1904 / 9 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 12 Jan 1904 18:00:01 GMT) scan diff

Ministerium für Handel und (Gewerbe.

Zu Oberlehrern find ernannt zvorden: die Baugewerk- schullehrer Pesckkko in Görlis, Escher in Eckernförde, Möckel und Hu ung in Hildesheim. .

Zu etaismäßigen Baugewer chullehrern smd ernannt worden: die Baugewerkschullehrer eußner in Idstein, Seß in Kattowiß und Griska in Münter i. W.

Topographische Uebersichtskarte des Deutschen Reich! im Maßstabe 1:200000. * (Buntdruck.)

Im Anschluß an die untkrm 6. Juni v. J. angezeigten Blitier sind die nachstebsnden 13 Sagard,

Sekt. 12 Wiek a. R., 30 Stolp, 43 Neubrandenburg, 45 Wollin, 46 Labas, 84 Obiiabrück, 96 Wesel, 105 Glogau,

97 Ykünstet, 110 Arnsberg durch die Kartograpbiicbe Abteilung bkarbeiiet und Veröffentlicht worden.

DLT auptvcrtricb der Karte ist der Verlagsbuckyhandluna Von R. Eisens midi bier, Doroibkenstraße 702, Übertragen worden. Der reis eines Blattes beträgt 1 „M 50 „F.

Die Anweisung für den Dienstgcbrauck) zu dem ermäßthcn Preise Von ] „Fi für "edes Blatt erfolgt durch die Plankammer er König- lichen Landesau nahme bier, UW. 40, Herwartbstraße Nr. 2 und 3. Bkrlin, den 8. Januar 1904. Königlickyc LaUdLsanUaZZx'l?l Kartograpbische Abteilung. ain,

i Oberst und Abteilungßcbef.

Personalveränderungen.

Königliäj Preußische Armee.

Beamte der Militärwerwaltung.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 24. De- zcmber. Reisizwiß, Hsvne, Jutknd. Räte Von den Inten- danturen des 71. bezw. 11. Armeekorps, gegenseitig, Kleffner, Krüger (Fricxdricb), Jntend. Räte bon dkn Jutendanturen des )(Ul. bezw. U]. Armeekorps, ge enieitig, _ bürseßt. Reddemann, Intcnd. Nefsrendar bon dcr Yntcnd. des 11]. Artiieekorps, nnter Ucberivcismi zu der Korpsintcnd. des FUL]. Armeekorps, zum überzäbl'. Z) iilitärintend. Assessor crnannt. Dornheim, Jiiiend. Sekretär Von der Jntend. bes )(]U. ATMCLkOTPS, auf seinen Antrag aus dem aktinn Disnstberbältnis entlassen und zu den oberen Militärbeamten des Beurlaubtenstandes übergetreten.

26. Dezember. Eymann, Fiedler (Paul), Jntend. Sekrciärk Von den Jniendanturen der 31. Div. bezw. des )(7. Armee- korps, gegenseitig, Reßmeycr, Kuvert, Intend. Sekretäre Von den Jnstsnxanturcn der 19. Div. bezw. des )(. Armeekorps, gegenseitig, _ ver cy .

28. Dezember. Engelien, Jutend. Registrator, von der Jutend. des ]. zu der des 7. Armeekorps Versetzt.

Ostafiatischc Besatzungsbrigade. AllerböÖsie Kabinettsordre Vom 17. Dezember 1903.

May, bisher Div. Pfarrcr der 37. Div., mii der Stelle eines (bang. Geistlichen belieben.

Yichtamtliche5. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 12. Januar.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen lich in BWÖWU den Vortrag dcs_Cbcfs dés Militärkabinctts, Gcnkralleuiimnts Graft'n VON HÜlstn-Hacsbler cntgcgcn.

Dcr Kaiscrlicbe Botschafter in Paris, Wirk1iche Geheime Rat Fürst von Radblin Hat L'MM ihmAULrhöchst bewiÜigfcn kurzkn Urlaub angetrctcii. W(ibrcnd dkssen Dauxr werden bis GLWäfiE der Botschaft von dcm Ersten Sekretär, chationSrat Grafen Von der Grocbcn gefiihrt.

LäutMcldung ch„W. T.B.“ ist S. M. S. „Pantber“ am 43. Januar in V0rt:au:Princ€ (Haiti) und am 10. Januar in Viikrtb Plata (Dominika) eingetroffen und geht heute von dort wiedcr nach Port-auWrince in See.

S. M. S. „Falke“ ist am 8. Januar in Jérémic (Haiti) angekommen, an dcmsclbcn Tage von dort wicder ab: gegangen, am 9. Januar in Cayes (Haiti) eingetroffen und am 10. Januar von dort nach Havana in See gegangen.

S. M. S. „Gazclle“ ist am 9. Januar in Mira: gokinc (Haiti) angekommen und am 10. Januar von dort ebenfalls nach Havana weiter gkgangen.

S. M. S. „Vinkta“ ist am 10. Januar in Gonaives (Haiti) cingctroffsn und g(stern von dort nach Havana in See gcgangcn.

SM. S. „Habicht“ ist am 10. Januar in Kapstadt angekommcn, um daselbst bis Mitte Februar zur Ausfiihrung von charaturen zu blkibcn.

Der Dampfcr „Prinz Heinrisb“ ist mit dem TranIport der von den Schiffcn dcr ostasiatischen Station abge- lösten Offiziere und Mannschaften am 8. Januar in Gibrciltar cingktroffen und hat an demselben Tage die Reise nach Soutbampton fortgeseßt.

Der Dampfer „Roon“ ist mit der Vcsaßung fiir das Flußkanoncnboot „Tsingtau“ am 9. Januar in Ant- werpen angekommen und hat gestern die Reise nach Sout- hampton fortgeseßt.

Breslau, 11. Januar. Die „S lesischeZeiiung“me1dct: Seine Majestät der Kaiser und ("mig traf um 1 Uhr 50 Minuten auf dem Bahnhof in Landeshut ein, wo Allerhöchstdcrsclbe von dem Grafen Udo 311 Stolber und den Spißcn der Königlichkn und städtischen Be örden emp angen wurde. Unter Glocken „eläute fuhr Seine Maxstät sodann. nach der Gnadentirckx ur Trauung der Gräfin Armgard zu Stolberg mit dem rafen Platen Ju Hallermund und begab SKF nach einer kurzen Rundfahrt urch die Stadt zum Schlo e Krep elhof, wo Allerbochst-

derselbe am HochzeitSmahl teilnahm. 111 61/2 Uhr erfolgte die

Abreise von Landesbut und um 81/2 Uhr die Ankunft in

Breslau.

Seine Majestät fu r sofort um Diner nach dem fürstbischöflichen Palais. ?

Ein mpfang und nicht- statt.

