kupfer zum Taxwerthe von 40 000 Lire.

Ueber die spxzieüen Bedingungen ist das Nähere an Ort und Stelle einzujehen.

_ Ein Gläubiger ist nach einem Urtheil des Reichs- gerichts, 11. Civilsenats, vom 24. Oktober 11. .J., zwar be- re tigt, zur Sicherung oder Befriedigung seines Anspruchs me rfache Arreste und Pfändungen auf vers iedene Ver- m' ensbcsiandjheile seines Schuldners, also glei zeitig oder na einander auf Immobilien, Mobilien, mehrere ausstehende

orderungen zu erwirken; dagegen kann der Gläubiger (ohne

en Nachweis eines ganz besonderen rechtlichen Interesses) bei demselben oder bei verschiedenen Gerichten auf einen und den: selben Vermögenögegenstand gleichzeitig oder nach einander mehrere Atteste zur Sicherung oder Befriedigung einer und der elben Forderung nicht erwrrken.

_ Der heutigen Nummer des „Reichs- und Staats- Anzeigers“ ist eine ,Besondexe Beilage“ (Nr. 11), enthaltend Entscheidungen Les Reichsxzerichts, beigefügt.

_ Dcr Kaiserliche Botschafter Prinz Neuß ist vom Ur- laube nach Wien zurückgekehrt und hat die Geschäfte der dor- tigen Botschaft wieder übernommen.

_ S. M. S. „Nymphe“, 9 Geschütze, Kommandant Korvettenkapitän Dieter:, ist am 6. d. Mrs. in Malta ein-

getroffen.

Posen, 20. November. In der heuti en 8. Plenar- jstixuxeg erledigte der Provinzial-Landtaqßolgende Gegen:

11 : 1) Der Antrag des Rittergutsbefisers von Bachowski auf Pomarzanki wegen Revision und Verbesserung der Statuten der Provinzial-Feucrsozietät in Verbindung mit einem vom Abg.A1bern gestellten Antrags wegen Nichterledigung des vom 21. ProviYiavLandtage gefaßten Beschlusses weaen Verminde- rung der erwallunnekosten, ist der Provinziai-Feuersozictäts= Direktion und der Prooinzialständischen Kommission für das Feuersozietätswesen zur näheren Erwägung und zur event.

nterbreitung einer darauf bezüglichen Vorlage dem 23. Pro- vinzial-Landta e, überwiesen worden.

2) In etreff der Vorbereitungen für das Zustande- kommen der Aufnahme eines Jnoentariums der Denkmäler der Provinz ist bis zu"; Zusammentritt des nächsten Provinzial- Landtages der Landtagsmarschall Fr r. oon Unruhe-Bomsi und der Vizemarschau von Kurnatowsi betraut worden.

3) Die Vorla e über die etwa ein uschlagenden Wege zur Abhüife der Zet viiiterung der BauernÉöse ist an die vom 21. Landtage ewähite Kommission zu e1ner gründlichen und erschöpfenden rwäaung und Prüfung und „mr Unterbreitung einer bezüglichen Vorlage für den nächsten Provinzial-Land: tag zurüäverwicsen worden.

4) Ueber die nachstehenden Petitionen: a. der Einsaffcn von Woycin und Umgeßmd um Neubau einer Chan te von Gembis nacb Woycin, . der Frau Rittergunbesi cr oil zu Azure um Uebernahme der Unterhaltung der C u ee von Inedbern nach Zamosch durch die Provinz, c. des Hrn.

. von Gradoli u. Kons. wegen GWYWUL einer Subvention

Ausbau einer Chausxee oon 1aw mk nac!) Vamos, . des Hrn. Vr. von Mu u1am11 wegen Gewährung von 96000.“ zum Ausbau einer ChaufY:| oon Brunow nach Fkomce, e. der Stadt Wiffek, den u einer Chaussee von

isset nacb Zelgniewo dureh eine Ptovinzialorän:1e zu sub-

oemioniren, wurde kur Tagesordnung übergegangen,

6) Dem Witt Andreas Szymerak zu Cnuewo bei Kimm:- isl anstatt der ihm durch die Vtovin ialxéeuersozieiät wzlemmlomäßig vorenthaltencn Brandent «digungsqeldet Meulzéitnßüßung von 300.“ aus Prooinziaimimln gewährt vor

6) Die nacbfiebmdm Gesuche wegen Gevähnmg von durch die Promnpal-Feuetioxieiändinmon beanüandeun Qundemsebädigungageldet :. des Brühen Ono Stiehlau zu

Jawniec, b. des Kamrgesellen Paul Kaminski u Labischin, a. des _ _, Carl Bienek auf hdzierzewice, find abgele "Um, 7 ,

7) Au den M von Annuß und Moegelin ist be- schlossen: a. in der Exkludirung der KratochwiUschen Mühle vor der rung, Uebergang zur Tagesordnung, 1). die Veichwerde wegen rechtzeitiger Benachrichtigung der Glßubigex über erfolgte Exkludirung der Provinzial-Feuer- soziiktätsdrrektion zur Erwägung und Abhülfe zu über- we en.

Der Schluß „des Landtages soll morgen, 1 Uhr Nach- mittags, ßattfinden. *-

Heffeu. Darmstadt, 18. November. (Köln. Z.) Die Erwerbs: und Wi-rthschafthenossenschaften der Provinz Starkenburg alten bei der Regierung eine Abände: run der rechtsrheinis geltenden Pfandgeseßgebung in der ichtung erbeten, daß zu Gunsten der Genossenschaften das Verbot des Vertrages, daß im Falle nicht erfol ender Zahlung der Pfandgläubiger das Recht haben soÜe, das fand außer ericbtlich zu verkaufen, beseitigt und ihnen gleiche oder ähnli e Rechte, wie solche die Bank 'für Handek und Industrie in Darmstadt kraft-ihrer Statuten besiße, eingeräumt werden möchten. Nachdem“ fick) die Regierung durch Anhörung der Centralstelle für die Gewerbe und den Landgewerbeverein über- eugt hatte, daß in fraglicher Richtung alXerdings ein wesentliches

