Q-FM'É'LRNMWÜ _ ' * ** ' *“
* * , ZKWeit'e Beilage - zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.
M 33.
Es liegen neben den örtlichen Verhältnissen dort im Westen auch ganz eigentümliche Gewohnheiten, will ich mal sagen, in der Vieb- wirtscbaft vor. Die Viebverstellung ist ja allerdings überwunden, aber das Wunderbare Yst, daß, dort in jenen Kreisen der Viehhandel in einer ganz anderen Weise entwickelt ist wie sonst. Sonoeit meine
11a Hoffnung, daß in künftigen Jahren noch mehr Vertreter seiner Fenster éin eschlagen worden. Natürlich bleiben die Täter nichtsteben,
besoijbeéen Richtung bier anwesend sein würden_ Diese großpolnische iH die Po 11er kommt; aber es isi dcch klar, daß die Arbeitgeber und
*. - - - , „ * i ' t' ' tv übt haben. Den Vorwurf der Ruhtyng isi xs ja eben, Herr Abg. Koxfanty, die w,:r bekampfen; es YHZ?ZFÉUKYFLXZJ51§T 313113 itZÄntschieden zurückweisen. Redner stellt gibt nun einmal auch in der Geschichte abgelaufene Prozesse, und in
“schließlich einige Aeußerungen des Abg. Legien über den Crimmitschauer der Geschichte Schlefiens ist die polnische Bewegung und der Polonis-
Strek richtig. mus unzweifelhaft ein abgelaufener Prozeß. (Sehr richtig! rechts.) „MMM ist seit 600 Jahren“ von der'früberen Krone Pvlens geteilt, unk wir können unter keinen Umständen dulden, daß dieses für uns so wichtige Grenzland Oberschlesiey, was eingekeilt liegt zwischen der Provinz Posen und Galizien, zum Schauplaß "einer großppsnisxben Agitation im Sinne des Hérxn Abg. Korfantv wird. Ein Staat, der das dulden wollte, würde die innere Kraft verloren haben, die allein ihm das gefchichtlichte Recht zur Existenz gibt. (Bravo! rechts und bei den Nationalliberalen.) Der Herr Abg. Korfanty kann sich darauf verlassen: “er tat seinen heimatlichen Interessen keinen Dienst, wenn er solch bedenkliche Reden hier im Reichstage hält.
Der Herr Abg. Korfanty hat mich auch gefragt, ob ich nun nicht auf seine Beschwerden bier antwvrfen wolle. Nein, Herr Abg.Korfanty, das werde ich nicht Fun (sehr gut! rechts; Lachen links), Weil der Deutsche Reichstag nicht der Maß ist, um diese Frage zu erörtern, soiidern das preußische Abgeordnetenhaus, und solange Sie nicht einen Vertreter “im preußischen Abgeordnetenhause haben, müssen Sie eben darauf verzichten, in der geseßgebenden Versammlung von der Regierung eine Antwort zu erhalten auf BeschWerden, die die Regierung für un- berechtigt hält. (Bravo! rechts.)
Abg. Stücklen (Soz.) verlangt ein einheitliches Vexeins- und Versammlungßgsseß, um den Auslegungskünsten und Schtkanen der Polizeibehörden ein Ende zu machen, vor aÜem in Sack) en-Axtenbur , wv der Minister von Borries esagt habe, über dem oalittonSrc, t siehe das Recht der Bürger au? Ruhe und Oxdnung. Ibn, Redner, hätten die altenburgischen Behörden, dax Gertcbt und dex Mmister als einen aufreizenden Redner beze1chnet, obne dafur Zeugen erbringen zu können, und Versammlungen verboten, in denen ex auf- treten wollte. Ein Beamter babe eme Versammlungbufgelbst auf Grund des SozialistengeseZes, das län st aufgehoben set. Aebnliche Kuriosa seien in anderen rten wiederbolt borgekommen, was kem
Gendarmen vergegenwärtige. Dieser mü 1e natürlich jede Kritik chs Militarißmus als Aufreizung ansehen. ie solle „ein Gendarm dte Grenzen zwischen Politik un_d Wirtscbqft ziehen? Dre Versammlungß- verbote der Königlich sächfi1chen Regterung wahrend der Wablzxtt kämen auf eine Bevorzugung der bürger1ichen Partei hinaus. _Eme Versammlung sei verboten Worden, Werl vom'Nebénbause"Mmder- jährige hätten zuhören könnsn. Sogar anter emer Hecke batte man Minderjährige vermutet und besbalb dte Versammlung ,berboten. Einem Gastwirt sei die Berecht1gung aberkannt wbrden, 191116 Gast- wirtschaft „Zum Deutschen Kaiser" zu nennen, rve1l er eme sozial- demokratiscbe Versammlung dar'infbabeq qbbalten lasen. Da konne man wirklieb von einem Köntgltch 1ach11schen Cbmesenzopf xxden. Redner kritisiert schließlich das Versammlungsverbot thltenburgnchen für die Crimmitschauer Arbeiter. s [ Bevollmächtigter zum Bundesrat, Herzqglicb 1äch11ch-a ten- burgiscber StaatSminister von Borries: Dte Leere de_s Hauses könnte dem Vorredner zeigen, daß das Haus-an alxenburgtsxben An- gelegenheiten kein großes Interesse _bczt. „Diese Dmge geboren aucb ar nicbt hierher. Da ich aber zufaUtg b1er anwesend bin, ,so will Ich antworten. Die Vsrordnung über" das Sammelesen m Vex- sammlungen 111 11icht erlaffcn znr Bckampfung dex Soztaldemokrattc, sondern ganz aUgemsin, weil das Sammelrmzskn" ubxrbanb genommen batte. Es durfte nicht an 61116111 fremden Orte fux dn: Crcn1mixsck1au2r Arbeitcr aesammelt werdsn. Das; im Ssptember _vortgcn Jabrks 6111 Not- stand in Crimmitschau nicht bestand, hat der“ n'ettcre Verlauf dsr Sache ergeben. Wir haben aUerdings geglaubt, daß