1904 / 4 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 06 Jan 1904 18:00:01 GMT) scan diff

Großhandelspreise von Getreide an außerdeutsäxm Vörseupläßeu fiir die Woche vom 28. Dezember 1903 bis 2. Januar 1904 nebst entsprechenden Angaben für die Vorwoche. Zusammengestellt im Kaiserlichen Statistischen Amt. 1000 kg in Mark. (Preise für greifbare Ware, s oweit nicht etwas anderes bemerkt.)

298533223 Da" . . egen bis Yor- 2. 1. 04 woche

118,50 115,87 152,60 149,95 102,30 99,68 138,11 138,02

R | B d W ien"

o gen, e er 9 en

W zen, Zbeiß- ................ fer, ungari cher 1 ..............

rste, slova sche ............... B u d a p e 11.

No gen, Mittelware W “:en- '

Zafer, . ............ erste, Futter- . ............... O d e s s a.

Ro gen, 71 bis 72 kg das 111 ........ W zen,Ulka,75 bis 76 kgdaslü .......

Riga.

Ro gen, 71 bis 72 1:3 das 111 ......... Wem, 75 . 76 ,

P a r i s. lieferbare Ware des laufenden Monats ( A n t w e r p e n.

Varna ............... _Donau, mittel

108,44 133,25 95,05 95,48

107,35 131,21 95,00 95,42

84,77 115,96

84,24 113,63

97,13 123,45

97,40 122,41

121,62 175,45

124,33 131,79 133,82 137,87 137,87 137,87 135,84

122,37 174,55

123,57 131,67 133,70 137,75 137,75 137,75 135,73

Ro gen We en

Weizen

Kansas ............... Bombay, Club weiß .........

A m st e r d a m. A ow- ............... Roggen 1 FL. etersburger .......... e a- Weizen 1 am anischer Winter- ........

Londom a. Produktenbörse (Uarlr [„a-16).

WeiseniWZWZÜ :::“:::::::::

117,67 113,23 124,82 135,40

135,03

134,97 131,68

131,62 1). Sassbbs avsragsa.

englisches Getreide, ! F???

124,21

123,75 111,72

Mittelpreis aus 196 Marktorten 126,02

Liverpool. Donau ...............

russischer ..............

Nord Dulutb ............

artet Kan as Nr. 2 ......... anitoba r. 1

La Plata ..............

Kurracbee, weiß ........... Kalkutta Nr. 2 ...........

[. wi Hafer 1 “"I «51? ............. Gerste, Mabl- ................ Chicago.

Dezember .' ...... Weizen, Lieferungsware ( Mai ......... Juli .........

Neu York.

roter Winter- Rug?) b , ezem er ...... Weizen Lieferungswak? ! VJNCLLii ........

Weizen Zafer erste

138,27 136,40 144,83 137,34 154,21 135,93 133,59 139,21 127,07

118,74 91,40

138,21 136,33 143,83 137,27 153,20 135,86 132,58 139,14 127,01 118,68

89,79

126,43 130,48 121,97

124,57 128,54 119,93

143,88 143,11 135,12 129,28

146,12 144,58 133,27 127,27 Buenos Aires.

Weizen, Durchschnitterare, ab Bord Rosario . . .

Bemerkungen.

1 Imperial Quarter ist für Weizen an der Londoner Produkten- börse = 504 Pfund engl. gerechnet; für die aus den Umsäßen an 196 Marktorten des Königreichs ermittelten Durchschnittspreise für einbeimiscbes (Getreide (01820103 3761-38-68) 1 1 Imperial Quarter Weizen _- 480, Ha er = 312, Gerste : 400 Pfund engl. anZeseßt. 1 VU bel Weizen = 60 Pfund engl.; 1 Pfund engl. =- 45 ,6 g' 1 Last oden == 2100, Weizen :: kg.

Bei der Umrechnung der Preise in ReichSwäbrung sind die aus den einzelnen Taxzesangaben im .ReichSanzeiger' ermittelten wöchentlichen Durchschnittswr selkurse an der Berliner Böre zu Grunde gelegt, und zwar Für ien und Budapest die Kur e auf ien, für London und Liverpool die Kurse auf London, für bicago und Neu York die Kurse auf Neu York, für Odeffa und Riga die Kurée auf St. Petersbur , für Paris, Antrverpen und Amsterdam die Kur e auf diese Pläße. ZBrixise in Buenos Aires unter Berücksichtigung der Goldprämie.

106,91 108,69.

Land: und Forstwirtschaft.

Saatensiand in Ungarn.

Von dem ungarischrn Ackerbauminisierium ist, wie die „Wiener Ztg.“ meidet, über den Stand der Saaten folgender, vom 30. De- zember 1). J. datierter Brricbt Veröffentlicht worden: Das letzte Drittel des Visuals Dr_zembrr brachte einen WiikerungSumschlag, indem das milde, regnrriirbe und neblige Wetter durch den Eintritt bon Kälte? mw Schnrefall unterbrochen wurde. In einigen Gezzenden drs Landrs ist somit die Saat durch eine Schneedecke geschützt. 5iierts- destoweniger stebrn auch dort die Saaten, wo kein Schnee Vorhanden ist, brfriedigrnd.

Die Kartoffelernte Englands.

Nack) einem vom AuSwärtigen Amt in den „Mitteilungen der Deutschen LandwirtichaftL-gesellsckpaft' veröffentliäpten Berl te des landwirtschaftlicben Sachberständigen bei deni KaiserliYen eneral- konsulat in London Dr. Skalweit ist die diesjährige artoffesernte Englands nach Menge und Güte äu erst gerin ausgefallen.

S on die Saatzeit war re t ungüniitig, und es wurden 10 000 eres : rund 4000 1111 weniger aWebaut als im Vorjahre; die äußerst nasse Witterung leistete der usbreiiung der Kartoffel-

krankbeit Vorschub, und die andauernd schweren Herbstregen schien zahlreiche Kartoffelfelder untIr Waffer. _

Auch aus Belgien, das für die Kartoffeletnfubr nach England be- sonders in Frage kommt, lauten die Nachrichten über de_n Ernteausfall un ünstig. Man denkt deshalb in England mehr als in den anderen Ja ren an eine Einfuhr aus Deutschland. *) _ _

Hierauf weist unter anderem das Schreiben eines enYrscben Kau_f- manns an die Landwirtschaftskammer der Provinz Sa sen bin, in dem derselbe um Adressen von Landwirten bittet, welcbe Kartoffeln zur Ausfuhr nach England zu verkaufen haben. (Vergl. „Jüustr. Landw. Zeitung“ vom 11. Novbr. 1903, Nr. 90 S. 955.)

