seine Drohung, eventuell die Ausnahmegeseßgebung des Reichs an diesem Gebiete mobil zu machen, auch nur den geringsten Eindru
im Landesausschufz machen wird. Abg. Molkenbubr erklärt, er bleibe bei seinen vorherigen
Angaben hinsichtlich der Unfallziffer sieben; er weist auf ein geheimes Aktensiück Jin, aus welchem der Zusammenhang mit den Unternehmer-
nicbt eingeben wird, Herr Scblumberger soll ja nicht glauben, da;
verbünden Yergeben 011. Preußs er Mini ter der öffentlichen Arbeiten Budde: Die
Vorausseßun en des Vorredncrs bezüilich des Gebeimakienstücks seien vollkommen infällig; ibm (Redner) ieien (111€ geheimen Akten bekannt, aber nichts Von einer Verbindung mit Unternebrrerverbänden. Die Statistik des Vorredners gehe auf Ziffern des Reiäosvyrficberungsamts zurück, die auf anderer Grundlage beruhen als die seinigen und mit diesen nicht übereinstimmen könnten. "
Abg. Emberger (Zenta) tritt in kurzcn Ausfuhrungen dem Abg. Blumcnibal entgegen.
Abg. Schlumberger: Jeb wollte nur im Intere e der Ent- wickelung dss Klkinbabnweseus in Elsaß-Lothringen die An merksamkeit dcs bobc'n Hauses auf die Sclzwicrigkcitcn lenken, die dicser Entwicke- lung entgegenstehen. Die Ablehnung des Gescßcs wurde das röslite Unglück für das Land icin. Mag daRPrwateigcninm noch so ,ei ig skin, höher sieht das all cmcine Interone. , ' ,
Abr. Wattcndorßf wahrt nochmals die Rechte der Pctttwnö- kommission ge'gcnübc-r dcm Abg. Blumenthal. _ _ „, Aba.B1umcn1bal: Für mich ist ('s glcichgult1g,_ob eine Sache in dcr Kommission oder im Plenum [*egrabcn Wird, fur nnch ist die Hauptsachc, daß sie übrrbaupt nicht begraben wird. ch bilde mir
ar nicbt ein, die Bräncbc dcs Haniks zu kennen, ich bin imzncr bo- trcbt, etwas zu lernen. Ich kann Ihnen dcrfikhrrn, daß ich auch heute“ wieder mit großem Nutzen dcn Vcrbandlnngcn [*eigc'wodnt babe. Jab möchte fostsioÜrn, daß dcr Abg. Schlmndcr cr einmal den un- gcirüdicn Bcifali dcr Sozialdemokratcn gciundcn „at. Ick hoffe, daß er nicht mir bci der Eisenbahn, fondcrn (11111) in seinen „Fabrikcn „dic bcutc xräuswric Ansicht auf soziaicm Giciéici znr Gßltuanrizrgcn wird.
AJZ. Dr. Müllcr-*))kciningen: Da der «York 3 kiiiisicr selbst keine“. authentischc Jnicrprctaiidn scincr Erqurungcn über _das Koalitionsrrcbt vom März H. J. gcgrdcn bat,“ 10 hatte er keinen Grund, mir Vorzuwcricn, das; ick) rcin ibcorctiicbc Ausfiibrnnxch gc- macbt hätte. _ _ '
Abg. Schliim dcrgsr: Ich möcht? znr ?)Tickotigstcllung dcr An- nadmr des Hcrrn Ah,], Blnmcntbal bridnkn, daß, Mun ich niich cut- schicdcn für dic Exprdyriation des Pridatcigcntnms zn (5111111101) dcs aÜgrmkinrn Wohls aiisgcwrocbkn [UWE, dirdfick) Von drr (Fi'vroprtatwn zu Gunstcn cincr Klaffc wrscntlick) Unicrickymdet.
Dic Nusgabcn fiir die chiralvcrwaliung werdcn
darauf bewiüigt.
Bci dcn Niiözmdrn Erklärt der
Abg. Wcrnrr (Roidrmrs, cr ich1ikßc fick) dcn zabsrcickyrn Wünicbrn dcr Vorrc'dnrr aiif Erdaltsrrrifdcffcmng dcr Briricbö- deamtcn cm. *
Abg. Dr. chiicl (Rd.) kmdci cs undiÜig, das: dir “Stations- voritcbkr Zwritcr Klasi? 1200 «“; wknizrcr Erdal! dkzögrn als dir (Friicr KON, ddwddi sic dcnirldcn Tiknst zii 1riiir11 däitcn. Tic Wagen Virrtrr Mask wsrrdrn nick?! nur don Arbeitrrn bcnnyt; fie MtiPrächn ailrn billigkn Aniordkrntrgrn.
“Dic“ Vctricdcsrriixormdrri wcrdrri angcrwmmcn.
Um 0“- *) Mir wird dir wriicrr Vrrairmg dos Emrs fiir dic Vrrwaiiiiiig drr S*iirtiiiadrrdn Ü117_D01111Lk§10g 1 11111“ Vdriagr. -*)1Us;crdcm Etat drr Iicirdsiiiiiizvrriiialfring.)
fiir dic Vctricbsvcrnm11ring
Preußischer Landtag. Lax?“ dsr Abxxrdrdncmri,
ck20. ZZHUNJ W771 24. Frrrirär 1904, 1:2 Uhr.
““T-ddr dM 19771717“. drr ZTYWZ, i:? drr di:“ zwriic Vr“: **gfrma TWS 5103191,2222-11r71100151011:1“ dax; Nordririiigs: *1904 im Era: drr inirizvcrrriawirng dri dcm Em:
riiirL „ (»Am-111195101181 “ idrigdiksst wird, ist in dcr kirricirn Nixriimc'r “1, Y]. dcrickiwr wordcrr.
Ädx. Viékkkk 1ircikrmii wrist, wid errz nicdcrkxit ski, darauf
:;Z d;? Armrnr-cht 111 ProzcffaniÖCr chikirwg dicliack) mii“;- krzxkkdrrcrkr. EH crwakbic dadnrä) dcn GicriMcn sino (rdcdliÖ-F M'kirxrdcit, mid cs iriirdcn unniixxcrwciic ZCUZTU vsrnmnnirn, WORLTÖ dic Kritxii sicl) erhöhten. Ariel) dcn Rachtdanwältkn (mitch dadnrck) mcdr Ardsit, die" [*NEU Andina?" niüfztrn sic aws ibrsr Taickdx zadlrn. T:? isi mikiUig. Eins Statistik iibcr dcn 5211551311 dsr PMID"? wiirde crxsdcn, das; dic Armcnrcchtssachcn dic mcistcn 2112is;crfdigc baden.
