übrig bleiben. Das können Sie ebenso gut machen. Ich weiß nicht, welche Beweisführung Sie darauf stiißen wo!]en.
Kommerzienrat Funcke-Hagen: Ich habe in meinen Ausführungen gesagt: wenn ein entsprechender Gewinn auf Stabeifen gemacht würde, dann würde Stabeisen nicht unter 120 bis 125 911 stehen können, und ich glaube, Herr Geheimrat Kirdorf wird mir zugeben, daß das richtig ist.
Fabrikbefißer Röchling-Völklingen: Ich möchte auf eine Bemerkung des Herrn Goihein zurückkommen. Derselbe hat auch heute wieder die Aeußerung des Vorsißenden von Differdingen-Dannenbaum, des Herrn Dernburg, zitiert, nach welcher Differdingen bei dem Verkauf von Halbzeug im Aus- lande 4-6 «16. verloren habe. Herr Gotbein hat daraus gefolgert, da der Exportpreis 72 416, frei Seehafen sei, daß die Selbstkosten von Differdingen fiir Halbzeug 76-78 «16. abzüglich Fracht nach Antwerpen seien. Ich glaube, die Aeußerung des Herrn Dernburg ist nicht 10 aufzufassen. Er hat vielmehr gesagt, die deutschen Werke haben sich auf dem Weltmarkt unterboten und sie hätten 4-6 „16. pro Tonne msbr erzielen können, wenn sie unter einander einig gewesen wären. Das ist eiwaS ganz anderes, und die Schluß- folgerungen, we[ck)e Herr Vergrai Gothein aus der Aeußerung gszogen hat, sind nicht zutreffend. Aber auch die Behauptung des Herrn Dernburg ist so, wie ich meine, nicht richtig. Sicher ist ja, daß durch eine*Verständigu11g der deutschen Werke auch im Export bessers Preise erziéli werden können, aber den Einfluß, den diese Verständigung haben wiirde, darf man nicht überschäßen, und ich bin nicht der MeinUng, daß ein so [wher Mehrpreis tatsächlich hätte erzielt werden können. Ick) kann Ihnen bierfiir einen Beweis bei einem anderen Artikcl, nämlich Formeisen liefern.
Der Haupterport der deutschen Formeisenwerke im Aus- lande findet nach England statt. Die deutschen Formeisen- wcrke hatten nun nicht nur eine Verständigung unter sich, sondern auch noch 91116 solche mit den belgischen und fran- zösischrn Werken. Hierdurch war es möglich, längere Zeit einLn Prßis von ;;L 4,16,0 und sogar noch höher 101). Antwerpen zu halten. Die Folge davon war aber, daß die englischen Werke sich schleunigst auf die Hersteliung von Formeisen an- fingen einzurichten, und es war die höchste Zeit, daß der Preis 11011 :,L 4,16,0 wieder verlassen wurde, denn sonst wäre der deutsche Absaß nach England verloren gegangen.
Nun ist fiir Halbzeug ein Preis von 72 „16, frei See- hafen genannt worden, und es ist von verschiedenen Nednern so dargestelit worden, als ob dieser Preis für eine längere Periode i11 Geitung gewesen wäre. Das ist grundfalsck). Tatsache ist, daß in 1133191 Zeit die Amerikaner mit sehr biUigcn Halbzeugpreisen auf don europäischen Markt gekommen sind, und mag auch von dem ci119n oder dem anderen Werke fiir ein beschränktes Quantum ein biliiger Preis gemacht wordcn sein, große Memzsn sind aber hierzu nicht gelisfert worden. Msin W911? [101 für da?- leßie Jahr einen Preis für Knüppel von circa 80-82 111. frei Seckwfen erzielt, das sind 111111er 10 416; mcbr.
(Generaldirektor Kamp-Laar: Meine Herren! Ich bin nicht berufen, im Namen des Haibzeugverbandes zu sprechen. Aber meine (Gesellschaft, der Phönix, ist crwäbni worden, und es ist auch die Dividende 0011 80/0 angefiihrt worden. Ebenso könnte ich von den Herren Halbzengverbrauciwrn auch Dividenden anführen, die teilweise noch [101121 sind als die des Phönix. DacZ 111119110116 ick). Ick) weise 11111 daraiif bin, das; der Phönix im vorigen Jabre keine Dividende gegeben bai. Dann möchte ich Hsrrn Springmann erwidern, daß ich 111111 wiederholt unsere Seibsikoston gezeigt habe und ihm 11111101111- gestelli habe, mich in Ruhrort zu besuchen und sick) die Kal- kulationsn anzusehen; cr wiirde dann erkennen, daß wir 011 Halbzeug nichts verdienen. 91er wir sind nicht nur Halb- zeugerzeuger sondern auch Haibzeugkiiufer, und wir kaufen wesentlich mehr Halbzeug 1119 wir verkaufen. WWU ich also den Schlußfolgdrungen des Herrn Springmann folgen wolite, würds ick) behaupten, das; wir an dem Halbzeug vrrdiencn odrr umgekehrt, und Herr Springmann weiß ganz gut, daß unsere Force gerade in der Vcrfeinernng des Halbzeugs be- steht, und daran verdirnen wir mehr als am Halbzeug. Es kommt noch binzu, daß das Halbzeug, das wir verkaufen, Hauptsächlick) Qualitc'iichaterial ist, und die Puddel- und Walzwcrke [106011 uns gestern zugegeben, daß man an Qualitäts- markcn m9l1r verdienen dürfe als an gewöhnlichen Marken.
