1883 / 33 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 07 Feb 1883 18:00:01 GMT) scan diff

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Die Staais-Baurrämie ist aus den Bciriebsüberscbüffcn der Jahre

1872-1880 an den Staat zurückaezablt worden, bildet also kein *

Paifivum der Gesellschaft mebr. Die dem Anlaaekayitale gegenüber- ftebenden, im Bcfiy dcr Recbte Oder-Ufcr-Eisenkabn-Geieüscbaft und im Betriebe befindlichen Strecken umiaffen zusammen 318,11 km, wovon 57,31 km iweigelrifig aukaefübrt find. - In neuerer Zeit wurde der Bau einer Nebenlinie von Kremburg über Rosenberg und Lublinix; nacb Tarnowix; aevknnt und ist bereits im Bau be- griffen. Diese Babu wird mit Staatsiubveniion nach Maßgabe des Geseycs vom 23. Februar 1881 keracstelit. Der Bau wurde Ende 1881 begonnen und man erwartet die Tbeilstrecke vcn Kreuzburg bis Rosenberg am 1. Juni d. I. dem Verkehr übergeben zu können. Zur Besckoaffuna dcs Baukapitals wurde die Emission von900000fmi 49/0 Prioritäis-Obligationen genehmigt. Außerdem sucht die Gesell- schaft gegenwärtig dix Konzession nach zum Bau einer Sekundärbabn von Bahnhof Hundsield nacb Trebnis.

Berlin, 7. Februar 1883.

Konsulatsberichte.

New-York. Ernteeraebnisse und PreLSverhält- nisse, Dezember 1882.

Die Ernte landwirthichaftlicher Produkte des eben abge- laufenen Jabrss in den Vereinigten Staaten hat nach den Ve1öffentlichungén des ])SPÜULMSUK 0k Üercuitin-S und nach den Vlaßnotirungen der in New-York abgeschlossenen Geschäfte folgende Resultate ergeben:

Weizen.

Tas Ernteerasbniß entipricbt fast genau den Angaben, welche in :uvsrlässigeii Kreisen bcreits vor 4 Monaten ge- macht mordin sind. Die Spekulation hatte bkfonders auf hohe Ziffern in der Ernte an drr Pacifikküste gerschnet. Dort betriigt indessen diesele nicht rnehr als 45 Millionen Busbel. Die Gésammtkrnte der Vereinigten Staaten béläust sich auf 500 Millionen Bushol, d. 1). per Acker 131/9 Buibxl, was der bis ]“th erreichten höchsten Durchschnittsziffer von 14Busbel (niedrig: ster T11rchschni1t 10Busbclper Acksr) sebr nahe kommt, Die Qua- lität ist im Allgcmemen gut. Das Geschäft ist infolge des besirren AusfaUs der europäischen Ernte zur Zeit wenig befriedigend, ]a es soli sogar Weizen von Bombay und dem perfischen Goki in Europa billiger grliefert mkrden können, als von Amerika aus. - Preise vom 11. Dezember loco New-York:

Nr. 1 white: Toliars 1,081/2 pr. Bushel, 2 y/ """-991/2 "_ DOU- ],00

x/ 3 x- _

x _

1 kA] 1/091/4 """ 1,090/8

2 1,06 _" 1-06102 Haier.

_ Das Erntwrgebniß ist fast dasselbe wie bei Weizen, näm- lich 480 Millionen Bushel. Prsiié:

Nr. 1 wbits DOU. - 50 Cts. pr. Buihel,

0 _ 47-471/2 Cts. Roggrn.

Das durchich11iltiiche Ekgébi-„iß pr. Acksr ist 14,7 Vushel, was einer Gesammtsrnte von 14 Miliionen Vi-syel nleich= kom1_r_1t. Die dnrchschnittliche Qixalität wird mit 95-100 cm- gege en.

*"

VrQis: Nr. 1 DoU. - 69 Cts. bis 70 CTs. pr. Vuihel. Gerne. _ Gsiammtergebniß 45 Millionen Vuihel, nämlich 23,5 Bushel per Acker. Preis 961/2 Cts. bis 1011/2 Cts. pr. Bilshél. Buchweizen.

Gesam_niternie_11-1L Miliionen Busbel, wovor) die Hälfte aut Penmylvanien entfälit, QUaiität durch1chnitt=

[ich gut. Preis 76 Cis. pr. Busbel. Mais.

Griammterßcbniß 1640 Miliionen Busbel, was auf 65 Miilionen Acker einen Durcbsämitt von 25 BUihkl per Acker ergiebt. Gegen das [SHW Jahr ist eiiie Zunahme von 400 MiÜionrn Vuihel zu konsiatiren. Die Qualität wird als „811961101'“ bkzeickMét.

Prsis 60-707/8 Cts. pr. Buibel. V a u m w o l l e. -

Das definitive Ergebnis; läßt sich vor der Hand noch nicht angrben, doc!) wird man ungesichis dss ausiiezeichneten Wetwrs, wiihrend dcs Novernber, Welches das Reifen der Baumwoiie 7"er begiinstigt hat, nicht weit von der Wabrbcit enifernt sein, wenn man auf eins Geiammternte von 63/4 Mil- lionen Ballcn (auf eincm Areal von 161/4 Millionen Acker) rechnet.

Preise Up]311(1 “16:35 per Pfd. (]]“(111181'F' 713/15 81/l5 strict 0r(iinat')' 81/4 81/2 Z00c1 0r(]io:117 91/15 95/15 §tricr g00ci 01011]er 91/2 93/4 101)? "ckck]!in 915/16 107/16 strict, 101? micicUioZ 103/16 103/8 11)j(](i]iUZ 1075/8 109/16 Y00c] miciiiiiwg 105/3 1013/15 sirjai “5000 mjäiiUoZ 1013/15 ]] miciiiljUJ iäik 115/15 111/2 ÜN" 121/6 121/4

Amtliche Berichte aus den Königlichen Kunstsammlungen.

(Aus _dem_ Jabxbuch der Königiicb Preußischn Kunstsammlungen. Erscheint vrertcljabxlich zu_m Preiie von 30 „ck für den Jahrgang in der Weidmannicbcn Bucbbandlung zu Berlin.)

]. Königlichc Mnsecn in Berlin. .1, Gemäldegalerie,

In dcm Zeitraum vom 1. Juli bis 30. September sind folgende Gemälde crworben worden: _ _

]) Albrecht Dürer, Biidnir; cines vornebmcn Mannes in mitt- lercn Jabrcn. Nack) rechts gewendet, den Bick auf den Bescbauer gerichtet; mit langem braunen lockigen Haar und schwarzem VoUbart. Die Rechte iiiur die Linke gciegt; [cstrrc umfaßt eine kleine Papier- roUe und rubt auf einer Brütiung, aui die sich auch der recbte Arm lose sUlYt. Schwarzes Barett; scbwgrzes Wamms,das,obrn offen, ein Untergkwand dcn farbigem Brokat 1ebcn läßt, mit gejcbliyten Aermeln, die mit Querstreifen von goldxiewirkicm Band gsziert find. Quer über die Brust und die linke Schulter ist ein sibwcirzcr Mantel ge- schlagcn. (Hründlicber Grund. Lebensgxoßc Halbfigur.