Justizministcr Dr. Schönstcdt:
Meins Hcrrcn! Die Tatsache, käß in Zivilvrozksicn das Armcn- r€cht nicht scifkn ziir Vrrfolgnng Von in Wirklichkeit auöficbtslosrn und unbrgründctcn Ansprüchen mißbraucht wird, bat sich auch ddr Juiiizderwaltung in mannigfachén Wabrnclmmngcn artigcdrängf_ Schon msin Herr Atriisiiorgänger ist deshalb mit dem Hcrm Minister des Innern im Jahre 1887 in Vsrbindung getreten nnd bat ibn insbesondere darauf aufmerksam gemacht, daß anscbcincnd bei der Er- teilung der Armniszrngniisc seitens der znständigcn Verwaltnngs- und Polizeibehördcn nichi immer mit der nötigen Sorgfalt zu Werke gcgangen würds. Schr richtig! rccbts.) Dcr Herr JNinisier des Jnncrn dat daraus Lisranlaffung gciwmmen, eine Veriügung an die ihm untcrsicilteu Verwaltungsbebördcn zu erlassen, sie auf die maßgrbcndcn Gcficiyiépunktk bin- zuweiien und ibncn einc: iorgfäliigc Prüfung der Frage dsr Be- dürftigkeit insbeionders :mrl) nacb dsr Richtung [)in, ob gkradr für den beabsichtigten Proz-xß die Mittel don dcr Partki, die das Armcnreckpi nc'khimbt, nicbt aufgebracht wcrden könnten, zur Pflicht zu machen.
Im Jahre 1895 ist eine weitere Verfügung seitens dcs Ministrrs des Innern in drr Jlsiclpen Richtung ergangen, zweifellos auf Grund der Erfahrung, das; die erste Verfügung nicbt Vollständig zur Er- reicbung ihres Zweckes ausgkreicht hat.
Ich bin nun nicht in der Lage, mich heute darüber zu äußern, wir tatsächlich die Frage seitsns der zuständigcn Bchörden behandelt wird, ob nicht etwa zu leichlcn Herzers, möchte ich sagsn, diese Armutßzeugnisse bewilligt werden oder nicht. Ich bin gern bereit, mit dem Herrn Ministrr des Innern nach dieser Richtung noch ein- mal in Verbindung zu treten und ihm die Frage nahe zu legen, ob es sich vielleicht empfiehlt, noch einmal - wie es ja über- haupt bei derartigcn Verfügungen immer von Zeit zu Zeit geschehen muß -- diese frühere Anregung in Erinnerung zu bringen.
Die zweite Voraussetzung für die BewiUigung des Armenrechts ist nach der Vorschrift der Zivilprozeßordnung nur eine negative, und zwar geht sie dahin: daß die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht un- begründet oder aussichtslos xrscheine. Das Gericht, welches über das Armenrecbtögesucb zu befinden hat, ist also nicht in der Lage, sich glaubhaft machen zu lassen, daß positiv der Anspruch Aussicht auf Erfolg habe, sondern es muß sich genügen lassen, wenn nach Dar- legung der Partei die Sache so liegt, daß die Verfolgung nicht von vornherein sich als eine ausfichtslose darstellt.
Wenn der Herr Abg. Viereck angeregt bat, daß es sicb empfehlen möchte, unter Umständen die Gegenpartei über den Sachverhalt zu Hören, bevor über das Armcnrechthesuch befunden wird, so glaube ich, daß die Justizverwaltung nach Maßgabe des Geseßes wobl kaum die Befugnis bat, eine derartige An- weisung an die Gerichte zu erlassen. (Es mag dem einzelnen Richter, wenn ibm die Sache zweifelhaft erscheint, überlassen werden, seinerseits eine solche Maßregel eintreten zu lassen; es wird meiner- seits dem nicht entgegengetreten werden. Aber eine Anweisung nach dieser Richtung zu gaben, halte ich mich nicht für befugt.
Im übrigen ist eine Anregung gegeben, der nur aufdem Wege der ReichSgesngebung Folge gegeben werden könnte. Es würde sich um eine Aenderung der Zivilprozeßordnung handeln. Dies wird schwerlich als EinzelpunktherauSgegriffen werden können, sondern 85 wird da wohl derZeitpunkt abgewartet werden müssen, zu welchem an eine umfassendere, nacb uia11chenRichtungen hin wünschenswutc Revision der Zivilprozeß- ordnung herangetreten werden wird. Ich Weiß nicht, ob der Herr Abg. Viereck beute den Wunsch wiederum zum Ausdruck gebracht hat, daß statistische Ecmittelungen angestellt werden möchten; ich habe das vielleicht überhört. (Zuruf des Abg. Viersck: ja!) Ich erinnere mich nur, das; in der Kommission disse Anregung gegeben wvrden ist. (Zuruf des Abg. Viereck: Ich habe es heute gesagt!) Ich wcrde dies zum Gegenstand der Prüfnng und Erwägung machc'n; ich kann aber dazu noch nicht eine bestimmte Stellung einnehmen; ich muß mir zunächst darüber Klarheit Vcrscbaffen, od dicse statistischen Erhebungen mit den davon zu erWartcirdcri Ergebnissen in einem richtigen Vcr- [)ä1tnis stehen, ob sie nicht cinen Arbeitsaufwand dcrursachcn wiirden, der mit dcm, Was daddn erwartet ivrrdcn kann, im U)Liß06ri)ältnise steht. Aber ich Versprccbe, daß ich die Sache einer Prüfung und Er- wägung, unterziehen werde.
Zum ersten Titel der A nsxiabcn, „Gcbalt dcs Ministers“, lmsbm; dic Ilbgg. Scndcl (ml.) und Genossen den Antrag gc tcl t,
die Köni liche Staatsrcgicrnng anfznfordern, möglichst bald gciicn solch? Vixusscbrcitnngcn drs Automobilsports vorzu- Fixcn, durcb welchc cine Gmnciuxzciabr für Lcdcn, Gcsundbcit und «,igcntnm dcr Bevölkerung [)c'rdorgcrufcn wird.
Das Hans beschließt, zrméichst iibcr diesen Antrag zu ver.: handeln. “
Mach dir schon im “Iliiszng wicdcrchcbcncn Bcgriindunx'] des Antrags durck) dcn Abg. Scudo! fiihrt
Abg. Peltasobn (fr.Vgg.1 aus: Dura) Posizechrordmmacn alicin kam: diese Frage nicht gclösi Wcrdc'n, donn solch Verordnumicn rnüsiirn alia einheitlich skin und aiich arisxcriwld Prcnßcns gelten. Man muß ferner berückfickxtigc'n, daß die Automobils aucb ür dkn Last- Vcrkcbr bcnnyt werden. Die Bcstimmrmgcn dcs Bürgcrlicbcn (Hssriz-
b1l_ch§.1"10('k die Hafipfiicht reichcn nicht aus, da nach diesem crit cm Vcrscbulden naclyxicwicscn werds" 111an. Disse Bc-
stimmungen beziehen sich ans dic Haitpßicbt für Sch«idcn, dic durcb Ticré Verursacht ivrrdrn, und könncn dabrr auf den dnrch Auto- mobile herbeigeführten Schadcn cigcntlicb nicht angcwandi werdcn. 0:21 wird nichis anderes übrig bleiben:, als das; man anf Grund des Gcikyrs über die Haft drr Eiiknbabncn die' Haftdßicbt für die Auto- mddiibeiißcr festsctzt. Dic Ucbkrmdm-F drr Unfallcirtickyädigimgcn dure!) dic Versicherungs essUscbaftcn wird nicht möglich skin, domi 98 wird sich keine Gefells aft dazu dcrcit crkiäron;_ dcsbalb wird man dcn §Vdr- chlag Erwägkn müÉen, Zwangsgcnoffcnscbaitkn der Automobilbcfiycr znr Aufbringung der .11t1ckädi«111ngrn zu bildcn. Dcr Antrag ist gewiß sympathisch; aber es ist bcffer, das; die Lösung dicssr Frage drr Reichs- gcicxxgebung überlassen wird. .
