1883 / 29 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 02 Feb 1883 18:00:01 GMT) scan diff

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dritter Auflage vor. Für die bewährte Brauchbarkeit des Buches liefert de_n besten Beweis der Umüand, daß binnen des kurzen Zeitraums von etwa einem Jahre (die erste Auflage erschien am Schlusse des Jahres 1881) nun schon die dritte Auflage nothwendig geworden ist. Anlage und Anord- nun des Stoffes sind auch in der neuen, vorliegepden Ausaabe un- ver ndert geblieben; der Text aber hat mehrfache Verbefferun en und ErweiterUpgen erfahren. Auch finden sich die inzwischen ers ienenen Vorschriften, sowie die Ergebnisse der neueren statistisehen Aufnahmen nacbgetragen. Die dritte Auflage sxbließt mit dem Jahre 1882 ab. Das Werk _kietet eine vonstandige, jedem Gebildeten ver- ständliche und zuganglicbe Datstellung unserxr gesammten öffentlichen Verhältnisse. _ Unsere _Gefeyaebgng ist im Laufe der Zeit immer_ drrwickelter, tbr Verttändniß in Folge umfassender Organisaiionen immer schwieriger gckvorden. Ein Hülfs- mittel, vermöge_ chen jeder Vrtbeiligte fich leicht und schnell auf dem w 1th elde unseres öffcntlichen Rechts zu orientiren vermag, ist kaum noch zu entbehren. Es gilt dies für die Beamten; es gilt in noch höherem Maße für die Laien, die sich in stets atergedebnte-ern Umfange zu den Geschäften des öffentlichen Dienstes hirangezogcn ichen. Das Interesse am Staatsleben, welches Ver- faffung und_SelbstVerwaltung in immer weitere Kreise unserer Be- 195171711115 hineintragcn, kann erst fr chtbringend werden, wenn es mit Verstandniß und unbefangener Beurtheilung verbunden wird. Hierzu tragt das Werk bei. Nur ein Theil der allge- meinen S_taatßzwecke_findet seine Erfüüung zur Zeit noch in Preußen; ein anderer ist_ auf das Reick) übergeaangen. _abeiergänzen und_durchdrivge_n fich beide Rewtsaelicte bereits so vielsack), daß nur bei ihrer orgmiscbcn Zusammenfassung ein vcÜstävdiges Bild unseres Stadtswescns cntrollt werden kann. Das Werk e1streckt sich dem- aemaß sorrobl auf die preußische wie auf die Reichégeseßgeburg. Es beschrankt_sich aber nicbt auf einfache Wiedergakc der erlassenen Vor- schriftiri, tucdt dicse vielmehr nach Entstehung und BedeU'ung. sowie nach ihrer Gestaltung im praktischen Leben zur Anschauung

zu _ bringen. Zur Klarstellung sind vielfach vergleichende Hinweise auf die Geseßgebung fremder Länder, statistische Daten und technische Erläuterungcn eingeflochten, Beson-

ders aber hervorzuheben ist, daß das Werk eine vollständige Uebersicht der maßgebendm Vorschriften brinot und der Hir-Weis auf dicse sicb zugleiw auf die Sammlungen erstreckt, in denen sie vrröffentlicbi sind, auf die Aenderungen, die fie später erfahren haben, und bei den um- faffenderen Bestimmunaen auf die Abschnitte uud Paragraphen, Welche die einzelnen Gegenstände betreffen. Das Werk entsdricbt hiernach einem doppelten Zw-rk. Es enthält eine fortlaufevde systematische Dar- stellung uns11eröffentlic'be11Rerbtßzuständeund verbindet damit eine gleich- mäßig geordnete Zusammenstellung 1111er in den verschiedenen Samm- lungen ze1streuten Vorschriften. Es wird damit ebensorvobl dem gertcht, der über die i_naßgebendcir Grundkäße Aufklärung sucht, als demjenigrn, der die GetetZe ielbst einsehen und wissen will, an Welcher Stine er die einzelne Bestimmung zu sucben babe. Fassung und Ausdrucksweise sind kurz und einfaä» gehalten; die Darstellung ist allgemein verständlich und im guten Sinn des Wortes populär.

Gewerbe und Handel.

Der Verivaltunesrarv der Bank des Berliner Kassen- vercins bat beichloffen, eine außerordentliche GeneralVersammlung auf den_6. März einzuberufen und derselben den Antrag Vorzulegen, das Aktienkapital der Gesellschaft bis auf 15 000000 „ck zu erhöhen. Von den hiernach neu zu kreirenden 12 k00000 «16 Aktien sollen zu- nächst nur 6000000 (2000 Stück „Aktien 9. 3060 „,“-) ausgearben werden. (Ein treitirer Antrag wird dahin geben, die Zahl der Mit- glieder dis Verrvaltunasratbs von 8 auf 9 zu erhöhen.

_ Die ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Börsen-KommissionSvank genehmigte den vorgelegten Ge- schäftsbcricbt nebst RewnungSabswluß pro 1882 und ertheilte ein- stimmig Decbarae. Die auf 7% festgesetzte und bewilligte Dividende ist von beute ab an der Kaffe der Bark zahlbar.

_ Die Direktion der Di--konto-Gescl1schaft, die Bank für Handel und Industrie, das Bankhaus S. Bleicbrödcr in Berlin und M. A. von Rotbichild u. Söime laden zur Subskription auf ein 4% An- leben dch.K_ptiv.Oesterreichische:“1Staats-Eisenbabn- Gesellicbaft m Höhe von 200l0000 „ki. deutscher Reichswäbrung ein. Die Eubsßiption findet am 5. und 6. d. M. bei den oben ge- nannten Firmen zum Course von 94% statt.

_ Der Aufficbtr-ratl) des Dortmunder VankVereins bat die Vertheilung einer Dividende von 5% beschloffen.

Antwerpen, ]. Februar. (W. T B.) Wollauktion. Angeboten 2316 Ballen, verkauft 1551 Ballen. Gute Wollen fest, andere vernachlässigt.

Waibinqton, _1. Februar. _(W. T. B.) Schatzsekretär Folgcr hat 15 Millionen Prolongirte Hprozent. Bonds einberufen. Die Zinezahlung hört am 1. Mai auf.

Verkehrs-Anftalten.