Vom hiesigen Handelsamt läuft ebenfalls soeben eme Anfrage ein, welcbe Piäye in Deutschland für eine_Kartoffelausfuhr nach Eng- land besonders in Betracht kämen. _

Durch Vermittelung einer der an eseben_sien der_itschen Firmen in London wurde ich in zwei hiesige GesrZäftsbauser, em englisches und ein boiiändiscbes, eingeführt, die mir als Hauptvertreter der Kartoffel- einfubr aus*Deutschland genannt wurden.

Außerdem besuchte ich mehrere Märkte in London, wo Kartoffeln gehandelt werden. Die bisher gewonnene Auskunft ergibt folgendes:

Der Handel spielt sick) im wesentlichen in zwei Formen gb: Konfignation und Einkauf durcb Agenten. _Der Weg_ der Konfignatton ist der ewöbnlich übli e. Der Geschaftsgang tst_ der, daß der deutsche aufmann seine are an eine englische Firma berfracbtet, obne Vorherige Preisfestseßung. Anzahlung wird zwar gewöhnlich ge- leistet, beträgt aber höchstens 50% des zu erwartenden Preises; die Rest- zahlung erfolgt erst nach Verkauf in London (gewöhnlich Auktion) unter Abzug sämtlicher Unkosten. Das gesamte Risiko fälit also der kon- fignierenden deutschen Firma zu. ,

Dieselbe kann deshalb nur dann obne Verlust axbxiten, wenn sie sicb aufs genaueste der Zuverlässigkeit und Zahlungsfabigkeit_des eng- lischen Abnehmers Versichert bat; abgesehen Von Frostscbaden und anderen Widerwärtigke ten.

Der Aufkauf bon Kartoffeln in Deutschland durch_A enten eng- lischer Handelshäuser findet in rößerem Umfange nur 111 * uSnabme- jahren tatt. Der Einkauf ges iebt unmittelbar vom Erbauer geéen Barzahlung; die Ausfuhr erfolgt _also in diesem Falle ausschließ ich auf Rechnung und Gefahr des englischen Kaufmanns. _

Wie schon die oben erwähnten Anfragen zeigen, ist dem englischen Händler in diesem Jabra besonders viel daran gelegen, mit dem deutschen Erbauer in Verbindun zu treten. _

Dem deutschen Landwirt iii indessen beim Geschäftsberkxbr mit ausländischen irmen äußerste Vorsicht zu empfehlen. Aar Kon- signationsßescbä te sollten sich einzelne Landwirte überhaupt nicht ein- lassen, A saßgenossenscbaften nur nach genauester ErkundigunK bei einem vertrauenswürdigen Auskunftsbureau. Kommt aber em auf- abschluß zustande, so solite auch genau dem Muster entsprechende Ware geliefert werden; nur dann kann sich ein gesunder Handel ent- wickeln. Es wird von englischer Seite häufig darüber geklagt, i_md wie ich mich bei Besichtigun der Speicherräumr überzeugt babe, nicht ganz mit Unrecht, daß deutsrße wie auch boliändiscbe Lieferanten öfters unkulant bedienten; sie ließen sich Kaffe zahlen und lieferten dann schlecht sortierte Ware.

Es ist dem englischen Kaufmann nicht u Verdenken, wenn ernacb soicben Erfahrungen mißtrauisch wird und 1ch nur auf Konsianations- eicbäfte einläßt bezw. erst nach Eintreffen der Ware in London

ablung leisten will. _ ernrr muß sick) der Lieferant nach den Ansprüchen des englischen Ma tes richten. Dieser Verlangt vor allem große Kartoffeln, aber obne abnorme Auswüchse; kranke und stark berleßte Kartoffeln sollten überhaupt nicht geliefert werden. _

Das Durchschnittsgewicht der einzelnen Knolle schwankte ber den von mir entnommenen Mustern (englische und deutsche Up to date) zwischen 140 und 160 g. _

Lieferung bon mittelgroßen und kleinen Kartoffeln bringt nur dem Landwirt selbst Schaden, denn der Preis für 50 kg wird dgnn um mindestens 50 „„5 edrückt, der en lische Kaufmann aber laßt, wie ich auf einem Spei er bemerkte, de Kartoffeln, die nicht die richtige Größe besißen, aussortieren und verkauft sie als Saatgut nach den Kolonien.

Die Sorten, die am meisten gehandelt werden, sind: Up to date, Magnum bonum, auch nur Magnum genannt, Prof. Maercker und Imperator. Eine neuere schottische Züchtung_ (Mr. Findlay), Northern Star, wird sebr gerübmt, hat aber noch nicht die genügende Verbreitung auf dem Markte gefunden. Sie soll alie andern in England beliebten Sorten, wie Ebergood, Royal Kidnev, British Queen, Lan wortby (Magnum-Ty us), Snowdrop, White Elephant, Beauty of ebron und Early No 6, an Güte übertreffen.

Die Engländer behaupten, daß die in England gebauten Kartoffeln der gieiäsrn Sorte wesentlich anders U_l_1d natürlich besser seien als die einarfü rien, legen auch höhere Preiie für einheimische Kartoffeln an; sie geben allerdings_zu, daß in diesein Iabre fast nur 2._Qualität davvn zu erhalten ware, konnten Mit auch nur solche zeigen.

Betreffs dercFreisr teilte mir der holländische Kaufmann, welcher das Geschäft dur seinrn Aufkäufer gemacht hatte, mit, daß dieser die Kartoffeln bei kleineren und mittleren BeZißern um Ersnrt und Weimar herum für 2 „54 für 50 kg gekauft_ (itte; dies sei auch der äußerste Preis gewesen, den er für die nur maßig sortierten Kartoffeln ba e anle en können.

Die racht bon Erfurt nach Rotterdam babe ibm rund 14 .,“ für die Tonne gekostet, Von dort bis London 4 36,") dies ergibt 0,90 „zr. für 50 gg. _

Seine Grfamtunkostrn einschließlich Spesen brranscblagr er auf rund 1,50 „44 für 50 1474, da er in Rotterdam die bis dabin lose Ver- ladenen Kartoffeln babe sortieren und riniacken lassen. Es seien dabei etwa 5% kleinere Kartoffeln herausforiicrt.

Bei eincm Uebrrscblag darüber, Was bei der Ausfuhr deutscher Kartoffeln nach England nach Umständen zu Verdienen ist, wird man Von den Preisen des englischen Marktbericbts immerhin 1,50 „44 für 50 kg abziehen müssen, wenn sich die Unkosten auchmancbmal geringer steUen werden. _

Nach dem augenblicklichen Preisstande wird dem deutschen Landwirt srlten mehr als 2 „46: für 50 W bewilligt werden, nur für bestsortierte Kartoffeln könnten 2,50 «14 erzielt werden.

Aucbpwollen ck die Händler zur“ Zeit noch nicht zur Zahlung böberer reise ber eilassen, mit Hinweis auf den _ möglickprrweise _ günstigeren Ausfall der schottischenKartoffelernte. Sie werden es aber wahrscheinlich tun müffen sobald sich dir schottische Ernte mit Sicher- Leit übxrileben läßt und sich die bisherigen Angaben als zu optimistisch eraus e en.