Abg, Dr. Beckcr (Zrntr): Nicht nnr ani Priiurircclyilichcrn, sdndc'rn a11ch anf strafrechtlichmn (Mdiotc' müss?" wir eine limbkiliiÖk Ekirygobung für die' Antomwdill WMC". Tic (*inzr1nen Poiizci- dsrdrdrmmgcn iibcr dic bci Aiiidmobiliadrten znläsfigc Grickowindig- krit könn?" kcinc Addilfc ickUffkn; dir“ Wa,;kn fadrcn mit id1chcr Gc- ichwindigksit, selbst durch dir Ortschaftcn, daß sic, wmm (*in Unglück Ikickykbkn ist, schon cntsÖwundcn find, rbk man ihre Nmnmsr erkannt bai. Cs müffc'n fiir das Rsich cindcitlicbc Vcrdrdmmgrn gcstbaffrn wcrden. (Mwif; drrdiUit dic- Antonidbilindustrir, in dcr 80 000 Manschcn [*Cscbäftigt find, ;)Tücksrckot, aber wo Mkiifckycnikbcn in Fragé kdmmcn, könncn wir nicht mit drr Addilfc zögrrn.
Abg. Dr. Rrwdldi (,frsikdns.): Tic Fragr bat aUcrdiims zwei Sciicn. Man kann dcm Airwxnddilwcsrn, mag rs dcm VCTkkbk (*ka drm Spyri dicncn, 11ichtHi11dcrnisse in drn Weg legs". Dcr Antrag ist mir in drr Tcndrnz smnwiridisck), abcr dic Form müßte dabin gcändcri wkrdcn, dax“; cr sich nicht mir auf dcn Sport, sdndcrn anch an das dcm Vcrkrbr dicncndc Autonwbil bezieht. Dic cinzclnc'n YMlizeiWrordminge'n babcn fich 11icht bewährt, rs müffcn mindcitrns aüqcmcine Grundsäßk für das ganze Reich skst- gkstcklt wcrdrn. Dir Kleinbadncn sind lange nicht so gefährlich wie die' Automobils, dis chinbabn but brftimmic' (Hrknzcn imd vrrkcbri zu bestimmten Stundc'n, dor eincm Automobil ist man aber kcincn Angrnblick ficbkr. Sind dctm dic Landstraßkn dazu da, anöscblii'szlick) dcm Antdmrodil zur Verfügung zu iirbcn? Die Fraac isi crwiigcnö- wert, db uicht cin? Zwairgsgcnoffcnsckyast kor “Ilutomobilbcsitgcr zu bildsw. ist, die für dcn Schaden imftet. Von Ausländern, die' nach DsutickAand mit einem Automobil kommen, das Vikilkicbt 40 000 bis 50000 „4- kdiict, könnte man verlangkn, daß sie 10000 „“ iiinicrlchn, dir fix Erst zurückerhalicn, wcnn fir unser Land wieder
derlaffsn. 5116018 Jrcundk wcrden dcm Antrags zustimmcn.
Justizminister Tr. Schönstedt:
Ich hatte e*igsniliä) dis Absicht, die Vrrtrclrr sämtlicbcr Parteien reden zu laiiW, bcrdr ich das Wort crgriff, Da cs mir abcr cimnal erteilt isi, darf ich mich wohl in aUrr Kiirze zu dem gestallten An- trags äußern.
Ick d?merke zunächst, wic ich das schon im Herrcnbausc bei dcr Beratung der Materie getan bade, das; das Justizrcffori nur in be- schränktem Maße bci d€r Sache bcisiligt ist. 0,5 sind eine ganze Rcibe andersr Refforis -- und vicllcickzi in böhcrmn Maße als die Justizberwaltung - zu der Erledigung der Sache bcrnfen; iiwbesovdere erinnere ich dabei an das Ministerium de'r öffcnilirben Arbcitrn, an das Ministerium für Landwirtschaft, an das “.).-kiinisicrium dcs Innrrn und an das Ministerium für Handel und Geworbc. Wir haben uns im Schoß der Königlicbkn StaatSrcgicrnng bisher nur, soweit die nächstbeteiligien Resiorts in Frage kommcn, mit dcr Frage einer Ver- schärften zivilrechtlichen Haftung für Schäden, die durch Automobile verursacht smd, beschäftigt. (Abg. Gamp: Zu wenig!) (Es ist vielleicht nicht so viel, wie die Hcrrcn wünscbcn, aber ick) möchte sagen, daß aus dem, was geschehen ist, die gute nnd ernstliche Absicht der Königlichen Staatsregierung beriwrgebt, die Frage zu erledigen.
ch babe im Herrenbause bereits erkläri, das; sowohl von den Verrvaltungsbebörden wie von den Justizbehörden Berichte über die Sache erfordert worden find, daß ße Von den lcvteren vollständig ein- gegangen sind, von den Herren Oberpräsidentcn noch nicht.
Ich kann die bestimmte Erklärung abgeben, daß die Anregungen, die heute hier gegeben worden find, die Königliche Staatörcgierung veranlassen werden, sich ernstlich mit der Angelegenheit zu beschäftigen
und insbesondere die Frage zu erörtern, ob es möglich sein wird, scho baldigst durch geseßgeberiscbe Maßregeln bier einzuschalten. u . Die Frage hat eine zivilrechtliche und eine strafrechtliche Seite, Die strafrechtliche Seite ist bisher nicht Gegenstand der (Erörtexun gewesen; wie ich glaube, wobl deshalb, weil angenommen Werde: kann, daß für die strafrechtliche Seite die bestehende Vorschriften des
*Strafgeseßbuchs über die Bestrafung fahrlässiger und vorsäßlxxba
Körperverlevungen volLkommen ausreichen, wenn sie nur richtjgan- gewendet werden. Die danach für solche Verleßungen ÜULÜssigen Strafen geben so weit, daß sie wohl geeignet sind, die Automobilfahxck von auen Ausschreitungen abzuschrecken.