Bez. links unten mit dem Monogramm, das sick) als alt cr- wiesen, aber eine etwas unaewöbnlicbe Form hat. In Waffer- oder Leimfarben (ruf feiner Leinwand. H. 0,76, br. 0,57. - Erworben

Für unsere Sammlung bei dem empfindlichen Mangel an Dürerscben Werken von besonderem Intereffe. Das Bild. das wohl in die Jabre1496-1498 geseyt werden muß, cbarakterifirt vornehm- lich die Frük-zeit des Meisters und zeigt aUe hervorragenden Merk- male seiner damalißen Kunstweise. Nicht blos Auffassung und An- ordnung, aucb Technik und Leinwand verratben, unbeschadet der na- tionalen Eixenart des Meisters, die deutliche Einwirkung seines ersten italienischen Aufenthalts. In vieler Beziehung erinnert daher das Bildniß an den Dresdener Altar, mit dem cs ungefähr gleiÖz-itig (oder wenig später) entstanden sein mag, wie auch die aleicbe Mal- weise auf seiner Leinwand bezeugt; nur ist die Ausführung. ent- sprechend der bezüalicben Kunstaattung, sorgfältiger und liebevoller. - Die Persönlichkeit des Dargestellten, jedenfalls rornebm und be- deutend, wknn auch von wenig ansprechendem und fast düsterem, drohenden Ansieben. bat firb bis jeI nicbt feststeUen laffen. In der Sammlung Hamilton galt das ild für ein Selbstporträt des Meisters, doch erinnert nur etw1 das lange weÜi-ge Haar und die dem Selbstbildnis; in Madrid gleiche Stellung an den Künstler. Nach einer anderen Ueberlieferung sollte es einen Kur- fürsten von Sachsen vorstellen. Das könnte nur Friedrich dar Weise sein, dxn wir abér, insbésondere aus den Bildniffrn Cranacbs, nurin ganz anderer, alizuwoblbeleibtrr Gestalt kennen. Ob er aber nicht in jü-gkren Jabren dem Bilde Diners entsprochen babenmag? Zwischen den Jabrrn 1494 und 1501 bieli sich Friedrich der Weise wiederbolt in Nürnberg auf, und des Künstlers Brziebungan zu ibm [affen fich schon je!;«t bis in den Anfang des F?]. Jahrhunderts zurückverfolZCn Näbews wrrdcn vielleicht weitere Forschungen ergeben.

?) Francesco Squarciore. Maria mit dem Kinde. Maria, bintec einst nicdrigcn steinernen Brüstung, im Profil nacb links gewcndet, drückt das nackte Kind mit beidsn Händen an ihre Brust, indem sie mit der Recbten den Mantel um es schlingt; das Kind, erregt zitrücfbiickcnd, scheint sicb in ibre Arme geflücbict zu habrn. Zu beiden Seiten der Maria je ein Kandelaber; hinter ihr ein roiber Vorbana, zu desen Seiten ein scbmalsr Str:ifen Landschaft und leicht [*kaÖiktkk Himmel. Auf dcm Vorbznge obsn ein an zisr- licben Vändrrn schwebendes Gebänge von Früchien und Biärtrrri. Auf drr BrüstUr-g cin Ariel. - Maria fast lebemsgioß: Halbfiiur.

Bez. auf der Brüstan]: 07138 ZQÜJKSTGFL 131G'1'0Z18. _ FndTempera auf- Pappelbolz. H. 0,82, br. 0,68. - Erworben in

;1 ua.

Das Bild des icltenén und als Führers der Swulc von Padua für die (T_ntwiciclnng der rbiritalicniicbeii Malersi beirndérs wirbii- (ien Meiitirs sülit in unskrer Sammlung, in der die Kunst des Quattrocenw eine Hervorraßcnde Steiiuna cinnimmt, cine nicbt un- wesentlicbc Lücke aus. (Es ist neben LinerAitartafel in dsr stärtiickéen Galerie zu Padua (von 1452) das einzige bezeichnete und sicbsr be- glaubigte Werk des Künstlers und stammt, gleich jenc-m Alrarwcrk, .“!UZ dem Harris Lazzara zu Padua (noch kiirzlich daselbst), fiir das zweifelsohne beide Bilder urspriinglich gcmalt w::ren. Von jorier "Tafel abrr ur-isrickyeiket sicb unsare Madonna durch die Formenfülle, die chsrdigkeit dsr Bewegmig, dsn schönen Kopf der Maria so vor- tbeiibafi, daß Crowe urid eraicasclle za der Annabmc grncigt smd: „trotz der Jmscbrif! babe Mantegna a]s Grbiilfe Squarcione's An- tbeil an dxm Bilde gehabt“.

Zur_HersteÜmm baulicher Arbeiten für die Einrichtung drs USUM Heizgiigswstcmsmußtcp dir_ bxiden nach Südrn „aslrgrxien Ob-srlicbt- ml; fiir einig? Zeit gercblonrn werden. _ Der Umbau drs östlichen Flimeis gebt iciner Ioilendung entgegen; dericlbe wird bdffcnilicb gleicbicitig mri dcm dazU Nebörigen und in scincr Ausstattung im: bkriustsiirnden iüdlicbcn Oberlichtiaale im Frühjahr 1883 eröffnet Werden können.

Jul. Meyer.

13. Sammlungen der Skulpturen und Gipsabgüiie.

1. Abtheilung der antiken Skulpturen.

An Originaien erwarb die Abtbcilung in dcr Zcit vom 1. Juli bis 30. September.]882 eine Anzabl Bruchstüche ron Skuirtur- und Architekturtbeilrn, welcbe mit einer swon frühcr erworb-Inen Knaben- statue in Tarent gefunden waren; es sind, iowxit sick) uribeilen läßt, bevor Wies bier angekommrn ist, Ueber- reste cincs Grabmals, Kapitäie, Frieswrxierungsn, 1615181"? aucb dadurck) mcrkwürdiß, dax“; sic in H0chrslirf ausgsichnitten und auf eincm Hintergrunds befestigt Waren. Ebemfaiis aus Tarent stammt cin kliikikk wciblicbcr archaiscbcr Torso Dur-Ö Hsrrn HU- mann wurdcn in Smdrna vier kleine Re[irfstücke Erworben, zwei Erotcnfricse, dcr cine angcblikb ikrgariicriicbcii Fundrris, sodann Lin Stück mit eimm römisrbkn Poriräiprrsiifrpfe in Rznkrnornament, am Pagus in Smyrna gefunden, das vicrie cndlirh aus Hierapolis (Pbrbgirn) mit der räibiclbaiten Datfisiiiriig dreier, nacb rccbis (:c- wch1ndt neirrieinaiiderstebruder, bis auf einen SÖUl'Z urid einen Hals- rin-g nackter, junger Männer, die iedrr cinsn großen Hammer gc- scbuitcrt traJon; links, wo der Stein abZLbrowen ist, ioigic, wie Es sweint, Lin rixricr. VM der Jnscbrifi am oberrn Runde ist drr Scblux"; . QO/MLIUW'Q' crbalien; im Fido itebt „“;/41". (Einige chiniakcitcn wurden der Abtbciinng ails der rom AnxiqUa- rium angékauftrri Beckerscben Sammlung Überwicscn.