Bayern. *

Der StaatSministcr Freiherr von Podewils, der zu VLinn des Jahres an nfluenza erkrankt war, hat, wie . T. B.“ meldet, nachdem bereits Besserung eingetreten war, einen Riickfal] erlitten, der ihn seit mehreren Tagen ans Bett fesselt.

Baden.

Der badis (! Landtag ist gestern wieder zusammen- k(Zetreten. Der weiten Kammer ist ein Geseßentwurf, etreffend die Abänderung des Biersteuergeseßes, zu: Ze anch, der, d(xm „W. T. B.“ zufolge, unter anderem bestimmt, a?; zur Bierbereiiung außer Zopfen, Hefe und Wasser nur Malz verwendei werden dürfe. ie Steuer beträgt für je 100 kg unFebrochenen Matzes, die bei einem Brauereigeschäft in einem Ka €nder1aHr steuerbar werden, fiir die 'erste'n 250 (12 8 „46, fiir die folgenden 1250 (12 10 «W, für die folgenden 1500 (12 11 „52, fiir die folgenden 2000 (12 122€ und fiir die folgenden 13 „41/2 Die ltheren Steuersäße sollen mit dem 1. Januar 1905, die Übrigen Bestimmungen des Gescßcntmurfs mit dsm Zeitpunkt dEr Verkündigung des Geseßes M Kraft treten.

Mecklenburg-Schwerin. Seine Königlicbs Foheii der Großhcr og ist, wie: die „Mecklenburqischen Na richten“ melden, in . anncH leicht an Influenza eékrankt.

Oesterreich-Ungarn.

Wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, bLsagt der gestern in Gmunden ausZegebene KrankheiiSbcricht iiber das Be: Lindcn dcr verwitwctkn Königin Marie von Hannover, Allerhöchstdiesklbe (m Liner leichten Lungenentzüiidun erZrankt sei, die aber glücklicherweise einen normalen Verlau?

11? me.

Der Budgetausschuß der österreichischen Dclsgation berbandelte gestern über den Voranschlag des Ministeriums des Aeußsrn. Nacbdsm der Brrichterstaitc'r Marqiiis Bac quebem die Verhandlungen eingelcitet batte, eraTrJiff der Delsgierte Kramarc das Wort und erklärte, die erudige otschaft übex die Erneuerung des Dreibundes babe kaum jemanden besonders aufgeregt, und der Minisier des Auswärtigen babe offenbar die Bedeutung dieses welt- bistoriycben Ereignisses etwas heben und unterstreickyenwbllen. Er (Redner) glaube, daf; die ernsten Gegner des Dreikundes es gar nicht für derMübe wert hieÜc'n, durch scharfe Bekämpfung de'ffen geringe Bedsniimg für die gegenwärtige imd (mä) kiinfiixe Politik des österreichiscbkn Staates zu erhöhen. Ein solcbsr rbetoris er Aufputz in der Rübe dcs Ykinisters des Aeußern verwirre aber einfackye Gemüter dermaßen, daß zum Bei- spiel der preußische Kritiker der österreichischen Manöber ewagt babe, zu Verlangen, daß deutstbe Kaballeriebffiiiere zu den österreicbißckyen .Kavalierie- manöbern zuzuzieben seien, dam1t sie das östliche Gelände besser kennen lernten. Die Herren schienen wirklich die EntWickelun der lcsten Jahre anz und gar berscblafen zu haben. Sonst müßten ? dock) wiffen, daß ?olche Inspizierungen deH österreichischen Heeres wobl früher mb lich gewesen seien, zu der Zeit, in der man mit dem Dreibunde einen waßren Gößendienst getrieben habe; daß _sie jedoch in die heutige Lage nicht bineinpaßten. „Gott sei Dank wir stehen nicht mehr unter dem Imange der Gegnerschaft susi ußkand, und solche Intimitäten mit den preußischen Offizieren mit einer direkten SMF gegen Rußland waren zwar wobl 11a dem Berliner Eschmack, abkr für die österreichische Politik sind sie wvbl für die Zukunft undenkbar. Trotz der traurigen inneren Vsrbältnisse ist die ankwärtige». Stclinng der Monarchie durch die Befreiun; yon der Berlinér Vormundschaft, Welche ja von den Tagen Von St. Peters- burg datiert, viel besser und freier Fworden, und es wird sich wwbl Niemand finden, der es mit diesem taatc ehrlich meint und zugleiib die frühercn Verhältnisse wieer haben wil]. Jeder, der (II mit dem Staate ebrlick) mcint, muß aufrichti wünschen, daß die'. österreichisch- rnsfische Entente die Feuerprobe dcr5 alkanwirren überdauc-rt.“ Jeder, der es mit stU Staate ehrlich meine, müsse ferner wünschen, daß die Entente pofitibe Erfolge für die Erhaltung des Friedcns babe und in der ErfüUung dcr Pflichten der «Humanität gsgenäbcr den (brist- licben Völkkrn in der Türkei zum unberrückbaren Fundament der Orisntpblitik di-r beiden Staaten w-rde. Dcr Redner kritisierte dann abfäÜig das Grikclyenland im (Exposé) unberdicnt gespendete Lob sowie die allzu strenge Spra e gegeniiber Serbien, desen loyale Haltung gegcnüber Mazedonien Anerkennung Verdiene, erklärte sich dagcgkn mit der Haltung dsr Regierung in der serbischen Offizierfrage einbersiandcn. Cr (dener) sei, trotz der Dreibundpolitik, die er mehr als eine diplomatische Archäologie ansehe, im großen und ganzen mit der (mf dsr bsierrcichischchussischxn Entente basierenden aiifzsrxn Politik einberstanden. (Er stimme gegen das Budget [)auvtiäcblicb Wegen der desolaten innerpolitiscben Verhältnisse. Der Del: ierte Graf Schönborn hob den guten Eindruck bervvr, den die kaeizjigung und die Vcrtiefun des guten Einbernebmcns mit Ruß- land gemacht bättenxrkanntedic Bemühungen des Grafen Golucbowski um die gutenBezisbungen mit den “alliierten anderen Mächten dankbar an und wies auf die charakteristisch Annäbkrung der europäischen Staaten bin, die nicht miteinander in einem AUianzberbältniS ständen, namentlick) auf die zwischn England und Frankreich. Er empfahl die ausgiebige Pflege und Vertiefung der österreichisch- ungarischen Beziehungen zu Frankreich, wo die Sympathien für Oesterreich-Ungarn im Parlament neuerlich zum Außdruck gekommen seien, und eine weitere Außgestaltunxy der internationalen Schieds- Yrichte. Der Delegierte Susdersic eiklärte, die Ausübung des ' etbrechts bei der letzten PapstiVabl keineSwegs billigcn zu können, dagegen mit der Haltung der Regierung in der Balkanfrage ein-