Es könnte weiter in Frage kommen, ob die polizeilichen Vor- schriften ausreicbrnd sind. Mir sind die Polizeiverordnungen, die auf diesem Gebiete bestehen, nicht näher bekannt. Der Herr Minister des Innern hat schon im Herrenbause gesagt, das; gewisse Norm» vorschriften für die einzelnen Provinzen erlassen worden sind, Wie ich heute aus einem Vortrag entnommen habe, haben diese?“, ordnungen nicht überall denselben Inhalt; es würde daher hier auch wohl die prüfende Hand anzulegen sein. Für dcn Automobilismug hat sich heute kaum eine Stimme crboben. Jm Hrrrenhause war die Stimmung anders; da wurde Vor einem zu raschen VRM," gewarnt, sodaß vielleicht die Auffassung der beiden Häuser fich "icht Vollsiändig deckt. (Es wurde damals darauf bingrwiescn, das; die: (EU fahrungen, die auf dicscm Gebiet gemacht seien, wenig ausreichend scirn, daß es fick; nicht bloß um einen Sport bundle, sondern Um eine nrue Erfindung Von großer wirtschaftlicbcr Bcdcutung, die eine Zukunft nicht blos; für misch Industrie, sondern auch für dis Land, wirtschaft wcrde beanspruchen können, und das; dcsbalb untcr aUen Umständen bci eincm gcseßgeberisckycn Vorgehen cine gcwiffe Vorsichx geboten sein würde.
Nun hat dc'r Herr Antragstcilkr bier einc Reibc Von Fällen Vor- gcfiibrt, die nach den ihm zngcganchcn Zcitungöbcrickyien slchin kurzer Zcit in Sch1§swn zugctragcn haben soll?", und aus denen, WM sie alle' richtig sind, [)x-'Worgingc, daß viclfacl) Aussckyrcitungcn Vor- kommen, gegen die nach meiner Auffassung mit alle'r Energie cingsscbrittcn Werden muß. Aber eine Nachprüfung dicser einzelnen Zeitungsmitteilungcn ist nicht so ganz leicht, nnd dafür, das; uch. treibnngcn Vorkommcn, kann ich mich auf den Fall berufen, dknim Herrrnhmise Prinz zn Schönaicb-(Carvlatl) zur Sprachk grbraäxt [141 und drr nac!) seiner Mitteilnng a11ch schon im !)Tcicbstaxxe dcn GM. stand dcr Besprkchimg nud allgcmcincr Entrüstung gedildrt haben soll. Es wurde erzählt, das; im Breölaurr Bezirk ein Automobil Lincn Mcnsclycn übrrfubrcn babs, der sofort wt acblicben sci, und daß dafiir nur auf cinc Gcfägnissirafc Von acht Tagan rrkanni wrrdei sei. Mir war die? Sache damals unbekannt; inzwiscbcn babe ich mich informicrt, und danach liegt die Sachcwrscnt1ichanich Ick) bcim'rkk, das; dcr Fall noch nicht rcchtskräftig critschicdcn 10:11 Sachs bcfindci fich noch in drr Rkvisionsinstanz.
Die Akkon selbst habe ici) daher nicht gcsebcn; es sind mir ab:: Aknfxrrungcn sowohl Vom Vcrtrctcr der Staatsrrnwnltschafi, wir aucb Von drn [*e'i dcr Verhandlung brtciligtc'n Richtcrn znacgangcn,un1 danackx bat die Sache fich folgmidcrnmfzcn zngctragen. Um die mitte:- nächtigc Stundc kamcn auf Liner in der Nähe" don Brsslau gelegenii (Fbanffcc an eincm Sonntage zwci Leute daher, die ein Kricgcrie mitgcmacbi Hatikn. Es» war darunter der Verunglückte, drr nacb ie: Erzählung dcs Usdcrlcbcndsn noch Cin paar Wirtshäuser besucht hatte; drr U:“be'rlcksude sagt, sic wären bcide angetrunken gewcsrn. Hime: ibnkn kam kin Automobil, das Von cincm Kleinbändlcr griibtt wnrde", dsr cinen Sonntagöausflng gemackyt hatte. Auf der Antrmddil drfmidcn sich 6 bis 8 Personcn. Es war sin sebr „11th anomobil , das kcinc große Grick*winrigiei cniwickcln kdiiiiic. Dic Sdckydcrsiändigen babcn dcdäuwct, ck 83110 köchsicns 15 bis 10 km in dsr Stunde zurück18g8n könncn. '- war Wrichrifi§rnäßig mit zwei Latcrnen bclcucbiet, dic aui 10 w i Licht vrtdrcitstkn. anch cinen Vcrsackx an Ort und StrUr isi 5511- 41901111 worden, das; das Gcränsch, welches die Maschine Nxdkkikclx, bis anf 800 Schritt gkbört ircrdcn kdnnts. Die bridcn LIM ging:! auf drr Mitte drr Straßc. An cincr Stelle, wo sic in Ciiirn Eci»!- weg abdicgcri wdliidri, kam 111 dcm Aaxrcnblick, als sie dcn Wix, W ükcrschriitcw das Automobil bintc'r ihnen ber. Dcr N;:xomriii führc'r bat sik bci drr mangrlbaftcn Beleuchtung nicht 90230], W dis Leni? schoincn 1140115 gcdöri 311 haben; kurz und gut, "ic MB alle beide don dem sogrnannicn Kotscbüßcr Ergriffcn und dciSÜ- gcsckylcridcrj. TL!" einc iäUt auf die Erde und bat eine: 11011827 letzung am Sckpicnmrdkin crliiten; der andere hat cinc YAM" am Ohr dadongetragcn. Dis Sache war undkdcutknd, 11!!ka Führdr dcs Auiomokils hat dadon zunächst nichi§ 172111211 macht aber, Von anderen darauf anmerksam («€me ck etwas bintcr ibm iiicht in Ordnung chesen sei, Halt mid (WT 3 I' zu der StcÜr, wo dsr Unfall Passiert ist; er findet abcr nichts '“ fährt mm weiter. Dcrjcnige drr bridrn Leute, der die' VcricBW ** Ohr daddngciragcn hat, hat sick) an einem Arzt gkwandt. Dkk A*" hat ihm gesagt, er möge zu ihm ip. die Wohnung kommrn, dic “ xicnair nntc'rsuchcn und ordentlich rkinigen lassen. Das d;: der“ [Wie nicht gc'tan. Nach einigkn Wockysn sicUte fich TM fcktionkkrankbcit, cine Wundsiarrkrampfgiftkrankbeit, cin. TR ist der Mann gestorben, und zwar, wie die Aerzte gesagt Habs?" '_ folge dcr Vcrnachläifigung der kleinen Wunde, in die iiä: drrmu- Straßenstaub gescßt hatte, der bssonders ein Trägkr kikikk Kr ““ gifts isi. Uutcr diesen Umständen Haben StaaiSanwalTiMi: mir'- richt angenommen, daß das Versehen des Automobilfübicré ZM." geringfügiges sei, und daß das Versehen in höherem Mai?“: (UU “"“ dcs Verunglückten selber gelegen habe, insbesondere desbaib, W ck an jchr Sorge für scine Hsilung habe fehlen lassen. ,
Im übrigen, meine ich, auf dem ganzen Gebirt müßenk große Fortschritte gemacht und dürfen auch erhofft werdcn, z' B “ bessere Ausbildung dll Führer, eine Verbkfferung der Tcebnii 77" Maschinen selbst, Einrichtungen, die eine automatische Skibstkon" der Maschinen in bezug auf die Fabrgeschwindigkeit ermögÜÖMZ daß nachträglich kontrolliert werden kann, ob die vorgcscbk'lcb?"e " schwindigkeit nicbt Überschriften ist. Auf dem leyieren Gebtei am aUermeisten gesündigt. Die Vorschriften werden nur bei»“ solange man fich in der Nähe der Polizei befindet. Auf W Seite wird sich auch eine größere Gewöhnung des Pixblik]nus dieses neue Verkehrßmittel einstellen.