Die Sammlung der Abgüsse erbiklt von Hrn. Dr. Hartmann in Bsirui Abdrücke dcr Poisterrcrzierungcn cirirs großrn Sarerbags in Laodicia. Aus Paris wiirde der von Brunn nsucrdinxs iiir ein Original dcs Prariteics crkléxria Satyrtorso vom leaiin im Abguffe bezogen, und aks werxbrolics Gei-Örnk des Königiiw iialisnischsn Unterriwts-Miiiistrriums ging ein Nigra"; dcr in der Viila Hadrians gcfundsnen Tiorbso-F-iiatue ein, der Kopie cinxs grikcbisiiékn Originals aus dem 7. Jabrbundert v. Chr., Polixkletiicber Art rsrwankt.

Ganz besonders muß absr der Abformungsn dcs aanzrn Tisia- xnents des Augustus in Ancbra und einer Auswabl der FW- ikulpturcn von _ Bcgazkiöi bier gedacht werden, wrlcbe Hr. Dr._Hirmaxin aus einer im Aufiraac der Königlicbrn Akadrmie der Wiiienicksastcn und der Köriglicbrn Museen eigens zu dem ZWLCkS unternommenen Reise glücklich zu E::dc fübite. Schon find die Forwcn allem Answeine nach in gutém Zustande in der Formrrci der Höniglichen Museen eingriroffen _und wrrdcn obne Verzug aus- gegoiien, um dir Nbgüfie zur Aufstcliung und zur Abgabe an anders Sammlunacn zu bringen. Einaebendcre Mitibeüungcn über die Er- gebnisse dicser Reisearbeiten bleiben vorbehalten.

Seitens dsr Restaurationswerkftaii Wurde die Aufstrilung dr?ier Statuen und zwcierEinrabmunaen von Wandniscbeii, iämmtlicb Fund- stücken _der zweiten pergameniscben Ausgrabungsveriode am Erde dcsOstjaales im Museum vollendet, dabri mit alierböcbster Wahr- scheinlicbkiir die Zugebörigkcit eines Kopf?? xu der Atbenastatue mit kreizzweiie gelegtcr Aegis wahrgenommen. Diese Aufsteiiuag war mit Anstrengung aller Kräfte am 14. Auauii fertig geworden, als Se. Majestät der Kaiser und König der Abxbeilung die Gtiade Seines Besuches schenktm.

Erst ganz kürzlich wurdc endlich wiedcrum cin Fund bci der Reinigung dsr Simsblöcke der Giganibmncbie gcmacbi; der Name Nercus kgm unter der Kalkdecke rechts an dem Eckblocke zum Vor- scbc-in, aus dem links der NAME Amrbiirite fick) bxsmdct. Dass dieser Cckblock mit Recbt auf die Ecke links von der Treppe gesetzt war, fand dadurch seine Endgültige Rechtfertigung, und die Benennung der beiden Figuren zunächst links und rechts von dar Ecke ist jest ganz gesichert.

_ Unter versckoicdencn Arbeiten an GUYSabJüffen ist die Zusammen- fuaung des farnciiichen, mcbrfacb für einin Laokbon oeballcrisn Tkksl) zu Neapel (Arch. Zeit. 1863, Taf. SUFFULU, 3) mit dem zu ibm ge_i*örigen, im Palazzo Farnsse zurückgrbliebenen, links:: Arme er- wabnenswertb. Herr Dr. Lange gab den Anlaß zur Anscbaffung dcr Abgüsie und Anstellung drs Versuches, durcb wrlchen fcstgesteiit ist, daß die Fiziur ein Atlant ist.

_ Die Redaktion des großen Katalozes der Originalikulviuren 1cbritt bis zur Nr, 473 vor. Der kleine Katalog der GPUÖÜbaÜffT wurde zum Neukrucke vorbereitet; auch sind zu einer 11711211 Bear-

aus der Sammlung des Harzogs ron Hamilton.

beitung der Beschreibung der GPPSabgÜffe von C. Friedericbs,

Felcbe das Museum in die Hand nimmt, die ersten Vorarbeiten egonnen. . _ Eine landsckafilicbe_ Rekonstruktion der Akropolis von Pergamon im Karton von Fr. Thierscb in Münzben, vom Künstler selbst dem Museum geschenkt, fand im pergameni1chen Saale ihren PDF:)"

ze.

(Fortsetzung folgt.)

