1883 / 24 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 27 Jan 1883 18:00:01 GMT) scan diff

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16 690600 „44, also 705000 „;ck. mebr, als wie in dem Etat für 1883/84. Ein Mebr in den Ausgaben des Etats für 1884/85 baben folge1de cTitel: Besoldungcn der etatsmäßigm Beamten bei der Ge- neral-Direktion 6900 „ck, bei dem Haupjkaffen- und Burcaupersonal 2070036; Titel „andere persönliche AuSgaben' 25400 „46- Bei den .1achlicben Ausgaben" findet sich ein Mehr in den Titeln „allgemeine säckolickxe Kosten“ von 26 550 „is; „Kosten der

üge' von 6000 .“; .Unterhaltung der BetriebSmittel“ von

2000 „M; „Kosten der Benußung fremder Babuaxilagen und Beamten“ von 35 500 .,«1; und „Kosten der Benutzung fremder Be- triebSmittel' von 20000 «ck

Die einmaligen Ausaaben betragen in dem Etat für 1883/84 1870 000 .“. (- 2530000 „44 chm den Etat für 1882/83) und vcrtbxilen sich auf folgende drei Titel: Zur Herstellung eines Ver- waltungsgcbäudes für die GenerabDirektion dkl.“ Eisenbahnen in Straßburg und eines Dienstgkbäudcs für die Betriebs- und Verkehrs- Jn]p.ktion daiclbst, leyte Rate. 700000 .“. (_ 300000 36). Neu sinKLZtcllt in den Etat für 1883/84 find: Zur Herstellung einer vom Bababorc Luttcrbach abzwxigendcn, nördlich um die StadtMül- bauscn bis an das neue Hatenbaffin daselbst führenden normal- spurigen Verbindungsbabn, sowie zur Erweitung des Bahnhofes Lutterbacb 920 000.“ und zur Erweiterung der Werkstättenanlagen in Bischbeim, erste Rate 250000 „kü _ Der Etat für 1884/85 bringt die einmaligen Ausgaben mit

250000 „M in Ansatz. znitbin mit 1 620000 „kö weniger als der Etat fur_1883/84. Die1e 250000 „xa find als ziveite und leßte Rate zur Erweiterung der Werkstättenanlagen zu Bischbeim bestimmt und srUen, ebenso wie die oben genannten drei Posten der einmaligen AuSgaben im Etat für 1883/84, aus der Anleihe gedeckt werden.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Jabrbuck) s Vercins für Orts- und Heimatbs- Kunde im Süd lande. Herausgegeben im Auftrage des Ver- eins von K. Mummenthey. Mit 2 litbograpbirten Ta eln und einer Etammtatel. ]. Zabrgang. Hagen. 1882. Druck und Kommissions- Verlag von Gustav Butz. - Ter Veisin für Orts- und Heimatbs- kunde des S_Üdcrlandes bestebt seit dem Jabre 1875. Er bat iich zum Ziel g-iteckt: das westfälische Südeiland, d. b. die Flußgebiete dcr Lenne, Rulyr und Volme vomRotbaargcbirge an, d.sfen einsamer Rücketi zwischen dem kablcn Asienberge und dem Cderkopf die uralte Stammisgrenze dkr Franken und Sacbien bildet, bis da wo dieHöb-enziige des Hxarstranges und dcsArder) den koblenreickzen Westfälischen Flachland- busxn umfäumcn, nach wiffsnschastlichr Methode in Bezug auf die Ge1chichte, die Industrie, die Syracbc, dis rcrskbwindendc-n Sagen, Sitten und Gebräuche scinkr Bcwobuer, in Bczug auf die gegen- wärtige und die vorweltlicbe Fauna und Flora sowée in Rücksicht auf die oro-bydrograpbisä'cn, mineralogiicben und klimatologiskten Ver- hältnisse zu durcbfoxschcn. Er beabsichtigt, das Material hierfür auf- zujammeln, zu sichten und zu ordnen, d.n gcgenseitigen Zusammm- bana der gsaxbenen Verhältniffe und Bedingupgen vxrstebcn zu lernen und die Etgebx:_1s1e dcn_kc-mmenden Gescbleckxtcrn zum Weiterbau zu überliefcin. Der Verein entstand zugleich mit dsr Gründung seines Museums, dessen Ne_ubau am 15. Oktober vorigen Jahres eiöffnet Wurde, und Wclcbes C1m11_ Sammelpunkt allcsdi-ffcn bildet, Was übcr Gesckoicbte un_d Nätur dtcscs Tbcils des Westfälische!“- Südkrlandes Licht mxd Auf- klarimg zu _verbrcitxn gccignct ist. Die Mimlieder dcs Vereins gcbö- xen_dcn verichikdevftcn Ständcn und BErufsartin in Altena, dcn ubrigen Orten des Lennxtbals und auch in den großen Städten unserm." Westlichen Provinzen an. Durch ihr Zusammenwirken Unter der _ unermüdlichcn intima des Rkktors Mummenthey in Altcna _1st _trotz dcr_ kurzen Zcit dcs Mstehens des Vercikas scbon Großartiges Félkistkt Norden. Mit der Ausstellung der Artejakte des Flußgebiets der Lsnnc wurde ein sebr lobenswertber und m Anbetracht der kurzen Zeit der Entwickslung des Museums S1ÜU1'1'11 crcegender Anfang gkmackxt. Auck) hat der Vercin ei'rig solche Urkunden, Welche sich auf _die (Geschick,)te dcr Industrie beziehen, gcsarnmclt. Man findet ferner Zeugen des uralten Gewerbeflcißks der Süderlande, wie bochintereffante Proben alten Osemundeisens, das Mcdell des ersten Luppcnbammsrs im Lsnnetbalc', ferner die Darstxllungspbgsen des Pyddeleisens, der Nadel, des Fingerbutes, des N1E1€S Ic. Bewndere Aufmérfsamkeit erregt das Moch einer alten Trabtrolle, bci Welcher die Ziebzanae gradlinig beWc'gt wird, das Modell _eines Breitbammers, in wclcbem die primitive Bewegung der Blaiebälge auffällt, kurzum _einc reiche Auswahl von Modelien, welcbe die G21chichte dec Eiienindustric deutlich illustriren. - Der vorlicgcnde erste Jabrgai-g dcs .Jabrbuch“ giebt andercr- 181th davon Zi'ixgniß, das; der Verein auch eir-“e vielscitige literariskbe