Washington, 5. Januar. (W. T. B.) Nach dem Bericht des Zensusbureaus wird die Anzahl der bis zum 13. Dezember 1903 entkörnten Baumwollballen der leyten Ernte auf 8848747 e_s_chäst gegen 9311835 Ballen im entsprechenden Zeitraum des Vor- ?a res. Rechnet man auf einen quadratiichrn Ballen zwei Rund- ballen, so steÜt sich das Ergebnis auf 8526244 Bauen gegen 8905 503 Ballen im Vorjahre.

') Die bisherige Ausfuhr von deutschen Kartoffeln nach England meist sehr schwankende Ziffern auf: Preis für 1

(15 ““' rd „44

1897: 159 113 923 000 5,80 1898 : 1 023 927 6 656 000 6,50 1899: 361269 1517 000 4,20 1900 : 680 866 2 724 000 4,00 190 |, : 638 910 2 076 000 3,25 1.902: 133 711. 642 000 4,80.

") Die Fracht von Hamburg nach London beträgt rd. 8 .,“ für die Tonne.

Handel und Gewerbe.

(Aus den im ReichSamt des Innern usammengestellten „Nachrichten für Handel und ndustrie'.)

Die österreichische Maschinenindustrie 1903.

Der Jahresbericht des Vereins der Montan-, Eisen: und Ma- schinenindustriellen in Oesterreich enthält über die Lage der öster- reicbiscben Maschinenindustrie im Jahre 1903 folgende Ausführungen:

„Die Lokomotibfabriken waren im abgelaufenen Jabre be- sonders schwach beschäftigt, da die Aufträge der Staatsbahnen um ein Drittel geringer waren als im Vor'ahre und auch die Privatbahnen mit Besteliungen zurückbielten. Die xportlieferungen waren gleichfalis belanglos, da nur eine geringe Anzahl von Lokomotiven, und dies_e noch dazu zu sehr gedrückten Preisen zur Besteliung gelangten. Die Folge dieser traurigen Verbältni 6 waren fortgeseßte Betriebs- einschränkungen, verbunden mit Arbeiterentlaffungen. Diese unver- meidlich grwordrnen Maßnahmen werden, wenn nicht eine bedeutende Besserung in der Lage des genannten Jndrxstriezweiges eintritt, jeden- fal1_s_ in den nächsten Jahren noch in verstarktem Maße Play greifen en.

Die Fabriken bon landwirtschaftlicben Maschinen und Lokomobilen batten tro? der _dem Vorjahre gegenuber etwas weniger ergiebigen Ernte mmerbm einen _fiotten und zufriedxn- stellenden Absatz zu Verzeicbnen. Es herrscht _1edoch noch immer eme große Ueberprodukiion und infolgedeffen ein be tiger Konkurrenzkampf, der die Preise drückt und die Verkaufsverbältniffe verschlechtert. _Das durch die Ueberprodukiion hervorgerufene gesteigerte E portbedurfnis zeigt ("1 in einer namhaften Steigerung der Ausfuhr andwirtscbaft- licher V aicbinen, welche die des Vorjabrs um etwa ein Drittel rzber- ra t. Die schlechten Preise und insbesondere die sich immer starker [bar machende amerikanische Konkurrenz jedoch lassen auch bei dieser Art des Geschäfts keinen Verdienst zu. Amerika ie i_eben alles daran, um sich einen Markt zu erobern, und liefert z. B._ iabmasckyinen zu einem Exportpreise, der _nicht einmal die Materialkosten dieser Maschinen in Oesterreich erreicht. _

Der Absaß von Werkzeugmaschinen, und zwar bon Spezial- maschinen für die Kleineisenfabrikation und Von schweren Hilfs- mascbinen für Werkstatten und Eisenwerke, war ungefähr der leiche wie im Vorjahre, jedoch voiizog sich das Geschäft unter_no& ge- drückteren Preisen. Neue Anlagen wurden nur sehr wenige gebaut und einzelne Maschinen nur dann angeschafft, wenn die zwingende Notwendigkeit hierfür vorhanden war. Viele Werke, die bisher voll beschäftigt gewesen warezi, sahen sich gezwungen, auf Vorrat zu arbeiten oder Betriebseinscbrankungen eintreten zu lassen. _

Ein etwas günstigeres Bild bietet die Textilmaschinen- industrie, die gut, in einigen Spezialartikeln sogar sebr stark be- schäftigt war. Trotz der starken Nacbfra (: des_Jnlandes sowohl als auch des Auslandes littrn jedoch auch ier dre Preise unter dem Drucke der Konkurrenz zumal der deutschen, und standen in keinem Verhältnis zu der Na fraFé _ _ _

Im allgemeinen ' ascbtnenbau berricht_noch nur_ner eme starke Depression. Die Geschäftslage tit schie t, die Auftrage sind mangelbait, die Preise gedrückt. In den meiten Betrieben wurde nicht nur mit einer geringeren Arbeiterzabl, sondern auch mit ver- kürzter Arbeitszeit earbeitet. Die Arbeiten beschränkten sich zumeist auf wenige Vergrößerungen und notwendige Reparaturen alter An- lagen. Besonders unxxünstig ist die Lage der Müllereimascbinen- industrie und der _Fabri en bon Dampfkeffeln aller Art, Vorwarmern, Ueberbiizern, Wa erreinigungsanlagen 20“, in diesen Branchen ist ein steter Rückgang zu Verzeichnen, de_éffen Ursprung zum Teil auch in technischen Gründen, wie einerseits in der gesteigerten Leistungs- fäbigkeit der heutigen MüÜereimascbinen, andererseits in der zu- nehmenden VerWertung bon Wasserkraft, zu suchen ist.

Die Krifis, in der sich die_ Waggonindusirie seit nunmehr zWei Jabren befindet, dauerte nicht nur ungescbwäcbt fort, sondern hat an Umfang sogar bedeutend zugenommen. Die Bestellungen von Personenwagen erreichen nicht den dritten, die Von Güterwagen nicht den siebenten Teil der Gesamtleistungsfäbigkeit der Werke. Auch der Export war sebr gering und blieb auf Italien und den Orient brfcbränkt. Die Waggonfabriken sahen sich unter diesen niedcrdrückendrn Verhältnissen gezwungen, durchweg mit gekürzter Arbeitszeit und auch mit kaum der Hälfte i_brer sonstigen Arbeiterschaft zu arbeiten; sie erhoffen keirre Ve erung ihrer Lage, wenn nicht die Lieferung bon Fabrbetrirbsmrtteln für die neuen Alpenbabnen und andrrwertigr Neuanschaffungen iowobl für Staats- als auch für Pridatbabnen baldigst zurVer ebung gelangeri.