Das rorläufige Programm für die große allgemeine Gartenbau_-Ausstellu ng, die der Verein zur Beförderung des Gartenbaues in dcn Königlich preußischen Staaten, die Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins und der Verein .Veksucbsgarten' hier- selbst _veranjtaltexi wird, weist 236 PreiSaufgabcn auf, für die theils Medaillen,__ theils Kunstgegenstände, Géld- oder Ebrendiplome au?ge_set„:_t Und. Em Ehrenpreis ist für die hervorragcndsten Verdtetzite um die_ Ausstellung überhaupt bcstimmt; fü: dekorative Grupdxn, bet dencn aucb ornamentaler Schmuck gestalte: tft, ste_bcn 7 Prein; zur Verfügung. Von den 9Preisen für Rosen sol] der erite dem zyaeiprocben werden, der mindestens 12 Eremvlare in 6 Sorten ausstellt, welche in Bezug auf Kultur und äußere An. forderung _den auf den engliycben Ausstellungen vertretenen Roden gleichkommen. Bei den 6 Preisen für Orchideen ist wwobl auf_ Sorte'n5 die sich zu Marktpfianzkn eignen, wie a_us Scbauwianzxg Rucksiwt genommen; ein Preis ist außerdem für eine neu eingefuhrte __Orwidee von spexifischem Werth auSJeseßt, a_ucb_ unter den 11 Pretjen fiir blühende WarmbauSpflanzen findetfich em wlckxer fur eine neue Einführung der Züchtung wie «5 überhaupt das Bestreben _des Comitxés war und ist, durch die Ausst-Üuna nacb all_en Seiter bin möglichst anregend zu wirken. 45 Preise locken d:: Zuchter blubendrr Kaltbausrflanzen, insbesondere Von Azaleen, Ca- melien, Rhododendron, Erikcn, Cileus u. s. w. D n 8 Preifen für blribrnde Zwiebelgéwäcbse dss freien Landrs sieben eben so viel iür blubcnde Stauden gézenüber. Ein Preis unter den 2] Preisen für Biatwflanzen wkl dem Aussteller ron Palmen, die sich besonders zur Zimmrrkgltur eignkn, zugesprochen werdkn. Für Dickrflarzcn und baum. artige Lilien find 6 Preisaufaabcn geskilt. Bei den 16 Preisen für gxtriebZne Gehölz: dcs freien Landes ist sowohl auf blükiende wir auf mcbtblubende Grbölszückfichtgcnrmmrn. EinPrcis wirkt dem Aus- steiler eines blühenden, biéirer nord nicht als treibfäbig bekannten _Bczumas oder Straucbes._ Für gewöhnliche (Hebölzc des rrcien Landes sind _]"2, für_ Coxiiferen 6 Preisaufxiaben ge- stxllt Recht interriiani dürfte ein: Aufstcilung von Obst- baumrn werdeii, welcbe die Erziehung derselben in dyn bsrsbiedcnen S_tadren boni Kcimlinxr an rbriübrt; ihr ist einer der 7 für Obst- baumc rsxerrirten Prsixe zugxdach. Den 8 Preisen für getr'ebcnes urid Yoniervirtxs Obit gsicilt sii) ein 9. binzu, drr für das brite m D(Uiikbland nach der neuen amerikanischen Miibodc bergxstellie Törrobii bestimmt ist. _ Sehr bsleb erd diirfte VW _dis AbibUWUJ dcr croiiicben Nufoann werden. Sie wird 11. A. entbaltkn cine Zusanrmsnst-Üung der Pflanzen, die uns die wichtigstknKolonialwaarn lieférn unter Bciiiigimg der Samsnrder Pflarzértbciis, wie dicsrlbsn im Handel vorkommen, cine Ziiiammensteüung drr wichtigsten Gsspinnstpilanzen sowie der darmi *,;ewbnnensn Faiern und der daraus géferiigten Stoff:: und endlich eiiie Zuiammcnsteiiung von fkktlldläiidisshén Pflanzen, dercn „Holz bsi uns als Nuyboßi cingsfübrt wird. Für Grmüie find 12, iür qbaesckoniitene Blumewund Arravgemcnts 18, für Gartenpläne 3 und iirr Gsrxcngeräibc u. 7. w. 27 Preise ausgesest.

Die Generalversammlung der Vereinigung der Steuer- und Wirtbschaitsreformer nahm gcstir-i roch fol- gende Resolution: ,Die Generalveriammlunq bleÜt'zt die Be- strebunsen der Bauernvereine mit lebhafter Frxude und hofft, daf; die Bauernvcrcine bci rOUer Wahrung dcr Selbständigkeit ibrer Organisation gemeinsckoafrliäy mit uns (den Steuer- und Wirtbscbafts- rcformern) zur gedeibliwen Lösung der wirtbschaftiicken Fragen energisch bcitragsn werdrxi,“ mit einem Antrage dis Hrn. “Schön- ie'ld an: „.Es ist erwünicbt, in allen Provinzen des Denticben Reiwek Vaurrntage bsbufs Bcbandlang rb[ksir*irik)schaftlicher Tbcmata, welcbe die Landwirtbscbaft betreffen, abzuhalten“.

Dcn ersten Gegensta-id dsr HcUTi gen Taaesordnumi bildete die Wäbrungs frage. Ter Reirrevi, 131". O. Arendt (erlin) [*r-für- wyrwic, in GéMéiUsÖäs'T mit dem K*orreferentcn, Frbrn. v Mirback: ixxigende Resolution: .Die Generalversammlung [*älr an den OksckWffsn frühen“: Griiéralrsrsammlungrn zu Gunsten der vcr- irazsmäßigsn Doppeiwäbrusg fest und sicbt in der Bekämpfung dsr Goldwäbrurrg (171€ dsr wiÖtigitsn Adigaben dsr Sozialrcform. Tie leiékülkkkiäknmiUkN bvfft iat"; dic Rciwsregieru-U durcb An- rrgung 217165 Wixderzuiammentritts dcr vsrtagtcn Pariser Miinz- konferenz cine Ciniäung iiber die Silberirage anstrebt.“ Nach läikgkkkl Debana, in dsr sicb i(iri:n_11iirbe dener im Sinne dc?- Rfcrciiten axiséprarbkn, gsianßte dic Tiiéxoluxion Sixisrimmiz zur Annahme.

Der Siolzesrbe Stenograpbsnverein zu Berlin eröffnet am Freitag, dan 9. d M., Abrnk-I 83;- Ubr, in seinem Vsrcinslokale, Mt! Post, 0. B.:rgitrar'zc 71., miar Zcitunq skinks Vorsisenreii, des Parlamrnisstsno,'«rapdsn Hrn. Böckler (80. Engel-Ufrr' 6) einen wöcbktiili-„b einmal statifimdsnden unentgeltliäxén Kursus zur Aus- bildung in der „Praktiich:n Haridbabunz" der Sienograpbie, an dem si,?) auch Nichtmitglichr beibeiligcn können.

Gcsiern Abend fand im Residenz-Tbéaier die Anffübrung drs .Otbello' m_it veränderter_BeseZung der beiden Haupirollen statt. Mr. Booth ipielto dkn eisersüciztigxn Mobrkn und ein Hr. Lederer a. G dkn Fäbndrick) Jago. Dcr arnerikaniscbe Dar- stellrr bat, den qrbßsn italier-iicben Scbampiclirn folgend, dcn Mohren Sbakcipsarr's _in einen Munten vsrwandclt: se formte er dcin Gcsicbt, der Gestalt und Haltung den vornehmen durrbgcistigren Ausdruck grben, wslcber den Adrl dkr Skc'lk auch in der äußeren Eri-Öeinung kUTWsÖLinen [äßß Dem Gefühl des Publikums wird dadarcb Rscixnurg gcirasxcn, da bis Liebe drr DJSÖLMOUÜ zu einem äußerlich abscikreckcnren Mohren dcm Zuiwauer schwerer glaubhaft zii macbcw ist. Bei der Bewrglickdfeit und geradezu erstaunlich Ausdruckssäbigkcit 1einer Gsiicbtszüge gab dsr Künstler sein Brites in der großen Scerge, in wclcbxr die Verwandlung seiner uncndliÖen Liebe in eine cbemo grcnzen107e Ei'eriucbt vor sich geht. Die rührende und innige Zärtlicbfeit, mit Welcher cr fich von Desdemona r*:rabswiedki, bat noch ihren Eindruck nicbt Vérwiscvi, als der langsam gestreut? Same des Verdachts in dem GemütbeOtbello's Wurzel faßt und der Ausbruch dcs berzzerreißsnden Grams und einer wabnwißigen Wildbeit_d:e Seelen der Hörer bis ins Jnnerste er- schüttert. Die Ungewißbrit, wclcbeder Verstand nicht zu lösen vermag, trkibt den Liebenden umiiér wie einen Gefangenen, welcher obn- mäcbtig an_ drn Eiseniräben seinos Kerksrs rüttelt. In diesen Scelcnfämvscn. welcbe Mr. Boork) in jedsr Faser und Muskel des GifiÉ'ts zum Aixsdruck zu bringcn vrrmag, liegt icin unlöslicber Zau- ber und seine _stärkste Gewalt iibrr dic Gemütber. Daß der Künstler wiederum rauicbendcn Bciiail erntete, braucht kaum wiideibolt zu wirken, da jede seiner Lcisiungcn eine so eigenartige und ergrsifende ist, daß man rergsbiicb versuchen würde, fiel) dem Eindruck zu ent- ziehen. _ Von den Übrigen Mitspielern muß anerkcnnend Frl. Rai- rer (Desdcmona) erwdbnt wcrden, welcbe dem größeren Othello skchpübkr ihre ganz? Kraft einzuschen schien und damit denn auch ZicTnal eins erfreuliwerc Leistung als am Sonnabend zu Stande ra tc.