Thätigkeit entfaltet. Wir finden darin zunächst einen Bericht über

den Bau der neuen evangeliscben Kitcbe in Werdohl, vom Pfarrer 21. Daniel (mit einer Taßl, w.lche die Abbildungen der alten und der neden Kiraoe, sowie ihre Grundriss." vor Augen führt); ferner eine intercimnté urkundliche Publikation, nämlich die Altenaer “Säml- ordn1_mg an?- dc-n Jahren 1626 bis 1642; dann ein „teutscbes Carmen von Blmprung [Md crbavuna dcs Casteels Altena“ von Caspar Rump , sein?: Zcit (1616-16991Bürger und Rcidcmeister in Altena, sowie NaOrickotcn, Urkunden, Berichte und Protokolle über diese alte Burg, welche als eistes Bestytbum der Grafen von Altena-Mark und als Stammburg unjercs Herrscbetbauses, mütterlicherieits, besmzderes Jiitercfis veidicntwnd zkvar, wie_die beigegebeneStammtafel ergiebt, durcb Maria Eleopore aus dem Hame Altena und durch Anna von PreußM, ihre Tocht.r, die Gemahlin Johann Sigismunds). De'm Aufsatz ist ferner eins Tafel mit Ansichten des Bergfrieds, nebst dsr mail)- maleicdcn Gestalt v_or dcm Braizde von 1750 beigefügt, nacb Welcher derselbe wiederbxrgcytellt werden 1011. Wie die mitgktbeiltsn Uckundcn kkgchll, ging die Burg durch Schenkung der Stadt im Jahre 1842 in dxn Befiy der preußi1chen Domänen-Verwaltung über. - Von den Wciteren Beiträgen seien noch eine Reibe kleinerer Ab- handlupgen und Mittheilungen von Fr, Wöste, ferner Nachrichten üb.r den von der Kirchengmmindc Herscheid dcm Veiein geschenkten gotbiscbcn Hochaltar, judcrländiscbe Sagen, Namenserklärungen oc. eriräbixt. Am Schluß des Hxsls finden wir cinen Katalog der Bi- bliotlye-k und das Verzeichniß der Vcreinc-mitglieder.

Veterinärivesen. Durch Bkkanntmachung res schwerischcn Kommerzkoüegiums vom 19. d. Mis. ist angeordnet worden. daß Halmstad fortan aus der Zahl derjenigén Orte aussäoeidct, woselbst die Einfuhr von Rind- vieh, Scbafen, Ziegm und anderen Wiederkäuern sowie von Pferden nach SOMde11_aizf dem _Seclvsge *) stattfinden darf. M11 R11ck11ch1 auf _das Erlöicben der in der Gemeinde Poniavo, Bezirk Sad,";cz- zu Serbien 1". Z.") ausgebrochenen orientalischen Rinderxejt ist die von der ungarischen Regierung unterm 26. Dezember 1). J erlaffene Verordnung über die Modalitäten der Einfuhr bezw. Duxchsudr von Vieh aus Serbien nun- mehr wieder aufgehoben worden.

Gewerbe und Handel.

Tunis, im Januar 1883. Der_Tripolitaniscbe Handel hat seit circa 15 Jahren _vorzugkwlije in Folge des regen. früher Wenig oder gar nicht bctrtebencn Handels mit Halfa- (Esparw-, Spa1101-Gias und des vermehrten Handelsvcrkebrs mit den inner- atrika-ijcben Ländern (des Sudan) cmcn berächtlickxcn Aufschwung erfahren. Die jäbrlicbe Ausfuhr von_ gcpreßter Halfa beträgt etwa fünf MilliOnen Francs, bringt der xmgcboreneu Bevölkerung einen guten Verdienst, da die Waare keineilei Kullurauxlagen verlangt, sondern einfach gesammelt und nach Tripolis transportirt wird, und bat die Ptysioxmou-ie derSt..dt nicbt m_iwejentlich veiändcrt. Große Lageribauxer mit Prcßmk-scbinen sind err1chtl__t_ _und neycrdings ist von einer der bedeutendkten Finnen eine Dawrfmajcbznezmgefiibrtworden. Während der Haljabandel allmälrlicv seine xcxzige Ausdehnung ge- wann, erfuhr im Laufe des letztenJahrzebnts auch der Handelöverkehr *) 00111". R.-A. Nr. ]0 von 1883.

“) cout". R.-A. Nr. 4 von 1883.

mit den Sudanländern einen beträchtlichen Aufschwung, und die von dort zur Ausfuhr nach Europa in Tripolis eingeführten Waaren (vor- zuqu_eise Straußenfedern und Elephantenzäbne) haben fich gegen [rüber ungefahr um das Acbtfacbe vermehrt. Vor circa 15 Jahren er|chloß die Regierung des Königs Ali von Wadai den tripolitanischen Kauf- leuten den Verkehr mit diesem Lande. und als das Nachbarland des- selben, Dar For, von Egypten erobert worden war, nahm ein großer Theil der Waaren. welcbe früher über Dar For in die Nilländer ge- langten, seinen Weg nach Tripolitanien. In den letzten Jahren haben ferner politifcbe und kommerzielle Veränderungen in Borna stattgefunden, welcbe auf der dorthin führenden Straße, dem altesten und bequemsten aller die Sahara durchquerenden Wege, wieder einen levbaften Handelsverkebr hervorgerufen haben. Einerseits ist durch den jetzigen Sultan, Aba Bu Bekr, die Sicherheit des Verkehrs wieder hergestellt und den fremden Kauf- leuten Reckotésä'utz gewährt. Andrerfeits haben die Bewohner Bor- nus und der Hauffastaatcn angefanaen, fich die früher dort unbekannte Straußenzuckzt angelegen sein zu lassen, so daß die fremden Kaufleute den Markt stets mit Straußenfedern versehen finden und die Ein- fuhr dieser Waare in Tripolis eit'c stetigere und rcicblicbere geworden ist. Gleichzeitig hat sich die Kauffäbigkeit und die Kauflust der Be- völkerung des mittleren Sudan beträchtlich gehoben. Während früher daselbst nur Waaren geringster Qualität und niedrigster Preise ver- käuflich waren, wird jeßt ohne ängstliche Rücksicht auf den Preis nur auf gute Beschaffenheit und Schönheit der Waare Rücksicht ge- nommen.

Ein Vergleich derjenigen Stoffe und Schmuckgegenstände, mit denen sicb neuerdings die KaraWanen für ihre Reisen vorzugsweise berieben, mit denjenigen, welche noch Vor Wenigen Jahren in jenen Ländern üblich waren, erweist den überraschenden Aufschwung der dortigen Anwrüche und Leistungsfähigkcit auf das Deutlichste.

Der in Folge dieser Verbältniffe vermehrte Import europäiscbkr Waaren in Tripolis, der fich auf einen Gesammjrvertb von 11 bis 12 Millionen Francs beläuft, kommt einstwkilcn voxzugsweise Eng- land zu Gute, das etwa drei Vixrtel des gesammten Imports liefert. Docb_untcr den übrigen europäijchcn Ländern, welche fick) am tripo- litaniicben Handel betbeiliaen, nimmt Déutscbland, das für etwa 800000 Frcs_ Waarcn einführt, die nächste Stelle ein. Dann folgen Oesterreich tmt etwa einer halben Million, Frankreich mit nahezu derselben Summe, die Schtveiz mit mehr als 300 000 Fres, Italien mit ungefähr 200000 Frcs. und Belgien mit etwa 100000 Frcs.