Etwas lebhafter zeigte H1 mfolgk günstigerer Konjunktur in der Petroleumbranche das Ge; ät in isternenwagen, doch wird auch dieser zeitweilig an tretende edarf in Kürze gedeckt sein.“

(Oesterreichiscb-Ungarische Montan- und Metallindustrie-Zeitung.)

Die Einfubr don Parfümerien nacb Rußland.

Die Londoner Wocbrnscbrift „Commercial Intelligence“ ent- nimmt einem französischen Fachblatt die folgenden Ausführungen über den Absaß bon Parfümeriewaren nach Rußland:

Der russische Marit stebt wegen der hohen EingangSzölle nur feineren Parfümerien often. Handlun sreisende_ russischer Nationalität Zend oft als Agenten für ausländis e Fabrikanten tätig. Die in

ußland bestehenden Seifensabriken erzeugen nur biÜige Sorten.

St. Prtersburg. Extrakte kommen gewöhnlich in Estagnons (berzinnten Kupferbebältcrn) an den Markt, nur die feineren Pariser Marken werden in Flacons eingeführt. Ratsam für Exporteure ist Verkauf mit eigenen Etiketten und in eigenen Flaschen.

Moskau. Fast das ganze Geschäft wird Von Vertretern oder Rcisendcn besorgt; Kommisfionäre werden nicht Verwendet. Nur feine Ware ist marktgängig. Die beliebtesten Sorten werden in Flacons Von 28 bis 56 8 verkauft.

Odessa. Der Verkauf erfolgt dnrck) Kommissionäre. Die durch- scbnittlicbe Jahreseinfubr bewertet fich auf 500 000 Frankrn.

Kiew. Dirie Stadt ist der Versorgungsplaß für einen großen Teil der Goudcrnemcns Wolhynien, Podolien, Tichernigow und Poltawg. In den feinsten Laden dieser Stadt werden englische und französi1cbe Parfümerien verkauft. _ _

(&barkow. Der Wert der jährlichen Einfubr bon Parfümerien, ercbe in der Hauptsache aus besseren Marken bestehen, beträgt etwa 400 000 Franken. Den Linkaué Vermitirln Agenten und Reisende. Der Absaß wird durch die bo en Verkaufspreise der Detaiigescbäfte beeinträchtigt. _ _

Rika. Dic bauplsachltch aus hochwertigen französischen Fabri- katcn br trbcnde Einfuhr bewertet fich im Jahresdurcbscbnitt an etwa

57 000 Rubel. _

Warschau. Für diesen Plaß kommen gleichfalls fast nur feine Sorirn in Betracht. Eine Berliner Firma [ät dcr Zdücriparnis halber ibrc Fabrikate in Warschau in Flacons üllen. inige fran- zöfiicbe Firmen mnßten den gleichen Versuch einstelien, da sich Miß- bräuche cinscblicben. _

Barum. Gewöhnlich kaufen die Großhändler Von den Fabri- kanten, mitunter machen Fre auch bei Reisrndcn Besteliungen.

_Poti. Es findet ier ein unbedeutender Handel in feinsten Parfümerien statt. Der _Bedarf des Piaves wird tm allgemeinen aus drn großen russischen Stadtexr gedeckt. Es dürfte schwer ballen, einen Agenten zum Vertreiben dieser Artikel zu finden, da die Nachfrage in diesem Distrikt nur gering ist. Cbemikalien- und Drogenhand- Yngxn verkaufen die besseren, sonstige chinbändler die minderwertigen

or rn.

Finnland importiert sowobl billige als auch feine Parfümerie- Waren. Der Bedarf beschränkt sich vorwiegend auf biÜige Sorten; moderne, nicht zu teure Spezialitätrn finden namentlich zu Weibnacbten und Neujahr Absatz. Die Finnlander gebrauchen weniger Parfüms als die Russen und seben bei ihren Toiletteartikeln mehr auf anit- xeptische Eigrnscbaften (xis auf Woblgerucb. Die inländischen Seifen- abriken erzeugen nur die gewöhnlichen Sorten.

Entscheidung zu dem Preisausschreiben für automatische Waggonkuppelung.

Da auf das Von dem Verein der russischen Eisenbahnen im Jahre 1901 erlassene Preisausscbreiben für die Konstruktion einer selbst- tätigen Waggoniupprlung über 800 Bewerbungen eingelaufen sind, so konnte nicht, Wie ursprünglich erwartet wurde, die Preisenticheidun schon Ende_Oktober1903 erfolgen. Die Prüfung der Projekts soZ vielmebr el_ner besonderen Kommission anvertraut werdrri und dürfte voraussichtlich erst in einem Jahre beendigt sein. Das Ergebnis wird s. Zt. in den Petersburger Zriiungen und acbblättern bekannt ge- macht werden. (Bericht des Kaiserlichen ,rneraikonsulats in St. Petersburg.)

Italienische Ausstellung in London 1904.

Unter Leitung der italienischen .Fandelskammer in London soll in

dieser Stadt in den Monaten Mai is Oktober 1904 eine italienische

Kunst- und Landrsproduktenausstellung abgehalten werden.

_ Bereits im Jahre 1888 wurde in London eine gleichartige Aus-

stellung abgehalten, welcbe gute Erfolge zu verzeichnen batte. (130116121110 1111101316.)

Außenhandel Bulgariens in den ersten drei Vierteln des Jahres 1903.

In den Monaten Januar bis September 1903 belief sich der Wert der Einfuhr nach Bulgarien auf 58127035 kY_Franken grgen 51462856 Franken im gleichen Abschnitt des borberge enden Jahres. Der Wert der Ausfuhr betrug 72 370 999 Franken gegen 70 658 306 Franken in den Monaten Januar bis September 1902.

olgrnde Länder waren hauptsächlich an dieser Handelsbewegung

beteil gt: Einfuhr Ausfuhr 1903 1902 1903 1902 Wert in tausend Franken

15 388 13 248 6 304 5 705 _ 11 484 11 761 13 424 17 054 Belgien . . . . 1 701 1 535 15 146 12 412 Deutschland . . 7961 6327 6891 7829 Griechenland . . . . 250 383 3 524 2 421 Jtaluxn . . . . 4 758 4 018 ,2 047 754 Rumanien 1 569 1 076 1 064 901 Rnßland . 2 526 1 953 226 151 Türkei . . . . . 7 776 7 101 16 436 15 007 Frankreich . . . . 2 563 2 406 5 332 5 995.

Ein- und Ausfuhr der wichtigsten Waren erreichten in den Monaten Januar bis September 1903 (und 1902) die folgenden Wertsiimmen in tausend Franken.