Redacteur : R i e d e [.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: 28. Elsner. Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzcigcr nnd Königlich Preußisckxen Staats-Anzeigcr.

„UTZZ. Yichtamtlichez.

Preußen. Verlin,7.Februar. Im weiteren Vor: laufe der gestrigen (24) Sißung des Hau1e_s der Y_b- geordneten wurde die erste Vsrathung _des Gsiesentwurss, betreffend die ZwangWollftreckung in _das unbeweg- liche Vermögen fortgesest. Der Gkbeune Obeszustiz= Nail) Kurlbaum U. erklärte, seit 1872 habe nch _ die Schädlichkeit drs bisherigen Systems nach den neuerdiyas aufgenommenen statistischen Erhebungen de_kJeU_l€nd xrbobt. Während damals nur jede nebente Subhaßatiyn mit dem Ausfall der vorstshenden Glärxbiger ausgeiqmetz 1er, falle ]th beinahe jede vierte Subhananon ohne Veiriedigung der vor: stehenden Gläubiger aus. Dem Abg. Westerburg kbnnr cr erwidern, daß das Ober=Lande§ger1cht _nz Hamm sick) aiich für den Entwurf aussesprocben hade. Einige aliaemeixxe Em; wendungen könne er schon beuie Widerlegcn, wahrend er aux Spezialitäten in der Kommiiiiqn antwortewwerde. ;:cnn man sage, es sci ein Eingriff m das Bern-VZWULM 11110 werde den Kredit schädigen, sobald maxi deni _(szlaubig-c-r _eine Subbastation unmögicb mache, wo_ die Beirtedxgimg seiner "orderung nicbtzii erwarten sei, so sexdies doch der1il e Grund: av, der zur Aufhebung der Schu1dl.)_.11t_Veraxiiaffi_mg gsgeben habe. Auch dUkch disse habe der (Hlaabigerkenzen Vermogens= vortheil, sondern nur die Genuriibuung, seinen Schuldnxr geschädigt zu habsn. Das Vermoiinswcht werde nicht in Geld umgeießt, sondern __nur _diircb die VrktréibU1ig_ des Schuldnkrs aus seinem Bens beirtedmt. In Bezug a_.7 den

knwand, es wrrde durch das_neue Verfahren_ sm_Yusbete- und Devaßirungssysism eingssührt, welches im _offentlicben Jnterrffe zu vermeiden sei, ssi zu sagen, daß man_e1nem quu: diger stets vergeblich klar zu macher: sucben werde, wie dersxlbe _im öffentlicheant-Zreffe dazu komx::e,se1ne§_70r_derungc:i nicht beiricdmi trieben. Das Résultat des neuen Beriabrans WSrOc icin, daß ich der Schuldner eine größere Last abwalzkn, und der Glau- biger in einen brfferen Vsrniiigensstand g__ebr_czch: wsrdxn konne. Bestreiten miiffe er, daß das __ rommcbe Pigndrecbt, aiif wslckies in der Vorlage zuruckgegangen __161, __Zas allerscbircbteste sei, welches sick; denken_ laye. „das römische Pfandrecht sei von Hume a_us eiii ickzr gutes gewesen und nur mrdorben worden irn MittslalterKdurch die große Zahl dsr hinzukommendeii Partikuigrrecbte; „dicien unglücklichen Rechtszrtsiand babe die prcußmche Geieviiedrmg nur aUmäblici) brséiiigen i_önnen. Untrr iriibe'ren Verhalt- niffen sei es iiicht zu iiberieben gch-sen, welcbe R€chte dem Gläubiaer zugestanden gewesen iewn.__ 3th sei es geboten, den Gläubiger in ssinem Rechte zu_ichu߀n, und so aui dixs urspriinglich? gute, Pfandrecbt zirruckzugeben. Iii dcr K_om- miision werde sich Gelegenheit bieten, auf das Einzélne naher 'n u 6 en. _ _ _ & U 3 IBZ Abg. Dr. Grimm bemerkte, sem? poiiixicben “z)“reunde bLtrachteien rie Vorlwge als einen glücklichen "(„-_wlußstem der Iusiizgeiesgebung. Sie erkrnnen eine weseniiicbe Vcrbxffe- rung darin, daß im Anschluß _cm die Vsrschrxrten der Cimi- prozeßordmmg Einzelne matrrrsüe Skreitigkeiten Liis dem Kreise der vom VoUsircckuncisrixbier zu bsiorgendsn 53110? hxr- ausgenommen, Uiid drm gewöhnlichen Prozeß unteritciit wurdrn. Aber noch irendigér bcgrüße er den Rsiormgedankew drr Vor: lage, daß krin Giriubiger das Grundnurk erstrhewioxzne, ohne daß sämmtliche vorstehenden RraiqnipruckyeÉvoUstanorg _gkdkckk seien, und daß, wenn der VékkaUs m OUsLk xxorm stattgsiunden habe, die Hypothsk nicht baar au9gezabli, 101ider_n von_ dem Ersteher übernommen werden folie. Die Mißstande bet__d_e_n Korrealhypotbekrn Und dem Erwerb zu111_Sch91n seien haufig besprochen worden. Eine Reihe von Kredtianftaliet), sogar 111 Berlin, folie sich große wertbvoile Grundxiucke zu einein Gebot von 100 „46 haben zuschlagen Lassen. _Mit Korrealglqubtgern werde ein förmlichkr Handel getrieben, 111d_em_der nach7olgende Hypoth-Zkgläubiger fiel) an den Korrsaiglaubtger msnde, und ihm die Hälfte seiner Fgrderung biete." Der Borublag dLv Grafsn von Bismarck bßtrens des amerikgn11ch€n Heimstatterscbts sei doch nicht io von der Hand z_u wei1en. Es hafte am dem Hause noch die Verantwortung, daß i. Z. der Baueriistand so ohne: alle Vermittelung ins Kreditleben ge_wor7en__ fei._ Dqs bis- herige Verfahren bsi dsr Subhasiatww moge 1a einfacher sein, nämlich für dén Richter, 25 ssi _bis 1on em recht glattes Geichäit geweseri, und es sei begreiflich, daß man sich dgvop nicht trennen wolle: fiat Justitia, ysrsut wuucius. Daßdie Nachgläubiger ein r€chtliches Interesse an der Subbastation hätten, besircite er. Sie hätten__ dies Interesse mehr e_ils Rechtsgläubiger, sondern als Guterspekulanten. _Er wxffe nicht, ob man sich für solche besoiiders echaufsire1_1 folie. Von dem Gesrye versprrche er sich im Grgemaß zu dessen Gegnern eine besondere SteUung drs Reaikredits._Dcr Besißer bedürfe unkiindbarer Realkredite zu geringen Zinien und Amortisationen. Dies werde nur err_eicht durcb solide Kreditinstitute. Er wolle aber keine Yerturbation und „Zwangs- volistreckung, und eine unzcitige Zurchz-ahlung der Hypotheken. In dieser Beziehung werde nun die V__orlage_emet_1 wohl- thätigen Einfluß ausüben, Er mache uber die Wirkungen derselben keine übertriebenen Versprechungei_1, hoffe _aber, daß die Kommission rem Reformgedapksn der Vorlage eme (Hksialt geben werde, die alie Thrile beiriedigen werde._ _