Die von Deutschland eingeführten Waarcn dürften sich ungefähr folgenkcrmaßeq vertbeilen: _

Tuche (Leipzig, Sommerfeld, Görliß), Stoffe aus Wolle und Halbwolle (Görlitz, Elberfeld, Gera) iür ca. 340 000 Fr.

Glasperlen (Nürnberg) für ca. 80000 Fr.

Achatartikel (Idar) für ca. 160000 Fr.

Halbseidene Stoffe (Elberfeld, Barmen, Lcipzig) für ca. 60000 Fr. -

Rotbgarn (Elberfeld) für ca. 10000 Fr.

Solinger Eisenwaaren (Säbelklinaen, Eiscridrabt :c.) und Nürn- berger Artikel (Spielwaaren, Räbnadeln, Knöpfe, kleine Spiegel aus Zinn, Messing und Papiermacbé) für gegen 100000 Fr.

Gold- und Silbergesxinnste (Nürnberg) für gegen 10 000 Fr.

Der Rist dürfte auf Bernstein, Stricke und Birdfaden, Jute- säcke, Bier und andere Weniger currente Artikel entfallen.

Nürnberg , 25. Januar. (Hopfenmarktbericbt Von Leopold Held.) Die xnatte Tendenz des Hopfcnmarktcs daucxi immer i1ochan,_und dcr Preisrückgang macht sich von Tag zu Tag 1üblbarer. Frage ist zwar vorbanken, aÜein nur zu ganz nicdrig€n Preisen. Man will tür gute Mittelbopfen nicbt m-ebr über 370 „is und für leichtere Mittelwaare nicht über 350 “M zahlen. In dieser Preislage Wurden bkute 100 Ballen verkauft. Gestsrn und vorgestern fanden auch ein Paar kleine Posten prima Polen und Hallertauer um 415 bis 418 „74 Ncbmer. (Heringe Hopfen find bis zu 300 „M herab erhältlich. Die Lagerbestände am Markte haben seit den Tagen vor Neujahr bedeutend zugenommen, find aber dock) Wesentlich kleiner, als dies zur gleiiben Zeit der letzten Jahre der Fal] war. Bemerkens- w-srtb und fiir den weiteren Verlauf dcs GksÖäfts jedenfalls _von Bedeutung ist der Umstand, daß die Pwdukkionsorte mit einigen ganz vereinzelten AUSUQHMLU nennenSWertbe Vorrätbe nicht besitzen, und die Käufer daher zur Deckung ibres Bedarfs fast aussckoließlich auf den hiesigen Markt ungewissen find. Skit_Begir.n der Wocbe werdin wieder fcböne alte - jedoch nur ungepreßte - stark ge1uchtz fie kostsn je nach Qualität 135-155 „kk

New-York, 26. Januar:. (W. T. B.) Baumwollen- Wochenberickyt. Zufubren m allen Unionsbäfen 135000 B_., Ausfuhr nach Großbritannien 94000 B., Ausfnbr nach dem Konti- nent 61000 B., Vorratb 880000 B. _

Hamburg, 26. Januar. (W. T. B.) Die bieiige Agentux- firma Grumbach u. (Comv. bat ibr: Zahlungen emgestellt. Die Passiva betragen fast eine Million Murk.

Antwerpen, 26. Januar. (W. T. B.) Wollauktion. Angeboten 1575 Ballen, verkauft 904 Ballen, Preise unverändert.

Sanitätswesen und Quarantänewefen.

Nucl) amtlicbcn Nachrichten ist in Tedok, Beton;; «_uf Sumatra die Cholera neuerdings epidemi1ch anfaetrexcn. Dcmzusolae hat der Gesundbcitöratb in Cairo in feiner S_ixxung vom 9. d. Mts. be- schlossen, die reglementsmäßigen Vorschriften zur Verbßtung dcr Em- scbleppung jener Krankheit (189711 aUc von der Inml Sumatra kommenden Schiffe in Kraxt zu 1213211.

Berlin, 27. Januar 1883.

Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.)

Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 4. Klasse 167. Königlich preußischer Klassenlotterie fielen:

1 Gewinn von 30 000 «16 auf Nr. 22 960.

5 Gewinne von 6000 „M. auf Nr. 1089. 8178. 25 630. 53 903. 56 375.

45 Gewinne von 3000 „41! auf Nr. 3063. 5593. 5813. 6960. 8386 8399. 9544. 12 816. 13 392. 14 609. 15 564. ]8 924. 21 973. 22 832. 23 243. 24 775. 27 198. 28 580. 29 540. 31 052. 31 541. 32 638. 33 349. 35 695. 42 740. 44 747. 45 980. 46 569. 51 815. 57 987. 62 756. 66 282. 67 686. 67 885. 68 156. 68 685. 70 496. 76 590. 76 915. 83 840. 86 562. 90 003. 91 331. 92 958. 94 280.

55 Gewinne von 1500 „M auf Nr. 913. 2938. 3475. 6115. 6978. 7034. 7846 8024. 9756. 9961. 10 371. 12 204. 12 955. 16 148. 18 871. 19 173. 22 460. 28 627. 29 575. 30 124. 30 454. 32 206. 35 259. 37 717. 38 337. 38 586. 40 035. 40 751. 44 053. 48 153. 48 516. 50 503. 54 630. 54 835. 60 037 60 044. 61 433. 62 583. 64 745. 65 753. 66 757. 68 806. 71 783. 76 410. 77 361. 78 432. 79 687. 80 412. 81 411. 82 128. 84 621. 85 319, 86 373. 88 806. 88 862.

58 Gewinne von 550 „46 auf Nr. 1844. 1897. 2497. 3551. 5096. 6245. 6966. 8885. 8981. 9100. 10 665. 11 665. 13 011. 13 446. 13 822. 13 895. 16 258. 17 062. 20 675. 20 863. 21 129. 22 999. 27 190. 27 628. 30 568. 33 993. 34 456. 42 545. ' 45 528. 45 786. 46 316. 48 168. 53 656. 54 221. 55 210. 55 946. 58 883. 59 432. 59 576. 62 560. 62 997. 63 826. ' 64 460. 66 812. 69 485. 70 596. 72 113. 72 585. 75 828. 76 974. 78 753. 80 506. 81 253, P 696. 83 974. 84 855. 92 892. 93 794.