(Beheimer RegierumgSrat, Professor Dr. Wagner-Berlin: Meine Herren! Ick) bin durch die Diskussion wieder auf eine Frage gefiihrt, die ich am Montag bereits angeregt habe. Sie bezieht sick) (1111 einen Punkt im Bcrichte, den ich neulich schon Einmal zitiert habe und dcn ich mir jeyi erlaube, noch etwas weiter aueZzufiibren. Es heißt in dem Berichtb der Düsseldorfer Handelskammer 11011 19011:
„Wir haben mii einem gewiffén Staunen gesehen, das; die heimische Industrie sofort nach Beginn der Krise 11111" dem Auslandswarkte große Warenmengen abzufeßen imstande war, aber nur mit außerordent- lichen PreiSopfern, und sowcii es sich dabei um 910!)- stoffe und Halbfabrikaie handelte, wird zweifellos dadurch der Wettbewerb ausländischer Industrien gegen die deutschen Fertigfabrikate im Auslande, zum Teil sogar auf dem Julandswarktc gestärkt.“ (Bericht S. 27.)
In dem Düsseldorfer Bericht von 1902 wird daß dann noch weiter für einzelne Spezialitäten au9geführt in demselben Sinne. In dem Berichte der Solinger Handelskammer wird ein ähnliches Beispiel hervorgehoben. Dagegen sucht nun allerdings der Handelskammerberirht aud:- Ruhrort von 1902/03 die Sache etwas anders darzustellen. Diese Angelegenheit ist von so großer Bedeutung, das; sie noch mehr geklärt werden muß. Ich habe mir neulich schon erlaubt, ganz speziell hier in der Versammlung die Frage zu stellen, ob man diese zu- nächst nur allgemeinen Aeußerungen der Handelskammern wirklich für richtig halten müsse, und ob nun auch einzelne konkrete Tatsachen sich hier anführen ließen, die diese
i-land in der Kartellfrage immer schon vertreten haben. Dieser
__ 8 _. 4 der Handelskammern bestätigen könnten. Ich glaube, es wäre das für unsere Frage von der größten Be-
deutung. (Gestatten Sie einem Theoretiker, der jedenfalls den einen
Aeußerungen
Vorzug hat, daß er außerhalb jedes persönlichen wirtschaft-- lichen Interesses in diesen Fragen steht, den Eindruck zu- sammenzufassen, den er aus unseren heutigen und den früheren Verhandlungen erhalten hat. Ich kann nicht leugnen, daß ich den Eindruck empfinde, daß die Abnehmer, die den Syndikaien und Kartelien gegenüberstehen, doch in einer ganz außerordentlich ungünstigen Lage sich befinden. Es ist das der Standpunkt, den verschiedene Theoretiker in Deutsch-
Siandpunkt ist selbst auch hier 1th lebhaft 11011 praktischer Seite vertreten worden. JnSbesondere möchte ick) hier auf die meisterhaften Ausfiihrungen des Herrn Springmann und auch anderer Herren hinweisen und hinzufügen, wie: es mich eigentlich beinahe Überrascbt hat, daß manche 11119 mehr 1111- gemeinen Erwägungen deduzierien Urteile so hier ihre volle Bestätigung gefunden haben. Ick) kann anen auch nicht verhehlen, daß die teilweise gewiß vortrefflichen Gegenans- fiihrungen der Herren von der anderen Seite 111ich11ichi dcwon überzeugt haben, daß diese Einwendungen vom Standpunkt der Verbraucher nicht richtig seien. S0 ist unter anderem auch der Fall hervorgehoben wordon, daß eine bestimmte Art von hierher gehörigen Produkten wie Knüppel verkauft worden seien zu 72 016. in das Ausland, während sie im Jnlande drn Abnehmern mit 90 «16. berechnet wurden, 1). [). also es war der Preis für das Ausland um 20 0/0 billiger. Die Sachs ist iiberhaupt nicht 10 ganz einfach, wie die Herren Vertreter der Vbrkaufsfyndikaie annehmen. Wie wird denn die weitere Entwicklung sein? Wenn das, W119 in den Ha11delskammerberichte11 hervorgehoben ist, aiigemeine Wahr- heit ist, was tun die Exporteure wohifeilcr Rohstoffe und Halbfabrikate dann? Meine Herren! Sägen sie nicht den Ast, auf dem sie sißsn, zum Teil selbst ab?! Auf diese Weise wird das Ausiand, das fiir 11119 speziell in Betracht kommende Großbritannien und Amerika, in einer Weise in seiner Fcriigfabrikaiion gbstiirki, die doch bedenklich ist. So kann man 29 in der Tat 111111) begreifen, wenn gegen diese Wirksamkeit dcr Kartelie, Syndikate Usw. da11n von anderer Seite sehr ernst? und erhebliche Bedenken geäußert werden, Nun wird allerdings gesagt, gbwifz, einige Kartciis [1116011 Fehler gemacht. Herr Kommerzirnrat Weyland hat das be- sonders hervorgehoben und in A11§sicht grstcili, 1110111011011er dio Vergangenheit hinwegblicken und auf die Zuknnfi hoffen. Da werde manS besser machen. Das ist 121111111611. Es mag ja ein gewisser guter Wikis dazu da sein, die Jutereffsn der anderen Partei, der inländischen Abnehmer, in Zukunft auch wahrzunehmen. Aber ob diesér W101: sick) immsr gehörig geltend machen kann gegeniiber denjenigen Interessenten, die hinter den Kartclien stehen und die Preise i111J11landczn erhöhen und [)ocszhalion trachten, dax. ist dock) mindestens zweifelhaft. Notwendig ist bier