&?!"
. „. „...... ,.«.-.„„--.„„„„.__W_ „. ? ck * -
bischöfliche Allüren angenommen habe, sei _ihm nicht bekannt. Der Vorredner habe fich ferner über die Behandlung der Geistlichen beklagt. Aber nach der Novelle von_ 1880 _sei_ent- scheidend, ob der Geißliche bei Ausladung emer geistlichen Handlung die Absicht habe, ein geistliches Amt zu übernehmen. Diese Entscheidung sei viclfach sehr schwer zu treffen, und daher seien gelegentliche Ueberschreitungen des betr. Geseseß unvermeid- lich. In Betreff der Kirchenbuchführung sei er soweit gegangen, als er vor seinem Gewissen verantworten könne. Die Sperre beruhe auf Gesch, zu dessen N chranwendung allein das Ver- halten des Klerus Anlaß geben könne.
Der Abg. Dr. von Jazdzewski bedauerte, daß der Kultus- Minister den von ihm vorgebraéhten Klagen und Beschwerden so wenig Gehör geschenkt habe.
Bei Tit. 11 (Bisthum Cöln) erklärte der Abg. Biesen- bacb, daß das von der Diözese Cöln außgegangene Gesuch um Zuriickberufung ihres Erzbischofs keine Kraftprobe gewesen sei, wie der Kultus:?)iinifter behauptet habe; disse auf * ei- tunchnc-cbrichten gestüßte Behauptung müsse er als vö ig unbegründrt zurückweisen. Die Bevölkerung sei zu diesem Schritt nur aus Liebe und Verehrung zu ihrem im Exil lebenden Erzbischof getrieben worden und habe dabei auf die Unterstüßung des Staats-Minisieriums gerechnet. Er selbst als Kirchenvorstand einer leider ver- waisten Gemeinde habe jene Vexition unterschrieben. Das System Falk sei zum Glück vorüber und gerichtet; jeßt sei es an der Regirrung, die Wunden, die dieses System dem Lande geschlagen, zu heilen.
Bei Tit. 12 (Bisthum Trier) beklagte der Abg. Dr. Mosler, daß die Dotaiionssummen seit der Bulle (16 saluts animarum, also seit etwa 60 Jahren nicht erhöht worden, dem jéßigen Bedürfniß gegenüber also uniureichend seien. Bei der evangeliscbrn Kirche wiirden doch die AuSgaben den wachsenden Bsdürfniffen angemessen erhöht. Er bitte den Minister, hier die Fonds im nächsten Etat zu erhöhen._ Ferner beklagte Redner, daß zur Erhaltung des Doms zu Trier feirte Mittel zur Verfügung ständen. Der Minister möge sich etwaigen, diesbezüglichen Gesuchen geneigt zeigen.
Bei Kap. 116 (katholische Geistliche und Kirchen; Besol- dungen und Zuschüsse) wünschte der Abg. Dr. Majunke, daß bei der Nachweisung der gesperrten Leistungen die säch- lichen und persönlichen Au§gaben unterschiederx, und in diesen Nachweisungen die einzelnen Llusxzaben ziffernméißig auf- geführt würden; es könnte sonst vielfach scheinen, als ob_ ein der Kirche ungetreuer katholischer Geistlicher Gehalt beziehe, wo nur sächliche Ausxzaben rorlägen. Er habe diesen Wunsch schon wiederholt, aber vsrgeblich angefprochen.
Deer Staats-Minisier von Goßler erklärte, fich nicht er- innern zu können, daß ein ähnlicher Antrag sch_on öfter ge- sieUt worden sei. Uebrigens wiirde, selbst wenn diese Position in einzelnen Ziffern spozialisirt wäre, der von dem Vorredner erstrebte Zweck nicht erreicht werden.
Der Abg. Or. Majunke hielt seinen Wunsch aufrecht; wie er eben erfahren, sei an einem Orte der Rheinprovinz aus dies;)n Mitteln sogar ein altkatholifcher Geistlicher besoldet wor en.
Bei Kap. 116 3.(Bedürfnißzuschüffe und einmaligeUnter- siiißungen, insbesondere für einen Bischof) bat der Abg. Dr. Reichensperger (Cöln) urn Ablehnung dieser Position, die jedoch vom Hause bewilligt wurde.
Bei Kap. 117 (Provinzial-Scbulkoilegien, Besoldungen) beschwerte sick) der Aba. Steinbusch über ein in den Regie- rungsbezirken Trier, Cöln und Coblenz eingeführtes Lesebuch für Volkachulen. Dasselbe babe einen völlig religionslosen Charakter und enthalte SieUcn, die geeignet seien, das kindliche: Zarigefiidl zu vsrleßen. Auf seinen Wunsch um Beseitigung dieses Buches in den katholischen Sebulcn habe der voriae Kultus-Ministsr von Puttkamer erwideit, daß er dieses Lesebuch sowohl für katholische wie für evan- gelische Schulen für ungeeignet halte. Er bitte den Minister um recht baldige Beseitigung dieses Buchis.
Der Abg. Dr. Kropatschek bat den Minister, dafür zu sorgen, daß bei Abschluß der literarischen Konvention mit Frankreich auch künftig der Abdrnck ganzer Werke für drn Schulgebrauch gestattet sein möchte. Durch eine Aenderung dieser Bestimmungen wiirden sowohl die deutschen Verlags- buchhandlungen als auch der Schulunterricht geschädigt werdsn, denn man müßte dann in den Schulen wieder zu den ganz ungenügendén Chresiomathien greifen. _
Der Staats-Minister von Goßler erwiderte, daß er dieser Angelegenheit sein voÜes Interesse zuwende und, so weit es an ihm ließe, sich bemühen werd9, den vom Vorredner aus- gesprochenen Wunsch zu erfiiÜen. Bkzüglich der von dem Abg. Steinbusch vorgebrachten Beschwerde bemerke er, daß ihm hierüber noch kein Gesuch zugegangsn sei. Uebrigens lasse sich der Charakter eines Buches nicht aus einzelnen aus dom Zusainmenhana gerissenen Stsllen brurtheilen.
DSL? Abg. Dr. Windtlwrst erklärte, daß kein Grund zu erneuten Beichwerden gewesen sei, da ja der frühere Kultus- Minisier von Puttkamer selbst die Beseitigung dieses Buches in LluHsicbt gestellt habe. Er hoffe aber, daß die jeßige Anregung ihre Wirkung nicht_ verfehlen werde». Die Königliche Regierung in Cöln habe aus ein Gesuch, betreffend den Kirchenbesuch der Schuljugend unter Leitung der Lehrer, erwidert, daß es kein Gesetz gcbr, welches die Lehrer und Lehrerinnen verpflichte, die Schuljugerid in den Gottesdienst zu führen. Eines solchen Gcseßes bedürfe es _nicht, da jene Pflicht der Lehrer unter die allge: meinen Erziebuygspflichten faÜe. Auch habe keine andere Re- gierung das Beripiel der Regierung zu Cöln befolgt.
Bei Schluß des Blattes ergriff der StaatS-Minisier von Goßler das Wort.
