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§. 7. _ _
Ueber jede, auch die gerinaste Veschadi ung des K_unji: werks ist ein Protokoll amzunehnien und da elbe unverzuglrch der Direktion der National-(Halerre zu übersenden.
§. 8. Ybrlich einmal isi Seitens der Verwaltung des _betréffen- den bäudes eine Mittheilung über den Zustapd ]edes eni- liehenen Kunstwerkes an die Direktion der National=Galerie
uriten. 1 ck §9
Werden Kunstwerke an andere Personen als den Staat leihweise überlassen, so haben die Empfanger _ 3. die Kosten der Verpackung, des H_1n- und Rück: tranSports, sowie der Versicherung während desselben, 1). die Kosten der Versicherung gegen Feuersgejahr urid 0. die Kosten für die während der Befißzeit errorderlich gewordenen Reparaturen u tra en. _ _ __ z “Ogre Versich-srung in den Fäilen a, urid 1). i;: in Hohe des von der Direktion der National-Galerie festzusieüenden Werihs des Kunstwerks zu berv_i(r_ken.
Der Direktion der National-Galerie bezw. deren Kommiffa- ren ist jederzeit der Zugang zu den_betrcne_t_1den Kunstwerken behufs drr Kontrole über die ziiinktliche Errirüung der obigen Vorschriften Seitens des Empxängers zu gestatten.
Berlin, den 20. Februar 1883. _ _ _
Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten. von Goßler.
Juftiz-Minifterium.
Dem Notar Kossinna in Heinrichswalde ist die Ver- legimg des Wohnfißes nach Tilsit gestattet worderi. __
Ter RcchtSanwalt Groegcr zu Neustadt O.,S. M 5in Notar im Bezirk des Ober-Landederichi-Z zu BreSlau, mri Anweisung seines Wohnfißes in Festenherg, _ __
der GerichtH-Asieffor Georg Daniel? in Coin _zurn Notar für den Ymt§gericht§bezirk Lennep, in_1_ Laxidgerichts: bezirk Elberfeld, mit Anweisung seines Wohmißes m Hückes- wagen, und _ _ & _ __
der GerichtS:Affeffor Eideirin »rier ziim Notgr fur den Amtsgerichishezirk Waldbröl, 1111 Landgerichtsdezirk Bonn, mit Anweisung seineH Wdhnfißes in Waldhrol, ernanntworden.
Ministerium für Landwi_rthschaft, Domäiren und Forsten.
Tem Oberförster Suahedissen zu _Rotenhurg m_ die diirch Pensionirung drs Oderiörfterß Klein _erledigte Yher: försterstelle Rotenburg-Wrst im RegwrungShezirk Casirl ubrr- tragen und der Oberförster VoßHu Burggyß auf die Ohrr- försiersiLUe RotenburgDst im Régicrungshezirx Caffé! VJith worden. Der Oberförsterkandidat Gor_rk er isi zum »der- förster ernannt und demselben die Oberrorsierstelie zu Burg- joß im Regierungsbezirk Cassel übertragen worden.
In der heutigen andelöregister-Veila e wird Nr. 8 der Zeichenregister-Be anntmachungen ver ffentlicht.
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 23. Februar. S9. Majestät der Kaiser und König nahmen hruie Morgen den Vor- trag drs PolizekPräfidemen von Macht und um 11 Uhr militärische Meldungen entgegkn. __ _
Tanach empfingrn Se. Majsjtat den Grneral-LieLtenant von Opprn, wrlchcr rie Orden des O_erstordrnen StadtZ- Ministers Grafen von Zhenpliß zuriickzuréichrrx die Ehre hatte,
iachmiitags um 4 Uhr hörten Se.Ma]e1idi dén Vortrag des Staatssekretärs Grafen Haßfeldt.
_ Jm Königlichen Palais fand 8666711 Link? 111U11kali1ch2 Abrnd-Unterhaltung statt, zu we1cher_auch die Botsrhaiter nebst Grmahlinnen Mladen waren, und in welcher die _Kunstler Hr. Pablo de Sarafate, Hr. und Fr. Artöt de_PadiLa und Frl. Tagliana unéer Leitung drs Ober-KaprUmeisiers LÜUÖLTT mitwirkten. _ __ _ __ _ _
Ihr:- Majeftät d__le_Kai1ek1U und Konrgin war einige Zrit lang im Muiikzimmeranwesend.
Beide Kaiserliche Majestäten_ empfingeri hLUke vor dim Diner Se. Turchlrrucht den Fürnen Rem; ]. L. rm Königlichen Palais. _ _ _ _ __ _
Heute Vormittag liéßen Sich Verd? Maxesiaten, wre aii“- jähriick), diejenigen Miiglicdrr drs Yérlmxr Feuerwshr-Cdrp-Z, welche bei AuLiik-ung des Dirnstes nch bewnders ansgezxichnei hoden, rdrftsllen. Dieselben erhielten von Ihrer Majestat der Kaiserin und Königin Prämien.
_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz erthéilte gestern Mittag 121/2 Uhr dem Herrn von Riepenhausen auf Crangén Audienz. _ _
Abends 81/2 Uhr begaben Sich Jhre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten die Kronprinziichßn ?_errf (haften mit Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzesnn
ictoria zur Soirée zu Ihren Majestäten.
_ Die vereinigten Ausschüsse des Bu'ndesraths für Zol_1- und Steuerwesen, iiirIusiizweien und fiir Elsaß-Lo-
:hringen, sowie die vxreinigtcii Ausschüsse desselben fiir Han- del und Verkehr und iür Iufttzwesen hielten heute Sitzungen.
__ Der Schlußbericht iiber die gestrige Sißung desHaufes der Abgeordneten befindet fich in der Ersten bez. Zweiten Beilage.
_ In der heutigen (33.)_Sißung des_ Hauses der Abgeordneten, welcher der_Mimfter der geisili_ch_en_2c. N11- gelegenheiten von Goßler sonne zahlreiche Komm" arten her- wohnten, theilte der Präsident _von K_öUer zunäch_ den Em- gan des Gesehentwurfs, betr. die Gerichtskoften ber Zwangs- voU eckungen, mit.