Einfuhr: Raffinierter Zucker in Kisten, Fäffern oder Säcken 1854 (1538) _ Roher Kaffee 717 (719) Prtroleum, Naphtha und andere raffinirrte Mineralöle 1414 (1106) _ Olivrnbi 1367 (1188) --- Rohes Eisen aller Art 782 (724) _ Eisenbahnschienen, Ver- bindunUSstuckr. Schwellen 20 aus Eisen 570 (423) - * Pariser Drabt- stifte Nr. 1 bis 60, _Schusternägel und Nägel mit Vergoldeten Köpfen 539 (486) _ Gesagtrs und sonst zugerichteies Holz, Parkettstäbe,

aßdauben x_c. 788 (608) _ Druck: und Schreibpapier aller Art 589 549) _ Haute von Ochsen, Kühen, Büffrln und Kälbern, rob, ge- salzen getrocknet oder ekalkt 787 (827) _ Soblleder 1284 (1174) _ ollene Stoffe, C ayak und Tuch aller Art 1701 (1492) _ Robe Baumwvllr und Abfälle bon Baumwolle 833 (953) _ Ein- oder _ zweidrabtiges rohes Baumwougarn 3334 (2607) _ Desgl. Ybleicbt oder gefärbt 1251 (1195) _ Dr_ei- oder mebrdräbtiges * aumwollgarn 576 (547 _ Robe, ungefarbte, baumwollene Ge- webc 877 (1034 _ Desgl. ebleichtc oder gefärbte 2525 (2383 _ Jerrre Baumwo stoffe, wir 5 arli, Gaze, Muffelin :e. 633 (681 _ xndzsche Kattunsioffe, Fritbjabrsstdffe n. dergl. 3142 (2851) _ Stricke, Bindfaden und Schnüre aller Art 661 (515) _ Stoffe aus Wolie, vrrmrsrbt mit Seide, Flachs, Barrtnwoile und anderen vege- tabiliscben Spinnsioffen 1046 (934) _ Kleider aller Art 609 (570) _ Steinsalz 529 (595).

Ausfuhr: Stiere, Ochsen, Kühe und Jungbirb 1221 (1492) _ Hammel, Schafe und Lämmer 1613 (1783) _ Kascbkawalkäfe 1409 (897) __ Eier 4756 (5001) _ Harter Weizen 4162 (3169) _ Wetcber Weizen 22 052 (11932) _ Roggen 1475 (1729) _ Hafer 1606 (1195) _ Gerste 2814 (3060) _ Piais 10189 (16 252) _ Bobnen 1402 (310) _ Weizenmehl 2736 (1857) _ Koblsaat 622 (6054) _ Rober Tabak 900 (1278) _ Rosenöl 3304 (1980) _ Robe Schaf- und_Lammielle 1250 (1309) _ Robe Zirgcnfelle 1048 (1061) _ Wollstbffe, sogen. Abas nnd Cbayak und Tuch aller Art 1375 (1289) _ Kokons 2012 (1363). (111101176111er 0011111101'0131 «16 1a 1ZU1J81'16 11.1766 103 [)J-ck75 ézrrangézrg.)

Oesterreich Ungarn . Großbritannien .

Vereinigte Staaten von Amerika und Cuba.

Handelsabkommen zwischen beiden Ländrrn. Das zwischen den Vereinigten Staatrn bon Amerika und (CUba am 11. De- zrmbrr1902 _abgrschloffene Handclsabkommrn, Weiches am 27. De- zember_1903 m Kraft getretrn ist, enthält 11. a. frlgcndes:

Die Boden- und Gewerbcrrzcugniffc der Vcrrinigtcn Staaten bon Amerika und drr c11banischrn.chnbiik, welchc, bisbcr bri drr Einfrtbr nacb Cnba oder in die Vereinigten Staaten bon Amrrika Zolifreil)cit genossen, folien weiter zollfrei bleibrn. Dir zoiipfliciptigcn Bodrn- und ererbrerzeuguiffe bon Cuba gcnießrn bci der Einfuhr in die Vrr- rmigien Staaten don Amrrika rinr Ermäßiguna Von 20 v. H. des [eweriig gültiaen Zoütarifs rrrsribcn, wäbrrnd fiir dir nacbgrnanntcn Vbdrn- und Gewerbeerzcngniffc der Ve'rrinigtcn Staaten 0011 Amrrika bei drrEininbr nxcb CUÖÜ folgenerollcrmäßmungen ringrräumt sind:

Eine Ermäßigung um 25 v. P. für: Maschinrn und Apparate aus Kupfrr oder dessen Legierungen, odrr Maschinen und Apparate, bei denen_ Kupfer oder dessen Lrgirrungen dcm Werte nach den Haupt- bestandteil bilden; Gußeisen, Scbmicdreisen odcr Stabi sowie Waren daraus“ Kristail- imd Glaswaren, Fensterglas aussie- nommen' Scbikfe und Wasserfahrzeuge alicr Art aus Eisen oder Stabi; Whisky und Branntwein aÜer Art; Fische, grsalzen, in Effi eingelegt, geräuchert oder mariniert; Fische odcr Sebrilfiscbr, in O? oder anderweitig in Blecbbücbsrn haltbar gemachi; Töpfrr- oder eren- waren _(Nr. 21 i_md 22 des cubanischcn Tarifs).

_ Eine Ermäßigung um 30 v. H: Butter; Wcizrnmebl: Mais; feines und grobes Maismehl; chemische und pbarmazeutisYe Erzeug- niffe_ sowie einfache Drogrn; Malzqktränke in Flaschen; m t alkohol- balttge Getränke; Apfelwein; Mineralwäffkr; c“arch und Farb- stoffe; Fensterglas; ganz odcr teilweise fertigge teilte Waren aus Hanf, Flachs, Pita, Jute, Aloe, Narnia und anderen flanzenfasern (Gruyve 2, Klasse 7 des cubanischen Tarifs); Musikinstrumente; Scbretb- und Druckpapirr, ausgenommen Zritnnasbapicr; Baum- Wolle und _Waren daraus, außer Strumpfwaren; Mrssrrfcbmirdewarrn _aller Art; Stiefel, Schuhe imd Pantoffel (Nr. 197/193 drs cnbaniscben Tarifs); gold- und filberplaiticrte Warrn; Zcicbnungen, Photo- 11kan1€n,_ Stiche, Lithograpbirn, Cbromoliibogravbien, Ocldrucke usw., Von St_em, Zink, Aluminium oder andrrcn Stoffen abgedruckt, welcbe als Etrketien, Bänder oder Hüllen für Tabak oder zu anderen Zwrcken dienen, sowie alies andere Papier (Jigareltcnpapicr, Land- 1t_nd Seekarten ausgenommen), Pappe und aren daraus (Nr. 157 bis 164 des cubanischen Tarifs); gewöhnliche Seife (Nr. 105 3/5 ebenda); Gewüse, in Essig oder auf andere Weise cingcmacht; Wein iini? Zirl, rnit Ausnahme des unter Nr. 27913. des cubaniscben Tarifs a rn en.