_ Wie wir hören, wird die unentgeltliche Beför- derung freiwilliger «Kaden an Lebensmitteln, Kleidungsstücksn, Brennmaterial i_md Fiiliungsmaterial, wslche zu Gunsten der Bevölkerung in den durch die jüngsten Ueberscbwemmungetx heimgesuchten Bezirken auf den Staatseisenbahnen bewilirgt _war, mit Ablauf dieses Monats eingesteÜt werdcn, nachdem sich _ergeben hat, daß_die Voraus- seßungen für diese ganz exceptioneile Maßregel_ m_Folge der aus StaatSmitteln und durch Prwatwoblidängkeit reichlich gewährten Hülfe jeßt im Wesentlichen beseitigt sind.
Die von Staats: oder Kommunalbehdrden sowie vqn Wohltbätigkeitsvereinen zu Gunsten bedürftrger Eirzwobner _m den überschwemmt gewesenen Bezirken, w1e_ auch m _verschie- denen anderen nothleidenden Kreisen der Rheinprovinz an-
den Staatsbahnen noch bis zum 15. Mai 1). I. zur Hälfte der tarifmäßigen Fracht befördert.
_ Nach der im Reichs-Eisen bahn-Atxit airigesielltey, in der Eriien Beilage veröffentlichten Nachweis un a über die im Monat D e z e m b e r v. I. auf deutschen V a hn e 11 (aus- schließlich der bayerischen) beförderten Züge und_ deren Vers p ätun ge n wurden auf 45 größeren Vahrzen beziehungs- weise Vahnkompleixen mit einer Gesamzntbetnebslange von 29 761,47 [(m befördert an fahrplanmäßrgen Zügen : 13 160 Courier- und Schnellzüge, 96 771 Personenzüge, 55 152 gennschte Züge und 92 358 GüterzügJZ; an außerfahrplanmäßigen Zügen:
1566 Courier-, Schnell-, ersonen- un_d gemischte ZÜÉL und 29 509 Güter-, Materialien- und Arbeitszüge. Jm anzen wurden 699 628 239 Achskilometer bewegt, von denen
202 945 767 Achskilometer auf die fahrplanmäßigen Züge mit Personenbeförderung entfallen. Es verspäteten von den 165 083 fa rplanmäßigen Courier-, Schneid, Personen- und gemischten ügen im Ganzen 3671 oder 2,22 pCt., (gegen 1,46pCt. in demselben Monat des Vorjahres, und 1,82 pCt. im Vormonat). Von diesen Verspätun en wurden jedoch 1815 durch das Abwartexi verspäteter Anf lußzüge hervqrg'erufen, so daß den aufgeführten Bahnen nur 1856 Verwätungen (= 1,12 th. zur Last fallen (gegen 1,02 pCt. im Vormonxit). Jn demselben Monat des Vorjahreswerspäteten auf den eigenen Strecken der in Vergleich zu ziehenden BÜYM von 152 837 beförderten fahrplanmäßigen Zügen mit _ersonen- beförderung 1243, oder 0,81 pCt., mithin 0,34 pCt. weniger. In Folge der Verspätungen wurden 891 Anschlüsse versaumt (gegen 374 in demselben Mona: des Vorjahres u_nd 729 im Vormonat). Eine große Zahl dieser Verspätungen und Anschlußwersäumniffe ist auf die durch das Hochwasser des Rheins und seiner Nebenflüsse am Anfang und End? des Monats verursachten Betriebssiörungen zurückzuführen. Wird eine Gruppirung der Verwaltungen_ nach dem Verhältniß der auf je eine Anschlußwerfaumnrß ent- faÜenden Zugverspätungen vorgenommen, so kommen in erster Reihe die Postn-Kreuzburger Eiicnbabn (3 _Anscbluß-Ver säumniffe auf 1 Verspätung) mit 0,33 und die Dortmund- Gronau:Enscheder Eisenbahn (5 Anschluß-Versäummffe auf 4 Verspätungen) mit 0,80, während die Berlin: amburger Eisenbahn (1 Anichluß-Versäumniß_auf 12 Ver pätungen) mit 12,00, die Hesfische Ludwigs-Ersenbahn (30 Ynscblrzß- Versäumnisse auf 477 Verspätungen) mrt 15,90, die König- liche Eisenbahn-Direktion Cöln (rechtßrd) (11 Ansch1uß=Ver- säumniffe auf 197 Verspäturigen) mit 17,91 urid dw ElsaßZ Lothringischen Eisenbahnen (13 Ansch1uß=Versäumyrffe auf 233 Verspätungen) mit 17,92, die leßtcn SteUen einnehmen und bei 6 Eisenbahnen, welche im Ganzexi 61 Zugverspätungen gemeldet haben, Anschluß=Versäummffe nicht vorgekommen find.
_ An Zöllen und gemeinschaftlichew Ver- brauchsfteuern sowie andere_n Einnghmen smd i_i_n Reich für die Zeit vom 1. April 188211?- zum S_chiune des Monats Januar 1883, einschließlich der kredrirrten Beträgs (verglichen mit der Einnahme _ m vermelden „Zeitraum des Vorjahreß), zur Anschrerbung gelangt: * 6116 176 641 489 315 (+ 10 197 993 315 , Tabacksteuer 6 880 681 «15 (_ 893 144 315), übenzuckersieuer 43 267 678 „45 (_ 21 389 006 (116), Salzsieuer 32 656 093 «(5
(+ 872 761 „M), «Branntweinsteuer 29 253 434 „FH _ 2.829 095 315), Uebergangßabgaben von Branntwein 97 770 «(ck (_ 584 315), Brauiieuer 14592 708 «15
(+ 527 753 «(H), Uebergangsabgaben von Bier 1 144 875 „15 (+ 114 343 375); Summe 304 534 728 «16 (_ 13 398979 375). Spielkartenüempel 869 427 315 (_ 10 754 „M), Wechsel- stempelsteuer 5 584 146 „15 (_ 40 298 315), Stempel- abgabe fiir Wsrthpapiere, Schlußnoten, Rechnungen und Lotterieloose 8 912 959 „45 (+ 5 132 386 415), Post: und Tele- graphenverwaliung 126 115 350 „15 (+ 4 503 507 945), Reichs- Eiscnbahn-Verwalrung 36 751 500 „15 (+ 954 024 „M).
Die zur Reichkaffe gelangte st = Einnahme, ab- züglich der Bonifikationen und crwaltungskosten, be- trägt bei den nacbbezeicbneten Einnahmen bis Ende anuar 1883: ZöÜe 158 833 017 M (+ 7526 620 316), aback- steuer 11186932 „45 (+ 4921185 «(E.), Rübeniuckersteuer 33 792152 „ck (_ 32 674 033 316), Salzsteuer 30 048 201 «(ck (+ 560 093 (75), Branntweinsteuer und Uebergangsabgabe von Branntwein 30 367 328 „45 (+ 987 832 (75), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 13 340 304 „(M+ 545 337 915); Summe 277 567 934 316 (_ 18 132 961 „(k). Spielkartenstempel 767904 „% (_ 44 197 346).