Hierauf trat das aus in die TageSordnung ein. Auf
derselben stand die Fort chung der zweiten Berathung des Ent-
wurfs dcs SiaatshaushaUs-Etats für 1883/84, und zwar des Etats des Minißeriums der geifrlichen, Unter- richts- und Medizinalangelegenheiten. _
Der Abg. 1)r. Reichensperger _(lee) erklärte,_noch me eine so heftige Kulturkampirede ehort zu haben, wie gestern von dem Kuims-Minifier. Derse be sche1_ne, da er fich m der Tefsnfive zu schwach fühle, _zur Offemwe ubergegzmgen zu sein; er habe völlig unberechtigte Vorrdürfe gegen die Katho- liken geschleudert, insbesondxre bezüglich der StaatSpfarrer. Entweder seien diese Katholiken, _dann untersiande_n fie eben ihrem Bischof, oder fie seien keine, wie könne fie dann der Staat anerkennen und duldxn? Der jeßige Fürstbischof von Breslau h_a_be nur ders papsiltche Breve bezüglich der Mischehenfrage publizirt, das sein Amtsvor- gänger erhalten habe; er h_abe nur den Zustand herstellen wollen, der in der Rheinprovinz und Westfalen herrsche. O_a- für sei er als Friedenösiörer behandeit worden, und 10 Mil- lionen Katholiken hätten darunier leiden miiffen. Die von dem Minister berührte An eigcpflicht_ kotxne _doch __nur bei den Geistlichen Sinn aben , die naatliche x_xunk- tionen ausiiben und staatliche Emolumetite de_ziehen. Die kirchenfeindliche Falksche Gefesgebung habe eine_n Krregözrz- stand geschaffen. Diese Ueberzeiigung herrsche auch in wahrhaxt kirchixchen protrstantischen Kreifcn_; im Auslande sehe man die Kirche in Deurschland als unter einer Tyrannei stehend an ;_ die Kirche, welche die gegenwärtige Geseßgebizng accept_irte, de_ginge einen Selbstmord. Daß diese _(Hefeße einem pasiivxn Wider- stands begegneten, dürfe doch nicht verwrrndern; dieyer Wider- stand sei aber als ein revoluiionärer bezeichnet worden. Dahm sei es mit Preußen gekommen, das; die _Sterbesakraniente nicht «ersieht wcrden diirften ohne oberpräfidiale Erlaubxiiß;_ Seihft die auf 1211 Wunsch der Regierung gewählten B11ch07e wur- drn von der allgemeinen Behandlyng nicht au69€nommc_n Uiid seien nicht im Stande, dem großen Elend zu fteuertx. Die Unterdrückung der religiösen Gesühle würde_ u_njeh11_)_ar die Sozialdemokratie befördxrn. Auch ders Einheithßfuhl Déutschiands müsse unter die1sn Zuständxn _1_ri Preusen leiden. Das unaualifizirbare Benehmen der oifizidsen Presse mache den Katholiken ein Entgegemkommen unmöglich. Sie forderten von der Neg'erung kein Almosen, sondern ihr alle_s,guxes,ver- hrisftes Recht. Preußen habe im VundeYrath gegen_die_Au1hebi_mg dcs Achtgeseßes gestimmt, dein ReichHtage sei hierüber1ede Anskmist verweigert worden, dre preußische LandeSvertreiung aher hahr das Recht, die Regierung nach der_r Gründen dieses Verhaltens zu fragen. Der übera11_ als fr1_edlich anerkannte Papst Leo 11111. siße jéßt öJahre ain dem_ papstlichen Stuhls, ohne daß die Verhandlungen mit ihm eixixn E_rf_olg gehabt hätten; Seitens der Regierung würdkn freilich dre]e_Verhand- [migen nur in dem Sinne gxfiihrt, moglichst viele K_ori: zeisidnen zu erreichen. Den ]eßigen Zustand drr Polizei- kirche in Deutschland könne er mit zwei Worten kennzeichnen: russisches Popenihum._ Habe der Minister, was er nicht genau wiffe, Zsstsrn Wirklich gesagt, daß die Verhandlungen mit Rom mehr abgebrochen seien, so sei dies etwas gutes, das einzige gute in dessen ganzer Rede. Der Staatßgerichchof sei jest wieder _ergänzt worder), obwohl _der Vorgänger des j-„ßigen KultuS-MmisterH selbst dixse Institution als ein Unicum bezeichnet hade. _Bezüglich drs Vischdis m Coin glaube erk, daß der König das ihm unzweifelhaft zustehende Begnadi Ungsrcchi hade -auSübeti wollen, daß __aber andere ?Personen dies zu verhindern gewußt hatten. Ohne die in -der Diözese Cöin zu _Stande gekommene Adresse hätte die Regierung das Bedürfnis; der Berufung des Bischofs leugnen können; jest bezeichrie man_diese Adresse als unziemlich. Die Regierung hade_ erklart, bei Anwendung der diskreiioniiren Gsmalten "ck mcht von _dxm Verhalten des Centrums, iiberhaupt nicht von der Politik leiten lafferr zu woÜsn, sondern Mee; zu thun, i_m_1 die_ Noth der Katholiken zii iindrrn. Disse?- Versprechen 19r _unerngeidjt gebliehßn.