Von der Munizipalität von Valparaiso werden die deutschen Architekten zur Tbetlnabme an der Krnkurrenz um den Bau eines dortigen Theaters eingeladen, daf- in Kalk- und iegelsteln erbaut wexden_ und für etwa 2000 Personen berechnet ein so!!. Außer dem Bubuen- undZuschayerraum mit allem erforderlichen Zu- bebör 1911 das Haus e_inen Baqwll mit Speisesalon und sonstigen Nebenraumen sowie die Lokalitaten für ein Restaurant in sich auf- nehmen. Bei der baulichen Anlage ist eine größtmögliche Zahl von bequemen AuSaanaen vorzusehen und das möslicbst tiefe Proscenium durch eine massive Mauer sowie durch einen eisernen Vorhang von dem Zyschauerraum zu trenn_en. Der leßtere hat außer einem Parterre mit 450-500_ Sißplaßen drei ogenreiben zu enthalten, von denen d_te beiden ersten aus je etwa 25 Bögen bestehen sollen, wahrend in der Mitte der dritten ein Amphitheater anzuordnen ist. Eine Galerie endlich soll für 800 Personen Play bieten. 11: die Baukosten ist eine Summe von 800000 „xa ausgeworfen. on d_en eingcbenden Entwürfen soll der zur Ausführung gewählte mit einem ersten Preqe von 12000 „is, der zweitbeste mit einem Preise yon_ 4000 «_bonorirt werden. Die Pläne find in Begleitung des ubltcbetz Crlauterungsberichts und eines Kostenanscblagcs bis zum 7._Mat_,1883 an das Sekretariat der Tbeaterverwaltung in Valpa- raiso einzusenden. _Die Uebermittelung derselben dorthin ist die Gesandtschaft von Chile zu Berlin zu übernehmen bereit, und ertheilt die Kanzlei derselben auf Anfrage jede nähere Auskunft.

Düsseldorf, 23. Januar. Am vorigen Sonntage waren die Vertreter _des aus den nambaftesten Männer-Gesangvereinrn der Rbctnprovtnz_ bestehenden Rheinischen Sänger-Vereins („Aachener Liédertafel“, „Bonner Concordia“, .Coblinzer Concoidia', „Crefelder Lixdertafel', „Cölner Männcr-Gésangverein'. Neußer stadtifcber MannerZGesaygverem' und unser hiesiger „Städtischer Manner-Gesangvercm') m_den gastlichen Räumen der Gesellschaft „„Zur Ludivcgsburg“ zu exner_ gemeinschaftlicben Vorstandssißung zwecks Festseßuzig des dtesjabrigen Vereinsfestes, welches be- Yanntltcb m dtejcm Jahre in unserer Stadt gefeiert werden 100, _versammelt. Dre Abbaltun dieses Fcstes Wake demnächst auf die Tage des 2. und 3. Juni feßgestellt. Zur Aufführung (am 3. xvurdcn bestimmt: Festouvertüre von Raff ; drei gemeinschaftliche Mannercböre & 03p8113(,Früblingsnahen' von Kreutzer, .Wafferfabrt' von Mendelssohn und „Liebcstreue' von Carl Wilhelm); Vorträge der Sblisten. dercn AusWabl dem hiesigen Männergesangverein über- laffen ist. Von größeren Männerckyor-Kompofitionen Werden außer- dem .Die Hunnenschlacbt' von Zöllner (für Männerchor. Orckester, Sopran- und Va_r1tonsolo) und .Rbeinfabrt' (für Männerchor, O_r_chcster und BarttiZnsolo) von Jul. Tausch, dem diksjälrigcn Fest- dtrigentkn, eigens _iur_ das Fest komponirt aufgeführt. Den Einzel- vortrag hat der .Stadtifcbe Männcrgesanßberein zu Neuß“ übernommen. -- Am Abende des ersten Tages wird ein großes (Gartenfest im „Mal- kasten“ (_Vokal- und Justrumentalvorträge, Beleuchtung des Gartens und Kostum-Fackelzug) stattfinden.

New-York, 23. Januar. (Allg. Corr.) Ungewöhnliche Kälte herricbt in den Vereinigten Staaten östlich vom Mi1sisfippt. Zn NewYork i_md Neuenaland fiel das Thermo- meter um 20 Grad (9 _Grad R.) mnerbalb 24 Stunden. Hier find heute Morgen 2 Grad uber Null registrirt wvrden, in Cbicago und" westwärts von 15-25 Grad (20-25 Grad R.) unter NUU. Zn Winnipeg 46 Grad (35 Grad R.) unter dem Gefrierpunkte _ der niedrigste (Stand, der je daselbst beobachtet Worden ist. In Minnesota Wurdcn_ 32 Grad und in WiHconfin 26 Grad unter dem Gefrierpunkte bcrzeicbnet. Der Eisenbahnverkehr ist in Folge dessen sebr gehemmt, und in den Dampf- keffeln der Lokomotiverx ist das Waffe:: hart gefroren. Das Viel) auf den Weiden halt die Temperatur aus, aber auf dem Trans- port leidet daffllbe _entsctzlrch, besonders die Schweine. In Chicago ist dcr Schiveinefleüchexpoxt zeitmei1e eingesteüt wmden. Die Kälte, obwohl sicb etwas mäßigend, wird voraussichtlich noch mehrere Tage andauern.

Der Commers alter Corpsstudenten findet in diesem Jahre am Sonnabend, den 24. Februar, in der Philharmonie hier- selbst (Bsrnburgerstraße) statt. Aus den Uebeiscbüffen der früheren Commerse find gestern von der Eeneralversammlung den Ueber- sclorvemmten 1000 „je. bcwilligt worden.

Mko .

Das Fest des Vereins „Berliner Presse“ zu Gunstxn der Ucberscbwemmten findet in den vereinigten Balllälen im Wintergarten des Centralbotels am 10. Februar _statt. Das (Eintritts- aeld ist auf 10.“ festgesetzt. Mit dissem Feste rst em_e Tombola ver- bunden, zu welcher die mannigfacbsten Gaben bereits in dankens- ivertbcr Zabl eingegangen smd.

Jm Friedrich-Wilbelmstädtiscben Tbeat_er hat seit Mittwoch eine neue Operette, .Der Bettelstudent", 1" drei 5L_lkten von F. Zell und R. (Herée, Mufik von Carl _M1l15cker, tbren Einzug gehalten. Die Fülle der Zusa'oauer, welcbe diefes neueste Werk der leicht geschürxten Muse allabendlich zusammenfabxt, l_egt Zeugmß für den durcbscblagenden Erfolg desselben ab. Die le_i_chte und ge- fäüige Musik lehnt fiel) vorzußÉmeise an _die rbytbmr1ch bewygten Wiener Tanchisen an; Anklange an altere Melodien verz-cibt man gern um der liebenswürdigen Wirkung w111en, w_el_cbe das ganze lebendige und humorvolle W_srk hervorbringt. Einige Lieder und Duette fanden großen Beifall. besonders das zart empfundene Liebeslied im zweiten Akt, jvclclpcs äs. (_:apo verlangt und gesungen wurde. Das Librctto ist geschickt und mrt_ größerem Flekß, als man sonst gekrobnt ist, verfaßt; die Handlxmg ist voller _Humyr, und der Dialoa, in dem alles Anstößig: Vcrmwden wurde, tft reich an wißigen Einfällen. Die Verwicklung wird durch die _Rache _des Obersten Ollendorf herbeigeführt, Welcher, gls «'r dte_ (Hrqfin Laura mit Galanteriebeläitigte, durch einen Facberfcblag m seine Schranken zurückgewiejen morden ist. Der: Bettelstudent _Sy- mon muß steh, auf des Obersten Intriguen bm der schonen Laura näbern und dieselbe bciratben, YM fie dadurch zu de- mütbigen. Der gute Abschluß bleibt aber n_1cht aus, da Symon durcb eine patriotische Heldentbat den 511.1119 erreicht, der ibn zum ange- messenen Bewerber der stölzen Grafit? macht. - Gespielt wurde im Ensemble gut, einzelne Rollen vorzuglich. Hr. qubof (OUendorf) war als polternder, gutmütbi _er und etwas beschrankter Equveryeur ganz an seinem Plaße. Der „ettelstudent fand in Hrn. Szika_etnen gemandten und liebenswürdigen Vertreter. Eine bervorrgZende Leistung in schauspielerischer und geianglicber Beziehung botH_r.Ste1ner(Ian), namentlich in dem Duett im 2. Akte, Welches er mit dem neu enga- qirten, munteren Frl. Grünfeld (Bromslaixa) zuiammen_ sank. Die stolze, schöne Laura wurde von dem gxgiiosen Frl. Erdosy mt Verve zur Geltung gebracht, während die grasliche Mutter durch Frl. Schmidt mit gervobntem drastischen Effekt zur Darstellunq_gelangte. - Besonders erwähnen dürfen wir die Pracht der_Dekorattonen und Kostüme. Der Kognponist und aucb Hr. Dir. Fnßsche Wurden nach jedem Akte stürmijch gerufen.

