1883 / 18 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 20 Jan 1883 18:00:01 GMT) scan diff

Reichstages und beider Häuser des Landtages im Rothen Zrmmer der Köm'gin:E11sabeth-Wohnung, für die Obersten und Für alle in Regimente-Commandeur-Stellung befindlichen Ofiztere, sowie für die Räthe zweiter Klasse, im Sammet- zrmmer der Königin-Elisabeth-Wohnung, für die Kammer- herren, für die in ritt_ers_chastlicher Uniform erschienenen Per- sqnen_r_1nd für d1e_Ge1f111chkeit in der Elisabeth=Galerie, für dre Omzier-Corps _m der Bildergalerie.

_Ihre Katserltchen _unz Königlichen Majestäten, Ihre Karscrlrchen und Könmlrchen Hoheiten der Kronprinz und die Krenprznzessn, Se. Königliche Hoheit der Herzog und hre K_rrn_er1_1che Hohen dre Herzogin von Edinburg und „hre Kytnglzchen Hoheiten die Prinzen und die Prinzessinnen des Komglrchen Hauses hatten Sich in der Rothen Sammet- Kammer versammelt, während die Obersten Hof:, die O_ber-Hof- und die Hofchargen, die General-Adjutanten, dre Generale “3 1a suite, die Flügel : Adjutanten unh er anderen_Personen des Gefolqes Sr. Majestät des Karsecs__ _und Kötngs,_ der Hof Ihrer Majestät der Kaiserin nnd Komgrn, sonne dre Gefolge Ihrer Katserlichen und König- lichen H?hez'e" des _Kronprtnzen und der Kronprinzesfin, Sr._Kon1911chen Hohen des Herzogs und Ihrer Kaiserlichen Hohen dcr Herzygrn von Edinbnra und Ihrer Königlicher: Hoherren der Prmzen und der Prinzessinnen in den Kapitel- saal erngetreten waren.

Um 71/2 Uhr, nachdem der Vize:Oher:Ceremonienmeister Graf zu Eulenburg den Allerhöchsten Herrschaften die ent- sprechende Meldung gemacht hatte, begann die Cour. Ihre Karserlrchen und_Kön1glichen Majestäten geruhten Llllerhöchst= srch nnter Vortrttt der Obersten Hof:, der Ober-Hof- und der Hoschargen und gefolgt von den General-Adjutanten, den Ge- neralen 5213 ZUUS und den Flügel-Adjutanten, der Ober- Honnetsterm, den Palast- Und den Hofdamen, so wie dem Oher:Hofmeister nach dem Rittersaale zu erheben und da: selbst unter dem Throne Vlaß zu nehmen. Rechts v_om Throne stellten Sich Ihre Kaiserliche und König- 11_che Hohen dre Kronprinzessin, Ihre Kaiserliche Hoheit dre Herzogzn von Edinburg, sowie Ihre Königlichen Hoheiten dte Vrmze11_rnnen, lmks Se. Kaiserliche und Königliche Hohcit der Kronprinz, Se._K1_5nigliche Hoheit der Herzog von Edin- h_urg und Ihre Khmglrchen Hoheiten die Prinzen des König: ltchen Hauses. _Dre Damen des Gefolges Ihrer Majestät der Katserm Und K'omgin, __Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hohert_ der Kronprinzesnn, Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Herzogxn von Edmburg _und Ihrer Königlichen Hoheiten der Prmemnnen ordneten sick) hinter Ihren Höchsten Herrschaften. Dre General-Adjntanten, die Generale 5113 suite und die Flügel-Ad1u1anten, sowie die Erfolge Sr.Kaiser11chen und

Königlichen Hoheit dees Kronprinzen, Sr. Königlichen Hoheit des _Herzogs von Edinburg und Ihrer Königlichen Hyherten der V_r1nzen_ traten auf die Fensterseite des R1ttersaale§._ Dre Horchargen stellten sich dem Throne gegenüber 111 emer Reihe a11f,„ in deren Mitte ein entwrechender Raum zum Durchgange für die Defili-

renden frei gelassen war. Die Pagen bildeten von der an der Wandsene aus der Brandenburgischen Kammer in den thtersqcr1 führenden Thür ein Spalier, welches sich in einer Bogenlrme hrs zu dem soeben erwähnten freien Raume er- streckte und den Weg bezeichnete, welchen die _Defilirenden zu nehmen hatten. Sohcxld die Ausstellung im Rittersaale vol]- endet war, geruhten Se. Majestät der Kaiser und König den Befehl z_um Begmn der Cour zu ertheilen. Es defilirten zu: nachst dre Damen des diplomatischen Corps und sodann die Herren desselben. Hierauf folgten sämmtliche inländischen Damen, _und zwar vorab die verheiratheten. Am Schlusse der verherratheten Damen defilirten die neu vorzustellenden verherratheten nnd nnverheiratheten Damen. Den Schluß lnldeten dre bererts vorgestellten nnverheiratheten Damen.

Nach der _Cour der Damen folgte die Cour der Herren. Die Damen grngen einzeln, die Herren paar- werse. Man bewegte 116) von der Vrandenhurgischen

Kammer _her durch die Thür, an welcher die Pagen S_palrer brldeten, in den Rittersaal Und durch dieses Spalier hrs v0r_den Thron und machte dort zwei Verheugungen, von denen dre erste an Se. Majestät den Kaiser und König, die zwerte an Ihre Majestät die Kaiserin und Königin gerichtet war€ nnd entfernte stch, an dem Throne von links nach rechts vorübernßrertend, durch die der Fensterfeite zunächst gelegene T_hür nach der Schwarzen Adler=Kammer und von dort weiter hrs zurn Weißen Saale.

De Vorstellnngen erfolgten während des Deülirens, nnd zrvar anf Allerhöchsten Spezialbefehl bei den Damen des drn10_mat11chen Corps _durch die Gemahlin des betreffenden Mnstonscknfs, welcher dre_vorzus1e11enden Damen daher unmittel- bar zu folgen [wetten, her d_en Herren des diplomatischen Corps durch den_ betreffenden Miffioanhef, dem jene Herren deshalb auch unrmttelhar zu wlgen hatten, die Geschämträger durch den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Die inlän- drseheeramenwurden Ihren Majestäten von der Oher-Hof- rne111er111_Graf1n von Perponcher, die inländischen Herren, etnschlteßlrch der Räthe ]. und 11. Klasse, von dem Oberst- Kammerer (Hrqfcn von Redcrn genannt, welchen der Bize=Oher= Ceremonnnmnster Graf zu Eulenburg dabei unterstüßte.