Hsrr S111ckle11, dxkr außer- halb Altcnburgs als Agitator bekannt wc_1r und 6111 118111l1ches Ye- aister bon Vorbestrafnngcn aufwies, aufretzend 1617811 wyrds. Spater [10an wir uns übsrzkugt, daß er dress Gabe doch nicht 111 dem Grade? befißt, und seine Versammlungen smd n1cht VZrbotxn wvrdkn. .Zu Weibnacbten find aUerdings Vcrsaunxckunqen Cr1mmztschaucr Arbctter in Altenburg bkrbotén worden, wsil Die Bewegung emen crnstba1teren Charakter angenommen batte. Vbrber waren Versammlungen 111- gelaffen, die sogar von 3000 Arbeitern besucht Waren. DEU von nur auSgesvrocbenen Saß: Höher als das VersammxungNeM und das Koalitionérecht steht das Recht der r1_1b1g€n Bur er auf Ordnung und Sicherbéit, muß ich in vollsm Um1a11ge aufrk terbaltcn. Ruhe ifi das erste Bükgerrecbt. Bevollmächtigter zum Bundssrat, Kbniglick) sächfis_cher Geheimer RatDr.Fi1'cher: Auf die einzelnM'Fälle dss Ver1ammlung§ber- bots in Sachsen bedauere i_ch rzicht Umgeben z'u köLnsn. „Ick hqbe schon im voriaen Jahre erklart, 1ch nehme an, dtese Frage tst 11) em- gebend bier erörtert 1110111211, daß ich es ablxbnen, muß, nach nochmals darauf eimulaffen. Ein ehrlicher Mann Halt sem Wbrt; ba abex der Abg. Stücklen neu im Haus? ist, darf ich ihn auf d1e1e meme fruhere Erklärung verweisen. , Abg. Stolle (Soz.) erklärt 'Es 1ür_sei11e Ebrkppfxicbt, auf die schweren Angriffe, die gegen die Cr1mmit1ch_auer Arbe1ter1cha_ft erhoben wo1den wären, zu antworten. Dcr Gcbe1me Ravt Dr. F1fscher babe die aussxésvékrte Arbxiterx'éoaft für die Aus'schrenungkn 111 Cr1111- mitschau vkrantwor1lich gemacht; das set ems grobe, Unnchttgfett. Der Gebéime Rat Dr. Bbbmert babe 11111 321191115 dafur ab- gelept, Laß niÖt Von den Arbeitem, sbybern bon dsa Unternehmern der Frikde gestört, die schlimmen Zu1ta1de, Verschuldebworden 161811. Mit diesen Verdächtigungen der Crimm1tschauer musse, xr trqß der späten Stunde eine Gkneralabreäpnang baltep. *Nicht bre Sozialxemokratie habe den Streik (1811111111; der Streck se1 eme 1131116 Privatsache ker (Trimmilsckyaue'r Arbeiter gewesen. Redner fuhrt dann ein sehr umfangreiches Material von Vquommniffen box, die beweisen sollen, wie weit gsrade der TerromSmus der Fahn- kanten und dieMitschuld der Polizeiorgane, namc'ntlich der Gendarmen, fühlbar gewesen sei. Ausführlich behanxelt ex das Vyrgebßn der Crimmitschauer Fabrikanten gegen eme Tx1kotagenfczbr1k, _d1e längst den zebnstündigen Arbeitsta in ihrem Bexrrebe eingefubrx batte. Gkgen diese Fabrik babs der sabrikantenvercxn den urzerbortxsten Terrorißmus aus;;eübt. Dubon habs aber dex Gebe1me Nat F1scher n1chts erzählt, davon seiibm viellei lauch nichts bertchtet wordLn. Em Fabrikant be Arbeiter auf offener traße Jesbrü elt, der ProzeßL Uebe 1101?“ 'der Klaffenjustiz, die in Sachsen 31c,che, wsrde der © „lager 1111) 1 limvflicb davonkommen. Redner polemtfiert dann_ gegen die nxultcben Ausführunxzzen des Abg. Lebmann; der (111111 „die" HandlunYSWUse _der sächfi1chen chgierun gcbiUigt batje. T1? „sach1zschk Negterun? hatte ihrem Ansebm be1 er gkdient, wenn, fie 111 d1esem_ w1rtschq tli en Kampf eine r-Fewim-xw Stellung emgenommen ba„tte. Mtt Klfe der Gendarmen hätten *die Fabrikanten 518115111, mora11sch aber se der Sieg auf seiten der (Crimmitschauer Azb§11€r und „der deutsxben Arbeiter, dis: ibnkn geschlossen ihre tatkrafttße Unterstusung gewahrt ätten.
Wunder sei, wenn man sich den WUYMI eines überwachenden
Beyollmächjigter zum Vuudeérat, Königlich1ächs11cher Geheimer Rat Dr. Fifthec: Ich las einmal in einemZettungsbexiÖt: Nach dem Abg. Stolle kam ker Geheime Rax Ftschec. Das txt so fiYr wie das Amen in der Kirche. Ick wt“ck 11111: Furz erw dery. eb [ck15 Herrn Geheimrat Böhmer! fehx 9111“ 1111 bxbe mtt ihm in reier Liebestätigkeit zusammen earbettet. H2": Vöhmert ist pen- sion'urtür Beamter und nur als rivatmann nacb (Cximmitschau_ge-
Er ist zu solehen Arbeitßwilli kn gekommen„ dten1cht bedran t vor 11 „sind; das widerlegt meine Ve auptunqen necht. Herr Sto e
mitscbau an, die den TerroriSmus der Arbeitgeber gegen die Arbeiter beweisen soÜen.
fanir), Dr. David und Bebel wird der Titel 1_ „Gehalt des Staatssekretäxs“ .bewilli t und gegen 8 Uhr dle wettere Beratung des Etats des Rei samts des Innern aufMontag
1 Uhr vertagt.
Nummer d. Bl. berichtet worden.
Abg. Stolle führt eine Reihe bon weiteren FäUen aus Crim-
Damit schließt die Diskussion. Nack) persönlichen Bemerkungen der Abgg. Wurm, Kor-
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordnejen.
12. Sißung vom 6. Febrnar 1904, 11 Uhr. Ueber den Beginn der Sißung ist in dcr vorgestrigen
Das . aus 1th die zweite Vcrqtung des St_aatshaus- haltsetaZs für das Rechnungswhr 1904 1111 Etat der landwirtscha1tlichen Verwaltung bet den dauanYen AUSJaben für Tierärztliche Hochschulen und Vetcr111ar- wesen fort.