Reichs-Kurésbuäy. Herausgegebin von der Kaiserlickoen Post- vertvaltuna. Bearbeitet im Kursbureau des Reich-Postamts. 1883. Außgabe Nr. 1. Fcbruar-März. Wintnfabrpjäne. _ Berlin. Julius Spririqer. Preis 2 „je _ Die erste diedjälirige Auégabe die1es zuverlaifigen Verkehrxbuwes berücksichtigt sämmtliche bi;- zum heutigen nge eingetretenen Veränderungen der Winte1fabrpläne der deutschen Und ausländitchcn Ciwnbabren. Dampf1chiffe und Posten und enthält auch bereits die neuesten Nachweise imr Retour-, Rund- reise- und Saiionbillets. Die sich dem amtlichen Kursbuch immer mehr zuwendende (Gunst des rei1enden Publikums zeigt am besten, wie daffe!be_ m der That jekt allen Ansprüchen genügt und Korrekt- beit,_P?11standigkeit, Uebirficbtlicbieit mit einer guten Ausstattung vereintg .

Triest, _1. Februar._ (W. T. B.) Der Lloyddampfer „Austria“ ist heute Mittag aus Konstantinopel bier eingetroffen.

Berlin, 2. Februar 1883.

Konsulatsberichte.

Jahresbericht aus Moskau für 1881.

11. Theil.

Der Import nach Moskau zeichnet sich durch große Mannigfaltigkeit aus. Die wertbvollsten und wichtigsten Ar: tikel für den Mon-uer Maikt sind: Robbaumwoüe, Thee, Indigo, Maschinen, (Harne, WoUe, Vaumöl, künstliches Ali- zarin, Anildfarden, Manufaltur- und Kurzwaaren, Chemi- kalien, Leder, Felle 11. s. w.

Fürdas Denkscbe inch kommen namentlich _ abgesehen von Hopien - Jndustrixprodukte, und zwar Halb.- und Ganz- fabrikate, in Betracht. -

Was zuvö1derst den Iniport von Textétstoffen betrifft, so war der Umfang in Kammgarn im Jah:e 1881, da die Mode Kammgarniabükate be..iinsiigte, ein nicht Undedeutender. An dem Irrport beiwiliÜte sic!) außer dem Deutschen Reiche (hier namentlich das Elsaß) aucb Oesterreich. Das Garn der fran- zösiichen Spinneeien, namentlich in Roubaix und Umg-gxnd, ist in Rvßland nickt beliebt, weil der Export von dort aus: schließlich in den Händen von Komn-issionären liegt, die russi- schen Konsun enten daher auf Garn von einer und derselben Spinnerei in der Regel nicht rechnen kö1nen. Der Kom- misfionär entnimmt bekanntlich die Waare dxrjentgen

Spinnerei, wrlcke Nerode im Moment der Ordre=Ausfübrung die niedrigsten Preise fordert. Die englischen Botany-Wefte finden iast nur seinen Eingang in Rußland.

Strickwollen fanden schlanken Avsay; an dem Import be-

Fn englischen Wollengarnen, als Colots, Melanges, Mixtures, at der Import stark nachgelassen, da die Mode couleurten halb- und ganz wollenen Stoffen ungünstig ist.

Genappes, Imitation von Genappes-Garn, fanden für Moskau und LoL schlanken Absa , da der hake Zoll den prdrt Barmer änder, Kordel, then u. dgl. ast zur Un- n_1 lichkeit macht, und der hiesige Konsum in den letzteren Ar» like 11 von den vergrößerten und neu errichteten Fabriken ge- deckt werden muß. ZepZirwolle (hier „Berliner Wolle“ ge- nannt) gelangte in gro en Posten hierher. So 3. B. aus Hamburg allein für 4-500000 Ndl. jährlich.

Wollenwaaren.

_ Tuche kiinnen wegen des hohen Zolles nur in hoch- femen Qualitäten importirt werden, deSgleichen Kamm-

arnstoffe, Buckskins ec. für errenbekleidung. An dem

mport in diesem Artikel bethei igt fich auch Deutschland (Hückeßwagen, Kettwig, Werden Aachen) Das Geschäkt lie t hauptsachlich in den Händen Pariser Großhändler, d e mt Herrenkleidermachern in den bedeutendsten Städten Rußlands im Verkehr stehen. ,

_Kammgarnstnffe für Damenbekleidung, als Cachemire, Satin 2c., werden io gut wie gar nicht mehr importirt, da der Zoll darauf zu hoch ist. Nur in hochfeinen Qualitäten ge- langen iioch kleine Partien, vorzugßweise aus Roubaix und (Sera, hierher. Couleurte wollene, halbwollene, mit Seide ge- mischte Stoffe, die früher namentlich aus Glauchau stark be- zogen wurden, sind _im Jahre 1881 wegen des hohen Ein- gangsons fast gar nicht eingefüht ; auch war die Mode diesem Genre ungünstia.

Bedruckte Cachemiretücber, früher ein bedeutender Artikel und vorzugsweise aus Böhmen, Baden und Sachsen bezogen, gixiqcn zurück, da_ der Zoll zu stark darauf lastet und einhei- mische Fabriken dieselben biliiger liefern können.

Baumwoügarne zu Webzweäen fanden nur Absaß in Double Nr. 44,_ 60 und höheren Nummern, Medio 50, 70, 80 und 90. Dieselben wurden ausschließlich aus England be- zogen. Das Geschäft darin war jedoch ein schleppendcs.

_Tiirkiscbrotb-Garn ward in früheren Jahren stark im- poittrt, nqmentlich aus Elberfeld und Barmen. Der Import ist ]ed011) tt_n Jahre 1881 erheblich zurückgegangen. Der Be- darf mird 1th meistens von einheimischen Firmen gedeckt.

_ Gefarbtcs Eisenaarn wird hier nicht fabrizirt; an der Einfuhr beth»iligen sich Barmen und England.

V_aun1wollenstrickgarn wird hier bereits fabrizirt. Aus Schweizerthal werden noch höhere Sorten importiit.

Baumwollene Webwaaren: Weiße (Shirtings, Mull 2c.) wurden von Deutschland so gut wie gar nicht importirt. Kleine Partien gelangten noch von England hierher. Dasselbe gilt von bunten Webwaaren.