jodenfails, daß 111111) die andere Partei, die der inländischen Abnehmer, ent- sprechend organisiert sei. Da habe ick) 11er 1111951511001- gesprächen Ibböri, da[; zwar Ankaufs- 1111d Berkanbecrcinigungon von seiten der Frriigfabrikanien '111 211115111111 gcnommsn wären, die aber sebr große Schwierigksitcn bbisn, 1111011 111911 die Ver- häliniffe der 011130111911 außerordeniiick) vcrschiedcnß seien. Da [1011119119 es sich nicht um großc 9.12011-311pr0d11kie, die 11110) einem bestimmten Schema zu bcbandein sind, sondern um viele verschiedene Produkte, die ganz vcrschioden bcbandblt werden wollten. Die EinkaufcIvcrcin111111111011 sind offei1bar bi§[)er anch nicht cnisyrcckwnd gslungen. So i)abo11 wir fiir die nächste Z11k1111fi jedenfalis nur damit zn rechnen, 0111; eigentlich bloß das Angrboi entsprechend organisiert ist. Nun kann ich dem Herrn (He111rnlsekretiir Bueck 1111d011ck) anderen Herren so viel zugeben: wir haben in dcr Entwicklmig der Kartelle alierdings wohl eine neue und bedeutsame Organisationsform vor uns. Aberjedsnfalls,111ennsiescgo11s- reich sein soll für alle Beieiligten, die Abnehmer, die Kon- sumenten, die Arbeiter, die ganze Volkswirtschaft, dann muß den Verkaufskariclien nnd Syndikaten der Rohstoff- und Halb- fabrikatprodukiion sind entsprechend ähniiche Organi- sation der Abnehmer gegenüberstehen. Diese haben aber jsßt noch keine geniigendd Organisation. Es wird endlich drittens dann auch noch die notwendige Konsequenz sein müssen, daß Sic die Arbeiter sich volisiändig zur Vertretung ihrer Interessen organisieren lassen. Denn eine Organisation des Angebots, dem keine entsprechende mächtige Organisation der Abnehmer und keine entsprechende Organisation der Arbeiter gegenübersteht, vertritt zu sehr nur das einseitige Interesse der einen Partei. Herr Kommerzienrat Funcke ist vorhin wegen seiner Aeußerungen mehrfach angegriffen worden. Ich habe ihn eben so verstanden, wie es Herr Springmann dargestellt hat. Er hat 1.1er besonderß in Anssicht gestelit, wir soliten 11119 nur einmal vergegenwärtigen, wenn nun auch die Entwicklung immer weiter so vor sick) gebe, wie es hier von seiten der Syndikatsvertreibr als richtig bezeichnet werde, wenn also _ wie mans mitunter genannt hat - in „vertikaler“ Nichtimg nach einander ein Produktionszweig mit dem anderen weiter verarbeitenden verbunden werde, wie man sich dann alierdings schließlich denken könne, daß in cincr 101111911 riesigen Unter- nehmung freilich die technischen Produktionskosten, die General- kosten noch herabgefeßt werden, und das ist ja gewiß auch ein allgemeiner volkswirischaftlicher Vorteil; aber es sei doch auch mit Recht darauf hinzuweisen, was für eine Gefahr in solcher Entwicklung liege. Ich sollte allerdings gleichfalls meinen, das, was wir in Amerika in dieser Richtung sehen,. in der Bildung der Trusts, das kann uns wahrhaftig zu denken geben. Ich kann wohl sagen, und da stimmen mir unendlich viele Leute in Deutschland zu: Gottlob haben wir noch keine solchen Leute wie die Rockfekler, die Carnegie, die
„republikanischen“ Gemeinwesen eine Machtstellung errungen haben, von der wir „veralteten Europäer“ vielleicht sagen würden: das ist unerträglich; lieber den ärgsten politischen DespoiiSmus, als von den großen Matadoren der IndusjÜe' in dieser Weise das große Volk abhängig zu sehen. Und, meine Herren, _ damit lassen Sie mich schließen -- was droht uns dann weiter? Es wird iiberali bei 1111 gegen die sozialdemokratische Theorie und Agitation mit voklem Recht - meiner Ansicht nach noch nicht genug „ gearbeitet. Aber bereiten wir nicht durch eine solche Ent- wicklung der Dingo, wie die in Trusts usw. sich VUÜziLhende das vor, was uns der Sozialichus selbst als Entwicklungs; ziel Hinstelii?! Man wird sagen, wenn einmal die 90111 Industrie in Kartelien, Trusts und Niesenbeirieben, wie in Amerika, zusammengefaßt ist, wie das vorhin Herr Funcke angedeutet hat, dann taucht von selbst dis leßte Frage 111; das „alles verstaatlicht“ wird. Dann haben Sie den „sozialdemokraiischen Sinai“, die „gLselischaft[iche Produktions- ordnung“ dcs SozialiSmus. Wie die Sozialdemokratieeg jetzt schon prophszeii, daß diese Entwicklung unaufhaltsam 111 und ihr Recht gebe. Geheimer Kommerzienrat Kirdorf-Aachen: Ick) Möch1e dem Herrn Geheimrat Wagner die Frag9 vorlegen, ob er es 11ick. fiir richtig [)äli, daß im Auslande biiligere Preise gemacht werden seitens der Industrie als im Jnlands. Jm aklgemeinen 11111 jeder Industrielie doch seine Lage auszunußen verstehen, geo; graphisch oder welche sonstigen Vorteile sich ihm bieten 11 ., wird nicht billiger verkaufen, 1119 er verkaufen muß. E11 deshalb in der Lage, in