vkxsianden zu sein. Er wünsche jeboch ein rascheres und tat- kraftigeres Vorgehen der Ententemacbte, um dkn Ausbruch

bon neuen Unruhen im Frühjahr 31! vcrbindern. Was den ser- bischen KönigSmord betreffe, so dürfe dal serbische Volk ni tfür dic Tat der Mörder bestraft werden. Die serbenfeindlicbc 5 olitik Ocsterreich-Ungarns Habe eine gewiffe Mitschuld an den skrbischen erbxiljniffsn. Die Erneuerung des Dreibundes, der durch die öster- reichi1ch-russische Entente bedeutend an Aktualität eingebüßt habe, habe Lk, Redner, gleichmüti zur Kenntnis genommen. Er lehne das Budgxt ab, bam,)tsächliZ?ck wegen der Ausübung des Vetorechjs. Der D([egierte Sylvester rückte seine Befriedi ung aus über die Er- nencrung des Dreibundes, ebenso über die Ziele der Balkanpolitik. Er hoffe, daß die Bemühungen in dieser Beziehung Von Erfolg gekrönt sein würden, und erklärte so entrüstend auch die alastrevolutton in Bclgrad Lewesen sei, so Hätten die Obrenowitsch ck doch die S m- patbien (,uropas verscherzt gehabt. Der Redner sprach die Ue er- zeugung'aus, daß Weder röm1sche Zeiiimxzsartikel noch östsrreichikcbe Rewlutwnen dem Vetorecht der öftxrreichischen Krone gefährlich ein kbnnten. Bezüglich der italienischen Universitätsfrage erklärte der Redner, die'Opposition der Deutschen richte sich nur gegen ken Plan, italienische Ufnibersitäißkurset in Innsbruck abzuhalten, nicht gegen die Kurse, die auf italienischem Boden gbgebalten würden. Der Delegierte Stransky verlangte, daß die autochthone bulgarische Bevölke- run ge en die moslemitisch-albanefiscben Elemente nicht verkürzt wer e. r protestierte gegen die anaeblic? beabsichtigte Ersetzung des Erzbischofs Kobn durch einen deutschen iachfolger und wandte fich gegen die Haliung der Re ierung in der italienis en Uniberfitätsfrage indem er erklarte, wenn re chsdeutscheProfessoren nSaljburg dozieren

könnten, müßten auch italienischen rofefforen in Innsbruck wissenschaft. liche Vorträge gestattet sem. Die elegierten Gxaf Dzieduszycki und Fürst Schönbur -' artenstein sprachen iere volle Zustimmung in her Politik des M ni ters des Aeußern aus. ngeficbts der schwierigen inneren Verhältnisse sei es ein um soUHrößeres Verdienst des Ministers des Aeußern, die MachtsteÜung der onarckpie naZ außen hin er. ballen zu haben. Beide Redner erblickten in der niente mit Ruß. and die vornehmste Friedensgarantie. Der Delegierte Fürst Schön.

burg-Hartcnstein betonte, die Bündnisfäbigkeit der Monarchie *

h_änge in erster Linie von 'der, Exbaltung der militärischen Kraft ab, die dabxr von ,größter Wichtigkeit sei. Der Delegierte ergelt be. tonte die unbedingte Notwendigkeit des Dreibundes im 5 terreicbischen Interesse und erklärte, die Deutschen bätien die österreichisch-

rusfiscbe Entente von Anbeginn mit der größten Sympathie begrüßt, '

Der Delegiertx Freiherr bon Sedlnißkv Verlangte Aufklärung über die Handelspolitiscben Schriite des Ministeriums des Aeußern. Die Dese ierten Fürst Scböiiburg-Hartenstein und Tollinge: spracZen sich gegen“ Aufhebung des Vetorecbts, der Delegierte Pergelt für die Aufhebung aus. Der Delegierte Graf Schönborn betonte, die Erklärun des (Grafkn Golucbowski, daß durch das Vetorecht die Freiheit der cZchsirvabl nicht beeinträchtigt Werden folie, erfüÜe ihn

mit Beruhigung und er wünsche, daß sich in absehbarer Zeit '

keine (Gelegenheit für deren Ausübun er eben iverde. Die Generaldebatte wurde hierauf geschlossen. er 5 inister des Aeußern Graf G ol u (how I ki erklärte, er könne fich in der (Erwiderung auf die ge- hörten Reden um so kürzer fassen, als in seinem Exposé obnebin alle Punkte bereits erörtert seien. Der Minister wandte sich zunächst gegen die Ausführungen des Del? iertenKramarc und erklärte, das Lob, das er (der Ministxr) dem Dreibun e gczolit babe, sei voÜauf berechtigt ge. wesen. DerDrenbund bilde und werde auch in Zukunft die Grund. la der Politik Oesterreicb-Ungarns bilden, und man dürfe nicht ber. JCÜCU, „daß man, eine Konstellation, die fich so herrlich bewährt (( e wie der Dreibund, nicht gern aufgebe. Wenn der Delegierte Kramarc _in der Anspielung der „Neuen Freien Presse“, daß es zweck- mäßig sein _würde“ „eine größere Anzahl deutscher Offiziere bei den Manöbern in Galizien „zuzuzieben, die Absicht einer Bebormundung seitens des Deutschen Reichs erblicken zu sollen [aube, so sei dies eine zu gewagte Uiid durcb nichts begründete nterpretaiion. Was die Von dem Delegierten Kramarc gegen die Durchführung des Rcformprogramms erhobenen Bedenksn und die An. fecbtung der These, d(i sich die Türkei ändern müffe, be. treffe, so könne der inifter darauf Verweisen, das; früher Programme aufgestelLt, Konferenzen einberufen und Vorjcbläge ge- macht worden seikn, an die ich bis Türkei nicht gekebrt habe, und daß auch tatsächlich nichts'geschc en sei. Da aber die (Entcntemächte ("(n, Yseben hätten, daß die Türkei, vieUeicht nicht immer durch ihre eigene