Zn Baumonensammet hat der mport aus Deutschland stark nachgel-ffen, weil theils die Mode diesem Artikel nicht günstig war, dann aber auch, weil England dem deutschen Fabrikat eine starke Konkurrenz machte, und zwar mit Erfolg; Die Deutschen waren den Engländern schon lange in der Färberei, n1cht_1n der Weberei dieses Artikels überlegen; deutsches Fabr1kat_war dgher wegen der Farbe bevorzugt. Seit einigen Jahren liefern_1edoch englische Färbereien eine gleiche, wenn nicht bessere Färbung wie die Deutschen. Da der englische Stoff preiSwertber, so geht die Einfuhr allmählich in die Hände der Engländer über. Im Ganzen ist der Import kein kieäexitender, da der Zoll auch auf diesem Artikel zu schwer a e . .

_ „Gewebe_aus Seide und Halbseide fanden außer einigen kleinen Partien ganz seidener Sammete, die aus Lyon bezogen wurden, fast keine Beachtung auf dem hiesigen Markt.

Lustrine_(Müßenfutter) trägt den Zoll nicht und wird daher stark emgeschmuggelt; das hiesige Fabrikat färbt noch immer ab.

Leinengewebe in feinen Sorten werden noch fortwährend aus Bielefeld, Oberschlesien, B11fast, auch aus Courtray (feine Damajtgedecke) eingefiihrt. Besonders beliebt sind die in Oberschlesien fiir den hiesigen Markt hergestellten Handtücher, in welche an beiden Enden Ornamente in den Farben der

russisckpen Handelsftagge (weiß-blauroth) Nachahmung russischer Stickereien eingewebt sind. Die russischen Bleichen werden und können nie _ bei den bekannten klimatischen

Verhältnissen _ das reine Weiß der Bielefelder oder Bel- faster Gewebe erzielen.

Posamentir-, Tapifferie- und Strumpfwaaren.

Bänder, Litzen, Kordel (geflochtene Waare), die friiher aus Barmen stark bezogen wurden, finden kaum noch Be- achtung, da die durch den hohen Zoll geschützten einheimischen Fabriken nahezu im Stande find, den Konsum zu decken. Gewebte daumwollene Bänder im slavischen Geschmack wur- den dagegen ziemlich stark aus dem Wupperthale importirt.

Stickereien auf Canevas gingen, wie gewöhnlich, in be- scheidepen Quantitaten vorzugsw-ise aus Berlin, Dresden und Frankiurt a. M. hier ein. DeLgleichen mechanische Stickereien, 1311111135 brocjées auf Cambric, vorzugsweise aus St. Gallen. Spitzen, namentlich billige Genres, wurden verhältnißmäßig stark_ importirt, namentlich aus Nottingham und Pas de Calais; aucb Sachsen betheiligt sich an dem Import von Guipurespißen.

Strumpfwaaren.

Gestrickte wollene Tücher, vorzugsweise aus Liegnitz und Berlin, fanden schlanken Absatz. Baumwollene Chenille- Tticber wurden in größeren Quantitäten aus Oesterreich be- zogen, da die deutschen Fabrikanten die Preise zu hoch hielten.

Strümpfe kamen in kleinen Partien vorzugsweise aus Nottingham, Handschuhe aus Sachsen.

Konfektion. Herrenbekleidung wurde stark importirt, dock) led glich aus Wien. In fertiger Wäsche war der Import gleick; Null.

Vigogne-Garn _ sächfisches Fabrikat _ war nach wie vor ein beträchtlicher Importartikel (circa 120 000 Pud). Nach den neuesten Bestimmungen ist der Zolltarif vom 1. Juli 1882 dahin deklarirt, daß Prima-Vigogne (als Wollengarn) 9 R61. (Hold, Secunda:Vigogne (als reines Baumonengarn) 4_ R61. 70 Kop. Gold Eingangszollzahlt. Dasselbe wird nament- lich zu Bekleidungssioffen verwebt.

Am Import von Stoffknöpfen ist ausschließlich Deutsch- land (Barmen und Geldern) betheiligt. Eine seit einigen Jahren hier unter L-«itung eines Barmer WerkmeisterSeiri- gerichtete Fabrik ist bisher außer Stande gewesen, die aus- ländische Konkurrenz zu verdrängen. Steinnußknöpfe werden 1th auch in Moskau von einem Deutschen fadrizirt (monat: lich über 5000 Groß :'1 75 Kop. bis 4 Ndl.). Feinere Waare _ etwa 7/8 des Bedarfs _ muß noch aus dem Austaude bezogen werden (Schönebeck, Berlin [vorzügliche Waare] und

theiligten fich vorzugsweise Altona, Hamburg und Berlin.

Böhmen).

Eisen- und Stahlwaaren gelangen aus dem rheinisckx westfälischen Jndustriebezirk hie“. er, namentlich aus Remscheid (schwere Handwerkszeuge und Gu stahl), aus Solingen (Messer, Gabeln, Scbeeren), aus Hagen (Amboffe, Schraubstöcke, Federßahl, Gußftahl), aus Oberhausen, Schalke ec. (Sorten- eisen, Fa oneisen, Eisenbleche). Billige Waaren, namentlich Schuhmq erwerkzeuge, kommen aus Schmalkalden. Der Wett? dieser Einfuhr dürfte fich auf mehrere Millionen Mark belau en. Allein der Werth des Sorteneisens, des Fasan- eisens und der Eisenbleche wird von Sachkundigen für 1881 auf 10 _Millionen Mark (ab Fabrik) geschätzt. Die Einfuhr von Eisenblechen mird sich vorausfichtlich im Jahre 1883 bedeutend heben, da der Bedarf an diesem Artikel zum Bau von Naphta-Reservoiren in Nischni, Zarizin, Baku 2c. sehr erheblich sein dürfte. England macht in allen diesen Artikeln scharfÖWk'Zrenzi f | schl" ßl ck Bl h

a e e ge augen a aus te i aus e gien ier: her. Sibirische Bleche find besser, aber theurer.

Eine deuts_che Fabrik schmiedeeiserner Röhren (zu Gas- und Naphta-Leitunaen, Lokomotiven 2c.) hat im Berichtjahr in _Moskau eine Niederlage eingerichtet. Die Einfuhr soll stetig zunehmen.

Zn Sensen wird hauptsächlich steyrisches Fabrikat eingefiihrt. *

_ el_dschränke gelangen aus England, Deutschland und Wien hierher. Die mländischeFabcikation macht jedoch solche Fortschritte, daß der Vertrieb des ausländischen Fabrikats er- heblich erschwert wird.