Eine Ermäßigung um 40 v. H. für: Banmwoilrne Strumpf- waren sowie alle vorstehend nicbt genanntrnVaumwollenwarcn; Kase; U"Jem9chte Früchte; Papiermasse; Parfümrrien und Essenzen; Ton- und Topferwaren (Nr. 20 des Tarifs); Porzelian; Seife, andere als JSWöbnliche (Nr. 105 ebenda)" Sonnen- und Regenschirme" Dextrin und Glykose; Taschenuhren; Wylie und Wollenwaren; Seide und

eidenwaren ; Reis ; Hornvieb.,

_ Eine Ermäßigung um 20 v. H. für: alle anderen, vorstehend nicht genannten Waren.

Tabak genießt bei der Einfubr nacb Cuba keinerlei Ermäßigung. _ Die für den gegenseitigen Verkebr ermäßigten Zölle sollen egen- uber der Einfubr_ aus anderen Ländern VorzugszöUe sein, d. 3. sie durfen andrren_Landern nicht gewährt werden.

Für cubantschen Zucker sol] bci der Einfuhr in die Vereinigten Staaten die Zoilermäßigung nicht mehr als 20 v H betragen, wghrend die Einfuhr aus alien anderen Ländern zum vollen tarif- mxßigen Saße erfolgen muß.

Reisebeobacbtungen auf dem Landwege von Ticbungking nacb Tschengtu in China.

Als Fbriseßung des bor einiger Zeit vrröffentlicbien Reiseberichts des Kaiserlichen Konsuls in Jtschang ist ein weiterer Bericbi über die Reise und die Beobachtungen auf dem Landwege zwischen Ticbungkin urid Ticbengiu erschienen. Die Reise bat 1_ch von Tschurzßking aus zuer t nordwarts auf dem rrchtrn Ufer des Ts taking, eines ebenfluffes des Jangtse, boilzogen. Von Paoningfu aus, der nördlichsten größeren Handelsstadt am Tscbtaling, wendet sich die Reiseroute nach Westen und führt über Tungticbuan, eine ibres Seidenbandels wegen bekannte, am rechten Ufer des in den Tscbialing weiter abwärts mündenden Fou gelegene Prafektursiadt, den Fou aufwärts bis Mientsckxou, wo die große _Heeres- und andelsftraße erreicht wird, die von Tichengtu über die Passe des Taba cban und Tsinglingi an nach der Reichshauptstadt Peking führt. Von Mientscbou bis Ts engtu vvllziebt sich die Reise auf der großen Heeresstraße.

Von den am Tschialing berührten Städten haben nur drei eine größrre Bedeutung für den Handel; es sind dies Hotscbou, Sckxuntscbing und Paoning. Hotscbou, die südlichste dieser drei Sradte, liegt an derjenigen Stelie wo der ou in den Tscbialing fließt, der einige Meilen Vorber icbon den schübo aufgenommen bat. Es ist der Mittelpunkt einer Gegend, wo das Zujammentreffen bon Kohle und Eisenerzen eine recht lebbgfte Eiirninduitrie geschaffen bat, die in den bei Hotscbou zusammenftteßenden, schiffbaren Flüssen günstige Absaßwege findet. _ In den saizber und gefällig ein- gerichteten Läden dieser 30 000 Einwohner zahlenden Stadt werden bereits größere Vorräie ausländischer Waren geführt. Die Jahres- einfubr fremder Textilwaren wird auf 100 000 Tasks und diejenige von Baumwollgarn auf 200000 Taeis gescbä t; fie wird durch etwa 30 größere Händler Vermittelt, die ihre Ein (“1qu in Tscbungking besorgen. Die Baumwolistoffe werden am Orte seibst gefärbt, und zwar vorzugsWeise mit einheimischem Indigo, der lrcbtecbter sein soll als Anilinfarben, und nicht gekocht, sondern nur warm gemacht zu werden braucht. Deutsche Anilins'arben werden hier Haupt- lich in der Papierfärberei brnußt. Für Blau, Grün und Schar- la werden nur Anilinfarben verwendet; Blau wird an schwarzem und Grün auf weißem Untergrunde (Tonerde) gefarbt. er rünen

arbe wird erbißtes Fichtenbarz beigemengt. Zur Beize für s warze

arben benutzt man Eisenvitriol. _ Der Export oiscbous umfaßt

ubbäute, Ziegenfelie. Vorstrn und Entenfedern. _ 11 dem Ausfuhr- gescbäft sind acht Händler beteiligt, von denen bier Einkäufer für Fankauer Firmen sind. Auch eine enÉlisckze Schangbarer Firma unter- äit seit kurzem einen chinesischen inkaufer in_ otscbou, der seine Einkäufe in Ticbungking sortieren und verpacken [a t. _

Schuntscbing, die nächste Präfekturitadt am T!cbialing auf- wärts, bat ebenfalls etwa 30000 Einwohner. Zbre wirtschaftliäpe Bedeutung beruht auf der Seidenindustrie ihrer Umgebung. Der Wert ibres Seidrnbandels wird auf 1 Million Taeis im Jahre

escbäßt. Es gibt dort etwa 25 Seidenwebereien mit 165 Web- iiüblen; dazu kommt noch eine ziemlich rd 8 Anzahl einzelner Seidenbandweber. Das Färben mit Aniliniar en gesrbiebt in den Webereien selbst, das Färben mit einheimischem Indigo in be- sonderen Färbereien. Nur die geringrre Qualitat drr Robieide wird am Orte selbst Verbraucbt; die beste Sorte gebt nacb T!cbungking zum Export ins Ausland, die mittlere Sorte na Tschengtu in die dorti?en Webereien. Der Safranbandel Schunts ings ist, ssitdem die bUigrn deutschen Anilinfarben den teueren Safran ais Färbe- mittel Verdrängt baben, fast gcrnz eingegangen. _Aucb WSi“wachs, das früher als Tribut der Präfektur an den kaiserlichen of zu liefrrn war, wird heute nur 00.1; in geringen Mr_n en gewonnen. _ Die Einfuhr ausländischer Waren nach Schunti_ing wird auf etwa 800000 Taels bewertet._ Es sind vier große Piece-goods- Händler mit Agenten in Ticbungkmg am Platze, ayßerdem 20 kleinere

eschäfte, deren Inhaber von Zeit zu Zeit selbst nach T!cburigking reisen, um ihre Einkäufe zu besorgen. Die deutschen Anilinsarben finden in den Seidenwebereien einen guten Absa. Unter den im Stück gehandelten Textiiwaren finden russische TU 6 eine_n jährlichen Absaß Von etwa 20 Kisten. Schwarze Italians geben bewnders gut; es werden daddn etwa 1000 Stüxk jäbriich abgeseßt. _ Zwei englische

irmen haben seit kurzem Einkaufer bon Borsten und Häuten am

1088. Die Borsten Werden am Ort_ieibst sortiert.

Auf dem Wege zwischen Schuniicbtng und Paoning wird im Nanpudisirikt eine nicht unerhebliche Salzproduktion betrieben. Das Salzwaffer wird aus Brunnen geschöpft und gesottcn. Die in den Siedereien Verwendete Koble kommt zum größten Tril aus der (Hrgend nördlich von Paoning.