Naeh Beendigung der Defilir-Cour geruhten Se.Majes1ät der Kaner und König Allerhöchstsich nach der Rothen S_ammet-Kammer _zu begehen, um daselbst mit Ihren Karser- 11chen und Zomglxchen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprmzesnn€ nnt Sr. Königlichen Hoheit dem Herzog und Ihrer Keßserlrchen Hoheit der Herzoxzin von Edinburg und Ihren Komgltchen Hoheiten den Prinzen und den Prin- zesnnnen de_n Thee zn nehmen. Ihre Majestät die Kaiserin zogen E1ch__1n AÜerhochstrhre Gemächer zurück.

_ Demnachst h_eaahen Se. Majestät der Kaiser und König S1ch _m1t_den Hochsten Herrschaften in den Kapitelsaal und m_ dre Büdergnlerre zur Cour der inzwischen zahlreich er- schrenenen Offizier-Corps, denen kurz vorher die Generalität, dre OberstenYnD dre m Regiments:Commandeur-Steüung be- findlrchen Osnzrere steh angeschlossen hatten.

_ Nach dieser Cour _geruhten die Allerhöchsten und die Höchsten Herrsclaften Stch nach dem Weißen-Saale zu be- geben. Daselbst begann, nachdem Allerhöchft und Höchdieselhen den lluut-pas bestiegen hatten, bald nach 81/9 Uhr das Con- cert. Die Ordnung, in welcher die Aüerhöchsten und die Hochsten Herrschaften daselbst Platz nahmen, war folgende:

Se._Ma]estät der Kaiser und König; rechts von Aller- höchstdemelhen Ihre Kaiserliche Hoheit die Herzogin von Edin- burg, Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Victoria von Preußen, Se. Königlrche Hoheit der Prinz Albrecht von Preußen, Ihre

von _Allerhöchstdenselben: hre Kaiserliche und Königliche Hohert hre Kronpnnzessm, e. Königliche Hoheit der Herzog von Edmburg, Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Friedrich Carl von Preußen, Ihre Königliche Hoheit vie Prinzessm Alhrecht von Preußen, Se. Königliche Hoheit der Prinz W11hel_m von Preußen und Ihre Königliche Hoheit die Herzogin Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin. In zweiter und drnter Reihe saßen die anderen anwesenden Höchsten Herrschaften, die Ober-Hofmeisterin Gräfin von Petponcher und die Damen des Hofes, der Ober':=Kämmerer Graf von Redern, der GenerabFeldmarschall Graf von Moltke, die Obersten Hof- und die Hofrhamen, die General-Adjutanten 2c.

Den Allerhöchslen Herrschaften gegenüber waren auf be- sonders vorgerückten Stühlen die Botschafter von Groß- britannien und Gemahlin, von Italien und Gemahlin, der Türkei, von Oefterreich=Ungarn (Gräfin Szechéznyi war durch Unwohlsein verhindert, zu erscheinen), von Rußland und von Frankreich und Gemahlin placirt. .

Nachdem die Versammlung die Pläße eingenommen, be- gann das vom Ober-Kapellmeister Taubert geleitete Hofconcert. In demselben wurden folgende Vi-cen vorgetragen:

Ouverture zu .Athalia' von Mendelssohn, Arie mir Chor aus ,Iphigenia in Tauriß“ von Gluck (Fr. Sachse=Hofmeistcrck, Duett aus .Armide' von Gluck (Fr. von Vogaenhuher, Hr. Betz), Ariofo aus den .Meistersingern' und Liebeslied aus der „Walküre“ von Warmer (Hr. Niemann), Finale der 0-m011-Sinfonie von Beethoven. _ Vorspiel zu .Parfifal“ von Wanner, Sextett aus .Lucia' von Denizetti (Frl. Taniigna, Fr. Luger, die .Herren Niemann, Betz, Ernst, Zrtcke, der her), Arte aus „Figaros Hochzeit“ von Mozart (Hr. Bey),

make aus .A'r'da' von Verdi (Fr.Sacbse-He“smeister, Fr. Luger, die Herren Niemann, Betz, Fricke, Krolop, der Chor).

In der Pause zwischen dem _ersten und zweiten Theile der, Concerts geruhten_Se. Majenät der Kaiser und König S1ch zu erheben und mele der Anwesenden dnrch hnldreiche Ansprache zu beglücken.

Das Fest endete programmmäßig urn 101/211hr.

_ Der Bundes rath trat heute zu einer Sißungxzu- sammen.

__Der Schlußherickxt über die gestrige Sißung des Nerchstages befindet sick) in der Ersten Beilage.

_ In derheutigen (ZS.) Sitzung des Reichstages, welcher dre Staatß-Minister von Kameke und Scholz sowie mehrere andere Bevollmächtigte zum VundeSrath und Kom- mtffarren deffelben beiwohnten, war der erste Geaenstand der Taaesordnung die Interpellation des Abg. von Schalscha, he- treffend die Seelsorge für die katholischen Soldaten in Kosel. Dieselbe lautet: .

Am 6. _August v. I find in K'osel katholische Mannschaften in denGotteSdtenst kommanrirt und geführt wwrden, Welcher von einem Gerstlichen ahgelnrlten worden ist, den fie als einen rechtmäßigen Seelsorger mehr anzuerkennen vermögen.

_ch_Jch erlaube mir, an den Herrn Reichskanzler die Fragen zu rr en:

1) Ist 1_:i_§ angeführte Thatsache dem Herrn Reichskanzler hc- ann

2) Wes Zedenkt ker Herr Reichskanzker zu thun, um der- artige Thatsachen fiir die Zukunft zu verhüten?

Der Staqts-Mmister von Kameke erklärte, daß der Reichs- kanzler thru dre Beantwortung dieser Interpell tion überlassen habe, da fre zu seinem Ressort gehöre, Er sei auch bereit, die Interpellatron zn beantnxorten, aber erst in acht Tagen, da er bis dahin die__nothwmdi*zs§1 Inforjnationen einziehen müsse.

Der Prasrdent von"L-veßom erklärte hierauf, daß er unter dreien Umständen die Imerpeüation etwa nach Verlauf emer Woche wieder auf die Tageéordnung setzen werde.

Darauf setzte das Haus die erste Verathung des von dem Abg. von WedeU-Malchow eingebrachten Gesetzentwurfs wegen Abänderung des (HeseZ-s, bctreffend die Erhe- bung von Reichs =Stempe1ahgaben vorn 1. Iuli 1881, fort.

Bei Schluß des Blattes erhielt der AntragsteUer, Abg. von Wedell-Malckzow, das Schluszwort.

_ Der Kaiserliche Botschafter Graf zu Münster hat London mit kurzem Urlaub verlassen, um die rhm 1117er- tragenen Funktionen des LandtachnxarfckMUs bei dem am 21. d. Mts. in Hannover zusammen'retenden Provinzial Land: tage zu_ühernchmen. Für die Dauer der Abwesenheit des Botschmtcrs fungirt der Botschafte-Raxh Graf von Bis marek- Schönhausen ale Geschäftßtxäger.