Der Abg. Dr. Hänel erklärte, er spreche; nicht im_Nanien seiner politischen Freunde, siehe aber der Vorlage, die seine Partei als eine politische nicht angesekxen habe, viel s_ym_- Pathischxr gegenüber als der _Abg. Westerburg. Zunachst spreche er der sorgfältigen juristischen Auffassung, welche von der Unklarheit in den VerwaltungSgefsßen vortheilhaft gb- weiche, seirie Anerkennung aus. Die _Grurzdkonstruktion scheme ihm richti er und gesünder als die bisherige dcs prxußiichen REMS. Zb das eine oder andere Sysiem_ beser sei, konne fich erst zeigen, wenn man vor M1ßbrauchen_stebe, __und diese wiirden durch das neue (Heseß emgeschrankt. Erhöht im mathematischenSmne werde der Werth des Grund- befiHes durch diesen (Heseßentwurf nicht,_dte Tendenz _deffeiben gehe im Gegentheil dahin, eine Einschrankuiig des „bisherigen unsoliden Kredites herbeirufiihren._ Allerdings durfe dabe Nicht vergessen werden, daß durch eme solche Anordnung viel-

fach auch der völlig berechtigte. Kredit abgeschnitt_e:iwerde. Die _

Berlin, Mittwoch, den 7. Februar

Wirkurg des Geießcs aber werde je nach der_1_ve_richiedenen (Hegenden vx-richieoen siin. Nicht zu vergeffen ie] sernér, daß durch die Vorlage das materieÜe Hygothekenrkcht ent1chieden modi- fizirt werde. Deshalb niüffe mizn nab auch fragen, ob der Gess- e twurf nicht mit dem bürgerlichen _Gesesbuch__in Widerspruch st'r've. Solche Grieß? sollten s1ch i_ns prakiiycbe chen ein- bürsxern, und mrrßrn daher auf xine aewrffe Stabilität be- rccbmt sem. Wilckye Garaxxtie b;:iiize man nun, daß man nicht nacb w-“nigen Jahren Wieder ein wesxntlich anders gxartkte's Geiss b-komnn? Mache man hiernicbt schon wieder ein Proviiorium, über dessen Dauer man keine Kenntniß habe? Das sei für ibn der Schwerpunkt dsr ganzen Frage. Nirmand, auch die Regisrimg nicbt, könnezwezsclbait dariiber sei", daß in rieicr Mabrie 11116 geimffe Stétlgkeit wiixiscbenswertb sei, schon aus technisch2n Griinden; denn nach _dieiem Gescß würden die moblirwordensn R:chte eine Michiel)? Aenderung erleiden, und biernnt müsse man schr vorncbtig sein, und obne die Garantie, ;asz diese Abänderuna nicht bald wiéder geändert werden soils, wiirde die g.;nze Aenderung sebr bedenklich er- scheinen. Man wurde ibm aucb zugkben, daß dies (HMH _em paar Jahre hindurch sicb einleben miime, denn die Wirk- samk-.-it soichor eminent praktiicizen _ (Heisse beruhe gerade darauf , daß sie sich voUstandtg cmgebiirgert bättrn. Wenn nun die Heistrüumi SMW deutichen bürger- licir-n GeWbucbeS in nicht langer Zeit zu erwarten 181, und wenn es wabricininlici) fei, vgs; diss (Heiss crm Grund ganz neuer V ämiffen andere Bemmmyngen trencrrwsrdx, dann verswhe cr nicbt, warum der Jmiiz-Minister 1ich i_mt dusem Gsixs io bexilt habe, und er mocbte von dem Miniitxr Lin: bernbigsnde Erklärung dariiber erbittrn, wie derielbe sich diese Vorlage denke im Vsrhäitniß zu dsn Arbeiten der Kom: missior', die das allgemsine deutsche bürgerliche Geixßbucb bcardrite Ulid boffentlick) in wenigen_ 3-11)ka vorlegen werde. V. Hieran ergriff der Justiz-Mmimr Or. Friedberg das Kort:

Drr Hart Vorrckncr bai im Aniange ieiner Aiikii'ibrurgcn in ir ireundiikbén Worten des Gießes und der Art, wie ks zu Grunde gc- bracbt ist, gkdacbr, da?“; ich dafür nur Quiricbiig dankbar sein kann, iiirem ich aber ws Verdienst dicser Arbxit zum größten Theil deii- jeiiig'n meiiier Hrrren KOUegen im Ministkrium zuwrndsn MUZ, _ dic bier an msirer Seite fixen; denn diesen gebührt das gewendéte Lrb, wsnn das Grieß wirklich so vortrsfflicb gearbeitet iit,_wie drr Herr Vorredner es bezeicbnct bat; mir kommt kerTank daiür nurzu xinem sebr klcinen Tbeile zu.