Auf die Ausführungen des Abg. Hackenberg (111.) er: widert der
Minister für Landwirtschaft 2c. von Podbielski:
Ich habe Vorher einzelnen der Hertcn, die bereits die Frage Be- kämpfung der Maul- und Klauenseuche berührten, nicbt geantWortet, Weil ich. wußte, daß bei den verschiedenen Titeln dss Etats noch mehrere Herren ihre Wünsche in dieser Sache zur Sprache bringen woüten. Ich nehme xmnmebr Veranlassung, zumal ich aus der Redner- [iste entnehme, das; vielleicht noch einer der Herren auf die Sache zurückkommt, diese Frage 119113 einmal eingsbend hier zu besprechen. Was zu11ächst meine Bemerkungen über die Wahlberbandlungen bstrifft, so stehen dem Herrn Vorredner meine Akten zur Verfügung. Ich will fie nicht dem Hause unte'rbrsijen. Ich glaubs, er würde auch für seine eigene Partei etwas daraus entnehmen können. Ich babe nie behauptet, daß da 1111113 11013 etwas ge- scbebe'n sei. Das will ich auch jetzt nicht aussprechen. Was nun die Sache selbst angeht, so find in den Blättern sehr scharfe Vorwürfe gegen uns erhoben, und (*in Teil dabon ist auch heute, wenn auch in liebenSwürdigerer Form, borgebracht wordm. Ich muß fast sagen: es tut mir leid, daß ich an bsrschi€dcnch11 Stc-Üen zu gutmütig ge1ves€n bin. Meine Herren, als die Seuche dann an 311961 Zeitpunkten _ es war, glaube ich, etwa im Dszembcr 1902, dann im Frühjahr 1903 _ ins Abflauen kam, smd mir aus den Kreisen unausgeseßt Petitionen der Beteiligten zugegangen: mildere, komm uns doch ent- gegen! Ich könnte den Herren Hunderte solcher Petitionen zeigen. Ich War fo gutmütig und habe gesagt: wir wvllkn auf di? Wünsche 6111- geben, ich hoffte, daß neue Ausbrüchk nicht kommen würden. Leider kamen die Ausbrüche aber sehr bald wieder; jetzt erhebt man daraus gegen mich einen Vorwurf. (Widersprucky) Ja, 111€ineHerren, ich habe gehofft, die Seuche wäre überWUnden, sie War aber nicht überrvunden. Ich muß dem Herrn Vorredner ferner sagen, ich habe mich dessen nicht gerübmt, sondern ich habe gesagt, ich hätte mich für Verpflichtet gsbalten, wo ich glaubte, der Seuche beikommen zu können, in erbeblichem Umfange staatliche Mittel aufz111venden. Die erwähntcn 32 000 «E find nicht etwa aufgeWendet Worden, um Viel) zu kaufen, 10:1dcr11 um die Differenz außzugleichen zwischen dem Gebrauchswerte und dkm augenblicklicheu VerkaufSWertc. Dadurch gewinnen dies? Summen noch einen ganz anderen Hintergrund; sonst würde man mir ent- gegenbalten können, daß es doch nur wenige Stück Viel) gewesen wären, vielleicht einige 60 Stück Vieh, wenn Sie das Stück Viel) mit 500-1k bewertsn. Es würde das sebr wenig gewesen sein, sondern die 32 000 «16. Warsn die Differenz zwischen dem Gebrauckyanrt des betreffenden Stücks und dem augen- blicklichen VeraufSerlös. Meine Herren, es ist zwckifellos _ ich muß das auch hier wieder- holen, wie 111) es gestern im Laydesökonomiekollcgium ausgesprockyen babe _, eine ganze Reihe von Maßregeln find mitErfolg nur durch- zuführen, wenn die Behörden auch von der Bewölkerung selbst untsr' stützt werden. Meine Herrcn, es ist den Beamtcn unmöglich, bis in die leßtcn Ecken bineinzuleucbten, wenn nicht die Bevölkerung selbst dabon durchdrungen ist, daß die Maßregeln in ihrem eigensten Jntcr- effe liegen. Disse Unterstüßung babe ich _ ich muß es bier bffkntlkch aussprechen _ nach jeder Richtung hin bé't der Landwirtschafts- kammer der Rheinprovinz gefunden, aber nicht so bei der Be. Völkerung der betroffenen Kreise selbst. Es find immer und immer wieder Orjscbaftcn gefunden wvrden, wv Leute Wußten, daß Tiere krank waren, _ und fie haben es nicht angezeigt. Das smd Schwierigkeiten _ da weiß man wirklich gar nicht, wie man da vorwärts kommen soll. Weiter _ das muß ich auch anführen _: in dem Krcise Simmsrn wie in allen Gebirgskreisen [ichn die Ver- hältnisse viel schwieriger und intrikater als in anderen Kreisen. In diesen Gebirgsdörfcrn sind die Gehöfte eng gebaut, die Häuser liegen alle an den schmalen Straßen, die Dungstätten sind an der Straße selbst oft in der mangelbaftesten Art angelegt, der Besitz ist unendlich zersplittert also alles Momente, die es erkläre11,daß, wenn in einem solchen Tale dié Scuche ausbricht, sie in kurzer Zeit _ oft springend, bald hier, bald da, durch den regen Verkehr innerhalb der Ort- schaften, durch die Passage von Fubrwerkem durch den Verkehr bon Ort zu Ort immer wieder weiter getragen wird. Darin liegen be- sondere Schwierigkeiten, die 111 Simmern der Veterinärverwaltung reichlich entgegengetreten find. Es würde falsch sein, wenn ich von einem Siege spräche; denn es wäre ein Sieg über Trümmern (sebr richtig! bei den National- liberalen), und sagte: es wäre jevt Ruhe. Darum handelt es fiel) bei dem Kampf nicht, sondern der Sieg liegt darin, daß die Seuche nicht weiter um fich gegriffen hat, daß fie insbesondere nicht in das Rhein- land übergegriffen hat, in dis wertvollen Bestände der Niederungen. Das ist ein Erfolg, der meiner Ansicht nach im Interesse der Al]-
Berichte geben, hat man“ nicht das Bxstxeben, ein Stück Vieh jahre- lang in seinem Stulle zu haben, sondern die gesamte Beßölkerung treibt eigentlich Viehhandel. Der gewohnte viele Wechsel in den Viebbeständen wurde durch die Sperrmaßregel zeitweise verhindert und der landläufige Viehhandel unterbunden, und das hat natürlich viele Unzuträglicbkeiten mit sich gebracht und viel Erbittaxung hervor- erufen.
9 Nun möchte ieh die Herren bitten, die vom Lande sind und einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche alle mehr oder minder _ leider _ in den Vergangenen Dezennien wvbl schon miterlebt haben, fich zu bergegenwärtigen, wie es beim Ausbruch der Seuche in einem Dorfe zugeht. Wenn der Verdacht entsteht: hier ist Maul- und Klauenseüäye, da wird, ehe der Tierarzt kommt, ehe die Polizei ein- schreiten kann, ausgerissen mit dem Viel) in einer manchmal, ich will mich Vorfichtig ausdrücken, Wenig schönen Weise.
Ia, meine Herren, darin liegen dicSchwierigkeiten der Situation, die Schwierigkeiten der Bekämpfung; und das bat fich immer wieder und wieder gezeigt. Wenn in dem Moment alles Viel) zu Hause bliebe, kein Sch1ächter berangebolt würde, um schnell noch das Vieh abzuholen, 111 schlachten und zu verkaufen, meine Herren, dann würd? ja die Sperre einzuschränken sein.
Es würde aber _ das möchte ich gegenüber einem der Herren aus Oberschlefien anführen _ unendlich schwer sein, von der Zentral- stelle aus alle örtliöhcn Verbältniffe zu übexseben und zu sagen, wie weit der Rayon gegriffen werden soll, der ge1perrt wird. Ich möchte ibn immer so eng begrenzen, wie es möglich ist, aber auf der anderen Seite auch so Weit, daß man einer Verbreitung mit Erfolg zu wider- steben vermag. Das find aber die Punktx, die meiner Ansicht nach nur auf Grund örtlicher Verhältnisse bestimmt werden können, und ich erachte es als äußerst schwierig, Wenn bier einer der Herren Ab- geordneten wünscht, es sollc nach dieser Richtung hin von der chtral- 1111111111 Vorsorge: getroffen Werden, daß ein? glsichmäßige AuSgestaltung stattfindetY Dazu bin ich, das muß ich zu meinem Bedauern sagen, nicht in der Lage.