_ Nach einem Erkenntniß des Reichßgerichts, vom 16. September U. I„ gilt eine im Termme zur Zwangs- vev-steigernng eines Grundstücks nritausxzehotene For: d|erung auf Feuerversicherungsxxelder als mitzu- geschlagen, auch wenn sie im Zuschlag-antheile (1193 Gegenstand des Zuschlages nicht genannt ist.

_ Ein Wohnrmgsvermiether, welcher seinen Miether zur Räumung der Wohnung dadurch nöahnrt, daß er die Stuben- thüren und Fenster der Wohnung anshrht nnd entfernt over in sonstiger Weise die Wohnung unbewohnbar macht, ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 11. Strafsenats, vom 1. Dezember 1). I, wegen widerrechtlicher Nöthigung aus §. 240 St. G. B. zu bestrafen.

Bayern. München, 19. Ianuar. (Al]g Ztg.) Das Ministerium des Innern hat zur Verstärkung des tech- nischen Baupersonals drei Ingenieurpraktikatxten nach Speyer abgeordnet, um bei der schleunigen Wiederhersteüung der Rheindammbauten und bei'den trchniichen Arbeiten zur BewerksteUigung raschen Ablaufes des Wasser?- in den Ueber: schwemmungsgebieten rn'tzuwirken.

_ Württemberg. Stuttgart, 18. Januar. (Alla. th.) Dre P r in z e s s i n M a rie von Württemberg, verwitlwete Gräfin von Neippern, ist am 15. d. plößlich von einem schweren Brust- katarrh und bedeutenden Ath»mdeschwcrden befallen worden. _ Der Staats-Minister des Innern von Hölder gab in der heutigen Sißung der Zweiten Kammer DLZ Landtags, der srch nunMehr bis Mitte März vertagt hat, eine Darlegung der Ergebnisse der Enquete Über die Hagelschäden in Württemberg. Durch dieselben sind von den 64 Oder- ämtern des Landes 41 mit 311 Markungen und 96 644 Morgen betroffen. Der Schaden, den man unter dem ersten Eindruck des Unglücks auf mehr als 11 Miüionen Mark be- zifferte, beläuft sich nach den neuesten Erhebungen auf 7 Miüionen, von denen durch Versicherungen etwa 375 000 «46 gedeck: worden sind. Die Noth tn manchen ländlichen Kreisen ßst groß, um so mehr, als Württemberg das leßte Iahr außer m Wein auch in Kartoffeln eine totale Mißerme hatte. Um

Durchlaucht die Prinzessin Friedrich von Hohenonern; links

die Regierung die Beschaffung von Arbeitsselegen eit '

Auge gefaßt, und z_u diesem Vehufe umfangreicheh WEZ: arberten, Flußkorrekttonen und Straßenbauten angeordnex Man hofft, daß die Benüßung der gebotenen Arbeitsgelegm. hett aUSrerchend sem mtrd, um einem Weiterumfichgreifm des Notbstandes vorzubengen. Zu einer NolhstandSvorlage wie in Preußen 11ng glückltcherwei e bei uns die Nothwendigkeit noch m_cht _vor; dre Berathung des Hauptfinanz-Etats im Mä,z nnrd Übrtgens noch Veranlassung geben, hie und da Pofi: tronen zu Gunsten der Veschädigten einzußellen.

Baden. Ka r l e r u h e , 19. Januar. (W. T. B.) Der G ro ßberzog und die Großherz ogin treten am Sonntag Abend dre Rerfe nach Berlin an. - Die S a m m lu n gen d e s L _an d e s co m i t 6, s für die in Folge der Ueberschwemmung Nothlerdenden haben 320 000 „FH, dre des Mannheimer Comitsg 120 000 „46 ergeben.

_SachsemWeimar-Eifenach. Weimar, 17. Januar, (T_hvr. Corr.) _D1e_Umgestaltnng der Lehrpläne für dre Gßmnasxen rst von Seiten der Schulbehörde des Groß herzogt u_n1§_ und der Lehrerkörper eingehend berathen worden, So mel brs ]th verlautet, wird das Ergebnis; der Verathungen d_1e angestaltnng der Lehrpläne im Sinne der preußischersejtg emgefuhrten Neuerungen sein, jedoch mit einigen Abände- rungen, dre namentlrch darauf hinauslaufen, daß die jugend- 11chen Schüler zumal, was die oberste Schulbehörde stets an- gestrebt hat, m den untern Klassen nicht zu sehr mit Lernstoff itherladen__113_erden. Deshalb ist u. a. beschlossen worden, daß mrt Frgnzosrsch erst 111 der Quarta begonnen werden 1011. Nec!) etnxge andere Abweichungen von den preußischen Lehr- p1_c_mcn [md vorgesehen, durch welche bewirkt wird, daß die nxochentlxche thl der _Lehrstunden in Sexta und Quinta um _eme germger rst als_1n Preußen. Die Zahl derselben beträgt 111 Sexta 27, m Qutnta 29, in den andern KLassen 30.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 19. Januar. (W. TB.) Im Abgeyrdnetenhause brachte heute der Abg. Peez eine Interpellatren em wegen der Ausführung des Berliner Ver: trans betreffs der türkischen Bahnanschlüsse. Das Haus be: rteth zunächst_dje neuen Steuerentwürfe und verwies die- selben schließlich an den Steuerausschuß. Den Ausfüh- rungen des Abg. Plener gegenüber bemerkte der Finanz- Mrntster, daß _kxie_neue Erwerbsteuer die Lasten erleichtern werde; nur drexemgen, welche bisher von dieser Steuer besten gewesen seien, könnten beunruhigt sein. Dies werde aher den Stagtskredit nicht erschüttern. Die Zinsen der Prio- rxrats-Ohhgattonen würden durch die Rentensteuer nicht be- ruhrt. Der Munster hält es für unthunlich, die Steuervor- lagen vont Standpunkte der polktischen Partei zu verwerfen und erklart schlteßlich, die Regierung werde etwaige Verbesse- rungsworschläge gern annehmen. *

_ Graz, 19. Januar. (W. T. B.,) Die Beisesung der Lerche des Botschafters Grafen Wimpffen hat heute hier stattgefunden. Der Feier wohnte im Auftrage des Kaisers der Ober-Ceremonienmeister Graf Hunyady bei, außerdem waren Vertreter, des Auswärtigen Amtes, der Statthalter, der_ kchman'mrcnde General und zahlreiche Notabilitäten an- we en .