_ Der Bevollmächtigte zum Bundesratk), Königlich baye- rische Staatß-Minifter Freiherr von Crailsheim ist von hier wieder abgereist.
Bayern. München, 22, Februar. Wie die „Allg. Ztg.“ vernimmt, wird sick) als Vertreter Sr. Majrstät des Königs Se. Königliche Hoheit der Prinz Arnulf zur Nach- féier der Silbernen Hochzeit des Kronprinzlicben Paares nach Berlin begeben.
Hessen. Darmstadt,_24. Februar. (W. T. B.) Drr Großherzog hat laut Erlaß em Ehrenzeichen gestiftet für Verdienste während der Wassernotb 1882/83. In der von der „Darmstädter Zeitung“ veröffentlichten Liste der Beliebenen befinden sich Prinz Heinrich von Hessen und der Gouverneur von Mainz, von Woyna.
Mecklenburg. Schwerin, 23. Februar. Die heutigen „Meckl. Anzeigen“ melden: Ihre Königliche Hoheit die Frau Großherzogin-Mutter tritt heute in das 81. Lebensjahr ein. Die tiefe Trauer, in welche die erlauchte Fürstin durch das vor fünf Wochen erfolgte Ableben Höchst- ihres Durchlaucbtigsten Bruders verseßt ist, gestattet freilich am heutigen Tage keine lauten Feierlichkeiten. Aber viele treue mecklenburgische Herzen gedenken mit innigen Se,“;enéz- wünschen der greifen Hohen Frau, wclche jrdem Mecklenbur- ger theuer ist als die Mutter des geliebten Landesherrn, jedem Deutschen als die'Tochter der Königin Luise und die Schwesier unseres erhabenen Kaisers. In Schwerin wird der 23. Februar seit 60 Jahren als bober Festtag be: gangen, und in aufrichtiger Dankbarkeit erinnern sich gerade heute die Bewohner der Residenz daran, Wélck) reichen Segen die Erlaucbte Tochter des Hauses Hohenzollern unserem Lande und vor Aliem unixrer Stadt in den leßten sechs Jahrzkhnlen gebracht bat._ Hoffen wir, daß Ihre König- liche Hoheit uns in der bisherigen geistigen und körperlichen Rüstigkeit noch lange erhalten bleibe zur Freude unseres Fürstenhauses und des ganzen Landes.
durch die mit Fahnen und Flaggen festlich geschmückten Stra: ßen der Stadt. Mittags 121/9 Uhr fand zu Ehren Ihrer Königlichen Hoheit eine Parade der hiesigen Garnison auf dem Alten Garten statt. - S_e. Hoheit der Herzog Ernß von Sachsen-Altenburg isi geilem Abend zum Besuch am Großherzoglichen Hofe hier eingetroffen. Schaumburg-Lippe. Bückeburg, 23. Februar. Am heutigen Tage wurde die Erbprinzessin zu Schaum- burg-Lippe, geborene Prinzessin von Sachsen-Altenburg, im Fürstlichen Schloffe zu Stadthagen von einem gesunden Prinzen glücklich entbunden.
«,
Niederlande. Haag, 23. Februar. (W. T. B.) Der König hat das DemisfionSgesuch des Ministers der Kolonien, Stavenisse de Brauw, angenommen und den Marine- Minister van Erp Taalman Kip mit den Geschäften des Ministers der Kolonien beauftragt.
Großbritannien und Irland. London, 22. Februar. (Allg. Corr.) Der Herzog und die Herzogin von Con- U?Uth sind gesikrn, von Paris kommend, in Mentone ein- ge ro en.
_ 23. Februar. (W. T. B.) In der heutigen Unter- haussißung zeigte Northcote an, daß er dem: nächst die Ernennung eines besonderen Ausschusses zur Untersuchung und Berichterstattung iiber die bei der Freilassung ParnellS, O'Kelly's und Dil- lons im Frühjahr 1882 stattgehabten Verhandlungen und vorgekommenen sonstigen Umstände beantragrn werde. Der Ausschuß soll durch den Ernennungßausschuß brftelit werden und die abzubörenden Zeugen eidlich vernehmen. _ Von Lord Hartinaton wurde mitgetheilt, daß der Premier Gladstone voraussichtlich im Laufe nächster Woche nach London zurückkehren werde. _ Bei der hierauf fortgeseßten Verathung Über (Horsts Amendement zu der Adresse nahm Varnell das Wort. Er erklärte, er glaube zwar, das; 211123, was Lk aucb immer fagcn möge, doch nur von der geringsten Wirkung auf die öffentiiche Meinung des Hauses und England?; sein werde; er habe indeß stets auch nur auf die öffsntliche Meinung derjenigen gezählt, denen er zu helfen gewünscht habe. Es sei ihm gegenwärtig nur darum zu thun, seine Steklimg gegeniiber den Jrländrrn in der Heimath und im Auslande klar zu stellen. Die von Forster gegen ihn er- hobenen Beschuldigungen seien voUständig ungerechte Ver- läumdunaen; die von Forster erwiihnten Artikel in dem ournal „United Ireland“ seien erschienen, als er sich im Ge ängniß befunden habe; er habe keine Kenntniß von denselben gehabt. Die Zeugenschast Carey's in dem Dubliner Komplottprozeß beruhe auf Hörensagen. Seit seiner Freilassung habe er fich wenig um Poli1ik gekümmert; von seinen Handlungen habe er keine zu vertheidigen. Er sehe die Unmöglichkeit ein, gegen Vorurtheile anzukämpfen, blicke in die Zukunft Irlands aber mit der vaersicbt, daß das Land die jehige Perrdde des Druckes überleben werde, wie ch auch frühere schlimmere Periodrn überlebt habe. _ Das Amendement Gorsis wurde schließlich rnit 259 gegen 176 Stimmen abgelehnt und die Fortstßung der Adreßdebatte alsdann auf Montag vertagt.
den Mitgliedern des neuen Kabinets gehören zwei, nämlich ChaUeniel-Lacour und CharleS Brun, dem Senat, acht dém Abgeordnetenhause an' der elfte, General Thibaudin, fißt nicht im Parlament. on den acht Abgeordneten sind vier, Jules Ferry, Tirard, Cochéry und Méline bei_ der „Union démocratique“ ( ehemaligen„Gauche républicaine“) eingeschrieben ; drei, Waldeck-Rouffeau, Martin-FeuiÜé-e und Raynal bei der „Union républicaine“; Hériffon geht mit der radikalen Linkén. Naynal ist Vorsitzender der „Union républi- caine“, Méline der „Union démocratique“; bride geben aber diese Ehrenämter auf, um sich der Regierung zu widmen. Was die Scnatoren ChaÜemel-Lacour und Charles Brun betrifft, so sind sie Mitglieder der republikanischen Union ihres Hauses. Nur vier von den neu_en Ministrrn waren bisher noch niemals Inhaber von Portersuilies, näm- lich Cbaklrmel-Lacour, Charles Brun, Msline und Martin- Feuillée; ier Letztere bekleidrte unter dem „großen Mini- sterium“ das Amt eines Unter-Staatssekretärs, während seine heutigen KoÜegen Waldeck-Rousseau und Raynal das Innere und die öfféntlichen Bauten verwalteten. _ _
_ 23. Februar. (W. T. B.) Die mrnrsterielle Erklärung ist von den Journalen im AUgemeinen günstig aufgenommsn wordsn. _ Nach dem „T_emps“ hätte Ferry die Absicht, als.": Präsident des Minister- raths an der Thätigkeit der Regierung in_ allen einzelnen Zweigen aktiven Antbeil zu nehmin. AUS Wichtigen Dekrete, alle wichtigen Ernennungen würden vor der Unterzeickmung durch den Präsidenten Grévy ihm vorgelegt werden, UW ebenso werde er von aUen diplomatischen Depeschen Mit- rheilung erhalten.