Drr Abg. Siöckrr erklärte, die ]eßt zwmchexi Berlin und Rom schwebenden Verhandlungexi woiie er_1_ncht berühren, um sie nicht zu stören. Tie Mixchehensrage 181 von den Red- rern des Centrums nixhi ganz richtig darge_stell_t. Von _dem neu gewählt-en Fürstbiychof zu Breslau sei eme kgtholische Eiriirgnung sogar dann verw_eigert worden, m_enn _die_ katho- lischLErziehung der Kinder ver1pr9chrn worden ser. Die; 1er _ezne ganz neue Praxi-Z. Die katholiiche Behandlimg die1_e_r Much- ehénfrage vernichie alle Bestreduxigrr), den Frieddn zwnchen de_n beiden Kirchen herzusteilen. Daß die proixstantrscheFrrche die Eh? wsriiger heilig halte als _die katholixche, rnüne er_dem th. Windthorst bestreiten. Die e_vaneliyche K1k_che empxinde es (112: einen ungerechten Uebergrin der katholischen Kirche, bei Mischehen die katholische Erziehung der Kinder _zu be- anspruchen. Diese Frage sei _in eminentem Sinne _eme_ po- litische. Daß die Fehler der Fa1k1chen Schulgeseßgebung in eurem konservativen Mini terium gcändert wiirden, k_ön_ne er nur _wirn- schen. Nam€1111ich müßte die zu weit getrtebene,me1mch unmoiivirie Simu1tanisirung prinzipiell auigshdhén rderden. Er _wumche f?rner die Verle ung deS Unterxicht_s_ m den Fortbildunxzs- schulsn von den ?onniägiicheq Gotte§drensißunderi und bitte den Minister, dieses Aergerniß zu he1e.tig_en. Mit den_neuen Unterrichtsplänen sei er im Ganzen einver11anden;_ _nur die Rea- lien finde er zu sehr begünstigt. In _den theol_og11chen Fakul- täten müßten die Lehren der Kirche in ihrem Gerste ddrgetragen werden. Der jeßige Rektor der BrrlmerUmversitat benuße jede Gelegenheit, um einen krassen MaterialiSmus _und Dar- wini-Hmus zu bekennen. Nu_n 1ei er_zwa_rdr:rchaus_e1nFr-:itnd der Lrhrfreiheit, aber es sei doch gefahrixch, wenti 2111 Professor diefen Geist den jungen Gemüthern emfwßx imd fiir diese Lehren öffentlich Propaganda mache. Ber demdarrvinisiischen Standpunkt könne weder Religiosität noch Moralitat bestehen. _ Ferner bitte er den Minister dringend drr ungiaublichen kirchlichen Verwahrlosung in Berlin zu_ euern. Die Mixtel der Kirche reichten zur Bekämpfung die1rs Noihsiaixdes iiicht aizs. _Em Staat, der wie Preußen so die evangeliiche Kirche mrtregiere, müsse sie auch unterstiißen. _Dxr Abg. Frhr. von __Schorlemer- Aist erklärte, der Kultus-Mmijter habe gestern geaußert, das Gesetz vom 31. Mai 1882 sei _aus _drei Grügden nicht ziir Anwendung gekommen, nämlich _ _m Rückncht auf dre Petitionsbewegung in der Erzdiozese Cöln, auf _das Verhalten der katholischen Presse i_md das des Abg. _Wmdtz horst. Die Petitionsbewegung m_ der Diözese Coin sei eine ganz loyale “AuSübixng 1hres_ Nechtß gewefßn; wegen dieser Bewegung [er der Brfchox nicht zurück- gerufen worden; das hUße doch den_ Unschuldigen treffen. Wenn der Kultus =Mm1ster sem Verhqlten nach den Artikeln der katholischen Presse einrichie, sei das ein sehr kleinlicher Standpunkt. Was endlich das dem Abg. Windt orst vorgeworfene Programm brtreffe, so sei dieses rogramm das der Centrums-
partei und nicbt vom Abg. _Wind yrst, sondern von ihm selbst geschrieben. Dies sei nur eme ietxerholung des schon zwei- mal gescheiterten Versuchs, die Cenirumkpartei von dem Ahg_ Windthorst zu trennen; e_r erkläre_ Namens der Centrums- partei, daß dieselbe auch 1th an ihrem alten Führer feft- halten werde, _
Der Abg. Cremer bedauerie, daß die bisherigen Debatten Aussichten auf den kirchltch_en Frieden nicht eröff- neten. Das Centrum thue _nichts, um diesen herbeizu- führen; es babe_ sich entrpickelt als eine aUSgesprochen konfessioneUe Partei“ 1th sei aus dieser eine rein politische Partei geworden. Für ihn selbst sei das Centrum nie eine Partei oder Fraktion _gxewesen, sondern nur eine taktische Vereinigung zur Erreichung gemiffer Zwecke. Er stehe noch immer am demselben Standpunkt wre früh.:r und halte die Maigeseßgebung für einen falschen, einseitigen Schritt des Staates. Aber seit _1878, seit den Verhandlungen des päpstlichen Nuntius mit dem Reichskanzler, habe der Staat diese Einseitigkeitaufgegeben, und nun müsse ibn jeder Patriot in seinen Bemühungen unterstützen, um den Frieden herbei- zuführen. Die CentrumSpartei dagegen beharre auf ihrem einseitigen Standpunkt; damit sei eine Einigung nicht _zu erreichen._ Der Schwerpunkt des Kampfes solle m der Anzeigepflicht liegen; auch diese werde und müsse gere eit werden; aber nur durch gegen- seitige Uebereinkunt und gegxnseitiges Wohlwollen sei dies möglich. Den Adreffenfturm in der Diözese Cöln halte er doch nicht für_ so ganz harm_loS_; dagegen sei der Bischof von Cöln einer der friedlichsien von Allen, der stets bereit gewesezi sei, auch dem Staate zu geben. was des Staates sei. Daß die CentrumSpartei ihren Führer, den Abg. Windt orsi, nicht_ verlassen wolle, glaube er gern, denn in diriem_ alle sei sie selbst am Schlimmsten verlaffen. Der FÜkstbUÖOf von Breslau habe nach seiner Meinung fich den StaatSpfarrern gegenüber _nicht anders benehmen können, als er sich benommen heide! Die Regierung möge dicses gaqze Aergerniß erregende Institut beseitigen. Die StaatSregierung könne nicht weiter gehen 1316 bis an die Grenze der Geseße; eine Auihebung oder_Rev11_ion derselben könne nur durch die Majorität dieses „James erfolgen,
__ Zei _Schluß des Blattes erhielt der Abg. Ur. Windthorft as “- or,
_ Zur_Besciiigung des Uebelsiandes, daß gegenwärtig aus dem Abychluffe der Forst-Natural-Nechnungen der pro Festmeter Nußholz im Durchschnitte erzielte Preis und das Nußholzprozent vom Derbholze nicht ohne Weiteres er- mittslt werden kqnn, hat der Minister für Landwirthsthast durch Cirkularveriügung vom 7. d. M. bezüglich der Buch- führung und Rechnungslegung vom Reckmungsjahre 1, April 1884/85 (Wirtbschaftsjahr 1. Oktober 1883/84) er- gänzende Bestimmungen _zu den §§. 23 u. ff. der Geschäfts- anweisung für die Oberiörster vom 4. Juni 1870 getroffen.