Paonin , die levis größere Stadt am Tscbialin, bat ctwa 25 000 (Einwo ner. Der sebr im Rückgange befindliche Handel dieser Stadt ist in Gestalt von größeren Lgder) und Seidenweberricn in drr Außenstadt konzentriert. Die geschafiltcbe Lribargic, die scbon in S untcbing auffiel, tritt bier noch mrbr zu Tage. Schon seit vier Ja ren leidet dicse Gegrnd unter schlechten Ernten. Die in drr Paoning-Präfektur gewonnene Seide kommt in vier Sorten auf den Markt. Der Export erstreckt fich vorwic cnd auf 98158 Robseidc, Kokons und Sridenabfälle, wäbrend fertige ewebe jährlich nicht mehr als für 60 000 bis 70 000 Taels ausgriübrt werden. Webereien gibt es etwa 20 in aoning. Außrr Seide kommt für den euro- päischen Markt nur no die Ausfubr von_ S weineborsien, KUb- und

irgenfriien in Betracht. _ An der Emin r ausländischer Warrn nd 15 Piecr-goods-Händlrr beteiligt, die größtenteils in Tichunqking einkaufen. Die Einfuhr bon Baumwoliaarn wird zum Teil mit Seide bezahlt. Deutsche Anilinfarben finden in den zebn Färbereien der Stadt Xitra Absatz. In der Gegend zwiicbcn Paoning am Tschialing und ungtscban am oufiuffe werden Opinm, Salz und besonders Seide gewonnerx. Der ou ist Von den drei Flößen, die fick) beiHotscbou ver- eini en iür die cbiffabrt der bedeuicnd tc. An seinen Ufern ist eine ReiJe blühender Handelsstädte und Marktr gele en, die die am Tscbialing clegenen Städte weit hinter sich laffrn. uf der Strecke zwijcben cbebung und Tschungking besteht dte_ Ladung der Flußfabrzeuge vorwie end aus Salz und Kohlen. Die ausgedebnien Salzqueilen dcs S ebungdisirikts liefern jährlich _eiwa 30000 Tonnen Salz und brrbraucbcn für dessen Gewinnung etwa 50 000 Tonnen Kohlen. Von Tungtscban und Mientscbou am Fou werden Seide, Opium, Tabak_ und Reis verschifft, und Tschungpa schireßlich ist drr Sammel- ort fur die über Sungpan auf Maultieren iiber das Gebirge heran- rbracbten Ausfubrprodukie Tibets (Medizinen, Wollr, Felie, kostbus usw.).

Von den größeren Städten am Fou sind auf der Reise Tung- tscbuan und Mientscbou berührt worden. Tungtscbuans „Haupt- bedeutung liegt in seinem Seidenbaudcl. Wabrrnd der Saison herrscht dortselbst ein sehr eschäfiiges Leben. Um diese Zeit kommen aus Tschungking und selbs aus den Unteren Jangtsebä en zahlreiche Kändler nach Tungii uan, um durcb Vermtttelunq der Makler Rob- cide undz Seidenab älle aufzukau en. Der Wert des gesamten

“Seidenbandels in Tungtichuan wird auf 11Millionen Taxis an-

ne eben. Von der Robseide sollen für je 200000 Taels nacb T cbcngtu und Schanghai exportiert Werdcrr. Ueber den Umfang der Yaurnwoil- und Opiumproduktion liegen keine S äßungen bor. Die jahrlicbe Getreideausfubr (Weizen und Bohnen) 1) ck auf etwa 300 000 Taels belaufen. Auch die Ausfuhr von Kubbauten, Ziegen- fellrn, Borsten, Büffelbörnern usw. is1_so bedeutend, daß einige fremde Firmrn siändi e Einkaufsagcntrn m Tungischuan unterhalten. _ Laden mit europäiijiben Tucben und sonstigen BedarfSartikeln gibt

es n_ur wenige, weil Tungtscbuan in Tschungking einkauft und nur die Bezirke in nächster Nähe Versorgt.

_ Von Tungtsckyuan führt der We n_ach Mienisckyou durch eine weite furchtbare Ebene, in der erzen , Bobxirn und Erbsen grbße Flachen bedecken und zahlreiche Salzsiedereien sich befinden. Die Gegend macht kurz vor Mientscbou den Eindruck eines dicht- brvölkrrten Gebiets und bewahrt diesen Charakter bis nach Tscben tu. Auch Mirntschou hat einen jäbrlichen Seidenbandel Von 1 bis 2 ii- lionen Taels, obwohl es mehr Markt_als roduktionszentrum ist. erenfaiis ist nur der kleinste Teil, der _m S angbai als Mientscbou- seide gehandelt wird, im Mientsckyoudistrikte gezogen. Von der gelben Seide werden 20 0/9 am Orte verbraucht, 10 0/9 geben nach Tschengtu und 70 0/9 rzacb Tschungking und Schanghai. Der Salzbandel wird auf 1_ Million Tasks jahrlich gescbaßt. _ Der Einfubrbandel scheint ziemlrck) lebhaft zu sein; dafür spricht wenigstens die Zabl und Größe der Laden sowie der Umstand, daß unter den etwa 30 000 Einwohnern der _Stadt eine ganze Anzahl bornebmer und reicher Leute sich befindet.

Zwischen Mientscbou und Tschengtu liegen bei einer Entfernung von nur 140 km in Zwischenräumen Von etwa 25 1150 nicht weniger als _vier größere, volkreiche Städte an_ der großen Heeresstraße, namlich Lotschrang mit 30 000, Fryang mtt 15000, Haniscbou mit 60000 und schließlich, nur zwölf englische Meilen bon Tichengtu entfernt, Hfintubsien mit etwa 15 000 Einwohnern. Der Verkehr auf der_ Heeresstraße ist daher ein außerordentlich lebhafter.

_ D12_ vorstehenden Angaben stelien einen kurzen AuSzug aus dem Reiseberichte drs Kaiserlichen Konsuls in Itschang dar. ür Interessenten liegt dieser Bericht während der näcb ten Vier Wochen im Reichsamt des Innern, Berlin, Wilhelmstraße 74, Zimmer 174, zur Einsichtnabme aus.

Zwangsversteigerungen.