Zinnerne Löffel mit Eiieneinlage werden hier nicht fabri- zirt und bilden einen verhältnißmäßig bedeutenden Import- artikel, der aus Westfalen und Wien bezo en wird.

Der Import von Petroleum-Küchen teigt bedeutend und hat eine große Zukunft. Es ist ausschließlich Deutschland (Berlin, Nürnberg und Hamburg) betheiligt.

(Fortseßung folgt.)

Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) Bei der heute fortgesetzten iehung der 4. Klasse 167. Königlich preußischer Kla senlotterie fielen:

1 Gewinn von 120 000 914 auf Nr. 34850. 1 Gewinn von 75 000 „45 auf Nr. 57 549. 1 Gewinn von 15 000 «16 auf Nr. 67 079. 2 Gewinne von 6000 «sz auf Nr. 5166. 71 669. 42 Gewinne von 3000 „46 auf Nr. 350. 2913. 3368.

5115. 10 428. 10 474. 10 651. 11 357. 11 442, 11 626. 14 024. 16 026. 20 679. 25 785. 31 633. 35 068. 35 795. 37 715. 40 853. 43 433. 43 765. 43 886. 50 930 51 423. 52 890. 59 492. 59 902. 63 948. 63 972. 66 074. 73 077. 78 642. 78 800. 79 460. 79 946. 82 001. 83 749. 85 327.

87 636. 87 996. 92 589. 93 423.

40 Gewinne von 1500 «M auf Nr. 410. 1182. 3234. 4223. 4343. 4423. 4760. 7229. 9407. 9456. 11 204. 15 308. 17 762. 21 606. 21 815. 22 421. 25 986. 35 615. 39 337. 45 382. 47 154. 47 755. 49 628. 51 058. 52 705. 58 094. 60 199. 60 760. 62 883. 64 334. 64 815. 66 829. 67 341. 68 606. 70 712. 77 738. 84 695. 88 579. 90 414. 91 184.

61 Gewinne von 550 „45 auf Nr. 561. 770. 1665. 1746. 2898 3311. 3400. 4975. 5600. 10 403. 10 987. 11308.

11 374. 11 523. 12 578. 13 483. 17 236. 17 560. 19 096. 19 312. 20 626, 20 918. 21 768. 21 831. 30 742. 32 055. 39 110. 40 191. 40 385. 41 717. 42 113. 42 426. 48 328. 51 959. 52 566. 56 634. 57 022. 57 489. 62 776. 63 313. 64 130. 64 772. 67 971. 68 090. 69 403. 69 911. 71 673. 72 626 73 082. 77 749. 78 279. 80 068. 80 160. 82 422.

86 064. 87 090. 88 634. 89 558. 91 847. 91 885. 93 226.

New-York, 1. Februar. (W. T. B.) Die an der Landes- stelle der Inman-Linie befindlichen Baulichkeiten sind durch eine Feuersbrunst in Asche gelegt morden. Der Dampfer . Egypt“, der dort angelegt hatte, wurde beschädigt und die bereits ausgeladene Ladung der , City of Brussels vom Feuer verzehrt.

New-York, ]. Februar. (W.T.B.) [Weitere Yieldung.] Der durch die Feuersbrunst an der Landestelle der Inman- Linie verursachte Schaden wird einschließlich der Waarenverlufte auf eine MiUion Dollars geschätzt. . Die Beschädigung des Dampfers .Egypt' (Nationale Dampftchiffs-Compagnie, C. Messingscbe Linie) itt eine sehr erhebliche. _ _

New-York, 1. Februar, Abends. (W. T, B.) Wie jeßt fest- gestellt ist, war der größte Tbezl der Ladung des Dampfers „Egypt' vor dem Ausbruch des Feuers in Sicherbe1t aebrgcbt wsrden. Der Schaden wird trotZdem auf 3 Million Dollars geswaßt. Der .Egyyt“ ist nur Wenig beschädigt und in den Strom bugfirt worden; die Ab- fahrt ist auf Sonnabend festgesetzt. Das deutsche Schiff „Henry“ ist ebenfalls be|chädigt.

Am Sonntag findet im Krollscben Theater die letzte Auf- führung der „Reise durch Märchenland“ statt und hiermit der defini- tive Schluß der WeibnachtSaussteÜung.

Im Saale des Hotel Imperial gab gestern Abend der Concert- sänger Hr. Martin Plüddemann ein Concert. m_ welchem außer kleineren Liedergaben der .Er1k6111g" und das_.H9chzeit§lied' von Lowe zum Vortrag kamen. Der Concertgebex verfugt uber einen ansprechen- der Barvton mit heller Lenorartiger Farbung und würde mit diesem eigenen Material gewiß viel mehr erreichen, wenn er es nicht duréb allerlei Zuthaten verbildei Hätte, die mcbt immer blos den Vorzügen, sondern auch den spezifischen Eigenarten des berühmten Ba- rvtonisten unserer Hofoper abgelauscht erscheinen. Aua) hätte der Vortrag der beiden Balladen im Einzelnen, namentlich xvas das ge- beimni volle, märchenbafte Element und die Gegensaße in der Chara teristik betrifft, wohl noch feiner auSgearbeitet sein können und nicht in so uberhastetem Tempo gehalten sein sollen. In mehreren Liedern stellte fich der Concertgeber zugleich als Komponist vor und fand als solcher besqnders Mit der Ballade .Jung-Dietricb' von Felix Dahn wohlverdienten Beifall. Auch die anderen Proben seiner kompositorischen Tbatigkeit zeggten von einem achtungswchtb_en Talent. Unterstüßt wurde Hr. Pludde- mann durch die Concertsangerin Fr. Dr. Paula Gierke, welche,_von dcm Concertgeber sebr geschmackvoll am Flügel begleitet, mehrere Lieder von LöWe und Plüddemann sowie eine Ballade (.Vineta“) von _Rob. Emme1ich vortrug. Leider schien die Dame sich mit den akustischen Verhältnissen des Saales nicht recht vertraut gemacht zu haben, sonst würde ihr zarter Mezzosopran, den sie übermaßig anstrengen zu müssen meinte, worunter VortragSnüancen und Aussprache zu leidrn hatten, zu besserer Wirkung gekommen sein. Fer- ner wirkte Hr. einricb Ordenstein mit, Welcher sicb nqment- lich mit der „Jrrl chte_r'-Etüde von Lisa als technisch durchgedtldeter Pianist erwies. Hr. Kapellmeister Wilhelm Bruch batte d1e_ Be- leitung des Concertgebers übernommen, der auch einige hubscbe Lieder- ompofitionen desselben sang.