_ Die soeben erschienene, im Reichsamt des Innern herauSgegebene „Amtliche Liste der Schiffe der deut: schen Kriegs- und Handelswarine mit ihren Unterscheidunassianalen für 1883“ (Berlin, Druck und Verlag von G. Reimer, 1883“ Preis: kart. 1 444) bildet den Anhang zum internationalen Signalbuche, welches unter dem Titel „Signaldmh fiir die Kauffahrteischiffe aller Na- tionen“ im Irini 1870 vom Reichskanzler-Amt heraus- gegeben worden ist, _
Das Signalbuch gewährt den Schiffen die Möglichkeit, durch Signale fick) zu erkennen zu geben und sonstige Mitthei- lungen unter einander, sowie mit Signalsiationen, auch dann auszutauschen, wrnn die signalifirenden Theile verschiedener Sprachen fich bedienen. _
Zu diesem Zwecke enthält das Signalbucl) eine große Anzahl sowohl vollständiger Süße, als auch zur Verbindung mit einander geeigneter Saßiheile, einzelner Wörter, Namen, Silben, Buchstaben und Zahlen, welche durch Gruppen von je 2, 3 Oder 4 der 18 Signalbuchftabm 13, 0, 1), 1", 0,11, 1, ]L- 1“- Y- F, yx (L, K, 8, kk, y UNd K, bezeichnet UNd- Solcher Grupprn, deren jede anders geordnete oder andere Buchstabsn enthält als aÜe übrigen, giebt es 306 von ]e 2 Signalhuchstaben (130, 131), 131“, 130 2c. bis KW), 489613071 je 3 Signalbuchstahen (1301), 1301, 1300", 13011 2c. bis 1111) und 73 440 von je 4 Signalbuchsiahen (150131, 130136, 1301311, 1300120 bis 1171718).
Alle 306 Gruppen von 2 Zignulbuchsiaben, (112 4896 Gruppen von 3 Signalbuchstaben und von der_i Grupded von 4 Signalbuchstaben die ersten 18 960 (80138 bis (113171) dienen zur Bezeichnung der in das Signalbuch aufgenommenen Sätze, Saßtheile, Wörter 11. s. w.
Von den iibrigen Gruppen von 4 Siqnalbuchsiahen find die 1440 Gruppen von 00130 bis 017171“ zur Bezeichnung der Schiffe der Kriegßmarinen und die [eßten 53 040 Gruppen von 111301) bis 17918 zur Bezeichnirng _der Schiffe der HandelSrnarinen in dxr Art bestimmt, daß jedem Kriegs: und beziehungsweise Kaufiahrteifchiffe eins diexer (1440 + 53 040 =) 54480 Signale ais Unterscheidungssignal zuzu- thsilen ist. _ _ _
Jedem Staate stehen aUe_Unterscheidungsßgnalr behufs Vertheilung auf die Schiffe iciner Flagge_ zur freien V_er- sügung. Schiffe von verschiedxnen Flaggexx rühren daher viel- fach dasselbe Unterscheidungsngnal, Schiffe unter derselbsn Flagge niemals. _ _
Die Vertheilung der Unterscheidungssignale auf die ein- zelnen Schiffe wird durch die zuständigen Behörden der Her- schiedenen Staaten bewirkt. Jedem deutschen Kaiszahrteisckytffs wird gleich bei der Eintragung in das _Schiixswgtsterem solches Unterscheidungsfignal zugetheilt und_m seinem SÖLffÖ“ certifikate vermerkt. So lange das Schiff unter deutscher Flagge fährt, behält es diese]; Unterscheidimgsfignai auch denn Wech1el seines Heimathshasens oder seiner Regrsierbehokds unverändert bei. _ _
Die nach der systematischen Reihefolge der Unterscheidung“: signale geordnete Lifte ergiebt nun, welche Unterscheidung?“ signale den einzelnen Schiffen der deutschen Kriegs: und HandelSmarine beigelegt worden find. _
Für die Schiffe anderer Staaten, ryelche _das Srgnalbucki ebenfalls angenommen haben, find ähnliche Listen yorhanden-
Die Art und Weise, wie die Untersrheidungsi2nge 3" fignalifiren find, ergiebt sich aus dem in dem Signalbu _ enthaltenen Abschnitte über „Einrichtung und Gebrauch YZ Signalhucheß“. Wil] ein Schiff fick) einem andern Schl"? einer Signalstation u. s. w. zu erkennen geben, _so muß el- außer seinem Unterscheidungsfignale stets auch seine Nationa_ flagge zeigen, da, wie eben erryähnt, Schiffe verschied?"e Flaggen vielfach daffelbe Unterscheidungssrgnal führen.
_Em Schiff, welches das Unterscheidungsfignaleines andern Schiffes wahrnnxmzt, Yann sodann dessen Namen, Heimatha- czfen, Ladungsfabtgkeit und Dampfkrast aus der betreffenden ifie sofort _ersehen. Befist es die Liste nicht, so wird es fich hehrzfs _s_paterer Fesiüellung oder Weitermeldung die Natronairtadund das_Unterscheidungsfignal zu merken haben. Y_Ujährlich erscheinen neue Außgaben dieser Schiffsliste Fenk? __1_ren__ Laufe jedes Jahres drei bis vier Nachträge zu e .
__ Durch Allerhöchste KabinetSordre ifi Se. Königliche Hohert der Erbgroßherzog von Baden, Hauptmann ;; la suite des 1. Ggrde-Regiments z. F., unter Velafiung & 13 sorts des _1. Badischen LeibGrenadier-Regimeniß Nr. 109, als _Compagmehef m das 1. Garde-Negimcnt z. F. ein: rangirt worden.
__ Der General-Lieutenant von Rudorff, General 3 1:3 5u1te Sr. Maxesiät des Königs von Sachsen, ist auf einige nge zur Abstattung persönlicher Meldungen aus Anlgß seiner Eryetinuna zum Commandeur der 23. (Jnf.:) Division (1. Konigltch Sächsischen) aus DreSden hier ein- getroffen.
_ Der General-Lieutenant vo n Op pen , Kommandant von Breslau, ist zu einem kurzen Aufenthalte hier angekommen.
Bayern. S_p e y e r, 22. Februar. (W. T'. V.) Bei der heute im Wahlkreise Speyer-Frankenthal stattgehabten E r = gänzungswahl zum Abgeor dnetenhau se wurde Kommerzienrath Dr. August Clemm (nat.-lib.) gewählt.