edürfniß vorliege, und auch die erichtlichrn Behörden, soweit sie über die Frage gehört wurden, ich in diesem Sinne geäußert, ist nunmehr den Ständen cin Geschentwurf zugegangen, der dem fraglichen Wunsche in sehr zwsckmäßiger Weise abzuhelfen bestimmt ist. Es sollen nämlich auf die Faustpfandverträge der als Genossenschaften eingetragenen Vorschuß- und Kredit- vereine die Vorschriften der vom kaufmännischen Fauftpfand handelnden Art. 309 und 311 des aUgemeinen deutschen Han- delsaeseßbuches auch in dem FaÜe Anwendung finden, wenn der Pfandbesteuer kein Kaufmann ist oder die Schuld nicht aus einem beiderseitigen Handelsgeschäft herrührt, und zwar soll diese Voischrist nicht blos für die rechtSrheinischen Pro- vinzen, sondern auch für Rheinhessen gelten. Die 23er nix:, die verpfändeten Sachen nach dem derzeitigen Börsencourée in die eigene Kasse zu ziehen, welche der Bank ertheilt ist, hielt man für zu weit gehend. *

Sachsen-Weimar-Eifenack). W e im a r , 20. November. (Th. Corr.) Das Befinden der Großherzogin ist ein fort- geseßt gutes, so daß“, wenn auch die Kräfte noch nicht wieder ganz normale sind, die Krankheit doch auch in ihren Folgen als überwunden gelten darf.

Gestern Mittag fand der Schluß der 111. ordentlichen Landessynode durch den Chef des Kultustiepartements, Wirklichen G heimen Rath l)r. Stichlina statt. Der landes- fürstliche Synodalabschied führt eine größere Zahl von Vorlagen als verabschiedet auf, darunter das Kirchengeseß über Verlesung kirchlicher Pflichten sowie den Nachkrag zu dem Regulativ vom 12. April 1876 in Betreff der Erhöhun und Vermehrung der AlterSzulagen der evangelischen Geist ichen. In Bezug auf die aus „der Synode hervorgegangenen Anträge enthält der Synodalabschied einige Bemerkungen, aus denen hervor- zuheben ist,“ daß das Ki enregiment dahin- wirken wird, daß der staatliéyxe Beitrag zur ntschädigung für wegaefallene Stol- gebührcn auch ferner geza ltwerde, und daß eine Verordnung er- lassen werden soll, welche die Fälle bezeichnet, in denen die Geist- lichen darüber, ob die Trauung zu gewähren oder zu versagen sei, die Entscheidung des Kirchenraths einzuholen habe. Nach den auf Grund dieser Verordnung gemachten Vorlagen soil ermessen werden, ob ein Bedürfnis; vorliegt, der nächsten Synode einen Gesehentwurf über die Hindernisse der kirchlichen Trauungen vorzulegen. Auch wird eine Erwägung der Maßnahmen gegen ZaZtUmsichgreifen sektirerischer Bestrebungen in Aussicht ge,-

e .

Die Synode hatte unter ihren wesentlichen Aufgaben, die der Erledigung harrten, die Voilagen wegen Einführung eines neuen Gesangbuckoes, eines neuen KatechiSnms, einer neuen biblischen Ge1chichte und eines revidirten Kirchenbuches. Sie hat sich für die Einführung derselben anSgesprochen. Der Synodalabschied erkennt dies dankend mit dem Aus- druck der Hoffnung an, daß die so gebotenen Mittel fiir das innere Leben der Kirche segenbrinnend wirken würden. Das Schriftstück schließt mit dem Ausdruck des Dankes fiir die Thätigkeit der Synode, dercn Verhandlungen von dem Geist echt christlicher Eintracht erfiillt gewesen seien. In einem Schlußmort betonte Geheimer Rath Stichling: dic

irchemeaiermig sei weit entfernL, mit den neuen Maßregeln _ namenllich bezieht sich dies auf die Einfiihrung des neuen Gcsangbnchcs und d.c iibrigen Vück).r_zwingcnd und nöthi- nend da cinnreifen zu wollen, wo das Recht der Selbstbestim- muna der einzelnen Gemeinden beginne, sondern Alles von

der Erkcnntniß des innern Werthes dcs dargebotenen Neuen erwarte.

Braunschweig. Braunschweig , 19. November. (Hann, Cour.) Der Landtag wird, der heute erschienenen landxsberrlicbcn Einberufung zufolge, nach einer sechsmonat- 11chen Vertagung am 29. d. M. micdcr zusannucntreten und voraussichtlich auch über die Museumsfrage eine endgültige Entjchcidung treffen.

Belgien. Brüssel, 19. November. (Köln. tg.) Dcr zwischen Belgien und den Vereinigten Staaten von? ord- ameiika abgeschlossene AuslieferungUertrag ist in Washington beiderseitig bestätigt worden.

Swjbtitannnn und Irland. London, 18.910oember. (Mn. Corr.) Aus Gibraltar wird nemeldet, daß die Kom- mission, welche niedergesevt wurde, um die mit der Verhaf- tung der cubanischen Flüchtlinge und deren Auslieferung an die spanischen Vehdrdcn verknüpften Umstände u unter- 1uchen, dic Vernehmung der Zeugen zum Abschiu gebracht habe und ihren Bericht ausarbeite.

Die Sie 1erun hat bei der Thames Iron Company die Erbauunß ems Otabipanzerschiiis anaeordnet, welcbe! 1n jeder Beziehung alle bis : gebauten Schiffe nvertreffen 1011. Das Schiff soll ein placement von 100001 haben und mit Maschinen von 7500 Pferdetrast, d1e unter vollem Tamy! aus 9600 gebracht werden können, außgesiattct sein. Da! Sebi 1011 vorläufig mit 60Tonsm1ch11ven amgetüslet werden, 1 aber im Stande, G:»scbüpe bedeutend schwereren

Kalibers ii: mmm. Die Kosien sind aus 600000 Pid.€ter1. veranschlagt.