Die Dekrete wogen Anwendung des_Geseßes vom Jahre 1834 betreffs Verseßung der militäri1che Posten_ be- kleidenden Prinzen in DisPonibilität werden, wie versichert wird, vom „Journal officiel“ morgen veröffentlicht werden. Die Dekrete werden nur die Herzöge von Chartres und Al-chxon betreffen; nicht davon berührt werden dsr Herzog von Venthiévre, der sich bereits nicht mehr im aktiven Dieriste befindet, sowie der Prinz Roland Bonaparte, den man nicht zu den als Prätendenten anzusehenden Prinzen zählt.
Italien. Rom, 23. Februar. (W. T. B.) Die „Agenzia Stefani“ meldet aus Tripolis: Der (Heiterql- Gouverneur stattete auf Befehl des Sultans dem italie- nischen Konsul einen offiziellen Besuch _ab und drückte sein lebhaftes Bedauern über den lest.».n Zwrschenfall (zus.
_ 24. Februar. (W. T. V.) Aus Konstantinopel berichtet die „Ag. St.“; Der Minister des Aeußern machte dem Grafen Corti Mittheilung von deni offiziellen Besuche des Generalgouverneurs von Tripolis bei dem italienischen Konsul und sprach die Hoffnung aus, daß Italien nach Beilegung des Zwischenfaües verzichten werde, em Panzer- schiff nach Tripolis abzusenden.
Griechenland. Athen, 23. Februar. (W. T. B.) Bei der von der Deputirtenkammer _fbrtgeseßten_ Bé- rathung des Budgets erklärte _der Mimüer :Prändxnt Tricupis den Rednern der Opposition gegenüber, daß_ em_e Reduktion der Außgaben und der Steuern uzimiiglich fer, die Herstellung des Gleichgewichts im Budget set_e1ne thhwen- digkeit. Ferner sprach sich der Minister-Präsident mrt Rück-
gekauften bezw. an diese Behörden 2c. adres_sirten Sendun- gen an Saatgut, Viehfutter und Brennmaterial werden auf
Zur Feier des Tagesbcwegte sich heute Morgens 8 Uhr eine aus sämmtlichen Militärmusrkcorps gebildete Revetlle
sicht auf die friedliche Politik zu den Mächten für eine Bei-
Frankreich. Paris, 23. Februar. (Fr. Corr.) Von “
behaliunß der Gesandtschaftxn aus, auch die auf dem militäri- schen Ge retx für nothwendig erkannten Maßnahmen wurden von dem Mmrfter-Präfidenten aufrecht erhalten.
Amerika, Wasbin to_n, 21. Februar. (Allg. Corr.) m Senat ist eme_Reso i_mon eingebracht worden, welche um Auskunft _ersucht über dre angebliche gemeinschaftliche Ver- fiändigung zwrschen_den Vertretern der Vereinigten Staaten, Englands, Frankreichs und _Jtaliens in Lima, eine Anstren- gung zu Gunsten des _rtedens zwischen Peru und Chile zu macher). __ ne gemeixischaftliche Resolution zu Gunsten der Kundiguna der FiWerei-Paragraphen des Wqshrngtoner Vertrages hat den Senat pasfirt, indeß mit dem Zusaße, daß das Geseß, welches den Waaren: transPort 1a trausuu durch Amerika gestattet, keine Verän- derung erfahren soUe. _ (_Wes. Ztg_.) _Jm Senat ist, wie gemeldet, die Vill, betr. dre Ermaßiguyg der Steuern und die Re- form des Zolles, mit 42 gegen 19 Stimmen durchge= gangen. In Foige der vom Senat beschlossenen Herabsetzung von Steuern wird dre Steuerlast um 25 000 000 Doll. er- leichtert. Waéz d1e_Aenderungen im Zolltarif angeht, so ist es _erum moglich, die Maßregel schon in“ Einzelnen zu charak- teristren, da _die endlose th1 von Amendements die Uebersicht noch unmdglich Macht. Die angenommene Vik! ist dem Frei- handelSprtnzip_ weniger günstig als bei ihrer Einbringung, aber deniioch smd dre Schußzöüner unbefriedigt. Die Demo- kraten stimmtexi gegen fie, weil die Ermäßigungen ihnen nicht ge_nüge_nd erschieizen. Was das Haus mit der Bikl machen wrrd,1siungew1ß. Wahrscheinlich wird sie dort verschleppt werden, oder Szbußzollner und Freihändler werden fie ge- meinsam verwersen, da bsrds unzufrieden mit der Bil! sind. New-Ydrk, 23. Februar. (W. T. B.) Eine von der republikanischenParteidesRepräsentantenhauses abgehaltene Versammlung beschloß gestern, der Tarifvor- lage des, Senats _nicht zuzustimmen. _Der durchdie Enthüllungen des Kronzeugen Carey in Dub_l_1n der Theilnahme an denDubliner Morden verdächtigte Jrlgnder Sheridan hat dem Redakteur des Journals „Jriyh World“ gegeniiber erklärt, daß er Carey niemals in seinem Leben gesehen habe; Carey's Angaben übsr ihn seien pure Erfindungen:
irzdustrie betrifft, so zeigt die Turbindustrie durcbwe be'rie- digende und zum_ Theil gesteigerte Betriebßverbältniffe. ?chbfdie Samrnct- und Setdemndustrie hat sich in letzterer Zeit sehr gehoben und xine: großen Anzahl chn Hauswebern Beichäftigung und lobnenden Verdicxist gebraÖt. JZ: raichem Aqfschwunge begriffenist die offenbar sehr _xtzitrazlicbg Kunitwollfabrikatwn im dortigen Bezirke. Sie beichamgt tt_i_ iech _ Anlcxgcn bereits über 1000 Arbeiter. Die bedeutende_ Flaebsspinnerer zu Düren wird nach wie vor sÖZvungbast [“_rtrieben, und die seit langer Zeit sehr ge- dru_c_kten Verbaltnme _ der Flachs_bek_eitungsanftalten zeigen einige (Yeneruxig. _ Au_ch __uber dj_e _1o_nitigen im Bezirk vertretenen „zndustriezwerZe l_aßt 11ch,_ soweit dreielben von einiger Bedeutung find. gle_1chfalls_ Gunsttxzes berichten. Der Export der Papierfabriken nach Sydamertka bat 11ch gxboben; aucb aus Frankreich gingen in [exterer Zint Bestellgngen 13011 Bedeutrmq em. Soweit nicbt, wie bei kleineren
iegeleieix, eineABetrtebLbeichrankung durch die Jabreézeit herbeigeführt _worden nt, besrndxn sich alle Anlagen der Tbon- und Glasindustrie Zixsnxrétnglent VeIalianeii. __Seerstark beséäfiigt sind die in Folge
_? eiger en »ekarf m en üttenwer rn äu ert ' w
betriebenen Fabriken für feuerfeste Steine. H s "h ungroll
Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.