Mecklenburg._ Schwerin, 22, Februar. Morgen voll- endetJhreKöniglicbe Hoheit die Frau Großherzogin Alexandrine ihr 80. Lebensjahr. Zur Feier dieses Tages wird Mittags Parade der hiesigen Garnison auf dem Alten Garten stattfinden und werden Abends im Großherzoglichen Schloss von dem Personal des Hoftheaters lebende Bilder aus der Geschichte des preußischen und die mecklenburgischen Fürstenhauies gefieilt werden.
Old_enburg_. Oldenburg, 22. Februar. (Wes. Ztg.) Der zu einer außerordexitlichen Srhung einberufene Landtag des Großherzogthums ist heute Vormniag durch den Minister Ruhstrat mit wlgender Rede eröffnet worden:
„Meine Herren! Im Auftrage Sr. Königlichen Hoheit des Großherzon habe ich Sie freundlich zu bégrüßen und Ihre Vkriamm- lung zu eröffnen. Dexr Hauptzweck Ihrer erufung besteht in der Vorlage eines neuen Organi1ation§xlans für die Eisenhahnrerwalrung, nebst Ge- haltsregnlativ für die kcrielben angehörizrn Beamten. Die SUITS- regierung entspricht hiermit dem Waris», Welchen Sie bei Ihrer ersten Versammlung zu erkennen gegeben haben. Ferner wird Ihnen, neben einigen minder bedeutenden Geaenständen, der Entwurf einrH GehaltSregulativs ffzx die Zoll- _und Steuerbeamien de-Z Hrrzogtbums zugehxn. Derselbe 111 die Konirquxnz eines tief einsretfsnden Bc- schlunes, welchen der BundeHrath udrr die Zollverwaitungskostcn im vorigen Jahre «eight hat. Im Namen Sr. Königlichen Hoheit der? Y_waÖerzogs erklare ich den Landtag dcs Greßherzogthums für er- 0 ne.“
Schweiz. Bern, 19. Februar. Wie der „Vund“ vernimmt, sind die Arbeiten für die Herstellung der neuen schweizerischen Banknoten Seitens der englischen Firmen in London in einer Weise vorgerückt, daß die Ab- lieferzmg der Noten innerhalb der vertraglich festgesteüten Frist jedensalls erfolgen wird. __ Gemäß dem Vanknotengeseße hat jährlich wenigstens_ einmal eine Inspektion der schweizerischen Emiifionshanken stattzufinden, um die Geschäfts-, Kassa: und Buchführung, soweit sie auf die Bestimmungen dieses (HULYSH _Brzim haben, zu prüfen und die eingereichten AuNpeUe mit dsn Büchern und Effektiv- befiänden der Bank vergleichen zu lassen. Der eidgenössische Banknoteninspektor, Schärer, hat nun die erste Inspektion theilweise bereits vorgenommen, indem; er die Institute der franzöfifchen_ Schweiz, des Kantons Teifin und theilweise auch der Centralichweiz besucht und _dem Departement zu Händen des Bundesraths einen bezüglichen Bericht eingersicht hat. Derselbe soll im dundesräthiichen Geschäftsbericht erscheinen. Demnächst wird Hr. Schärer anch die Emissionshanken der Ostschweiz inspiziren.
Großbritannien und Irland. London, 22. Februar. (W. T. B.) In der heutigen Unterhaussißung antwor- tete der Unter-Staatssekretär Lord Fismaurice auf meh- rere an ihn gerichtete Anfragen: der spanischen Regie- rung gegenfiber sei aufs Neue die Hqffnung ausgesprochen worden, daß1ieden wegen der kubanijchen Gefangenen an ihren Edelmuth gerichteten App211_ günstig beantworten werde; eine Antwort dxr spanischen Régierung liege aber noch nicht vor. Was die am die Vorichläge Englands bezüglich des Suezkanals eingegangenen Antworter: anbelange, so trügen dieselben im AÜgemeinen einen giinstigen Charakter; der Sultan habe kein direktes und pekuniäreS Interesse an der Schiffahrt im Suezkanal. _ Von ds_m De_putirten Lowther wurde hierauf die Adreßdebatte iortge1eßt. _ Der frühere Ober-Sekretär von Irland, Forster, pertherdigie die von ihm geführte Verwaltung und griff Parnell und dessen Anhänger an. Forfjers Rede wurde wiederholt durch Zurufe unterbroshen. O'Kelly, der 1chon mehrere Male zur Ordnung gerufen worden _war, unterbrach "orsier aufs NEU? mit dem Zuruie: „Ste lügen“. Vom
use wx:rde darauf die SuSpension O'Krkly's mit 305 gegen 20 Stimmen verfügt. Forster bemerkte weiter: vor seinem Rücktritt von dem Posten als Ober-Sekretär von Irland habe das Kabinct nicht in die Viki zur _Vßrhiitung der Ver- brechen gewilligt. Seine damaligen Mmisierkollegen hätten zwar zugegeben, daß etwas geschehen müffx, seren aher_zu keinem Beschluffe gelangt. Der Grund dazu1ei, sem_er Ansicht nach, darin zu suchen, das; seine Kollege!) i_ncht se_lbsi m_Jrland gewesen wären. Hartington vertheidigte die Politik der Regierung und sprach sein Bedairern darüber aus, daß ParneÜ auf die verschiedenen Anklagen mchtgeantwortet habe. Parneil wird die Debatte morgen fortsesen,
Der türkische Botschafter _Musurus Pascha hatte heute im Auswärtigen Amte mrt Lord Grandille eine Konferenz bezüglich der Donaufrage. Seit der leßten Sitzung der Donaukonferenz qm Dienstag haben zwi- schen den Delegirten der Mächte Wiederholt Besprechungen stattgefunden.