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_ 20. November. (W. T. B.) In der heut1gen UnterhaussißunZ antwortete der Unter-Staatssekretär Dilke auf eine nfrage Hollands: Ueber Vrana's Verträge bezügliä: des Kongoaebiets finde ein diplo- xnatischer Schriftwechsel mit Frankreich statt; derselbe sei 1edoch noch nicht reif zu einer Vorlesung an das Parlament. _ Hierauf wurde die Debatte über die Ge : schäftsvrdnung fortgeseßt und die achte Resolution 111 eiiier zum Theil unter Zußimmung der Regierung amendrrtrn Fassung mit 100 gegen 12 Stimmen angenom- meiz. Die neunte Resolution, die die SuSpendirung der De- punrten wegen Qbßruktion wesentlich verschärft, indem ste fiir den ersten Obstruktionsfau einwöchige, für den zweiten emmonatliche SuSpendirung und fiir den dritten SuSpendi- rung für den ganzen Rest der Sesfion festseßt, wurde von FLY Dxtputirten Croß wegen der Härte der Strafen energisch

e mp . , Das Befinden de? Erzbischofs von Canterbury. stößt „lebhqste Besorgmffe ein. Nach dem veröffentlichten Bullexm smd im Laufe der vergangenen Woche die Fieber- erschemungen wiedergekehrt und hat fich der Kräftezustand vermindert.

Dublin, 20. November. (W. T. B.) Der wegen Mordversuchs gegen den Richter Lawson verhaftete Delanay- ist vor die Assisen verwiesen worden.

Frankreich. Paris, 18. November. ( r. Corr.) Ein neues, Gelbbuch mit diplomatischen Aktentücken über die egypttschen Angelegenheiten vom 2. Juni bis zum 31. Juli 5. J. rst heute unter die Mitglieder der Kammern vertheilt worden.

Der Marine-Minister hat in der Kammer ein Ge- seheSprUekt über große Verbesserungen der Kriegs- hafen Cherbourg, Brest und Touloneingebracht. Die Gesamtntaußga'be beläuft sich auf 931/2 Miüionen Frankc-n, vertheilt auf„dxe Jahre ]883_1894. Davon find für Cher- bourg'42 MiUionen, fiir Brest 401/2 MiUionen und für Toulon 11 Millionen Franken bestimmt. Es handelt sich meistens um ertrefung der Rheden- und um großartige Befestigung des Eingangs der Häfen.

_ 20. November. (W. TV,) Der Präsident Grény hat sich troß der ungünstigen Witterung mit dem deutschen Botschafter, Fürsten H?henlohe, dem spanischen Botschafter, Herzog von Fernan-Nunez, und mehreren anderen Eingelade- nen heute: zur Abhaltung einer Jagd nach Marly begeben.

In der heytigen Sitzung der Budgetkommission erklärte der Minister der öffentlichen Arbeiten, daß er 60 Mil- lionen Francs aus dem Budget pro 1882 disponibel hätte; gleichzeitig sprach fich aber der Minister dahin aus, daß er einer Reduktion der für die Ausführung der großen Arbeiten beantragten Summe von 488 Millionen Francs nicht zu: stimmen könne. Die Budgetkommiifion erklärte sich damit einverstanden, daß die für die Ausführung der großen Ar- beiten beantragte Summe nicht reduzirt werde, und daß die zur AUSgleichung der Differenz zwischen dem diSponiblen und dem erforderlichen Betrage nothwendige Summe der schweben- den Schuld Zugeschrieben werde. Der Berichterstatter Ribot occeptirte die en Besch1uß, wird jedoch in seinem Berichte das Defizit konstatirén.

_ 20. November, Abends. (W. T. B.) Die Depu- tirtenkammer lehnte heute das von den Deputirten der radikalen Partei eingebrachte Amendement auf.21ufhebung der französischen Botschaft beim Vatikan, welches von dem Conseiis=PräsiOenten Duclerc bekämpft wurde, mit 339 gegen 171 Stimmen ab. Madicr de Montjau brachte ein neues Amendement ein, nach welchem an SteUe des Botschafters beim Vatikan ein Geschäftsträger treten sollte, wrlcher nur auf das Concordat bszügliche Fragen zu erledigen hätte. Der Conseils: Präsident Ducicrc_ sprach auch gegen dieses Amendement und verlangte die Ausrechterhaltung der Botscha 1, da er andern: faüs die. Leitung der Geschäfte nicht behüten könne. Das Amendcment wurde mit 339 gegen 147 Stimmen abgelehnt.

Die heute gewählte Kommiss ion zur Vorberathung des Gesehentwurfs, nach welchem der Vertraei Brazza's iiber das Kongogebiet genehmigt wird, besteht aus Mit: gliedern, welche für den Geseßentwurf find.

Italien. Rom. 20. November. (W. T. B.) Der Kardinal Sanguigni ist gestorben.

(51911 ua, 20. November. (W. T. V.) Die anläßlich der Eiöffnmm der Eisenbahnlinie Nooara=Pino hier ein: getroffenen Repräsentanten Deutschlands und der Schweiz find Abends ab ei'cist, nachdem sie dem Maireihren !Dank für die ihnen bcwie cnc Gastfreundschaft aUSgcsprockzen )atten.