Meine Herren, mein Wunsch gebt dahin, das; immer weiter in die Kreise», unsersr ländlichen Bevölkerung die Ueberzcugung dringt: 111111111 jemand von Dcr Seuche betroffen wird _ scbleunigste Anzcige, nichts verbergen, die Bestrébungen der Veterinärpolizei unterstüßen! Dann kommen wir vorwärts. Aber gerade dies€s Verbeimlichen, das ist die größte Gefahr und das beste Mittel, die Seuche weitsr zu Verbreiten. (Sehr richtig!) Nun Wcrden den Kreistierärztcn Vor- würfe gemacht, fie hätten dies oder jenes getan odcr unterlassen; ich habe dergleichen auch in ckden Zeitungen gslescn. Ich will ja nicht leugnen, daß vieUeicbt einmal ein Versehen vorgekommen ist, aber das muß ich behaupten und feststellsn: die beamteten Tierärzte haben unter ssbr großen Schwierigkeiten lrcu und unermüdlich gearbeitet. Ick) babe Von hier aus sofort meinen Nterinärtccbniscben Hilfsarbeiter bingesandt, und auch jüngere Tierärzte zur Unterstüßung der Kreis- ticrärzte bingesandt, 11111 in dem Bezirk Klarheit zu schaffen. Denn, meine Herren, für jeden Einfichtigen War .es unzwsifclbaft bei dem sprunghaften Auftreten der Seuche an Verschiedenen Punkten, daß die Seuche schon länger in dem Bezirk herrschte, und es hat fich das ja auch bestätigt. Ich habe sogar in der ersten Zeit einen Seuchen- kbmmiffar ernannt, weil ich glaubte, daß das Seuchkngebiet sich nicht bloß auf den einen, sondern auf mehrere Krsise erstreckt, und wcil ich wünschte, daß die Bekämpfung einheitlich gestaltet würde.
Aus allen diesen Ihnen dargelegten Vsrhältniffen möchte ich das hohe Haus bitten, die Ueberzengung zu gewinnen, daß wir wirklich nur mit streng durchgeführten Ykaßrcgeln, wie fie auch (der Herr Abgeordnets ans Emden gswünscbt bat, zu einer Reinhaltung unscrer Visbbestände von Seuchen gelangen können. Nur Wenn scharf und fest die Kontrolle und die Absperrungsmaßregeln durchgeführt wsrden, daÜn wkrden wir die: Seuche, trotz einzelner sporadischsr Ausbrüche niedcrbalten, und die schweren Verluste, die in diesem FaÜe den Kreis Simmern getroffen haben, werden dann nicht für das Vaterland im allgemeinen eintreten, sondern es smd doch immer nur kleine Teile im Verhältnis zu dem großen Ganzen, das zu schützen ich mich unbsdingt für verpflichtet halte. (Bram)! rechts.)
Abg. Engelömann (nl,): Wir haben nicht mit der Seuchen- bekämpfung Agitation gstrieben, sondkrn nux versprochen, _ebcntyelle Härten hier im Abgeordnetenhause Vorzubrmgen; Das batte xeder andere auch getan. Aber das muß ich sa cn“; 'd1e' Maßnabmsn der Regierung find zu weit gega11?en. Zum, 611p1el Wurde der Markt in Kreuznach gesperrt, obwoh dort kerne Seuche herrschte. In Bingen da egen, wo die Seuche herrschte, wurde der Iskarkt 11ich1 ge- fvsrrt. J meine, was dem einen recht ist, ist dem andern brütg. Natürlich gingen die Leute mit dem Vieh einfach _nach Bmgen, SoÜte die Seuche in Simmern nochmals ausbrechen, 11) bitte ich den Minister, scharf gegen fie Vorzugebcn, aber doch ein wenig den lokalen Vsrbältniffen Rechnung zu tragen. Ick) habe noch eine Bitte an ch Minister: es sind im Kreise Simmern zwci anständige Bauern 1m Laufe der Seuchenbckämpfnng mit Gefängnis bestraft worden. Ich möchte den Minister bitten, doch dafür zu sorgen, das; ibncndie Strafe
erlassen wird. b ck L fck ft Ab . Marx (Zentr.): Ich in chb na dcm andwirt a s- ministerßum gegangen und babe um Schonung für 'die Bevölke'rung ebeten. Ich muß entschieden dage en Verwahrung emlegcn, das; der * inister dies mit den Wal)an z1111a111menbringt. Wir glaubc'n dem Minister (1qu Wort, das; er ein gutes erz für dje Landwirtschaft but, aber anderseits gibt es auch hikr im Hau e eine Re1l1e 11011 Abgeorbncten, die ebenfakls ein gutes Herz für die Landwirtschaft babe". Jnsdtc Bc- völkcrung ist jedenfalls der Glaube an das gute Horz _dcs Ministers nicht gedr11ng€11 nach seinkm scharfen Vorgehen im Kre1se Simmc'rn. Einen falcberen Standpunkt kann 111an n1cht einnehmen, als btcle Beamten t[)n eingenommen haben: wtr haben zu be1cblen, und ihr habt zu gehorchen; wir haben j_a Gendarmen, dw den Gehorsam erzwingen werden. Vor allem ist wichti1, das; die Leutc zu den Bkamten das Vertrauen gewinnen, da? 11 es nur i,n ihrem Jntexeffe es ieht. Der Landrat meines Wahl reifes bat s1ch [direkt daruber bes wert, daß ihm zu viele Gendarmen zur Verßugunß gestellt worden seien. Wenn das der Landrat sa? dann" mu _xs och schon dick kommen. Und dann muß ich sagen: ke Gebnbrcn 1111: die Unter- suchung des Viech sind umsonst äczablt Wordcnz' denn trov des Scheins, der den Veßvern ausgestst wurde, ist tbnen durch das Marktberbot der Handel mit Blei) unmöglich gemacht worden.
(Schluß in der Zwviten Beilage.)
gemeinheit errungen worden ist, und das wollen wir auch bei der
te, eie Arbeitgkber hätten TerroriSmus geübt. Habe ich denn YF GTULUU bebauwet? Oder ollie ich akle vierzig Falle einzeln M WMUM anführen“- Es nd Türen mit Kot beschmiert und
ganzen Beurteilung der Angelegenheit nicht vergessen.
Berlin; Montag, den 8. Februar 1904. M
(Schluß aus der Ersten Beilage.)