(?jlld, fich zur Durchführung der Von den Mächten in dem früheren Re ormprogramm aufgestellten orderungen unfähig ezeigt babe, hätten fie fich entschlossen, sel st Maßregeln zu trechn und eine aktivere KontroÜe eintreten zu lassen. Fiir die Durchführung Visser Kontrollmaßrcgcln sei ein Termin Von zwei Jahren in Ausfichi genommen, damit es nicht den Anschein babe, als ob man Maze- donien mit Beschlag belesen Wolle. Diese Zeit werd€ auSrLicth, daß fich die neuen Verhaltnisse einleben können. Außerdem s€i(n Verschiedene Maßregeln in Aussicht genommen worden, die zur Vise- rung der Verbätniffe bcitragcn würden, so die Reorganisation der Gendarmerie, die eine viel größere Tragiveite babe, als man sich ge- wöhnlich vorstelle. Der Minister erinnkrtc an die Erfolge, die die Gendarmerie auf der Insel Kreta zutage gefördert babe, was zunächst das Verdiknst der Italiener geWLsen sei. Desbaib babe „maxi aucb einén italienischen GLULkal mit der Reorganisation dxr turkiscben Gendarmerie betraut. Diesem (General sollten Dile- gierte der Verschiedenen Staaten beige eben Werden. Ferner sollien nacb FeststeÜung des Statuts die ele'gierien auf die cinjxlnen Sandschaks verteiltwcrden. Dieser (Gendarmerie werde zugleich die Ueber- wachuy der türkischen Behörden und die VerWaltung sowie der Schuss der Zrtstlt en Bevölkerung gegen Ausschreitungen obliegen. Gegenüber der

emerkung des DeleÖierten Kramarc bezüglick) des Lobes Griechen- laiids erinnerte der kinister damn, daß er in früheren Jahren wiederbblt das Verhalten Grie'Yenlands sehr scharf beurteilt babe daß, es ibm aber nun, da ein Po (tiber Bcivcis dafür Vorliege, daß fick; Grtcxkpenlaiid dem Reformprogramm aiiiescbloffkn babe, nur gerecht erschienen sei disse Aenderung bkrbbrzii eben. Bezüglich Bulgariens

führte _der Minister aus, man müßc obne weitercs anerkennai), das; frubcr. die Bulgaren am schärfsten groen Reformen ani- getrcicn seien. Man müssc (1er auch anerkennen, das; bis

jeyiJe biilgaiisckye Regisrung fich Mühe gebe, einen korrekten Stand- pun t eiiizunebmesn. Was das Belgrader Vsrbrecben angsbe, so srim (x_lle Dele ierten ja in dcr (Entrüstung iibcr dicsés (Ereignis einig. „(Zs iii unser ?Pxinzip“, sagte der Minister, „in die inneren Verbältnime dxr Balkaniiaatcn uns nicht einzumengen. UnFr Verhalten wäbrcnd dieser [cytkn Vorgänge ist Lwisz der beste eweis hierfür. Nach der _Verubung des Vcrbrecße'ns War das Eintreten anaräéiscbcr Zustande .zu befürchten. Als die Skiipschtinw dcn Cbc dcr zweiten Dynastie Serbiens auf dkn Tbron be'kiEf, batten wir debelb alicn „Grund, uns damit einbkrsianden zu erklären. Jmmcxbin unterlreßen wir aber nicbt, dem neuen König cini'n zarten Wink in der Richtung zu erteilen, daß man hoffen müsse, es ivcrdc ibm gelingen, 'in absehbarer Zkit die Ordnung iviederberzusteMn.“ In, dieser Beziehung erinnerte der Minister an das Telegramm des Kaisers Franz Joiepk) an den König Peter und die ähnliche Aenßerung des Kaisers bonRußland. „Wir, babsn aber die Erfabrimg gxmacht',_fiibr der Ministerfort, „daf; der König eier dicse Mabnmig nicbt genuZend beberzigte und sich mit Persönli keiten umgab, Mik denen inxcrkebr zu trc'ien, unseri'm Vertreter kaum zugi'mutkt iri'rdin konyte. „Im iibrigen liegt kein Grund vor, uns Scrbien aegcnübir anttpatbifch zu zeigen. Wir wünschen mit diesem Staate die beßen Beziehunßen zu unterhalten.“ Die WM Delegiertln Stransfv geayßbrten Bsfürckptungen, sagte der Minister rvciiLr, daß durch die nationale Abgrenzun der Sandscbaks der drei Wilajcts eine List- gewaltigun der Nationalitäten berbeigefübrt Warden könne, seien unbe- gxündet. isse Bestrebungen bsrfolgtcn im Gegenteii dcn Zwsck, eine solche Vergewaltigung zu Verbindern. Die Abgrenzimg der Verwaltungsbezirke erfolge dcrart, daß in stem Saiidscbak jene Nationalität, die zumindest 80 0/0 der Lebölkerung (1119- mache, die Hauptrolie spielen solle. Er hoffe, daß es is Lelinqen Werde, in (11an Bezirken die Vorausseßung für (in

riedlicbes Zusammenleben der Verschiedenen Nationen zu schaffen. '

Nack) Ablauf Von zwei Jahren sollten fick) die Kontrollorgane zuxiick- ziehen, während natürlich eine allgemeine Aufsicht bestcbcn blcibcn 011€. Bezüglich des Finanzdienstes sowie der Heimbefördkrung dkk litchtlizige, deren Zahl Vielfach übertriebsn worden sei, die sich aber immerhin auf 15 000 bis 18000 belaufen dürfe, werde die Kontrolle auch Weiterhin ausgeübt warden. Die Türkei werde angehalten Werden, die Lsute zu unterstüßkn. Hierzu kämen die mildéti Gaben, die konzentriert und den Repatriierunaskommissionen übcrglbcn Werden sollten., Au die Anfrage des Delegierten Stransxv, warum das WWW drianopel nicht in das Reformprogramm cm- bezogen sei, erwiderte der Minister, ui irox) 6111011155» „11181 ('am-„(sind“. Zur Zeit, wo die ReformaktionTxeqonnen ivorden, sci dté'iks Wilajet noch ni, t der Schauplay von Agitationen gewesen. Was dileage bezüglt des Erzbischofs Kohn anbelange, _so babe_ dcr Minister selbst erst_ aus der Zeitung von den Kombinattozicn Kenntnis erhalten, die in dieser * sziebung aufgestellt worden si'ién- Jedenfalls werde es nicht Sache des Ministcrs des Aeußcrn- sondern der österreichischen Regierung sein, mit der Kurie über diesen Gegenstand in Verbandlun en zu treten; das Ministerium des Aeyßern fungisre nur als ermittelnngßorgan. Ebenso sei die Aus- ivetsung des Profe ots Gubernatis aus Innsbruck eine AMTWM' beit, die zunächst d e österreichische Re kerung angebe. Der inisikk Yam sodann auf die Vetofrage zu cépre en und bemerkte, er sei skbk uberrascht zu hören, das; dur die AusübunK des Vetorechts bei der jüngsten [Papstwahl die (Gefühle der atboliken lcbbaft beunruhikt worden eien. Er könne nicht begreifen, wie dies 11“ den Aus ubrungeu seines Exposés behauptet werden könne. Er habe