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). ' Druck: W. Cloner.

Vier Beilagen - (einschließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

zum Deutschen Reichs-Anz

„27: 24.

Yiehtamtlickxes.

Preußen. Be rlin, 27. Jaquar. Jm nyeiteren Verlaufe der gestrigen (39.) Sitzung des Reichstags wurde die Beratbung ker Interpeliatton des Abg. von Schalscha,

betreffend die Seelsorge der katholischen Soldaten-

-o el, ortgeseßt. Der Abg.Lipke beyierkte, das Aergexniß, Fszexi CitTwohnern von Cosel durch diese Angelegenheit be- reitet sein solle, bestreite er, das Aergermß werde tht mehr durch die Interpkllation bereitet. Der Vorredner habe mit großer Uebertreibung dic Verlesung des katholischen_ GMF effens geschildert: daß die Messe ein heiliges Sakrament sei, ryiffe er,_aber daß die Theilnabme an dyr Messe, das Gebcthalten m der K1rche,_ daß der ganze Gottesdienst der Laien etwasWefentltchcs dabei sei, bestreite er. Zum Beweise führe er eine von_1_ Centrum an- erkannte Autorität (111; Profeffor Walther, frubex m_Bonn, sage in seinem Kirchenrecht: „Messe _und Liturgie als bloße Formen gehörten zwar zu den iznwewntliclzen Theilen der Religion, hingen jedoch mit de_n weseutlichen _Thexlen derselben lehr engc zusammen.“ Das; (1119 die Leute m die Kirche gefuhrt würden, das; fie dort die Méffe hörten, das scien_ Sakra- mcntalien, aber kein Sakramente. _ Außerdem gehe die ganze Sache den Ne'icbstag und das Rin!) mcbts an. DLS Ls_1_ite seien ja auf ihrem Wunsch bmgefübxt ryorderz. _Und 1182 nicht jsßt ein Fürstbischof m Preßlaué Hatte hier em_e 11:15:1- träglichkeit vorgelsgen, so ware 83 Suche des Oberhirtexi ge- wesen, mit dem Staate zu verhandeln. oder, wennderielbe nickts auSgLrichtet hätte», dann 5506 derzelbe 113) cm die Kurie wenden skllen; dort habe man 1a den prsußtscbsn GLYUVTM, dyn dcs Centrum seiner „8911 mit 101ch9111JU1181 bex'5Lu13tl)a_be. Die ZnterpelLation habe keinen aizderen Zwsck, (114 die 01?- niiltlzsr zu Erbißyn und L€1d2111chafisn zn erregen. _Das Faktum liege dock) vor; zu _ welchsn AZ11011011€11 babe nicbt im vorigen Jahrs die Axmalmie dch 21:1- traqcs Windthorst durch den_ 919161311113 _ l)srl)_a_l_t€n mü'ffcn! JsZt gingsn Gerüchte von_€1ncn1Yr??1wcch1cl zmen Papst Und Kaiser durch die öffsntlichen Blatts): 11115511 komme disse Jntcxrpellatim?! Sie könne: _mtr _ 81110 Storunzz des Friedens herbeiführsn, Und der Vemsxs sex_wxsderum ISULfSTT, daß die HMM, die dsn Friedsn am 111111211211 begehrten, den Frieden nicht wollten zu Stands kommen _laffsn!

Der Abg.1)r. von KomieroWki erklcirtk, Er habe aus dem (Zitat Waltbcxs den Beweis ?iir die NLckUÖCL'LCYTUUUJPDLr Ixiterpellation 111th entdsckcn kömien. Auf den dunklen Week in dcr 111811ß11ch€11 mw Reichsverryaltung_, auf die unerfnllte Verpsticbtung des Staates, alley _semen VUMQLU 110112 Religionsfrcilxit zu gewährsn, 11111176 immer von Neuem hm- gewieien werdcn. _

Der Abg. Richter (Hagen) bemerkte, dasz ])imctnni 80110118 der ganzén Angklcgénlxit scheine ihm doch__m der Diskussion etwas vsrwischt zu werden. Es handele 116) nur da_rur_n, ob die Soldaten freiwiüig odor gezwungen den Gottesdiewt [)e- sucht biittén. Seißn sie frsiwxllig gegapgeii, so sei das korrekt, seien sie gezwungen gswesen, lo _sLl 8111 11nrechtgeschchexy glsichviel, ob der betreffende Getstliche wnxdig o_de_r unwurdig sei. Das Königswort, dem Volke soll_e die Religion erbaYten bleiben, sei nur in Verbindung mit dem andsren K_ngs- wort zu verstehen, daß JEDE? 11ach_ semer 7§a§0n sslig werden könne, auch _der Soldat m_ _er Y_rmee. Er sei deshalb gsgen die besondere M1l_1tarseelwxgo; dadurch, daß die Soldaten geschlossen zur Kirche gefuhrt würden, werde leicht das Gefühbemes Zryanges h_et denselben erregt, auch wenn ein solch€r mxht beqbsicbngt sei. Er halte es für ganz unangemessen, dax; 20xcchr1ge Menschen wre Schuljungkn zur Kirche kommandxxt würden. Mxm sol1e do?!) den Leuten vol1e Freiheit lasen, nel) den Gottesmenst, d_ct_1__ste besuchen wollten, zu wählen. Gerade. daß besondsre M111tar- geistliche, besondere Militärkircben bestanden, daß d_12_ __Soldaten zur Kirche geführt würden, dadurch worde dre _Mtlttarvxrwal- tung in so unerquickliche Streittgkeiten vermickelt, 11118 die heutige sei. Er bitte daher insbesorxders das (Zentrum, dle Liberalen künftig in diesen Fragen _mehr zu bekampfexi, son- dem zu unterstüßen und z. B. picht mehr Gelder fur den Bau neuer Militärfirchen zu bewrüzgen. _ _