Beim K_örriglicben Amtsgericht ] Berlin stand das Grundstuck K0_ntggräßer Str. 32, dem Rentier Julius Gutzeit in Yisdam gebörtg, zur Versteigerung. 5,27 s.. Nußungswert 19 070 .“

rt deni (Gebot yon 346 005 „44 bar blieb Kaulimann Siegmund Hirsch m Charlottenburg, Meineckeftr. 12:1, Meist ietender.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien.

__An der Ruhr sind am 5. d. M. gestellt 18 025, nicht recht- zeitig gesteUt keine Wagen.

_ _ Jn Oberickplesien sind am 4. dM. gestellt 6177, nicht recht- zeitig gestellt keine Wagen.

Winke bezüglich der Versorgung der brasilianischen Staaten Sxxo Paulo _und Goyaz mit landwirtschaftlichen Maschinen, Zeitungspapier und exektrotecbniscben Ania en sind den Aeltesten drr Kaufmannschaft zu Berlin zugegangen. äberes ist im Verkehrsbrzreau dcr Korporation, Neue Friedrichstraße 54 1, zu erfahren.

_ Dre Graz-Kbilacber Eisenbahn vereinabmte im De- zember 1903: 241550 Kronen (Dezember 1902: 293 513 Kronen). _ Laut Meidung des „_W. T. B.“ betrugen die Einnahmen der Oesterretchtsrb-Un ariscben Staatsbahn(österreichisckpesNev) vom_1. bis 31. Dezem er 7 808725 Kronen (442 795 Kronen weniger als 1. V.), der Oesterreichiscben Südbahn Vom 1. bis 31. De- zerxrber_7 934 425 Kronen (241885 Kronen weniger als i. V.). _ Dre Ernnquen der Italienischen Mittelmeerbabn betrugen in der dritten Drzemberdekade im Hauptneß mehr 224 401 Lire, im Erganzungsneß mehr 13 227 Lire, zusammen 237 628 Lire. _ D1e_Betriebsemnabmen der Anatolischen Babnen (Stammlinie, Erganzungsneß und Hamidis-Ada-Bazar) betrugen inSgesamt in der 51. Woche: 131844 r. (weniger 24715 Fr.), inSgesamt seit 1. Ja- nuar: 8215 435 Fr. weniger 2790 287 Fr.).

Cardiff. 5. Januar. (Meldung drs .Reutericbzn BureauS'.) An drr Kobixnbörse _brrrschte beute außerordrntsicbe Nachfrage nach KobieZicherx für Ostasien. Secbs große Schiffe find bereits so_n einer Jirma iür Jar_an gräbartert worden, bier andere wurden gestrrn gechartert; zur Zett Verlangt dir Admiraiität Koblenscbiffe zur Fabri r_1;1_ch Hongkong und andern Kbblrndrpots im Osten. Die Admiraltiat bat weiterbin zwei K'oblenschiffe zu jr 5000 Tonnen für 20 ScbiiltrZZ pro Toriire zu Vrrladungrn tm Januar gechartert. Der Frachtsayyiur_Vrr7chimmgrn nach Japan bat sich gegen die Vorwoche um 7& Srbiiltng rrböbt.

New York, 5. Januar. (W. T. B.) Der Wert der in der vergangenen Woche ansgefübrten Produkte betrug 9460000 Doi]. grgen 7579 000 Doll. in der Vorwoche.

Burnos Airrs, 5. Januar. (Meldung der Agence Havas.) InbfngetdrF bier berricbrnden Auxstandes find die Schiffsberladungen an e eu rn .

Kursbericbte bon den Fondsmärkten.

Hamburg, 5. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) Gold in Barren: das Kilogramm 2788 Br., 2784 (Hd., Silber in Barren: das Kilogramm 78,00 Br., 77,50 Gd.

London. 5. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) 21% Cg. Kmi. 88%. (Februar), Piaßdiskont 31, Silber 2691;- _ BankauSgang 100000 Pfd. Sterk.

Paris, 5. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) 3% Franz. Rente 97,27, Suezkanalaktien 4070.

Madrid, 5. Januar. (213.95. B.) Wechsel auf Paris 36,80 (pridate Notirrnng).

Lissabon, 5. Januar. (W. T. B.) Goldaaio 23.

New Yori, 5. Januar. (Schluß.) (W. T,. B.) Bei eng begrenztrn Umfaßen mo_tcbie fich anfangs eine nach aufwärts gerichtete Tendenz brmerkbar. DirBrrussspekulation betrachtete die ermutigender lautenden Nachrichten aus dem frrnrn Ostry unter einem hoffnungs- vollcren Gefickptspunkte, das Interesse writcrer Kreise blieb jedoch schwach und sebWand ipätrrbin gänzlich trotz weiterer Goldbesieliungen m Höhe Von 1400 000 Doi]. dom Auslande. Einer hierauf ein - tretrnen Erbolun? folgte eine ncnrriiche Ermattung. Den An bicrzu Yb die cbwäcberc Haltung der Chicago, Rock Jslaxid und Pacificö abn. Die Werte der United States Strel Corporation und drr Amalgamated Copper Company wurden birrdurcb in Mitleidrn- schaft gezogen und büßtrn dir vvrber erzielten Gewinne teilweise wieder ein. Gegen Schluß grwann die Mattigkeit an AusdehnunY. Die Börse schloß unentschieden. Aktienumsaß 470 000 Stü . Geld auf 24 Stunden DurchschnittssinSrate 43, do. Zinsrate für letztes Darlehn des Tages 13, Wrcbsel auf London (60 Taye) 481,50, Cable Transfers 485,10, Silber, Commercial Bars 51

Tendenz für Geld: Lcicbt. Rio de Janeiro, 5. Januar. (W. T. B.) Wechsel auf

London 121)» Buenos Aires, 5. Januar. (W. T. B.) Goldagio 127,27.

Kursbcrichte Von den Warenmärkten.

Produkteumarkt. Berlin, den 6. Januar. Die amtlich ermittelten Preise waren (per 1000 irg) in Mark: Weizen, Märkischer 160,50-16300 ab Babn, Normalxewicbt 755 g 168 75 bis 168,50_169 Abnahme im Mai, do. 170,75-17050-171 Äb- nabme im Juli mit 2 .“ Mehr- oder Minderwert. Wenig ver- ändert.

Roggen, märkischer129,00_129,50 ab Babu, Normalaerri t 712 2 137,25-137,50 Abnahme im Mai, do. 139,75_139,50 b 139,75 Abnahme im Juli mit 1,50 .“ Mehr- oder Minderwert.

Wenig Verändert. _ _

Hafer. ommerscber, märkiscber, mecklenburger, preußischer, osener, schlesi Yer friner 136--154. pommersckper marktscber, mecklen- urger, preußi er, posener, schlesischer mittel 129-135. pomme cher,

märkischer, mecklenburger, preußischer posener, schlefischer 2er ger 124-128, Normalgewubt 450 .; 132,25 Abnahme im Juli mt 2 .“.

Mebr- oder Minderwert. Fest.