seinem 11iii)eren Absaßgebiet 1111 Preise höher zu halten als auf dem Weltmarkt, wo er Frach11 zu iragrn hat und der Konkurrenz der ausländischen Industr1 begegnet. Méme Herren, jeder von Ihnen muß mir 1111 geben, das; er im Ausiande billigere Preise bekommt 11191 der nächsten Umgebung. Wenn das richtig ist, dann kann 1 sick) nur darum Handeln: wioweit diirfen disse Unterschied gohen, wie groß diirfen diesc Differenzen sein. Da ist 111 Hsrrn Esbeimrat Wagner angefiihrt worden, die Zahlen 111 72 und 90 (16, zeigten 10 große Unibrschiede, daß 11 do- sagen müßir, daß da ein unrichtiges Verfahren vorlioge. ( [1111 dabei die sehr „erwähnenswerten Ausfiihrungen“ de Herrn Springmann lobend «wähnt. Ich möchte 0111111 widern, daß wir gegcniiber den Zahlen des Herrn Springman fiir uns diesslbe (Glaubwürdigkeit in Anspruch ncl11nen,d' (HSheimrat Wagner den Zahlen des Herrn Springmnnn 11 biÜigi. Herr (591191111er Wagner hat willkürlich zwei Zahle. [)erimsgegriffcn: 72 4,16, gegrn 90 «16, Es ist scbon 11011111 Röchling 0013901111111 worden, wieweit die Zahl 72 (16 311111“- Es kann einmai i11 einsm einzigen A119110111110fall 1111111111 Druck der amcrikanischcn Konkurrenz cingetreicn sein. Son, ist der Preis von 72 (16, nicht 1119 richiig aufzufassen. 1 Röchling bat ancn seine Zahlen vorgeführt, und 111111115 diesc: Zablon vergleichen und berücksichtigen, daß die 90. tatsächlich den Werken nicht verbleiben, _ ich ziehe ab d' Fracht, die dis Werke bis zum Sch11itip1111kt zu tragen hab und die Vergütung, die die Works sich selbst auferlegeni Jnirrrsse ihrer Abnehmrr *- dann ist der Preis, der 111111 verbleibt, nicht 10 l')0ch, dann ist der VreicZunirrschicd 11111111" groß, daß man 11111 1111111 ach: durchaus 0099111011011 bezsichne könnte, und als solchbn, der sich jrdenfails geradb so gestuft wiirde, wenn der Verband nicht bristierie.
Herr (5361121111101 Wagner hat dann die 9100111111011 der Handelskammern angezogen und gesagt, wenn das 111111 sei, daß iaisiichiick) die i11lä11disch0n verbra11chc11dcn J11d11stri 1'0 geschädigt wiirdcn, dnnn läge ein sshr tadelnézwcrw-Z Vo geben 181101153 dor Wbrke vor, dio nach dbm 9019101111111 kanion. Dcr Halbzcugberband verkauft nicht 111 111192111 [and, wie [1012119 1112111111111 hervorgehoben ist. Dann 111611 ick) 0er auch 9111111111 eine Rechnung dariiber machen, 111111 das Verhiiltnis der inländischen Ha[bzengverbrauci1er zU dL jenigen der ausländischen gestaltet. - „Herr 910011111g k] gesprochrn von 82 „1x. -, ich 111111 0110 der [1131011 “Z? 11211 niedrigstcn Prßis nehmon; c?- ist ja schwer 311 11111?“ welchcr Preis der richtige ist, für was er 1111) 111111891, ob sich fiir Rohblock 13de fiir vorgeblorkies Maieriai vcrstcbtod fiir diinne Knüppel, odcr 11110) für Platinen fiir dio Bie fabrikaiion. Meinb Herren, nehmen wir einmal (11111 Preis fiir borgeblock'tes Material von 76 „10, das 1111111 falls ein sehr biliiger Preis. Das Matrrial 111911111111- nach den Vercinigton Staaten gegangen oder nach Engkand Belgien, Frankreich, Holland sind minimale Abnehmer U kommen bei den Quantitäten, die überhaupt in Frage kWn sehr wenig in Betracht »-,vor alien Dingen können 117.11?) einem Absag nach England sprechen, der fiir die 111111111111 vcrarbritende JUdUstkiL als Konkurrenz auftritt. 9111111111 Preise von 76 (16, liegt eine Seefracht von 6 «16, 11110 821, es kommt dazu eins Landfracht von mindestens,“, 3 «11.- kommt man fiir das verbrauchende Werk in England “ einen Preis von mindestens 85 „16. Dieses vorgeblo Material kostet hicr im Jnlande 82%. «16. franko Sch"' punkt, dazu 1,50 nach dem betreffenden Werk. Wennn das Werk in Konkurrenz tritt mit dem englischen Verbrau1' so bekommt es noch eine Außfnhrvergiiiung von 10 41" gibt also 74 „16. gegeniiber dem Preise von 84 «16. 1111 “ betreffende englische Werk. Ich möchte aber weiter frag ob tatsächlich durch die große Ausfuhr der Halbzeugw. eine Schädigung der inländischen Verbraucher eingetreten* oder ob nicht das Material, welches die F;)albzeugwerke ““ck gefiihrt haben, auf Kosten des englischen Materials gegart“ ' ist. Die Ausfuhr in Halbzeug ist in früheren Jghreng: minimal gewesen. Im Jahre 1898 hat die1elbe ' 34 000 1 betragen, 1899: 14 000,. 1900: 35 (Wx . gegen 1901 227 000 1 und 1902 670 000 r. „* Herren, bei solchen Mengen fragt man fich ““W“" ist das auf Kosten der Inlandsverbraucher geschehen“ „ Antwort ergibt sich dann wiederum aus dem Verbrau,8„„;„ inländischen Halbzeugabnebmer, und da schen wir, da ['i 880 000, 1899: 840000, 1900; 786 000, 1901: 75
Morgan usw., die schließlich in dem dortigen vielgerühmten