„uber die Aiissicbicn

Ich über die Frage eingehend auSgesproeben, um den Irrtümern, je in den Zeituxigen und m gewissen katholischen Versgmmlungexi zu- ta e getreten seien, den Boden zu entziehen. (Fr muffe bezweifeln, da?; die Behauptungen der Ausdruck der Gefuble der katholischen Bevölkerung gewesen seien. Er glaube Anspruch darauf erbeben zu können, ein guter Katholik zu Hein und, in dieser Hinsicht niemandem naézusteben; er wolle da ei garnicht auf noch maßgebenden Fa toren hinweisen. Der Minister verwies fodann_ darauf, daß in früheren Zeiten tatsächlich eine Beeinflussung der freien 5 apsiwabl stattgeßunden habe, daß die gegenwärtige Ausübung des etorecbtes

(1 er [edi [ich an einen Wunsch beschränken könne, den dqs Kardinalskoueg um berücksichtigen könne oder nicht, und da die Regierung kein Mittel babe, um ihren Wunsch durchzuseßen. , enn aber wirklich die Exklusiver nicht bestäube, könnte es doch nicht ver- hindert werden, daß ein nationaler KardinZl - demi im „KonkchVe säßen nicht bw Kurienkardinäle - erklare, es scheme ibm eme Kandidatur ni t ivünschenkivert, sie entspreche den Interessen der katholischen Kirche nicht, und es könne Von einer sblche'n Erklärung Akt genommen Werden. Das könne man denn doch kxirie BeeinHiuffung nennen. Von verschi€denen Delegierten sei dem thstlr na egelegt worden, Einzelheitsn über die Ausübun des Vetorechts, iind die Gründe bekanntzugeben, Warum dies gefcßeben sei. Er sei m'deffen nicbt in der Lage, diesem Wunsche zu entsprechen. Der Minister sch sich des Weiteren der Ansicht des DeleJierten Sylbefter an, bak; es im Interesse aller Tei[e elegen sei, dese Angelegenheit nicbt Weiter zu erörtern. Was das rsuchen des Delxgierten Grafen Zedtwiß um Aufs luß über den Stand der bandelSPOlttischen Angelegenheiten betreffe, () erkläre er, daß der Abschluß der HßndelSVerträ e und selbst die Einleitung dazu Von gewi en Vorbedingunßen a bäpge, namentiich Von der Votierun des uSgleicbs und des ZoUtarifes, die beide 'die parlamentaris en Verhandlungen noch nicht durch- emacht hätten. Es könne daher Vorläufi nichts escbeben. Das rovisorium, das Vor kurzem mit Itaien ab es [offen worde]: ei, sei erst nach Erstattung des Exposé-s zuiande gekommen.

Gegenüber dsm Hinweis auf eine Aeußerung bon ihm in einer früheren

Dele ationssession bezüglich des Zu ammensYluffes der eurobäisäyen tc gegenüber der außereuropäischen onkurrenz giaubtx der Minister geltend machen zu können, das; die geaenwärttßxn inner- politischen Zustände der Monarchie auf wirtschaftlichem Ge iet 'kaum dazu geeignet seien, um auf diesen Gegenstand zurückzukommen. Hikrauf wurde die Verhandlung abgebrochen und die weitere Beraiiing auf heute bertagt. '

In der gestrigen Sißung des ungarischen Unt'erbausqs fragt? der Abg. Graf Apvonvi an, ob es richtig sei, das; die Geltendmachung der ungarischen S rache im Militaritrafprbzkffe die Ursache sei, daß die bereits von rüberen Regierungen Vorberkiiete Reform des Militärstrafprozeffes ins Stocken geraten sei, da, von östkrreichiscbcr Séite Schwierigkeiisn gemacht würden. Dkr_Minister- Präfidknt Graf TiSza antwortste er babx: die Arblitxn fiir die RS_form bei Uebsrnabme der (Geschäfte nacb der juristisch-fachmanniicbefnSute in eincm borgkschrittenen Stadium borgefunden; für die prinzipielle Axi- wendung der ungariscbcn Sprache im Verfahren fehle es aber völlig an Vorarbeiten. ES würden in dieser Beziehung derzeit im Scboße der ungarischen Re ierung noch Beratungen gepflogcn. Vbiscbläge seien der österreickyisLcn chikrimg noch nicht gemacht worden; es könnten Von ihr also keine Schwierigkeiten crboben worden skin. Graf Abbonyi erklärte sick) von der Antwort befrikdigt; das Haus nahm die Antwort zur Kcnntnis.

Großbritannien und Irland.

Ein estcrn in London ausgkgcbencs Blaubuck) enthält, wie „W. Z. B.“ meldet, die diplomatischen Schriftstücke iiber die Vor ("inge im südöstlichen Europa während der Zeit zwichen März und September 1903. Das [este bekaiintgegebenc, am 1.0. September _ 1903 in London eingegangene Telegramm des en lischen Bot: Yafiers in St. Petersburg besagt, er ha 6 am „selben

age den Minister des Auswärtigen Grafen Lamsdorsf ge- sprochen und von ihm Erfahren, daß seitens Rußlands und Ocstc'rreicb-Un artis (ins Mitteilung (in Bulgarien vorbc'rcitct wcrds. Von iescr Mitteilnng soUten die Vortrctcr dcr bcidsn Großmächte in Sofia ibrbn Koilegcn Kenntnis gcben_ mit'dem Ersuchen, sie in dcr Wkise zu unterstiißcn, daß sie bei der bulgarischen chicrung eine Sprache fiihrten, dic daktUL, daß die Haltung ilircr Regicriingcn bezüglich des Rbformprogmmms sich nicht geändert habe, daß sie einig seien in' dxsseii Untcr- stützung, und daß eine andere Lösung de Schivicrigkeiton von ihnen cim“ Ermuti ung nicht erhalten Würde.

Zn Manchcétcr hielt der Premierminister Balfour estern abend eine Rede, in der er ausführte, er ivoUc nichts des Frichns oder dss Krieges im fernen Osten äUßcrn. Niemand könne die Möniichki'it eines Krieges zwischen mei großen zivilisierten MäcHtcii 001106111 Gefuhl dcr chrii tbi'it und dcr Niedergcfchlagenlicit, das ](der Fricdcnsfrc'und empfinden müsse, betrachten. Er „hoffe, (*I werde nicht nötig skin zu versichern, daß England iii vollcm Maße gegenüber allen seinen Vexbündctcn alle seine Vcr- pflichtungcn (*rfüUcn werde, die sick) Nils den Verträ ('n er: (ibcn. Er wiirde der Sache des Friedens, se i_c "o_lfbur Jinzu, keinen großcn Dienst erweisen, wenn er 16 rii1s1sch- japanischen Streitigkeiton öffentlich crörtere.

Frankreich.