Redacteur: R i e d e [.

Verlag der Expedition (Kess el). Druck: W. Einer. Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilase).

Berlin:

zum Deutschen Reiclis-Anzeiger und Königlich Preußisrhen Staats-Anzriger.

M 29.

Erste Beilage

Berlin, Freitag, den 2. Februar

1ZZZ.

Yiehtamtlilhes.

Preußen. Berlin, 2. Februar. Im weiteren Verlaufe der gestrigen (44.) Sißung des_Reichstags wurde die zweite Berathunn des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Reichsbaiishalts-Etats für das Etatsjahr 1883/84, mit der Diskussion des Etatsder Post- und TeflexzrxiYéenverwaltung (fortdauernde

aben Tit. 1 or ge e .

AusgBei Tit. 1 )der AUSgaben „Staatssekretär“_ 24 000 «46 sprach der Abg. Prinz zu Schönaich-Carolath sem Bedauern dariiier aus, daß trotz wiederholter Zusagen das_ langsamere Tempo bei der Errichtung neuer Postbaiiten "?ck immer nicht eingeschlagen werde. Im Etat ständen wreder fur Terrains und Bauten 4 Millionen, viel zu viel im Verhältmßzur Fmanzlqge des Neiches und der Steuerzahler. _Es werde viel zu koßspieliges Terrain erworben, außerdem viel zu luxurios gebaut. Ein- fache, gesunde, zweckmäßige Gebäude diirften dem Interesse der Steuerzahler mehr entsprechen. _Auch der Geschmdcl werde bei vielen der vorgelegten Pläne leider Wieder dermzßt. Be- züglich der Briefträger, namentlich der andbriestragex, bat Redner nm Zulassung einer le1chteren Kleidiing aen1_1113_ drn Driliichanzügen des Militärs. Klagen üher eme _Schad1gung des sanitären Interesses seien doc!) 111 dieser Hinsicht aus_ der Mitte des Reichslzeeres nicht hervorgetreten. Dagegrxi sei 1111 Winter ein Mantel für die Brreitrager sehr erwun1cht, 1114 jetzt habe die Postverwcrltung daß Tragen_eme§ solchen miter- sagt. Der Vehileidege-ionds wiirde gewrß durch den Reichs- ta ern er 6 t wer en. _ _

g Dger Vunldeskommiffar, Direktor i_m Reichs-Vdstdmt Dr. Fischer entgegnete, das Tragen weißer Beinkleider sei im Postdienste nachgelassen worden, dagegen 1111 samtaren Interesse habe die Erleichterung der Dreracken versagt werden mussen, weil die

".kältungen und Erkrankungen der Yeawtew unverhaltniß- mäßig zugenommen hätten. Die: Verhaltnisse im Heere seien mit denen der Postbeamten nicht kongruent, im Kriege irrigen ja auch die Mannschaften keine Drill1chanzüge._ Mantel dms- ten die Briefträger unbehelligt tragen, so_fernsieiolche besaßen.

Nachdem der Abg. Prinz zu Schdna1ch=qudlath noch em- mal seinen Wunsch, betreffend die Somxiierklcidung der Land- 'briefträger, dem ReickisWostamt zur Erwagqu en11_)s.1hlen hatte,

bestätigte der Staatssekretär des Retrhß-Postamts _1)r. Stephan, daß die gewünschten Versuche bereits_ Zemacht _seren, daß man aber von denselben lediglich aus samtaren Gründen Abstand genommen habe. _ _ _

Der Abg. 1)1', ThilemuH verwarf _vom arztlichen Startd- punkte aus die besondere Sommerkleidung der Landbrief- träger. _ Der Abg. Prinz zu Schönatch=Carolath dankte d9111__Vdr- redner für seine Ausführungen und fiir _das sachverstand1ge Gutachten, auf welches er sich zu_st1113en__mcht verfehlen werde, wenn Bitten gleicher Art ihm Wieder naher treten sollten.

Der Abg. 01. Reichensperger (Crefeld) bemerkte, weis Prinz Carolath soeben vorgebracht herbe, scheme ihm die Billigkeit und Zweckmäßigkeit auf seiner _Seite zu habet). Dem ärztlichen Gutachten des Abg. Th1len1us_ste_he doch die Thatsache entgegen, daß in solchen und noch wrchtrgeren Fra- gen die Aerzte nicht einer Meinung seien. Was die Bauten betreffe, so werde immer noch viel zu sehr anf das_ Aeußexe, weniger auf das Wohlbefinden der permanent darin beschaf- tigten Beamten gesehen. Wenn er vom Prinzen Cdrolath provozirt worden sei, fich iiber die Bauten selbst zu außern, so möchte hinter der freundlichen Aiifforderung dessel- ben doch vielleicht einige Ironie _slecken , denn wenigstens von den Berliner Architekten _ werde er durchweg als ein Dilettant und in Fachangelegenlieiten__als inkompetent angesehen. Doch werde er spater daraiifaquuhr- licher zurückkommen. Fiir jetzt mene _er n_ur auf die Mängel des neuen Posigebäudes in Minden_h1n; hier müsse der Archi- tekt fiir das, was derselbe gesündigt habe, auf Grund des Landrechts zur Verantwortung gezogen werden. Eine Unter- suchung zu verlangen, sei allerdings den Architekten gegenüber

nicht? Angenehmes; als er im preußischen Abgeordnetenhauie das Gleiche bezüglich des Neubaues fiir das Ministerium des Innern gefordert habe, seien aUe Redner, _der Minister, Abg. .Hammacher und er von der Fachpresse aux das Schroffste an- gegriffen worden. _

Hierauf ergriff der Staatssekretär des Reichs-Postamts ])1'. Stephan das Wort: _ _