Türkei. Aus Konstantinopel, 10. November, wird der „Pol. Corr.“ u. A. berichtet:

Seit einigen Wochcn find die vom Sultan auf Vorschlag des Prcmicr-Minisiets nicdergcsciten Reformkommisfioncn in Tbätiakcit und haben daß Material „u age ncförrcrt, mit Hülfc dcfien dic bt- ftändi en Vcdmkcn deö ultans gxwütdigt und die auf fortschritt- licbc ? eiormcn dringenden Raibscblage ins reck1cLicht gerückt werden sollen. Da ker Sultan durcb dcn [exten Krieg und die kunt» dcn- icikcu bcrbeiaefübrtcn Gchictßvcrluste vox! scincm miiitäri!chcnPrcstiat vici verloren hatte. fa_nd er nur ein einziges Mittel. um das oamanischc „Mich zu sm_tken: _d.1| Kbalifat. Jede direkte Passion dcr Machte vctleyi :bn m dicsm Gefühlen. Dic muscl- männi'cbc Bevölkerung hat _dm für die Türkei unglückliiben Auögang deo [exten Krieges immer fur einen sebwcten Schlag für den Islam anackcbcn, da da!, 17.11] die Mubamcdantr verloren, von den (thisten gewonnen wurde. Seit vier cKahtcn mußte der Sultan cin Neeb! nach dem anderen der Ueb-“tcinftimmuna Europas opfern; cz wider- strebtc ibm _kabcr, dic Rtfotmmtbsazlägc Jener anzunehmen, welcbe die Ursache kirsct Verluste waren. (kr will somit durchaus nicht [u' geben, das: die Rxaiifiruna dcr inneren Reformen sich unter dcm Hochdruck rer Machte vouziebc, sondern wünscht, dafi kik vrojektit- tcn Reformen lediglich duni) seine eigene Initiative erfomcn und sich langsam in organiicbcr Weise cniwickcln.

Det Padiiwab hat denn auch sibc'n ncoßc bürgerliche Schulen und Unterticbtoanstaltcn für das Recht, weltbc seit mcbtcrcn Jahren vollständig fcbltcn, errichtet. Alle, die aus diesen Swulcn verort- gehen, sind vctrüicvtct in den öffentlichen Verwaltungsvienst einzu- treten. Dcr Sultan 831 den Wunsch, sozusagen eine neue Genera- tion zu schaffen. Wie die erwähnten Rccbtkscbulcn dcr nächsten G.“- nctation Anwaltc und Veamteicba enioiien, so sollen aus der knicken medizinischcn Lehranstxlt Act te in die nächs1e Generation betret- geben. Auf diese natürliwe Kasia sollen naa) dcm Plane dcs Sui- tano ric Rcfotmcn acstcllt werken. Dre Justii-Ministct chvded Pascha. der die Aniixbten res Sultans in dieict Richtung kennt, hat denn auxb in einer kct Refotmkommisüoncn etkiätt. ez sci unmbt, iu verlangen. daß die “Justizverwaltung sicb in Join: (“nee idcntiicbm Nose mit einem Sch1aae ändere. Dit nniäbiqtn Richtet müfim anet- dino! durcb betuicnc ctscyt wecken, g'aenwäitia fehle es aber an oliven. Die Newteschule werde eine Generation betanbildcn, wech m Stande sein werde, das Land in dieser H1ns1ch1 zu tcfomitcn,

Die gleichen Argumente führt man in Betreff der „Armeev..'wal- tung an. Als mehrere Mitglieder der Budgetkommission letzthin nachwiesen, daß die für die Armee und Flotte erforderlichen enormen Auslagen mit den verringerten Hülquuellen des Reiches nicht im Einklange sieben. machten andere, dem Sultan näher. stebenpe_ Mit- glieder geltend, daß man einem Reiche, das immer em Militarstaat

war, die Entlassung seiner Armee und die Aufhebung seiner Flotte-

nicbt ohne große Gefahren auferlegen könne, und daß eer und Marine, elbft wenn eine wahre finanzielle Krise eine derart ge, der völligen ufbebung gleichkommenden Reduktion derselken erfordern sollte, „er- halten Werden müffen. Als man die egyptische Armer r'eduziren woute _ so argumentirjen die erwähnten Kommisfionsmitgliedex _ war Anarchie und die Revolution Arabi's die_ Folgx dieses Schrittes. Man könne alte Institutionen mébt m vier- undeanzig Stunden aufheben. Mit der Zeit Werhe ' es möglich werden, die Auslagen für Heer und Flotte den gegenwgrttgen Ressourcen des Staates anzupassen. Eine unmittelbare Reduktion im OffizierScadre, durä) welche die Existenz von tausend und abertausxnd Individuen erschüttert Werden würde, sei aber absolyt unthunlich. Die Situation des Reiches sei gegenwärtig eine zu kritische, als daß manffes wagen dürfte, eine solche neue Quelle der Unzufriedenheit zu a en. fck Wie man sieht, sind Wahrhaft radikale Reformen für die Budget- sowie für die anderen Kommissionen zur Zeit eine Unmöglichkeit. Es wäre aber sehr oberflächlich geurtheilt, wenn man diese Situation als die Resultate der einander bekämpfenden Tendenzen “(zer fort- schrittsfreundlichen und der konservativen Mitglieder des Kabinets an- sehen ?oÜte; die Ursache liegt, wie im Vorstehenden dargethan wurde, viel tie Lk.

_ 20. November. (W. TB.) Zu Ehrey des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg findet morgen beim Sultan ein Diner statt, zu welchem auxch der deutsche Botschafter von Radowiß und der erste Dolmetichrr der Bot- schaft Testa Einladungen erhalten'haben. Der österreichische Botschafter von Calice begiebt sich morgen nach Wien und wird in etwa vierzehn Tagen hierher zurückkehren.

Rußland und Polen. St.Vetersburg,20. November. (W. T. B.) Der Kaiser traf heute Mittag hier ein, besuchte die Michael-Manege und das Anitschkoff-Palais und kehrte darauf nach Gatschina zurück. ' .

_ 21. November. (W. T. B.) Der Kaiser und die Kais erin, welche gestern Mittag mittelst Cxtrazuges vqn Gatschina hier eingetroffen waren, begaben stch zunächst in einem zweispännigen Schlitten nach dem Anitschkoff-Palais und später von dort nach der Michaels-Manége, um der Kirchenparade dcs Moskauer Leibgarde-Regiments beizuwohner). Bei der Fahrt durch die Stadt wurden der Kaiser und die Kaiserin von der Bevölkerung mit jubelnden Hurrahrufen bfe- grüßt. Nach der Parade fand im Anitschkoff-Palqts xm Dejeuner von 180 Gedecken statt. an welchem'das inserltche Gefolge, eine Anzahl höherer Offiziere und die Offiziere des Moskauer Leibgarde-Regiments theilnahmen. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich hierauf noch zu Schlitten zu dem Groß- fürsten Michael, dem sie einen Besuch abstatteten, und kehrten gegen 4 Uhr nach Gatschina zuriick.