Der Prinz Louis Bonaparte ist, dem „.W T. B.“ Fusolqc, gestcrn in Paris eingetrYfen imd (im Bahnhof von cn ( iihrern dcr bonapartistischcn artet empfangen worden. Es waren umfangreiche Maßrcgcln zur Aufrechterhaltimg der Ordnung getroffcn. . ,

Bei einem Bankott des republikanischen Handels- und Jndustriekomitces icli. gestern abcniz der Handels: mmistcr Trouillot cine R? c, in de:; cr ausfuhrtc: '

Die Républik sichere dcn Handeltreibenden („nid Industriellen, dic Vermöge ihrer Organisation die Republik vexteidtgt urid ibr e- dient bätten, als Gegenleistung Ordnung und, Frtedxn zu, dux gcwä (- leistet seien durch die mächtige Armee uiid die bewabrie' AiZianz, wie durch das beständige Bestreben Frankreichs, alle Zwistigkeitxii unter den Völkern auf friedlichem Wege zu schlichten. Die? Republik jichi're ferner den Schu der Wirtschaftlicher!Interessen 'zu, indem sie bie'Er- neuerung Vorteißafter ?andelöbertraxib vorbcrbite. Der Minister- Präsident Com es rte aus: Die Wiedermznähexung zwischen den Handeltreibenden und dsn IndusxrieUen einerseits und der

olitischen Welt andererseits babe „glucklicbe Ergebnisse g_ezeitigt. rotz al1er Angriffe einer Opposition „, die einen Wait zex- splitterter Parteien bilde, die angebliche Gefahren fiir die Büsiyer französischer Rente wittere, sodaß französischen Wertezi zum Vorteil ausländischer Papiere geschadet werde sei der Kredit Frankreichs niemals stärker gewesEn. Der Ministerpra dknt erwähnte die Angriffe der Op ofitwn aiif die Stcxatskaffen un die Sparkassen, le te dar, daß sie Linfäux seien, und fuhrte das Ansehen und die Festig eit des französischen redits auf das republikanische Svsiem zuruck das die Ruhe im Innexn uni; den, Frieden nach außen bn eschaffen babe. TMM“. s Friebensliebe babe fich durch den Aßscbluß zweier S' iedsgcri tSVertrage und den mehreren Herrschern bereiteten sympathiscbey Empfang bekundet. Alle Gedanken und alle Träume rankreichs seien „trotz der Nationalisten anf den Frieden gerichtet. ur die Nationalisten wollten ihn nicht, fie den Bestand der Republik erscbütiern “wollten. Der xvabre Feind der Republik sei aber größer. Das seieii nicht der Nationaltßmus und auch nicht die alten monarchischen Paxteien; sondexn die klerikale Reaktion, die sie alle sich unterordne. Sie sei allerdings gescheitert,

dank der Mebrbeit im Parlament. Der Minister legte dgnn das Programm für die Arbeiten der nächsten Sesfiozi'dar, WOM, er des näheren auf die Einführung der zweijährigen Militärischen Dienstzeii, die Aufhebung des Unterricht:; durch die Kongregationen und die Beziehungen von Kirche und Staat einging. Um aber alle diese schweren Aufgaben zu verwirklichen, sei das Zusammenhalten der vier (Gruppen der Linken durchaus ebenso notwendig wie der Zusammen- schluß der Handeltreibenden und Jndustrieüen gegenüber der kleri- kalen, monarchischen und nationalistischen Koalition und eine wesent- liehe Bedingung für die Durchführung der demokratiscben Reformen und des republikanischen Fortschritts.

Wie verlautet, wird der Kommandeur der berittenen republikanischen Garde von Paris, Oberst Verand, von dsr fran öfischen quierung im Einvernehmen mit den beteiligten ten nach Mazedonien entsendct_1verden, um bei der Reorganisation des dortigen Gendaxrzieriekorps mitzuwirkexi.

Gegen den pensionierten DimstonSgen-Zral Cornulier, der *sich in einem Schreibkn an den KriengministLr dariiber beschwert Hatte, daß er entgegen dem bisherigen Brach) nicht zum Korpskommandanten ernannt worden sei, wurde gestern vor einem DTSziplinargericht verhandelt. Dcr'Gencral war nicht erschicnen. Der Gerichtshof entscbikd mit 3 gegen 2 Stimmen, das; die Pcnsionicrung des Gensrals in schlichten Abschied umzuwandeln sei. -

Dcr Dcputiertc Reinach [('gte (('stern dcm Ausstbnß dkl' Liga der Menschbnrcchtc ein(- NcFoluiion vor, in dcr unter Hinweis auf den Fall Dclsor bLatitragt wird, die Regierung zu ersuchen sie möge das AusweisUUJSrecht abschaffen oder diese UuMathmaßrcgel zum mindesten mit ncucn Bürg: schaften umgcbcn.

Italien.

Gestern nachmittag but in Rom die erste Konfsrenz der deutschen und italienischen Delegierten für die Handelsvertra svcrhandlungen statt cfundcn, dcr, wie „W. T. B.“ erfäirt, der Minister des Leußern Tittoni, der Finanzminister Luzzatti, der Minister für Ackkrbau, Handel und Industrie Rava und d(ér deutsche Botschafter (Graf von Monts bciwobntcn. Der „“Tribiina“ zufolge wurde die Sitzung mit einer Rede des Ministsrs Tittoni eröffnet, worin dikscr dic .Hoffming aussprach, daß die bCsÉLHLUdTn (ius- qczeickmeten politischen Bezishimgcn wiicbkn Dsniscksand und Italikn diirch fr11chtbare wirtschaftliZc Bcziebiingen 110ch bc- fcstigt werden möchten. _ __

Zn Syrakus sind gestern zwei rus1ischc Torpedoboote eingi'iroffen.

Niederlande.

Der Prinz „Heinrich der Niederlaiide wird sich, wie „W. T. B.“ meldci, am Mittwoch nach Bérlin bkgkben, um (in dem Kapitel der Ritter vom Schwarzen Adler-Ordcn teilzrmebmsn.

Dkk Spruch des Schied6gcrichis in dcr Vcnczuc'la- angeleg cnbsii wirdvoraussicbtlicham20. odkr27, Febriiar VJ. verkündet werdcn.

Türkei.

Die „Neue Freie Press?“ msldct (ms Sorajcmb, Privai- nacbricbtcn ziifolqc hätten 4000 Miriditi' 11 018 Straße von Prizrcnd na Skutari abgesperrt. Sie wolltsn dcr Neformgendarmeric Widerstand leisten.

Serbien.

In einem vorgestern unter dem Vorsi des Königs ab: qclialtcncn Ministerrat wurdc, wic „, .T B.“ erfährt, bcschloffcn, dcn iiblichcn Nc'iijabrscmpfcmg bci Hofe diesmal (iiisfallcn zu lasscn, Morgcn wird sick) dsr König mit d(n Ministern nach Topola ds_(icbcn, wo der Stilbcsicrabend v:.“r: bracht und div Hundckljäbkfé'ick des ersten scrbischanufstanch bcqangcn werdeiiwird. Am Donnerstag, dcmNcujahrSUiorgcn, erfolgt dic Nückkobr n(nb Belgrad.