Meine Herren! Der geehrte Herr Vorredner hqi zunachst seine Mißbiüigung darüber zu erkennen gegeben_, daß in die er Derxkfcbrift der all nur sehr allgemein mitgetheilt sei, ohne _spezte eBez_e1cbi_1m1g des amens: Minden. ch möchteerwäbnen, daßichm derimuiidltchen Verhandlungen der Budgetkommisfion grade diesen Fall fu_r die P_ost- verwaltung angeführt babe, um zu beweisen, wie dringende baulicbeBedurf- nisi e wir noch zu erfüllen haben, und ich möchte_imAn_schluß daran bemerken, daß diese Denkschrift nur bestimmt war fur diejenigen Herrn), welche Mitglieder der Butgetkommission sind und die also der mundlicben Verhandlung beigewohnt haben und ganz genau wissen, dgß der Fall

ck nur auf Minden beziehen kann, hätte ich (i_hnen konnen, daß

iEser Denkschrift die Ehre zu Theil wird, von einer großen Anzahl Mitglieder dieses Hauses gelesen zu werden, so _wiirde nichts einfacher YwLsen sein, als den Namen des Ortes Minden htnzuzusexen.

an, meine Herren, ein solcher Fall,_ wie ihn _der err Vorredner ganz richtig geschildert hat, und Wie er in der Zettungönotiz korrekt mitgetheilt ift, mußte mich mindestens in gleicher Weise interesfiren als verantwortlichen Chef der Postverwaltung, wie den verehrten Herrn Vorredner. Ich habe deshalb ebensowohl wie_ er genaue Erkundigungen an dem Orte eingezogen, und es ist merkwurdig, dqß ich zu dem ganz entgegenqexe ten Resultat gekommen bin, ein

neuer Beweis ür die Nicht eit des uralten Sa es: 81 (1110 kaoium: ic111111,f 11011 est; g 1418111, Die Saxe verhält ck einfach o, daß es Lib nicht um einen_ Neu- au handelt, an nicht um einen rweiterungsbau, auch nicht um einen Durchbau wie man in Mecklenburg sagt, sondern um ein altes Gebäude, das 5ereits im vorigen Jahrhundert stand, eine Domkurie, in welcher eine eit lang das Geschlecht der .Vinke', Wenigstens einige Männer 1) eses berühmten Geschlechts gewohnt haben, das Wappen findet sich noch an einem Seitengebäude vor. Das Grbäude ist dann später in ein Militärlazaretb verwandelt worden. Vor einigen Jahren nun entstand die NotHWendigkeit. ein_ Po tgebäude aufzufubrcn, weil das jeßi e, das für die Ober-Postdtrektwn estimxnt it, sich auf dem Babnbo? befindet und nicht dort, wo die Post hinge ört, _ es

ist das ein Punkt, auf den ich kommen werde bei dcr Würdigung der Aeußerung des verehrten Hrn. Abg. Prinzen Carolatl) _ namlich in den Mittelpunkt der Stadt. Es War fchwierig, einen Bauplatz zu bekommen, und da kam es uns sehr zu stcztten. daß für die Militär- verwaltung eine Reihe von Gebäuden, die nicht_ so dringend er- forderlich waren, die Post erstand nun dreies Gebäude, aher mit der Absicht, einen Neubau aufzuführen, treil urs die Baufällig- keit des Hauses wohlbekannt war, um einen sehr geringen Preis von der Militärverwaltung. Ich habe an diesem Gekäukx keinen Erwei- terungsbau vornehmen [offen, sondern lediglick; provixori1che_(Finri_cb- tungen, um das Postamt zur Noth unterzubringen, und die Kotten dafür find ein paar Tausend Mark gewesen , ich glaube fünf bis sccbstausend Mark, jedenfalls eher weniger, _alg mehr. Nach einiger Zeit zeigten fich Senkungen im Boden, Verkeyuxtqen in einzelnen Konstruktionen, offenbar in Folge der Altcréicbwackye des Hauses, und es wurde uns davon die Meldung gemacht und darauf estimmt, es sollten alle Einrichtungen getroffen werden,_11m _das Post- gebäude zu räumen und das Postwesen miethweUe in e_mem anderen Lokale unterzubringen, man werde _ sich bemuberi, möglichst scbleunig die Genehmigung des Reichstags, soweit es möglich ist. zu erlangen, um einen Neubau itz Minden auf dem Terrain des alten Gebäudes aufzuführen. Das ist der eirifaaZe i_md, wie ich glaube, genügend dargelegte Sachverhalt. Auf _die iibrigen Bemerkungen einzugeben, möchte ich den Hrn.Abc1_. Reici'enwerger, ebenso den Hrn. Abg. Prinzen Von Carolaib, der vorhin 1prack, bitten, mir zu gestatten, wenn wir bei dem betreffenden Kapitel ch Vauetqts sein werden, ich glaure, darin bat er vollständig Recht, daß e.? desirr wäre, bei jenem Kapitel die Angelegenheit zum Audtrag zu bringen.

Titel 1-16 wurden bewilligt.

Zu Titel 17 (Ober-Postdirektionen) bemerkte der Referent der Budgetkommission Abg. Freiherr von und 511 Vddman, es sei bei diesem Titel die mangelhafte Aufstelxtmg des Post- etats überhaupt in der Komminion zur_S_drache gekommen, und mehrfach der Wunsch nach einer detaillirteren und iiber: sichtlicheren Etatsaufstellung, sowie insbesondere danach aus- gesprochen worden, daß in Zukunft die Gehälter der Post- beamten 11ichtnach dem Durchschnittssaß, sondern nach d;:r Maximal- und Minimalhöhe ausgeführt würden.