Frankreich. Paris, 22. Februar. (W. T. B.) In der Deputirtenkamrner gelangte heute die Er- klärung des neuen Kabinets zur Verlesrmg._ Dieselbe bittet um das Vertrauen der Kammer, unter Hinweis auf die
Schwierigkeiten der parlamentarischen Lage. Vor Allem müsse der Zwischenfall aeschloffen werden, der die Einigkeit geßört habe. Die erfte Sorge des neuen Kabinets werde sein, dem Wunsche der Kammer durch Aywendung des Geseses vom Jahre _1834 zu entsprechen. Die Republik könne nicht ohne
e_rtheikigung bleiben, noch _auch sich einem gefährlichen [„User-fans hingeben, ohne jedoch die wesentlichen Frei- heiten zu verletzen. Das Kabinet werde Maßregeln beantragen zur Regelung des AUSrufer- und Anschlagwesens. Das Land verlange Reformen und Maßregeln, die zum festen Ein- wurzein der Republik dienten, welche die definitive Regierung und die nothwendige Regierung sei, und die keinen agitato- rischen und provisorischen Charakter haben dürfe. Man müsse der Republik ein festes Terrain und ein verständiges System_ geben, welche aufreizende Fragen und unfruchtbare Diskusnonen bsseitigten und der Regierung die ihr von Rechtrwegen zukommende Initiative zu dringenden Reformen ließen. Dahin gehörtrn das Geseß über die Ma- giftratur, die Militärgsseße, die Griese gegen die Rückfälligen und das Geieß Über die Gawerdesyndikate. Die RegierUng werde demnächst das Budget für 1884 vorlegen und Ver- handlungen mit den Eisenhahngesellschaften eröffnen, die die Yusiührung der öffentlichen Arhéitén erleichtern dürften. Es ioUen ferner Vorlagen gémacht werden über die Organifirung des Protektorats in Tunis, durch wslche die Kosten der Okkupation wer- drn vermindrrt werden. Die auswärtige Politik der Regierung kdnne, tyre seit 12 Jahren, nur eine Politik des Friedens sein. Der Frreden iSi daxjenige, deffen der Staat in erster Linie be- dürre, _und darZuihin gehe auch das ernste Streben der De- mokratie._ Jndenen eine friedliche: Politik sei noch keines: wegs eine Y_olitik der Unthätigkeit. „Ueherall, wo umere Znterenen und Unsere Ehre engagirt sind, wollen und müssen wir iiir Frankreich den Rang behaudten, welchér ihm zukommt; gerade um unserem Vaterlande moralische Autorität und Vertrauen unter den Völkern zr: gehen, ist es srhr wichtig, EUropa den Anblick einer Regierunxr zu gewähren, die auch über den nächsten Tag _hinaiiZ gsmcheri i:“t; die désirr gsgen Faktidnen jeder Art grmannet 171, den Anblick 211161? starken Verwaltung, die von eurer parianidiitarischen Republik respsktirt wird und die sich auf 1859 drei Dinge stiitzt, die wesentlich dem französische Volke eigen smd, näirlich gesiriider Menschenverstand, Arbeit und Liebe_ ZUM Jorxichriit. (B51111U.)“ _ Der Bonapartisi Jolrborß wiinichte iihsr diese Erklärung eine Inter- peilaiion an die Regierung zu richien. Tie Verathung derieldcn wurde auf näckzsién Sonnabend festgesetzt. Laisarit erklärt?, daß er die von ihm angekündigte Inter- pellation iiber die Maßregeln gsgen die Präten: denten ziiriickziehs, woqsgen der Prinz von Léon dieselbe wieder aumahm. Ter Bonapartist Prax-Paris konstatirte, daß_ die Miniszererklärung Üd€r die Frage der Ver- fa1_1u:1g€revii,ion schmeigs, und brachte einen darauf abzielendxn Antrag ein. Giraud legte den Bericht über den die Revinon hstreffsnden Antrag Barodriß und Andrieux vor. Der _Prin; von Léon itsllie den Antrag, die Verathung über 1eine Jiiierxeklation, betreffend die Maßregeln gegen die Prätendenten, auf nächsten Sonnabend festzusetzen; ein An- trag, dieselbe rruf einen Monat zurückzusteüen, wurde mit 320 gegen 170 Stimmen anglr'hUt und die Verathung der Inter- pellation am nächsten Sonnabend hsschloffsn.
_ 22._Fe_hrxrar,Adends. (W. T. B.) In der in derKammer verlesenen Ministererkxiirung heißt es, nach Ankündigung drr Anwendung des (3391915221 vom Jahre 1834, daß kraft dieses (Heseßes den Prinzen ihre militärischen Poster entzogen werdsn würden. „Wir glauben, daß im Airgendlick nichts writer zn thun ist, daß die_ Iieyuhlik iich __nichi in Gsfahr befindet, und daß dreielde, _wenn ne eines Tage?, auf ernste Verschwörer stoßßn sollte, in der_r ihr zuste'hsdden höchsten Rechten, in der Entixhlossenheit DZULTÜZLU, die fiir ihre Geschicke verantwort: lich und, und selbst in der Mitwirkurag aÜer Derjenigen, die an ihrer Gründung mitarbeitetsn, die Gewalten findrn wiirde, die einer regulären Regierung nismuls grfehlt haben.“ (Bsifalk der Linken.)
Italien. Rom, 22. Fshruar, (W. T. W.) Die Uebertragung des Hsrzsns Pius' 1251. von seinem prop_isorischen__ Aufbewahrungsorts nach der Gruft der vati- xanxchen Ba1ilika hat heute Abend ohne Feierlichkeit stattge- un en.
_ _ 23. Februar. (28. TB.) In dem Prozeß gegen dt? wegen Enthüüung der Odsrdankvüste verhafteten Mit- glieder des demokratischen Universitätsvereins wurden dis Akten der Anklagesektion überwiesen. 15 An- geklagie_ sind der Zuwiderhandlung gegen Artikel 174 des Strafgeßßbuches (die Brstrcrfirng derjenigen Personen be- Fnkrid, welche das Land einer Kriegsgefahr ausséßen) de-
u digt.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 22. Fe- bruar. (W. T. V.) Vor dcm Winterpalais wird morgen eine Parade der sämmtlichxn hier und in der Umgegend garnisonirenden Truppen stattfinden.
Afrika. Egypten. Alexandrien, 22, Februar. (_W.T.§1_3.) Heute ist eine franzöjische Fregatte hier emgetronen.
Zeitungsstimmeu.
Die „Norddeutsche AllgemeineZeiiung“ berichtet:
_Dre Hofbefitzer des Amtes Bcntbeim (Hannover), welcbekürzlicb zu ernem_ Bauernverein zusammengeireten fixid, haken an den Reichs- kanzler eme Zuschrift gerichtet, in drr es heißt:
_ Y_uf dem heute hier tagcnden eriien Bauerntage hat man_ ein- stimmig die von Eurer Durchlaucht wir dem Jahre 1879 verfolgte Wirthixbaftsxyolitikdls das Wohl des _Vaterlgndes fördernd und den Notbsianden_des Bauernsiandes Abhülse gewahrend mit_ der größren erure begrußi und den Vorsatz ISMN, für die Durchuerung dreier
lane Eurer Durchiaucht mit ganzer Kraft und zaher Aukdauer wirken zu walen.