Der französische? (Vcsandtscl)afissckrkiär Martin ist in Belgrad ('ingetrbffi'n. Dcr rumänische (Hcsaiidte bcgibt sick) bciite nach Bukarest.

Bulgarien.

Aus Sofia bcricbtct dio „Agoncc télägrapbiquy bulgark“: Nack) Mcldungcn (ius Athen soUtcn drci bulgarische Offiziere ein Bild des Kronpriiizcn von (Yriccbcn: land zerfoßt bach. Ticskr Nachricht liege mir dic Tatsacbi' zn (Grunde, daß in Biirgas cin bulgarischer Offizier zufällig die Glasscheibe eincs Bilder;“: des Kronprinzen zertrümmcrt babe.

Amerika.

Der Staatssekrktär Har) hat am Sonnabend die: zmciic Note des columbifthcn „Kommissars Rciiss bcczntmortct. Diese Note ciitbiklt im Gcgensaf zu der (ryten cine ('inchcndc Aufstellung 0011 Bc ck)1VEkde mit Angabe sprzicUSr Punkte. Zn scim'r Antwort lehnt Ls dcr Staats: sekretär Hat), dcm „W. T. B.“ zufolge, wiedcr ab, die Yanamastuge von neuem 5.11 eröffnen, und rcchifcrtigt die

riindsäßc 0er Vcrcinigtcn OMÜWU bei ihrem Vorgehen.. wie sie in dcr Sonderboischaft des Präsidenten Roosevelt definiert skicn, die er am 4. Jamiar (111 den Kongkcß gkkichwt l)abc.- Reyes wird Ende dicser Woche nach Columbicn zuriick: kehren; er hat gestern micdcrum einc crgebmislosc Bcsprcchimg Mit dem Staatssekretär Hat) gkbabt.

Diircb eincn nciicn Notenmochskl zwischen dem franzö- sischcn Gesandten Dccrais und dem brasiliatiisckicn I)iinistcr des Auswärtigen Rio Branco ist, nach cincr Mkldung dsr „Agcnce Hanns“, cin 1710(i[1§ ?ji'éxniij in dcn H(indclo: bezichngen zwischc'n Fi'ankrcici) und Brasilien wicdcrhcrgcstcllk morden. Frankreich bewilligt eine Kündigungsfrist fiir _das gegenwärtig bestkbende Abkbmnxcn von einem Jahre anstatt eines halben Jahres. Dcr jüngste Zwischenfal] ist hierdurch in freundschaftlichcr Weise cricdigt. _ _

Das neue chileniscbc „Kabinett „fest sick), Wie das „Rcutersche Bureau“ meldet, folgendermaßcn zusammen: Minister des Innern anacl Erra uriz Urmcncta, Minister des Auswärtigen Raimundo wilva Cruz, Justiz- ministor Efrain VaEqncz (51 uarda, Finanzministcr Ramon Sankiiccs, Kriegsminibcr Anibal Cruz, Minister für Industrie Und öffentliche Arbeiten Manuel Espinoza Jara,

Asien.

Die „Neue Hamburgisck)? Börsenhallk“ vcröFcntlicht ein Telegramm, das ihr mis maßgebenden aitsländis )cn Handcls- kreisen Yokobamas zugcgangcn sci, dss Inhalts, daß man dort cht einen Krieg zwischen Rußland und Japan fiir unwahrschein1ich lxaitc.

Der japanische Gesandte in Söul bat, wie die „Agence Havas“ berichtet, „wiederholt Schritte g(tan, um den Kaiser von Korea zur Anerkennung des Protektorats

Japans zu veranlassen. „Seine Bemühungen sind bis jet ohne Erfolg geblieben., Die koreanische Regierung erklärt, ie Halte sn"? an die Bestimmungen des russisch:japanischen Ver- trages Ü er Korea.

Nach einer MeldurZiZz des „Reuterschen Bureaus“ ist dem Staatsdepartement in asbington die Nachricht zugegangen, daß die Russen ihre S u?umche in Söul täalick) ver: stärkten; auch Frankreich a e Vorkehrungen getroffen, dort eine Schnßwache zu errichten.

JU Tokio fand gestern nachmittag eine Besprechung der „alten StaatSmänncr“ mit den Ministern des Aeußern, der Marine, der Finanzen und mit den Oberkommandierenden des Heeres und der Marine statt. Der Ministcrpräsident war durch Krankheit am Er- schLinen verhindert. Zu hcute wurden die alten StaatSmänner und die Minister in das Schloß berufen.

Dic „Times“ erfährt aus Peking, daß der ck)inesische Gesandte in Tokio gestern dem Prinzen_Tsck)ing telsgraphiert habe, er teile auf Wunsch des japanischen Ministeriums dss Aeußern mit, daß die zwcite Antwort Niißlaiids ÜUf die Bors läge Japans eingegangsn, ]edoch Uiigiinstig sei und von avan nicht angenommen wsrden könne. Wenn Rußland nicbt nachgebc, werde sick) Japan qezwnngkn sehcn, ssbfbrt dis Waffen zu Ergreifen. Japan er- uche (Tbimi, dic trikteste Neutralität zu bewabrkii, die im Innern dcs Landes ansässigen Fremdbn zu schiiizen und die Ordnung bcsondcrs in Schantimg und ünnan aufrecht: ziierbaltcn, damit Fremde Mächte nicht den 5 orwand der Un: ordnung crgrcifcn önnten, um dort aggressiv vorzugehen.

Afrika.

Amtlich wird uns Aden über ('in Gefecht dcr Eng- ländci' mit dLm Mullal) emeldct, 001“ General Egerton Habe gestern mit 2200 Mann englischen und 1000 Mann eingeborenkn TkUPPM 5000 Derwischc bei Dschidballi angegriffen, di“ anscbcincnd dic Hauptmacht des MuÜaHs gebildet bätisn. Dcr Feind sei zum Angriff vorgegangen, Habe aber die Flucht crgriffsn, als er in der cFlcinikb und in der Front besch0ffcn worden sei. Die engliscbe Kavallerie habe den Fcinb 10 Meilc'n mcit verfolgt. Die Vcrlmic des letzteren wiirdsn auf 1000 Mann geschätzt. Zahlreiche Gefungeiie und 400 Gcivcbre scien dcn Englischen Truppen in die Hände ge:: faUcn. Tic cnx'ilisciwii Verluste betrügen 41 Mann, daranter 2 Offizi-crc tot, 9 Offizicre verwundst und einer vermißt.

Parlamentarische Nachrichten.