Lemberg, 18._ Januar. (Pol. Corr.) Gegenüber den ahenteuerli_chen Versronen, welche in Betreff der Sperrung der Iesurten-Kirche in Lemberg im Publikum immer neu auftanchen und zum Theile in den Iournalen ihren Wieder- hgl! ftnden, wird in bestimmtester Weise versichert, daß einzig dre Anzeige _eines angeblich beabsichtigten Bombenattentats und die Rückncht auf die Lokalverhältniffe in der genannten Kirche die Veranlassung zu der VorsichtSmaßregel der Sper- rnng derselben geboten haken. Die in der Presse in dieser Angelegenheit gerich1etenAnfragen an die Regierungshehörden er1cheinm gegenstandslos, weil die Sperrung der Kirche weder von Sicherheitsorganen verfügt, noch unter deren Mitwirkung voUzogc-n wnrde.

Großbritannien und Irland. London, 18. Januar. (Aüg. C0rr.)Uehe_r daS Manifest desPrinzen Napoleon schreibt die „TUULS“: „Der Prinz hat durch dasselbe Niemandem GUTES gethan als nur der republikanischen Regternng. Ihn hat daffelhe ins Gefängnis; gebracht und wird _uuzweifelhast seine permanente Verbannung vom französischen Boden zur Folge haben. Den Republikanern hat derselbe eine Warnung gegeben, welche sich dieselben, wenn sie irgend welche politixche Weisheit besihen, sehr schnell zu Nußen machen werden. Er hat ihnen die schwachen Punkte ihree Systems aufgedeckt, und die Art und Weise, wie die Republikaner am besten einen wirklichen Vortheil aus der ganzen Sache ziehen können, ist, die unbedingte Nothwendigkeit der Einigkeit unter sich zu verwirklichen. Kein unparteiischer Beobachter kann leugnen, daß in vielen der vom Prinzen gerügten Männ-Il ein Kern von Wahrheit liegt. Die Republik 11'1 ejn großes Experiment, auf welches wir hier zu Lande mit den besten Wünschen für einen glücklichen Erfolg blicken. Gex'chwächr durch den Verlustseinee hervorragendsten Sohnes, finder Frankreich seine Schwierigkeiten unendlich vermehrt, so daß es einen Grad von Weißheit, Scharfsinn, Selbstbeherrschung und öffentlicher Tugend entfalten muß, wie wenige Nationen ihn henßen. Doch hegen al1e seine Freunde und die Freunde einer freien Regierung in der ganzen Welt die beste Hoffnung, daß eZ alle Schwierigkeiten mit der Zeit überwinden wird.“ _ 19. Januar, Abends. (W. T. V.) Der Prinz und die Prinzessin von Wales werden am Montag früh die Reise nach Berlin ria Calais antreten.

Der Staatssekretär des Krieges, LordHartington,hielt heute in Manchester eine Rede, in Welcher er darlegte, daß der Krieg in Egypten eine absolute Nothwendigkert gewesen sei. Lord Harrington besprach sodann die Ver- hälxnisxe in Irland nnd äußerte: es existirten daselbst ebenso wie in Rußland, Deutschland, Frankreich und in den Vereinigten Staaten geheime Verbindungen, welche Krieg gegen das Eigenthum, die Ordnung und allgemeine Sicher- hrit führten. Ueberall, wo solche geheime Geseklschaften vor- handen seien, habe man stets außerordentliche Maßnahmen für nothwendig gehalten. Die Regierung sei unbedingt ent- schlossen, mit al1en ihr zu Gebote stehenden Mitteln hte agrarischen Verbrechen zu unterdrücken. Unabhängigkeit und einedeigene Legislatwe könnten Irland niemals zugestanden wer en.

Kapstadt, 19. Ianuar. (W. T. V.) Das Par- lament wnrde heute durch eine Rede des Gouverneurs er- öffnet, in welcher derselbe erklärte: die beste Politik gegen-

nun einem drohenden Nothstande nach Kräften vorzubeugen, hat

über den Feindseligkeiten unter 'den Vafuto-

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äuptlingen sei die Nichkinteroention in den inneren An- aelegenheiten ihres _Landes, _dagegen dre AuSübnng der Kon- trolle nach außen hm und dre Y_ufrechterhallung der Ordnung an der Grenze, um den Verpfltchtungen gegen den Orange- eristaat nachzukommen.

Fraukreickx. Paris, 18. Januar. (Fr. Corr.) Die Armeekommission der Deputrrtenka_m_mer, deren Vorsitzender Gambetta war, hat Martm F_e_nrllee zum Pra- fidenten und M. Margarne zum Vtze-Prandenten ernannt. Die Kommisfion scheint _bed_eutende Abanderungen rm Avancements-Geseße zn beabstchngen.

Der englische Premier, Mr. Gladstone, hat auf der Fahrt nach Cannes Paris berührt. _ _

_ 19. Ianuar. (W. T. B.) Der _„T emp s“ besprtcht dre _von den Morgenblättern erwähnten, h_ererts_ gemeldeten Gerüchxe über die Organisation der _legrttmrstrschenPanr und meint: die Details waren vrellercht etwa?- ühertrreben, 1__m Rüge- meinen seien indeß die gemeldeten_Fakta r1cht1g, _Dre Behorde habe ein wachsames Auge auf derartrge Versuche emer Verbxnyung, welche von genrlffen rührigen Persönltckzkerten der royaltstrfchen Partei unternommen würden. Sollte rrgend _etn solcher Ver- such gemacht werden, so werde er energrsch unterdrückt werden. _ Das Iournal “PLUS“. melhet Yehnbches und bemerkt: die Organisanon ser eme rem_1egrt1nz1fi1sche.

_ 20. Ianuar. (W. T. B.) Dre Zerrungen _der royalistischen Partei erklären die Nachrrchten von _emer legitimiftischen Verschwörung 1ür unbegründet und memen: dieselben seien nur ein Manöver, um dre Annahme des _An- trages auf Verbannung der Prmzen gcrechtfertrgt erschemen

1a en. zu (*sZseneral Vittiéz begieht sich morgen nnch Berlin, m_n den Präsidenten Grévy bei der Feier__ der silbernen Hochzert des Kronprinzen und der Kronprinzesnn zu vertreten. __

In einem heute Vormittag unter dem Vornß dez?- Pra- stdenten Gréoy stattgehabten Ministerrath nnd dre Ge- seßentwürfe über eventuelle Maßregeln gegen Thronprätendenten und wegen Ahänderung des Preßgeseßes vom Iahre 1881 _genehm1gt worden; betde Geseßentwürfc werden noch heute rn der Kammer emgebracht werden.

Die über eine Ministerkrisis umgehenden Gerüchte wer: den von der „Agence Haves“ für unbegrünhet erklart.