(Schluß in der Zweiten Beilage.)
„€ 48.
(Schluß aus der Ersten Beilage.)
Ick meine, auf a11en diesen Gebieten ist eine gewiffe Beffsrung der kahältniffe zu hoffen und damit eine Minderung der höchst bedauerlichen Unfälle, die durch das Automobilwcsen herbeigeführt sind- Ick) wiederhole aber, das; die Königliche StaatSregierung ganz gewiß den hier gegcbenen Anregungen ernste Beachtung schenken wird, und daß sie mit der Frage sich eingebknd und, wie ich glaube hervor- haben zu dürfen, recht bald beschäftigen wird. (Brady!)
Kb . i ck“beck ( r. Volks . : Wir md don ' “ gegcdeYs uftomobilwfcsrxn Vollkoinmen frris; wir JFLZZrnFeidechZLT Minister, daß" das Publikum ich noch nicht an diefes VerkehrSmittel genügénd gewohnt hat, das; (1 er mit der Zeit Von selbst durch (Ge-
wöbnMI eine Vcrmindermig dcr nyälle eintreten wird. Die Be- strebnn Leben, (Gcsundbett und Eigentum zu schii en, werden wir
en, am brillen fördern durch (Einführung einer Automo ilbaftpfljcht, djs die Automobilfabrcr zu einem vernünftigen Verhalten wsranlaffen
„ wird. Auch entsprcchende' Strafbesiimmungen würden wirksam sein.
AW von Neumann-le) enboran (koni): Ick) habe n er- klären, das; MTU? Freunde dcn ??ntrag Seydel mit Freuden beglirüßen und Hsm MrMi-er fur sein Entgegenkommen danken. «m GOFM'W zum Ykmtstcr bytrachte ich aber nicht den Von ihm dar- gestellt?" einzelnen Fall als maßgrbend, sondern alle die FäUe,
die der Abg. Seydkl an;]cfübri bat. Ausschreitunge'n finden ob"? _Zw-xifrl statt, und drak_omsche Strafbestimmungrn würden Ahhilsa Waffen und d1e wilden Automobilfabrer im Jaume
halten, durch die besonders ,die ländlichen Bewohner in Gsiadr gébracht werdcn. In memsr Heimat, Wi) wir viele Auw- mobiix liaben, besteht das Abkommeri, daß, wenn ein Kutscher die FMM xrhcdt und dcidnrcl) anzeigt, daß sein Pfkkd unruhig wird, der utomwbildxsitzzzr lanNam' zu fahr?" hat. Wenn dies geschieht, könnén viele Umrluckssrrllc, vsrrmeden wcrden. Die Gefahr für die Land- hewoßnxr und fur i_brc Pferde und ihr 25161) ist so groß, daß schleunigst ein I)isßlsmsnt daruber geschaffen werden maß, wie sich der Automobil- fabrerju dkrbaltcnbabe, wcnn erjemandem begegnet. Der Automobil- iabrrxr mu dor aUem, gezwnngen wcrdrn, dabei langsamer zu fahren. 21ng Harm) (frmkons): Wenn die Automobilisten ein tolles Temw fahr?" wollen, sollxn sie sich bewndcre *Straßcn baaxn. Die LIÜJUWMOÖÜE fabtxn langqu. Herr Fiichbkck meint, wir 1011th uns [;ngian) daran gxwohnrn. Ich danke dafür, mich daran zu géwöhnsn, wenn, éxii Angrbdrigßr V011 mir das Leben eingebüßt hat. Wir wollen eine Reform «Zi thl- und strasrechtlichem Gebiet, durch die alle her- vorgcirsienenUSchadrn ausgeglichen werden.
Abg. Fmchbcck betont, daß er nur die Ausschreitungen Verhindern onkWader nicht Nebxnzwecke dsrsolg-z. Es sei die Gewohnheit des W.;,“ Gamw die Gaszncr MI Lachcrlichr zu ziehen Schließlich werde Herr (Jump ihn noch dafür Verantwortlich machen, daß seine Gemahlin bzinakr ÜbkaklbkCU sci. „
_Adg.„©amp erwidert, das; ihm die Sache zu ernst sei, um sie sr 1ach€rlich zu macbcn. Dre meisten Unglücksfäüe seien durch den Srrri hervorgerufe'n ivorden. FM“ Fischbeck WOUE aber, daß daI Publikum fich daran gewöhne", ü ergbren zu werden. Mit der zivil- rechxlrwxn Hafiyfiicht und mit Strafbestimmungsn aUein erreiche man ;:Uk :is'km Gezbtste gar nichts.
“1le]. Fi1chdeck bestreitet, daß er die Sache ins Lächer1ich€ ge- zoxsii bade. Er habe nicht gesagt, daß die Leute fich daran gewöhnen MUU_1C11,*Ukafahkkn zu werden; er habe im Gegenteil anerkannt, daß AWÖTMUNJM vorkommen.
* „Hiermit schließt die Debatts. Der Antrag Seydel wird emwmmxg angenommen.
“Darauf wcndrt fiel) das Haus zu dem Antrage der 2117-er Kcruth (fr. Volk») und Genossen:
.TaZHaus der Abgeordneten woiie beschlisßen, die Königliche Sxaaizrxgixrnng zu ersuchen,
1. dem Landtage möglichst bald eine Vorla e zrtgeben zu lassen, nj-xscbe mitcr Abänderung drs (Hessisks Vom 31. kai 1897, betreffend drs ?Kxgelnng der Richtergehälter, 1) die Richter und Siaats- „_rnwalte im Gehalte den höheren Verwaltungsbcamten glsicb- 13210, L_) für aUe Richter und StaatSanwälte das Dienstaltcrs- *rnisiiyvstem Einführt,
_ 11. in den Etat dsr Jitsiichrwaltung für das Etatsjabr 1905
em? dsr Bevölkerungözunakymc und der Stcigernng der Geschäfte
erivrecbende Anzahl don Richter- und StaatScrnwalts-
Ellen und den hierzu sowie zur Durchführung des Antrags zu [
erwrderlichen Mchrbedarf an Geldmitteln einzustellsn'.