1902: 760 000 t verbraucht find. Selbst wenn Sie an- nehmen, die B'erminderung in den Jahren 1899, 1900, 1901 und 1902 ware, w1rklich auf Kosten der Jnlandswerbraucher gegankzen durcb die Ausfuhr, so beträgt die Differenz gegen die hochsten Z1ffer11 der Jahre 1898 und 1899 im vorigen Jahre kaum.120 000 bezw. 80 000 1, denen im Jahre1901 und 1902 e1119Au§fuk1r 11011 227 000 und 670 000 1 119qu- übersteht. Ware es denn möglich gewesen, diesc MenginQ im Inland? 1111191z11bri11gcn? Wir sehen aber auch aus der Aus- fuhrstatistik, daß tatsächlich nach den Angabrn, die wir hier haben, die A1113111br in Fabrikaten, die (1119 Halbzkug her- gestellt smd, 111 den Jahren nicht zurückgegangen ist und iiawentlicb 111 de11 [LHÜLU Jahren ganz außerordentlich wieder gesttegen, ist. WW haben im Jahre 1902 eine Ausfuhr von Erzeugnissen der Kleineisenindustrie von 684 624 (17, 11911011 391 289 113 in 1898, 480 904 in 1899, 639 422 111 1900, 1011“ haben bei den sonstigen Eisenwarsn erhebliche Steigerungen, ebensd hat 111 WalzwerkIerzeugniffen, worin dock) aucb dis Er- zeugmffe der Halbzeug kaufenden Judustris enthalten sind, wie Draht usw., eine Abnahme nicht staiigefundcn, sondern eher eme Zuunahme. Dis Mrngsn, die ins Ausland gegangen find, hait'en gar keinen Absatz [1101 im Inland? finden können. Wenn Sw annehmen daß der InlandSabsaß in den bciden hochsten Jahrenj1898 und 1899 884 000“ bezw. 840 0001 briragen hat, wie hätte unsere Industrie in der Lage sein konnen, auf einmal 670 000 1 zukaufen z11 können. Ich glaube dagegen,„behaupten zu können, daß diese Ausfuhr auf Kosten der quslandischen Industrie gegangen ist, und daß wir, wenn w1r diese Mengen nicht hätten ins Ausland wegschickcn konnen, wahrscheinlich mit einer solchen Erhöhung der Selbst- kosten'zu rech11911 gehabt hätten, daß, wenn die Werke nicht mitnemem weitereti Verluste an Halbzeug arbbitsn wollten, eine Erhohunxz der Pr91se fiir HalbzeUg die notwendige Folge ge- wesen ware.
Herr (Heheimrai Wagner [1111 dann daran in ewie'e dds; .der Organisation der Wsrke der Herstbllerf kbin? Qi]?! msaitmi der Abnehmer gege11iibcrstel1en müsse. Die besteht" ja taisachlich. Sw haben einen Vrrein der Halbzeugverbranckxr, S1e haben einen Verein zum gemeinsamen Einkauf von Rob- eisen, kurz die berschiedcnstcn Verbände; da wiirde 013 Eben dte" Machtfrage 1ein, die entscheidet über den Erfolg: wer die großte Macht ,hat, wird davon den größten Nußen ziehen konnen. Uebr1gen§ kann ich sagen, daß von seitendcs Halb- zeugverbandesz 1mmer i11 Ueberlcgung gezogen wordrn ist, wis man der zweifellos ungünstigen Lage der Halbzeugverbraucher abbeifen konn'e. Aber das; diese Hilfe lediglich darin gesucht wrxrde, daß, d1e Halbzeughersteller ihre Preise unter ihre Selbst- k01ten ermaßigen folien für einon Teil ihrer Mitglieder, das konnen Sie nicht verlangen.
Fabrikbefißrr Springmann-Hagen i. W.: Meine Herren! Ich mochte zunächst Herrn Röchling antworten, der uns gesagt hat, es sei gar nicht leicht, die Halbzeugpreise für den AuslandSmarkt zu erhöhen. Wir kämpfen darum in unserer Vereinigung der Halbzeugverbraucher seit nunmehr circa 11/2 Jahren, und unter dem Drucke dieses Kampfes haben sich die_Stahlwerke 011111 vorübergehend geeinigt. Sie. haben emen hoheren Halbzengpreis bekommen für Lieferungen in daS Ausland, und "vermöge dessen hat auch Herr Röchling, wie er uns erzahit, hohere Halbzeugpreisc gemacht. Nun lese ich im Jahresbericht der Nboinischrn Stahlwerke, also cines Mitgliedes des Halbzeugverbandec; folgendvs:
„Die Vereinigung für den Export von Halbzeug, durch den die Preise sich um 6 bis 8 «M,! gehoben [)aben, ist infolge einer Verletzung dsr Brdinqungen aufgehoben worden.“ * 311, „meinAHerren, wenn die Halbzeugwerkc sich nicht ver: Kundigen konnen, dann geht die Mißwirtschafi weiter, und woh1n das führt, das lesen Sie in einem Artikel über den enZl11chen Eisen- und Kohlenmarkt, den ich mir 0115 der Kolmschen Zeitung kürzlich ausgeschnitten habe. Da heißt es: „Der Markt für Fertigware bleibt naturgemäß schleppend, wenngleich in einigen Sorten, namentlich Konstruktionseisen usw., ganz ordentlich viel zu tun isi; ausschlaggebend ist aber vorderhand in erster Lmie der Kampf zwischen dem anwrikanisckwn und deutschen Rohstahl. In ersterem sol] ein Posten von 50 000 Tonnen Vlatinrn zu 78 SchiUings nach Liverpool fiir das erste Halbjahr 1904 verkauft sein. Die Preise, die 11151 fiir deutsche Ware genannt werden, sind aber noch, niedriger, und bsi denselbsn „ Süßen wird 105111113, weil 1119111121“, nock) vorgezogen.“ SYS sehen, meine Herren, hiernach ist der dcutschc Preis noch We1ter gewichen. Vermöge diescr Nichtberständigung, dis 1er Wschen den deutschen Stahlwerkcn besteht, ist der Preis Wieder erheblich zurückgegangen.