Ab . von Pappenheim (kons.): Die Vorwürfe ge en die land- wirtscha9tlicheZentralbertvaltun können nicht unwidersproFen bl€ib€n. Schmere Sebadkn find dadur vsrbindert Worden, da die Minister der Landwtrtfchaft _1md_des Innern energisch die Sem enbekämpfung untxrnabmsn. Dqß d1ese gklang, ist nur dem rückfichtslosen Ein- Brafen der R€gteru11g zu danken. Wenn bei u11tergeordnet€11
rganm Mißgrtffe vorgekommen sind, so ist das bedauerlich, aber die Vorwurfe gegen dix Zentralverwaltung find nicht begründet. Das; !okale Scbtxwrzen dadurch entsthen und der einzelne in seinem Ge- nerbc ge1chadigt wjrb, ist Ebenfa s zu bkdauern, muß aber hingenommen Werden im JUthéffL der Allgemeinheit. Dic Vorredner habkn die ßctroffenen Ma nahmen a1,1ch nicht gczradc kritisieren wollen, sondern aten ba'uptsa lich,u1nR11cks1cht aus dj_e lokalen Juteresskn. Das kozumt nur 10 Vor, wre: jvasche wir den Pelz, abkr mach' ihn nicht naß! Fur die Zantralbeérwaltung kann cs_11icht auf die lokalem Intcressen ankommen„ [budern auf dre der AÜgemcinbbit. Wir müssen dsr Re- Ferung das bffentli e Jntc'resse auf das 111t1chi11denfie ans «Herz 11211811. enn wir dte Seu enqnelleu an der (Grpnzs verstopfen, müssen wir uns dasselbe auch im Inland «811111611 lassen; denn die Seuchenberde im Julqnd sind besonders genfäbrlich. _ Berben AUSgabc11 fur die Untersuchung des in das Zoll- :nland emgchsnden Fleisches bcschtvc'rt s'ck)
Abg. Füxbringer (nl,) 1"!er die Art der Ausführung dikssr Untersuchung 111 Emden; es fehle dort an den notwsndigen Ein- richtungen zur gSWiffé'ZlbasTClT Untczrsucbung. Auch die Gebühren für diese Unte11uch11ng mußten in anderer Wcise gcrc'gélt werden.
Minister für Landwirtschaft 2c.- von Podbielski:
ngemein möchte ich dem Herrn VorrednLr erwidern: das; bei der preußischen Vkrwaltnng nicht mehr Klagen über angeblicbs Ve- einträchtigungen des Handels durch die Vorschriften über die Unter- suchung aublämdiscben Fleisches eingegangen find als anderwärts auch und aW ste gswöbnlich find bci Neusinrkchtungen, die 1111) Erst ein- leben müssen. '
Was nun die Klagen C'mdens anlangt, so höre ich [)(-ute zum crsiM Male bon solchcn. Meine Herrkn, es wäre mcinss Erachtcns magebrachter für den Herrn Obcrbürgermeister 111211181611, fich zuerst an seinen Regierungspräßdenten mit seinen Beschwerden zu Wenden und auf diescm Wege cine Abändsrnng zu crstreben, als hier mit (1111161116111 gebaFtcnen Klagkn das Haus zu bsschäftigcn. Ich kann jedknfaüs dazu bier keine Stellnng ncbmcn, da mir die Verhältniffe nicht be- kannt sind. Ich möchte, mir aber doch erlanbßn, anzuführen, daß zur Zeit 111 Emden die Einfuhr auIländisckxsn Fleischks, soviel ich weiß, ziemiéch gering ist, 11111) das; es mir doch béim ersten Ansehen ZAVlifélhaft erscheinen muß, ob es 1101113910311] ist, dort zwei Unterfuckyunsxsstellkn ein- zurichten. Indessen auch hierüber n'e'rde ich mir ein bkstim111t€s11rt811' erst bildc'n, wenn die Sache an mich gelangt ist. Jebenfakls liegt noch keine Entscheidung meinerseits bor, mit der der Herr Vorrsdner unzufrieden sein' könnte. Wenn er (111 einer solchen Entscheidung Kritik üben Wollte, so kann ick) ihm das nicht VLrWLban. Aber darum handelt es fick), wie ich wiederholc, nicht, sondern um eine mir völlig unbekannte Sache. Ich muß doch bitten, daß auf geordnétem Wege vorgegangen wird. Ich glaube, wir Waren dann eine ganze Menge Zeit für Unsere Beratungen. (Sehr richtig!)
Nbg. Zürbringer erwidert, Laß der Regierun spräfidentbkreits damit befa t_ worden sei, aber„aus Sparsamkeitsrück1chten nichts babe bessern können.
Der DisPostjionsfonds zu Pxämren bei Pfkrde: rennen tft mit 231000 «111 nusgßttattct, und zur extra- ordinären Verstärkung dtcscs'Fonds 111111 500000 „16 vorgé- sehen (250 000 „16 rnehr als 1111 V0r1ahr).
Berichterstatter Abg. von Arnim résericrt über die Kommisfions- verbandlungxu. Cinc gute Vollblutzm'ht séki obne Prüfnng durch die Rennen nicht denkbar; 1vc1111 dEr Totalisator abgeschafft würde, müßtén die Fonds für die Rennen noch mehr Verstärkt wcrden.
Abg. Dr, Wiemer (fr. Volk»): Dem Rennbkckin sol] durch die erstäkfung ein Ersa für den durch die Besjcnerung dcs TotaliHators entgangenen ewinn gegkb€11_11*erde11. Wir babsn schon in frü er:"u Jahren diese Forderung bskamzxft. Früher enthielt der Etat dafür nur 230 000 “Fi, aber der Appettt kommt mit dem Essen; jeßt find 15 731000 “sé Man sagf, 11111; auf dsr Linksn bexständcn von der Pferdczucht 11ichts. Li-H11ng-T1ck1ang erwidérte einmal anf 01110 Einladung zu einem PferderennLn: das; Pferde [11111611 köUULU, weiß 1 ; daß Linx; sch11c11€r läuft als das andere, wciß ich auch, 11nd1velchcs s nelle: läust, interessiext mich nicht. _Es bandelt fich hier für uns
er um Volkswirtschaftlicbe Interx'ßen, um die Jntcrksscn dsr Steuerzahler, da hierfür Staatßmrtfcl berWSndet werdcn sollen. Die Meinungkn über den Wert der Re'nnen und de's Totalisators sind gkteilt. Dic „Schlefiscbe Ztg.“ sprach swb vor drei Jahren, als wir bikr dieselbe Sache behandelten, gegxn dlc bobcn Prämien, gcgen den Totalisator wie Wem das 116111191" System überhaupt aus; sie schrieb: Nicht das 5 0111 der vaterlä11d11chen Pferdezucht, sondcrn nur das Jntercffc der Wettendcn, spricht das maßMbende Wort. Erst unter der Herrschaft des Totaltsators bat _s_1ch dcr chbsel 11011- 34) en, welcher der Landeöpferdczucht Verderblicb 11t. Wir werden 11115 ni t durch die länzendcn Außenseitexn “bxstsckpen lqffen. Es gibt nur das eine Feldgeßchrei: .Der Totalisator tft de_r Fetnd.“ Die Rennen uzerden nicht immcr allein durcb die Tücthkett dcr Pferde c11tschiedx11, dle Jockeys haben nach ihrem Gefallen den Si? in der Hand und balkon unter Umständen die Pferde absichtlich zurit . Aber selbst wcnn die Rennen eine Prüfung der Lcistun sfäbigkcit der Pferde darstellten, müßte doch gefragt werden, ob es im i?taatlichen Interesse liegt, den Haupt- wert auf die S nelligkeit der Pferde zu lsgen, oder ob nicht gerade für militärisch x1vecke andere Momente in Betracht komme'n. Der englische Vollblutbengst „Ard Patrick“, der 1111 Vorigen Jahre gekauft wurde, ist mit 420 000.111 bezahlt worden, (111 andcker b11t280000«kü gekostet. Man muß fragen, ob die Ausgabe so bobcr Summen für englisckpe Pferde wirklich berechtigt ist. In einem _fach111ä11nischen sYrtikcl wird darauf hingewiesen, daß die schnellen Pscrde wobl 11118 riesige Schnelligkeit, aber auch Knoche'ufebler über K11ochc11feb1cr ber- erben. Man kann nicbtsa en, dax; die Sckpnxlligkeit gerade im Interesse derRemontierun unsserer rmee ic t. DiePcrabse ung der Totalisator- teuer und die er tä1k1111g dcr ennprämien scbe11i114111sa111111c11-
ng; die Interessenten dcr chnprämien agiticrt'n für e*ine Herab- sevung des Totalisatorstemvels von 10 auf 60/0 Das Ober- veertungsgericht und das Reichsgericht haben den TLt-alisator für eine be onders gefährliche Form der Vkrfübrung 111111 SYM erklärt, Der inisicr will die Wettburcans unterdrücken aber sie t nicht der Totalisator auf demselben Nibeau wie die Wett urcaus ? Hier muß man rundsä lich Vorgehen, anch gegen den Totalisator. Der Minister
Mjnisiers für Bérlin, Fffentsics) zeigt er es auch an anderen Stellen. Wir find gcgkn diese erwendung von Staatsmittsln für private Imecke und beantrag€11, die Forderung ZU streichen.