Drosden, Sonnabend, 24. Februar. Der Herzog o_on Genua tmr geriern Abend_um 10 Uhr von Miinclxen hier ern, wurd_e_ _aux dem Vahnhox vom Könige empfangen und stieg im Komglicberr Schlosse ab. Heute Vormittag stattete der HerzoZ dem Prinzen Georg einen Besuch ab.
Paris, „Sonqabend, 24. Februar. Die für heute erwartxtß„Veroffentlichung der Dekrete betreffs der Versétzung d__er _n11lr_tar1sche Postenbekleidenden Prinzen in DiSponibili= tat ist nicht erfolgi. Wie es heißt, hat die Regierung dis Veroffentlichng bis nach Erledigung der heute in dsr Depu- Urtenkarnmer 1iattnndenden JnterpeÜation iiber die Maßrsgsln gegen die Prätendenten verschoben.
_Rdm, Syrinabend,24. Februar. Meldung der „Agenzia _“Siefarnk: Dr? Ariilagesektton des AppeÜgerichts verwies Nigatieri vor die Amsen, weil _er durch Revolverschiiffe auf das ngpsnscbild dcs ößerreicbiichen Botsckzaftsbotels das Land der Krieqsxzexahr agSgeießt habe. Am 5. März findrt die erthdlrmg 11er die AppeUation Valerianis statt, welcher m1t (;_tLinén nacb dsm Wagen des österreichischen Botschastsrs grworien hattL.
Zeitungsstimmen.
Der „Germania“ wird aus dem westfälischen Koblen-
revier Mitte Februar geschrieben:
_ _. . . _Jn _unsercm Jiidustriebezirk _z. B., in Welchem seit 6 Jahren 7.0 8121 irie mchts gebaut wurde, deiien Bcdölkerung aber ganz er- beblicb zugenommen hat, berr1cht effektive Wohnungsnot!) und der 1. Februar brqcbte _bedeuiende Mictbssteigcrungen. Sicher wird _ Und nicht_ aliein _bter _ die Bautbätiakeii in diesem Jahre groß, daher _aus die Etiegindustrie von nüxlicbrm Einfluss sein. Die ngchmen- Und Bruckenbauanstalien _ sind noch immer gut be- jcbartrgt, eben_1o__ baberi keine Uriacbe zu klagkn die Kessel- ]chmreden,_ Kleineiienzeugsabriken und Gießsreien. Unsere Stabl- erkc, die foriwabrend Vergrößerungen anlcgen, sind mit Auf- traZen wohlverieben, und fiir den einheimischen Eisenbahnbau, dessen Bedarf ibnen krin Ausland mehr streitig macht. auf lange Zeit be- Échaftiat. An dieser Stelle sprechen wir den Wunsch aus, die deut- cbcn Rheder und “Zchiffébauer möchten eben so patriotisch Handeln, wie unsere Stqaisbahnen; erstere mögen, da fie von Deutschen leben, i_bre Dampfer 1111 Jnl_ande bauen laffcn, [ediere aber ihr Eisen zu ;brewSchiffSbautex nicbt aus England beziehen, schon der besseren Qualitat des_ deuticben Eisens wegen.
_ _ _Dre „_Norddeutsche_ Aligemeine Zeitung“ schließt eryen „eme Zolldebatte 1mNerchstage“ iiberschriebenen Artikel mit folgenden Säsen:
_ Was aber die angrb1icheSchädigung unseres Erporis betrifft, so wreß der RYierungskommiffar nacb, kat“; ails Prodbezriunaen der Gegner dss Wriis, die gerade in dieser Beziebu-g seinerzrii aUes erdenkliche M.*.!_: uberstiegen, durch die Cryorüisten der Jahre 1881 und 1882 voliirändig wiederlegt seien. Aus den [*czüglichen Mir- tberlungen des (Hebeimen RegierungÉ-Raibs Scbraut eatnebmen wir, daß dsr Erpoxr im Jabra 1882 gegen das Jahr 1881, irelches börcitZ Erne iebr betracbiiicbe Stcigcrung des Exports gegrnübrr den frübcrcn „Jahre:! aufzuweiien batte, weiter gestiegen ist:
bei Hall)]eidenwaaren um 4000 DoiPel-Ctr. Woilenwaaren um 9800
, Baumwollenwaaren um 8980 „ . Baumwoüengarn um . "2900 „, . Leinengarn und Zwirn um 2400 „ , Woilengarn um . . _. . . 5400 „ . Halbfabrikaten von Cixen um 606000 „ , Mgschinen . . . . . . 182 700 .. . Er_1endrabt um . . . . . 1680600 . . Haufen und FeUen . . . . 17000 . . Leder . . . . . . . . 5000 , . Lederwaaren . . . . . . 6900 „ . Papier und Papieriapéien um 67000 .
& _Außer diesen aimsxige_n_Erdortnach1veisen sprc-rbsu die forlwäbrcnde Hirigerung der Extragni11e_ unserer Ei1enbabnen, Posten und der iibrigen Verkehrsanitalten, die Zunahme der Einlagen dri dcn Spar- kaffew imd Rentenanftalten, drr günstige Stand unserer Geldcourse gegenuber dem Ausland;! zn Gunsten einer erfreulichen Entwickelung unserer_Produktwn§- und ExrrkrbSVLrhältniffe. Die Thatsache einer Yve1entltchen Beffcrung gegenuber deri srüberen Jahren wird auch von iedem_mibe_fangenen urid ux1_partciiichck_eri Beurtheiler anerkannt, und nur die _mrr eincr _agrtatorijcben Tbaiigkeii verbundene Einssitigkeit des Uxtbcils neben eme_m Mangel an genügender sachlicher Informa- iwn fuhrt zii tendenziößn Behauptungen und Sch1üffeii.