Lyon, 19. Ianuar. (W.T.V.) Anarchrnenprozeß. Der Gerichtshof hat in dem heute ertheilten Erkenntmß das Vorhandenjein eines Anarchistenbundes angenommen, der den Charakter einer Verbrüderung mit der Internanonalen habe und darauf anSgehe, ein Einstellen der Arheir und e_nze Be- seitigung det.? Vaterlands, des Eigenthnms, der Fa1n111e und der Religion herbeizuführen. Demgemäß hat der (Herrchtshof die Angeklagten (Hauthier, Bernard, Bordat und Krapotktn zu fünfjährigem Gefängniß, zu 2000 Frcs. Geldbuße, zu zehnjähriger Ueberwachung und zum Verlust der staats- bürgerlichen Rechte und der Ehrenrechte auf 5 Iahre _ver- urtheilt. Fünf Angeklagte m_urden freigesprochen, dre Ubrrgen Angeklagten zu Gefängnißftrafen von 6 Monaten 1)th zu 4 Iahren verurtheilt. Bei Puhlikatron des UrtherlS kam es zu tnmultuarischen Scenen, namentlich durch dte Frauen von mehreren der Vernrtheilten. Die anwesenden Soldaten stellten die Ruhe wieder her. Die Frau _deS Fürsten Kra- potkin verließ den Saal am Arme von Lomse Mtchel.

Italien. Rom, 20. Januar. (W._T. W.) _Prinz Thomas, Herzog von Genua, hat seme_Abre1se nach Berlin behufS Vertretung des Königs h_ei_der srlbernen Hoch- zensfeier Ihrer Kaiserlichen und_Kön1g11chen Hohetten des Kronprinzen und der Kronpzinzessm auf morgen festgesetzt.

Serbien. Belgrad, 20. Januar. (W. T. B.) Die Skupschtina nahm den serbisch-deutschen Handels- vertrag ohne Debatte an.

Montenegro. Cettinje, 20. Januar. (W. T. B.) Der Finanz-Mintster Cerovic ist zum Gonverneur yon Nicsic und der erste Adjutant des Fürsten, Maternovrc, zum Finanz-Minister ernannt worden.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 20. Ia- nnar. (W. T. B,) Der Kaiser hat für die dnrchhen Cirkuehrand in Verditscheff Geschädigten und dre Famtlren xer __beim Brande ums Leben Gekommenen 4000 Rubel ge- pen et.

SchWeden und Nortvegen. S_to ckh 0111), 17. Januar. Die von dem König bei der heutrgen Eröffnung des Reichstags verlesene Thronrede hat folgenden Wortlaut:

Gute Herren und schwedische Männer! Das zuletzt _verflqffene Jahr ist reich an Segen für Land und Volk gervesen. Dre retchste Ernte, Welche unser Boden seit vielen Jahren hervorgebracht hat, rst glücklich eingebracht. Die Ausfuhr der Produkre un1erer Berge und unserer Wälder hat reichlichen Gewinn ergeben. _

Für mich und mein Haus i1_t die1es Jahr auch besonders gluck- Dringend gewesen. Zu dem Fett unserer szlbernen Hochzeit haben meine Gemahlin und ich viele uns unvergeßltchePrehen der Ergeben- heit des Volkes erhalten, und am 11. Novem_ber konnre _ich emen ge- liebten Enkel in meine Arme schließen. Schaybar tft mrr dre Ueber- zeußung, daß Schwedens Volk meine Gefühle der Freude und de_r Dankbarkeit gegen die Vorsehung für diese Gabe theilt und fich mit mir und den Meinigen in Warmen Fürbitten für den Neugeborenen vereinigt. _

Während des verfkoffenen Jahres ist_ die nördliche YerbtndungY- bahn vollendet wvrden. Sie wird rnachtig dazu beitragen. dre Brüdervölker einander noch mehr zu nahern, den Verkehr _zwrschen henfelben zu heben und sd das Vereinigungsband fernerwext zu be- festigen, indem die reichen Produkte wichtiger Landestherle „dem Waarenaustausche zugänglich gemacht Werden. _

Das Verhältniß der vereinigten Reiche zu den fremden Machten 1st fortgesetzt das beste. _ _ _

Schon Vor meiner Thronbesteigung und _wahrxnd meiner ganzen RLIierungSzeit find die Fragen Wegen der zertaemafzen Ordnung des Vertheidigungs- und des Steuerwesens Gegenstand _der Berathung fur die Staathewalten gewesen, ohne jedoch bisher erne andere Aus- Ücht zur Lösung gewonnen zu haben, als daß dre helden Kammern des Reickpstages während meines ersten Regternnngahres uber die Hauptregeln für die Durchführung der Reform emig gewyrden find.

_ Im Jahre 1873 bezeichnete der Retchstag als setne Ansicht, daß die Grundsteuern ungleichmäßig vertherlt ynd als Steuerform UUIeeignet seien, sowie daß die Landwirthjchaft- von “_Oxn1elben I; b_e_f_reien sei, nicht durch Ablösung, sondern durch succemve Ah-

ret ung. . _ _ _ _

_ Außerdem erachtete der Reichstag, daß dte erngethetlte Armee fur "O_le Vertheirigung des Landes weder außreichcnd, noch (116 Stamtn Fur eine aus Dienstpflichtiaen h_cstchende Armee geetgnet set, 1ondern daß ein solcher aucb Cadreswldaten xrrnfaffcnder Stamm aus den Reihen der Dienstpflichtigen gegen Entschadtgung aus der Staats- kasse zu bilden sei. _ _ _

Aus diesem Grunde hat auch der_ Reichstag, der mcht uberjah, daß eme neue Heeresorganisation ansehnlich vermehrte Kosten verursachen

würde, ersucht, dax“; ich, in Verbindung mit der_Vorlage v_on Vor- schlägen zu einer neuen Organisation des VerthxtdigunngyeWns des Landes, das nicht auf der cinaetheilten Arn1cc_ wndern aus eine aus- gedehntere Anwendung der allgemeinen Dtenjtrflickdx h_afire, Bestign- mungen vorschlagen möchte wegen ]ahrlxcber Ahsrhrexbung gewin-r Prozente von den RüstungÖ- und Ryttrungslzxten ]owie von den Grundsteuern, so “Laß diesc sämrntltchen Lasten naeh und nach vermindert würden und schließlich ver1chwanken, woqeaen der Grund- besitz nach denselben Regeln in Abgabcnpfitcht(ber111niug) zu nehmen sei, wie fie für allen anderen Befiy gelten. __ _ _ _

Die Liebe zum Vaterlanke und dre Sorge [nr denen Selbstan- digkeit und künftiges Glück haben meine _Ent1chlune_ geleitet, als :ck) diese vom Reichstage ausgesprochenen Ansrchten authteß. _

Sachverständige, hauptsächlich auä_ren Mttßliekcrn hetker_K_mn- mern des Reichstages aus-krwähltc Manner haben nach ?orgfalngcn und schäßharen UntersuWungen über die Art der_Orrnung des Ver- theidigungs- und des Steuerwesens Gutachtxn erstattet, nach welchen ich voUständige Entwürfe und UehergangShestrntmungen zur OZYrun-g der Land- und Seevertheidigung wwohl wre zu durchgreifenden _Veränderungen in dem Steuerwesen des Landes habe ansarhcrren emen.