Ich habe Ihnen vorhin mitgeteilt, daß wir unlängst eine Ilusspkache mit den Herren 00111 Halbzeugverbande gehabt haben. Herr Geheimrat Kirdorf 1101 wir da persönlich ge- „k *». es ist das vor ungefiihr 6 bis 7 Wockwn gewesen « -: „1a, Sie beklagen fich darüber, daß das Halbzeug nach dem Auslande zu biliig verkauft wird; Sie 11111 doch genau das- selbe, die deutsche Drahtindustrie macht es genau sl)“- Ick
be Herrn'Geheimrat Kirdorf damals erwidert: „Sie ver- sesfen, daß das die logische Folge der billigen Verkäufe von HalbzeUJ nach dem Auslands ist. Meine Herren, das Sprich- mort sagt: Das ist der Fluch der böson Tut, das; sie f0k1= sengend (Zbrufe; halbzeugend! -« Heiterkeit), 2501126 111111; gebären. ä rJegenkwg'riigen Sie sich die Situation: das Halbzeug wird zu 2Fßersk btÜigen Preisen nach dcm Auslande verkauft, die dortigen dealzerke stelien auf Grund des billigen Einkaufprcises fiir , Utsches Halbzeug ihre Fabrikaipreise sabr niedrig, sw IWM ke Angebote für den Weltmarkt heraus, U11d M"" die DUkskhe Drahiindustrie, die eine der ältesten Exportinduslkikn weYchlands ist, ihren Vesiy nicht verlieren wil], damrmux; 111 811 folgen, Ick bedauere, daß Herr (Heimrat K1rdorf „cht M der lesien Sißung des Walzdrahioerbanch gewesen in welcher die Verkaufsstelle uns mitteilte, die- Preise VW
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deutschem Walzdraht in Großbritannien könnten leider nicht aufrecht erhalten werden, weil die deutschen Knüppelpreise dcdfelbst zu niedrig geworden seien. MLM Herren, wohin fuhrt dqs? Bei eben dieser AUSskahe im Oktober sagte der Beftßer eines großen Drahtwerkes, welches überschläglich genomnien dem Halbzeugverbande ca. 30 000 1 für etwa 27/4 M11]io11en Markalljährlich abnimmt: „Ja, meine Herren, die'VrUse auf dem Weltmarkte sind durch die biiligen Küüppel- 1119111». 19 1111ßerordentlich niedrig geworden, daß ich bei der ZlquuMpramie, die Sie mir gewähren, nicht nwhr mit kann. Ich bodabere, Ihnen mitteilen zu müssen, sagte dieser Herr, das; 111 d1esem Jahre mein Export abgenommen hat; im ersten Qbartai war er noch beinahe so groß wie im ersten Quartal des 1101113211 Jahres, im zweiten Quartal war er schon um 500 1 niedriger, im dritten Quartal ist er um 1600 1, das smd 52 010 gegeniiber dem Vorjahre, zurückgegangen.“ Meine Herren, die' deutsche Drahiindustrie wird durch diese verkehrte Expdrtpolttik des Halbzeugverbandes bezw. seiner Mitglieder ru1n1ert. (Sehr richtig.)
_ Nun hat uns Herr Geheimrat Kirdorf vorhin mitgeteilt: der Export an Eisenwaren hat ja zugenommen, was woÜen Sie de1111! Meine Herren, ich habe bei Gelegenheit der kontrad1kto_rischen Verhandlungen über das Kokssyndikai darauf 0111merksam gemacht, daß im Jahre 1902 der Eisen- bedarf im Jnlande pro Kopf der Bevölkerung zurückgegangen 111 um„ sage und schreibe, 40 0/9 gegen das.“: Haussejabr 1900. Da wird man mir ja Einwendungen machen, weil dieses Jahr em außergewöhnliches gewesen sei, aber ich füge gleich hm?).ul daß der inländische Eisenbedarf noch um volle 25 0/0 zuruckgebliesben ist gegenüber dem Jahre 1897, in welchem doch erst die Vesserungeinseßte. Nun, meins Herren, was bedeutet das denn: ein Rückgang des inländischenBedarfs an Eisen und, Eisenwaren um 25 0/0? Das bedeutet eine ganz kolossale Emschränkung der Betriebe, und wenn für den In- l011d13bedarf di? Betriebe sich so stark haben einschränken mussen, dann 1orgte jeder dafür, daß er Auslandsausträge brkam, sofbrn er das nur irgendwie konnte. (Hört! hört!) Man hat das aber nur in sehr schwachem Maße gekonnt, .","d wenn der Export etwas gestiegen ist, so „sage ich: „es 111 gneradezu jammervoll, daß er nur so wenig gewachsen.ist, 913110112 ganz gußerordentlich erhöht werden müssen mitUnter- Yuxzung des Halbzeugverbandes.“ Das ist aber nicht der 13011 gsweswi, weil eben diese Untersiüßung fshlte.