_ Dr_e „Berliner Börsen-Zeitung“ schreibt:
_Ueber die ?.de_der Jndystrie im Regierungébezirk Aachen wird Y_ns m Verdoliiiandigirng unierer neulichen Mittheilungen Weiter be- richtex, daß namentltch_ der Bergbau sich der Fortdauer günstiger Verbaltmffe erfreut. Dre vortbeilbaften Absaßverbältniffe für Stein- kohlen haben mb erbqlien. _Sowobl Fett- als Flammkoblcn fanden ber antiebmbarcn Prciien leichten Abgang. Am voribeilbaftesten ge- !talteien s1ch die Konjimkturen für Kokcs, der von den Eisenhütten- Zverken siark begehrt wurde. Auch der Blei- und Zinkerzbau blieb in gedeihlicher Forientivzckekung. Einen keionders flotten und auch lobnendsn Vetrieb zeigen aile Kalkitcinbrüwe des Bezirks. Die lebhafte Tbatigkeit scirzimtlicbey Hüttenwerke blieb unverändert, und 28101101 a_uch _pckuntar giinstige Resultate erzielt sein. Besondsrs gili die_s fur_ die CH_roß-Eiiemndustrie, die bei reichlichen Aufträgen er1icbtlich einer weiiercw Bciriebésteigerung entgegengebt und auch mehr als_andere Zweth kme Verbefferung der Löhne bat eintreten laffcn. Recht Gunstiges_1aß_t iich au_ch uber die Dampfkesseb, Metallwaaren- und Kraßenfabrtkaiwn _ berichten. _Die früher nicht unbedeutende, dann _ aber sehr cingcrchrankte Eiicnbütien-Jndusirie des Kreises _Scbleiden gxhbimmxr mehr zur Fabrikation von SPezialitäten, be- ]onderöder Kletn-Ei]enwaarenbrancbe, über. So batdie Herstellung von Siißfeleisen dort einen ganz beträchtlickoen Umfang erreicht. Ein z_ur Fabrikation voxi eugabeln rzor etwa zwei Jahren übergegangenes alterxs Werk_beschaftigt beute in_diesem Artikel bcreits 50 bis 60 Arbeiter. Die Fabriken dcr chemiichen Großindustrie arbeiten unver-
(Zentralblati für dasDeutscbe Reich. Nr. 8. _ Knbalt Zo[_1- iind SteUerescn: Bestellung eines Staiionékbntrolchss _ Beiugmß ei_ne_r Sterxeriielle. _ KonsulatWLscn: Ernennung. _ Exsquaiurertoeilung. __ JiUÜUJWLsLUI Nachweisung über Einnahmen des Retchs vom 1. April 1882 bis Ende Januar 1883. _ Marine und Schiffahrt: Ericbsmen eines weiteren Heftes der Eniscbc'idmigen des _YbeqcsamiZ und der Seeämter, deLgl. der amtlichen Liste der Schiffe der dciziichenKris€s- und HandelSmarine fÜr 1883. _ Polizei- Weéxn: AUÉ-U'LUUUJ von Arisländern aus dem Reicbsgebiete.
_ Kunst, Wissenschaft und Literatur.
_Dte Lebr_e von den Sckxuldverbälinissen nacb ge- merne_m__d€ut1§ben Rech_t._ Mit Rücksicht anf dartikrrwre und fremdlandiicbe (HeicYgebung iniematisch dargesteklt von Dr. Richard Ryck, Landgericbté-ratb in Berlin 1. Berlin 1883. gr, 8. Preis 2,50 «F5 R. v. Decker's Verlaa, Marquardt & Sebrnck. _ Deer Verfgnrd hat sich die DJ_rfteUUng dcs praktischen Verkehrsrczcbis (Obligatiomxnrecbts)_ ziir Ausdabe gemacht und berücksichtigt Hierbei ntcht__blos die eigbeimiiebkn RccthqueÜen, sondern auch das öster- r_eichi!cbc, sranxdirscbe und neueste schweizerische Recht. Die Wk- liegrnde 1. Abtbetiung, welcbe i_ür sicb ein abgesckxloffsnes Ganze _btldei, behandelt eine Reihe höchst wickotiger Matcrien, Welcbe bisher iii der Theorie und Praxis große Schwierigkeiten verursarbten und cine:_1_Tmnmc[d1aH der xvidsriiércibendften Auffaffimgeu darboten. Ykrfankr, _xrelÖcr das geiammts sach1iche Material dem Leser ror- fnbri,_ iririick) Seleuwtet und dir LiILUM Resultate durcb eingebsnde Beweissubrung das den _Gcietsen, der Literatur und der Indikßiur der_[wcbstcn Gusrrébie rechtfertigt, sucht überall die behandelten Nordis- xnitriizie aiif ix_cbrre Prinzipi-sn zurückzuiiibren und darüber neue Auf- 1ch1_ui_1e 311 gsixabren. Das i_[ar geicbriebene, von dsr Verlagsbandlung trefflich ausizeitgttxie Werk diirfte nicbt blos den Facbmännern, sondern (11111) tri kaiiimgrimicben Kreiien von Interesse sein und sick» nament- lich _bct komplizrrien Recbiéxitrsiiigkciten als ein wirbtiges Hilfstnirtel crwerien. Daiirlbe vsrdient auch Wegen seines internationalen Charakters volle Beachtung.
Getverbe und Handel. London, "23. Februar. (W.T. B.) Bci der gcstrigenZZWPll- auktron_ warxn Prerik. unverändert. Paris, 20._Fcbruar._ (W. T. B.) Prozeß gegrn die Union générale. Die Schlu_r;3nirage dés Generaladvokaten Bind dem erstinstanziickoxn Crkenntniß konform; 23 wird die AnnuÜirung der neuen“ Geieüiibaii und dix_ Ungültigkeitserklärung der Odrrationcn, betreffs dEr zirétirn Emiision, end1ich die Nichiauslieferurig der Tittrestbeaniragi. Das (Hericbék-urtbkil wurde auf bsuie über 8 Tage ver ag .
Verkehrs-Anftalten.
_New-York, "23. Februar. (W. T. B.) Der Hamburger Poirdamdsrr ,Vobemia' ist hier eingetroffen.
Berlin, 24. Februar 1883.