Schmeden und Noeregen. Stockholm, 21. Novem- ber. (W. T. B.) Der Großherzog von Baden traf heute früh 9Uhr 35 Minuten hier ein und wurde am Bahn- ho-e, auf welchem eine Ehrencompagnie des 2. Leib-Garde- Regiments mit der Musik und der Fahne aufgestellt wgr, von dem Könige, dem Prinzen Eugen, den höheren Offizieren und den Spißen der Behörden bcgriißt. Die_ am Bahnhofs versammelte große Volkémenge empfing ven Großherzog init enthusiastischen Zurufen. Zur Feier des Tages hatten viele Häuser geflaggt.

Dänemark. Kovenhagen, 20. November. (W.T.B.) Der Großherzoa von Baden, welcher gestern Nacht hier ein eiroffen mar, stattete heute Vormittag dem König einen Bc uch ab und schie sodann seine Reise nach Stockholm fort.

Afrika. Egypten. Alexandrien, 20. November. W.T.B.) Die durch das Feuer zerstörtcn Gebäude des epartements der Staatsdmwäneii und dir dazu ge- hörigen Grundstücke 1011211 demnachst öffentlich versteigert wer- den. _ Wie vcrlautct, wiirde Nubar Pascha gegen Ende dieses Monats nach Egypten zurückkehren.

Zeitungöfiimmen.

Die „Vossische Zeitung“ bespricht drm Entwurf einer neuen Subhasiatioiisordnung und schließt ihre Betrach: tungen mit folgenden Worten: _

Man ist berechtigt, anzunehmen, dax; dcrißcscyethurf, von Ein- zelkcitcn abgesehen, auf ivclckxe einmachen bier nicbt _dcr Ort ist, keinen ctbciiicbcn und der Bcrücisiibtigmm wertbcn Einwendungen begegnen wird. Nur möibtcn wir darauf aufmcrbam machen, dg er im Grunde nichts absolut Neues bringt. „Dcr Hauptsackxc nacb it er eine Kombination 'der alten Orknuna mit der neuen, nachdem beide von km grclistcn Mängeln nercinigt worden smd. Es ist dies kein Mangel der (Hesexacbuna, wenn sie zur alten Otxnuna zuruckkeb_rt. wcnn sicb aczciat at, das: mit der neuen zu ircit uber das Ziel bin- auxgcaangcn war. ' _

Der „Dzicnnik Poznanski“ sagt über diesen Entwurf: _ _

In seinen schließliä'cn Folgen icbcmt uni1 der neue Genxntwurf sowohl den Gtundbcfiyctn wie den Hrrotbckm läubiacm ottbeile u bieten. Die Etstcicn scbü :t er vor der Ge ab: der leichten und ichncllcn Entäußekuna ibter cfi :unacn, tt_e Lcßtcren vor dem Vcr- 1ust ihrer auf den Grund türken eingcttaaxnen Kaxitaiicn. Ohne Zweifel wird durch tiefe icircn Tbciicn Tcpcberteu Iottbciie kit ncuc Subba'mtionEOtkni-ng nicht ohne woblt__a11acn Einfiuß aus die ländlichen Kreditvetbältmsic bleibcn. und m wird namentlich höchst waktkcbeinlicb kcwirkcn, raf: ric bisher in auhaekcbntem Um- ,angc rmktifizittc Aufnahme von Darlehncn, die den Werth der da- in zu vcrpiändcnkcn Grundstücke weit ubekstei?m. gänzlich aufhört. Ein solcher Ktekit war eigentlich gar kcin Rea! tckit, fonketn cr sve- kulittc nur auf die (Mlkvctlcacnbeit kes Gmnkbesiicts und auf die Nachtbcilc, !relcbc kiciem and der biobctigcn Sub astationkotdnung erwachsen. , '

_ Ueber die Stellung ,der Annunxiun zum Lehrlings- wesen äußern na) die „Görlitzer diachr chien“:

Was die von km Ankänactn det Zwangeinnung erhobene Be- schwcrre darüber anlan !, 1.11; eine in Vcttacbt kommende Besserung des chtlinakwcscns ett méalicb icin werde, wenn ane Gcwctb- itcibcnden zum Eintritt in Innungen und zur Befolgung der von den Innungen entworfenen chtlinaktcaeln enölbiqt wurden, so erinnern wir kama, raf; now „8. "Me. hct wetbeotdnung bereits izmemrätiig srlettn Innungen. ck 113» auf dem Gebiete des Lebt- inakwcsch bewährt baden, ron Obelakeitsmgm wo Recht etlbeilk werken kann, das; ihre Eiatiwtunun auch auf die bei Niwtinnvngo- 11ernn au tkilkcien Lebt11nae ibm Bezirk! an det werden.

ckck det nommen mus; sein, sich diese! aus ebnendm Nubm wett!) ]! maJm, an welcbe! an manchen Oxim, ). V in Zittau, übrigen! schon gegenwärtig Anivmch nboben worden ist.

_ Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ vergleicht nach einer Zusammenstellung des Königlich preu- ßischen Statistischen Bureaus die örtlichen Getreide-Engros- preise mit den Mebl-Detailpreisen der beiden Hauptgetreidx arte? Weizen und Roggen und knüpft daran folgende Ve- mer ungen:

, Auch hierbei ergeben fich unversiebhare Verhältnisse, die immer wieder von Neuem zeigen, was wir kürzltckxg'cbqn mehrfach außzufübren GeleJenbeit hatten, daß nämlich die Detai preisbildung fast loSgelöst erscbe nt von denjenigen Elementen, die naturgemäß fie bedingen sollten. Fand doch selbst die .Vosfiscbe Zeitung“ _ und ihr hat es der ganze freibändlerische Chor nacb edruckt' _, wie in dieser Tabelle „es am auffallendsten sei, daß die eblpreise so wenig abhängig von den.Kornpreisen find." Sehen wir den örtlichen Engrospreis für Weizen resp. Roggen gleich 100, so ergiebt jene Tabelle, daß der Dur_chfchnitts-Detailpreis für alle Marktorte'für Weizenmehl Nr. 1 betragt 220 9/0 des Weizen-EMrospreises, der1enige des Roggenmebls 210 [1/9 des Getreidepreises. der welche Abweichungen ergeben fich von diesem Mittel für die einzelnen'Marktorte!