, Nun 111 von den Exportprcisen gesprochen worden. Ja, 11181116 Herren., es ist nicht richtig, wenn man darauf hinweist, da[; man die Gegenden heranziehi, welche die allergrößten Frachten im anande zu tragen haben. Ich komme hier gleich 11111 11111 Erportpreis 11011 72 «111 für Knüppel zurück, der, 11121111 111) recht verstanden habe, heute von der andern Seite bestritten worden_ ist. Meine Herren, die Mitteilunq, es waren große Posten Knüppel zu 72 .“; frei Bord Séehafen nach dem Außlande verkauft worden, ist mir gemacht worden 0011 dem Direktor eines Stahlwerks in Gegenwart vieler Mitglieder des Halbzeugverbandes im vorigen Jahre bei G9legenlze1t 211196 Frubstiicks im Continental-Hotel zu Berlin. W1r hatten gleich“ nachher eine Ausschußsißnng im Walzdrahi- vsrbande, und „Herr Kommerzienrat Wiethauö hat als Ver- treter 12111613 großen DrahtwerkeS, welches außerordentlich viel exportiert, stch bitter beklagend Über solch billigen Preis für adslanwscbe Abnehmer in diesLr Sißung geäußert, aber von k9111er Sett9 i1t eine Widerlegung erfolgt, daß zu diesem b'1l11ge11 Pre1se tatsächlich verkauft worden sei. Herr Kommer- zwnrat Miethaus wird mir das bestätigen. Ich muß also annehwen, daß die Angabe des Preises richtig gewesen ist. 921111 111 damals aber hinzugesexzi worden, von Dortmund aus 101211 diesc „Verkäufe erfolgt. Nun, meine Herren, Dortmund hat nach Ayiwerpen eine Fracht von etwa 5,70 „FH, und wenn man die 0011 dem Preise 0011 72 „11 abzieht, so bleiben rund 66 „16. Wenn die betreffenden Werke nach dem In- €ande verkaufen, so fordern fie einen Preis, welcher nach Ikbzug der Ausfuhrvergüiung für indirekten Export ihnen 12111111 80 „16, [Liszt, gegenüber 66 „M Auslandsbreis. Die 1nland1sci1e Industrie kauft also, wohlverstanden abzüglich Aus- Tubrvergutung, um 14 „% ungünstiger als die auslä11dischen Abncbmcr ab westfälischem Stahlwerk.
Meme Herren, wenn man eine Ueberproduktion an Haibzeug hat, wie dies zur Zeit der Fal] ist, dann drückt d1e1c iieberproduktinn selbstverständlich auf den Preis, und volkow1rt1chaftlich richtig ist es, daß dann versucht wird, den Export von Fertigfabrikaten zu erhöhen, um vielen fleißigen I'lrbßttern-Arbeit zu geben. (Hört! hört!) Es würde 11110 rick111g sein, daß, wenn die Stahlwerke so billig verkaufen wollen, sie ihren treuen inländisrbrn Abnehmern das Material zu gleichßm Preise wie den Ansländern anbieten, nämlich zu Lem Pre1se, der ihnen bleibt nach Abzug der Fracht bis zum 629111111111. Dann würden fie 1111111, daß fie einen sehr er: bcbltchen Posten, dieses Halbzeugcs 1111 Inlande abseßen können, daß dadurch mele Arbeiter 621011111th werden und daß wir 511111Fl0111r1m der Eisenindustrie im ganzen lieben deutschen «Kakerlande haben würden. (Sehr richtig!)
' Me111e Herren, im vorigen Jahre hatte Herr Geheimrat K1rdorf d1e L1ebenswiirdigkeit, 11111 nach einer Sißung zu sagct1: „ich. habe es oft beklagt, daß die Fertigfabrikation, sowe1i fie k12111e Verbände (101, keinc Ausfuhrvergütung bekommt, daS soll 1931 geschehen.“ Ich bin von der Ueberzeuqung d111chdr1111gery daß Herr (Geheimrat Kirdorf das, was er “sagt, auch w1ll; .ick) hätte aber gern 96109911, daß der Halbzeug- ' verband seinerseits diesen Worten anch die Tai hätie folgen laffe11. . Die Tat ist aber leidcr aneblieben, die Fertig- fabr1kat1o11 *j- soweit fie nicht syndizicrt ist «- bekommt bis heute noch keme Ausfuhrvergütung.
Herr Geheimrat Kirdorf [1111 11119 gesagt: „wir bemühen . uns ganz kolossax, einen Stahlwerksverband zu bekommen, Sie klagen 1m111er „uber die schlechten Stabeisenpreise, warum "Jack)?" Ste 'ketnen Stabeisenverband, weshalb nehmen Sie d1ese Sgche mcht in die Hand?“ Nun, meine Herren, Herr Mannstadt wird es mir bestätigen: wir beide waren im
vorigen Jahre bei einem unserer ersten Siahlwerksleiter im Westen - 1101111113 311111 0111059, ich nenne ihn also nicht - iind baten ihn, sich fiir die Sache interessieren zu wolien, um 2111211 Siabeisenverband zu gründen. Die Antwort lautete: „meme Herren, ich bin für einen Siabeisenverband nicht zu haben, ich muß mindestenH in einem Fabrikat ein chtil haben.“ Kurz nachher haben die Stahlwerke eincn Anlauf genommen, einen Siabeisenverband zu gründen. Es sind zwei Herren aus der Großindustrie - es sind mit die erstsn Leute, ,die wir haben -«- als Kommission gewählt worden, und gle1ch nachher stand in dsn Zeitungen, daß beide Herren abgelehnt hätten. Meine Herren vom Halbzeugverband, k011ne11 Sie unter solche11 Aussichten von uns Erwarten, daß mir die Angelegenheit in die Hand 11211men, einßn Stabrisen- verband zu' gründen? Isder Unpartciische wird sagen: 110111, das geht nicht; denn wenn die Leiter der großen Werke uns
Stabeisenverbandes einfach unmöglich!