_ Verein für Geschichte der Mark Brandcnburg. Stßung vom 14. Februar 1883. Der General-Lieutcnant von Nédern -Wan§dorf zeigt; und besprach Eine durch seltenen Reich- tbuxn woblerbalxener Siege] ausgezeichnete Urkunde, eine Schuld- vericbreibung des Markararen Albrccht_von Brandenburg aus dem Jahre 1548, _ Der Major Mar Jahns legte ein interessantes Kriegsbuzb 13131", Welches die Jahreszabl 1453 trägt, dem Krieqéarchidc des Großen Generaltigbs angehört und nach Provenienz wie Einband- ausstattung vermutbltcb aus der Büchersammlung des Kurfürsten Friedrich 11.,_ des Eisernen, berstammt. Es beginnt mit einer fcböncn Corte des iogrnanntcn_alten Fruerwcrksbuäoes, das, Anfang:? des 15. Jabrbun_dert_§ entstanden, die ge1ammte Ariilierieliteratur diejes Zeitabjcbntties beherrscht. Daran reibt fich Hans Hart- liebs Onowatomßmia. d. b. eine Lehre der Kunst, je nach dem Namen, den ryan trägt, einen fiegrerkündenden Tag zum Kampfe zu wählen. Dgnn so_lgt das „Buck; von den 100n1811118 118111018", d. b. eine jener Jrcrzm Bt_ldexbandscbriften, welche als der charakteristischste Besiandtbeti dcr Militarliteratur des 15._ Iabrbunderts bezeichnet werden mümen und_wclche_ die'mannigfaltigiien Gegenstände der mili- xaci1chen und iqcbmickdcn Künste in mehr odcr_minder quien, oft nur 1k_izzirtcn, zuweilen aber auch mit künstleriicbcr Vollendung ausge- fuhrten Darstellungen zu veranschaulichen su_chen. Das Manuskript das_Generalstabs geb_ört zu den minder sorgfaltig bcrgsstcllten Werken diejer Art und erweiir sich als abgeleitet aus dem herrlichen, „88111- 1011in betitelten gleichartigen: Werke, Welches cin verbannte: fränkiickyer Edelmann, Konrad Kye1er, im Jahre 1405 in Böhmen vollendete und dem Könige Ruprecht von der Pfalz widmete. Von dcm Inhalte dieses ,Zelüfortis“, der in Göttingen aufbewahrt wird und der als Grundtypus die1er militärischen Ikono-
ändert flott. Gegen früher wesentlich gebessert hat sich der Betrieb der Erplosivstoffe, sonne der Seifenfqbriken. Was die Textil-
Reds. fchriftwabrschkin1ich crscbrint, wer hat 112 dann dem König Hein- rich 17111. gescbcmkt? kaum wgr damals ein Andarcr dazn im Stande und in gceignstcr Lage, Keinem auch [a;] gerade diese (Habe mit dieser Widmung näbsr als drm Kardinal Wolsrd. York und ohne Zivcifel in der Lage, über dissen Srbai; zu verfügen. Wir dürfen nikbt vergessen, daß Handschrificn dicser Art, wsllbc man in _spätcxer Zcit nicbt msbr znverfertigcn im Stand: war, als kostbarste Hciligtbumer bktracbiat urid verrvadri wurden. alien Klöster und Domkapitel, und nur ganz bcsondcrc Umstände konnten die Möglicbkcit gewähren, ein solides Klsinod dem König darzubringen. möglich aniescn sein. schrift minen wir nur, daß sie fich in der Bibliotbck d_:§_Marquis of Douglas und Clvdc-Zdalc befunden bat. Dax“; sie cin (Heirbcnk des Padites Leo 11. gervssen, ist eine ganz baltlosc Vermuthung.
Kodex. Dieser entbält überdies noch ein „ ern Albr “3 8 - h_ergks Kunit' ükxxschriebenes Kapitel, mélchs inéckiytiinxeY xHTM- emcznder _rywxecbyi'rbe und voliorkatiscbe Vorschriften bringt die auch gxogsnlberl's tlluttrrrt smd. LFenbar hat man es bier,.“iber mit eurem NacbtraJe zu t_bun. Dcr brandenburgisrbe Korcr bai besonders FxbalbßJthereiie, m_eil er x_u Ten Wenigen Restcn der altkurfürstiiiben „u:ber„e1tande gkbdrt, dic in der Mark zurückbliebeii, wäb-
rend kik Hauptmaffe derselben in Franken aufbewahrt
_ * __ 4 _ _ _ war. TL,“: Yberlxbreb Flieder berrlbtete uber Harickes Arbeit: .I.-le RetÖ-Zunmrttelbarkert und Landsäsfichit ker Bisrbümer
Brandenburg und Havelbcrz.“ Von den drei märkischen is waren der Vrzndenburger und der Havelberger von Anfang TKF? atzerkanntermaßen dxs Reiches Fürsten; dcr Lebuier blieb landsäsfig trix er es als polmichr [_LrZTcrban zuxrstgewcsen wär, bié in den Wirreri deo _14. Jahrhunderts-Rkieier _Untsrsckyicd fick) allmählich zu seinen Gunsten verrrticbte. L_,Lr Umitand, dar“; die Bischöfe vielfach aenötbigt waren, den [aride-Zberrlicben Schur; zu suwsn, rricicbtkrte es Karl 17. 11; rn__da§ Vaiglxenvxrkaltniß, ibre Rsi-befrkibcit iii die Formen deé bobmricbew Furiterzitanxeé beruntsr iu krÜFeU. Die Hobenioüern a_nderten_ nich15 Wedenrlirbes an Um Bsstande, welcher: fie *tbatsÜÖ- Zchwxxsandenx die Reisbxkaiizlei dagegen bsbandslte naxb wie vor die Bricbofe als VieiiJZF-firriten, was zwar zu Zinifsx Ztreiiigkeiten jedbsh zu keinem den Bixchdien günstigen (Frio1g mxbr iiikrre. ,
_ „NEUEN Archiv der G:?“ i" .f “"
aliere deutsche Géscbjcbtskande :,Ur BZÖLTTZTFUZT eich Ge_1ammiau_sza_bc _der_ Lusilenicbriften krutswer Griwikbt'sn deä Mittelaltérs“ tit _kurzlikb das :?. Heft17111. Binch- ausgsxskenwordert (Hgyvrver, HÜNUÖZ Burbbanckimxi). Besonders bcmsrkcriéwsrtd ist iL kikiém Heft em Néserat übér diz: Handschrifrsn dsr Hamiltdnicben ::.rmmlung, VON W; Wattenbacb. Derselbs b:!"cbränkr "ici! iii dcr Vs1prcchu_ng der _kdjtbaren Sammwng «Ucrdirms auf kisicnigsn rr*?[che__ dre _(Heicbicbre de:? Mittelalter? bcirchn (*ka raläc; gr.".xbiicb _ ein de_ionderes Jnrcreffé darbietcn. Diese sind kati!) zuianimkngsitklit, jsdrch obne Bcirbränfimg auf das d€1111ch2 Mittklaltkr und m§51ichst roUitäridiq. Ausfübrlicb bexprocben werdeii die 00116660 0000111011111] 2145 dem 8. Kubr- bundkrt_ _mid in Einem Anbxngs die PurrurbandsckIifi. Uebcr D1€1€13_,11 WZtcnbacb: Umtsr den *.*islcn Prawtbanriwriiten der Hamiiwnichkn S_„airixnlung 111 eine von besondsrér Zcbiinbcit und Silrxnbsit: cine Abyrdrirx dkr Erxngelixn i?! [:triniiNr Ucbsrsrimnq aur PuerZPsrzamsiit in Goldicbrifr. Wiriidsrbar irisch istknock') 661316 drk szarbc drs Purdixrs, und das Gold stradit in völliger ?ZLL'ÖS. Man hat quycbönUs frische Pcrznmwt von großem Folio- [crmar gerwmmsn, 1121 und iiakbbaltiq griärbt mit der ewtrn Prirrur- farbe, wre EZ ryobi _ nur in Coristanrinorel zu findcn war. Hic]: Hat _man dieie Kimi? sÖrn früh grÜSt und mit großer Vorliebx Pra_ch*tbandschriftsn diescr Arx bsrgrstcili. ?1uch_rn Yom blUbie disi€_KUiist, _Uiid unter k€n KZZOÜUJOM sind 51116) im zerrinkenrsici) bcrrirchß_Kunitw:rkc dieser Art critsrandkn. Die Farbung urziersr Handiwrrst Ut xiicbt überall «(ckck; sie «shi von ?_unk12rri Vidißtt in Blau und [skbuftéZ ROTH Über, Und man könnte 1161) deriiicbt 71117163 zu glaubsn, rar“; fie r*erstümmrlr gkwesen und durrb etwa§_1 vcricbtedxnch Material wisder crgäxxzt sei. Eine genauere Yruiung zeiai is_docb, 1“qu daran nickxt zu denksn ist, und ebsnso zeigen iich in der Schrift gewine Verscbisdcnbeiien, abcr in iolcber Wcise, 5. B. auf deri briden Seiten dkiirlbsn Blaiiss, daß iiur “eine ein- hcixlicbe Entgisburia angcndmman Werden kann. Ailerdings aber sind dcricbichne (_:_cbretbrr dabei bxscbäftigt gewesen, und jsded einzelnr Erangrlxum i_it von etira_§ erYDiedener Färbiirm. Man darf dabei aber mcbi außcr Acht laiien, das; vor mcbr als tausend Jabren der Anblick wobl doch_nr*kb etwa:? andch gewsscn sein mag, so ausge- ZLlckMét gat aucb dir Erbaktung der HandWrif! isi. Tie'Unglcicb- bcit_ wird damqls rxlcbx 10 auffailsnd gcwessn sein. Usbsr die Her- kunft dcr Handicbriit iii auf (“incm eingclxgisn Parierblati di? Vrr-
mnibung ausgrxbrocbrn, das: Papst Leo F. i'ia dcm KönigHrinricb 7111.