__ Weiter meldet dasselbe Blatt: _ _ _
Dre Erwartung, daß die brfricdigendxq Verhaltniie in Handel und Industrie von Dauer sein Werdrn, bestatigt sick) mehrgrnd mehr. So Wird j_eyt auch aus dem Re icrungsbezirx Aachen berichtei,_daß die Lage sammtlicher Hauptindutrien_ unverandert normal gebltehen und zum Theil selbst ein weiterer Außcbwung ersichtlich ixi. _Wo bier u_nd da minde_r günstige Anzeichen beobachtet werden, ezteben sicb dresxlhen aux einzelne Unternehmungen oder unbedeutende Industrie- zwei e und i_md als Erscheinun en aufzufaffen, die auch_zu den glan- zend ten Zeiten in einem Öistrikie mit vielgestaltiger ewerd- licher Thatigkeit nie ganz fehlen werden. Die Anza [ der
in der Industrie beschäftigten Personen ist" seit 188“) stetig gewachsen. EZ betrug die Zahl der beschäftigten Arbeiter im Jahre 1882 in der Hüttenindustrie 14170, in der Industrie der Steine und Erden 12%, in der Metallverarbeitung und Masckoinenindunrie 1070, in den (bemi- 1chen und verwandten Industrien 35%, in der Tertiiinrustrie 18'/o, in der Papier- und Lederindustrie 870 und in verschiedenen anderen Industrien 19% mehr als im Jahre 1880. Zusammen waren 1880 38_170, 1881 41630 und 1882 43 316 Arbeiter in den gedachten Zn- duitrien beschäftigt. Dagegen hatte sicb die Zahl der jugendlichen Ar- b_eiter (unter 16 Jahren) um 10/0, nämlich von 3467 aui 3423 ver- ringert. _
__ Die schreibt:
Man braucht nicht in die Ueberireihungen des Arg. Wagner zu verfallen, man kann zugestehen, daß an:!) bei der staatlichen Eisen- habn_verwalt_ung noch genug Wünichr zu erfüllen und Beschwerden abzustellen Und, darum wird man aber dock) gerechter Weise nicht l_eugnxn können, daß_ die große wiribssbaftliÖ-e Maßregel der Ver- itaatlickxuxig der Eiienbahnen sicb ki? jrßt nach aUen Richtungen gut _bexrabrt hat._ Das; man ein rribtändig abschließendes und xndJulttgés Urtbeil nach dsr kurzen Zeil, seit welcher der ent- 1cheidexideSchr1tt zur Durchführung des Sraatéhahnivstems geschehen, noch nicht abgeben kann, haken rie Staatsbahnzczner in den jüngsten _Verhandlizngen des Abgeordnetenhau'es berrrrgehohen, und man wird ibnxn darin hZiprlichcen können. Jndsffen, dat"; die bis jexzx gemachten ErsabruriZen_11cb im Weiteren Vérlairf in ihr Gesantdeii rrrkehren werden, Ut eine _kurcb nichts ßerrckztfrrtizte BrifrrMung. Für die Staat:?finanzxn wrrrkl als für die wiribirhaftlickosn Jntsrriien des _Landes _ rrtr erinnern nur an die zahlreichen Sekundärhahnen, die in den leisten _Jahren in Angriff" genommen wurden Oder in Vor- bereitung begrrßen smd und von dsr Privatindustrie nie gebaurworden wgren __hat iich die große Reform im Eifenhahnwesen rrUauf be- yoahrt; fem Frxiznd diéier Reiocm rrird ieitdrm in seinem Urrheil irre grrxrrden icin; !rohl aksr ist der WikerserÖ drr Gegner sehr _vrel [e_liék und heirherdenrr geworrrn, und viel;: mögcn ichrn jetzt innerlich bekehrt sein. _
_ __Jn den „Berliner Politiichen Nachrichten“, [91611 wrr: _
_Ein grrris irnrxrdächtich chgniß für die S:,mungén unserer nxiionairn WLUQÖJUÖUOÜTÜ findrn wir in den Srairén de? Pariser :Irggxis „Za Prerx“, Wclch23_isincn LandÖ-[ririen rrrhälr. wie thériÖt ire_ ietsn, 1191) in ix_merexi Kriien zu verzehren. inch; die :u?ländische, rewndrrs die deutsbe Konkurrenz immer nachdrücklickper an die Thore des ernrxs roche._ Nicht nur, daß der französiicbe Errorr nach TeutNÖ- [and itetige Nuck'cbritte MJÖL, nein, Frankreich werds mit déurixben inirorren rörmlicd Ükerirdrrrmmr. Und srlrbr Stimmen stehen kemeerngereinzelt da. _Man denke nur an den kürziichrn Srhritt Ic_Rerraientantrn drs Handels- und Gewerbestanrsx- kei Herrn
rsrh.