Diese Vorschläge sind in Uebereinstimmung mit den vom Reiche?- tage bereits gutgeheikxenen Haurtregeln ahgemßt und erfordern Weder größere Geldorfcr, als nach meiner Ueherzeu.*.ung das Land wohl zu tragen vermag, noch eine weiter aquekebnte Uehnng dcr Dxens_t- pflichtigen, als fie der Reichstag mehrere Ma[e zugestanden und sur erforderlich erachtet hat. _ __ _

Ick bin überzeugt, daß Sie, gute Herren und 1chwe_dt1_che Mcxnner, die Forderungen des Vaterkandes über alle _ancren_?_1_kucknch)ten xtcllen werden, wenn fie, nach gewissenhafter Prufung drejsr merner Vor- schläge, die entscheidenden Beschlüsse saffen, deren Fo_1aen m_ unsere inneren Verhältnisse so tief eingreifen und ihren Etmlaß werf uber die gegenwärtige Zeit hinaus geltend machen werden. _

Jm Bemrßtsein, daß ich eine mit Yen rem_Rct_chstage «USZ:- sprochenen Ansichten übereinstimmende Löxun_q_ernjthast zu erlangen suche, Werde ich Ihren Verhandlungen über drew Angelegenheifxn mrt unabläsfiger Aufmerksamkeit folgen und hoffe,_ Las; dre von nnr ver- gelegtcn Entwürfe das Entgegenkommen ber IML!) finken werden, wodurch diesenso wichtigen Fragen ein Aukrang heretter Werden kann, der geeignet ist. die Sieherheit des Vaterlandes und dre rulnge Ent- wickelung rer GeseÜsOast zu befördern. _ _

Die reranstaltete Untersuchung der Steuer_verha11_1111_7_e des Landes har meine Ueherzeugung von der Gerechttgkert hc- festigt, da?"; die nach der Kopfzahk erhobenen Steuern _ zu beschränken sind und daß zum Vortheil fur die Weniger Bemittelten weitergehende Erleichterungen_ m der Amycndnng rer Einkommensteuer zu gewähren find, als bisher gestattet_ getre1cn_nt. Diesbezüglicbe Vorschläge sowie betreffend _xre Herab1et5un-g einer unter dem Namen Ladegeld auf einem gewxnen Gewerbe ruhenden besonderen Steuer Werden Ihnen vorgelent werden. _

Eine Umarbeitung der BewiUigungsverorYnung stehf tmr der Steuerreform in Unzertrennharer Verbindung; 1ch Werde Ihrer Pru- fung Vorschläge vorlenen zu einer Verordnung, betreffend rte *Ve- wi[1igung wem festen Besitz und vom Einkommen, nodurckz __der [und- wirthscbastlickoe Grundhefit; mit aUem anderen fenen Bcntz g1e1ch- gestellt und eine besondere Bewilligung_ aus das Einkommen aus dem landwirthschaftlicben Betriebe gelegt wrrd.

Die anSgedehnte Anwendung der Verhrauch§steucrxr__ erfordert zur Erhaltung der Gerechtigkeit im Steuersystetn, dax; neoen de_melhen für eine andere indirekte Stcuerform errrertertcr Ramn ne1chaffen wird, geeignet. das größere Stcnervcrmögen mehr zn treffen. Ich habe deIhalh Vorschläge zu einem neuen GejetZ; betreffend dre Stempel- ahgahen, auSarbeiten lassen, um Ihnen di_e1e1hen yorzulegen. __

Die erhöhte Besteuerung der spirituöxen Getranke, welche fur__k)en Beda_r_f destRFatZs _crforde_r_1ich ist, MYJZW vor, durch eme maßrge Erhö ung er a riations euer zu e (1 en. _

Das jetzt vorgelegte Budget zeigt einen Uehcrsthuf; von 1 700 000 Kronen, welche zur Verstärkung des Grundfonds der Staatskane zu überweisen ich Ihnen rorschlage. _ _ _

Für die Behandlung der Rertheidigungs- und _Steuerxranen Mrd dre Zeit des Reichstages in so au§gedehntem Maße 111 Ampruch genommen werden, daß irh erachte, darüber hinaUs jetz] zu Ihrer Prnnmg keine anderen Vorschläge machen zu dürfen als ]olche, rvel_che mehr von zn großem Umfange find oder Welche mir dem Burger m unmrttelharer Verbindung stehen. _ _ _ _ _

Kraft der Vorschrift der Versaffnng eroffne teh nun drew ordenr- liche Reichsversammlung und verhleihe Ihnen, gute Herren _und schwedische Männer, mit aller KÖnigltÖen Gnade und 3,311» stets wohlgewogen.

Afrika. Egypten. Kairo, 20. Januar. (W. T. B.) Die „Agence Harms“ meldet: Die Aufhebu ng der Kon- trole ist dem hiesigen diplomaxischen Vertreter Frank- reichs notifrzirt worden, der lsßtere hat 1er der rhm ge- machten Mittheilung alsbald seine Vorbehalte geltend gemaht.

Zeitungsftimmen.

Die „Elsaß-Lothringische Zerrung“ warnt_ dre Bewohner der Reichslande vor der Agrtatwn der Emrgrrrten. In dem Artikel heißt es: _ „:- -:

. . . Sie (die Emigrirten) [ehen _ doeh das (nsr nur von de_n respektahcleren Charakteren unter _11)11en _ in dem Wahn, d§ß_dte Bevölkerang dieses Landes noch 1hr_e Anschauungen, _ihre _anrhe, ihre Hoffnungen theile; mit der Lange der _Zelt i_vachs_t 11*re_51cker- hlendung und in arger Selbsttächhnng erbltck_en src dre Zustande in Elsaß-Lorhringen in einem gänzltch falschen Lichte. _

Elsaß-Lothringen ist ungeachtet des Bestehens 8es_Dtktc_11ur- Paragraphen heute freier, als_es jemals zn irgen8_exner Zett der tran- zösiscben Herrschaft gewesen ist! Es enUendet ]cmc Abgeordneten 111 den Reichstag, wo fie freier reden können, was ihnen _heltebt,_ als dies je in einer franzöfischen Deputirtenkammer _dcr Fall 1em_ wu_rde. Protestahgeordnete aus Nizza und quoven, Algter odcr Tunis wurde eine franzöfische Kammer in ihrer Mute _gar mcht einmal_ dulden.