Der Abg. Stöcker bemerkte, die Ausführungendes_Staats- sekretärs bezüglich der Sonntagsheiligung diirften nicht un- erwidert bleiben. (Große Unruhe links.) Eine Ueberldftung der Beamten erkenne auch er an, das grrade führe iht] zu seinen Forderungen. (Rufe: Zur Sache! links.) Er i_iiochte es dem Staatssekretär ans Herz legen, dgß derselbe fur die Postbeamten jeden zweiten oder mindestens1eden dritten_S01111- tcm völlig diensifrei mache, (Ruf li_11_ks: Zur Sache !) die techZ nischen Schwierigkeiten zu beseitigen, wüffe _er dabei dem Staatssekretär überlassen. Es würde ihn sehr freuen, im nächsten Etat _einen Betrag, wem] auch von mehreren Millionen , zu finden für _die Kosten, welche die Freimachung von Sonntagen für die Postbeamten erfor- dere. (Zur Sache! linkH.) „Was hülse es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nehme dor!) Schaden an seiner Seele?“ Das gelte auch für gayze Stände! _Fiir soziale Nötlxe finde man auf der linken Seite zwar Verstand- nis; aber keine Abhiilfe. (Ruf links; Keine nenen Steuern !) Seine Partei wolle aber nicht 11urd1esem,s0nderna11en Uebel- siänden abhelfen. F-LJLZ 51116 m0r11111§_ 1111111 Mient, zu den Gesetzen müsse der sittliche Geist lxitizukonmien, habe man gestern hier gehört; die Gesetze 1e1en (tber gerade einer der wichtigsten Faktoren , um _ die Sitten zu bilden. Das werde in der )eßigeti Zeit zu haufig vergessen. Er erinnere an das Aktiengeseß. _(Zur Sache! ltyks.) (Der Präsident ersuchte den Redner, bet der Sache 51; bleiberi. Große Unruhe links.) Unter der Art, wre_ geaenwärtig die Sonntagsfeier gehandhabt werde, l1_tte11 die _Sitten 111 der That. (Jui pr0601t 111 litterjs et (16601t 111 1116116115, [1011 pr0- 111111, 5811 (18110115, iiberseße er: Wenn der Briefverkcl)r_ wachse, und die Sitten litten, so sei in der Thqt da1n1t_mchts ge- wonnen. Lachen links.) Man werde sich _das im ande merken, da die Linke Ausfiihrungezi iiber _ernen so heiligen Punkt belächele. Er glaube durch 1eine prinzipielle Stellung m der Thatdas Rechterwordenzu_haben (WiderspruchlmkS) . . ., der Abg. Richter habe bei viel germgsumgeren Sachen viel längere Reden gehalten (Lachen [in_ks; Zustiriimung rechts:). Einem Pfarrer in Hessen sei es passirt, daß_wah__rend der_selbe in der Kirche gepredigt habe, der Landbrteftrager__pfeifend durch das Dorf gegangen sei, und seine Predigt gcstort habe. (Zur Sache! links. Der Präsident rief den Redner zur Sache.) In den Kreisen der Postbeamten herrsche große Unzufrieden- heit, und er glaube, es könne dem Staatssekretar 1)1'. Stephan nur angenehm seiii, wenn derselbe aus einem Kreise, der nicht ,mit unpatriotischen _Leuten verkehre (große Unruhe und Lachen links), ein Urtheil höre. Er habe nicht mit Revolutionären und Sozialdemokraten zu thun, sondern nur mit königstreuen Leuten. Er sei sehr er- freut, daß zu der besseren Besoldung (Ruf: Zur Sache! Der Präsident machte den Redner darauf aufmerksam,“ daß die Debatte sich nur auf Tit. 17: „Ober-Postdirektoren beziehe). Er werde die einzelnen Positioner: zusammenfassen, (der Vra- sident erklärte: das Haus habe_11_icht beschlossen, mehrere Titel zusammenzufassen) um nicht bei Wer einzelnen Positioirreden zu müssen. (Heiterkeit links.) Dann werde er der den einzelnen Positionen und bei der dritten Lesung seine Be- denken vorbrin en. _ _

Der Abg.g])r. Hänel bemerkte, das Prinzip, welches der Vorredner vertrete, den Postbeamten _Sonnxagsrulie Yu gewähren, billige auch er (Rufe rechts: _Tit. 17, zur Sache.), aber der Abg. Stöcker werde sich selbst iiberzeugt haben, daß diesem Gedanken technische Schmierigketten entgegenstanden, mit schönen Worten sei ihnen nicht abzuhelfen,

Tit. 17 wurde bewilligt. _ _

Bei Tit. 18 hat der Ab . 01. Luigetzs die o_siverwaltung den Neubauten der Ober-Poßkassen ente ihren e1stun_gen und ihrer Stellung gÖgesnkiber anderenäéBeamtenkategorien ent-

e ende ö ere «: o dung zu gew ren. spr chDer ?Zu21destommissar Gehein1e_Post-Rath Kasubdki _cnt- gegnete, die Verwaltung werde __dieseii Munich bet emer künftigen Revision der Beamtengehalter m Erwagung ziehen.

Der Tit. 18 wurde bewilligt.

Zum T-t. 20 (Post: und Telegraphenämter) und den folgenden Titeln haben die Abgg. 01.Ba11mbach und Genossen

den Antrag gestellt:

Der Reichstag wolle beschließen: dcn RciÖZkanzler zu ersuchen,

1) in dem Eat der Reichö=Post- und Telegrapbenverwaltqng fiir das nächste Etatsjakyr zur KlarsteUuna der Gehaltherbaltmffe der Vorsteher von Postämtern 1. Klasse, Bahnpostamtrrxi und Telegraplxenämtern [. Klasse die Eintbeilung diem Aemter 111 der- schiedene Gruppen unter Angabe des Minimal- _und Marrmal-, sowie des Durchscknittsbetrags des Gehalts in betagten Gruppen erficbtlich zu machen, und eine Uebersicht über die Aemtrr, ire1che in die einzelnen Gruppen gehören, beizufügen;

2) in diesem Etat, bezüglick) des Gehalt?- der Vorsteher von Postämtern 111. Klasse, Welche daS Amt nicht 5105 als ein Neben- amt verwalten, nirbt nur den Mcistbctrag und den Durchjchmtt, sondern auch den Mindestbetrag:

3) in Ansehung der Packetträxxer und der Stadtpostboten, sowie der Landbriefträger nicbt 11111 dcn Dnrchsckmitthetraß, son- dern_ auch den Marimal- und Minimaldctrag des Gehalts an- U c*en;

3 g 4) den Titel des Pcstetats:

„Für Beförderung der Posten, sowie für Anlagen im Interesse

des Postbeförderungddienstes; ferner vertragömäßiger Zuschuß zu

den Futterkosten, sowie zu außerordentliehen Unterstiiyungcn behufs

Aufrecbtbaltuna dcs Postfubrwesens',

sowie den Titel:

„Tagenelder und Fubrkostcn, Verßütungen auiUmzugEkrstcn und

zu Mietbéentscbädigungen bei Versetzungen der Beamten; 31121th-

bedürfnisicn (Schreib- und Packbedürfniffe, Fcnrrnng, Bciembtqu,

Eerätbscbaftcn, Heften der Akten u. s. w.), für Druck1ackckcm fiir

Anskoaffmm und Unterhalt der Öaupt-Auxstattungßscgenstßnde und

der Amtsbibliothek, Mietbe fiir GeschäftSräume, sowie G8k1chi§k„

NotariatH-, Stempel-, Einrückungs-, Courier-, Eftasettcn- Und

Portokosten und Tclcgrammacdühren“ _ _

künftighin nach Gegenständen und Summen zu irczialqirrn.