Von dem
aexckxenkt babs, als c_r_ibm „den Titel Dslsuqqr 111181 verlieh. Dirie V2rmutbun_g__1tu15t 11ch _an die Widmung, welche aus der Jnnenierte d&? ersten, Ursdrünglicb [kcrgclas- ssnen Purpurblattes EbensaUs rnit GoldsÖrift eingeschrie-
ben ist. Ueber d€1r_Vcr_icn ist das Königliébc Wapven don England angkbracbt, und 65 31T kerri Grund :,u bczwsifeln, dax"; ein aus diesem Anlaß „dem 119in irbsrrei-xbiss _Gescbrnk vorlisxii. Aber durcbaUZ nicbt i_o geircberi tit __di: Hsrkiinix. Fiir iialisniscbe Humanisten vom Hofe LWF. F1. iind dw Veris nicht gut (iklillg; drr Styl des Waydens ist dUrcb-aus cin engliscbcr, und das unter dsn Vcrsen angebrarbie Ornamend kinn nicbt italicniscber Hcrkunst sein. Nun trifft es fich, dax; wir Mad: aus England Kunde von einer idlcken Evaiigelienbandicbrist haben. Es War der Erzkiscbof Wilfrid von York, erbcr diz: vicr_Ev3ng:1icn mit rrinstcm Golde auf PUrdurdrrgatriént ichreiken ließ. 51115 sin in unseren Zciten bis dabin uncrbörtcs Wirridsrwerk Uréixt ss icin Biograpb, nnd aiich in seiner voii Béda rms ausbcwabrtcxi GrabiÖrift wird c-Z rübmcnd erwähnt. _Dic Zcit ]eincs _(Hlanzes, in _xvsl-Öcr er in der Laue war, ein 101€th Werk ZirÖsUern 3u_[a:ieri, fällt in dic Jabrc 670 bis 680. _Er hat in _dicjsr Zett große SUMMM auf kostbarcn und Pracbiigxn Kiräxcniwmuck vrrrrcnket, und ein längerer Auf- eytbaidrn Rom badibrri ohne Zweifel Gelcgenbeit gegeben, Künstler fur disks Zwick? zu gcxrimwn. Diescs Prachtstück schenkte er seinem Kkyster Nixon, wo_ er es in eiiicm kostbaren Bebältniß derivabren ließ. Mic_es ausgcicbsn babsn mag, wissen wir nicbt, da wir nichts znr VZkglP-TUUJ bqbkn._ Auch rriffkn wir ja nicht, ob einheimische oder_vrcl_leicht römiirbc Kalligrapbcn das Werk zu Stande dracktcn. Andi? EigentbüiziliÖkeikcn irii'ibcr rider angelsä-Ésisthcr Schrift crinncrt in unicrer Handiri'rift durkbaus niÖis, böxbstcns cine Form dcs U, wo der vordere Tbcil eincn Winksl mit abwärts .iciicigtciii Unterscbcnkcl bilrkt. Nicbt obne Vrdsnkcn' also, ob die Sibrift so alt skin kann, bemerkt Wzttenbach dock», das;, vsrgiiébcn mit Wcrkcn karolingiscbcr Zeit, dj_eiclbe rixie sebr ikst? gcübte Hard zrige. Die Buchstabcn smd Wirklich _gCiÖkiéÖk", niibt aczcichnet odxr gemalt; ihre Form ist einfach Und an*,prxrchloI, die Anfaxigxbucbstabkn iiur Wenig vortrcieiidk, etwas größere Kapitalscbrift; nicht kik (icringstc Spur von dyn reichcn_ Ornamenten, irclckxc in karolingischen Handskbriftcn nicht zu feblsn dflkgm. Eine Vcrglcicbimg mit dem großsn Wsrke dcs GkJsLn Bastard fiibrtc mir dazu, den Eindruck eines böheren_A(tcr§ Unssrer HandsÖrist zu verstärken. Merk- würdiger Weiie ist spätcr nie wieder von Wilfricds Werk die Wenn aber nun einbcimisibcr, etigiisckoer Ursprung der Hand-
Darüber kann kaum cin Zwrifcl sein, denn
Und dieser Kardinal war Erzbischof von Rock) bcstandcn die Abér eben dem Kardinal Woisky wird es in Ripon
Ankh iibcr dis wcitcrcn Schichsalc der Hand-
Julius von Pflugk-Haritung handelt in diesem Heft von den
Registxrn Gregors 7111. sowie über das Arcbir“ und die Bibliothek der Papstc im im 11. Jahrhundert, und giebt darm ein Register der Papsturxunden im General-Landesarcbio 511.6ar1sr_ubc, wrlcbcx? nach dem Munchener und ncbcn dcm Coblcnzcr die meisten Papsiurkunden vor 1200 tm Deutschen Reiche befiyt. _ Theodor Lindner Veröffent- licbt _a_ls Nachtrag zu seincm-Buck) iiber das Urkundenwesen Karls 17. und 1einer Nachfolger eine Reihe von 11rkundena_n§zügen, wels)? fick) in dyn von Huber Herausgegeben?" Regéstcn ch Kaiicrreicbs untcr Karl17. nicht finden; die bezüglichen Originalurkmidcn gcbören den Aribivcn
qrapbiewzu beirakbicn ist, gab Major Jäbns eine Ueberfixbt, tinter stetem Hinweis auf den Inhalt des vorgelegten brandsnburgiichen
in Coblenz, Cöln und Dreödcn.
Als Beilage dazu wird eine inter-