. . . . Unzwäfelhaft liegt in diesen Dingen ein noch ungelöstes wirthschaftliches und soziales Problem. Um es zu lösen oder wenig- stens seine Lösung zu suchen, wird man die künftigen entsvrechenden Tgbeüen und andere glaubhafte Preisiiotirungen in Vergleich stellen müssen. Wir glauben aber schon jetzt sagen zu können, daß die Lehre Von der alleinseligmachenden Konkurrenz, nach der sich durch Angebot und Nachfrage für den KonTumenten soWohl wie den Produzenten dgs möglichst günstige Verhä tniß ergeben soil, bei dieser Gelegenheit einen argen Stoß erleiden wird. Was können alle Bestrebungen, die Lage der arbeitenden Klaffen zu heben, auSrichten, wenn der _eine Faktor des Erwerbslebens, der Handel, es vermag, dergestalt auf, die Preise der der aliergrößten Konkurrenz unterworfenen Artikel zu influiren, daß er die Erfolge jener Bestw- bungen voUständig paralisircn kann; ja mehr als das! Was ergiebt sich für die Relation zwischen der Landwicthschaft und den den Ueberschuß ihrer Produkte bedürfrnden Industriebezirken und Großstädten für ein “unglückliches Verhältniß, Wenn leßtere für diese Produkte Preise zahlen müssen, die ihrer Höhe nach in gar keinem Verhältnisse stehen zu dem, Was die Landwirtbschast für den Rohstoff erhalt nebst den darauf zu schlagenden Transportkosten und dem nor- malen Handelégewinn? Ist es nicht auch höchst befremdlich, daß in der Periode der Freihandelsberrschast niemals ernsthaft versucht ist, praktisch den Segen der freiesten Konkurrenz an diesen vitalsten Ver- hältnissen nachzuweisen, sondern daß er stets nur theoreiisch ex (:a- rbsära Verkündet worden? Hier liegt vielleicht auch der Schlüssel zu der ganz besonders intensiven freihändierisÖen Feindschaft gegen Getreidezölle und solche auf Artikel, die gewohnheiismäßig im klein- sten Detailverkehr in den Konsum übergehen. Man Wußte oder ahnte doch vielleicht, daß gerade bei diesen, werde die Aufmerksamkeit erst einmal auf ihre Preisgestaltungen gelenkt, fich sehr bald ergeben müsse, und zwar nicht durch Theorien, sondern durch unwiderlcgbare Prnaktische Verhältnisse, daß dabei erstaunliche Dinge zu Tage treten wurden. Wir halten aÜerdings dieses (»I-61:1 noch nicht für aufgeklärt genug, um endgültige Schlüsse zu ziehen, aber die wenigen von uns ins Feld geführten Zahlcn mahnen unseres Erachtxns schr deutlikh unk? leicht verständlich, ernstlich an die Lösung die1cr wirtbslbaftlich sozialen Probleme heranzuireten, und zwar im bcidersritigcn Interesse der Konsumentcn und Produzenten. Zahlen Letztere wirklich derartig ungerechtfertigtePrcise und kommen sieErstcrcn in so geringem Maße zu gute, bleiben untcrwegs solche enormen Theile des Preises bänacn, dann ist in unseren Handelsvcrhältniffen ein grober wirthsthaftlicher Schaden vorhanden und es wird Zeit, an seine Heilung zu denken.

Amtsblatt des Reichs-Postamts. Nr. 70. _ Inhalt: Verfügungen: vom 8. November 1882. Bezug der vom Internatio- nalcn_Postl*urcau berauögcgcbenen Zeitschrift; Meistbetraq der Post- anwäiungen nach Dänemark, _ Vom 15. Noocmber 1882. Sce- postverbinéung mit Norwegen“ Anwendung des Cisenbahn-Postgkscßes auf das BreslaU-Warscbaucr Éisenbahnunternehmen.

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteoro- logie. Heft )(. _ Inhalt: Ueber einige Ergebnisse der neueren Tieiice- und phvfisO-occanischen Forschungen. Von Prof. Vr. (5.5 von Boausiawski. 17. Arktischct Ocean. 9) i. Die beiden österreichisch- unaarijäxcn Nordpol'ar-Expeditionen, 1871 1874. _ Dcr Gewitter- sturm 1301119. August 1881. Von Dr. W. Köppen. (Mittheilung von der Deutschen Secwartc.) Aus den Reiseberichten S. M. S. ,Hcrtba', K'apt. ; See von Kall: Reise von Singapore nack) Zanzi- bar und von da über Mozambique nacb Simonstown. Mai und Juni 1882. _ Aus den Rcisebctichtcn S. M. S. ,Carola', Korr.- Kapt. Karcher: 1) Reise von Sydney bis Avia. Mäiz und Apiil 1882. 2) Wind und Wetter zwischen Avia, Nukualofa und Auckland. Aviil bis Ju_li 1882. _ Cingänac von metwrologiscbcn Iournalrn hci 'der Deutjcbcn Ecewartc im Monat Juni 1882. _ Bemerkungen uber “(Zen Hafen von Porto Grande auf der Insel St. Vincent. Von Raritan (5. Scheibe. (Mittheilung von 'der Deutschen Secwattc.) _ Zusähe zu der Segelanweisuria für den Tonkinci-Goif :c. _ Größte bio 1882 mit zuverlässigen Apparaten gelotbcte Mecrcstiefcn. _ Vcr- gleichende Ukbi'kfiÖt der Witterung dcs Monats Juli 1882 in Nord- amerika und (Zentraleuropa. (Mittheilung der Deutschen Seewatte) _ Kieinc bvrrogtarlükcbe Notizcn: ]) choh, Georaia; 2) Anker- vlai; im Hafen von Tamsui; 3) Zusäye zu ber VcsÖrcibung dcr Fiji- Inseln; 4) Flaschenpost. _ Tabellen. _ Kartenbcilaaen.