Dcr Abg. Dr. Windthorst exkléirte, Über_ 1312 thhwend1g- keit besonderer militärischer Seélwxge lasse sick) streitet); _dem Abg. Richter entgegne er, daß er zu gcdrdneten Verhaltmffep durchaus für ihre Beibehaltung sem würde, denn er habe die Institution stets für einen Ruhm und Segen der preußischsn Armee gehalten. Auch seien die junge_n___S_oldaten_so wenig selbständig, daß eine Fortbildung auf_ religiojem Gebiete durch- aus nothwendig erscheine, zumal sich auch nur__ auf diesem Wege die Gefahren des Garnisonlebens beschworetz ließen. Beim Sturm auf die Düppdler Schanzen hatten die sturnx- bereiten Truppen, Katholiken wle Protestanten, den katholi- schen Pfarrer Simon um den Segen gebeten -- und nachher sich wie die Löwen geschlagen! Schczffe man die Militärseelsorge ab, so gerathe m_an_ uberhauyt mehr und mehr in den Staat ohne Gott hmem. _Aber_ die Armee wenigstens werde doch noch im Stande sem€ dieses Ungethüm zu besisgen. Im Allgemeinen habe das Offiziercqrps nn deutschen Heere das Unheil des Kulturkampfes aus seiner Mitte und von den Truppen fern gehalten; desto bedguerlickwx seien solche vereinzelte, insulare Erscheinungen, nne m Coscl. Nun liege aber in diesem Falle der Parolebefehl vor, der die Soldaten in die Kirche gezwungen habe -_- und er wollte _es keinem Soldaten geratben haben, diesen mcht zu befolgen, ja, er würde es im Interesse der Diöziplin soga_r beklagex, wenn derselbe nicht befolgt worden wäre. Der K_riegthmßex sage UU", er könne nichts ändern, die Sache liege im preixßischeix Staate. Sei derselbe denn nicht preußischer St_aatS-Mixnster . Wenn der preußische Kriegs-Minjster beim preußischen Munster- Präfidenren seine Stimme geltend mache, werde das _schon Erfolg haben. In der Fiebergluth der Idee der Staatsommpotenz h_abe man in Preußen falsche Geseße egen die Kirche erlassen; jest bqbe jener ParoxiSmus nachgela en; warum woas man da "lädt die Vergangenheit korrigiren? Daß man i_ortfthx, die Staatspfarrer im Amt zu erhalten und ihnen die _M_ilitarseel- sorge zu übertragen, das sei ihm eradezu unbegreiflich. Was

der Abg. Lipke über die Messe ge agt habe, beweise nur, daß

Erste Beilage _ _ eigcr und Königlich Preußischen Staats-Anzeigcr.

Berlin, Sonnabend, den 27. Januar

derselbe von dem Mysterium der heiligen Messe nichts miss_e. Da hätte derselbe auch nicht darüber_ urthetlen sollen. Die Schlußiiemerkung des Abg. Lipke klmgx, als wenn derse_lbe Mitarbeiter der „Norddeutschen Aagemeingn Zeitixng“ wäre, oder wenigstens ihr gelehriger Schüler. Ntcht_w1e]enesVlatt, ferner die „Kölnische Zeitung“ und der Abg._L1pk_e behaupteten, wolXe das Centrum mit der Interpellation irgend wxlche Verhandlungen stören. Wenn man Verhandlungen storen wolle, müsse man über ihre Existenz und Beschaffenheit etwas wissen. Wise der Abg. Lipke, daß Verhandlungen gefuhrt wiirden, oder wiffe derselbe nur, was m_der „Norddeutschen“ stehe, In letzterem Falle wisse auch er eigentlich nichts. Der Re:cbsta-.“; habe im Sommer ein Gesetz angenommen, welches die ngierung ermächtige, den Kultuxkamyf ztx mildern, das Centrum wünsche den Frieden getmß, insbewndere _er _bei ssinem Alter möchte ihn wohl noch _erleben; aver bis 12151 waits er vergeblich auf die Früchte ]enes Geseßes. Die Re- gikxung setze statt dessen den Kulturkampf ruhig fort, imd habe kein Herz für die Roth und das Elend der katholischen Vevolkerung. Mit der Interpellation wolle das antrunz nur von neuem an diese Noll), die zum Himmel schreie, exmnern, und es sei eine gcmz miserable Verleumdung, wenn m dsr Presse _sdlche Gerüchte vsrbreitet würden, als ob da?- Centrzxm das Heiligste mißbraucbe um politischer Zwecke w1l1e_n. Schon das aUem sei ein Nutzen der Interpellation, _daß sie de_m Centrum (He- legenbeit biete, solchen Jmsinuattdnen, wre sie der Yig. Lépks sick) zu Eigen gkmacbt habe, hier entgegenzutreten. &as WohlwollM des Krisgx'z-Ministers erksnnZ er nochmals an, bitte dcrisclbcn abox dringend, dcn Mißstandcn in (50101 ab- zuhglfcn im Jntsrcffs dss Staates, der Armse und dcs allge- 1118111811 Friedens. _

Mr Abg. [)x'. MWST (Jena) bemérkte, wxrzn cr _a_1:_ch den 10€0r6111ch911 Ilusfülmmgkn des 2159. Lipks nicbt bciitimmen könns, so dsnke er doch, das; dio Veixhxyerde der interpsllanten du::cl) die Erkaärimg dcs Kriegs:MmUt_ers _ekl-cdigt sei, daß ein Zan nicht stattgefunden habe. _ Dte St_cxathpfczrrer obne LINUX?) zu entlaff.11, dürfte der Kriegs-Mmijtsr mchtberecb- tigt und 111ch1 VCrPfl'chtSt sein._ Auch __er wunschs 016 BL- i'ndimmg ch lelttxrkampfs; _disselbe kdnne abér tmr darm 1101111718811, wojm die Kirche stel) _untsr die StaatS-xléssße 091139.

Der Abg. Fürst von ÖQHWWL erklarte, Lr 19911.“ qu? eine religiöse Deouktion iiber dasW-csen des Meßomers _mcht 21:1- gclx-Lxx, bitte aW“ d??? KriegH-Mnnstxr im Nami?) stiner poli- tischcn Freixnde, ?.Zrncrhin aus dein ihm zur stmßung stehen- dem Dispositionsfonds nicbt mehr Remuneratwnen an sog. StaatEpfarrer zu zahlen, der?!" Gottesdienst zu bLs11chLn all-Jr- dings jsdsm Katholiken sein G2wxffen_verb_wte. __ __

Der Abg. von Schalscbcx nahm für _seme Gsrpahrsmgtixier

dies-xlds Glaubwürdigkeit in Anspruch, 11116 der 5111814991711th für scin Rexzimentskommando._ Nach den Yanomschen Kennt- niffen, dis dex Abg. Lipke bsxvieserx habe, konne ds_rsclbe dem KriegsMinister als katholischer M11:tär-Se_elsorg_-§r 1m_ Neben- amte nur dringend empfohlen werden! Die _Jn11n11011011 des Abg. kae Über dic ZKotioe der Interpeuation wxes Fiedner : it Entrüstung *urü . _ __ n Der Abg. Fröbr. Schenk von Staufxenberg erklarte, er h_alte die Verhandlungsn iiber die kanoni1che Bedeutung Me_ß0p_12rs für überflüffig. Wynn 1ich kgtlwlische Soldaten m_! Eermffen bedrängt fühlten, so dürften 118 m_eder dtrext noch indirekt ge- zwungen WLTDM, bei den Staatsmarrern m den G0tt€§dtenst zu gshen.