Abg. Kerutb: Schon bsi dcr allgemeinen Regelung der Bcamtrngebälter im Jahrs 1897 Verlangten wir die Gleichstsüung ker Nichler mit den 17,131)an Verwaltungsbeamtsn, es kam aber damals in der Kommission zur Annahme eines Kompromiß- antrazes mit 15 gcgen 13 Stimmen, dsr dann auch im Plemrm an- Heitommeirwnrde. Die Regicrnng hatte als Maximalgebalt für die KTÖTST eryter Instanz 6300,“ vorgeschlagen, die Verwaltungsbcamten erdalisn 6900 „Fi, die Konnnisfion [ching 6600 „Fi Vor. Der Abg. EblerY wiirde damals beschuldigt, durck) Zustimmung zu diesem Kom- rrom'x _dte alte liberale Forderung der völliger! Gleickzstcllunx beider Kai::gdrien zu Fal] xzebracvt zu haben; wenn Herr Ehlers a er nicht ziirsitirrimt hätte, ware die damalige Verbesserung für _die: Richter gar nlchterzisldworden. Je tist der Zeitpunkt gekommen, unjerc Forderungen MCDST zu itcllen. Dic Finanzlage ist [innig genug, um siezu erfüllen. Es bandslt fich nicht um eine Aufro ung der ganzen Gehaltsfragc, sWk-Ikn nur um die Ausfüllung einer Lücke» die wir 1897 aus prak- MÖW Gründen gklassen batten. Entscheidend ind für unseren An- UM jedoch nicht materielic Gründe, um den ' icbtern ein höheres GWT in eben, sondern ethische Gründe. Die Richter find Vom „T:Sri!ialtersiztufcnsystcm ausgenommen, fi? wissen alw nicht, wann fie m em? _leere Gehaltsklasic cinrückcn. Wenn *die Richter überlastet *133- mnxien neue Stcllen geschaffen werdeii; es wird aber rin übcr- snebenex Mißbrauch don dcm .Hilforicksterivstrm gemacht; der bvb? Pkkié'éWW der ilfsriiblcr widerspricht den (thordcrniffcn dcr NSUJL'ÖM Verfaiéung. 911300» lmniamoniom ke*g_k10k11111. J beantrgge, unseren Antrag dcr Kommission zu überwe'iten, der die AWMChtkrvorla ('n überwiesen find. . , _ „
, ASI. don * rnim (koni): Die preußische Justitia wurde nicbt [MS“; wenn der Antrag nicht angenommen würde. Wir können xteie Wait nicht wieder ausfiihrlich bcbandeln. Dix Kommtssiorx hat Ick Tamas in vielen Sixiungcn mit den Gebaltösragew beschäitigi. Nun “UFJ- Eblerö, der einen praktischen Blick mid em richtigx's
JJiur dic inanzfrage lxatte, hat dem damaligen Komdroimß ZWUmmt. J tvarnc dringend, die'sc Frage von, neuem zu Skandsln, derm das würde für eine „ganze Reihe anderer
mxenkategorien Konsequenzen nach sich ziehen. Meme F"!“rllt'lde alten mz dem Standpunkt fest, da die Gebaltöregelung „fut eme YM Reihe' von Jahren als abges [offen zu betrachten ist. Es u:“ auch xiicht zweckmäßig, auf die Raunirags EMIUJCHen; sonst
WM sowrt andere Forderungen in andercnInstanzen erhoben Zverden. Wie wil! man iibrigens die Richter mit den Verwaltungs- FWJÜSY dergleichen, z. B. mit einem Re ie'rmigödrasidcute", der ““ UUUWtIinstam für grosse kommunale“. BFIÖWM Ut? Audicblan- ge “W IWM den Antrag ist für uns, daß alic Parteien nac!) monate-
ZWeite Beilage
Berlin, Donnersmg, den 25, Februar
zum Déutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.
1904.
langer Arbeit fich vor 7 Jahren auf das Kompromiß geeini t haben. Wir lehnen deshalb den Antrag ab. Was die Dierxstalkeks tufen be- trifft, so halten wir die Verhältnisse n nicht ur geklärt genug, um. x_ur Zeit dem Antra zuzustimmen- Au den ntrag [[ at der Minister bereits in der 'ommisfion die 1115th Antwort erteilt. Zur 53811 ist das Verhältnis der Zahl der Hilf“ ter zu de? dSk VL'OLUÜ' lichen Richter sogar etwas besser als früher. 'Nur an einigen Gerichten bssteht em Mißstand, wie der Miniter zugegeben [Fax- Wir stimmen dsshalb dem Antrag [[ zu, und i beantrage, dreien Teik des An- trages der Kommission zu überweisen-
Abg. Peltasobn (fr. Vgg.) unterstützt den Antrag Kerutl) in gklen Teilemauf das wärmste. Der Yuan minister don Miquel hat i_m *Jahre_ 1901 hier zugegeben, da n ichtern 175,97 unrecht (!?- 1chchen seu. Das Dienstaltersstufen ysiem wäre schon [arisxst eingeführt, wenn es_nicht der un lückselige AssessOkenpaW WPH MZK M FAU JL- h_racht Hatte. Es bestanden fs:) große Unßseich eiten, daß nur di? Em- flzbrun der Dienstaltersstu en eine Ab ilfe schaffen würde. Eine Y_erme rung der Richter sei unbedingt notwendciF;_ „Jm leßten Jahre setaxi nicht, weniger als 618 „HilfSrkcbkk-“k bes MM ALWLsSU- Die Gerichte ]eten tatsachlich überbürdet.
Justizminister Dr. Scl) önstedt:
Meine Herren! Von den Anträgen des Herrn Abg. .Kerutl) ent- spricht der unter 11. im wesentlichen den Auffassungen der Justiz- Verwaltung, und ich habe keinen Anlaß- ihm EUTJLICWUULUU- Wie ich schon bei früber€r Gelegenheit hier zum AuSdruck gebracht Habe, halte ich es für meine Pflicht und habe SS immsr dafür gabalten, nacb mrinén Kräften dafür zu 1978611, daß die Besetzung der Gerichte drm wirklichen Bedürfnis genügt, und ich habe schon in einer friiheren Sitzung mSinerseits zugegeben, dar“; die gegenwärtige Bésetzung der Gerichte nicht überall eine auSrLicbénkE ist, daß fie vielfach weder der BevölkerunJSzahl noch der Merigs der Geschäfte entspricht, und daß dort notwendigerwäfe Abhilfe gesrbaffen werden muß. Soweit die Justizderwaltung die Sache in der Hand hat, wird sie also akles tun, dcnjénigcn Zustand berbeizufüdrrn, drr als ein der Abficht dss Gesetzes Entiyreahender angesehen werden kan n.