Die Selbstkostw fiir Siabeisen! Unser hochverehrter Herr Referent bat dw Giite gehabt, dis Klagen der Halbzeug- ÜbULshFek 099. UH Tincm Bericht niederzulegen und auch hin- z11z11e_en, wie 0 die Selbikoten i d. D ' Seite 61: s s sn a lese ich auf
„Die Stahlwerke halten jene Berechnung nicht ür richiig; denn die Spannung zwischen dem Herstellunxs- ZKF des SZalZeisens und dem Verkaufspreise des a zeuges a 9 nicht 31,50 «M., ondern 26,50 «1179. betragen.“ “ nur
Ich 119111119 an, daß unser vswbrier err Re erent dies
den Siablwerken hat. Nun habe ich Heute mofrgen, wie VSX s1ch ermnerri WerLU, von einem Stabeiscnpreise von 115 „M gegenuber einem Preise fiir vorgewalzie Blöcke 11011 82,50 „14 gespr0che11, und da [1111 Herr (Geheimrat Kirdorf gssagt: das 111 11191 zu hoch, die.“: 3/5 rechnen wir. Nun, meine Herrcn, wenn der Blorkpreis 82,50 «16, beträgt, das kostet das Material uns ab Schnittpunkt, und dazu kommt dann 1,50 bis 2 „XL chht ---* ich rechne nur 1,50 „16. „„ dann haben Sie 84c/FÉ fre1 Verbrauchsstelic. Wenn nun der Stabeisenpreis auf 115 „16, 11951, dann gehen davon 11/2 0/0 ab, das macht 1,81 «FH, es bleiben also 113,17 „FH, mithin 29,17 „FH Spannung. Meine Herren, das ist gegenüber den 26,50 «FH, die 1111111 dem Herrn ererenicn angegeben hat, kein großer Unterschied; wenn aber jeßt gesagt wird, daß die Kosten nur 3/5, also 191111). 19 „415 betragen, dann sage ich Ihnen, diese FaanfeswUsT? “stl'nischil fchö1[1, Sie wollen uüsere Situation 0 11ng1111 1ger )mte en, a s ie es leider ' . '
und Unruhe.) “ “ft (Widerspruch
Nun, 11181111 Herren, wir kämpfen für unsere Existenz und haben gekampfi fiir unsere Existbnz schon Jahrzehnte lang. Ich, b111 Mitbestßer eines Walzwerkes, das fich im Kampfe 11111 den großen Werken voUständig [astenfrei erhalten hat; W1r haben keine Hypotheken, wir haben keine Obli- gatwnen, aber 111 dem Jahrzehnte langen Kampfe haben viele Stahlwerke „fich veranlaßt gesehen, ihr Aktienkapital zu kon- v,ert1eren, viele haben dasselbe, einige sogar mehrfach, durch emewhohen'Divisor dividieren müssen, und dem gegenüber sage 111): mtr babeti, unsere Existenzberechtigung zu beweisen gewußt und werdbn 116 auch mbiter zu beweisen wissen.
BU der Aussprache, 0011 der ich vorhin redete, ist auch der Humor zu seinrm Recht gekommen. Einer der Herren 110111 Haibzrugvcrbande hatte die Liebenswürdigkeit, uns gegen- iiber 121112111 großen Befremden dariiber Ausdruck zu geben daß nur “121118 Preisermäßigung 11011 5 „FH, beantragt hätten: da_S verstande ci nicht, ihm würde es begreiflich sein, wenn wtr reinen Waizwerko -- die wir uns doch in einer so miß- l1chen nge befmden - - um eine Preiöerhöhung von 5 «FH ersucht hatten. Ja, meine Herren, ist das nicht der reine Hohn. auf unsere Bemühungen? Was sagen Sie dazu? Ich war 111 der glurklichen Lage, eben diesem Herrn nachzuweisen, und zwar auf Grund seiner persönlichrn Mitteilungen in ver-
“schiedenen Sißungen, die er auch nicht bestritten hat, daß
gerade er den Marktpreis fiir Stabeiscn kiir [1 um 5 geworfen.!)aite. Und dies dadurch, daß LL“ zzuctlii damaligHH Tagespre1sc von Flußeisen die bessere Sien1c11§-I)iariin-Qualität verkauft hatix, fiir welcbcs Material der Halbzeugverband 5091)? Yllfpretlgs [Jerßeckmeßdwozu noch dcr Abfall von etwa 9 omm, o a 11116 ie Siemens-Martin-Q 51/2 „FQ mehr kostet. (Heiterkeit) ualiiat rund Unser der eiti er Antra it * ' - wort lautete: 3 g g s abgilehni worden, die Ant “ Düsseldorf, den 13. Oktober 1903. „In der _gc1tern statigehabten Versammlung unseres Verbandes stand Jbr Antrag vom 25. v. Mis. auf Ermaß1gm1g der Halbzeugpreise zur Beratung. Nach- dem der Vorsißende, Herr Geheimrat Kirdorf, iiber d1e am 5. Oktober in (Tiiln mit Ihnen gehabte Besprechung ausfiihrlich berichtet hatte, kam VL!“- 10mmlung nach eingehender Besprechung der sämt- lichen. von Ihnen vorgebrachten (HesichtSpunkte ein- 1'111111111g zu dem Schluß, daß Ihrem Antrags zweck- maßtg le1der nicht entsprochen werden könne. Man wdr-aligemein der Ansicht, das; weder die gegen- waritge Mqutlagr, noch die Olbsaßverbälinisse eine Pretsermaßwung angebracht erschoinen ließen, auch mußte berückfichtigt werden, daß für diejenigen unserer Werke, die auf den Bezug von Rohstoffen“ und Rol)- etsen angewiesen sind, die heutigen Halbzeugpreise kdum duskommlich sind. Ein fernerer Umstand, der fur d1e Werke maßgebcnd sein mußte, war die Ueberzeugung, daß eine Ermäßigung der Halbzeug- preise, unweigerlich eine Beunruhigung des Markte; u_nd in „Verbindung damit einen Rückgang der Preise fur Fert1gprodukte zur Folge haben würde, sodaß auuf der einen Seite nur bedeutende Opfer zu bringen waren, ohne daß die andere Seite den geringsten
Mixen davon hätte.“
sagem: nein, das tun wir nicht, dann ist die Bildung eines
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