Neben dieser Volksvertretung im Retchsrage besteht_ el_ne Lander?- Vertretung, Welche alLe Angelegenheiten des Landes beltcbrg vor [hr Forum ziehen kann, welche Über das Bxxdger entscheidet und deren Einfwß auf die_Geschäf1e des Landes ernchtlrch von Jahr zu Jahr im Zunehmen irt. __ _ _ _ _ _

Die Wahlen zu allen Korpenchastxn W[lnehen 1111) 10 un- heengt durch die Verivaltung, wie dies m_ Frankreich wohl unter keinem Regime der Fall ist, Und was d_1e Handhabung der Ver- waltung selbst anbelangt, so steht in mnerem L_ande tm Gegen- satz zu dem Auftreten_ der Yeutsrhen hoheren Beamten das Zugreifen der franzöfi1chen Nrafcktcn,_ unbekummrxt_um (Ve- etze und Ordnungen, ja noch m fri1_cher_ _Ertnncrung. Hrertn haben fich die französischen Präfekten - mrt etntgen ehrenvollen AuInahxnen - von einander nicht untersckoieden, gletckWtel, _ob fie _vom Etnrnre oder von der Republik besteUt waren. _Befugmffe, wre der Ka_11er- liebe Statthalter fie nur in äußersten Fallen zur Anwendung brmgt, "md mit wenigen Unterschieden noch heute gejexxlrche VoÜmachten der ?ranzöfischen Minister und werden nicht nur von diesen, sondern selbst von Präfekten nachdrücklich gehandhabt. _

Das ist die „Tyrannei*, der ,Druck_“, unxer welchem Elvaß- Lothringen nach der Behauptung der Pariyer Amtatoren seyfzt. Wie lange Frankreich dieser agitirenden Emtgratwn das gesahrltche_S_*1el mit dem Feuer noch gönnen wiÜ und gonnen darf - ward dre eit

; ür Esa -Lothrin en ist es Gebot der Selbsterhaltung, die “JJ afhzusÖLeiTen, mi? Welchen hedauerliche _Verblendung oder Jevelhafter Leichtsinn aus sicherer Ferne die Gemuther zu umgarnen

sucht. . . .

_ Das „Berliner Tageblatt“ sagt in_ einem „Ne Börsensteuer im ReichStage“ überfchriebenen Artikel: _

Der Grunrsat; rer rrozentualen BesteuerunxxkeZ Börsengerckyäkts ist nicht allein ein gerechter, er kann auch ohne 3charrzung_res l_ezi- timen Börsenrerkehrs zur Anwendung gelangen. Das zetztern hörjen- technischer Beziehung Hr. ron WedeU-Malcbow dur_chI_ 1_ctnen_gar nicbt unneschicktsn Hinkreis auf die von der SarhverZaneren-Kcm- miffion der Berliner Börse für die Erhebung der Steuerxaye des jeyigen ReirhÖx'temrelstenergesexxe-Z eingeführte Skala. . . Im Ganzen kann man es nickzt anders als_ ern unerfreulnhes Bt_ld nennen, Wenn die Gcseizzeher des Dquchen Ret_ches_ e1n1_g_rarn_1 find, dar“; das Diäerenzsrirl al:? unmoralisä) zu hekampren rer, daß man aber nicht im Stande sci, daffelke auszurotten oder _zu Unter- drücken. Würde dieses Spiel nur als nebensächliche _Er1chemung nn Börsengescbäft auftreten, fe hätte das nicht viel zu 1513811. Dr aber thatsärrlich das DtßerenzgesWäft den bei Weitem größxen Theil der Umsäxxe an der Börse veranlaßt, so sollte im Jnterene der offent- lichen Meral allerdings etwas gegen dieses Uebel gethan wcrden. Unseres Erachtens ist nun die prozentuale Börxenstcucr, unter Be- schränkung derselben auf die rein hörfcnmäßig hctriekenen (Hexcharxe und un?er Vermeidung aller reratr-riscben Konrrolbcstimnnmßen, wwe der mehrfachen Besteuerung eines und desselben Geschäfts, ein tvxrk- james Mittel zu diesem Zweck, _ _ _ _ _

_ Die „Süddeutsche Vres1e“ 1chrerht rn e1ner Bc: sprechung der Frage einer Erhöhnng ker Holzzökle:

Unter den zahlreichen Preruktrn T'eutschlznks, n'clckxe no.?) nich1 ausxcickenr neschürzr sind, steh! “cuz Walrrrernkr, das Holz oben an. Ti: Erfahrung hat nclehrt, 'das: der 3911 r.s 1879er TarisI 311 nierrin ist, um zn srhi'UZen, und zu gering, um ein Finansz zn sein. Die RiMigkeit diescr Vehanrrung wird nun ÜUÖ von den Freikänrlern zugeaéhen, aber die Folgerung bestritten, dax"; durrb einen höheren ZVU Remcdnr geschaMn werden könne. Wir denken in diesem Punkte anders. Der Zell muß, um 1111131 eine werth- und inhaltlose Formalität 311 sein, um so vie1 erhöht werden, daß er die Einfuhr anf ein das Verhältnis; zwischen heimisÖer Pro- duktion Und Nachfrage nichr störendes Minimunr herahrrürkr und, im Fa11e ciner Differenz zwischen einheixnisrhcr Narhsrazre nnd Produktion, aus dem Import einen nennenswerthen, “een Verlmt an Arbeitékrmr und cine Steuer anf den Gewinn des *UU-lenres rerräscnt'xrenden Fi- nanzon abwirft. Ein so herncffener Zol1 wiirde dem mit fremrer Wanke Likerseyten einhein1ischenMarkke aushelfen. Tic Behaurtnng derSchu13_- Jöllner, da?“; die Helzprsise Das Banen Ic. hekcutenö vertheucrn 1r11rderni1t ncwif; nicht in dem Maße zutrcffend; renn fokald rer einheimi'ckde Produzenr übermäßige, die Differenz des- Ze1le§ Überxteigcnde Lln- svrürbc stellen wollte, würde der Jtnvort wieder Namn gewinnen. Und wenn 1hatsär1111ch eine kleine Sreinerung “oer Prei1e_einthTcn würde! Was läge daran “.“ Ist es nirht besser, die einheimi1che 39-315- Prerukrion kommt emwor, als daß das Vermögen in§2111§1a11_d_wa11rcrr und wie wir noch. sehen werden, die einheimisÖen ArheilÖkraYte ohne BesckxäftiQuna find'." 5.1.1?er sollte :ncinrn, Über diese Fragen ]er mehr mrhr ZU streiten. _ _ __ _ _