WTM] aber der Herr Vorredner an mich dir Frage richici, warum ich in einer Zeit, wo wir ein aligemcines keuticbes Grieß: buw, wenn auch erst in mebreren Jahren. zu erwarten baben,_ (Tus dieikm (Gebiete mit so großer Schleunigfeit vorgegangen sei, 10 er- rridere ich ibm: weil die Noth gerade auf diesem Gebiete in virlsn Tbxilen unseres Landes und nicht am wer-igsicn in ram Landcstbeile, dsm der Herr Abgeordnete selbst angehört, io groß war, daßiri) g?- glaabt haben würde, mich verantwortlich zu warben, wenn :ck mti diefer Gesetzgebung bis dahin hätte warten woilex, bis wir das alikwmcine dcuts«1e (Heiexbuck) bekommen. Ankh ich hoffe, daß wir dieses G:]"eybuib - in ein paar Jabrcn «Uerdinas noc!) nicbt - wobl aber, da:"; wir dieses Gssetszcb in acgcbcner Zrit bc- krmmcn wcrden; gianbs aber, es wird jedenfails mxb io [gings daUcrn, daß dieiés jryt bcabiiwtigte Gesetz Zcit haben wird, isine wcbltbäiigcn Wirkungen neck) manches Jabr wrber ausüben zu können. Der Hrrr Abgeordncie erkenrit (111 sich ar), daß der Gcieyentwurf ein gut r, wvblibäiiger sei, und icin Haixrt- bedenkem bastebt nur darin: er habe keine Garantie dariir, dai; kisses Gesex, wenn wir es jétZT zuStande bringen, nicht dcrcmit möchte Turck) das große deuiici'e Gesetzbuch wieder abgcäixdert werdrii. Nun ist es aiierdings rikbiig, Niemand von uns bist in dicicm Haure karin kim: Garantie dafür iibcrncbmen, daß die Grundiäye dss cht- icbcn Geserzbucbs demnäwst sich mit denen decken WSWS", die wir bier Jhnen vorschlagsn und dir wir zum Gesetz zu erheben [“Mr.-n.

Das aber, meine Herren, glaube ich bime Ueberbebung aus- svrewen zu können; wenn der größte deutsche Staat cine wlcbe Ge- scßgebung in Usbereinstimmnna mit seiner Latidesvcrtretizng zu Stande bringt, w::m die Grmidiäßc, die in einem iolchrn Esisyron Rogierung und Landesvertretung angenommen werdcn, wenn dies Urne Grundiäyc smd, welcbe die Wissenschaft und Praxis Jahre lang ror- bereitct und als die richtigen erkannt hat -- dann, metrie errcn, wird, glaube ich, die deutickoe Gcieygebung nothwendig axis de_mielben Weg geben müssen, den wir durcb dieses unser Geier; tbr ror- gczeickonet haben. Das ist keine Ueberbebung d€s_ Einzelitaats, fordern das ist das natürliche Gewicht, welgbcs ein groyer St_aai mit seiner Gesexxgebung, gctragen ron dsr Zustimmung der Wiyienxcbaxt und getragen von der Znstimmmrg “(“_cr Landesvertretuxiq, aur___dte deutsch? Gisexgrbung wird ausüben dürien und wird aus _bcn mumen. Darum, glaube ich, ioiiie der Herr Abgeordnete_aus diejemGruzide dem Gescße seine Unterstüßung wirklich nicht veriagcn; und rcd bitte darum, daß Sie Alle aus einer möglicherx Geieygebung drr 'Zu- kunft, nämlich dem möglichcn deutschen Griesbucb, mcbt _cm Nr- gument herleiten mögen, um das augenblickiicb rorlicgeride Grieß, das einsm augenblicklichcn Notbstande abbelsen wil, aux die langs Bank zu schieben. _ __

Der Abg. Roéren erklärte, am m_eisten habe ihn _fnr_die Vorlage die aligemeins Zustimmung sm_genommen, die ihre wesentlichsten Bestimmungen in den Krenen der Grundbesiser gefunden habe. Die dagegen erhobenen Bedsnken _1"1chti*te_n sich nur dagegen, daß drr Schutz des Grundbenßss nicht _weit genug gehe. Dem gegenüber betone er, daß es auf dieien Schuß nichtdirc1tankomme, sogdern daß es sick; eigeti_tlich um die Regelung der Zwangsvolistreckung handele.__§.Nan k_0nr_1e a11ch die Materie nicht auf einma1_rege_ln,_iondern mitne vorsichtig abwarten, wie in der Praxis ?_lch d1€_SachS bewahre, und ob man den eingeschlagenenWeg writer vxriolgeti dime. Er betrachte ails diejenigen, denen die Vorlage mcht_mett genug grbx, 1_11cht als Gegner derselben, und ebenso wenig r€ch_11€ er 018121119211 dahin, die den undgedanken selbst nicht bekampfen,_ sondern nur die praktii Ausführungen deffelben. Zw dieser Be- ziehung stellten wohl den wundesten Punkt die-Kdrrsal: hypothekcnvcrhältniffe dar,_ und _dwse veranlaßten Wirkliche Bedenken. Er könne allerdings mcht so weii gehen, und, nne ein Redner des Herrevhauses gethati habe, die Korrealhypothe; ken fiir eine mißiiche Art des Kredits erkl_aren, soydern _er meine, man müffe mit dieser Art des Krsdiigebens tmm_e_r_hm rechnen; diese Schwierigkeiten wiirden ]a aber in der Kommiiston beseitißt WSWS". Er glaube, m Folge dieses Gescses werde jeder Gläubiger wissen, daß derselbe 1ür_se_m Darlehen nur so vir! Sicherheit habe, als ihm 016 Befriedigung der vor Zr eingetragenen Gläubiger lasse. Fiir giinstig halts er auch te Bestimmung, daß die Kaufgclder nicht haar auSgezahlt zu

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werden brauchten, sondem als Hypotheken auf dem Grund- stück stehen bleiben könnten. _ ___

Darauf wurde die Vorlage an eme besondere Komtmynon von 21 Mitgliedern überwiesen. _ _

Es folgte die erste Berathung einer Landguter- ordnung für die Provinz Brandenburg. _