Minister für Landwirtschaft W. von Podbielski:
Meine Herren! Ick) möchte eins: Rcibe technischer Fragen dsm Herrn Oberlandstalsmeister aks-dsm [1171111811611 Vertreter zur Beant- wortung übcrlaffkn und mich 16131 nnr gcgen gewisse Ausführungcn des HELM Vorredncrs wenden. Ick sags ganz offén: warun1--soll nieht aueh an Maßregely und Vorsehlägen der Regierung 6111? Kritik geübt Werden? Ja, ich stens mich sogar über diese Kritik; denn durch solche Aus- sprach€ mit Männsrn, die 8111811 kkaren Blick haben, kommt man oft zu der Uebsrzcugung, daß man 11111 112111911 6111911911 Ansichten bieUeichf nicht ganz den richtigen W613 JMÜUJLN ist, und daß bieUeicht der Gkgncr Elst die richtig€11 Fingerzsige gibt. So boffe ich denn auch, daß dé!" HLN" Vorrsdncr und die Herren, die jktzt Bädenkmt tragen,
kon1111e11d€11 Berbäljnisse noch zu €i11€111 andern Entschluß gelangen jrerdcn.
Gkbén Sie, biin“, zunächst darauf zurück, wie Unskre Landes- pferdczuckxt s1ch in Prsußcn entwickelt hat. Die Lardkfpferdczucht stand 1113er Mein 1'111 Disnst dir AYMLC', d. b. 11111818211111111111119 von Hengsten ging darax-„f hinaus, für Flikben und Krisg die kaontierung der Armee fichsr 311 1'1cllkn. Mit dem A11wachscn ber Ansp1üche der Landwirtschaft 1711); 111 111111111 511611611 für Die Jntcresscn dsr landwirt- schaftlickzsn PfUdczuckx-t, 11111111 ich sie „so bezcichncn soll, schwerere chgsfc' (?ÜlJLstCÜt worden. Ich «111111618 (111 bis wcrsÖie-kenkn Erörte- 1111111111 in dsr Budgetkmmnisfion Über die rbkiniscbc La111€§pferdczuchß dis 6111211 bede1111'11den Aufschwung (1011011111101! bat, und (111 Die Wünsche, die (1111? Wystfalén WSJM Vérmcbrnng der sch1rch11 Hengste (1811811?) 9811111111111 sind, 113111118, 1116 ich bcffs, 111 den 1701111118111611 300an immer nécifer bkfrisdigt WLTÖCU kbnnkn, da wir damit wirklich Gutcs im Jntc-rcssc U11ser€r k1€i11€rkn land1virtschaftlkchk11 2591161111111111 11111.
BÜ dsr VoÜblutzucht aber Handelt es sich _ Und das 111111; ich immék wikdsr bLkbbrbchn ---- 11111 das Mom-knt der Sich€rsl€ll11ng der Rcmontisrung 111116181“ Armee. Es ist eben nicht 111511111), alle Pferde in bszug 0111 ihre Konstitation zu prüfen, und darum 1111111811 wir die Vaterpkabc cinsr ernsten, dansrnden Prüfm1g 111191111911211, damit wir in 11111611 wirklich 111? ReproWktwren habs", 7116 1111 ©111111dbeit, an Widkrstxxndsfäbigksit, an Ausbilk-Wg 11111 Hkrbbrraßsndks hervor- z11bring€11 bermeen. ,Das ist die UebérzengUng, dis nicbt nur bei der Preußischen Gssiütbbs1'1valt1mg bc'stkkt; 111-111, fie 111 111 England, in Frankrc-ick), in Okstkkkkick), in Rußkand 111 finden Und ist hinüber- gegangcn übér das WassSr 311 1611 Praktisckycn ?[111111kancrn und Australiern. Wollen Sie diese Kox:stitutio11sprüf11mx bsrwerfen, so werdén Sie), 11316 wir das bei den scbwerenPfe'rden 11111711, Rohrer im Ställe habs", Tikre, dersn Lunge, dcrcn Herz 1111111 111 O1d11ung ist, wäbrknd es notWLndig ist, daß das Pfeérd unserss Heeres j€derz€it brauchbar ist.
Meine Herren, es handelt fich nicht um die Verwendung von VolLbluipfkrden in der AMW; das Wesentliche ist die Erzeugung eines guten Halbblutpserdks, und kuzu brauchen wir das geprüfte VoUblut.
Ehe ich zu dcn Sch1ußéb11xc11111gen komme, möchtc ich auf die Frage dcs Totalisätors 111rückgrk'ifs11. Dic Schrift des Landstall- mcistcrs GMÖMsTC gib“. ancn 111111 0111811 131111111111 5211111311111; über die VkrbältUissL 111 dcr F1ch11156111chen 3191111011. Somst wird 11115" ja so gern bon dcn HEN'LU 1101139113111", 11111? 111195 111 ci111"r Répnblik geschisbt. Mkine'. Herrsn, 1911111 111 diescr NO 1111111" bält 111.111 1611 Totalisatbr für ka11rd-31“11ch, gerad? ÖZC 27311111“, ?'11“ 1€11 bsdcntcndcn A1111chw1111g dcr französiscbcu PfsrdczUckxt crmbgUÖt 111111111, smd “(“-11:11 den Bctrisb kes Totalisators géschaffun Words» Akbnliä) lécgt vs 111 Osstkrrsiä) 111111 in England, 1111) fich dieBuch11617511111919105 bsi 111»s€11111*ick€-[t babkn.