In der bcutigLn (9) Sitzung des Rcichtaqes, wclchkr dcr Staatssekretär dcs Innern, StaqiSyiinister Dr. Graf von Posadowsky:Webiicr, dcr Miniite'r fiir .Handsl und Gewerbe Müller und der Staaisssfrstär des Rcichsschaßamis Tr. Freiherr von Stcngc! beiwobntcii, er- iiffnctc der Präsidsnt (Graf von Ballcytrem die Sißung mit Filgenden Worten:

cl) eröffne die Sixim und rufe allen bekehrtcn Herrsn KoUegen ein recht berzliibcs Promi * ('ujabr zii. . _ '

Nack) Erledigung eincr großbn Reck)? von ge1chastlichen Miiteilungcn tritt das Haus in die Taquordnung (*in und nimmt zunächst die Wahl des Präsidßnten und der Vizepräsidsntcn für die' Dauer déi“ “Session vor.

Abg bon Normann (d. kbns.) zur Geschäfi§crdnungx Meine H(rren, ich beantragk, dic Wahl dUrch Akklamatibn 311 er- lédigkn und, falls das Haus disicr Art dcr Wabl zustimmt, beantrage ick), dkn H(rrn Präsidenten und die b€id€n Hexrren Vizepräsidenten WiLDLleilväblkn. _ ' _ " '

Dagcgcii crbcbi sick) ki'M Widcrsprnck). Tor Prasident Gmf von Vallcstrcm sicl1t ftir, das; skzmit der bisherige Pl'äsidel iind dic bisbcrigcn bcidcn Vizi'präsidcntsn 1vicb0rgcwäb1t find, und erklärt:

!).)iciii-strrkn! Ick 118121118 die auf iiiicbgcfaileréc WiLdWwabl bist- mit an und bkzic'be (nick) auf das, was ick) bci OLT critcxi Wabl gesagt [7.1bc. Anil) für dkn ersten Hsrrn Vizsbräfidentcn Grafen zu Stolicrg kann ich (rklärsn, das; er die Wnbl annimmt. Ick frags den zweiten „Herrn Vichräsidsntkn Dr. Pausch, Ob cr dic W(ibl annimmt.

Abg. Dr. Jan sche (nl,): Ick) ncbmc die Wahl mit Dank an.

(Schliiß ('s Blattss.)

Kunst und Wissenschaft.

„x. 13. Zu der ersten diesjährigen Sitznng dxr Boriiner Gc- ssllscimift für Anthropologie spraxb PrbfYorR. Hautbai ans Vmenos Aires über die Fiinde in dcr rvpotbcrinm- böblk bci Ultima Esperanza iiiid ibrk Bsdcutung in aiiibrbpblogiichcr BLFiélUlng, Damit bat (5 folgsiibc Bcwandtnis: In der Nähe dks Ultima Csporaiiza-Fjbrds im südwxit- lichen Patagonien [irg-M im UebkrgangMcbict zwischen dem T.;stéilmid und den (*“(srdilicren (Ws einem 600 [1] bobkn, ans K*onglomsrat U11) Sandstcin bcstebendcn beenzuge, (Um 150 m iibcr d(rm :).Lecrcs- spiogel dn'i ausgedebntc Höhlen, vonkinandcr je (*";118 [).]le Stubbs entfernt. Davvn ist bis größte eine Funbgriib8_ vbnsgikicbxn U)," in langsn Zkitränmcn bisr angesammelten Ticrrsiicn, K*nbcbi'n, .Hanixn, ja s(lbsi noch mitHaar besctztanx-llstückcn. Damn fi:1d_x1:cht wcntgcr als 20 Tiergattnngen beteiligt, bon bkm'n_ nkun _iclwn ausg's- swrbsn sind. Den größtkn Antsil an kiki?" Rcimi bati'm Riescnfauliicr, Grywtbcrium genannt, iv-cil Line_s('!t1(1me Vér- bindiu'g des Naseiibcins mit dem _Oberkiefxr dcm Tikrk ein [)1_b1cht- attigLI Aiisicben gegcbcn haben muß. Dikscr (Zattimg, die zwischkn dsm eigeiiiliÖen Faiiitikr der Urzeit, dcm J).)Zi'kxükiskillxll im:. d(J-m Gürtclticr, (Iiiypwion, die Mittc gkbnltkn ),;bi'n muß, (i_(xbort auch alles an, was fick) bon Hantx undeUrsiimi i_ii d(Jr xob'le bbifindst, der dichte, borstenartige .Warbciaß iii _braiY111§i)(1(*10. DSL" (H(birnraum ist auffallrnd klcin, dagcgcn dic S_cbadelde'ikc bon ganz uniicwbbnlicbkr Dicke. me Echnscbcq fmdcn sicb ksinc Kiibchsn, dagegen andcre Spurs", _dic „(II.FYÜÜUÖCMUÖ.tlmshkn, das: der Mensch mit den Tieren, dercn Reste dic (Doblo birgt, minkxitens mir jcncm".)iicsenfauitier (ilcichzeiiigdicsmi abiolnt 1r(*ck('iic_x1, (icxchiixzien Ort be-xnyt bat. Zum Verständnis dcffcn maß maxi 11ch_b.*x(ich(1- wärtigen, Df; dic „Höhle 80 m breit und 40 nz bock), iii, kai; 11? NÖ- allmäblick) vcrcngend, bis tief in dcn BTU] biiicmzicht, imb das; das

'i x i ]

leite Drittel ircr Längc diirch ('inxn Wall bmi b_(*i*abg(*stixr_z1(*n Sxtcinbrocken 1)an Vorderen Tcii g(scbikdln ist. Das bmicrc Driiti-l ist ganz obne Jntereffe für den Forscher, , unlösol ibichtmcr aber ist als Fundgrube cine (iwc: 2 m dicke ;C-ckyickzt "aub- trbckcncn Diingi'ö, die sich V“.)" xencm'Waki ab in DC!“ ganzen Breite der Höhle, etw.] das mittlcrc Drittel; etyqnebmc-Zd, „gegen den Ausnang bin erstreckt. Das Vordcrc Drittel iii dnia)" (men (iiva 5-6 m bohkn Hügel ans Stéinbkbckcn m' (iiiezi schmaleren 'rechtcn und einen brcitcrcn linken Raixm geteilt. Aach m btc1cn bcrccn Abteil'ungcn dkr Höbls finden sich Ticrre|te in bkdeitxciidcr Zahl, aber nicht in chr nngcbcurcn Menge wie in jerier Ditn,ischicht. Dagegcn haben sich [1le Einige Artsfalte gefunden, fingerlange Knochkiiiiadein und ("m glalt außgsarbcitctcr Tierknocben, auchkiyi1rde Hsu m nicht unbcbeutenier Menge beraußgefördert. Aris dicjkm (*,-„711an Befunde schließt er Vortragende auf die Existenz des Menschen gleichzeitig init