Hierauf nahm der Berk)ol1x_näch§_3te_ zum Bundesrath,

': iniier von Kame e as or: _ _ _ StaYZYcines Herren, fiir mich ist die Sache nach_ zwei Sexten bm ernst. In der einen Richtu_ng dabin, das bter_ em Zweifel ausngprochcn wird, als ob dcr militäri1che Geboriam nicht bis linien bm reiche. Ick adrcsfire mich ;unäcbst a_n den Grafen Baüestretxt. dcxdie erupel und dis Oaal eines Soldaten Wilders, Welcber kxaft_nnlrtari?chen Gebor- sams -das ist der wörtliche Ausdruck,-- m dieKir_che gcbracbt_word§3n ist, und ein Sakrilegium m_begeben glaybt. _Mexnc Herren. es 111 kein Soldat Kraft militäriiében Geboriams 111 die ;KirÖe gebracht worden, das meldet mir das Regiments-Kommando bie_r, und das _ec- balte ich aufrecht. Ich erhalte es aufreibt, bis mir der p01111ve Beweis geliefert wird, daß ein Zwang stattgefunden bat; und wenn ich ihn finde, dann breche _1ch ibn. §Aber, meme Herr_en: nnn wil] ick) einmal die_ Momente de_leuchten, wZ cb» die Hrrn. Abg.]. Dr. Windtborß und von Sc.;alicba azigefnbxt babcn, um zu benoeisen, als ob, wenn aucb tzicbt _.tin direkter Zwang oder eine direxte Verpfliäotung, docb em _mdire .. Ziyang oder ein indirektes Drucken stattgefunden babe. Drx__H_e_r_x_en sagen, einmal wundert es sie, daß die Soldaten _unter 111111 art] “er Führung in die Kirche geführt wordc_n find. Meme Herrcn,S;verxn «rupps von Soldaten überhaupt eme Bewegung aus der ___rcßse machen, so geschieht das stets unter Fubrung. Alle evangc 11 en Leute, die das Abendmahl nehmen WOUM, melden sich und geben untsr Kommando in die Kirche, und 19 verstehen wxr_ 518 auch. Die katholischen Soldaten sagen. wrr_ _wv_l_len 3); dx??? Pfarrer geben, und dann wexden ste militäri1ch 1)szfo r_ , wer nicbt will, bleibt foZt. _thlso §111_Z_Z_rvang, so daß der So a e n «.' ' „,wir m auaeu. _ CLkYngMinstbdchF t eine Punkt. Zweitens, memx Herre_n, frage i_gb Sie, Wer Von den untergeordneten Vorgesetzten Yonnte em _Jntcrene daran haben, dcnSoldateu zu einem s_olch_en Sgkrilcg zu trcil_e_7_1_._ Ich muß Nestchen, ich kann denken wohn) ub will, ixh kann m 512 Interesse entdecken, Zvas dcn Unteroffiztcr bewcgcn konnteÉgegxiZnUck positiven Befehl emerx Mann so zwingen zu wollen. cwo_ __ kann man doch eine beytrittene Handlqng _nur verxnutben, wm? rgßn ein Interesse dafür denkbar ist. Schlleß11ch,_ meme Herren, d'efinaéin s1ch untc-r den Feldwebeln x_md Unteroffizieren 51:71an_n§r, __ie guns Ihrer Meinung find, _ die nicht zum Pfar_re_r Gymas e ge en, _ ___ durcbwelébc sicherÖiF dix Forgesetzten Kennxmß hatten, wenn 9 g

11 wur :. . den YFZUKYTMF Herren, nehme ich den_Handfchu_b g_anz dreist m_if und bitte den Hrn. von Schalscba mtr BeWeiSmittel an d _e_ Hand zu geben, um ganz genau _klar zu l_egen, Voor- irgendwo ein Fehler fiyt, denn ich habe nicht Lu t, souckFn __ wurf auf der Armee fißen zu lassen. Der Hr. Gra Ba c rem a

lb“t a t, da unser König und Kaiser befohlen at, seiner Armee Flle1 v?xsITeligiosZi erhalten werden, und_ das ist dex (S_xund, YIM- welcbem elne Aenderung in den sonft beaebenden militär ichen e

feblen, daß allgemein der Soldat im die Kirche geführt werden soll, 1

t it. _ _ _ _ erfolgDLsc Abg. Richter (Hagen) enxgegnete, daß enz militär!- sches Interesse nicht vorÜM, Ge_w1ffel'l_9_3111a_11g zit_ubcn, «“.-be er zu. Wenn aber, einmal eme mxlttartsche Fuhrun-Z, zur

1883.

Kirche stattfinde, so erhielten die Soldatext leicht den Eindruck, als ob sie gezwungen würden. Die Militäxseelsocge 1111 Felde halte er der besonderen Verhältnisse wegext für _noihmendig, aber nicht die besondere Militärseelsorge im Fneden._ Auch der Abg. Windthorst werde anerkennen müssen, da?; jeder Militärpfarrer gewissermaßen zu eine_m Staatspfarrsr durch seine Doppelstellung werde. Ihm scheme, _der _Abg. Windt- borst wolle für die Freiheit und gegen die „Fvebqrgxiithder Staatsomnipotenz“ nur so lange eintreten, bis dte rsmuche Kirche sich mit dem Staate vertragen habe. Er(Ié'e_dner) aber wolle nicht nur für die augenbliäliche, sondern f_ür die da:.rexnde Freiheit eintreten und sei gegen jeden allgemeiner; oder indi- vidueUen GewiffenL-zwang. _ _ _