Landtags: Angelegenheiten.

Dem errcizhausc ist der Entwurf einer Landgütcr- ordnun _fur die Provinz Brandenburg zuaeaangcn. Nac!» dcm Stb ukvamgravbcn (21) soll kao Gescß am 1. Juli 1883 in Kraft treten. Alo Anlage ist der vom Prooinzial-Lanktagc im März 1881 angenommene bezüglicbc (Hcscßentwurs beigegeben. In den Motiven werdcn ric Ncußcrunacn der Behörden rct Provinz über diesen Entwurf mitgctbciit; riesclbcn smd im Alla-"mctuen jenem Entwurfc nikbt gunstig. Dem entsprechend beißt es denn in der allgemeinen chtündung auch: .Die Staat!- regierung glaubt. wie lebt sie auch mit der Tendenz einrct- standcn ist,_wc1che dem von dem Brandenburgkcben Pwvinüal-Lank- tage bcscblcmnenGxsc]:enthtfc zu Grunde [ich, doch an dem Stand- [*unkt festhalten zu muffcn, mlchen sic acacnübcr dcm Westfaiiscben Prcvimial-Landtaac cinacnvnimen. ais diescr im Jahre 1880 e1nm alcichaniatn chcycntwurf beschloffcn bam. und welcher in den Mo- tiven zur Landgutcrotdnuna für die Provinz Wesifaicn dcs Näbcten begründet worden ist. Die Staatorcgieruna ist der Ansicht, kak zu einer so weitateifendcn Umgestaltung des bestehenden Erbrechts. wie der vom Provinziql-Landtagc kcscvloffcncn, ein Bedürfnis! nicbt vorliege, und das; sia) de: von diesem angestrebte Zweck auf !awncndert und kct Individualität dcr eingtlncn Fälle mcbt ent- rtccbcnde Wein kadurtb cttcicbm [asien werde, daß das durch da! Gries vom 2. Juni 1874 in der Provinz Hannover eingeführte In- kitut dcr HöfttoUc (Landaütmollc) auch auf die Provinz Branden- urz ausgedehnt. wird. Dieses Institut. welches den ländliiben Grundbesitxm cm böchst t1nfachea und billige. Mittel darbictet, die bisherige Sitte kct unactbciltcn Vctctl'ung det Gtunkbcsißek zu be- tbäti en, in Uebung 111 er [im und 1" befef11aen, und welches in dcr Ptovn Hannover cine «*lbst üker Erwarten schnelle und aukae- rebuke "wendung aciunden hat, ist in wischen nicbt blos auikm Kreis thwgtbum Lauenburg, die Provinz kalen und die landtecbtiicbm nis: det Rdtinptooinz übertragen, ondem auch von den Provimwla Landtagen der Provinzen Schleswii- olstein, Saébscn und Schüm als Grundlage m für diese too um! u- n] mdm Gcscve ange- nommen worden. Eine Lb cbana von 513“ iebnmg. we1che die Gescvgtbima in allen übrigen Landcotbülm Fusibicmm bat. derm Vertretungen sicb überhaupt zu Gunftm dev amm m Ftkibctm

von Schorlemer-Alst auSgM-rocbeu haben, würde sicb für die Provinz Brandenburg nicbt rechtfe gen las '

Dem Herrenbause ist ferner der Entwurf eines Geseßes, be- treffend die Kirchenverfassung der evangeliscb-refot-

mitten Kirche der Provinz Hannover, vom Kultus-Miuister vorgelegt worden.

Der dem Hause der Abgeordneten vorgelegte Entwurf eines Gesc es, betreffend die Feststellung des Staats- baus alts-Etats für das Jahr vom 1. April 1883/84, hat folgenden Wortlaut:

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen :c.

verordnen, mit ustimmung der beiden Häuser des Landtages der Monarébie, was olgt:

1. " Der diesem Gesetze als Anlage beigefügte Staatshaushalts-Etat fur das Jahr vom 1. April 1883/4 wird in Einnahme auf 1089 583 205 ..“ und in Außgabe auf 1 089 583 205 „46, nämlich auf 1045 473136 „ck an fortdauernden und auf 44110069 «14 an einmaligen und außerordentlicben Außgaben festgesetzt.

§. 2.

Im Jahre vom 1. April 1883/84 können nach Anordnung des Finanz-Ministers verzinsliche Schayanweifungen bis auf Höhe von 30 000000 „111, welche vor dem ersten Januar 1885 verfaksen müffen, wiederholt aus,]egeben wrrden. Auf dieselben finden die Bestimmungen

der §§.. 4 und 6 des Geseßes vom 28. September 1866 (Geseh- Sammlung S. 607) Anwendung. 3

[) f?:)ertFinanz-Minister ist mit 'der Ausführung dieses Gesetzes eau rag.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Jnfiegel.

Gegeben :c.

Dcr Entwurf eines Geseßes, betreffend«die Ergän- zung der Einahmen in dem Staatshaushalts-Etat für das Jahr vom 1. April 1883/84, lautet:

Wir Will) elm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c. verordnen, mit Zustimmung der beiden Häuser des Landtages der Monarchie, was folgt: ]

§. .

Zur Bereitstellung des Geldbetrages, wkxcher zur Ergänzung der Einnahmen in dem Staatshaushalts-Etat für das Jahr vom 1. April 1883/84 erforderlich und unter Kapiiel 24 Titei 19 der Einnahme in dem Etat der aÜgemeinen Finanzverwaltung in Höhe Von 31824000 „44 in Ansaß gebracht ist, ist eine Anleihe durcb Veräußorunq eines entsprechenden Bctragcs von Schuldverschreibun- gen außunehmen.