Hkrr Dr. 2131911161 bat keins 1111111118 Auffaff'nmg, 11191111 er saZt: jetzt ist man willkns, für 171011“ 11111chei11911d 111811113111 cinbringöndsn Ptébutinftitntk Esldmittcl d(s Staat:“; flüssig 511 111ach6n, _ ich glaubs, so waren 1111111111111 119 erfs. Mkins HMM, darum bandclt es sich nicht. Mam 111118 111 :D51111'cl11111d fiir dic Rs1111bsrci11e 92111111an Einnabnwn bis 311 dcm anxnt, 1111) durch eine Srbcb11che Erbbbnng dsr Totalisatorstsncr sin Krankbcitzbild Entstand, Welches wir allk', die «'i; im RMnbctricb: 11611611, 1111111111113 [)(-klagen. Dic Staust- crböbnng 1161"; die 111111111011 Wctjbnslans cmstcbkn; 1111111 [11111115on auf dies? Weise: derm Staat die SMM nnd 1111111111116 3111111110 die Ein- 1111b1ncn dsr kaMrcink. 2135011115 dicse bor 111ckt 1111113 10 Jahren übcr 1 Mionn „1115 Um Totaliszwx bczvgcn, “smd kik Einnabmen im letzten Jabw 11111 Uwa “5-00 000 ;“: 1111111611.
V.)?cins 115911811, dcn Hsrrc:1 1511 111111111 U1öchfeé ich folgsnde's er- widern: 311111111111 find die 0T1111:1*chr:*511c kkiné Ern'crbßbchink, sondern es sind Vcreinc, dic [TÜJÜÖ 151111111 find, die L11nkespfk1dczucht 311 [1011611 und- zu fördcm; 11: "'kkklll cbrcrmmtlick) VerwaLtet und haben die VcrpÜicbtunJ, 11116 aus dem T1111111111wrbe'1ricbe ib11911 zufließenden Einnabmcn für Zwsckr' der La11dk§bfkrdkzucht zu ver1vs11ken. Moine lercn, Das ist dkr K1'111p1111kt, 1:11d ich würde mit dcm Herrn Dr. Wimmer der (1110 skin, dcr dée' C11111ch1111111 dcs Totalisators bekämpfte, Wenn nur ein Groscbcn nicht für 31111'11'1' der Landkspferdcznäyt ver- wendct wcrden würdr. Disse (1011111111181! der Rennbcrcinc diénén wesentlich öffknllicbrn Juterrsscn (101110 Wie in Frankrricb, wo man jeyt wieder 111 der Lage ist. über 10 ?)]killibmn Francs aus dcn (Fin- nabmcn dcs Totalisators 311 VLNVCUBMT ich kann dcm Herrn Abge- 015110th aus den 19111611 Rckbandl1111gc11 kes dortigen 1-111-113111g131atik zsigcn, daß man in F1a11krcich 11116 Stcmr 111161“ 8% von dem Totalisator für eine Unmöglichkcit «klärt léat. Msine Herren, durcb einc zu hohe Steuer schafft man immer nur krankbaftc Mißstände. Würde nicht 3. B, 6111? hohe Kaffckstcncr nur die Folgc haben, daß dic Pasche'rci sebr 3111111111116? Habs" 111643111111 das nicht oft aus- gc'fübrt'.“ Ist cim- Steuer zu b&b, so rsizt das dazu an, 111 zu binterzieben. Diese" (FrsÖcinung können Sie nicht bsstrcitcn, Wenn Sie 1110 auch mit de111Kopf111111111111. *Das zu b1*k11111111'1'11, ist meiner Ansicht nach unsere“ Aufgabe, 111111 darin, hoffe ich, 11e1de11 dic Wrrcn
dicse-r Pofition znznstinmnsn, bei nüchterncr Beurlsilung aller 111 Frage
Totalisators der Landespferdezucht dienstbar zu machen, und so die er- forderlichen Mittel für die Landespferdezucht zu erhalten, ohne daß wir unser Budget belasten, ebenso wie in den anderen Ländern.
Wie sieht es nun bei uns (1115? Die Einnahmen der Renn- vereine aus dem Totalisator find bon über eine Million Mark auf 200 bis 300 Tausmd Mark gefallen. Der Abschluß des letzten Jahres ist erst bis zum 1. Oktober fertig; infolgedessen kann :ck) n1cht genau sagen, wie groß die Summe für 1903 ist. Es fehlen also gegen früher _den Nennbereinen Etwa 800000 „FH, und meiner Ansicht nach ist noch viel mehr notwsndig, Wenn fich ubsere Landespferdezucht wirklich gesund entwickeln sokl. Unsere Ge- stutberwaltung würde unweigerlich in die schwicrigste Lage kommen, wenn, w1e,es jest 111 die Erscheinung getreten ist, die VoÜblutgestüte wskter zurückgeben und als unrentabel zur Auflösung kommen. Der Herr Abgeordnete wirft der GsstütWerwaltung vor, daß fie tense He11gste kauft. Ja, meine Herren, das Material auf dem inter- nattonalen Markte ist_ immer im Preise gestiegen. Wenn wir nicht selbst gutes Matsrial züchten, so werben wir noch vor ganz andere Pretse g€sj€l1t werden. Uns eine inländischeVollb1utzucht im Interesse ' der Halbbkutzucbt, im Interesse der Armee zu erhalten, _ist unsere Aufgabkzjdas ist msin WMA) und mein Wille. Ist erst * eine Auf- lösung“ emer größercn Anzahl von Gestüten erfolgt, ist das Zucht- materml, das wir noch haben, weitkr verstreut und zersireut, dann geben Jabrzkbnte darüber bin, bis sine Hebung möglich ist. Man kann eine Pferdszucht nicht aus dem Asrmel schütteln, sondern es dauert Genkrationkn, bis 116 ein gutes Material erzeugt. DW ostpreußische Pferdezuch besteht seét 100 Jahren; wenn s16 bLute bsrnichtct würde, können Sie dann etwa sagen: morgen zteben wir Pferde? Dazu gehört eins Jahre hindurch fortgesetzte Muhe und Arbeit. Ist die Pferdezaäyt untergsgangen, dann ist für unser Vaterland große Gefahr im Verzugs; es muß durch den Mangel an guten, ausdausrnden Pferdkn die Schlagfertigkeit, dk“? Ver- ivendbarkeit unserer Feldarmee zweifellos leidkn, denn dEr Kaballerift, der Reiteksmann ist das Ange dcs Fcldberrn, das ist der Mann, der (1111 Feinde hängt, das ist der Mann, der der großen Masse der Armee dw Nachrichten bringt und damit dem Fübter, dem Fkldberrn, die Möglichkeit schafft, auch wirklich seine Trnppen so zu konzentrieren, daß er die Schlacht gewinnt für das Vaterland! (Lebhafter Beifall.) Und darum baltsn Sie mit uns allen fest an einer guten Pferdezucht! Kritisieren Sie dies und jenss, kommen Sie und sagen: du baff andere Hintergedanken als wie die Sonntagsrennen für dcn Verlinkt! Meine Herren Abgeordneten, ich überlaffe JHUM, derartiges zu glauben. Ich habe geglaubt, Sie würden wirklich ein Verständnis haben für weite Kreise der Bevölkerung der Hauptstadt, die an mich in der Reihe der Jahre immer wikder berangktretcn find und gefragt Haben: Warum 1011811 wir an SMMWJM das Vsrgnügen nicht babén, das überall im Lande gestattet ist 7-
Die Frage? des Totalisators wird ja, wie ich glaube, den Reichs- tag in der laufenden Sesswn beschäfjigen, um den hervorgetretenen Mißständen zu steuern; absr wir wiffen nicht, wie die Entscheidung des Reichstags außfälit. Znnäcbst bsißt cs bier, Vorsorge treffen, daß unsere Lanbcsprdezucbt nécht zurückgebr- Tatum eine Bitte an das bobs «Haus: trctcn Sie dem Antrags dss Henn Vcrrednexs nicht bei, sondcxn bléiben Sie bci ker Régisrungébotlage steben in Er- wägung aÜcr dsr bon mir 98116111“ g(machtcn Grünks und bewilligen Sie die' WM uns erfordsrlicb erachtete SUMME für Prämien zur Unter- 111115111111 der Pférdezucht. (Beifall.)