Der Abg. Zeile bemerkte, bei dem in Rede nshenden Griese werde der Iustiz-Minister nicht denselben Grund gel- tend machen können, wie bei dem vorangehenden. Es sollte eine so wichtige Matcrie, wie die Landaüterordnuna, zusam- men mit drm gemeimn bürgerlichen Rechte behandelt wsrdep. Es würde nacb diesem Gescße in der Mark Brandenburg _em verschiedenes Erbrecht genen, je nachdem es sich um laiidliche oder andere Grundstücke handele, und bei den ländlichen wiirde wieder ein Unterschied auf Grund der Veranlagung zur *Hrundstxuerzu machensein. Hauptsächlich der Bau-xrnstand werde mit diesen privilegirten Testamentsverfiigungen, wiz sis bisher noch in keinrm Rechtssystem bekannt gewesen seien, bedacht; denn die Besißer der Rittergüter in der Mark Brandenburg gehörten einer Klasse an, die fich in ihren Faniiienverhält- nissen bisher selbständig Ordnung zu schaffen gowußt habe. Der geplagte Bauer nun komme ihm vor wie ein ksrngeiunder Mann, zu dem der Arzt ungeruicn trete, und demselben durch- aus ein Nxcht v2richreiben wolle, Im Allgemeinen werde von aUen märkiichcn Bshörden anerkannt, daß ein Nothstand, wie derselbe znr Motivirung dieser Vor- lage da sein müßte, nicht vorhanden sei. Der Bauer isi mit drm bestehenden Gesrß und der eingebürgcrten Sitw bisher vöUig ausgskommen. Noch 1863 habe die Staatsregierung selbst ausgesprockien, daß der Bauernstand cin so_icbxs Gsies als eine unverdiente Bevormundung anfehén miinx', und es mit um so größerem Mißtrauen betrachten wiirde, ]e :rzsmger derselbe durch stin eigenes, stets auf Erhaltung des Grund- kigenttzums gerichtstes Verhalten dazu Veranlaffung (_:„egeben habe. Und 1827 hätten auf dem Vrovinzial-Landtage die Abgsordneten der Landgemeinden erklärt, (1118 ihrs Kinder seien ihnen gisicb lieb. Der Punkt, von wslchem diess 118118 (Heiss ausgehe, sei die Provinz Westfalen. Von dern O_oritgsn Banrrnverein gebs die Anregung aus. Ein Mitglied des wsstiäliscben VrowinÜabLandtagS habe fick) als Gewährsinann vor vier Wocbcn im Herrenhause über den Erfolg _des neuen Erbrechtsgessßes wie folgt auSgefprochen: „Das miine er _aber konsiatiren, daß Eintragimgen in die Landgütierroiie bisher: nicht stattgefunden hätten.“ Das sei doch aber dis Probe auf das Exempel. Wenn die Bauern ein neues Erbrrciit i_o nöthig hätten, wiirden fie sich doch die gebotene YZÖJLLÖkUT zu Nuss machsn! Diese Erfahrungen hätten dc_rm_auch_w9hl dazu gefiihrt, drn märkischen Bauern uicht bloß die Pioglirb- keit einer Verbesserung ihrer Lage zu geben, sondsrn 116 gleich zu dieser Verbesserung zu zwingen. Man habs gesagt, das neue Geieß wolle nur das Herkommen im Bauerustande fixiren. Eine solche Gesetzgcbung trete aber gerade d€m Her- kommen entgegrn. Sci denn der älteste Sol)): 1m_mer „arcade der zur Uebsrnahme des väterlichen Gutes geeigxieixts ? Wrrde nicht durch den Entmiirf eine große Ungerechtigksxthszug auf die Wittwe und die minorennen Kinder geschaffen ? Wer htndsre den Anerben, dasGut, das derselbe doch zu eincmsel)rni€_dr1genPreise bekomme, sodann mit Vortheil wieder zu O_kaauscli? T1? in dem Entwurf vorgeschriebene Tax? vom 30sackcn Brtraae des Grundsteuer-Reinxrtrages entspreche doch dem wirklichcti_W_erth durchaus nicht. Durch diese Abschäsung wiirden _dié ubrigen Kinder auf ein Pfiichttheil gesetzt, und dadurch die E:_iitracht in den Familien schwer geschädigt werden. T_er niarkische Bausr habe seine Familienangelegenbeiien und 1€iii_ErO_recht bisher so gut selbst regulirt, daß drrielbe die _Hiilie dieses Gescßes nicht brauchs, [affe ma_n__dens€lbsn (1119 m_?iiukw. Er schlage vor, da die Agrarkommisnoyzir Uberlaiiet 1e1, de_n Ge- scßentwurf einer besonderen Komtmsiion von 1-1 Mitgliedcrn zu Überweisen. _

Ter Abg. Frhr. von Schorlemcr-Alsi entgegnete, der Abg. Zeile habs Recht, _man habe in Vrengen 311 melFHesese gemacht, nämlich zu viel schlechte Gefxtze. Wie mamenbast seien die Kultrrrkampfögssese angefertigt wordsn; damals hätten die Heren von der Linker) m_cht iiber die Ueberprodztk- tion. geklagt. Wer die Nothwendigkeit disses Gsicßes bLÜketké, wie der Abg. Zelie, kenne eben die traurige Lage des Bauern- standes nicht. E; isi auch gar nicht irn Germgstsn davon die Rede, daß es auf den Vauernsiand abge1el)en ist; die Bauern nn Provinzial-Landtag hätten gerade das Anerbenrecht veriangi! Auch von einer Bevormundung desVauernstandeS ist gar Nicht die Rede, es handele sicb imGegentheti _darum, eme alte _Bevorniurt- dung aufzuheben. Nicht der westfalische Bauernvereitr urzd1em Vorsißender seien die Urheber der Bcwxgung, ire i81_ von Hannover auSgegangen. Ob die Bauern )enés erems rigent- lich keine Bauern seien, könne der Abg. Zeile a_u1_d2r nachsisn Generalversammlung, wenn derselbe woile, perssnlicherproben! Redner ging sodann auf die bekannte_Vorgesch1chte drs Gesetz- entwurfs und der Landgiiterrplie fiir Westfalen nabe; cm; der Märkische Landtag habe s1ch trat 58 gegeii 6 Stimmen für das Anerbenrecht erklärt,_ allerdings auch e_1z_1en_§. 7 an- genommen, der das freie DiSpositionsrcck)t voÜtrgndia wahre. Jm Herrenhause seien die Erklärungen der PktiUstßr bergl1ch der Ablehnung der modifizirten Vorlage Seitens der Re- gierung nicht so bestimmt geweseri, um das AbaeordnLeWaus zu bestimmen, die Höferolie wxeder herzusteUen. „pie Re- gierung hätte schon für Westfalen das Anerbenrechtßvorschlagen folien, jrßt werde es ihr sehr schwer, von deni Syi'iem de_r Höferoüen zurückzutreten. Ngmentltcb schmierig mixffe die SteUung des Justiz-Ministers m der Frage geweien sem. Fur die Fassung dss Herrenhauses werde er stimmen, troß der relativ ungünstigeren Lage, in welche Westtalen_ dadurch ge- ratbe. Wenn in Westfalen noch keine gryße W1rkung_ der Landgüterrolle zu verspüren gewesen set, so musse man_erwagen_„ daß das Gesetz erst sechs Monate, auf manchen _Amtsgerichtetz erjt zwei Monate in Geltung sei; außerdem seien die Wesiialxn fehr vorsichtige Leute und das _ehe_ltch_e Güterrecht bereite m Westfalen besonders große Schwierigkeixcn; es gebe nicht we- niger als 18 verschiedene e_heliche Guterrechts aYeren m_id neuen Ursprungs. Auch gingen Man_ner nne reinen m Weßfalen ungemein ungern zum Gericht; von eiten der

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