Der Abg. Lipke bemerkte, daß das Meffslesen (“me heilige Handlung sei, habe er nicht bestritten; er habe von ganz anderen Dingen gesprochen. Er sei kein Mitarßcitsy der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“, wie der Abg. Windt- horst vermutde, er glaube aÜerdings mehr zu wiffen, als was in dieser Zeitung Uebe. Er le1e mich die _Blätter dsr Rich- tung des Abg. Windthorst, z. V. 010 „Cimta cattolixa“ und den „Osservatore Romano“. Er habe geimxdsn, daß 1132"va- tsmber 1881 in Rom eine sehr friedLickW Stimmung geYcrrichr habe, so daß die Vi-rl)andlungen des Gxsanc-textvon (;_ckxl'ozer ?;uten Fortgang gehabt hätten. Der Abg. Wmdtlwrst 91-21: habe durch seinen bekannten Antrag au? Anilzebung eiiies Reichsgessßes einen 551119211 Umschlag __dteisr Skiin- mtmg bewirkt, und der Hr. pon Schlozsr bade_ im Februar v. I. ein wildss TriumvhgesMei in Rom dariiber vorgefundsn, daß - der Reichstag _den _ Ati- trag Windthorst aimcxiommen habe; und von Vériol);?lichkeir der Kurie sei keine Reds mehr széw-qsn. Er habe mir ?Fiagt, daf; jkYt die Verbältniffe iihnlich litgén, ohne etwa die Jiiter- péllanten psrsönlicb angrsiien 511 onen.__ __ _

DLT Abg. Graf von B&Ucnrkm erklarte, al-3_altc?*»:_015at verzichte er darauf, diixck) etwaige Nachrxagsn bx: dsn__Yi_.znn- Maßen in Coscl (]?an die Llrgiimsnte des KrtxaE-Yzitmtsxéx weiteres BOWÜMUQKYMZ herbeizu1ch21sen._ Dadnrcl) wurde dre Tiszziplin 1111161? de:? Tcuppen zu [ehr €r7chu_ttert_yW.-xd2n. Er wiedsrbole absr: HU:"xWMUM DMW? gar kcme_ ?68110111945118 Seelsorge dnrch Staat-Zpiaerr. Er 01118, W8111g118115_016 (zol- dateti, che fie znr Kirche ???ii'tht würdsn,_ daran? animckam zu machen, daß sis 555 Recht hätten, zUriickzubleiden. _. _

Ter Abg. 1)i*. Wimtlzorst bein-zrkte, _das; dsr ©101le- pfarrér in (50le noch immer Sécliorgsr 121,_ eriluxs _er ml) mir durch den Eilistllß DEH Libcrnlistmis an? d).? dicgieruijg. (Widerspruch links.) Wenn die Liberalen nur wm;tcn_,_wechn Einfluß sie 1104) ans die NLMLTUUJ babsi). _Als Bertrster des Landes und insbsiondLrs dcr dem1chen Katqoliten wx_e_der- hole er: seine Freunde und er würden sich nie das d).?(bt nehmen lcxffen, alle ihre Wünsch so la_nge zu verqugcn, 1316116 Erfüllt 121311. Das Cent:*un1_werde mcht ruhe", bis der 5251113 quo ante? wiederhergcstsllt 1ei. Er wxrde da§__ Ends viel- leicbt nicht erleben, aber das Ziel set ynvexxucxvar: 110118“ Religionsfreibeit! Der Abg. Llpk? scheme ubrigens trotz seiner großen Belssenbeit_d1e heutige Morgxnnunimer des „Berliner Tageblatt-IH“ 111ch1 :u ksnnen. Diese brinxxe eme Mittheilung des „Journal 08 Rome“, wonacb der Paplxgegen das Csntrum Friedén mit dem St_aqt schließen wolls. Er habe oft erklärt, al1em, was der heilige Stuhl t_l)_un Yerde, unterwerfe sick) das Centrum unbedingt; der heilig-z-Stuhl. werde indeß nichts gegsn das Cemtrnm thun.

Damit war die Interpellation erledigt. __

Das Haus ging darauf zur Etatstisrathung uber.

Die Einnahmen aus dem Etat dsr Reichsmenbaxwen sind fiir 1883/84 auf 44 413 700 .17: v_eranschlagt, darqu Ein: nabmen aus dem I(_5_31'Z_terwer'c_ehr 30 944 000 .1-5 (nwbr gegen

or'a r 31.3 1 ionen . _ das YeideLsem/Titsl hat der Abg.Biichtemann xm;- Auskunft Über die Tarife der Gotthardbahti ; dieselben 1chiene_n doch. nicht niedrig genug zu sein, um eme ledbafte Entmickeking des deutsch-italienischon _Verkehrs zu befordern. 11m_c1_ne Herabseßnng der Tarife tür __de_n deutschen Exxoxt zu err€2ch._n,. müßte man allerdings _ErmaßiZungeiYhdeZ .:.arifs namentlich. ' 'talieni“ e kaüse ranspor e gema re . _ filr 1Der BYollnäMigte zum BundeSrathGeh.Regtsrunss:91ath. 1)r. Schulz entgegnete, bei der_ Feststeüyng der_T-“artfe dsr (HottY hardbahn habe bis 91€ichSregi§2rung fich bemulxt, _det_1 Expor . deutsclgßr Erzeugnisse zu bejdrdexn. (ngenwartxg ,chwebten von Neuem Verhandluntht uber die Rerzuxon von_ Tarifen; es handele sich darum, eme _Ermaßigung _dex: Antheile der schweizerischen _Eiscanhnvexwaxungen herdxizik: führen. In Bezug auf die Tarife fur de11_L€b_en§mitte- verkehr aus Italien seien Beschnyerden namentlich. uber date?: Höhe zur Kenntnis; der Reichs-Eisenbal)nve:waltu21g noch mch gelanTZtér Abg. Dr. Hammacher erklärte, daß der Berkel): durch den Gotthardtunnel eine solche Ausdehxmng, rytgmun er- wartet habe, noch nicht erlangt habe, liegs. hauptsachlich daran.. daß die Kohlentaxife unverhgltmßmaßY h0ch fet_en,_. so daß von Aachen und von Saarbrücken her em regelmäßxgax Vera kehr iiberhaupt noch nicht habe angsbahnt werden konnen. Was man bisher an Kohlen dyrch den Gotthardtxznnel ge- schickt habe, sei nur versucl)sn_181__!e_g__sschehen, um uberhaupt " tsbe ie un en anzu n p e . __ _

erst Yeesrchng. ?BYMLJnann betonte., es “m_ürde unumganglxxl) nothwendig sein, auf den deutsQM Eisenbahnstrecken fur

Kohlen ungefähr ähnliche Tariisäß 'in Anwendung zu bringen, __

wie sie zm: KorZquenz ILJJHÜ ensglixhs Steinkohle auf den le" en a neu in e “ung ei . „__, oe- obersYerßYebeime RegierungS_--Rath 1)_r- Schulz EZY en 1,8“, Kohlenaussuhr nach Italien 1ei allerdings ULRv' Mlomexx-ß deutend. Die Tarife betrügen auf den cLeu suhnen saug sich auf den schweizer Strecken 2,4 .:3 per„ “Yen Der Betrag auf den norditaliemsch-wlre rkté Italien 130,1)? doppelt so hock) wie auf den WMH). beme e Hortiren. ' U Der Abg. Kochham: ( “und Olek) STenx um auf Italian. ???.“ ?"???“- .. .??.?ch“.?y*e...-.. .. W die em un te n, us uu -n- y *,“.n e einsen gewiffenÉFs" IJ“- ?!iLFÜJ MSMU werden? daß e s müßten mW"

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