Der Abg. Dr. Baumbach wies darauf hin, daß sein An trag bereits der Vudgetkonnmssion vorgelegen habe, aber nicht angenommen sei. Die geforderte Eintheiiung ser 110th- wendig, um einen klaren Einblick in die Gehaltsverlmltmsre in den einzelnen Gruppen zu gewinnen. Die Yosibegmten wüßten ]“th gar nicht, in welche Gehaltsklasie ne gehorten. Das Ermessen der Verwaltung iiber die Gelmltöstuie der Postbeamten könne leicht zu einem Belieben und zur 281111111: werden. Das Urtheil iiber den Werth der Unterdearnten könne bei der vorgeseßten Behörde ein sehr _ sub]?_kllVOS, den Lcistungen des betreffenden Beamten 111ch_l immer entsprechendes sein. Die Postbeamten _seien bcre_cht1gt,_zn er- fahren, in welcher Gehaltsskala sie sick) eigentlrch defatiden. Ein Mißtrauensvotum gegen die Postverwaltung liege seinem Antrage fern, er wolle nur eine budgetmäßige Prüfung des Postetatö ern*:iiglichen. _

Der Abg. Dr. Lingens bemerkte, die Beschwerden, mit denen das.; Hans überhäuft werde, wiirde aufhören, wenn die Postverwaltung eine umfassende Statistik der Beamten im ihrer Anciennetät Veröffentlichen wiirde. _

Der Abg. Büchtemann hob hervor, der den Beschwerden werde stets gebeten, den Namen des Klagefiihrendeu nicht zu nennen! Er möchte bitten, daß der StaatMekretär Alles. ihne, um gerewte Beschwerden nicht zu_ unterdrücken. Durch die bisberigen Vorschriften glaubten sich die Beamten 111 ihrem Beschwerrerecbt beschränkt; wenn der Staatssekretar auch viel- leicht in seinen Erlaffeti nur die Beschwerdeiuckxt habe treffen wollen. Die geforderte Gehaltserhöhung für die unteren Be- amten halte er für unzureichend. _

Der Bundeskommiffar Geheime PosizRatli Kdsubskt erwiderte, die Postverwaltung sei gern bereit, die (Hebalts- grenzen der drei Gruppen innerhcrlb der 610 Vorsteher 1. Klasse anzugeben, aber sie sei nicht m_ der Lage, die Iiamen der Beamten und die der Städte der einzelnen (811113191),sz veröffentlichen. Die Postverwaltung würde durch diese Publikation in der freien Beweglichkeit ihrer DiSWsitioiien gehindert werden, so daß es ihr nicht möxxlich sein wiirde, Überall da, wo _es das Verkehrsbedürfnifz erfordere, schnell emzuschreiten. „Die Etn- theilung seidurchaus keine feststehende,_11nd es kdmze 11_ur durch die oberste Postbehörde eine rechtzeitige und richtige Em- theilnng getroffen werden. Außerdem _glaube__d1_e Post- verwaltung , daß es dem Hause n1cht moglich __sein werde, die Liste der Beamten nach Namen und Ort zu pruferi. Durch eine solche Veröffentlichung wiirde nur eiiie Beunruhi- gung und eine Mißstimmung der Beamten herbergefghrt, und die DisZiplin gelockert werden. Die Beschwerden wiirden zu- nehmen, die Geschäftsführung erschwert, und die Verwaltung müßte sich in Erörterungen mit den Beamten einlassen, welche nun auf Grund jener Veröffentlichung ihre Nn)_prt_.lche grun: den wiirden. Auch in anderen Verwaltizngen, wre m der der Eisenbahnen, sei in Bezug auf die Statwnßvorsteher und an- dere Beamte eine solche diskretionäre Bestimmung maßgebend. Warte man erst ab, wie sich die Beamten nach der Gehalt?- erhöhung verhalten würden. Das Beschwerderecht wolle die Postverwaltung den Beamten _kemeSwegs verku11n_ner_n,_ ihre Verordnungen seien lediglich im Interesse der Diszwlm er- la en worden. _

s Der Abg. Schrader erklärte, in der EtatSpofition der Vorsteher 1. Klasse bestünden 3 Klaffer), vo_n _welchen mein nicht wisse, wie sie bestimmt würden. Dies sei eme Anomalie, wie sie bei keiner anderen Verwaltung bestehe. Keinem der Beamten sei klar, in welcher Stufe fie ständen, und bir, zu welchm Gehaltsmaximum sie in dieser SteÜe kommen könnten. 01"- fiille die Postverwaltung den Wunsch des_ Hauses, so werde man die fortwährenden Beschwerden der Postbeamten aus de. Welt a en. _

Fehr ffBundeskommiffar entgegnete, die Postverwaltung habe nicht die Hoffnung, daß die Beschwerden ihrer Beamten jemals aufhören würden.___c_Die ßPeurtYeilunxä) _ der Gehalts-

u en er ol e von oben 1 )tmä ig nn gere _ _

st fDerfAiii. Büchtemaxn bemerkte, 1_1_ci der Militärvorwal: tung, wo die Diöziplin eine noch großere RVUE spiele als bei der Postverwaltung, auch bei der Eisenbahnverwaltung würden die einzelnxéi __Pofitio_t_19n iZ! den Etat gestellt, warum

i t auck bei der oiverwa ung. _ _ _ _ _ nch Dcr)V11ndeskommiffar erwiderte, nzeil bei _der Militar- verwaltung die Gehälter gleickmtäßm, bei der Pojiverivaltung aber sehr verschieden seien. Der Titel wiirde bewxlltgt- __

Die Abstimmung iibert' dxxskUCsoxlrlZWenWer geschnits:

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NMB? 21ß Hvirfts 15 105655 .it: and sur 110 Post- und _