ng. Scb-ulze-kakum (Zons): Im Namen meiner Partei- genb11k11 _babe 1_ch zu erklaren, daß wir dcn Forderungén der Regierung «1111111111114; zusttmmkn. _Fsblts nns ker Totalimtor ganz, so würde das_Land Erheblich größere Aufwendungen für die Pferdezucht machen 1111111111. Wxnn ;Hcrr Dr. Wiemer Studien Üb?! die Pferdezucht ge- macht bat, 11) hatte _cr doch durch “cis bLkannte Broschüre des Herrn vo11__Mante11ffcl z11_ ("1an ankcren Beurteilung der Rennen kommen 1711111811. Heute 1121113 gerade durch die Winkelwettbureaus die Spiel- 111cht im Volke 91111; gcxogcn, und auch das auslänxiscbc Spiel ist durch fie begünuxgx workén. “Ick babe den Totali1ator doch noch lisbcr als die Zustande keybribatkn Wettbnreaus. Für uns kommt daI Interrcffe dsr Vaterlänkwcbkn Pferde'zacht in Bstracbt.
Abg. Rogalsg bon Bicbkrsicin (kms): In der Eerbung dc; cngltsckxcn HMJUL .?er Patrick* und „Saltee Ykoore“ können w1r 11112; nur Glück. tvünwbe'n, 111111 fie 1teUe11_ ein vorzügliäyes YkateriaZ dar. Ich 111116 abér, bei dem isyigkn (kac'm dcr Erzielung starker Knocbsn bk! dcr Zucht ?as_ „_11tc gute Trakc'dncrpfkrd dura) Ankauf von Yraberzt'_wi€kcr_ 111115111111111611. Tak“: es uns gelungen ist, das starke o11rreuß11§bc Psékd zu zikksn, verkankxn wir dkn Ykasz- nahmen unse'rsr Ecnütvctn'akungx absx Zeidsr könncn wir unser P1erd€111at€rial _ nicbt 11111111“: _10 rcrkaufen, dax": wir 'die Kosten de'ckcn. Wir 1tcllewn un1€r be11€§ Markrial ken Gestütm und den Remonten zur V611üg1111g2 müßen abkr nxbmen, was uns kafür ge- geben wird. Den Kouzmyfixxnsq smd die Hände sekunden, ste können 111cht so rrkit gebe11;_n*1e 1ie 1elb1t WOUSU- Wir 1111111211 tatsächlich an die 111611191116111111111111'11111 uxtkr den Prokuxtionskonen verkaufen. Ich bitt? de'" Mmistxr, dabin 311 wixken, Dax; eine gründliche Erhöhung der Rcmonterrme eint_r1tt. 311 O11prkußen braucher; wir eine Warw- blutzncbt, ich halte rte Kaltblutzucbt dort nicbx 1ür geeigm't. Das warmblütige Pxerd bält bei der Arbeit und an Jabren länger aus. _Ultls lxitct “111 Ueser Frage das Intereße dcr Armee und das Status- 111 "(1 e.
Abg. B roxmxl (fr. VW.)“: Für Uns Abgeordnete handelt ck s1ch nicht um eme P111are11anackck 11:11dexn um 81:16 Debatrßxarük-er, wie unsere Pferdezucht „1111 zm*ck_1nax;ig1te11 zu eytwickcln 111. J.". Line": fa männi1chen Br111ch1'11-3. „du“ ron zwci, Yerrsn beMaßt 111, die ni_t auf politikcb-freés'mmgem Boden stehen, mcd au Lfübkk, daß die Köxorknunxx der Provinz andprurg 11111 äßig sei, da fie allein d1e Reaxyntezucht beZünstW, die Zucht des kaltblütigen Merk?!“- vernacklakß e und dadyrcd gnade die klauen" Landwirte schwer 1chädige. “„ bin beruf, .d1e_ Fordz-nmg des Etats zu bewilligen. muß aber bitte:), das; 11111: dtefe 1ürxu111ekeP1etde-Ü zucht so n11cbti1c11 Fraécn endlwb emmal emkr ründlxcben Prüfung unterzogen wer en. Aas ben Wert der Rennert tt_ifft€ so der! man Von einem ScldatxnpßerQ 1113114 andere Fäbtgkam als bl Schnelligkeit. Der Bänister 11tzule1cbk über dre tatfa-edludeu' lu- kabrungcn des Abg. Wieywr bznweggegangosn; Wenn yon den Rum- pferden nur 89,50 als sür dle Yruux: g net befunden sk», so müssen fie doch qls_n1inckcr1yertix1 111: MW ' 121! 911221 _W (Es_wird auch be11rttt1'11,_ daß die Renn?" e_me wnkl QW dx! Lei1tungs1äbicheit dcr P1rrdé darstellen. Cm Fachmann dem:
sagte ezügli dcr Sonntansrennen, das; er gerade damit den Berlinern etwas gutes tun Wolle. Ich wundere mich über dieses Intcrcsse des
mit mir übereinsiiunncn. Wir müssen erstreben, die Mittel des
mindestens dre Mi"imalgefÖwindiskrkt erhöht werdut müßt.