Es ist krzricbnend, daß währcnd dr-Z ganzrn rérkldffenrn Fahr- zehnts, wo Dru11ck1and unter dem Joche dc-F Manckpesterthums irufzte, reid. an _den Nßchwrhen de1721§en [akdriren mußte, drr französische Nairoxiaiitolz mri Vorliebe auf die rcrmsintliéd unerschütterlich? Su- xeriorttat der materieÜen Eristkmzrerhältniiie drr Rsruhlik rrcbic, und Won j;§t,_nachdem karrm die ersten Anfangswirkunzrn der nationalen Wirtdichaiispolitik bei uns hrrrrrtrcien, unser trcstii-Fosr Narbkar ron Angst vor der Uebermacbt der druifckxen Konkurrenz und deß deirrichcn Unternehmungßgeistes beiallsn wird._
_ _ Das „C_en_tra_ldlatt iiir die deutsche Metall- industrie“ theilt rn 1einer Rundschau Folgendes mit:
Nach einem durch den Gcheimsn Bergrath Or. Werding ge- haltenen Vortrage in dem Vrrcine zur Befördsrung ch Geirsrhe- fleir'ZeH; ist irrer den Eisenrerkßhr im Jahrß 1880 auf Grund der im Ministerium_ der öffsntlicbcn Arhrircn anzeirriigirn amtlichen Er- hebungen festgejtellr, daß, a[s eine Fdige der Schurzzölle in Roheisen 2148000 Ctr. Mehrrrrdukridn startgsfunren haben, rhgleicb das Konimntionsverbälinir"; 111) ungleichmäßig rerrheiii hat. Während Oberschlesien gleiche Steigerung nach kkidsn Sriten nachkreii't, ist im Ruhrgebiet ein Versandtminas vorhanden. Lothringen und LuremkUrg gleichen sich im Mehrversandt ans und was im Ruhrristrikt die Produktion nachgelaffen bar, ist im Sirgrrland und Mittelrhein mehr produzirt. Der Schuxzwik har Doppelwirkung grüßt und zwar bei Einführung dss fremden Eisens im Östlichen Theile ais Finanz- on, im Westlichen Tdeiie Dcatichlamd§ ais Schuyzrii. errrr ist mit 247000 Str., Errrrt mit 111100 Ctr. crrsÖnct. Ohgiricb cine Verschiei'ung der örtlichen Eissninduitrie krni'iarirt wird, i'd ist doch im Großen Ganzen die Prodirktiori und Krnsumtion fast gieichmäßig gesteigsrt dnrch den Zchuxzzdii und uns für Das Au-Zlcmd freie Bahn gemacht. _ Die rrrliegcnds deUtiche Handelsbilanz zeigt deut- lich, daß dir Eiicnindustrie gr,;en daI Vorjahr namentlich in Blechen, Eisendrakt, groben Eismgußwaaren, Kanonen- röbren, Amhdffen, Schrauhstöcken, Winden, Hämmern, Nägeln, Drahtstiften, Röhren, fcinrn Eisenwaarrn, Lokrmoxirrn, Lokomohilen und anderen Maickxinsn in dcr Ausfuhr günstigsn Verkauf nahm, nur Robeifen- und Eisenhahnschisnrnausradr isi zurückgeblichrn, Dsr Be- darf an Stahlscbiknsn in TertiiMar-d i'": im [auirnden Jahre aus- nahmérreiis günstig, QUZÖ Berlin rsriucht Stahiichienrn fiir Pisrde- bahngeieiie auszuweÖieln. Die drrrrsrbe Stahiicbiensxiiridustrir mur“; jedrch bei der Konkurrrnz drr rnglis-Iéen Werks daran? Brdacbi neh- men, den Bedarf nach den nicht rrrdukiiven Ländsrn fest im Auge zu haiten und nichtrergeffen, daß der eiiihximiscbe Bedarf von Gruben- scbienen zum größten Theil von den aqueirrÖJeiicn Eisenhahnfdhienen gedeckt werden kann . . . .
„Nationalliberale Correspondenz“
Landtagö- Angelegenheiten.
Dkk Etat des Ministeriiims drr geistiichcri, Unter- richt§- und MedizrnaT-Angclcgrnheiten rreiit m den Ein- nahmen (Kap. 34) 2 850 042 «46 (+ 516 229916) arri. Dar Fonds für
““erangeliscben Kui'rus 49 213 „xz erhöhr fich durch kieinc Mehreinnahmen
um 423 „M, der für katholischen Kirltus (6928 e“.) um 18 „16 In dem Titel 3 ,Oeffenilicher Unterricht' 1713 966 „46 sind 32 292 „FC Mehreinnahmen; u. A. gewähren die Schuilehrer-Séminarien urid Prä- parandenanitalten 59 262 444 mehr, die rigenen _Einriahmen rerltecbnisrben Hochschule in Hanrrrrsr 22 700 „46 wenizrr. Titel 3 a.di€ Porzeüanmanu- faktur (529000 .“) ersieht in_Frize vermehrten 2161711528 rer Fabrikate 73150 34 mehr. Neu emgMeUt ünd die Wittwen- und Waisen- gelder niit 398 600 „M und 9160 „44 In Tit. 6 .Ccniralrerwaltung und sonnige vermiicbte Einnahmen" 31851 „44 find 2266 „48 hinzu- geireten; davon als Misthe aus “ccm Lagerhause 2230 „44
Die da_uernde_n Angahen helaufen sicb auf 52099039 „14 (+ 14759-2 4-4). Kap. 109 .Miniyterium' (923 415 „FC) erhöht sicb um 30.160 «16, davon 12600 „44 Bcsrldungen für 3 neue Expedienten- und Kalkulatorsteiien, 1560 „44 Wohnxlzrgégeld- zu1chu8 und_ 16000 „46 Mehrhrdarf an Mieihe sur die zu_r Unterbringung von Bureaulokalitäien angemiethcien Ge- haude. Kap. 110, .Gericbithf für kirchliche Angelegen- heiten“ _(24 325 „M), ist unverändert geblieben. Kap. 111, .Evangelr1cber _Ober-Kircbenraih' (145 547 «ck), sind 1585 .“ (435 „sé zu außerordentlichen Remunerationcn :c. der _Suhgliern- :c. Beamten und 1150 ck zur Unterhaltung der Dicnytgcba_u_dc _mehr) hinzu- gekommen. Der Fonds für die evangelischen Koniixtorien (Kap. 112: 1061496 „“) erhöht sich um 24 969 „;ck, davon u. _A. 9000 „44 für einen zweiten General-Superinicndrnien_ der Provinzen Ost- und Westprexrßen, und 3000 .“ Bureaukoiirn fur denselben. Die evangelijche Gristlicbkcit und Kirche (Kav._113: 1 329 684 „M) ist um 7 36634 böber dotiri. daruntcr 4900 «14 zur Einricbiurig eines evgxigelischen Kirchenwesens im Jadegebiet. Kar. 114: Katholiiche Kynmtorien zu Hildesheim und OZnabrück 35 371 „44 und 115: Bisthumer und die zu demselben gehörigen Jnstiiute 125426]. ;“ fixld unverändert ge- blieben. Kap. 116: Katholi ebe Gélstllche und Kirchen 1 244371 „sé enthält im Ganzen eine ich_ aus kleinen Posien_ zusammenießende MehrauSgahe von 1314 66 Dre Kosten der Provrnzral-Schulfoüegien,