Es ist in der Tai richtig - wie der Herr Abg. Peltasobn aux;- geführt hat _, daß zu Ende des vorigen Jaber isi dexr Verschie- d-Znen Grrichten der Monarchie 618 HilfSrichter wéxzsn Geschäfts- Überhäufung tätig warsn, und für einen sebr großsn T-zél disixr Hilfs- richi€r wird nicht bestrittsn werden könnén, “da?; das Jsickyäftlicbe Bedürfnis für ihre Beibehaiiung ein dauerndes iir, rxß TCZÜQW dieie Stellen in €tatSmäs3ige Sieüen verwandelt werden MMM. Ib disse Schaffimd, nsusr etaismäßixxr Stekien alkerdings zu SiKZT Entlastung dIr Vorbanderwn Richter führsn wird, das ist ja EZM andsr-Z Frage; denn LZ bandxlt fick,) dabei im wesentlichen nur um 434.77: Umwandsarig der Hilfsrichter in eiaiSmäßige Richter, und ich firm; nicht zuzréen, daß in dem Umfange, wie es Von dem Herrn Mg. PSUQsOÖK und auch wohl von d€m Herrn Abgeordneten Kerutb dargesteüt wordxn ist, eine Usberbürdung der Gerichte tatfächlich Besteht“. Ich "Habe in drr umfassendsten Weise allen Anträgen an Bewilligung don Hilfs- richtern in den [83th Jahren stattgegeben. Ich bin dem Bedürfnis in jeder Weise entgegengekommen, und es ist mir von zahllosen Richtern, Präsidenten, Direktoren, Räten, die mir!) i::i Laufe dsr Jadre ja vielfach besuchen, erklärt worden: ja, nachdem diese .HilixriÖicr de- rrilligt sind,baben wir uns nicht mehr zubeflagsn, jexzrsmd wir :eriGZ- schäften gewachssnwir können da-Z ohn? ÜbermäßigeAnftr-Zmzrmz Crlédigxri. Also insowrit wird dsr don dkn Hkrrrn crwartUS CHOW) diirch dis (Schaffung neuer etatömäßigcr Sicllw im Grunde nicht r-xalifier? in rixiem «mne.
Was nun dsn Dorvslantmg untrr] des Hsrrn ALF. Ksraik, angeht, so könnte ich, was zunächst dic Gleichstellang der Riehler imd SiaaiSanwälfe im Gehalte mit den Höbéren Vermaltungsdsxmten betrifft, ja als Refforiministkr crklären: mir ist jsde Hebung der Richter in ihren äußsren Bszügcn wis in ihrer ganz-Zn STEUUNJ und ibrsxn Ansehen eine durchaus erwünschte», und ich kann es nur mit Freudén begrüßen, wenn derartige Anträge gesteUt Werdsn. Aber,1n8in2 Hérrsn, zunächst stehe ich hier nicht alchffortminister aÜein, sondern auch als Staatöminisier, als MitgliCd rss StaatéminisWriumI, und da muß ich die Auffassung, der anch der Herr Abg. von Arnim Ausdruck gcgsdéxr hat, als cinc berechtigte und zwingende anrrkennen, daf; an der mübiam crreichten Brsoldungßregelung aus dem Jahre 1897 nicht ohne weiterck gerüttelt werden kann. Diese (H(baltsreg-elung dcs Jabrés 1897 stellt fick) als ein gcschloffsnss Ganzes dar, und die Staats- regicrung hat immer an dsm Standpunkt festgehalten, daß es nicht zulässig sei, eine einzelne Klaffe wn Beamten, deren Grhältcr damals mit festgestellt worden sind, herauszugrsifen und für fie einc Besol- dungsbcsserung herbeizuführen. Es handelt fich auch nicht, wie drr
Herr Abg. Kerutb gesagt da[, um Ausfüllung einer Lücke, die damals geblieben sei, ]" ondern die Darstellung des Herrn Abg. von Arnim entspricht den Tais achen : es hat
sich um ein Kompromiß gehandelt. Nach langmonatigen Verband- lungen ist die GebaltScrböbung für die Justizbeamten und für die bödcren Verwaltungsbeamten so gcrcgelt, wie sie gegenwärtig in Kraft besteht.
Meine Herren, es kommt „Mr noch ein Zweites hinzu. Ich habe mir die Frage dorgclcgt, wie denn nun eigentlich der Antrag zn der- stehen sei; er spricht nur von Richtern und Staatsanwälten; man könnte das ja auch auf die Riäscr sämtlicher Instanzen bezisbcn, auf die Oberlanchgcrichte, Landgerichte und Amtsgerichte. Ich babe geglaubt, ihn so verstehen zu sollen, das; es sich nur um die Gleich- steliung dcr Landgerichte und Lluttsgrricbte' mit den Mitglicdcrn dcr Regiermig handelt, nicht etwa mit den Lnndräten, dercn Gehalt mit 6600 „is. oben abschlikßi, also um 600 „M niedriger als das der Regicrungsräte ist.
Nun, meine Herren, worm dem Antrag stattgcgcbsn würde, daß die Gehälter der Amtsrichter nnd Landrichter glcickpgestélit würden dem dcr Regierung,?“rfiic, so würde das in Wiik- lichkcit cine Gleichstrliung gar nicht sein; denn es mus; doch dic Frage'auigcworfkn worden: wie sind denn die Ansteliungö- vcrbéiktniffe? Und da steht fest, das: nach den gegenwärtigen Vcr- häitniffcn das ctatsmäßigc Erhalt 611183 ngierrmgsrats krsi crrsicht
wird im Diensialter von mehr als 11 Jahren nach dem Affeffor- examen, während die Anstellung der Richter und Staatßanwälte erfolgt im Durchschnitt nach 5 Jahren und 6 Monaten, in einzelnen Fällen nach sehr viel kürzerer Zeit, nach 2 oder 3 Jahren. Wenn also diese Herren dann schon, nach 2 Jahren, eventuekl nach dem Durchschnittssaise yon 5 Jahren und 6 Monaten, dasselbe Minimal- gehalt bezögen wis die etatömäßigen Regierungsräte, so würde das keine Gleichsteklung sein, sondern eine ganz wesentliche Differenzierung zu Ungunsten der Rxgierungßräie. (Sehr wahr! rechts.) Daß dies beabsichtigt worden sei yon den Herren, glaube ich kaum annehmen zu dürfen. Ick) nehme an, daß sie sich diese Konsequenz nicht Vol!- ständig klar gkmacht haben.
Das Minimalgehalt für di? OberlandeßgerickytSräte ist im Jahre 1897 auf 5400 „M festgestellt worden gegenüber dem Minimalgehalt drr Regierungsräte Von 4200 „FH mit Rücksicht auf die Tatsache, daß die Ernenriung zum OberlandeMerickytsrai in erheblich späterem Alter zu erfolgen pflegt, als die Ernennung der NegierungSräTe; derselbe Gesichtßpunft, der zu der derichiedenactigkn Bestimmung des Anfangs- gehaltéz für diese briden Katsgorien Veranlaffung gegeben Hat, würde auch zutreffsnd sein, wenn man eine Vergleiohung zickien wil] zwischen den Mitgliedern der Land- und AmngericÜte auf der einen Seite und den Mitgliedkrn dsr Resierung aaf der andern Seite. Tatsäckzlirl; [16511016 Sack)? so, daß nach dsn augenblicklicbkn Verbäsiniffen das Minimalgebalt dEr RegierUngsräte von den Land- und AmtSrichtern in Wirklichkeit vielleicht noch etwas frühsr erreicht wird als von den Mitgliedern der Regierung. Nach unsern iiaiiitiskhen Ermittekungsn erreichrn außrrctaiémäsziqe? Regierangérätx, die nichteiar§mäßige SteÜen einnehmsn, den Diätsniax; dem 4200 „44, nach 9 Fahrer:, zwei Faöre später (3th werden fie etat'ömäßig Und befrimmen rann dieixn Berrag ais Gehalt neben dem Wohnungsgeldzusckyuß. Die Amis- und Landrichxer beziehen don ibrrr ersten Anstxslung ab aUßrr TSM GeSalT don 3000 odrr 3600 rc. auch dkn WohnungégeldzuscHuÖ, mii: SS liegt in Wirk- lichkeit so, daß Line iinanzixxiie Zurückiéyung 'für 7718 in der Tat nickxt Vorliegt.