_ In den „Berlrner P011111che11 Nachmchten' lesen wir: _ _

Einem zu Anfang dieser Weckzc in London rerörrrnflrÖten _Par- lamcnté-heriOtc Über Lizenz: und SteltercrtraJ des englt1chen Brauercincwerhes entnehmen wir, dax“; wahrend des nnr Ende Srrtember 1882 ahgesrsxloffenen Bericbtöjahres 16 688 Personen im Vereinigten Königreiche [izenzherechttgt waren und an Lizenz- und Steuerheträgen insgesammt rie Smnzne von 8668 405 46 14 5“; und 82 (1 entrichretexr Die größte Firma krante nahezu 1200000 Barrels nnd zahlte 874483 .;6 10 51]. Bierstcuern; die zweitgrößte felnte mit etwa _1Mtllwn Barrchs, 312161 46; die dritrzrößte 800000 BarrelI, 248 742 „€ Stcnern. Der reklarirte Wcrth dcr Gesammtausfuhr (428037 Barrels) hetrng 1812 424 .':8. Davon bezog das geringste Quantum, 2 Barrcl-Z, Werth 11 .;8, Ocsterreirh.

Central'hlatt für dasDeutsche Reirb._Nr. Z. _ JnhaÜ: Militärwesen: Acndcrnng derLandwehrh_e_zrrk§en:1het[xrng. _ H3n_d_e1§- und Gejrerhewcsen: Ergänzung der Bestimmungen Uher dre Prufung

der Apothekergehi'chn. _ Zoll- und _Steuerrrcsen: Befurxniffe 1'011 Zoll: und Steuer1tc[[en._ _ Iusxtzwexenx Aenderuna nn Berzcrrhnrß der zur Einzichnna von (Zertchteroftcn bestimmten Stellen. _ Polxzer-

wesen: Ausrreisung von AuH-ländern aus Dem ?xskcickBgehietc. _ Ju stiz-5,1.1kit1isrerial-Blart. Nr. 3. _ Inhalt: “1111getnexne Verfügung vom 16, Januar 1888, betreffend die dar;!) (TrynÖen dcr Verwaltu11g§gcrich1c entstehenden haaren Auslagen. _ Erkenntnrn dcs Rcich§nerich1§ vom 16. Serremher 1882. Centralhlatt der Bauverwaltunn. Nr. 3. _ Inhalt:

Amtliches: Cirfnlarerlaf; vom 18. Dexcmher 1882. _ Personalnaxh- richten. _ Nichtmntlirbes: Ans Andreas SÖlüters Lehen. (SWW) _ Neue Banerdnung fiir den Distrikr Celnmhia in Den Vcreinxßren Staaten. _ „HOW11erfch1chen-Iherhau für di; Sraatsb.1h11enOe1te_r- reichs. _ Neu enxdeckte antike Waffcrwitung _des Mkacrrnus m Neapel. _ Vermisahtes: Z,:tr Wiener Stadtbahnsrgge. _ DLM. *.*-on Sralaw in Dalmatien. _ Cirkuzhrand in Bcrdithw. _ Fretherr

von Wolzhgen "[“. _ Tcchxiiscke Hochschule in Berlin. _ Briefkasten

Reichstags : Angelegenheiten.

Dcr Etat des Rei Erstages Weist iihcreinsrkzntnend mit rom Etat für 1882/83 für das (Étarsjahr 1883/84 wie fUr UH Etatsjahr 1884/85 eine Einnahme von 2419 „lä aus. _ _ _ __ _ _

Kavite[ 2, „Fortdauernde AuMahen“, 111711651 _n1r_ 1883/84 nne für 1884/85 gleichmäßig mit 407 670 „xc: aß, nne nn Vorjahre 1882/83.

Der Etat der R eich skanzlei zeigr für heide Er_atFjahre eine Einnahme von 2575 .“. und eine Aus.".ahc von 126 9-0 «M;, _d_. 1). gegen 1682/83 1200 «16 mehr in Titel „Wohnungsgeldzmcknne“. Der derzeitige vortragende Rath befindet fi-Io nnht rn_1_chmr;_emer Dienstwohnung, wie sein Vorsänger. Daher in _der 1erzrer Zett ah- gesetzte Wol)nung§ge1dzuschuf3 mit 1200 .1-5. [ner wterer ctngestellt.

Der Etat für das NuSwär_tige Amt anf das Etatszahr 1883/84 beziffert die Einnahme aus 571 7708!!- (gegen 1396 Vorjahr + 47120 W). Dieses PlUs rcsultirt aus folgenden Ttte[n_:_ (Ye- hülnen für die bei dem Auöwärtinen Amt achscrtrgten Rencpaffe mit 30 „zs.; Gekührcn bei den gesandtsrhaftlirhen und bewldrten Ken- snlatsbehördcn mit 43 740 „14: vcrsrhiedcne Einnzhmen 1_md_ zw;r_: Mietben :c. mit 750 „16; Wittrren- und Wat]engeldhettrage mtt 2600 „46

Die Einnahme in dem Etat für_1884/85 heläuft_ fick) auf 573 080 „44, also um 1310 447: mehr wie für 1888/84. Hrcr findet fich ein Mehr von 1440 „44 in_dem Titel .Gehnhrcn h_ct den _ge- sandtsckeaftliehen und hesoldercn Konsulatsbchörden“, nnd e_rn Wemzer von 5 bez. 125 „16 in den Titeln .Gehührc-1 für dre bet dem Aris- wärtigen Amt ausnefsrtigten Reisepässe“ Und „Versckxredene Etn- nahmen und zwar Mictbe :c.“ _ _

Die Summe der fortdauernden Angahcn beziffert fick) fnr 1883/84 wie für 1884/85 auf 6825 415 „44, gegen den (81:1th 1882/83 um 148 640 .“ mehr. Eine Aßweichung _der vorliegenden Etats gegen den vorigen Etat zeigt fich: bei den Be!oldungen_: rnehr 14 400 „xe, Besoldung für einen vortragendcn Rath 8700.44 und fur emen ständigen Hülfsarbeitcr 5700 „Fi; 16 800 “M mehr _snr 3 Erwedtenten z. 4200 «M und einen Buchhalter 4200 „461 nnd 8550 „ck Besoldung für drei Geheime Kanzlei-Sekretäre fr 2850 .44 Unter _.Woh_nung§- geldzuscbüffen' sind für diese Beamten 7320 :ck mehr m Anmy ge- bracht. Bei den fachlichen Artsgaben findet 1161) et_n Weniger yyn 11000 bezw. 12000 “sé in den Titeln . n Kurter- und Rene- kosten' und „Zu Postgcld, Frakbtkostrn, 11_afettcnkr_)sten und_fur telegravhische Depeschen“ und ein Mehr von 3000346 111 dem Titel: „Zur Unterhaltung der Dienstgebäude dcs Auswarttgen Amts :c.“