§. 2.

Wann, durch welche Stelle und in welch2n Beträgen, zu welchem Zinsfuße, zu welchen Vedingungon der Kündigung und zu welchen Ooursen die Schuldverschreibungen verausgabt WerdensoUen, bestimmt der Finanz-Minister. Im Uebrigen kommen Wegen Verwaltung und Tilgung der Anleihe, wegen Annahm: derselben als pupillexi- und depozitalmäßige Sicherheit und wegen Vorjäbrung der Zinien die Vor christen dcs Gescher; vom 19. Dezember 1869 (Gesetz-Samml. S. 1197) zur Anwendung.

§, 3. f Der Finanz-Minister ist mit der Ausführung dieses Gcseßes be- an tragt, Urkundlick; unter Unserer Höchsteigenbändigen Unterschrift und beigedrucktcm Königlich-en Insiegel. Gegeben :c.

_ Dem Abgeordnetenhaus e ist der Gcseßentwurf, betreffend die Abänderung des hannoverschen Goschs vom 30 Juni 1842 uber das Verfahren in Genteinbeitstbeilung- und Verkop- pelungssachen, zuzcgangcn.

_ Nach einem der „N. A. Ztg.“ zuqc angencn Telegramm ist der Fürst August Sulkowski za Schloß Reisen, welcher durch Verord-mng vom 3. Februar 1847 als BcsiYer 'res Majoxats Reisen in rie Herrenkuric des Vereinigten Landtags und dcmgemaß mir erb- [i(bkm Recht in das Herrenhaus berufen worden war, am 20, d. M. verstorben.

Statiftische Nachrichten.

Gemäß den Verösfciitlicbunacn des Kaiserlichen Gewind- betts amis md in der 45. Iabrcßwochc von je1000 Bewohnern gut den Jahreßdurcds nitt berechnet als gestorben aemeldet: inBerlm 22,3 in Breslau 31,7, in Königsberg 28,4, in Cöln 22,7, in Frankakk a. M. 19,7. in Hannover 17,1, in Caffel 15,4, in Magdeburg 25,7, in Stettin 23,8, in Altona 20,5, in Straßburg 21,9, in Mey 17,0, in München 24,9, in Nürnber 25,1, in Augsburg 22,3, in Dres- den 20,6, in Leipzig 22,0, in e-tuttgcirt 15,9, in Braunichwei 27,0, in Karlsruhe 17,0, in Hamburg 20,3, in Wien 22,2, in Buda t 22,6, in Prag 32,8, in Triest 26,2, in Krakau 20,5, in Bae! 11,4, in Bruffcl _, in Paris 26,0, in Amsterdam 25,1, in Kopen- baacn 18.5, in Stockholm 20,5, in (Christiania 14,5, in St. Peters- kuri 23,6, in Warschau 27,8, in Odessa 33,5, in Bukarest 27,6, in? vm 20,3, in Turin 19,9, in Madrid 33,5, inLondon 20,0, in Gia!- ow 24,0, in Livewool 28,2, in Dublin 27,7. in Edinburq 17.2, in '. letankricn (Eavptcn) 45,6. _ Aus der Zeit vom 15._21. Oktober in Ncw-York _. in Philadelphia 17,5, in Chicago _, in (Tin- cinnnti 18.6, in St L'ruii1 _, in San Franzisko 23,3. in Kalkutta 27,1, in Bombay 24,0. in Madras 37.6. _

Während der Vericbtdwvcbe waren an den deut).bcn BcobaX tunakstationen schwache bis mäßia starke, am Schluß der Woche Edin und Karlsruhe stürmischen Charakter antiebmeahe westliche und südvcstlicbc Luiistiömungm vorherrschend die m KAUF, Ynlin und Bremen mit südliwen und südöstliiben Winden wecbielnd, bis an das Ende der Woche, wo & in Bremen und Berlin nach Nordwest um- gingcn, octwaitctcn. ie Tempstatur der Luft. wat für-dic bm- zeit einc unacwöboUcb hohe und 1a ungemein nbcblicb ü der normalen. Nicdctswläac erfolgten sc r bäufix und meist in recht er- g1c1-i,*.cm Maße. Aus Bremen werdcn elektrische Entladungen qe- mcldct. Dcr beim Wowmbminn mäßig hohe Druck der Lust night in den ersten Tagen mäßige Schwankungen" am 8; November iu! aber da! Barometer an allen Stationen, U14; und nes. slim am 10. etwas, fiel am 11. von Neuem, nian" 1td_ocb am Swluß der Woche an dm mei ten Sta11cncn Neigung zum St_eigm.

Die thtkUOkeiwvctbäitnifft U:! meisten Gtokskädte Europa. warm auch in kitscr Veticbtkwocbe Yasu e.. Die ungemein! Sterb- lichkeitSoetbältnißiabl für die rents n “takte sieg ein wenig, aus 22,6 von 22,4 der chmbc (vw Mille und Jahr dcmbnct). Det Antheil des Säuaiin kalten an der „Stabliibkeit 31171: eine weiten Abnahme. wäbtcnd k r Stctbliébkcit m den böbctm '] tmnaffen, be- sonder! in kn über 60 J1btt zunahm Von 1011!) Lebenden Kuben me:; bt 73 Säuglinge gegen 75 der TiorwoÖc (in Berlin 78, i! M n m 90.

Unter den Todesursachen haben von den Infrktionskrankbtim Todesfälle an Masern, SÖ-Ul-IÖ. Diphtherie und kmhblstm as, an Untnlcibnvpbuk und an Mnkbmfitbet ein wenig ea. Aua; iübttm Domkatattbe. Vtecvdn 1.111: der Kinder an raubk- 11che Preuß: det Kidman mant ubm um Kasa- bctt1chtm1n Nürnberg. E m. Gotha, uvam, "4 1a Loud": ternet haben in den Raaimnpknitfen . Laden, Marienwerder Maim- gtokt Verdecmna nden, riot- aba bk 14:1 cinen mii! animiert! Vn1aui. D:! tlaibiWa M 1-

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