Ick glaub? de:“:balb, daß es;- nicht woblgeian war, diéie Frage jeiZt wieder aufzurübren, wsii LZ nach der ikstirßbsxnren und aUgemein bekannten Stellrwgnabms TSK Königiichen *STIZTZWZZLLUUJ Odüirändig ausgéichloffen ist, daß dsr Antrag :,Ur Zsix irZerd “eineN Erfolg Haben kann. Daß an und für sub dix 1556831»: uxiierer richrer1ichen Beamten eiii-Zr ErbÖZmi-g bsrürfrig Nr.:, :arüÖer, ZLJUÜS ich, kei'rebt eine Meinungsvsriäzisdénbeit nicht, im: wenn wir einmal zu Einer um- fassenden NSUWZSWUJ de:: ('H-ZÖZTTZr kOMMén. darm, baöe [ck die feste Uéderzeugang, das? auch diz réckierlichen Gsdäiter erböbi werden. NU: in Tiésém Sinne iii wobl ;ck; die Aeaßerang des Herrn Finanz- miniiiers von Mirru€1 iu rerireßew geweisn, auf die der Herr Abg. Pelraicdn Bezug genommen hat.
Der zweite? UNteranTrag betrifft die Einiüdrung des Tieniiakrers- siufenfyfiems für Richter und Siaatsanwälxc. Die Justizverwaltung ist seit Jahren nicht im Zweiiel darüber, daß die Einführung dieies DiensialierHsyfisms auch für diese Veamien an und für sich erwünsckxt isi; fie hat ja schon im FaIrS 1896 den VcriuÖ dazu gemacht. Da- malZ war die Sazhe rerxxicki mit dem :*M dem ASg. Pßlrasobn er.- wädnien idgsnanntsn Asieiicrraragrxrßixä, an dem das ganze ©8963 geicbxiiért iir. (Zim: ,;Swiiie Beffxrung der VerbäTTniff€ isi ia DMP nächst b-Zi “dsr RL,;lemg im Fabre 1397 dadirr eingetrßten, dai; aniiart der Provinzialrxrlc-ane ein großsr, dir: ganze Monarchie umiaffeznder IisioldUnJZ-rérdand für (1112 Richrer Und SrzatZanwälxs gSöiLOet wurde, und daß“ dadiirch di: gryizen UnteriÖiSTS 'm den Erkälcern gleich- altriger Riclxisr, wie fie in den :SriÖirdenexx LésrlzndesgeriÖTÉ-xzirken bis dahin bestanden. angédcb-Zn wurxn.
Die? Vorteile und Nacbteiie :e“; T2-32:77:1:2rZiéuiexiiwii3ch *in: hier im Hauke so oft und eingsden: erßrrkr: :*cr:err da““; “(ck zlaxée, darauf nicht näher zurü-Fkrmmrn z:: 9:03» Ade: :*:S *!M ST.:uée icb Herdorbeben zu müffen. da:? zerade 5:1: TTS Zx'rrzreerQ-m»; in der Sache ganz besondere ZÖwirrizk-zérzn [;ck-zert. Eigenriié: iii 'die notwendigk Voraussesung iür :i- Eixiiüßrunx; :es Tisrifia1xxrsi'rufen- systems, da:“; ein richtigs§ Vu-Üärrkiz Zei'iZßc zmé'ézcrr 213: 54131 der zu bescsenden Stellen Und der Zahl der 'Unrrrjrter. Und das isi Fer dunklePnnkt für die Justizverwxismig. KFZ !:mxten NQÖ :cm Fader;- durchschniti der leisten 4 His 5 J.:Öre Turck; TK:, Pensionierung, durckß sonstiges Ausscheiden etwa 200 RiÉirrirxiLM ernkch1ießlich der Staats- anwälte zur Neubéicrzung akzsiSÖcu *.*“;71 :en in den Etat gebrackstm neuen Stellen. Dem it:“ben me!: (“*Im UZZÖZULJ 2:29 1815227! Termim kalenders über LC00 Esricbtsaßeffcrer: geizoxnübcr. Ven dieéan 2000 Gericthaffefforen kann man 300, riéiisirkc 400 Zusichsiden, weil sie in anderen Verwaltung-Zzweigen, kei anderxn Bedérden beicbäikigt find, cine Anstellung innerhalb der Zrik'iiz nichr «Neben und dader nicht für di? Befeßung der StSUen in Frage kkmmm. Ader dann Bleibt immer noch eins Zahl vsn 1600 Affeiicrcn, ungeiädr das Achtfacbt des durcbscbnittlicben Jahresbedarfs.
Dic Justizderwaltung ifi absolut nicht in der Lage, auf die Zahl der Anwärter irgendwie Sinzuwirken; dies entziedt fiÖ sänzlicb ihrem Einfiuß, während alle anderen Vérwaltungen in der Lage sind, nur soviel Anwärtcr zu nehmen, als die Verwaltung dekori-
Einc weitere Scbwierigksit tritt hinzu, daß nämlich niemand gegen seinen WiUen zu einem Richter- cds: STMU-twaltsamt be- rufen wcrden kann. Das ist in böcbsiricbterlicben Entfcbsidungen aus- gcsprocbcn; die Jusiizde'riraltung kann nur mit Zustimmung oder auf dcn Antrag eines Affkffors diesen ansielien. Nun sind die Verbäldtiffe so mannigfaltig, die Ansprüche, die an dkn "Inhaber einer Strke sev macht werden, so verschiedenartig, daß die Justizverwaltung gar nirdt in der Lage isi, bci Bcseßung der Steam lediglich nach deu: Dünst- alter zu verfahren, wic das in ander-zn Verwaltungen gefäiebt uud gcsäocben kann. Die Qualifikation der Affefforen ifi ia keinesvngi glcichmäßig. Die formell? Orralifikation, die W Beskiden dt! Examcns gibt, isi nicbt glcickzdedeutend mit der wirklbden Bo- fäbignng, jede Richter- und jede StaaLIanwaltsfteFe cua- zufüilcu, Es gibt stark beschäftigt? und„ Denise: W
"IM * „»
k.:k. 777“- „ ;, *
. ;? KZ,?“WIHÉ